Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Ich pflichte dem bei: AOMV jetzt!

„Wir haben außer einer roten Explosion nix erreicht. Was ist,
wenn die oberen Zehntausend den Protest als kreativ loben, ihn als „gehört
dazu“ labeln, aber nix ändern? Das deutet unser Geschäftsführer ja schon in
der 11 Freunde an, er müsse ja nicht beliebt sein. Seid ihr bereit den
nächsten Schritt zu gehen? Welche Möglichkeiten haben wir eigentlich? Auf
dem gleichen Level weiter protestieren? Wie lange halten wir das durch?
Militanter werden? Und dabei meine ich nun weniger „militant“ im engeren
Sinne, als z.B. ein Spiel nicht zu besuchen (um mal das historisch belastete
Wort „Boykott“ zu vermeiden). Ich gehe davon aus, dass da schon sehr viel
weniger Einigkeit besteht. Ich sehe daher nur einen Ausweg und auch da habe
ich Fragen.

Der Ausweg heißt für mich AOMV. Ja, da ist es das Unwort. Denn eine AOMV
kann beschliessen, kann Entscheidungen schnell und formal bindend bringen.“

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17 Antworten zu “Ich pflichte dem bei: AOMV jetzt!

  1. kleinertod Januar 17, 2011 um 4:47 pm

    Jetzt schon? In meinen Augen wäre das noch etwas zu früh. Aber nicht auszuschließen, daß dieses notwendig wird. Der Protest ist nicht am Ende, er hat erst angefangen.

  2. momorulez Januar 17, 2011 um 4:55 pm

    Na ja, nicht morgen, aber man muss die Welle schon nutzen, wenn sie ihren Höhepunkt erreicht – auf dem Level wirst Du den Protest nicht halten können. Was niemand besser wüsste als das Präsidium.

  3. ziggev Januar 17, 2011 um 5:43 pm

    Also, als ich heute die Bilder in der Morgenpost (auch Fototsrecke online) sah, dachte ich: lässt sich das noch steigern?
    http://www.mopo.de/sport/stpauli/galerie/index.php?GID=4816

    Andererseits: das sieht derart rot überall aus, dass das neue Symbol fast schon jetzt für euren geliebten Verein steht. – Ich persönlich hätte ja gar nichts gegen das Weiterverwenden des alten, selbst wenn es inzwischen auch für mein Gefühl das Widerständige größtenteils eingebüßt hat. Hat etwas allerweltsmäßiges inzwischen, so dass selbst ich aus der Vorstadt ohne besondere Beziehung zum FC St. Pauli mir schon dachte, auch, dann könntest du die Fahne ja selber mal anziehen, gewissermaßen missbrauchen, wenn´s eh alle machen.
    So haben wir jetzt aber alle gesehen, den e c h t e n St. Pauli den gibt´s immernoch, und was man da so alles assoziierte, das war gar kein Mythos.

  4. momorulez Januar 17, 2011 um 5:51 pm

    Das war ja der Grund dafür, ein neues Symbol zu finden – das der Hafenstraßentotenkopf mittlerweile völlig entwertet ist, obgleich der ja auch zunächst Fan-Symbol war und erst dann vom Marketing annektiert wurde. Nicht weil auch Du ihn tragen wolltest :-D, sondern ganz allgemein.

    Im Grunde genommen bin ich auch immer noch verblüfft von der Wucht der Wiederaneignung, insofern wurde da schon sehr viel auf einmal erreicht. Jetzt muss das, was als Forderungen in der Petition auftauchte, halt diskutiert und formalisiert werden. Der Herr Vizepräsident Gernot Stenger hat ja nicht umsonst auf autorisierte Gremien innerhalb des Vereins verwiesen, zu denen ich auch nicht gehöre, weil allein Stimmung nun auch nicht gilt. Deshalb ist die Intervention vom magischen FC schon richtig.

  5. ring2 Januar 17, 2011 um 5:53 pm

    Diese Woche, ich meine gelesen zu haben, dass es morgen soweit ist, trifft sich doch das Präsidium mit dem „ständigen Fanausschuss“, oder wie der auch immer heißt. Wenn hier keine Fakten in Form von belastbaren Zusagen gemacht werden, sehe ich auch eine AOMV als das einzige Mittel, das Aussitzen zu verhindern und den Schwung der Ini in Resultate zu überführen.

  6. momorulez Januar 17, 2011 um 6:06 pm

    Zudem sie ja mit genau den existenten Gremien jene Spielchen spielten, die zur Sozialromantiker-Petition führten, eben dieses Grenzen erst austesten und dann ggf. zurück rudern, und der öffentliche Umgang z.B. mit dem Rückbau-Antrag, für den wir nicht ja stimmten 😉 , nun auch nicht vom Feinsten ist. Da gab es nun genug differenzierte Darstellungen zu lesen, wieso man ein derartiges Anliegen in anderer Form beantragt durchaus unterstützungsfähig gefunden haben.

    Was mir zudem als jemand, den der Magische FC indirekt zu dafür recht rüffelte, ich hätte mal früher mich informieren und rum meckern müssen, auch wirklich auf die Nerven geht, ist diese völlige Visionsfreiheit jenseits des „Top 25 Ziels“ wie auch des „das hat mit Fussball nichts zu tun!“-Geschwätz bei den politischen Plakaten. Eine völlige Entkernung, die irgendwie auch auf Vorstandsebene geradezu promotet wird. Ich reg mich ja eh schon jedes Mal über dieses „Toleranz“-Gerede auf, aber das, was da auf Marketing-Ebene passiert, ist ja Effekt genau dessen, auch wenn Herr Schulte meint, sie würden schon sehr viele Geld liegen lassen, was ja sein kann. Und das muss ja irgendwie möglich sein, dass auch jenseits von Sonntagsreden irgendwie in der ökonomischen Organisationsweise des Vereins auftauchen zu lassen.

  7. Pingback: AOMV – Bring it back, Meeske, Stenger, mein St. Pauli und zwar schnell – sonst wird eine Außerordentliche Mitgliederversammlung unvermeidbar » Sankt Pauli - NU

  8. ring2 Januar 17, 2011 um 6:48 pm

    § 14 Einberufung der Mitgliederversammlung
    1. Mindestens einmal im Jahr muss die ordentliche Mitgliederversammlung stattfinden. … .
    2. Das Präsidium ist verpflichtet, eine außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen,
    a) wenn das Interesse des Vereins dies erfordert,
    b) oder wenn der Aufsichtsrat dies verlangt,
    c) oder wenn der Ehrenrat dies verlangt,
    d) oder wenn der Amateurvorstand und der Vorstand der Abteilung Fördernde
    Mitglieder gemeinschaftlich die Einberufung verlangen,
    e) oder wenn die Einberufung von einem Zehntel aller stimmberechtigten
    Mitglieder schriftlich unter Angabe des Zwecks und der Gründe vom Präsidium verlangt wird.

    Das Präsidium ist verpflichtet, auf Verlangen eines stimmberechtigten Mitglieds die stimmberechtigten Vereinsmitglieder innerhalb von drei Wochen schriftlich zu befragen, ob sie das Verlangen einer außerordentlichen Jahreshauptversammlung unterstützen. Diese Befragung darf lediglich das Verlangen und die Begründung dafür enthalten. Besagtes Mitglied trägt die Kosten dieser Aussendung.

    3. Die Einberufung der außerordentlichen Mitgliederversammlung muss innerhalb von drei Wochen nach entsprechendem Verlangen erfolgen. Ist dies nicht über die Vereinszeitung möglich, so ist jedes Mitglied unter Einhaltung einer Frist von zehn Tagen schriftlich einzuladen. Die Frist beginnt mit dem auf die Absendung des Einladungsschreibens folgenden Tag. Das Einladungsschreiben gilt dem Mitglied als zugegangen, wenn es an die letzte, dem Verein durch das Mitglied bekannt gegebene Adresse versendet wurde.

    Verstreicht trotz berechtigten Verlangens nach Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung die Frist, ohne dass das Präsidium entsprechend tätig wird, sind diejenigen, die die Einberufung berechtigterweise verlangen, ermächtigt, unter Wahrung der vorgenannten Formen und Fristen die Mitgliederversammlung selbst auf Kosten des Vereins einzuberufen.

  9. sparschaeler Januar 17, 2011 um 7:35 pm

    ich werde die entwicklung in dieser woche abwarten und danach entscheiden wie ich mich in zukunft positioniere.
    ich hoffe auf ein „ehrliches“ einlenken der einen seite und das nicht betonharte beharren auf maximalpositionen.

    ICH MÖCHTE NICHT ENTTÄUSCHT WERDEN!!! MERKT EUCH DAS

    😉

  10. momorulez Januar 17, 2011 um 8:32 pm

    Wenn DIE WELT recht hat, wollen sie ein anderes Spiel spielen, die Herren aus dem Vorstand:

    Mit 18 Punkten stecken die Hanseaten mitten im Abstiegskampf, und nun sorgt auch noch eine Debatte über Ideale und Identität des Vereins für Unruhe.

    http://www.welt.de/sport/fussball/bundesliga/fc-st-pauli/article12204814/St-Pauli-Fans-protestieren-gegen-Stripteasekultur.html

    Schreibt DIE WELT selbst. Frechheit, so was. Als nächstes zitieren die noch Brecht „Erst kommt das Brot, dann die Moral.“ Man weiß nun auch nicht, ob der Herr Spies sich vor oder nach unserer Flaggenparade so äußerte, ebenso der zitierte Stani. Diese Sprüche von wegen „Das mit den Buisness-Seats müssen wir den dummen Kindern nur mal erklären!“ stößt in das selbe paternalistische Horn, wie mich dieser „Toleranz und Offenheit“-Quatsch und das Ausweichen auf Stlfragen – Anonymität – nervt. Alpers & Stenger war auch schon mindestens 2 mal auf der Seite hier heute, warte nur drauf, bis irgendwelche aus dem Zusammenhang gerissenen Zitate vom Kleinen Tod, Jeky, dem magischen FC oder dem anonymen Herrn Sparschaeler in irgendwelchen Verlautbarungen auftauchen. Die werden vermutlich keinen Kompromiss zwischen Maximalpositionen anpeilen, sondern sich als vermeintliche Versöhner einer „gespaltenen Fanszene“ behaupten, um weiter ihre Geschäftsanbahnungen in ihrem innerstädtischen Business-Seat-Disneyland mit Blick auf Fan-Folklore genießen zu können.

  11. sparschaeler Januar 17, 2011 um 8:54 pm

    ich lasse mich weder einlullen noch werde ich dulden irgendwelche meinungsäußerungen in amtlichen verlautbarungen wiederzufinden.
    ich werde, wie bereits erwähnt, entspannt die weitere entwicklung abwarten. sollte dies nicht zu meiner zufriedenheit enden, kann ich auch anders. ich bin bereit diesen protest mit allen konsquenzen weiter zu führen.

  12. Foxxi Januar 17, 2011 um 8:54 pm

    Also dieser Welt-Artikel ist ja wieder mal das Letzte, aber was wunder ich mich bei dem Verlag. Ob bei Ligatotal, Sky oder bei Springer, die Apologeten des völligen Kommerz sind sich einig, totschweigen oder niedermachen. Umso erstaunlicher, dass ich es tatsächlich geschafft habe den Artikel ohne Blutrausch zuende zu lesen und siehe da ein Lichtblick: „Fans in ganz Deutschland beobachten die Entwicklung in Hamburg mit großem Interesse. Sollte St. Pauli Forderungen des Publikums erfüllen, könnten sich Anhänger anderer Klubs ihr Engagement zum Vorbild nehmen. „Gegen eine zu starke Kommerzialisierung sind Fans aller Vereine“, sagt Fanforscher Jonas Gabler. Sicher sei das auch Nostalgie, „aber insgesamt geht es ihnen um mehr. Sie sehen ihre Lebenswelt in Gefahr und sich in ihrer Freiheit bedroht, sich im Stadion ausleben zu können“.“ …aber davor haben sie alle eine Scheißangst!

  13. momorulez Januar 17, 2011 um 9:14 pm

    Ja, in der Tat. Und spätestens diese aseptisch-tote TV-Aufzeichnungskulisse in München macht ja deutlich, wie die Aufteilung öffentlicher Räume sich mikrokosmisch in den Arenen abbildet. Da ist unser Aufschrei nach Leben inmitten des Sports schon immens wichtig. Wie auch die ja wirklich unterirdisch teiladolfisierten Kommentare unter dem WELT-Artikel verdeutlichen (ich meine nicht die, die darauf verweisen, dass Strip auf St. Pauli nix ungewöhnliches scheint) – von „geht doch arbeiten“ bis hin zu „wir bei uns (also nicht dem FC St. Pauli)“ haben wenigstens Fussball ohne Schwule“. Gruselig. Bemerkenswert übrigens, dass „Fussball ohne Juden“ wahrscheinlich sofort gelöscht worden wäre, bei den Schwuppen nimmt man es halt nicht so genau. Gruselig auch, wie Frage nach Identität sofort in die deutsch/undeutsch-Richtung gedreht wird von den Kommentatoren. Erstaunlich, wie gesellschaftliche Megatrends bei einem solchen Thema prompt aufploppen.

    Was jetzt, glaube ich, wichtig ist, ist nicht in einen kruden Abglanz der Extremismus-Debatten zu verfallen, wo an den Rändern böse Hardliner lauern und in der Mitte die Guten. Das funzt nicht. Es muss klare Kriterien geben, an denen sich das Vereinshandeln orientieren kann, und wenn die vom Fankongress nicht verständlich waren, muss das halt klarer formuliert sein – und davon abgeleitet kann dann beurteilt werden, ob nun mehr oder weniger Werbebanden auf der Haupt Sinn machen. Das ist eine ganz andere Logik als dieses Ausgehandel.

  14. momorulez Januar 17, 2011 um 9:27 pm

    Okay, den schwulenfeindlichen Kommentar scheinen sie doch gelöscht zu haben. Den Part nehme ich zurück.

  15. che2001 Januar 17, 2011 um 11:58 pm

    Das finde ich eine kraftvolle Wiederaneignung der eigenen Traditionen und Wurzeln gegen die Marketingmaschine, die Ihr da versucht. Beste Wünsche dazu!

  16. momorulez Januar 18, 2011 um 12:32 am

    „Wenn ich Schulte oder Stenger mit säuerlicher Miene und offensichtlich großem Bedauern sagen höre, man habe ja aus Rücksicht auf die Leitlinien bzw. auf die Empfindsamkeit der Fans auf bestimmte Marketingverträge verzichtet, dann kommt mir der kalte Kaffee hoch! Denn das heißt ja nichts anderes, als dass für sie die Leitlinien nichts anderes sind als ein Ihnen von der Fanszene verpasster Klotz am Bein. Und das wiederum bedeutet, dass sie aus ihrer Sicht die wirtschaftliche Gesundheit des Vereins permanent gegen Faninteressen durchsetzen und verteidigen müssen.

    (…)

    Ich weiß zwar auch noch nicht, wie diese verbesserte Kommunikation aussehen könnte, aber wenn das Präsidium endlich damit aufhören würde, uns als Gegner wahrzunehmen, deren Interessen denen des Vereins entgegenstehen, dann dürften sich wohl automatisch Möglichkeiten ergeben.“

    LeChuck im Forum. Präzise. Es geht um differente Handlungs- und Systemlogiken und damit korrespondierende Psychologien, nicht um einen mittigen Kompromiss zwischen Hardlinern. Und selbst gelingende Wertschöpfung kann langfristig nur gelingen, wenn es eine Priorität dessen gibt, was der „Jolly Rouge“-Protest artikuliert, weil Wertschöpfung um ihrer selbst willen perspektivisch auch ökonomisch kontraproduktiv ist.

  17. Pingback: Wie nachhaltig wird der „Jolly Rouge?" #FCSP vs. Freiburg « Quotenrock by QuoteniRud.us

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