Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

„Momentan sind die Katholiken besonders aggressiv“

Ist Arranca nicht die Zeitung, an der Che intensiv mitarbeitet? Gestern via Lantzschi einen spannenden Link per Twitter erhalten, der eine Collage aus Aussagen von queerfeministischen Aktivisten weltweit arrangiert. Ist nicht nur für Stammkommentator Georgi informativ und erhellend, diese Stimmen aus Indonesien, von Kurden, Franzosen und Serben und bietet ein beeindruckendes Panorama verschiedener Perspektiven weltweit. Und das neue, alte Motto „einfach mal zuhören, hinlesen und nicht sinnfrei und paternalisierend drauflos quatschen, weißer Mann!“ findet ebenso Bestätigung:

 

„Lambda Istanbul: Identitätspolitik ist ein komplexes Feld. Ich bin gegen jegliche Viktimisierung von Identität: Beispielsweise werden wir oft von Leuten aus so genannten westlichen Ländern gefragt, wie es ist, in einem muslimischen Land schwul zu sein. Ich frage dann zurück: „Hm, wie ist es denn, in einem katholischen Land schwul zu sein?“ Versuche, unsere Identität zu viktimisieren und die Hierarchie zwischen ‚westlichen‘ und muslimischen Ländern zu stabilisieren, ist eine koloniale Verhaltensweise.“

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5 Antworten zu “„Momentan sind die Katholiken besonders aggressiv“

  1. Nörgler Februar 1, 2011 um 9:50 pm

    QueerBeograd: „Queer ist keine Identitätskategorie, sondern das kontinuierliche Stören jeglicher Form von Normativität.“

    Weil die Kritik der politischen Ökonomie den Begriff des automatischen Subjekts als den einer normativen Super-Instanz formuliert, wäre dann die Marxsche Theorie „queer“.
    Hmm … hatte ich so noch nicht gesehen.

  2. momorulez Februar 1, 2011 um 10:05 pm

    Kann man aber, glaube ich, so sehen … nicht im Sinne des Klassenkampfkonzeptes, wo „Proletarier“ ja zunächst eine faktisch wirksame, identitäre Zuschreibung ist, aber das, um darüber hinaus zu gehen und diese Ketten eben hinter sich zu lassen, und das ist dann queer. Um noch eine anderen Blickwinkel zu eröffnen, der vor allem das, was der von den Cultural Studies und literaturwissenschaftlich inspirierten us-amerikanischen Queer-Variante oft ab geht, nämlich die Fundierung in ökonomischen Zwangsverhältnissen, dann wieder hinein denkt. Fand das gerade an der Arranca-Montage so prima, dass die das in anderen alltäglichen Problemzusammenhängen als denen von Berlin-Schöneberg oder Köln City pointiert, und das aus weiblicher Perspektive. Bei den schwarzen US-Lesben finden sich oft ähnliche Herangehensweisen.

  3. momorulez Februar 1, 2011 um 11:33 pm

    Ich verlink das hier mal, weil es gerade passt, auch zu einer Diskussion in einem anderen Blog, auch, weil es in der Einleitung die „Postkolonialismus“-Diskussion gut zusammen fasst – trotzdem mir die etwas zynische, herrschaftswissenschaftliche Pointe so gar nicht gefällt:

    http://www.rote-ruhr-uni.com/texte/wolter_fanon.shtml

    Merke: Wer Adornos Identitätskritik nicht mehrfach gewendet und dreifach gebraten hat, hat auch kein Recht, sich gegen Folter zu wehren!

    Was jetzt keine Sottise gegen Adorno oder ernstzunehmende Adorniten war, sondern gegen die absurde Vorstellung, er habe jenseits der Ästhetik politisch-praktische Relevanz.

  4. Loellie Februar 2, 2011 um 7:09 pm

    Die rechts-bürgelichen werden mit Sicherheit nie begreiffen, dass wir, wenns drauf ankommt, an den Niedersten unter uns gemessen werden.

    http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/schluessel-zu-einer-besseren-welt/

    Nur anklicken, wenn die Laune eh schon am Tiefpunkt oder unerschütterlich gut ist.

  5. momorulez Februar 2, 2011 um 8:06 pm

    Ich habe den Anfang gelesen und war fassungslos, dass diese hochtnotpeinliche Grand Prix-Pfeife Feddersen in einer derart dämlichen und gemeingefährlichen Weise agitiert. Die Statements der Heterosexuellenbewegung zu ihre Töchter systematisch fickenden Familienvätern schiebt er ja vielleicht nach.

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