Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Kontinuitäten, kursorisch

„Die bloße Existenz der „Brown Babies“ ist ein Skandal im Deutschland der Nachkriegszeit. „Negermischling“, „Halbblut“ und „Bastard“, so werden die farbigen Besatzungskinder in den 40er und 50er Jahren in Deutschland genannt. Aber nicht nur die deutsche Bevölkerung hat Probleme mit den „Brown Babies“, auch der junge Bundestag, noch unter dem Einfluss der NS-Rassenlehre, debattiert heiß das „rassische Problem“. Die farbigen Besatzungskinder werden zum Politikum ersten Ranges. Zeitweise gibt es sogar Pläne, die Kinder nach Afrika zu schicken. Angeblich zum eigenen Wohl wird ein Teil der Kinder schließlich von 1951 an abgeschoben: per Sonderregelung in die USA, zu afro-amerikanischen Adoptiveltern – in ein Land, in dem noch bis in die späten 60er Jahre weitgehend Rassentrennung herrscht, wodurch eine Ehe zwischen den schwarzen GIs und den deutschen Frauen überhaupt nicht in Frage kommt.“

Ein eigens einberufener Bundestagsausschuß befand 1952, die „Negermischlinge“ stellten ein „menschliches und rassisches Problem“ besonderer Art dar. Politiker und Jugendpfleger erwogen, protokollierte damals die Zeitschrift Das Parlament, die „Mischlinge“ in das Heimatland iher Väter“ zurückzuschicken„.

„Das 1995 von der Ausländerbeauftragten des Bundes herausgegebene Lexikon der ethnischen Minderheiten in Deutschland bemerkt: „Schwarze Deutsche werden auch in der Bundesrepublik der 90er Jahre gewöhnlich als Ausländer und Ausländerinnen betrachtet. Ihr Aufenthalt in Deutschland wird als vorübergehend begriffen und ihre gesellschaftliche Verwurzelung häufig und ausschließlich mit der Besatzungszeit nach dem Zweiten Weltkrieg in Verbindung gebracht.

(…)

Im Nachkriegsdeutschland beschäftigte man sich offiziell mit den so genannten Besatzungskindern. Anfang der fünfziger Jahre debattierte der Bundestag darüber, „Mischlingskinder“ in die Herkunftsländer ihrer Väter zurückzuschicken, da ihnen die dortigen Klimaverhältnisse angeblich eher zusagten. Vor diesem Hintergrund mag die heutige Zurückhaltung bei der statistischen Erfassung schwarzer Deutscher verständlich sein. Ihr Pass lässt sie als ethnische Minderheit nicht in Erscheinung treten.

Kein Widerspruch? Für viele meiner weißen Mitbürger schon, meint Jeannine Kantara

Neulich geschah es wieder. „Diese Haare! Darf ich mal anfassen?“ Die weiße Hand der fremden Frau bewegte sich auf die dunklen Locken ihres Gegenübers zu. „Nein, das dürfen Sie nicht!“, lautete die bestimmt klingende Antwort. Die Frau wich erstaunt zurück. Das hatte sie nicht erwartet. Was soll schlimm daran sein, einem schwarzen Menschen ins Haar zu fassen, um festzustellen, „wie sich das anfühlt“? Sie hatte keine bösen Absichten, wollte nur ihre Neugierde befriedigen. Dabei merkte sie nicht, dass sie die Intimsphäre eines anderen Menschen verletzte.

Angesichts der zahlreichen rassistischen Angriffe, die momentan ein starkes Medieninteresse finden, mag diese kleine Episode banal klingen. Für schwarze Menschen ist sie es nicht, gehört sie doch in Deutschland zum Alltag. Solche Situationen zu meistern erfordert allerdings einen hohen Grad an Geduld und Leidensfähigkeit. Denn es gilt nicht nur, sich gegen Haargrabscher zur Wehr zu setzen, sondern auch indiskrete und einfältige Fragen abzuwimmeln, wie „Dunkeln Sie im Sommer nach?“ oder „Sie haben doch sicher Rhythmus im Blut bei Ihrer Abstammung? Ach, Sie kommen aus Deutschland? Aber Ihre Eltern … Da ist doch bestimmt etwas Exotisches mit drin.“

Abstammung ist wichtig in Deutschland. Sie bestimmt, wer hierher gehört und wer irgendwann „zurückgeht“. Hinter den Fragen steckt kein Interesse an der Person, sondern das Bedürfnis nach Kategorisierung. Die afrodeutsche Dichterin May Ayim brachte es auf den Punkt: „in deutschland großgeworden habe ich gelernt, daß mein name neger(in) heißt und die menschen zwar gleich, aber verschieden sind, und ich in gewissen punkten etwas überempfindlich bin.

in deutschland großgeworden habe ich gelernt, zu bedauern schwarz zu sein, mischling zu sein, deutsch zu sein, nicht deutsch zu sein, afrikanisch zu sein, nicht afrikanisch zu sein, deutsche eltern zu haben, afrikanische eltern zu haben, exotin zu sein, frau zu sein.“

Schätzungsweise zwischen 300 000 und 500 000 schwarze Deutsche leben in der Bundesrepublik. Viele sind hier geboren und aufgewachsen, einige haben Deutschland als ihre Heimat gewählt. Inzwischen wächst bereits die fünfte Generation heran. Mit dem neuen Staatsangehörigkeitsgesetz, das die Einbürgerung erleichtert, wird die Zahl schwarzer deutscher Bürger weiter steigen. Dennoch ist schwarz und deutsch noch immer ein Widerspruch. „Fühlen Sie sich deutsch oder afrikanisch? Ist das nicht schwierig zwischen zwei Kulturen?“

Nicht für schwarze Deutsche selbst. Das Problem liegt eher bei einer Gesellschaft, die sich von ihrem weißen Selbstbildnis nicht verabschieden will. Die multikulturelle Gesellschaft ist in Wahrheit multiethnisch

„Kultur“ klingt nur weniger bedrohlich. Das 1995 von der Ausländerbeauftragten des Bundes herausgegebene Lexikon der ethnischen Minderheiten in Deutschland bemerkt: „Schwarze Deutsche werden auch in der Bundesrepublik der 90er Jahre gewöhnlich als Ausländer und Ausländerinnen betrachtet. Ihr Aufenthalt in Deutschland wird als vorübergehend begriffen und ihre gesellschaftliche Verwurzelung häufig und ausschließlich mit der Besatzungszeit nach dem Zweiten Weltkrieg in Verbindung gebracht.“

Schwarze Deutsche gibt es schon in der fünften Generation

Dabei begann die schwarze deutsche Geschichte schon vor dem Ersten Weltkrieg.

Bereits Ende des 19. Jahrhundert kamen zahlreiche Afrikaner aus den Kolonien hierher. Sie gründeten Familien, ebenso wie die schwarzen Soldaten, die im Ersten Weltkrieg als französische Besatzungstruppen im Rheinland stationiert waren. Diese Verbindungen waren den Nationalsozialisten ein Dorn im Auge. Als die Nazis im Juli 1933 das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses erließen, wurden auch die afrodeutschen Kinder zwangssterilisiert.

Im Nachkriegsdeutschland beschäftigte man sich offiziell mit den so genannten Besatzungskindern. Anfang der fünfziger Jahre debattierte der Bundestag darüber, „Mischlingskinder“ in die Herkunftsländer ihrer Väter zurückzuschicken, da ihnen die dortigen Klimaverhältnisse angeblich eher zusagten. Vor diesem Hintergrund mag die heutige Zurückhaltung bei der statistischen Erfassung schwarzer Deutscher verständlich sein. Ihr Pass lässt sie als ethnische Minderheit nicht in Erscheinung treten.

Das macht es allerdings schwierig, sozialwissenschaftliche Erkenntnisse über das Leben von schwarzen Deutschen zu gewinnen. Schließlich ist es in den meisten multiethnischen Gesellschaften aus gutem Grund längst üblich, ethnische Merkmale zu erfassen. Denn konkrete Zahlen könnten konkreten Forderungen – beispielsweise nach der Anerkennung als Opfer des Nationalsozialismus oder einem Antidiskriminierungsgesetz – Nachdruck verleihen. Präzise Angaben erleichtern es schwarzen Deutschen auch, sich als ethnische Minderheit Gehör zu verschaffen. Eine Minderheit, die sich nicht über einen „Opferstatus“, sondern über eine gemeinsame Geschichte in Deutschland definiert.

Die Selbstorganisation der schwarzen Deutschen begann 1986, mit dem Buch Farbe bekennen: Es dokumentiert – neben einer allgemeinen historischen Einführung – die individuellen Geschichten und Erfahrungsberichte von sechzehn Frauen. Viele Leser konnten sich mit den darin beschriebenen Biografien identifizieren, entdeckten Parallelen zum eigenen Leben, wie Vereinzelung in der Kindheit, fehlende schwarze Bezugspersonen und das Gefühl, „anders zu sein“. Und es half zu begreifen, dass Rassismus keine subjektive Einzelerfahrung ist, sondern institutionelle Strukturen aufweist: Schwarze Deutsche erkannten, dass sie unabhängig voneinander dieselben rassistischen Situationen erlebten und damit klarkommen mussten.

Farbe bekennen führte zur Gründung der Initiative Schwarze Deutsche (ISD).

Die Abgrenzung vom weißen Umfeld bot einen Raum, in dem man sich kennen lernen, über Verletzungen sprechen konnte – und seine Herkunft nicht ständig erklären musste. Für das Entstehen einer Gemeinschaft war diese Abschottung unerlässlich

nur so konnte sich ein eigenes Selbstbewusstsein entwickeln.

Auch die Namensfindung war für Afrodeutsche oder schwarze Deutsche, wie sie sich von da an nannten, ein wichtiger Schritt bei der Identitätsfindung. Die Diskussion über Begrifflichkeiten – sowohl mit Weißen als auch unter den Betroffenen, die diese teilweise verinnerlicht haben – aber dauert bis heute an. Rassistische Terminologien werden nach wie vor verteidigt: Wer „afrodeutsch“ genannt werden will statt „Mulatte“ oder „kaffeebraun“, wird immer noch erleben, dass man ihm übertriebene Empfindlichkeit vorwirft.

(…)

In linken und liberalen Kreisen herrscht die Annahme vor, frei von Rassismus zu sein. Da werden aus Fremden ausländische Mitbürger – ein Widerspruch in sich -, aus „Mulatten“ „Farbige“. Man erklärt sich solidarisch und antirassistisch und erklärt schwarzen Menschen, was rassistisch ist und was nicht. „Was haben Sie gegen ,farbig‘? So schwarz sind Sie ja nicht.“

Wieso stellt niemand den Begriff des „Weißseins“ infrage?“

Statt sich mit all dem zu beschäftigen, guckt der gute, weiße Deutsche lieber „Dresden“ und unternimmt die ideologische Reinwaschung der eigenen Oma, wenn diese das „N“-Wort nutzt.So kann folgender Dialog zu Blogwars führen:

„A:Meine Schwiegermutter etwa erzählt immer noch gern, wie sie bei ihrer Gefangennahme 1945 erstmals einem Afroamerikaner begegnete und aus den Gesprächen mit ihm und der geschenkten Schokolade den Schluss zog: „Vor N…“ muss man sich nicht fürchten, die sind eigentlich genau wie wir!“. Soll sie ruhig weiter „N…“ sagen, solange die Dinge, die sie in ihrer Jugend über Schwarze gelernt hat, vertrieben werden.““

„B: Dass Du Deine Schwiegermutter da relevanter findest als die mit dem N-Wort Bezeichneten und deren Empfindungen ist das Problem.“ (…) Weil da Jahrhunderte Folter, Versklavung, Kolonisierung und Massaker sich verdichten, und, wer es ausspricht, damit betont, dass er zu denen gehört, die das taten und ggf. wieder tun würden, wenn man nicht schön brav bleibt.“

Systematisch ist die „Erinnerungskultur“ darauf angelegt, schwarze Menschen aus der Geschichtsschreibung verschwinden zu lassen. Als Symptom mag die Verwendung der Victor von Bülowschen Zielsetzung „Ein Platz an der Sonne!“ durch die Fernsehlotterie gelten, ein Kolonialslogan, der gekoppelt an den Nachkriegsmythos „Luftbrücke“ und somit auch an die Wiedergeburt der Nation aus dem Geiste der Güte und des Helfens enthistorisiert und neu definiert wird.

Dass zeitgleich zu Luftbrücke und Schwiegermutter eben jene obe zitierten Prozesse sich vollzogen, Mütter ihre „Mischlings“-Kindern weggenommen bekamen, um diese „Rassenschande“ ins Heim zu stecken, dass noch in den 50er und 60er Jahren weltweit Kolonialkriege tobten, wird dergestalt aus der Erinnerung geworfen zugunsten der bahnbrechenden Erkenntnis, das „die“ ja wie „wir“ sind. Es geht um das „gut werden“ der Deutschen bei völliger Ignoranz existenter Kontinuitätslinien. GERADE am Jahrestag der Befreiung Auschwitz‘ durch die sowjetische Armee gilt es, daran zu erinnern.

Um so besser, dass BR/WDR/ARTE Dokus in Auftrag geben, die sich andere Erfahrungen dennoch widmen – die laufen dann, mit einem Budget von ca. 60.000 Euro finanziert, wenn es hoch kommt, mutmaßlich auf 23.00 h-Sendeplätzen – für die Verfilmung „Dresdens“ gab es meines Wissens 5 Millionen zur besten beste Sendezeit.Ein anderes Beispiel:

„Während sich der Deutsche Filmförderfonds die Pflege des Stauffenberg-Mythos von einem konservativen antifaschistischen Widerstand in Deutschland schon mal 4,8 Mio. Euro kosten lässt, ging der amerikanische Dokumentarfilm Paragraph 175 aus dem Jahr 2000, der die Verbrechen der deutschen „Volksgemeinschaft“ gegen Homosexuelle behandelt, nicht nur leer aus, sondern durfte, wie einer der Regisseure damals auf der Berlinale offenbarte, dem Rechtsnachfolger des „Dritten Reichs“ für die Nutzung des historischen Filmmaterials auch noch horrende Urheberrechtsgebühren überweisen.“

Dazu habe ich in SPIEGEL und DIE ZEIT nix gefunden, vielleicht habe ich nicht gründlich genug gesucht. Dass SPIEGEL und DIE ZEIT sich jedoch solchen Themen wie den weiter oben zitierten widmen und dabei vor allem schwarze Deutsche selbst zu Worte kommen, zeigt, dass zumindest in mancherlei Hinsicht das zu recht hochaggressive Nerven von Gruppen schwarzer Deutscher Früchte trägt. Man muss laut sein, um dergleichen zu Gehör zu bringen. Im Falle der Homophobie und deren Geschichte ist es aktuell eher schwieriger, sie zu thematisieren – man lauscht lieber dem Papst im Bundestag als Volker Beck, gelle, Frau Künast? Dass der Paragraph 175 in unveränderter Form bis 1969 Bestand hatte und der Papst bis heute Begründungen dafür liefert, scheint ihr egal zu sein. Ebenso das:

„Im letzten Jahr seiner Existenz, dem Jahr 1994, wurden noch 44 Männer wegen homosexueller Handlungen nach §175 zu einer “Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe” verurteilt. Eine Rehabilitierung der Nachkriegs-Opfer des §175 hat es in der Bundesrepublik dabei, wohlgemerkt, nie gegeben, ebensowenig wie eine Entschuldigung der verantwortlichen Parteien“

Umgekehrt ist der Artikel in DIE ZEIT nun schon ein paar Jahre her – der vollends aufgeklärte Deutsche gefällt sich derweil darin, Sexismus,Homophobie, Antisemtismus und Rassismus auf Muslime zu projizieren, die ungezügelt ihrer „Deutschenfeindlichkeit“ freien Lauf lassen. Und der Chefredakteur von DIE ZEIT bringt Bücher mit Axel Hacke heraus, jener Axel Hacke, der das N-Wort auf Buchcover packt, kombiniert mit rassistischen Karrikaturen, ein Unwerk, das vollends aufgeklärte Deutsche zu Sätzen wie den folgenden treibt:

„Dieser Verhörer gefällt mir ebenfalls außerordentlich gut, statt des weißen Nebels, entsteigt der weiße N… Wumbaba aus den Wiesen, ist es nicht wunderbar?“

Ach ja, wie wunderbar.

Jörg Lau weiß ergänzend Erschütterndes aus Amsterdam zu berichten:

„Das »jüdisch-christliche Erbe« wird in Europa derzeit gern beschworen, um sich vom Islam abzugrenzen. Doch der Vereinnahmung der Juden zur Verteidigung des Abendlands widerspricht das prekäre Lebensgefühl vieler, die ihr Judentum offen leben. Zwar gibt es durch die Einwanderung aus dem Osten eine neue Blüte; erstmals nach dem Holocaust. Doch wer wissen will, wie es heute um das jüdische Leben in Europa steht, der stößt auf Beklommenheit, Verunsicherung und Angst – das zeigt sich auf einer Reise nach Amsterdam, Malmö und Budapest.“

Stellt sich trotzdem die Frage,wieso er zum Jahrestag der Befreiung von Auschwitz ins Land der Anne Frank reist, ehemals von Deutsche besetzt, nicht jedoch sich fragt, wieso inmitten Berlin jüdische Institutionen unter Polizeischutz stehen. Mich befällt da jedes Mal der pure Horror.

Aber man ist ja vorsichtshalber mit Bruno Ganz als Hitler unter gegangen, wie virtuos gespielt! Das wird dann gezeigt am Vorabend des Jahrestages im ersten deutschen Fernsehen, weil der Bernd Eichinger von uns gegangen ist: Die Hitlerei anstatt der Opfer. Damit man in Ruhe alle Kontinuitäten unter den Teppich kehren kann ….

Nachtrag zu „Der Untergang“:


„SPIEGEL ONLINE: Lässt sich, vereinfachend, sagen, dass das Nachkriegsbild vom dämonischen Hitler, der die Deutschen, die nichts vom Holocaust gewusst haben, verführt habe, heute durch ein düstereres Bild ersetzt werden muss? Das von einer Volksgemeinschaft, die den Holocaust zumindest hinnahm und vom Judenmord profitierte?

Heim: Das Bild hat sich sehr differenziert. Die Entlastungsformel von der bösen Führungsclique und den unwissenden Deutschen hat sich schon lange als unhaltbare Mystifikation erwiesen. Danach gab es neue Debatten: Über den Raub jüdischen Vermögens, über die Volksgemeinschaft und aktuell über die Rolle verschiedener Ministerien bei der Judenverfolgung. Welche Rolle spielten die gewöhnlichen Deutschen? Wer hat alles vom Holocaust profitiert? Das sind neue Kristallisationspunkte der Diskussion.“

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14 Antworten zu “Kontinuitäten, kursorisch

  1. Loellie Januar 27, 2011 um 5:07 pm

    Und Niki Lauda entschuldigt sich für seine Wortwahl und nicht etwas das, was er gesagt hat. Es ist ja nicht so, dass der Wunsch, seine Kinder vor dem Anblick eines tanzenden Männerpaares etwas mit Vorurteilen zu tun hätte. Wie auch.

    Zu dem Text sag ich einfach mal nur JA, weil ich gerade nicht weiss, wo ich da anfangen soll, um dann doch nicht zu wissen, wo aufhören …

  2. Loellie Januar 27, 2011 um 5:08 pm

    vor dem Anblick eines tanzenden Männerpaares zu schützen

    müsste das heissen

  3. momorulez Januar 27, 2011 um 5:29 pm

    Herr Polster hat sich ja auch zu dem Herrn Lauda und dessen Kindeswohl-Fantasien bekannt. Das macht einen schon ziemlich fassungslos.

    Und der Text ist ja eigentlich so was wie eine Materialsammlung gewesen, die ich zum Zeitpunkt dieser unsäglichen Debatte bei Genova zusammen gesammelt hatte. So richtig ein Text ist da ja gar nicht. Weil die mich auch im Nachhinein immer noch fassungslos macht, diese Diskussion, inclusive Karstens Reaktion, der liest ja mit, da kann ich es schreiben.

    Diese wirklich unglaubliche Aggression, die entsteht, wenn man fordert, die Weltwahrnehmung von weißen Schwiegermüttern mal nicht mehr in den Mittelpunkt zu stellen, die ist echt gemeingefährlich. Das ist immer kurz vorm Totschlag, weil die etwas nicht wahr haben wollen. Und dann prügelt man auf die Schwuppe ein.

  4. che2001 Januar 27, 2011 um 6:12 pm

    In den 20ern und 30ern hießen die Brownies „Rheinlandbastarde“, und die wurden nach der NS-Machtübernahme, noch vor den Judengesetzen sterilisiert. Dass das rassistische Völkermordprogramm der Nazis noch vor Juden, Sinti und Roma, Schwulen, Randgruppen und Psychatrieinsassen (deren Ermordung der Shoah vorausgegangen war und die Matrix dafür geliefert hatte) mit Schwarzen begonnen hatte weiß heute niemand mehr.

  5. Alexander Hacke Januar 27, 2011 um 6:33 pm

    Chefredakteur von DIE ZEIT bringt Bücher mit Alexander Hacke heraus, jener Alexander Hacke, der das N-Wort auf Buchcover packt, kombiniert mit rassistischen Karrikaturen, ei nUnwerk, das vollends aufgeklärte Deutsche zu Sätzen wie den folgenden treibt:

    Der oben genannte Autor heisst wirklich: Axel Hacke.
    Nicht Alexander Hacke, denn das bin ich und ich schreibe keine Bücher mit „N“-Worten auf dem Titelblatt, sondern Musik.
    Bitte dies zu ändern.
    Danke
    (H)

  6. georgi Januar 27, 2011 um 6:47 pm

    Wo steckt eigentlich mondo oder seine Freunde aus seiner Blogroll? Jörg Laus Ausführungen finde ich wie so oft ein wenig einseitig.

    Stellt sich trotzdem die Frage,wieso er zum Jahrestag der Befreiung von Auschwitz ins Land der Anne Frank reist, ehemals von Deutsche besetzt, nicht jedoch sich fragt, wieso inmitten Berlin jüdische Institutionen unter Polizeischutz stehen. Mich befällt da jedes Mal der pure Horror.

    Ja, das habe ich auch schon beobachtet. Da am Amerikahaus hinterm Bahnhof Zoo und an der Großen Synagoge in der Oranienburger Straße habe ich auffallend viel Polizei herumstehen sehen. Ich verstehe auch nicht, wieso die da herumstehen. Wegen der paar Friedhofsschändungen bestimmt nicht. Ich habe ja mal eine Weile an der Uni in Berlin gearbeitet zusammen mit Türken, Russen, Chinesen, Arabern und anderen Ausländern. Einige meiner Kollegen haben jüdische Vorfahren und bei einigen der Russen ahne ich ähnliches schon wegen ihres Namens. Mir sind nie irgendwelche Feindseligkeiten ihnen gegenüber aufgefallen. Da, wo ich gewohnt habe, dagegen konnte man die Abneigung gegen die Orientalen mit Händen greifen. Da wurde ich zum Beispiel von so einer freundlichen alten Dame in der Nachbarschaft zu Kaffee & Kuchen eingeladen. Das war richtig unangenehm, ihr zuzuhören, wenn sie sich über die Hitlerzeit, über deutsche Soldaten im Krieg, über die Kopftücher etc. ausgelassen hat. Selbst noch eine ganze Reihe von HartzIV-Empfängern haben noch immer nicht begriffen, daß die Kanaken, die nicht richtig deutsch sprechen können, genauso arme Schweine sind, wie sie selbst. Antisemitismus jedoch habe ich bei niemanden dieser unangenehmen Zeitgenossen finden können. Wazu nun nur die viele Polizei vor der Synagoge in der Oranienburger Straße gut ist? Das muß wohl Propaganda sein.

    Ach ja, über muslimischen Antisemitismus müssen wir auch noch reden. Der muß wohl vom europäischen Antisemitismus unterschieden werden. Ich glaube, daß das entscheidende Problem darin besteht, daß die ganze derzeit laufende antimuslimische Hetze in den Augen vieler Migranten ein jüdisches Gesicht trägt. Allzu viele Funktionäre jüdischer Organisationen beteiligen sich daran. So werden die Juden dann als Feinde wahrgenommen. Darüber redet Jörg Lau nicht gern. Man vergleiche das hier (nicht erschrecken! nicht meine Meinung! nur Beleg, wie manche Leute ticken!).

    Ach ja, wenn man so in Moslemblogs herumliest, bemerkt man, daß nicht nur Juden in Malmö und Amsterdam sondern auch Muslime sich in den liberalen Demokratien der angelsächsischen Welt wohler fühlen.

  7. momorulez Januar 27, 2011 um 6:48 pm

    Oh, 1000 mal sorry! Änder ich sofort! Ist Ihnen bestimmt nicht zum ersten Mal passiert 😉 – wirklich ‚tschuldigung.

  8. che2001 Januar 27, 2011 um 7:09 pm

    @Geiorgi, ich denke eher, dass muslimischer Antisemitismus (den Ausdruck finde ich an sich problematisch, da der Begriff Semiten eigentlich Hebräer, Araber, Assyrer und Berber als Sprachfamilie bezeichnet) etwas mit Israel, den besetzten Gebieten und der Instrumentalisierung dieses letztlich kolonialen Konfliktes durch arabische Staatsführungen zur Beschwörung der „arabischen“ Einheit, beim Iran mit Feindbildprojektion nach außen zur inneren Machtstabilisierunjg zu tun hat. Und das wirkt sich auch auf das Denken von hier lebenden Muslimen aus -oder auch nicht, das ist alles differenziert zu sehen,ich kenne auch Muslime, die deutschen Rassismus gegen sich un gegen Juden gerichtet erleben.

  9. momorulez Januar 27, 2011 um 7:11 pm

    @Georgi:

    Ich geh mal schon davon aus, dass es Gründe gibt, dass die Polizei da steht, und erlebe einen ziemlich verbreiteten Antisemitismus in Fällen wie „Die wollen uns nur erpressen“, „die tun so, als seien sie was Besseres, und jetzt machen sie mit den Palästinensern das gleiche“, was es bei aller Möglichkeit der Kritik an israelischen Politiken eben nicht ist. Der „Börsenjude“ ist mir nun auch oft genug über den Weg gelaufen, und gerade im Antira-Kontext gibt es diese gruselige Form, dass man Juden anlastet, hinter dem Holocaust würde alles andere Unheil schlicht verschwinden, so dass keiner mehr über Kolonialismus redet, z.B.. Was ziemlich idiotisch ist, weil man das Juden schlecht vorwerfen kann, dass das Schlimmste aller Menschheitsverbrechen an ihnen begangen wurde, und auch andere Antisemitismen bestätigen ja den Satz „Den Holocaust wird man den Juden nie verzeihen“.

    Da können die nun auch nix für, das von wieder ganz anderen Kräften andere historische Felder unaufgearbeitet bleiben. Versuche ja oben eher klar zu machen, dass der Rassismus gegen Schwarze und gegen Juden, der Kolonialismus und die Shoah auf den selben Gründen aufbauen, bei allen Differenzen und dem steten Gebot, das Spezifiche am Antisemitismus und das Singuläre der Massenvernichtung zu beachten. Man muss meiner Ansicht nach aber verschiedene Formen des Rassismus zusammen analysieren, um Differenzen heraus arbeiten zu können, und ohne Homophobie einzubeziehen, geht das auch nicht.

    Diese Angriffe auf jüdische Publizisten, die dann ageblich am Antisemitismus schuld seien, gab es auch schon in Weimar und davor. Ich weiß ja, was Du meinst, aber Kein Jude ist am Antisemtismus „schuld“, kein Schwuler für Homophobie verantwortlich, kein Schwarzer für Rassismus, keine Frau für Sexismus. Ich würde als Moslem Broder auch nicht mögen, aber von da aus dann Rückschlüsse auf Juden im Allgemeinen zu ziehen ist einfach falsch.

    Das Spezifische am Antisemitismus in arabischen Ländern oder im Iran zu betonen ist schon richtig. Ich würde aber darum bitten, das hier am Auschwitz-Gedenktag nicht zu diskutieren, das ist ein anderes Thema.

  10. ziggev Januar 28, 2011 um 12:43 am

    Meine Mutter ließt ja sei einger Zeit DIE ZEIT. Neben 2x die Woche Tanzen und Gymnastik, sich um kranke Menschen kümmern, wäre es doch gut, wenn schon die Volkshochschul-Englisch-Kurse mit Amerikareise (vorerst) auf Eis gelegt sind, nicht total zu verblöden.

    Neulich nun aber sagte ich zu meiner Mutter: „Übrigens, das sagt man nicht“. Wir hatten uns über den amerikanishen Bürgerkrieg unterhalten und sie hatte zum ersten Mal in meiner Gegenwart das N-Wort benutzt.

    Sie habe die Redeweise jener Zeit wiedergeben wollen, versuchte sie. Wissend, das ihr dieses raunende-geschichtenerzählerische Anzitieren, ganz und gar nicht gelungen war. Aber warum nicht mit 73 mal eine Redeweise neu ausprobieren?

    – ok. aber das ist das N-Wort, das sagt man nicht.

    Ich weiß nicht, warum sie verunsichert war. Normalerweise funktioniert das wunderbar, dieses Sohn-erzieht-Mutter, die weiß, dass es immer etwas dazuzulernen gibt. Zumal wenn es darum geht, jemanden darüber zu informieren, dass „we don’t use that kind of language …“ Geradezu eine Erziehungsmaxime immer gewesen, dass solche Infos absolut notwendig sind.

    – ich weiß ja, dass man dass nicht sagt …

    War das Gesinnungsterror? Ich hatte mir alle Mühe gegeben, es beim „watch your language!“ zu belassen. Nein. Sowas hatte es noch nie in unserer Familie gegeben. „Ich weiß ja, dass man dass nicht sagt“, wiederholte sie. Mit beginnendem Altersstarrsinn schien sie daran festhalten zu wollen, dass es in diesem Kontext schon ok sei, andererseits schien sie daran zu zweifeln, ob sie das wirklich gewusst hatte. Was natürlich beschämend gewesen wäre, denn es ist nicht schön, alt zu werden und die basics zu vergessen.

    Nun weit auszuholen, und ihr das alles zu erklären, hätte keinen Sinn gemacht, denn sie wusste es ja! Außerdem sah ich es als eine Form von Respekt an, jemandem, auch wenn er alt ist, auf solche Dinge lediglich hinzuweisen, die er/sie ja besser wusste, so bin ich erzogen worden und so hat es immer funktioniert.

    Offensichtlich war ihr die Bedeutung des Satzes „das sagt man nicht“ nicht mehr klar oder sie hat sich wirklich geschämt.

    In diesem Fall hab ich mir das Recht herausgenommen – btw., m. Mutter ist kurz davor auf mich zugekommen und hat mit mit einige Zusammenhänge, was die Nazi-Verstrickungen eines Teiils meiner Verwandtschaft angeht erklärt, auch Täterschaft -, als jüngster, was in unserer Familie durchaus üblich gewesen ist, die Dinge beim Namen zu nennen, mein Vater konnte das mittels Verwendung von Zynismen bis zur Unerträglichkeit steigern, und habe noch ein- oder zweimal Mal wiederholt, „das sagt man nicht“.

    Wir haben es dabei belassen. Und ich weiß nicht, welche Wirkung meine bescheidene Intervention zu zeitigen vermochte.

    Aber eines ist klar: es war höchste Zeit für diesen Artikel in der ZEIT.

    Wenn solche Artikel erscheinen, ist es nicht umsonst gewesen, zu sagen: „das sagt man nicht“!

  11. momorulez Januar 28, 2011 um 12:49 am

    @Alexander Hacke:

    Wenigstens ist mir nunmehr aufgefallen, wie der Verwechsler zustande kam – Dein Name ist mir langjährig viel vertrauter, ohne dass es mir beim Schreiben aufgefallen wäre 😉 … was man manchmal so alles gar nicht merkt, weil man gerade woanders hin guckt, ist auch erstaunlich.

    Insofern Danke zurück für sehr vieles, was das eigene Leben, also meins, akustisch begleitet hat! Immer mal wieder. Und wenn es begleitete, dann – ja! Ja!

  12. momorulez Januar 28, 2011 um 1:04 am

    @Ziggev:

    Zudem das “ das sagt man nicht“ in ganz anderen Kontexten situiert ist, normalerweise. „Scheiße“, „Wixen“ und so, das sind einfach Konventionen mit ganz anderer Konnotation, die das unterbinden. Beim N-Wort geht es ja drum, was das mit Anderen macht, und auch, in welche Position man sich dabei selbst begibt. Das ist noch was anderes als Kartoffeln mit dem Messer schneiden, und das Erstaunliche ist eher, dass es so intensiv immer wieder diskutiert wird, dessen Verwendung. Mir ist heute mittag aus Versehen ein „Mulatte“ raus gerutscht, Gegenfrage „Meinste ein Maultier?“, okay, hätte ich gewusst haben müssen, merk ich mir jetzt wieder. Wieso diese ganzen Diskussionen um so was?

    Das mit den Täterbiographien im familiären Umfeld, da hatte ich Glück. So ein 17-jähriger Pimpf, der sein Bein verliert, als Vater, das geht ja noch.

    Wenn ich Freunde hatte, deren Vater ranghohe NSDAPler z.B. waren, dann habe ich mich schon immer gefragt, wie ich damit umgegangen wäre.

    Hatte mal ein Abendessen mit zwei schwarzen Freunden, also solche, die man hierzulande so bezeichnet und sie sich auch, die jeweils von ihren Nazi-Großvätern erzählten … das war schon kurios. Mein einer hat wegen irgendwas eine Widerstandsrente erhalten. Seltsame Rollenverteilung auf einmal.

  13. georgi Januar 28, 2011 um 10:38 am

    Ich muß doch noch mal auf Jörg Lau zurückkommen. Das Zitat finde ich im gegebenen Zusammenhang unangebracht.

    Da ist die ganze Welt erschüttert darüber, daß in einem so hochzivilisierten Lande, das Goethe und Beethoven hervorgebracht hat, Auschwitz möglich war; stelllt dieses Land mit Gedenkstätten an Auschwitz voll, gedenkt pausenlos der ermordeten Juden, und schwört, daß sich das nie wieder wiederholen darf. Ganze Lehrstühle wurden dafür eingerichtet, sich mit Auschwitz zu befassen. … und vergißt dabei die N…, die Z…, die Geisteskranken, Homosexuellen, Asozialen, Kommunisten und all die anderen Menschen, die Hitler umgebracht hat. Nur widerwillig setzt sich z.B. die Öffentlichkeit mit den an N… und Z… verübten Verbrechen auseinander. Das stellst Du und che richtig heraus.

    Nach dem 65 Jahre der ermordeten Juden gedacht wurde, stellt nun die Springer-Presse einen bekannten Misanthropen auf die Bühne, der dem Publikum etwas vom minderwertigen Erbgut der Moslems erzählt, und daß man aufpassen müsse, daß dieses Erbgut nicht den Volkskörper verderbe und sich das Land Goethes und Beethovens damit abschaffe. Diese kruden Thesen lösen in diesem Land Begeisterung aus. Endlich sagt mal einer die Wahrheit! Endlich verteigt jemand mal die Meinungsfreiheit in diesem Lande! Das Volk freut sich. Warum freut sich das Volk? Nun ja, das was dieser Misanthrop beschreibt, wäre zur Hitlerzeit Untermensch genannt worden. Und das bringt jedermann mit Hitlers Untaten zusammen. Nach jahrzehntelangem Gedenken waren ja Rassismus und Volksverhetzung tabu. Jetzt wurden die Rassisten und Volksverhetzer rehabilitiert. Jetzt können Rassisten und Volksverhetzer seelenruhig gegen Z… und Moslems hetzen und gleichzeitig der ermordeten Juden gedenken, ohne sich dabei wie ehedem schuldig fühlen zu müssen. Über diese neue Freiheit, den Zusammenhang zwischen Rassismus, Volksverhetzung und Hitlers Untaten zurückweisen zu können, freut sich das Volk.

    So können die Hetzer unbehelligt ihr Werk tun. Sie hetzen fleißig gegen Asoziale und Moslems. Und wie es sich für richtige Arschlöcher gehört, geben sie den Angegriffenen die Schuld hierfür. Die Rollen von Opfer und Täter werden munter verwechselt. Der Moslem wolle sich nicht integrieren, der Arbeitslose wolle nicht arbeiten. So geschehe denen Diskriminierung recht. Ganz besonders fies ist dabei das Dogma der Singularität von Auschwitz. Jeder, der sich über Diskriminierung und Rassismus beklagt, bekommt jetzt den Stempel des Antisemitismus an die Stirn so wie Faruk Sen. Denn nichts könne man mit dem vergleichen, was den Juden im Dritten Reich angetan wurde. Deshalb sei die Moslemhatz etwas vollkommen anderes als Antisemitismus. Dazu kommt noch der ewige Nahost-Konflikt. Da Moslems da zufällig gegen Juden kämpfen, stehen sie natürlich dann als Antisemiten da.

    Besonders perfide ist der Haß gegen die sogenannten Gutmenschen wie Malmös Bürgermeister. Gutmenschen sind prinzipientreue liberale Demokraten, die sich der allgegenwärtigen Hetze und Diskriminierung widersetzen. Da man Moslems für gewalttätige, feige, grausame und hinterhältige Antisemiten hält, sind Menschen, die für die Bürgerrechte von Moslems einstehen, Täterschützer (entsprechend Isis Logik!), also auch Antsemiten. Während sich die Rassisten über ihre neuen Freiheiten freuen dürfen, werden prinzipientreue liberale Demokraten und einfache arme Schweine mit Hetze und Diffamierung konfrontiert, jedesmal, wenn der ermordeten Juden im Dritten Reich gedacht wird.

    Das ist die perfide Logik der Antideutschen, der politisch-Inkorrekten, gewisser Adornisten und auch Jörg Laus. Das Maß an Verdrehung ist schon beachtlich. Hat irgendjemand sich jemals vorstellen können, wie sehr einmal das Gedenken an Auschwitz für antidemokratische und menschenfeindliche Propaganda mißbraucht werden kann?

  14. momorulez Januar 28, 2011 um 11:01 am

    Ich kann Dir in allem zustimmen, wirklich, finde ich ich sehr gut zusammen gefasst – bis auf das, was Du zur Singularität von Auschwitz sagst und diesem, na, unterschwelligem Hohn gegenüber der Aufarbeitung und dem Gedenken. Ich stimme Dir dahingehend zu, dass beides sich instrumentalisieren lässt und instrumentalisiert wird; aber das ist nun weder Juden anzukreiden, noch kann man damit die Singularität selbst zurück weisen. Was man MUSS, ist,nicht zuzulassen, all den anderen Horror durch dieses Argument der Thematsierung entziehen. Und da bin ich dann wieder völlig bei Dir.

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