Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Die FAZ hetzt gegen Lesben

„Sechs Lesben wanderten durchs Fichtelgebirge. (…) Schwarzer habe „Avocados mit wohlschmeckender Soße“ serviert, während die andere Frau stundenlang afrikanische Trommeln bearbeitete. (…) Weil Schröder mit ihren Aussagen einen wunden Punkt berührt hat. Je weiter man sich diesem wunden Punkt nähert, desto vernichtender werden die Angriffe. (…) Manche Frauen gingen abends sogar zu ihren Männern nach Hause, was laut der ehemaligen „taz“-Chefin und Schwarzer-Biographin Bascha Mika mitunter so kommentiert wurde: „Die Heteras müssen zurück zu ihren Schwänzen.““

Eigentlich verdient diese zutiefst homophobe Schmähschrift keinerlei weitere Kommentierung – außer jener der „Theorie des wunden Punktes“. Diese veralbernde Variante des „getroffener Hund bellt“ funktioniert so: Man muss die unverhohlene Aggression und Abwertung nur so weit steigern, dass die Gegenwehr heftig wird – das jedoch wird dann als Beleg des Vernichtungswillens der Attackierten gedeutelt und der Wahrheit des Gesagten zudem. So treiben es die Bewegungsheten, die Rassisten, die Sexisten gerne mal – nein, nicht alle, aber die Agitatoren. Dass nunmehr die Feuilletonisten den selben Schwanz blasen ist ein weiterer Beleg für den allseits inszenierten Rollback.

So wenig ich von Alice Schwarzer mittlerweile halte, so erschreckend die Häme der beherrschenden Meinung, der über sie ausgeschüttet wird. Als sei nicht das „Aktiv-Penetrations“-Gemenge auch weiterhin konstitutiv für patriachale Mechanismen, und es würde vielmehr Sinn machen, sich zu fragen, ob der 70er-Jahre-Feminismus nicht viel aktueller ist, als es scheint. Dazu können sich aber ja die Kommentatorinnen besser äußern als ich als Außenbetrachter.

(via Antje Schrupp und Lantzschi/Twitter)

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130 Antworten zu “Die FAZ hetzt gegen Lesben

  1. Karsten November 23, 2010 um 11:20 am

    „Die angegebene URL konnte nicht gefunden werden“.

  2. Karsten November 23, 2010 um 11:21 am

    Ach so, irgendwie verschwinden bei deinen Links die Doppelpunkte vor dem „//“.

  3. georgi November 23, 2010 um 11:27 am

    technischer Hnweis: Korrigiere bitte mal die Links!

    Deine Einwände verstehe ich übrigens nicht. Hast Du vielleicht die Rolle der Medien übersehen, in diesem Falle die Rolle des SPIEGELs? Die veranstalten ja einen Affenzirkus, s. hier.

  4. Isi November 23, 2010 um 11:32 am

    1.) Der Link oben hat ein „http//“ zuviel.

    2.) Alice Schwarzer macht es auch falsch, aber ihre Ausraster sind vor diesem Hintergrund (und damit meine ich die frauenfeindliche Kultur in der BRD) verständlich. Vorzuwerfen ist ihr aber nur, dass ihre Politik nicht über ein Verfestigen der Herrschaftsstukturen hinausweist und sich in Geschlechterkonflikten verfängt. Allerdings – und wie gesagt – vor diesem Desaster, der bundesdeutschen Wirklichkeit, kann einfach nichts falsch sein, was die (be)herrschenden Strukturen thematisiert und angreift. Darum missbraucht das Patriarchat auch die selbstinszenierte Omnipräsenz der Alice Schwarzer zur Sicherung der Herrschaftsstrukturen sowie die USA ihren Michael Moore, als Alibirevoluzzer, der die Grenzen kennt. Denn eines ist sicher: Alice Schwarzer ist keine Anarchistin. Eine Gefahr für das Prinzip Herrschaft bedeutet sie nicht.

    Was so diese Kurzschlüsse im Artikel angeht (weibliche Orgasmen können nur Frauen besorgen, weil die keinen Penis haben und nicht penetrieren können; ergo: Lesbische Liebe..blabla), ist das alles etwas kurzsichtig und verfängt wieder nur in Geschlechterbildern und der Akzeptanz bestehender Missverhältnisse. Politisch ist das alles wenig spannend.

  5. Isi November 23, 2010 um 11:36 am

    hihi…Punkt 1.) kann gestrichen werden. Sorry.

  6. georgi November 23, 2010 um 11:44 am

    technischer Hinweis: Bitte auch die Links zu den Twitter-Meldungen aktualisieren!

    Ist mein letzter Beitrag durch den Rost gefallen?

    Die ganze Schröder/Schwarzer-Geschichte wird wohl von den Medien inszeniert, genau wie diese unsägliche Sarrazin-Debatte. SPIEGEL und BILD agieren hier wohl als Bauchredner.

  7. Isi November 23, 2010 um 11:58 am

    Mal ein kleiner Exkurs über meine Haltung zur Sexualität von heterosexuellen Frauen im Spannungsverhältnis zwischen Patriachat und Aufklärung:

    Es gibt tatsächlich keine vaginalen Orgasmen, aber auch Männer sind durchaus im Stande, einen klitorlalen zu besorgen. Manche sogar völlig schambefreit (zum Beispiel Till Schweiger in Keinohrhase). Für die sexuelle Befriedigung einer Frau (und auch wegen allerlei Risiken – AIDS, Tripper, Syph, HPV etc.- ist die Penetration verzichtbar. Darum aber nun noch lange kein Gewaltakt oder Instrument zur Unterdrückung der Frau, sondern einfachste Weg zur Befruchtung. Wenn man als Frau also einen Kinderwunsch hegt, wird man um die Penetration als natürlichste Methode der Zeugung von Nachwuchs nicht umhin kommen. Darum bin ich auch gegen die Argumentation von der Penetration als Akt männlicher Gewalt. Das macht Frauen Angst und fordert auf, sich zu wehren. Obwohl diese Wertung so nicht stimmt und man das alles auch positiv(er) sehen kann: Penetration ist der natürlichste Weg zur Empfängnis und nur weil er Frauen nicht zum Orgasmus bringt, ist er noch lange kein Repressionsinstrument (und der Penis kein Repressionsorgan…*hust*). Problematisch wird es erst, wenn es daneben überhaupt keine Befriedigung weiblicher Sexualität gibt, also wenn der Fokus beim gesamten Geschlechtsakt nur auf der Penetration und damit der sexuellen Befriedigung des Mannes und der so geregelten sexuellen Ausbeutung des Körpers der Frau liegt. Aneinander zu Objekten der Begehrens zu machen, ist kein Problem, wenn dabei dem anderen auch der Subjektstatus zugestanden wird und eben nicht einer grundsätzlich darauf verzichten muß, begehren zu dürfen oder sexuelle Lust zu emfpinden, weil deren Bedürfnisse komplett ignoriert zu werden und einfach nicht stattzufinden haben. Aufeinander geil zu sein, ist ziemlich *äh*.. geil, aber wenn dem einen Teil eines heterosexuellen Paares (meist dem weiblichen) sexuelles Begehren grundsätzlich verweigert wird, ist das keine Liebesbeziehung sondern ein Geschäftsverhältnis wie das eines Freiers zu seiner Nutte. Hier Selbstkritik von Männern zu erwarten, es sich doch bitte komplizierter zu machen und doch auf weibliche Bedürfnisse einzugehen, ist naiv! Es ist an der Frau zu sagen: Bis hierher und keinen Schritt weiter. Immer mehr Frauen machen das und immer mehr Männern wählen als Alternative zur Selbstkritik die soziale Isolation. Schade, aber ist eben durch Frauen nicht zu ändern – auf die hört ja kein „echter“ Mann.

    😉

  8. momorulez November 23, 2010 um 1:01 pm

    @Georgi:

    Du warst tatsächlich aus unerfindlichen Gründen im SPAM-Filter gelandet, habe Dich heraus gefischt und aktualisiere auch die Twitter-Links.

    Inhaltlich später, mein Job will heute was von mir …

  9. momorulez November 23, 2010 um 3:11 pm

    @Georgi:

    Nee, die habe ich keineswegs übersehen, deren Rolle, gerade SPIEGEL und SPRINGER starten ja seit geraumer Zeit sich wechselseitig flankierend ihre Rollback-Kampagnen, DIE ZEIT macht manchmal auch mit, und die anderen, letzten verblieben „Kernredaktionen“ bei FAZ, Sueddeutsche usw. ziehen dann nach. Deshalb ja „beherrschende Meinung“, die Kampagnenjournalismus dann auch noch als Kampf für die Meinungsfreiheit tarnt, während sie andere Weltsichten schlicht nicht zulassen, eben jene, die Frau Schröder kriminalsiert.

    Das ist freilich auch die Ambivalenz bei Frau Schwarzer – als BILD-Reporterin unterwegs sein ist halt auch nicht ohne.

  10. momorulez November 23, 2010 um 3:14 pm

    @Isi:

    Danke für die Erläuterungen 😉 … dazu kann ich mich nun tatsächlich nicht profund äußern.

  11. Karsten November 23, 2010 um 3:19 pm

    @ziggev:
    Komisch, bei mir haben alle externen Links von Momo nur 1x „http//“, aber eben ohne den Doppelpunkt…

  12. Karsten November 23, 2010 um 3:21 pm

    „Außenbetrachter“… ich hatte mich erst gewundert, warum Du dich bei gesellschaftlichen Fragen als Außenstehenden ansiehst. Aber es geht da ja wohl um heterosexuellen Geschlechtsverkehr. Dann bleibt nur die Frage: Betrachtest Du den öfter? 😉

  13. momorulez November 23, 2010 um 3:22 pm

    Der FAZ-Link sitzt jetzt, die Twitter-Links muss ich noch mal neu machen …

  14. momorulez November 23, 2010 um 3:26 pm

    Ich kann bei heterosexuellem Geschlechtsverkehr nix Abstoßendes entdecken, so weit er mir in freilich stark ästhetisierter Form allerorten in allerlei Weisen in Mainstream-Medien über den Weg läuft, dann gucke ich schon auch mal hin 😉 …

    Was in der öffentlichen Wahrnehmung, was jetzt freilich auch meine selektive sein kann, so gar nicht auftaucht, ist das, was Isi beschreibt. Und darum ging es mir vor allem: Die subjektive Lust-Erfahrung von Frauen. Über die ich mich nun wirklich nicht äußern kann, selbst dann, wenn ich mal zugucken sollte 😉 …

  15. che2001 November 23, 2010 um 3:40 pm

    Also, auf die Szene, in der ich mich so bewegte – überwiegend heterosexuell, linksradikal, Nordwestdeutschland, 80er und 90er Jahre – hatten diese Schwarzerschen und verwandte Positionen ganz fatale Auswirkungen. Es entstand ein fürchterbarer Moralismus rund um Sexualität mit der Vorstellung, bestimmte Sexualpraktiken seien „progressiv“ oder „regressiv“. Missionarsstellung galt dann eben als das reaktionärste überhaupt, 69 oder generell Oralverkehr hingegen als sehr aufgeklärt und fortschrittlich, das wurde auch über Fußfetischismus gesagt, dem ich überhaupt nichts abgewinnen konnte, dafür aber gerne aus Bauchnäbeln Sekt schlürfe oder Ohrmuscheln lecke/abkaue. Je nachdem, was man als linker Mann so für Praktiken draufhatte und guthieß, wurde man (Zunächst mal gar nicht von Frauen, sondern von anderen linken Männern, z.B. in der eigenen Männergruppe, durchaus aber auch gemischtgeschlechtlich szeneübergeifend) bewertet und eingeordnet. Es wurden daran nämlich informelle Hierarchien festgemacht, so in dem Sinne „Aha, der liegt auch öfter mal unten, steht auf 69 und hat seine Fetische, der muss schon ziemlich weit sein“, d.h. sexuelle Praktiken wurden weniger daran gemessen, was die jeweilige Partnerin gerade wollte, sondern sie stellten Werte an sich da im Sinne von besonders aufgeklärt, fortschrittlich, revolutionär oder eben nicht. Als ich mich als BDSM outete mit ambivalentem Rollenverständnis wurde ich als pervers bezeichnet, aber nicht angefeindet – ich stand damit dann völlig außerhalb der Skala. Es gab da tatsächlich das Bedürfnis nach politisch korrektem Sex (der Begriff PC wurde damals durchaus positiv im Sinne eines Selbstverständnisses gebraucht , und es gab ein Spektrum, das sich selbst als „PC-Linke“ bezeichnete). Und jede Menge Mißverständnisse, z.B. wollte ein Genosse seine kurzzeitige Partnerin lecken, und sie wies das zurück mit der Begründuing, sie habe irgendwo gelesen, dass das frauenverachtend sei – wobei sie Fellatio und Cunnilingus durcheinandergebracht hatte. Er dichtete daraufhin „Linke Spießer“ von Slime in „Linke Frauen“ um, wo es dann hieß „Und wenn man Euch anal kommt, werdet ihr konservativ.“

    Die Teilung der Szene in gleichgeschlechtliche Zusammenhänge, eigentlich mal entstanden, um innerhalb der szeneweit geführten Sexismusdebatten Schutz- und Ruheräume zu schaffen führte zu einer allgemeinen Segregation, und auch das wieder mit informeller Hierarchiebildung: Frauen, die in FrauenWGs und Männer, die in MännerWGs wohnten galten mehr als die „Gemischten“, und wer alleine wohnte war ja ohnehin sozial behindert.

    Als sich die Antira-Zusammenhänge bildeten veränderte sich das wieder total, sogar so weitgehend, dass bisher reine Lesbenzusammenhänge in gemischte Gruppen, in denen es auch Männer gab eintraten, und die waren dann auch ethnisch gemischt, außer Deutschen vor allem Kurdens und Persers und ein paar aus Aserbaidjan, auch aus Nigeria.

    Die VertreterInnen eines besondersw rigiden politisch-korrekte-Sexualpraktiken-Moralismus waren im Allgemeinen auch vegan oder zumindest vegetarisch, legten sich in vielerlei Hinsicht Konsumverzicht auf und vertraten das alles mit enormer Erbitterung. Eine gute Genossin prägte für diese Leute die Bezeichnung „Die Dominikaner“.

  16. Isi November 23, 2010 um 3:50 pm

    Ich kann mir dazu vorstellen, dass Sex als Frau mit Frauen angenehmer und entspannender ist, eben weil frau einer aufgeklärten Frau nicht alles erklären muß und weil Frau ihre Geliebte nicht für „pervers“ (oder was sonst noch so einfällt) halten wird, wenn sie sich nicht ins Schema „Bumsen“ einpassen wil und eben Abweichungen vom üblichen Sex einfordert. Zudem fallen viele konventionelle Ängste von einem ab: Ungewollte Schwangerschaften, zBsp. Heten-Männer reagieren aber manchmal leicht gereizt, wenn Frauen bekennen, nicht von dem befriedigt zu sein, was Mann ihr so dringend anbieten möchte (einen eregierten Penis und die Kunst zu schwängern) und er wittert nicht selten eine sexuelle Störung, wenn sie von der „(Hetero-)Norm“ abweicht (und sagt das auch so). Von daher ist diese Einsicht aus einem üblichen androzentrischen Verständnis von sexueller Betätigung auf Sex mit Frauen umzusteigen, schon konsequent und manchmal sogar politisch bedingt. Aber das hat dann mE. nichts mit Homo- oder Heterosexualität, sondern viel mehr etwas mit sexueller Freiheit zu tun, weil man seinen Partner/seine Partnerin nicht lieben muß, um miteinander effektiv sexuelle Befriedigung zu erreichen. Nach meinem Verständnis suchen sich Homosexuelle nicht aus, ob sie gleichgeschlechtliche oder andersgeschlechtliche Partner lieben, sondern sie tuns ganz einfach und darum haben sie Sex miteinander. So wie ich mir nicht aussuche, dass ich Männer (aber nur bestimmte) sexuell attraktiv finde, sondern es einfach so passiert. Ich kann nicht ausschließen, dass mich mal ´ne Frau umhaut, wenn das auch so selten sein wird, wie es mir bei Männern passiert. Eine Lesbe ist also keine Lesbe, weil sie Angst vor Männern oder Penetration hat (diese Sicht ist reaktionär), sondern weil sie homosexuell ist. Aber weil sie eine Lesbe ist, fällt der konventionelle Druck ab, Männern gefallen zu müssen und sie kann frei(er) denken, weil ihr Liebesglück nicht von der Toleranz eines Mannes abhängt, der über Liebesentzug bestimmt, inwieweit der ihre Rebellion gegen die Norm mitträgt.

    Sehe ich das falsch?

  17. che2001 November 23, 2010 um 4:08 pm

    Würde ich alles sehr ähnlich sehen.

    Wobei, in einigen Punkten sieht mein Efahrungsbereich definitiv anders aus:

    „Heten-Männer reagieren aber manchmal leicht gereizt, wenn Frauen bekennen, nicht von dem befriedigt zu sein, was Mann ihr so dringend anbieten möchte (einen eregierten Penis und die Kunst zu schwängern) und er wittert nicht selten eine sexuelle Störung, wenn sie von der „(Hetero-)Norm“ abweicht (und sagt das auch so).“ —– Das trifft wahrscheinlich auch heute noch auf den Durchschnitt der Heteros zu, in den Szenekreisen, in denen ich mich so bewegte war das alles eher umgedreht. Da hatte, wer als linker Mann ernstgenommen werden wollte sich zunächst mal nach den Bedürfnissen der Frauen zu richten – es wurde aber sehr formalisiert begriffen, was darunter zu verstehen war, s.o. Das Ganze hatte ja eine regelrechte Programmatik. Und es gab durchaus gar nicht so wenig Leute, die bi waren bzw. Heteras, die zwischendurch auch mal mit einer Frau liiert waren, und die offene Zweierbeziehung mit erlaubten Seitensprüngen galt als das Idealmodell der Beziehung unter Linken.

  18. momorulez November 23, 2010 um 4:10 pm

    @Che:

    Jetzt mal ab von den szeneinternen Distinktionsmechanismen – daß Gesellschaftliches und soziale, auch ökonomische Rollen hinein spielen in das, was man sexuell erleben möchte, ist doch nichtsdestrotrotz etwas, worauf ja nicht nur der Feminismus, sondern auch die Tuntenbewegung völlig zu recht verwiesen haben. Das liest sich immer so wie die Subtanz mit Eigenschaften, die dann triebhaft jedem inne wohne und bewirkt, dass man darauf abfährt, Springerstiefel zu lecken, Das ist doch völlig absurd. Wenn Du Dir die sich z.B. auch in oft fieser Weise in Pornos anzuschauenden Fantasien von „Hazing“ bis zur Krankenschwester anguckst, was bei der Schwarzer als Thema ja Bedeutung hat, dann sind das ja gesellschaftliche konnotierte Rollenspiele, die nicht etwa durch Pornos verursacht werden – und die meisten trauen sich aus guten Gründen gar nicht, das real zu leben, weil manches eben auch besser Fantasie bleibt. Aber man verarbeitet doch auch da, was sonst auf einen wirkt.

    Als Kontrast sei noch die Erfahrung schwarzer Frauen, ich gebe jetzt einfach wieder, in den USA der 70er wieder, genannt – während man hier BHS verbrannte und in Griechenland-Urlauben „Oben Ohne“ als Befreiungsakt zelebrierte, waren die froh, nicht mehr die Nackten in Ketten und Prostituierten sein zu müssen. Das sind ja jeweils Situierungen, die in Sex hinein spielen. Die ist man ja nicht mal eben los, nur weil man fickt.

    @Isi:

    Ich glaube, Du siehst das richtig 😉 – und ich glaube, dass Frauen auch nicht im selben Sinne Angst davor haben, lesbisch zu sein, oder irre ich? Ist jetzt sehr von außen gesehen und somit mit Krrekturwunsch versehen.

    Bei Hetero-Männer entsteht ja viel Homophobie aus der Angst, als schwul zu gelten, und auch jener, mal passiv zu sein – das traut Mann sich dann nur heimlich bei der Domina. Ich glaube, das ist bei Frauen anders – die, mal aus dem nicht-sexuellen Kontext gesprochen, übrigens Experten darin sind, über Liebesentzug zu manipulieren. Weil sie das so gelernt haben, glaube ich.

  19. Isi November 23, 2010 um 4:42 pm

    @ che2001

    Mit linken Männern hatten ich noch keinen richtigen Sex, die sind mir zu wertvoll, um sie für niedere Belange zu verschleißen. 😉 Außerdem nehmen die mich oft überhaupt nicht als Frau zur Kenntnis. Für die bin ich nur ein Diskutant und nicht sexy. Ich vermutete mal, ich könnte mich nackt einem auf den Schoß setzen und der würde dabei immernoch diskutieren, ob er nicht eigentlich auf meinem sitzen müßte, weil ich doch die Feministin bin. Diese erzwungene Asexualität langweilt dann irgendwann einfach und so unter der Woche will man ganz schnöde flirten oder naja….Ich habe gelernt, mich auch in linken Kreisen zu beherrschen und dass eben nur eins geht: Lieben oder Diskutieren. Kombinierbar ist das höchstselten. Allerdings bin ich auch ein echter Spätzünder, was die linke Subkultur angeht: Ich habe vorher, bis ca. 30, ganz normal total spießig als Familie gelebt und irgendwann festgestellt, dass mir das nicht reicht. In der DDR mußte man nicht links sein, um sich als Frau zu emanzipieren, darum bin ich quasi Quereinsteiger in die radikale Linke und nehme darum bestimmte Sachen ganz anders wahr. Ich muß dazu sagen, dass ich auch optisch ziemlich spießig bin und eher neutral daher komme und meine militante Natur nicht sonderlich verdeutliche. Außerdem bin ich schon alt.

    @ momo

    Ich habe überhaupt keine Angst lesbisch zu sein und das auch offen zu leben. Nur verliebe ich mich so selten, dass es auch Frauen schwer haben, mich umzuhauen. Frauen sind aber sowieso statistisch seltener homophob.

    Das mit dem Liebesentzug sehe ich neutraler: Es ist ein Mythos, dass das eine weibliche Domäne wäre. Männer arbeiten damit genau so, nur wird das da anders bewertet und gestaltet sich anders aus. Frauen arbeiten mit Forderungen, Männer setzen Tatsachen. Liebesentzug durch Männer funktioniert da vielmehr über Abwertung und die Feststellung einer Tatsache, dass das vom Mann anders gewollt wird und eine Zuwiderhandlung negative Konsequenzen hat, muß die Frau dann allein erkennen. Frauen manipulieren innerhalb der Beziehung, Männer kündigen deren Ende an, wenn ihre Forderungen nicht erfüllt werden. Männer arbeiten nach meiner Erfahrung ebenfalls mit emotionaler Erpressung, aber als dem Ende der Beziehung, aber über das Setzen von Tatsachen und das negative Bewerten oder Lächerlichmachen bestimmter Umstände, die sie nötigen werden „Schluß zu machen“.

    So am Beispiel: Einer meinte mal, dass er sich hinter meinem „Hobby“ (der Politik) zurückgesetzt fühle und da wir zu wenig Zeit füreinander hätten, er schlußfolgern müsse, dass mir nichts an ihm liegt. Und außerdem würde ich ihn ja überhaupt nicht brauchen. Bis dahin fand ich ihn übrigens sehr anziehend, konnte mich aber nicht durchringen, arbeitslos zu werden, um genug Zeit für ihn zu haben oder meine Kinder ins Heim zu schicken oder meine politische Arbeit einzustellen, um mal gepflegt eine Nacht durchzuvögeln. Er würde wahrscheinlich auch sagen, wenn ich irgendetwas von ihm gewollt hätte, ich würde mit Liebesentzug arbeiten, aber ich wollte tatsächlich nichts, als manchmal (selten) mit ihm zusammensein. Darum kam ich um diesen Vorwurf drumrum. Er hat mich auch nicht mit mehr erpresst als eben dem Ende der Beziehung, aber mir war dennoch bewußt, dass er sich ungeliebt fühlt und was er erwartet: Ich sollte meinen Alttag mehr auf seine Bedürfnisse ausrichten, konnte es aber nicht. Also mußte ich das Ende in Kauf nehmen.

  20. che2001 November 23, 2010 um 4:42 pm

    @“daß Gesellschaftliches und soziale, auch ökonomische Rollen hinein spielen in das, was man sexuell erleben möchte, ist doch nichtsdestrotrotz etwas, worauf ja nicht nur der Feminismus, sondern auch die Tuntenbewegung völlig zu recht verwiesen haben.“ —– Deswegen sind ja auch revolutionäre Zeiten meist solche, in denen hemmungs- und tabuloser gefickt wird als in politisch regressiven, und es ist auch sicher kein Zufall, dass dieser Moralinfeminismus in Deutschland so richtig loslegte, als Kohl regierte und Aids die ersten heterosexuellen Massenopfer forderte. Die Generation 67-RAF hatte da noch angstfreier gevögelt.

    @“Bei Hetero-Männer entsteht ja viel Homophobie aus der Angst, als schwul zu gelten, und auch jener, mal passiv zu sein“ ——- Mit passiv sein hatte ich eigentlich nie Probleme, ich habe allerdings genau eine Frau kennengelernt, die ausgerechnet damit ein Problem hatte, und die wurde später Domina. Auch die Angst als schwul zu gelten war bei mir oder in meiner Umgebung nie Thema, außer bei einem jungen Mann mit ganz fundamentalen Selbstzweifeln – Sohn eines bekannten Jugendtherapeuten, den sein Vater damit beglückt hatte, ihn aus der Familie hinaus- und in ein von ihm betriebenes Jugendheim hineinzubefördern.

    Btw. und in Israel gelten BDSM-Parties mit SS-Kostümen als der letzte Schrei.

  21. georgi November 23, 2010 um 4:47 pm

    Tut mir leid. Homophobie nicht aufgefunden. Dafür ätzende Polemik gegen Alice‘ Feminismus vorgefunden. Um diesen wäre es aber sowieso nicht schade. Ginge es beim Feminismus tatsächlich um Emanzipation, könnte ich die Aufregung hier verstehen. Einer proletarische Frauenbewegung, die sich um soziale, politische und wirtschaftliche Belange von Frauen kümmerte, könnte ich etwas abgewinnen. Es geht hier aber nur ums richtige Vögeln, ums richtige Genderschreiben, um Schuldzuweisungen, um blödsinnige Diskriminierungsvorwürfe, antiliberale, vernunftfeindliche, rechthaberische und dogmatische Esoterik.

  22. che2001 November 23, 2010 um 4:48 pm

    @“Mit linken Männern hatten ich noch keinen richtigen Sex, die sind mir zu wertvoll, um sie für niedere Belange zu verschleißen. Außerdem nehmen die mich oft überhaupt nicht als Frau zur Kenntnis. Für die bin ich nur ein Diskutant und nicht sexy. Ich vermutete mal, ich könnte mich nackt einem auf den Schoß setzen und der würde dabei immernoch diskutieren, ob er nicht eigentlich auf meinem sitzen müßte, weil ich doch die Feministin bin. Diese erzwungene Asexualität langweilt dann irgendwann einfach und so unter der Woche will man ganz schnöde flirten oder naja….Ich habe gelernt, mich auch in linken Kreisen zu beherrschen und dass eben nur eins geht: Lieben oder Diskutieren. Kombinierbar ist das höchstselten. “ ——- Das eben war alles in der linken Szene, in der ich meine Erwachsenensozialisation erlebte völlig anders, das war eher eine sinnliche Dauerparty mit gegenseitigem Befummeln. Der Downturn kam dann, als das Bekanntwerden von szeneinternen Vergewaltigungen, Schwarzers PorNo-Kampagne und die Kriminalisieruingen radikaler Feministinnen zeitlich sehr nahe zusammenfielen.

  23. momorulez November 23, 2010 um 4:55 pm

    @isi:

    „Liebesentzug durch Männer funktioniert da vielmehr über Abwertung und die Feststellung einer Tatsache, dass das vom Mann anders gewollt wird und eine Zuwiderhandlung negative Konsequenzen hat, muß die Frau dann allein erkennen.“

    Das kann gut sein. Das ist komischerweise was, womit ich besser klar komme. Manchmal scheint es mir, als hätten Frauen manipulative Manöver und emotionale Erpressung z.B. durch Schuldzuweisungen lernen müssen, während Männer sich dirket durchsetzen dürfen. Das kann aber auch eine schiefe, biographische Prägung meinerseits sein, diese Wahrnehmung, keine Ahnung.

    @Che:

    Ich meinte jetzt auch weniger konkret Dich 😉 – mir sind aber schon erstaunliche Reaktionen begegnet bei Männern, die sich ihrer Sache sooo sicher nicht waren, wenn man denen Avancen machte. Und während mir – kann auch wieder eine Fehlwahrnehmung sein – die Grenzen hetero/lesbisch bei Frauen fließender zu sein scheinen, sind die Jungs dann entscheidungsfreudiger – eben dagegen. Dieses ewige „Schwul mich bloß nicht an!“, was ganz alltäglich überall zu hören ist, ist ja auch mehrfach konnotiert. Zudem ich natürlich auch Angst hatte, schwul zu sein, klar. Ich war’s dann aber halt.

    Und ich glaube, das waren eher die Männer, die nach Pille und ’68 angstfreier vögelten. Wenn ich mit recht entsinne, habe ja nun gerade Weiberrat und die Schwarzer-Generation genau gegen diese Sicht der Dinge opponiert. U.a., weil sie es ja waren, die die Pille nehmen mussten oder aber schwanger wurden.

  24. Isi November 23, 2010 um 4:59 pm

    @ georgi

    Vielleicht werden wir ja doch noch Freunde.

    🙂

    Für eine emanzipatorische Politik bräuchte es erstmal eine Analyse der Zustände, die nicht nur auf die Schuld der Männer am Patriarchat abstellt, sondern auch die unterwürfige Rolle der Frauen als soziales Phänomen thematisiert! Gerade was die männliche Angst vor dem Passiven (umgesetzt als Angst vor Weiblichkeit oder auch Homophobie) angeht, so fehlt mir im bürgerlichen Feminismus die selbstkritische Auseiandersetzung mit Passivität über die Anerkenntnis einer Opferrolle hinaus: Passivität hat ja durchaus Vorteile und ist Hilflosigkeit ist ein durchaus repressives Machtmittel. Der schwarzersche Feminismus arbeitet sich ja nur an Regelmäßigkeiten ab und will die Frauen aus der Opferrolle befreien, aber nicht die Verhältnisse überwinden, die dazu führten, dass irgendjemand zum Opfer werden mußte.

  25. momorulez November 23, 2010 um 5:02 pm

    @Georgi:

    Das trieft nur so vor Homophobie gegen Lesben. Das schaffe ich erst heute abend, das noch mal rauszudröseln. Hat Antje Schrupp ja auch so gelesen.

    „Es geht hier aber nur ums richtige Vögeln, ums richtige Genderschreiben, um Schuldzuweisungen, um blödsinnige Diskriminierungsvorwürfe, antiliberale, vernunftfeindliche, rechthaberische und dogmatische Esoterik.“

    Eben. Lesben sind nur machtgeile Effekte feministischer Verirrung, die dem Penis-Vagina-Modell ideologisch fehlgeleitet abschwören, obwohl die Menschheit dann doch ausstirbt … alles Ersatzhandlung ungefickter Weiber. Mal überpointiert, und ich lasse mich da von jeder Lesbe in dieser Lesart eines besseren belehren …

    „Einer proletarische Frauenbewegung, die sich um soziale, politische und wirtschaftliche Belange von Frauen kümmerte, könnte ich etwas abgewinnen.“

    Ja, ich auch – aber man kann das eine nicht völlig vom anderen lösen. Und Paradigma des Schwarzer-Feminismus, man korrigiere mich, war ja ursprünglich auch, so etwas wie eine ökonomische Eigenständigkeit von Frauen zu ermöglichen zu Zeiten, da diese von ihren Gatten in Fragen wirtschaftlicher Abhängigkeit wie bessere Protituierte gehalten wurden, so lange sie noch knackig waren. Finde das immer nicht so wahnsinnig sinnvoll, nun beides partout trennen zu wollen.

  26. Isi November 23, 2010 um 5:09 pm

    @ Che2001

    „… sinnliche Dauerparty …“ – dafür bin ich echt zu spießig. (Außerdem werde ich ja immer gleich schwanger und bin sowieso ein bisschen schüchtern, vorallem war ich es in meiner Jugend. Nach Unterhaltungen mit linken jungen Männern und linken jungen Frauen, muß ich aber feststellen, dass die Erwartungen doch andere sind: Die Frauen suchen immernoch Liebe, die Männer suchen einfach Sex. Frauen sind zwar eher zum Sex bereit, aber Männer viel seltener zur Beziehungsverantwortung und gerade die jungen Frauen sind doch oft sehr romantisch. Sex ist da eher mit der Hoffnung auf mehr verbunden, als den Männer bewußt ist und auch gewünscht wird. Ich muß sagen, dass es nach Erzeählungen wohl vorallem den Männern leichter fällt, nur Sex zu haben.)

  27. Isi November 23, 2010 um 5:13 pm

    Und ja, Homophobie sehe ich in dem FAZ-Artikel auch! Ohne jeden Zweifel. Meine Begeisterung für georgis Statement resultiert aus seinem Ruf nach einer proletarischen Emanzipationsbewegung, den ich so mittragen kann. Dass er keine Homophobie erkennen kann, habe ich – um mich doch noch auf einen kleinsten gemeinsamen Nenner einigen zu können – unbeachtet gelassen.

  28. Isi November 23, 2010 um 5:19 pm

    Und Paradigma des Schwarzer-Feminismus, man korrigiere mich, war ja ursprünglich auch, so etwas wie eine ökonomische Eigenständigkeit von Frauen zu ermöglichen zu Zeiten, da diese von ihren Gatten in Fragen wirtschaftlicher Abhängigkeit wie bessere Protituierte gehalten wurden, so lange sie noch knackig waren. Finde das immer nicht so wahnsinnig sinnvoll, nun beides partout trennen zu wollen.

    Doch, ich fürchte das muß man trennen, denn zum einen war die materielle Anhängigkeit vom Mann a) ein Phänomen des aufsteigenden Bürgertums in Wirtschafstwunderzeiten und b) ein exklusives BRD-phänomen. Proletarierinnen kämpfen aber nicht (und haben nie) um ihre materielle Unabhängigkeit vom Mann (gekämpft), sondern um ihre Emanzipation aus (be)herrschenden Verhältnissen. Dass Frauen sich von ihren Männern ernähren lassen, ist nun wirklich deren Problem und kein soziales oder politisches.

  29. momorulez November 23, 2010 um 5:41 pm

    „Dass Frauen sich von ihren Männern ernähren lassen, ist nun wirklich deren Problem und kein soziales oder politisches.“

    Nein, das ist historisch Länder wie Frankreich oder die alte BRD betreffend schlicht falsch. Und noch in den 60ern war z.B. eine Scheidung der soziale und finanzielle Selbstmord für eine Frau; in Frankreich durften sie bis Ende der 60er noch nicht einmal ein eigenes Konto haben. Ich bin noch mit intensiven „Frau am Steuer“-Diskussionen aufgewachsen. Und das war der Rahmen, in dem dann bei ausgeschaltetem Licht und zugezogenen Gardinen Sex statt fand. Meine Mutter ist mit panischen Ängsten vor cholerischen Männern aufgewachsen, weil mein Opa wutschnaubend die „ehelichen Rechte“ einforderte und meine Oma sich zum Schutze die beiden Töchter ins Bett holte. Das ist die Welt, in der eine Alice Schwarzer aufgewachsen ist.

  30. Isi November 23, 2010 um 6:34 pm

    Das galt alles nur für Ehefrauen und keine mußte heiraten! In solchen Verhältnissen zu heiraten ist selbstzerstörerisch. Eine Scheidung ist dabei für heute auch noch der Ruin, wenn sie sich zuvor in die materielle Abhängigkeit begeben. Keine Frau muß das. Aber scharenweisen, in ganze Herden, sind die Frauen im Westen in die Ohnmacht als Hausfrau geflohen und wollen sich draus befreien, wie ein Reh aus der Bärenfalle, weil es an den Honig wollte. Auch die „ehelichen Rechte“ fürchteten nur Frauen, die verheiratet waren. Das alles zu erkennen, dafür braucht es keine Frauenbewegung, sondern Bildung. Und sich daraus zu befreien, braucht es auch keine Frauenbewegung, sondern Mut. Ich muß den Mut haben, mich als Schlampe beschimpfen zu lassen, weil ich ledig bleiben will – weil mir das Risiko zu groß ist, zu heiraten. Die Ehe ist ein Frauengefägnis, sich Gardinen mit Goldkante vor die vergitterten Fenster zuhängen, macht es nicht besser! Auch 1960 wurden keine ledigen Mütter verbrannt und niemand wurde zwangssterilisiert, es war nur hart – aber das Leben ist hart.

  31. che2001 November 23, 2010 um 6:39 pm

    @“Und ich glaube, das waren eher die Männer, die nach Pille und ’68 angstfreier vögelten. Wenn ich mit recht entsinne, habe ja nun gerade Weiberrat und die Schwarzer-Generation genau gegen diese Sicht der Dinge opponiert. U.a., weil sie es ja waren, die die Pille nehmen mussten oder aber schwanger wurden.“ —– Zwischen Sybilla Flügge und dem Weiberrat und Schwarzer wie sie ab Mitte der5 70er auftrat lieht aber schon wieder eine Welt dazwischen. Ja klar profitierten die linken Männer von der sog. „sexuellen Befreiung“ mehr als die Frauen. Nicht umsonst gab es ja die „Genossen auf der Straße, Faschisten im Bett“-Kritik. Umgekehrt kenne ich aber auch von Frauen die dabei waren hedonistische Wahrnehmungen der Sexy Sixties (und Seventies), wie etwa aus den Eerzählungen meiner Schwestern oder den Schriften von Rosanna Rosandas oder Ulrike Heider. Der „politisch korrekte Sex“ der späten 80er/frühen 90er war sicher weder bei Frauen noch bei Männern angstfrei.

    @Isi „… sinnliche Dauerparty …“ – dafür bin ich echt zu spießig. (Außerdem werde ich ja immer gleich schwanger und bin sowieso ein bisschen schüchtern, vorallem war ich es in meiner Jugend. Nach Unterhaltungen mit linken jungen Männern und linken jungen Frauen, muß ich aber feststellen, dass die Erwartungen doch andere sind: Die Frauen suchen immernoch Liebe, die Männer suchen einfach Sex. Frauen sind zwar eher zum Sex bereit, aber Männer viel seltener zur Beziehungsverantwortung und gerade die jungen Frauen sind doch oft sehr romantisch.“ ———- Das mit dem immer gleich schwanger lässt sich ja steuern, ich habe in meinem ganzen Leben zweimal Sex ohne Gummi gehabt und könnte mir ungeschützte Geschlechtsverkehr gar nicht mehr vorstellen. Meine eigenen Erfahrungen sind natürlich Binnenerfahrungen einer bestimmten Szene, aber in meiner früheren Umgebung gab es eine Menge Frauen (wie auch Männer), die Sex quasi als Sport oder Zeitvertreib betrieben. Es war auch üblich, in One-Night-Stand-Absicht auf Parties zu gehen (bzw. das war der eigentliche Zweck einer Party), und in meiner Politgruppe war nach jeder unserer halbjährlichen Parties das Beziehungskarrussell um eine Position weiterrotiert.

  32. momorulez November 23, 2010 um 6:50 pm

    @Isi:

    Ich glaube, das ist außerordentlich naiv hinsichtlich der ökonomischen und sozialen Zwänge in den 50er und 60er Jahren, ziemlich anmaßend und arrogant den damaligen Frauen gegenüber und ein ziemlich krudes Bild von Heldentum und Härte zeichnend. Zudem ist es ein Scherz, mit solch einer Haltung dann auch noch das Proletarische zu beschwören. Das ist die internalisierte Variante neoliberaler Selbstechniken, die Du da predigst, und zudem bar jeder Emphatie. Es gab massenhafte Selbstmorde, wenn ein uneheliches Kind erwartet wurde.

  33. Isi November 23, 2010 um 6:58 pm

    Ich habe ehrlich gesagt, wenig bis kein Verständnis für Frauen, die heiraten und aufhören zu arbeiten, weil ihr Mann es ihnen anbietet, sie zu ernähren. Ihr verbieten konnte es ein Mann nur, wenn sie miteinander verheiratet waren, aber darüber hinaus folgten auch viele viele andere Frauen der Verlockung einer Hausfrauenehe und sahen ohne jede Not recht hurtig ein, sich doch lieber um die Kinder zu kümmern, als dem Mann auf dem Arbeitsmarkt Konkurrenz zu machen. Die wollten alle „gute“ Frauen sein und waren sehr drauf bedacht, sich bei Männern nicht unbeliebt zu machen und sind der Propaganda recht unkritisch hinterher gelaufen, ohne auch nur eine Minute an die Konsequenzen zu denken, die eine Frauenbewegung jetzt mittragen soll. Na schönen Dank!

    Nur im Westen muß da etwas aufgeholt werden und ich habe irgendwie keine Lust, darauf zu warten, bis die verwöhnten Hausfrauen wieder auf ´nem normalen Stand angekommen sind, wo es dann um Emanzipation geht: Dass Frauen von Männern materiell unabhängig sind, ist heute einfach Bedingung. Eine Frauenbewegung kann nicht hede maus an die Hand nehmen und ihr vermitteln, dass sie doch tatsächlich gegen Geld arbeiten müssen. Das gehört zum Erwachsenenleben einfach dazu (und natürlich auch zum Leben einer Frau).

  34. momorulez November 23, 2010 um 7:03 pm

    @che:

    Ich habe wahrscheinlich das Privileg des „politisch unkorrekten Sex a priori“ gehabt 😉 … damals. Zudem ich allerdings direkt hinein in die AIDS-Debatte mein Coming out hatte, und angstfrei war da so gar nix für mich. Gehörte nicht mehr zu denen, die mit bekamen, wie große Teile ihres Freundeskreises grausam krepierten, aber natürlich gab es auch in meinem Fälle, u.a. eine ganz gute Freundin. Das saß schon, wie die mit knapp 30 verfiel.

    Zudem ja, ergänzend, der Schwarzer-Feminismus, gekoppelt an die familiär bedingten Ängste unserer heimischen Matriachin, nun auch wirklich alles andere als ein positives Bild aktiven, männlichen Begehrens zeichnete. Individualbiographisch hasse ich die Alte wie die Pest, als die mir mal in Köln über den Weg lief, bekam ich einen derart heftigen Aggressionsschub, dass ich mich richtig über mich erschrocken habe – innerlich, gemacht hab ich nix 😉

    Gerade dieses demütigen wollende, Höhnische allem Männlichen gegenüber war im Umfeld meiner Mutter und Schwester sehr verbreitet.

    Was mich aber alles nicht davon abbringt, das in seiner politischen Dimension immer noch wichtig zu finden.

  35. momorulez November 23, 2010 um 7:06 pm

    @Isi:

    Du kannst die Jetzt-Welt aber nicht mal eben so in die Adenauer-Ära zurück projizieren, das war in der Hinsicht wirklich hammerhart und multipel gewaltbewehrt, und Dich entsolidarisieren, nur weil Du eine bestimmte Lebensform und -haltung mal eben so absolut setzt.

  36. Isi November 23, 2010 um 7:10 pm

    @ Che2001

    Das war ´n Scherz. Ich bin aber auch in Beziehungsfragen recht spießig und der praktische Ausdruck meines sexuellen Begehren findet nur in Beziehungen statt. Allerdings hätte ich auch nichts gegen ´ne Beziehung mit ´nem Linken, zumindest versuchsweise und stelle mir das ganz wohltuend vor. Nur stellt sich diese Frage eben für mich nicht. Linke Männer haben noch weniger Interesse an mir als Nichtlinke (was aber auch kein Wunder ist, bei der Auswahl an Sexpartner und Sexpartnerinnen).

  37. Isi November 23, 2010 um 7:29 pm

    Lieber momo,

    ich entsolidarisiere mich nicht, ich will mich nur nicht zwangssolidarisieren (lassen), denn mich – und viele andere Ostfrauen – gehen diese Probleme der westdeutschen Frauenbewegung einfach nichts an. Sie gehen dazu auch an der Lebenswirklichkeit von Ostfrauen vorbei. Von mir also zu verlangen, mich auf das westdeutsche Niveau zurückzubewegen, ist ebenfalls hart und dagegen muß ich mich wehren. Mein Zugang ist also ein ganz anderes, zu vielen Themen und meine Lösungen sind andere, viel pragmatischer. Wie es mal in der taz zum Titel „ungleiche Schwestern“ so treffend hieß:

    Die Lebensrealitäten von Ost- und Westfrauen fallen komplett auseinander: Ostfeministinnen haben fast immer Kinder, sind verheiratet und „stehen ihren Mann“ im Beruf. Westfeministinnen sind häufig lesbisch, kinderlos und studieren lange. Ostfrauen setzen auf Gleichberechtigung und wollen „mit den Männern“ etwas bewegen, Westfrauen grenzen Männer strikt aus. „Unsere Hauptempörung galt dem Mann sowohl als sozialem Geschlecht als auch als Individuum“, sagt Ulrike Helwerth, heute 54. Westfrauen kämpfen gleichermaßen gegen den Staat und die Herrenwelt. Ostfrauen haben nur einen Gegner, den Staat. „Diese Versöhnlichkeit mit den Männern war uns total fremd“, sagt Ulrike Helwerth.

    Das ist auch immer mein winziges Problem mit Antje: Sie erwartet, das am besten alle Männer (vorallem Linke) Feministen werden. Mir reicht es, wenn sie nur keine Frauenhasser oder Antifeministen sind (und die Termine familienfreundlicher gestalten oder nicht rauchen oder ähnliches.) Als Mutter ist meine Lebensrealität eine andere und ich kann mich über Dinge freuen, die ganz praktisch sind, und die Theorie in den Hintergrund schieben.

  38. Nörgler November 23, 2010 um 8:16 pm

    „Schwarzer ist keine Anarchistin. Eine Gefahr für das Prinzip Herrschaft bedeutet sie nicht.“
    Wohingegen das isquierdasche Gebärprinzip dem Kapitalismus aber sowas von in Fresse semmelt.
    Erklär uns doch nochmal den tiefen gesellschaftskritisch-anarchistischen Radikalgehalt des Begriffs der „generativen Verantwortung“. Das haben wir nämlich noch nicht so ganz verstanden.

  39. momorulez November 23, 2010 um 8:19 pm

    @Isi:

    Na, dann dürfte Dir ja der FAZ-Artikel durchaus zusagen. Ich bekenne ja auch gerne, dass ich mit diesem ressentimentgesättigten Ost-Konservatismus meinerseits so meine meine Probleme habe.

    Zudem ich nun auch kein Plädoyer für eine unmittelbare Adaption von Perspektiven auf die Welt, die auf Verhältnisse der Ex-BRD der 50er bis 60er Jahre reagierte, vor Augen hätte. Obgleich ich mir sicher bin, dass Frau Schröder das gerne wieder so hätte.

  40. georgi November 23, 2010 um 8:23 pm

    @Isi

    Das galt alles nur für Ehefrauen und keine mußte heiraten! In solchen Verhältnissen zu heiraten ist selbstzerstörerisch.

    Du weißt sicherlich, daß man einem Vermieter den Trauschein vorweisen mußte, wollte man zusammenziehen. Alles andere wäre „wilde Ehe“ gewesen, und höchst anstößig. Der einzige anständige Ausweg wäre zur damaligen Zeit gewesen, als alte Jungfer ihre Tage zu beschließen.

    Ich habe ehrlich gesagt, wenig bis kein Verständnis für Frauen, die heiraten und aufhören zu arbeiten, weil ihr Mann es ihnen anbietet, sie zu ernähren. Ihr verbieten konnte es ein Mann nur, wenn sie miteinander verheiratet waren, aber darüber hinaus folgten auch viele viele andere Frauen der Verlockung einer Hausfrauenehe und sahen ohne jede Not recht hurtig ein, sich doch lieber um die Kinder zu kümmern, als dem Mann auf dem Arbeitsmarkt Konkurrenz zu machen. Die wollten alle „gute“ Frauen sein und waren sehr drauf bedacht, sich bei Männern nicht unbeliebt zu machen und sind der Propaganda recht unkritisch hinterher gelaufen, ohne auch nur eine Minute an die Konsequenzen zu denken, die eine Frauenbewegung jetzt mittragen soll. Na schönen Dank!

    Früher trug der Ehemann sein Herz in der Hose, wenn er es nötig hatte, die Frau zum Arbeiten zu schicken. Im Normalfall verdiente der Mann damals soviel, daß er nicht nur sich selbst, sondern auch Frau und zwei, drei Kinder gut versorgen kann. Heutzutage reicht das Gehalt im Billiglohnparadies Deutschland für immer mehr nicht einmal für sich selbst. Da muß die Frau mitverdienen. Bei den vielen Alleinerziehenden versteht sich das von selbst. Dummerweise ist in Deutschland die Kinderbetreuungsinfrastruktur nicht besonders gut ausgebaut. Da kommt die Frau mit ihrer Karriere nicht weit, weil sie nachwievor die alleinige Verantwortung für die Kinder trägt. So langt es für viele überhaupt nur zur „HartzIV-Parasitin“, die sich Stütze „erkindert“. Das ist nicht schön. Und selbst so kinderliebe Ministerinnen wie Uschi wollen oder können das nicht ändern. Deswegen strebt die kluge Frau eine Ehe mit einem gutsituierten Herren an. Da kann sie sich Kinder leisten, zu Hause bleiben, und wird vom Staat auch noch großzügig dabei unterstützt. Es gibt also nicht nur das mentale sondern auch das wirtschaftliche Problem.

    Du siehst, Isi, Du verlangst von Frauen in Deutschland einfach zu viel. Mal abgesehen davon, ist Deine Forderung eine überhebliche Schuldzuweisung an die Frauen, die sie nicht verdient haben. Feministen neigen ja gern zu überheblichen Schuldzuweisungen.

    Homophobie: Die sehe ich nach wie vor nicht. Bei diesem Artikel kommen doch keine Homosexuellen vor. Da kann es doch auch keine Homophobie geben. Wenn hier von Lesbianismus die Rede ist, dann meinen die doch eine Art feministisches Zölibat. Kein Mensch beklagt sich doch über einen Ehelosen-Haß, wenn das Zölibat in der katholischen Kirche kritisiert wird.

  41. momorulez November 23, 2010 um 8:54 pm

    @Georgi:

    Willkommen übrigens 😉 …

    Das geht doch gleich am Anfang des Artikels los – erst wird den „Lesben im Fichtelgebirge“ die Herberge verwehrt, dann Frau Schwarzer eine Partnerin zugewidmet, keine Ahnung, ob das stimmt, und in dem Fall ist wohl davon auszugehen, dass die beiden auch was miteinander anzufangen wissen, und dann z.B. der hier:

    „Vierzig Jahre nach dem Beginn der Frauenbewegung feuert Schwarzer immer noch Schüsse auf Wirtinnen und andere Widersacherinnen.“

    Was im Kontext des Artikels ein ungebührlich aggressiver Akt ist, sich gegen die auf Lesben zielende Homophobie zur Wehr zu setzen. Usw. Zudem ja nun nicht etwa nur das Zölibatäre als dem Fortbestand der Gattung abträglich gekennzeichnet wird, sondern lesbische Praktiken überhaupt. Und Du ja vermutlich nicht die Position vertrittst, dass da, wo kein Schwanz im Spiel ist, von Sex auch keine Rede sein kann, zieht sich da schon ein homophober Subtext durch den Artikel mit dem Tenor, dass männerhassende Lesben sich an die Spitze der feministischen Bewegung gesetzt hätten, um brave, heterosexuelle Frauen vom Manne fort zu verführen. Isi hat das Motiv ja gerade, wohl ohne es zu merken, reproduziert. Das ist doch der vermeintlich „wunde Punkt“ und in dem „Die Heteras wollen zu ihren Schwänzen“ enthalten – so was zitiert der Homophobe ja gern, um die tief sitzende Diskriminierung der Mehrheit durch Minderheiten zu illustrieren, die allorten ständig beschworen wird. Das ist das Äquivalent zur „Deutschenfeindlichkeit“.

    Das ist eine Ansammlung homophober Klassiker, weil da auch immer noch dieses Motiv mit schwingt, Lesben seien lesbisch, weil sie was gegen Männer, nicht etwa für Frauen hätten. Was besonders perfide ist, dieses „Die müssten nur mal richtig gefickt werden wie jede normale Frau.“

    Nee, das ist zu tricky, was Du da versuchst.

  42. Isi November 23, 2010 um 8:55 pm

    Alles klar. Die Herren sind sich wieder einig: Keine Frauenpolitik für die Knaben heute nacht!

    🙂

  43. ziggev November 23, 2010 um 9:09 pm

    Waren nun die 68 wirklich so am Vögeln (wer wills beurteilen?, bzw., ´s war ja ´n Lieblingsthema i.d. Mainstreammedien, dass die eher verklemmt waren.) Aber:

    @ (dogmatische) Esoterik. Eine Bekannte von mir, ca. Jahrg. ´60, neulich noch: Der Mann m u s s im Normalfall die Frau erst ohne Penetration befriedigen, sonst geht die spirituelle Dimension verlohren bzw. kann sich gar nicht erst eröffnen, weil dann die durch Jahrhunderte hindurch in der Frau sich aufgespeicherte (hier die Jetzt-Anführungszeichen-Geste dazudenken) „dunkle Energie“ sich nur noch um die Komplexe usw. des Mannes, der all seinen Müll bei ihr abläd und diese (Geste, s.o.), „dunkle Energie“ auf sie überträgt, anreichert … Darauf folgte die rhetorische Frage: Willst du da mitmachen, diese Energie zu unterstützen und verstärken, die per Unterdrückung für Kriege usw. verantwortlich ist?

    Aber jetzt kommt´s: Diese Erfahrung – also das Gegenteil jener negativen Alchimie – des Göttlichen, die relativ leicht zu erreichen sei, ist für alle möglich, auch für Homosexuelle! Wer also schwul ist, möge sich in eine heterosexuelle Liasion begeben zum Zwecke der spirituellen Erleuchtung, auf welchen Pfad sie sich begeben habe, als junge Frau, mit einigen hundert Liebhabern in der Folge, während sie nur mit etwas mehr als einer handvoll ihn habe einige Jahre lang habe beschreiten können.

    Lustigerweise (?) werden hier, so, wie ich als Hetero mir gern vorstelle, dass Lesben eigentlich es gar nicht sind (um sie mir als „frigide“ vorzustellen), homosexuelle Männer
    – von einer Frau – als Abtrünnige angesehen, Typen, die ihr entgehen. Obwohl – oder gerade weil ! – gerade diese eher sensiblen Männer, diejenigen, die nicht nur den schnellen Fick wollen, es sind, die sie jenen Sphären näher bringen.

    Deshalb, vermute ich, dieser Schwulen-Heilungs-Maesianismus dieser Freundin, die in den 70ern 80ern immer auf Typen stand, die nach südamerikanischer Vorstellung als schwul, also dem machistischem Ideal nicht genügend, angesehen wurden, und die sie reihenweise verführte … auch viele „Schwule“, nach dem damals geltendem Kodex.

    Trotzdem beharrt sie auf jener heterosexuellen Alchimie, was für Schwule einfach sehr verletzen sein muss … (während sie zugleich die Mordopfer in Südamerika beklagt – da wurden also in den 90ern Schwule ermordet, wie auch – offenbar als solcher – ihr Bruder).

    Ich weiß, dass sie noch nie in eine Frau verliebt war, anders als ich, der ich mich durchaus einmal in einen Kerl verliebte, aber sexuell, naja, das geht schon seit Jahren so, das wird wohl nichts mehr … Sonst wäre sie vermutlich nicht so rigide.

    Aber ich finde es gut, dass hier so offen gesprochen wird. Das ist sicherlich – ich bin mir ziemlich sicher – auch ein Verdienst der Schwulenszene/Lesbianszene.

    Mein persönliches Fazit: anarchistisches Rumgeficke -´68 hat´s einfach noch nicht gebracht, Göttingen 1990 ff, ich habe trotz allem Zweifel -, wir stehen noch ganz am Anfang, das wird uns vielleicht weitergbrigen.

  44. georgi November 23, 2010 um 9:52 pm

    Na, dann dürfte Dir ja der FAZ-Artikel durchaus zusagen. Ich bekenne ja auch gerne, dass ich mit diesem ressentimentgesättigten Ost-Konservatismus meinerseits so meine meine Probleme habe.

    Ich bin auch so ein Zoni wie Isi. Mir ist der FAZ-Artikel ziemlich gleichgültig. Der ist ziemlich gehässig zu Alice. Die mag ich wie gesagt sowieso nicht. Es ist nämlich aber so, daß Zonis bemerken, daß die Besserwessis sich Bretter vor den Kopf genagelt haben. Im Westen kann man nicht das Wort „Kinderkrippe“ zu Ende sprechen, ohne, daß da irgendjemand gleich anfängt zu schreien: „Die wollen uns die Kinder wegnehmen und abrichten! Kollektivismus! Totalitarismus! Die wollen die DDR wiedererrichten!“ und dergl. mehr. Das betrifft auch viele andere gesellschaftliche Bereiche wie etwa das Bildungssystem. Die Besserwessis halten eben jede vernünftige Lösung für Sozialismus, Gleichmacherei. Geht also nicht. So wird es eben mit der Gleichberechtigung im Westen nichts. Damit die Besserwessis aber nicht gleich bemerken, daß sie verarscht werden, gibt es Alice und den Feminismus. Feminismus kennen Ossis nicht. Aber Besserwessis bilden sich furchtbar etwas darauf ein, auf ihre Gleichberechtigung und so, weil es Alice und den Feminismus gibt. Alice erzählt den Besserwessis, daß im Islam die Frauen mit Kopftüchern unterdrückt werden, und daß in allen Ländern, die der Westen nicht mag, Frauen unterdrückt werden, und ähnlichen Schmarrn. Die Besserwessi-Frauen fühlen sich dann gleich viel besser, wenn sie wissen, anderen ergeht es noch dreckiger als ihnen. Feministen fühlen sich unglaublich gut dabei, in überheblicher Weise andere zu bevormunden, Männer, kopftuchtragende Frauen oder Zonen-Gabis etwa. Damit erlangt man so eine Illusion von Macht. Ohne Feminismus wäre das Leben sonst traurig. Und da Religion im Westen hohe Wertschätzung genießt, kann man Besserwessis, ohne Widerstand befürchten zu müssen, mit Queer- und Gender-Zeug und esoterischer Philosophie abfüllen. Damit kann man so schön und viel unverständlich labern. Das verschafft Feministen die Illusion von Gescheitheit. Ich finde echte Macht, echte Gescheitheit, echte Gleichberechtigung und natürliche echte Familien, also nicht ideologisch begründete lesbischen Beziehungen, einfach besser. Deswegen bin ich kein Feminist wie diese Besserwessi-Frauen.

  45. momorulez November 23, 2010 um 10:06 pm

    @Ziggev:

    Diese Reaktion von Frauen, die ernsthafte Probleme damit haben, dass sie die eben auch zumindest potenziell mit Machtansprüchen versehene Sexualisierung von Interaktion nicht vollziehen können, wenn sie mit Schwulen zu tun haben, und das dann als Zurückweisung erlebrn, die sie aggressiv macht, die gibt’s häufiger, aber zumindest in unseren Szenen nicht soooo häufig. Und die ganze polare Eso-Welt birgt ja allerhand seltsame Deutungen hinsichtlich der Geschlechterverhältnisse 😉 …

  46. Isi November 23, 2010 um 10:16 pm

    @ ziggev

    Leider wird eben nicht offen geredet, sondern Fortpflanzung verhohnepiepelt. Progressiv ist nur, was keine Kinder macht. Und das nervt. Kinder sind nicht die Pest und Kinderlosigkeit kein Fortschritt.

  47. momorulez November 23, 2010 um 10:23 pm

    @Georgi:

    Das kann ja alles sein, nur dass es zum einen – mal ab von Isis Aussagen über die „männerfeindlichen Lesben-Feministinnen“ – mit der bisherigen Diskussion wenig zu tun hat, zum zweiten die Kritik dieser albernen „Kollektivismus“-Vorwürfe gegen „Kindertagesstätten“ und ein vernünftiges Bildungssystem hier offene Scheunentore einrennt, und das zudem nun Besserossitum hinsichtlich der Lebensverhältnisse von Frauen im Westen in historischer Perspektive nun auch nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann.

    Schon gar nicht diese in der Tat wenig gescheiten Affekte gegen „Queer- und Genderzeug“ und das Proklamieren „natürlicher, echter Familien“ im Gegensatz zu „ideologisch begründeten, lesbischen Beziehungen“, die im Adenauer-Deutschland auf lauten Beifall gestoßen wäre. Wer „das Echte“ beschwört, braucht ja keine andere Religion. Das meine ich ja mit Ossi-Konservatismus: Dass ständig ernst zu nehmende, linke Politikansätze in einer lebensweltlich konservativen Sauce verrecken, die, indem sie „Queer- und Genderzeug“ im Namen des „Echten“ bekämpfen, was ja meistens den eigenen Schwanz als einzig gültiges Realitätsprinzip meint, dann auch wenig Gründe haben, auch nur ein sinnvolles Argument gegen Schwarzers Muslima-Feindlichkeit anzuführen.

  48. momorulez November 23, 2010 um 10:28 pm

    @Isi:

    Na, der fehlte jetzt noch. Ich würde Dich bitten, mir jetzt noch mitzuteilen, dass ich aufgrund meiner „Weigerung“, mich fortzupflanzen, defizitär und volkswirtschaftlich unsinnig bin und schwuler Sex irgendwie „tot“ ist.

    Ich habe einen großen Respekt dafür, Kinder in der aktuellen Welt durchzubringen, finde die prima und verstehe auch, worauf Du reagierst. Nur dass die Conclusio äußerst repressiv hinsichtlich anderer Lebensentwürfe ist.

  49. Isi November 23, 2010 um 10:36 pm

    Ach komme, momo, es geht nicht mal im Ansatz um deinen Lebenslauf, sondern um die Verdammung anderer Werte als eben dieser Weigerung, sich fortzupflanzen. Kinder zu wollen und zu haben, ist wder konservativ, noch ist man darum zur Scham verpflichtet. Man darf das auch toll finden und vernünftig und – gänzlich schambefreit – dazu auffordern, ohne dass sie irgendwer und warum auch immer, persönlich auf den Schlips getreten fühlt. Fortpflanzung kann auch Spaß machen und sie zu verweigern oder sich anderweitig zu enthalten ist nicht grundsätzlich politisch und auch nicht Beleg für eine besonders progressive Geisteshaltung.

    Und genau, mit Fortpflanzungsbegrüßern und Fortpflanzungskativen wird hier repressiv umgegangen und das klage ich an. An Homosexualität und einem Zeugungs- und Gebärstreik ist nichts progressiv. Genau so wenig wie jemand konservativ ist, nur weil er oder sie Kinder will oder hat. Solchen Mumpitz mag ich nicht lesen. Das ist dumm, einfach nur dumm.

  50. che2001 November 23, 2010 um 10:42 pm

    Das „Echte“, oh Graus. In den alten Authentizitätsdebatten, die etwa Punk als authentisch proletarisch oder HipHop als originäre Black Underground – Bewegung („straight outa Compton“) beschworen hatte so etwas zumindest noch ein falsch verstandenes politisch-soziales Subjekt. Das aber dann so zu drehen, dass Lesben, Schwulen, Transgenders oder nichtfunktionalisierbar sein wollenden Sex- und Alltagskulturbedürfnissen de facto das Existenzrecht abgesprochen wird, das endet dann wirklich im Stalinismus. Oder in einem Anarchismusverständnis, das problemlos anj den volkstümlichen Antisemitismus der russischen Narodniki andocken kann. Na schönen Dank auch.

  51. momorulez November 23, 2010 um 10:52 pm

    @Isi:

    Na ja, wenn Kinderlosigkeit kein Fortschritt ist, Kinder haben aber schon, dann hat das schon was mit meiner Lebensform zu tun, Frau Besserossi, die West-Feministinnen zusammem mit dem Propheten des „Echten“, Gregori, vorschreiben möchte, sie mögen diesen Lesbenquatsch mal lieber bleiben lassen und sich ordentlich phallisch durchficken lassen, weil alles andere „unecht“ ist und Gender-und Queer-Quatsch. Sagt er, nicht Du.

    Natürlich ist nicht a priori konservativ, Kinder haben zu wollen oder Spass beim Sex zu haben, und das sei Dir und allen, die das wollen, auch von ganzem Herzen gegönnt. Und den Kindern erst recht.

    Aber der ganze Schmodder, bei Dir ja nur teilweise, der da mit läuft bei euch hier anwesenden Besserossis, wo ihr euch gerade selbst so positioniert, der schrammt haarscharf an reaktionär vorbei. Ihr hättet Marx und Engels vielleicht einfach mal lesen sollen, ihr hattet das doch in der Schule.

  52. momorulez November 23, 2010 um 11:02 pm

    @Che:

    Das ist der Jargon der Eigentlichkeit. Und Fortpflanzung als progressiv zu deuteln, Homosexualität das jedoch abzusprechen, zeigt ja, wo’s hingeht, genau das hat Frau Schröder ja proklamiert und ist die zentrale homophobe Figur, seitdem Schwule und Lesben es wagten, sich zu zeigen. Erich Kästner, „Ragout Fin du Siécle“.

    Merkwürdig, dass das von Isi kommt, die zwischendrin ja auch so viel Erfrischendes schreibt. Da mag das eine tatsächliche Verteidigungshaltung sein.

    Das ist übrigens bemerkenswert, wie jede Diskussion hier die selbe Eskalationsdynamik hat. Gregori erzählt uns Kinderlosen als nächstes, er würde unseren queeren Lifestyle finanzieren.

  53. Isi November 23, 2010 um 11:12 pm

    Wer hat denn gesagt, dass Kinderhaben ein Fortschritt ist, hm?

    Ich kenne ´ne Lesbe, die wollte so gern ein Kind. Und einen Schwulen, der wäre so gern Vater. Erzähl denen mal was von konservativem Besserossitum.

    Im Übrigen haben wir – also ich – Marx und Engels gelesen und kritisiert. Seither fliege ich auf LaFargue, Bakunin, Kropotkin, Hedwig Dohm und Emma Goldmann. Marx sollte man hinter sich lassen, um Emanzipation zu wollen. Und Emanzipation heißt, sich auch von den Dogmen der Progressiven (bei euch heißt das wohl Frauenbewegung) zu befreien und eben nicht alles nachzuäffen, was die fortschrittlichen Denker so denken, dass es fortschrittlich sein muß. Emma Goldmann hat mal (1911) gesagt, „dass es heute für die Frau notwendig geworden [ist], sich von der Emanzipation zu emanzipieren, will sie wirklich frei sein“. Für mich ist das Tragische an der Emanzipation der Frau vorallem Folgendes:

    Emanzipation, wie sie von der Mehrheit ihrer Anhängerinnen und Vertreterinnen verstanden wird, ist viel zu eng gefaßt, als daß sie Raum lassen würde für grenzenlose Liebe und Verzückung, die in der Empfindungswelt der wahren Frau, Geliebten und Mutter so tief verankert sind.

  54. Isi November 23, 2010 um 11:16 pm

    Emma Goldman schreibt sich übrigens nur mit einem „n“ am Ende. (Sorry, Eisprung.)

  55. che2001 November 23, 2010 um 11:29 pm

    Ich kam von Bakunin und Kropotkin (dessen „Gegenseitige Hilfe im Tier- und Menschenreich“ nur eine diametrale Umkehrung des Sozialdarwinismus war) und ließ die hinter mir, weil Marx eine empirische Analyse der Besitz- und Machtverhältnisse und des Verwertungs- und Inwertsetzungsmechanismus bot. Lafargue sehe ich als Zuspitzung von Kernpositionen seines Schwiegervaters gegen die Arbeiterbewegungsmarxisten wie Bebel und Kautsky an (vgl. Karl Korsch, Anti-Kautsky, Detlef Hartmann, Wieso Marx nie Marxist war und kein Leninist geworden wäre, Rosa Luxemburg, Organisationsfragen der russischen Sozialdemokratie und Angelika Ebbinghaus, Ahlrich Meyer, Karl Heinz Roth, Detlef Hartmann und Susanne Heim in Klassengeschichte – soziale Revolution?=Autonomie 14).

  56. che2001 November 23, 2010 um 11:30 pm

    Die Zeitschrift Emma wurde übrigens nach Emma Goldman benannt.

  57. momorulez November 23, 2010 um 11:34 pm

    Marx sollte man hinter sich lassen??? Für das Verständnis ökonomischer Prozesse ist der unverzichtbar.

    Und es geht nicht ums „Nachäffen“, sondern darum, hinzuschauen, welche Gründe Schwarzer zu ihren Positionen bewegten. Und ansonsten eine Vielfalt möglicher Lebensformen auf der Basis ökonomischer Freiheit, die eben nicht das ist, was die Neoliberalen proklamieren, anzustreben. Und das, was Gregori „echte Familie“ nennt, ist eben der Motor der kapitalistischen Zwänge; solidarisch bewirtschaftete Kindertagesstätten eine der Antworten. Auch, weil die Freiheit von der Mutter ermöglichen 😉 … kleiner, biographischer Einschub.

  58. che2001 November 23, 2010 um 11:53 pm

    @“Und es geht nicht ums „Nachäffen“, sondern darum, hinzuschauen, welche Gründe Schwarzer zu ihren Positionen bewegten. Und ansonsten eine Vielfalt möglicher Lebensformen auf der Basis ökonomischer Freiheit, die eben nicht das ist, was die Neoliberalen proklamieren, anzustreben. —- Ja, eben. Und da waren die Vorstellungen von „Wirtschaftsdemokratie“, wie sie in den 70ern von den JUDOs (damals Jugendorganisation der FDP, heute in Kernpositionen noch bei den Jungen Linken vertreten) schon weiter als der gesamte gesellschaftsmächtige Diskurs heute. Sagt einiges aus, dass ich, als ich beim A-Team und den Bloggies diese einstmals liberalen Positionen referierte da in ein SED-Umfeld eingeordnet wurde.

    @Autonomie 14: Wir waren das Original, bevor sich Hinz&Kunz schwarzvermummt „autonom“ nannte. Eigentlich war das eine Verbindung aus Operaismus

    http://deu.anarchopedia.org/Operaismus

    Dependenztheorie

    http://de.wikipedia.org/wiki/Dependenztheorie

    und

    Wertkritik

    http://de.wikipedia.org/wiki/Wertkritik

    später ergänzt in den „Materialien für einen neuen Antiimperialismus“ und der „Wildcat“ durch Annäherungen an die Kritische Theorie und Foucault.

  59. Isi November 24, 2010 um 12:17 am

    Marx sollte man hinter sich lassen??? Für das Verständnis ökonomischer Prozesse ist der unverzichtbar.

    Und nach dem Verstehen kommt die Utopie. Wie sieht deine aus?

  60. momorulez November 24, 2010 um 12:26 am

    Hatte ich ja gerade grob skizziert 😉 …

  61. Nörgler November 24, 2010 um 12:28 am

    „Wer hat denn gesagt, dass Kinderhaben ein Fortschritt ist, hm?“
    Ja Du doch! Guck Dir doch mal den Sprech in Deinem Blog an, wo Du vertellst, dass Linke für Nachhaltigkeit zu sein hätten und Kinderkriegen ist nachhaltig. Wortwörtlich so, wenn’s nicht mal wieder taktisch flugs gelöscht wurde wie der Rotz, Che und ich wären zu bekämpfende „Linksliberale“.
    Die implizite Homophobie Deines natalonormativen Disziplinierungsdiskurses, den Du als Monstranz vor Dir herschaukelst, entgeht hier keinem. Mit der „generativen Verantwortung“ hast Du Dich in der rechten Ecke festgenagelt; aus der Nummer kommst Du nicht mehr raus.

  62. Isi November 24, 2010 um 8:02 am

    @ momo

    Hattest du nicht. Du faselst Marx. Das ist kein Utopie.

    @ Nörgler

    Sie sind ein Lügner. Ihre Kurzschlüsse nerven. Wenn Sie zu diesem Thema nicht zivilisiert diskutieren können, springen Sie nicht immer wieder drauf an.

  63. momorulez November 24, 2010 um 10:01 am

    @Isi:

    Ich fasel nicht. Aber welche Rolle spielen in Deinem Muttersein eigentlich die Kinder? Zudem Nörgler höchst zivilisiert auf das eigegangen ist, was Du schrubest.

    @Nörgler:

    Das mit den zu bekämpfenden Linksliberalen hatte ich gar nicht gelesen. Und diese Disziplinierung durch „Seid fruchtbar und mehret euch“ richtet sich ja gegen Che und Dich genaus so – und iist, lauter nicht-feministische Frauen aus meinem Umfeld betreffend, tatsächlich eine extrem fiese Normalisierungsnummer. Was die für Druck aushalten müssen, wenn sie mit Mitte 30 noch nicht geworfen haben, ist ja schon hart. Zudem bei diesem Selbstverwirklichung per Muttersein häufig auch die Kids böse instrumentalisiert werden.

    Erkenntnis dieser Debatte ist ja zudem, dass Lesben noch mal mit ganz anderen Stigmatisierungsformen zu kämpfen haben.

    Wie sang Besserossi Nina Hagen einst? „Simone de Beauvoir sagt Gott bewahr – und vor dem ersten Kinderschreien muss ich mich erst mal selbst befreien …“.

  64. Nörgler November 24, 2010 um 10:06 am

    Und darüber was linker Feminismus ist, informierst Du Dich bitte mal bei Netbitch und Alexandra Kollontai, damit wir hier nicht ständig Zeuge dessen werden müssen, was Du auch nicht weißt.

  65. Isi November 24, 2010 um 10:11 am

    Übrigens gibt es hier mal etwas Positives, zwischen all dem Gezerf:

    Höhere Erbschaftssteuer für Homosexuelle gekippt

  66. Isi November 24, 2010 um 10:20 am

    Nörgler hat sich zuvor bei mir entschuldigen müssen, weil der Guteste mir in wilder Verzweifelung unterstellen mußte, ich bezeichne „Abtreibung als Massenmord“. Tatsächlich redete ich über eine zweifelhafte Emma-argumentation und generative Verantwortung, die man gemeinhin trägt, wenn man Kinder hat. Aber der dreht ja vollkommen frei, wenn er nur die winzigste Möglichkeit sieht, sich betroffen zu fühlen. Und du übrigens auch. Ihr solltet zur Konfliktvermeidung einfach lernen, besser damit umzugehen, dass andere doch tatsächlich ihr Leben anders planen als es Homosexuelle tun, also ganz „spießig“ mit Kindern und als heterosexuelles Pärchen und so. Das ist kein Drama und kein Angriff, sondern Rückführung in die Wirklichkeit: Selbst 3/4 aller Deutschen werden Eltern. Da gibt es zwar viel Spielraum für Betroffenheit, aber trotzdem wenig Platz für Hetze gegen Eltern. Fortpflanzungsverweigerung ist nicht progressiv, es ist nicht mal politisch – es ist eine hochindividuelle Entscheidung. Und darum verbietet sich auch das Lächerlichmachen und Denunzieren der Elternschaft!

    Versucht es doch wenigstens, mit anderen Lebensentwürfen etwas toleranter um zugehen! Bitte! Es kann nicht schaden.

  67. momorulez November 24, 2010 um 10:35 am

    Das war nun der nächste Spruch aus der rechten Ecke, der Verweis auf die Mehrheitsposition usw. und enthält zudem sowohl eine Drohung als auch auch eine der üblichen, unsinnigen Umkehroperationen. Das hat mit Feminismus nix zu tun, mit links auch nix und bedeutet schlicht Gesprächsabbruch. Du bist hier nicht mehr erwünscht, Isi. Geh mal zurück in Deinen Adenauerschen Heimatfilm und tyrannisier Deine Kinder.

  68. Nörgler November 24, 2010 um 11:21 am

    Ja so ist das, Isquierda. Das Zitat stammte nicht von Dir; es war Dir bloß zuzutrauen. –

    „richtet sich ja gegen Che und Dich genau so“ – und zwar expressis verbis.
    Im Eintrag „Er will kein Kind von mir“ 2010-06-26 – 10:24:17 lesen wir bei Isquierda über nicht Fortpflanzungsgeneigte, die sie notorisch als „Verweigerer“ bezeichnet:

    „Ich verstehe nicht, wie man sich als Frau so einem Typen andienen kann: Wenn ein kinderloser Mann keine Kinder will, dann haßt er Frauen. Selbst Homosexuelle haben nicht selten einen Kinderwunsch und damit sind sie psychisch gesünder als jene, die Fortpflanzung auch ihren Partnerinnen verweigern …“
    (Selbst wenn ich wollte, könnte ich den zweiten Satz gar nicht mehr kommentieren. Da erstirbt einem das Wort.)

    „… paranoide Wahnvorstellung eines geistig zurückgebliebenen Vaterschaftsverweigerers …“

    „Es gibt genug Huren und Prostituierte, viele sogar kostenfrei, die Sex als Hobby gewählt haben und die auch keine Kinder wollen. Dann sollen sie doch die benutzen und sich halt darauf festlegen, einfach nur folgenlos flach zu legen. Aber muß man dafür ´ne Beziehung führen und sich eine Pseudofamilie bauen, die nie eine richtige werden wird?“

    „Wenn ihm die weibliche Fruchtbarkeit das Verderben ist, dann soll er auch die weiblichen geschlechtsorgane in Ruhe lassen oder wenigstens auf das Einschießen seines Spermas vor den Gebärmutterhals verzichten. Sowas kommt von sowas. Alles andere ist wie Schwimmen und dabei trocken bleiben wollen. Und dann gibt es die Frauen dazu, die sich auf so etwas einlassen: Fruchtlosen Sex, ohne dabei eine Frau sein zu dürfen, die Gebärfähigkeit auszuschalten, weil er kein Vater werden will und sie auch keine Mutter werden soll.“

  69. che2001 November 24, 2010 um 11:30 am

    Ah ja, sehr feministisch und sehr links, wirklich;-)

  70. momorulez November 24, 2010 um 11:33 am

    Liebe Isi-Eva Herrmann,

    ich meinte das ernst mit dem Gesprächsabbruch, Du wirst von nun an gelöscht. Auf rechten Dreck habe ich hier keine Lust, ich würde auch Frau Schröder löschen, den Mist muss ich mir eh den ganzen Tag anhören, den brauche ich nicht auch noch hier im Blog.

    @Nörgler:

    Die Zitate belegen ja ausreichend, dass das gerechtfertigt ist, Isi zu ächten im Rahmen dieses Blogs.

  71. ABC November 24, 2010 um 1:07 pm

    Man ist das bizarr hier! momorulez, irgendwann müsste ein halbwegs intelligenter Mensch doch mal auf den Trichter kommen, dass nicht alls, was irgendwo in der Welt falsch läuft und jede Unfreundlichkeit, die jemand einem anderen gegenüber begeht, gegen dich ganz persönlich gerichtet ist.

  72. Nörgler November 24, 2010 um 1:56 pm

    Mit den Heimatfilmen der Adenauer-Ära gequält worden zu sein, hatte ich bislang als Folter empfunden. Gut möglich jedoch, dass es hierbei um eine weitsichtige List des Weltgeistes sich handelte im Sinne einer Immunisierungs- und Desensibilisierungsstrategie: War man dem Gift nicht ausgesetzt, ist man ihm schutzlos preisgegeben.
    Mir kommt der Verdacht, Du habest mit dem „Adenauerschen Heimatfilm“ den Schurken erledigt, wie der Gunfighter, der instinktiv-professionell aus der Hüfte schießt:

    Interpretiert man den Ultrahorror von WKII und Shoa als den maximal generierbaren Schock der Moderne, welche ihrerseits – janusköpfig – den Kulminationspunkt von Denormalisierung stellt, dann ist der Heimatfilm das normalisierende Gegenidyll: von Industrie und Kriegseinwirkung unzerstörte Landschaften; geordnete soziale Gemeinschaften (Pfarrer, Gutsbesitzer, Förster …) mit definiert diskriminierten Störern (interessant sind hier die Gestalten des skrupellosen Verführers und der Flitscherl und Schlampen (ein gängiger Topos ist die Errettung der Seele des Verführers durch das gebärgeneigte saubere Madel, während die Schlampe immer irgendwie im Elend endet); Bedrohung der Ordnung durch Städter und Geschäftemacher; und dann die Hauptsache: Überwindung aller Konflikte durch die Fortpflanzungsbeziehung als terminus ad quem – eine vormoderne Welt, die Isis Welt zum Verwechseln ähnlich sieht.
    ____________________

    @ „Denormalisierung“:
    Mir ist bewußt, dass das nicht die ganze Wahrheit ist. Es ist ja gerade dieses furchtbare und bis zum Aberwitz gesteigerte Ineinander von Normalisierung und Denormalisierung, mit dem wir es da zu tun haben. Das Normale wurde durchgesetzt mit den Mitteln seines Gegenteils, die darum als der Irrsinn sich erwiesen, den das Normale selbst darstellt.

  73. momorulez November 24, 2010 um 2:37 pm

    Mann,@ABC, ist das ein bizarrer Einwurf, weil es darum gar nicht geht, sondern um das Aufzeigen und Zurückweisen realer Macht- und Gewaltverhältnisse, und nicht um persönliche Befindlichkeiten. Im konkreten Fall sogar um sehr bedrohliche Machtverhältnisse; Lesben gegenüber schwingt schlicht eine permanente Vergewaltigungsdrohung mit, es wird hier mit Pathologisierungen operiert, die einst zu Lobotomie und Elektroschocks führten, dass ich mich eher frage, was Dich zu solch bizarren Einwürfen veranlasst. Heteronormativität ist ja nun nix, was primär und ausschließlich mich beträfe, sondern offenkundig Dich noch viel mehr.

    @Nörgler:

    Ja, zu allem ja. Und genau die gleiche Figur reproduziert sich ja gerade in der Erfindung der „jüdisch-christlichen Tradition“, mit Toleranz gesättigt, in die brutal Sexismus, Homophobie und Rassismus – „Deutschenfeindlichkeit“ – schurkenhaft von außen eindringt. Da macht es sogar mal Sinn, mit Begriffen der Psychopathologie zu operieren, weil ganz offenkundig das Eigene abgespalten und zum Anderen erklrät wird. Dieser evangelikale Unfug mit dem „Pink Swastika“ bedient das gleiche Muster: Ein Einbruch in die heile Welt der finsteren, abnormen, „künstlichen“ Kärfte. Das ist so ein psychisches Immunierungssystem zum Schutz der eigenen, imaginierten, „gesunden“ Idylle – als sei des nicht das Vexierspiel zwischen Normalisierung und Denormalisierung selbst, das den Horror erzeigt.

    Das ist ein ganz furchtbares, historisches Muster, dass in „Grün ist die Heide“ und „Der Förster vom Silberwald“ genau jene Struktur, die dem „3. Reich“ zugrunde lag, da waren es halt Juden, Schwule, Kommunisten und asoziales Gesindel, die als „Volksschädlinge“ das gesunde Idyll aufrechter, nationalsozialistischer Lebenswelten in „rassischer“ Reinheit der Lebensborn-Fantasien bedrohnten, als Folie der Verarbeitungserzählung genutzt wurden. Dazu gehörte es dann auch, Schwule im Knast zu belassen, weil sonst das unbefragte Zentrum hätten zugänglich werden können. Nun kamen aber die ’68er und befragten es trotzdem, und seitdem werden sie immer wieder, der FAZ-Text oben ist Beleg, remobilisiert, diese Eindringlings- und Zerstörungs-Fantatsien in die heile Welt. Und Isi reproduziert das.

    Deswegen ist der Einwurf von ABC ja selbst so bizarr: Der kann diese Struktur offenkundig gar nicht lesen, die hier nun einmal mehr belegt wurde. Der vorletzte, der hier raus flog, imaginierte sich ja auch als den beglückenden Verführer, der Glanz auf Frauenaugen zaubert und die „heile Sexualität“ gegen ihren bösen Gegenspieler verteidigte, der letzte behauptete Neid und er würde „unseren Lifestyle“ finazieren. Das ist immer das gleiche, imganierte Zentrum, das da aufscheint.

    Das ist übrigens für linke Theorie gewichtig: Die Struktur gibt es da ja auch, gerade in den Ossi-Varianten, die wir oben schon hatten. Das Eindringen der Investoren, der Globalisierung usw., und das ist echt eine Falle. Weil Hedge-Fonds ja wirklich eindringen, aber das muss man begrifflich anders fassen, um nicht im Heimatfilm-Plot zu landen.

  74. georgi November 24, 2010 um 2:40 pm

    Che:

    Das „Echte“, oh Graus. … Das aber dann so zu drehen, dass Lesben, Schwulen, Transgenders oder nichtfunktionalisierbar sein wollenden Sex- und Alltagskulturbedürfnissen de facto das Existenzrecht abgesprochen wird, das endet dann wirklich im Stalinismus.

    Das tut hier niemand. Es ist nur so, daß es echte Lesben gibt, und solche, die wie Lesben leben, also nur so tun, als wären sie welche. Das Existenzrecht beider Typen bestreitet niemand. Ihr müßt nicht immer gleich ausrasten.

  75. momorulez November 24, 2010 um 3:12 pm

    Was heißt denn hier „ausrasten“? Wenn ich „echt“ in diesem Zusammenhang lese, kräuseln sich mir die Zehennägel … meine feministische Cousine hat ihre Frauen sehr genossen, und umgekehrt, auch wenn sie heute Mutter von zwei Kindern ist – so ein spielerisches Erforschen der eigenen Möglichkeiten, von Isi z.B. erst proklamiert und dann hinfort gerammt in einer für mich inakzeptablen Form, scheint ja in diesen seltsam fixierten Typologien offenkundig nicht vorzukommen, und das ist im engsten Sinne freiheitsfeindlich.

    Auch Familien sind nicht „natürlich“, man kann da schlecht eben so die Kultur/Natur-Differenz aufheben wollen, das ist sachlich Unfug und selbst allerreinste Ideologie. Zudem hier nun kein Schwein sich gegen die bürgerliche Kleinfamilie als frei gewählte Lebensform ausgesprochen hat, deshalb sind diese kuriosen Toleranzforderung den Praktiken der Mehrheitsgesellschaft gegenüber unterste Kanone und tatsächlich gemeingefährlich. Wenn man rekonstruiert, welche Gründe für Schwarzer dafür sprachen, sich dagegen auszusprechen, ist das keine „Intoleranz“, sondern schlicht Verstehenwollen einer Argumenation.

  76. Nörgler November 24, 2010 um 3:23 pm

    Ja genau, ABC, die „Disco Sucks!“-Kampagne hat sich ja auch bloß gegen CDs gerichtet und nicht gegen Menschen. „Homophobie“ ist bloß eine Schwuppenprojektion von diesen Hypersensibelchen, die huchmäßig rumtun, obwohl ihnen doch keiner was will.
    Mal ein Blick in die gesellschaftliche Alltagsrealität: Guck mal in die Kfz-Foren, wenn dort ein Karosserie- oder Felgendesign kontrovers diskutiert wird: Das maximale Abwertungsargument lautet „schwul“. Wie eine Seuche durchzieht der homophobe hate speech die Gesellschaft.
    Und daraus wird klar: Dass hierzulande die Schwuppen nicht an den Laternen hängen, hat nur! mit dem Staat etwas zu tun, der das Mordverbot qua Gewaltmonopol durchsetzt.
    Ich weiß, dass ich mir nicht wirklich vorstellen kann, was das mit einem dergestalt degradierten Menschen macht, aber ich weiß, dass es da etwas gibt, das furchtbar ist. Und es wird vollends furchtbar durch Knalldeppen, die hier ihr Isi-ABC aufsagen, weil die eigene Erbarmungswürdigkeit ihnen nichts mehr gelassen hat, außer ihrem läppischen Hetenstolz.

  77. che2001 November 24, 2010 um 3:36 pm

    @“Dass hierzulande die Schwuppen nicht an den Laternen hängen, hat nur! mit dem Staat etwas zu tun, der das Mordverbot qua Gewaltmonopol durchsetzt.“ —- Und in der UNO-Vollversammlung halten viele diese Funktion des Staats schon für einen Fehler und universelle Menschenrechte für Imperialismus. Und dass Rraisonnieren über die geistige Gesundheit von Homosexuellen hier in etwa so beliebt ist wie das Erörtern zu führender Kreuzzüge in einer schiitischen Wallfahrtsmoschee oder das Auswälzen von Vergewaltigungsfantasien in einem Frauenhaus dürfte wohl eindeutig klar sein.

  78. georgi November 24, 2010 um 4:09 pm

    Eben noch ging es um Lesben. Jetzt beklagt man sich über die gesellschaftliche Ächtung von Schwulen. Ja, das ist selbstredend alles ein ernstes Problem. Aber bedenkt doch bitte, daß man das Los von Schwulen nicht mit dem von Lesben gleichsetzen kann! So gesehen ist der Begriff „Homophobie“ irreführend. Man sollte von Schwulenfeindschaft reden, nicht von Homophobie. Sonst hebt man die Probleme, die Lesben vielleicht haben mögen, auf dieselbe Stufe wie die auch in liberalen Gesellschaften latent vorhandene Schwulenfeindschaft. Abgesehen davon, ist der Artikel wie gesagt eher feminismusfeindlich als lesbenfeindlich.

  79. momorulez November 24, 2010 um 4:16 pm

    Aus der SPAM-Sektion dieses Blogs tönt es „Ihr seid die Meinungsfaschisten!“, das wird auch da bleiben, und ein Plädoyer für Kinderkriegen gehalten, gegen das ja hier keiner was hat als möglichen Lebensentwurf, nur daß es nun zur Norm für alle erhoben wird, ist halt problematisch.

    Das ist die übliche Masche, die tatsächlichen, historischen Opfer des Faschismus zu den Tätern zu erklären, eine ganz widerliche Nummer. Die mir bekannten Faschismen haben aktiv Bevölkerungspolitik betrieben und Mutterkreuze verteilt und sich in BDM und HJ rührend um die Kinder gekümmert, um sie später im Krieg verheizen zu können.

    Die Groteske an diesem Quatsch ist ja, dass das viel brisantere Thema, nämlich dieser Diskurs, „daß immer die Falschen Kinder kriegen“, was historisch zu Zwangsterilisierungen führte und zu Angewetter gegen „Welfare Queens“, zur Häfte, nämlich hinsichtlich der „richtigen Kinderkrieger, auch noch gestützt wird. Auch in dem Gerede von der „echten, natürlichen Familie“, zu der dann selbstverständlich auch der „Ernährer“ gehört.

    Stattdessen betreibt man Homo- und Lesbenbashing und wettert gegen „Feminazis“ und irgendwo anders dann über den „Rassismus der Schwarzen“. Im Namen des Kampfes gegen „Meinungsfaschismus“. Alles PI.

    „Dass hierzulande die Schwuppen nicht an den Laternen hängen, hat nur! mit dem Staat etwas zu tun, der das Mordverbot qua Gewaltmonopol durchsetzt.“

    Ja. Und auch damit, dass es ’68 gab, wozu immer auch Stonewall und die Black Panthers und die Frauenbewegung gehören, und darüber erhebt man sich dann, indem man „ideologisierte Besserwessis“ beschimpft und zu „Meinungsfaschisten“ erklärt. Armes Deutschland.

  80. momorulez November 24, 2010 um 4:23 pm

    @Georgi:

    „Homophobie“ umfasst die Diskreditierung von allem, was von der zementierten Heteronormativität als Abweichung permanent durch Bezug auf die „heteronormative Matrix“ (Butler) erzeugt wird, von den Abweichenden wie von den Normierten.

    Es gibt Spezifika des Lesbenbashings, vor allem, daß die zumeist eh keiner ernst nimmt in ihrer Sexualität, weil Sex ohne Schwanz unter Bedingungen des Phallozentrismus, um mal die ganz großen Thesen raus zu hauen, gar nicht als solcher zur Kenntnis genommen wird.

    Es gibt aber Gemeinsamkeiten, die in dem Artikel selbstverständlich allesamt auftauchen, habe ich doch ausgeführt. Und während man als Homo mit einer unterschwelligen Gewaltandrohung bis hin zum skizzierten Mord lebt, läuft, da lasse ich mich aber von jeder Lesbe gerne korrigieren, die Drohung der „korrektiven Vergewaltigung“ mit, also das „Die muss nur mal richtig gefickt werden. Auch in dem Artikel.

  81. georgi November 24, 2010 um 5:03 pm

    Eben ging es noch um die Ächtung von Schwulen. Jetzt werden noch paar Briketts in das Feuer geworfen. Jetzt sind wir schon bei den Nazis angelangt. „Schenk dem Führer ein Kind!“ hat es nie gehießen. Und zu den „Welfare Queens“ und den Heinsohns & Cie. habe ich weiter oben schon was angedeutet. Homo- und Lesbenbashing liegt mir fern. Ich hänge auch nicht Schwule an Laternen auf, gebe aber zu, daß es rückständige Menschen gibt, die so etwas gern täten. Anderen Leuten zwinge ich keine Lebensformen auf.

    Ihr unterstellt einfach zuviel. Es geht um Alice und den Feminismus. Na gut, ein wenig intolerant und überheblich bin ich schon. Ich bin ja Atheist. Ich überhebe mich gern über linke Christen, Anthroposophen, ökologisch-nachhaltige Spiritualisten, selbstverständlich auch über Gender- & Queer- und alle möglichen anderen Arten von Okkultisten und Sektierern. Die nennen sich alle ’68er. Damit es nachher nicht heißt, ich würde ’68er-Bashing betreiben, möchte ich hiermit betonen, daß mir bewußt ist, daß ’68 durchaus einen Wandel im gesellschaftlichen Bewußtsein herbeigeführt hat. Die westliche Gesellschaft ist heute sicher offener und liberaler als in den 50ern und 60ern. ’68 ist aber im Osten ausgefallen. Trotzdem hängen im Osten an den Laternen keine Schwulen. Was Auffassungen zu Lebensformen und Gleichberechtigung anbelangt, waren die Ossis weiter. ’68er übertreiben gern ihren Einfluß.

  82. Loellie November 24, 2010 um 5:34 pm

    @ „Was Auffassungen zu Lebensformen und Gleichberechtigung anbelangt, waren die Ossis weiter.“

    Stimmt, die wurden ja vom Antikapitalistischen Schutzwall vor zersetzendem Okkultismus bewahrt.

  83. momorulez November 24, 2010 um 5:38 pm

    Na, ja, außer „Coming out“ und Läden am Prenzlauer Berg wäre mir nicht bekannt, was hinsichtlich der DDR-Historie da nun so wahnsinnig hingelangt hätte – wobei mir das wohl bekannt ist, dass man die lebensweltliche nicht mit der Systemperspektive verwechseln darf, innnerhalb derer Homosexualität viel länger, nicht gar bis zu Schluss?, meines Wissens verboten war.

    Ebenso geläufig ist mir die Rede von „Westlicher Dekadenz“ hinsichtlich schwuler Lebensentwürfe und vermutlich auch das Problem, überhaupt eine Wohnung ohne Trauschein zu bekommen, war das nicht so?

    Kenne auch diese Sprüche über den ach so absurden „Selbsterfahrungsbauchtanz“ der dekadenten Wessis, zum Teil ja berechtigt. In Rostocker Fankurven gibt man sich nichtstotrotz aggressiv homophob usw., das kann freilich Effekt der „Verwestlichung“ sein.

    Eine generelle Aussage wie „Was Lebensformen betrifft waren die Ossis weiter“ halte ich trotz aller Nischen für eine etwas groteske Aussage angesichts der zwangsverordneten Kleinbürgerlichkeit, die man da auch heute gelegentlich noch antrifft und die mir ja Ossis ständig berichten, das habe ich ja nicht aus der Zeitung, gerade Montag wieder eine befreundete Dresdenerin.

    Hinsichtlich der Gleichberechtigung Mann/Frau ist das zweifelsohne richtig.

    Nichtsdestotrotz halte ich im Grunde genommen eine Ost/West-Debatte da für ziemlich idiotisch, weil ich meinerseits nun auch gar keine „kuturelle Überlegenheit des Westens“ postulieren würde, das waren halt teils sehr unterschiedliche Erfahrungen, die ja jeweils ihren eigenen Wert und historischen Kontext haben, und die Geschichte der alten BRD seit ’68 durch ein Gegen-68 geprägt war, von ein paar Zugeständnissen durch Brandt mal abgesehen – dass es nichtsdestotrotz in vielen Hinsichten einen Wandel bewirkte, ist eigentlich erstaunlich. Viel wichtiger für die Aktualität ist eh der Bruch ’82/83, der die hier Diskutierenden viel tiefer prägte.

    Gender und Queer als Okkultismus und Sektierertum zu deuten ist selbst Teil der heternormativen Matrix, über die wir hier die ganze Zeit in allen Zusammenhängen reden, das franzt nixaus und da wird auch nicht zu viel „unterstellt“.

    Da ich „queer“ als Selbstbezeichung jederzeit gegenüber „schwul“ präferieren würde, hast Du zudem gerade meiner Lebensform „Okkultismus“ und „Sektierertum“ unterstellt. Das isses ja gerade. Sich die Normalität angesichts als dieser Abweichler zu attestieren.

  84. che2001 November 24, 2010 um 6:01 pm

    Zumal queer im Zweifelsfalle auch sowohl schwul als auch lesbisch, transgender und bi umfassen kann und daher im Wortsinn der umfassendere Begriff ist. Okkultismus hingegen bezeichnet rein semantisch Esoterik, vor allem ihre Hardcore-Variante mit Spiritismus, Alchimie, Gnosis und Rosenkreuzertum. Da gibt es ja noch nicht einmal Berührungspunkte dazuwischen. Da attestiert sich jemand nicht nur selber jemand die Normalität, sondern stellt sogleich seine komplette semantische und hermeneutische Inkompetenz unter Beweis.

  85. Nörgler November 24, 2010 um 6:02 pm

    „Trotzdem hängen im Osten an den Laternen keine Schwulen.“ Das mag man beklagen; gleichwohl wurde jenem Desiderat abgeholfen durch „Fidschis klatschen“ als genuinem Ossi-Sprech, den national befreiten Zonen und den abgefackelten Asylantenheimen, von der umstehenden Bevölkerung begeistert beklatscht. Nebenher wurden auch noch ein paar Behinderte aus den Rollstühlen gekippt, Queertreffs geplättet, Obdachlose zu Tode gefoltert und Inder verblutend durch die Scheiben von Kaufhäusern gejagt.

    Ansonsten erzählst Du Scheiß. „68er“ ist die Sprachregelung der Anti-APO-Nachkarter, die, wie Momorulez darlegte, es bis heute nicht verwunden haben, dass es ihnen die Heimatrealfilme zerbröselt hat. Wer den „68er“-Einfluß übertreibt, ist die Eva Hermann-Fraktion, die jegliche Mißhelligkeit selbst noch der Nuller Jahre auf Rudi Dutschke zurückführt, anstatt aktuelle Phänomene auf aktuelle Ursachen hin zu befragen. Wenn die Finanzkrise und die klerikalen Kinderficker mit dem „Hedonismus der 68er“ kausalisiert werden, dann meine ich schon, dass da am Zaun ein paar Latten fehlen.

    Ursache der Außerparlamentarischen Opposition war ein objektiver Reformbedarf, für den es jedoch keine parlamentarische Mehrheit gab. Die Republik war verkrustet und betoniert in einer Weise, die den Erfordernissen der Kapitalverwertung schlechterdings nicht mehr entsprach. Insbesondere war die Struktur der Ordinarienuniversität gefährlich rückständig. „Unter den Talaren, Muff von 1000 Jahren!“ war die Modernisierungsparole schlechthin. Die APO war – gegen die eigene Intention – ein Kapitalismus-Renovierungs- und -Modernisierungspogramm. Kein Wunder, dass die überschießenden Momente allesamt untergingen.

  86. che2001 November 24, 2010 um 6:27 pm

    68er übertreiben gern ihren Einfluß. Stimmt völlig außerhalb der hier vorliegenden Intentionen, deswegen haben wir 82er uns ja auch von denen abgesetzt. Denn diese zweite Revolte richtete sich sowohl gegen die langweiige Ästhetik und biedere Sozialpädagogen-Ansprache der sog. 68er als auch gegen den Frieden, den die inzwischen mit dem System geschlossen hatten, zu einem Zeitpunkt, als das System ein zweites Mal reformiert wurde, diesmal Richtung Deregulierung und Privatisierung staatlicher Unternehmen. Von Neuer Deutscher Welle und selbstbewusster werdenden Subkulturen bis Häuserkampf- Antiraketen- und Anti-AKW-Bewegung richtete die zweite Revolte sich zunehmend gleichzeitig gegen Kohls Wende und die Systemintegration der 67er, sei es nun ästhetisch, lebensweltlich oder politisch. Die3 gannze Entwicklung beinhaltet mehr Kontinuitäten als Brüche. Und wenn Tempo 1990 titelte „Schwarzer Vogel, flieg mit mir! Das sieht Frau Schwarzer gar nicht gerne: Mit Lesben auf einen irrenn Trip“, in dem lesbische BDSM-Kultur gekultet wurde, dann stand das schon damals weit außerhalb der5 67/68er Perspektive.

  87. che2001 November 24, 2010 um 6:35 pm

    @Momorulez, bei dem immer gleichartigen Verlauf dieser Debatten und dem, was dann aus dem Spamfolterkeller tönt müsste man langsam mal überlegen, ob es irgendwo ein Mutantenlabor gibt, in dem Spam-Persönlichkeiten geklont werden.

  88. georgi November 24, 2010 um 7:08 pm

    Na gut, das Urteil zur Liberalität der Ossis habe ich übertrieben. Demgegenüber muß man aber feststellen, daß das, was sich für links hält, in Wirklichkeit meistens liberal ist. Liberale treten für formale Freiheiten und Menschenrechte ein. Was die Bürger damit machen, ist deren Sache. So werden aus gesellschaftlichen Zuständen persönliche Angelegenheiten der Bürger.

    Liberale vernachlässigen Geschichte, Kolonialismus, ökonomische Zwänge und Machtstrukturen. Die unschönen Kalamitäten, die Frauen, Schwule, N… (redigiert, MR), Juden und andere treffen, seien das Ergebnis von Diskriminierung, heißt es, und nicht von ökonomischen Zwängen, Kolonialismus u.ä., denn so etwas kennt der Liberale nicht. Und weil er nur Diskriminierung kennt, wirft er auch alle, also die Juden, die Moslems, die Z… (redigiert, MR) Serben, Frauen, die Schwulen, die Lesben, die Zwitter, die Behinderten u.a. Gruppen unterschiedslos in einen Topf. Alle diese Gruppen seien Abweichungen von der heteronormativen Matrix, und deshalb werden sie diskreditiert. Schuld daran seien weiße heterosexuelle Männer. Die von denen ausgehende Diskriminierung muß mit geschlechtergerechter Sprache und mit der persönlichen Entscheidung zu alternativen Lebensformen gebannt werden. Damit hätten wir die Karikatur des liberalen Feminismus zusammen. So eine Feministin würde sich nicht unbedingt für den Ausbau der Kinderbetreuungsinfrastruktur aussprechen. Daß Kinder einen Haufen Geld kosten und der Karriere im Wege stehen, nimmt eine Feministin gar nicht wahr, denn eine gewöhnliche spießige Familie mit Kindern befindet sich ja innerhalb der heteronormativen Matrix. Ich betone noch einmal: Ich habe nichts gegen alternative Lebensformen, nur gegen Isis Forderung „Keine mußte heiraten!“ an Frauen in der Adenauer-Zeit.

    Andere Arten von Liberalen geben jedem persönlich die Schuld an Armut, Arbeitslosigkeit etc. Das kennen wir als Sozialdarwinismus. Um den geht es hier nicht.

  89. ziggev November 24, 2010 um 7:16 pm

    übrigens in der Taz von gestern,

    Zitat, Perlentaucher, „beschreibt Jagoda Marinic, wie bizarr der Feministinnenstreit vom Ausland gesehen wirkt – dort glaubt man nämlich angesichts der deutschen Mutterideologie, es habe hier gar keinen Feminismus gegeben.“

    http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=me&dig=2010%2F11%2F23%2Fa0097&cHash=7653c72968

  90. che2001 November 24, 2010 um 7:17 pm

    Jajaja, und die Revolutionären Zellen waren Liberale, und der ständige Marx-Bezug hier natürlich auch. Die 129a)-Verfahren in meinem Umfeld hatten auch nur mit dem von uns vertretenen Liberalismus zu tun, und mein Genosse ***** saß wg. Mitgliedschaft in einer liberalen Vereinigung. Ich schmeiß mich hier gleich noch weg;-)

  91. momorulez November 24, 2010 um 8:51 pm

    http://www.fr-online.de/kultur/debatte/die-epochen-der-emanzipation/-/1473340/4863230/-/index.html

    Diesen Schwenk zur Liberalismuskritik finde ich jetzt aber auch lustig 😀 – gerade im Kontext der Diskussionen dieses Blogs. Mal eben schnell Kritik der „heteronormativen Matrix“ gegoogelt? Diese Butlersche Schiene hat auch nur um zwei Ecken gedacht mit Liberalismus zu tun. Inwiefern nun „alternative Lebensformen“ eine „Karrikatur des liberalen Feminismus“ darstellen, erschliesst sich mir noch nicht mal immanent, auch nicht nach der Ergänzung. Dass weiße, heterosexuelle Männer z.B. auch treibende Kraft der Kolonisierung waren, sei am Rande auch erwähnt. Man kann ja nun nicht dank der bahnbrechenden Erkenntnis, dass es Zusammenhänge zwischen Kolonialismus und Rassismus gibt, nunmehr darauf verzichten, rassistische Diskriminierung zu verwerfen.

    Ansonsten wiederhole ich mein Plädoyer an „Ossis“, Marx und Engels doch vielleicht auch mal zu lesen, und hätten sie’s mal vor ’89 auch getan, dann wären uns diese „Wir sind ein Volk“-Rufe vielleicht erspart geblieben, und man wäre und bei „Wir sind DAS Volk“ verblieben.

    Weniger komisch die unverblümte Verwendung von N- und Z-Wörtern. Das redigier ich gleich. Das gehört zu den vernünftigen Erkenntnissen Butlers: Dass „Hate Speech“ eine Form von Gewalt darstellt. Auch eine materialistische Erkenntnis.

  92. georgi November 24, 2010 um 9:29 pm

    Klar habe ich ein bißchen marxistische Klassiker gelesen. Allerdings erst nach der Wende. Die Bücher, die von vor der Wende noch in meinem Regal herumstanden. Das vom Genossen Uljanow, „Materialismus und Empiriokritizismus“ habe ich gelesen. Darin geht es ziemlich hart zur Sache. Darin wird der Marxismus gegen seine Feinde verteidigt. Einige Feinde waren sogar Bolschewiken und enge Kampfgefährten wie Genosse Volkskommissar Lunatscharski. Die Darstellung fand ich sehr überzeugend und argumentativ schlüssig. Eine sehr gute Einführung in die marxistische Philosophie. Wenn der Meister wieder auferstehen würde, würde er sicherlich eine zweite Folge seines Werkes anfertigen, in dem er sich all die Philosophen vornimmt, die seit seinem Ableben behaupteten, den Marxismus widerlegt zu haben, also z.B. die postmodernistischen, dekonstruktivistischen, also auch die Queer-Queen Butler, oder die östlichen und überhaupt grünen Philosophen, die biodynamische Landwirtschaft betreibenden Anthroposophen, die ganzheitlich-nachhaltigen Vernunft- und Wissenschaftsfeinde, die Reformpädagogen etc. Ich schätze mal, daß vom Queer-Feminismus dann nicht mehr viel übrig bleiben würde.

  93. che2001 November 24, 2010 um 9:31 pm

    Tja, da gibt es aber so eine Fraktion, die all das da oben Aufgeführte als „Nebenwidersprüche“ dem Kapitalverhältnis unterordnet und daher Antirassismus und Antisexismus als „kleinbürgerlich-liberale“Teilbereichskämpfe einstuft. Großenteilsw eine genuin stalinistische Sicht der Dinge, oder auch die Art von Anarchismus, die „wer nicht arbeitet soll auch nicht essen“ sagte.

  94. momorulez November 24, 2010 um 10:20 pm

    Georgi, nun werf doch nicht immer alles in einen Topf. Wir können hier jetzt ein gerne ein Seminar zur dekonstruktivistischen Marx-Lektüre und-Kritik einschieben; von „Widerlegung“sbedürfnissen kann da keine Rede sein, zumeist handelt es um eine Kritik totalisierter, historischer Rahmenerzähkungen, so z.B. die Marx-Rezeption des späteren Sartres, denen ein Blick hin zum Besonderen, dem historischen Bruch, der Diskontinuität entgegen gestellt wurde, was nun wieder so abstrakt und allgemein ist, dass es die Denker, die das taten, grob verfehlt. Der Kladderadatsch, den Du hier verbreitest, trifft es schon mal gar nicht.

    Butler setzt noch mal ganz anders an, durchaus auch von Foucault kommend; in jedem Fall ist der biodynamische Anthroposoph Deiner Vorstellung der „echten, natürlichen Familie“ ungleich näher als der „Queer-Queen“ und auch ungleich besser kompatibel mit der bürgerlichen Kleinfamilie als Effekt des historisch-realen Liberalismus. Du verrührst da Konträres. Die „ganzheitlichen Vernunftfeinde“ und die Queer-Theory sind sich ausschließende Gegensätze, allen Affekten weißer, heterosexueller Männer zum Trotze.

    Um freilich jetzt keine der üblichen „Butler bestreitet das biologische Geschlecht!“ und Foucault versus Hegel-Diskussionen aufkommen zu lassen, die in jedem Fall spannend sind, aber ziemlich kompliziert, sei der Hinweis gestattet, dass ein Grossteil dessen, was ich in diesem Blog veranstalte, den Versuch darstellt, die Marxsche, die Adornitische, die Habermasianische, die durchaus linksliberale Elemente enthält, und die Foucault-Butler-Schiene aufeinander zu zu denken. Was ja geht.

    Diese verallgemeinerten Schlagwort-Diskussionen rund um „Postmoderne“, „Dekonstruktion“, „Linksliberalismus“ enden in der Regel ziemlich fruchtlos, wenn man nicht eine Ebene tiefer geht und das an konkreten Gegenständen durchspielt.

    „Bevölkerungspolitik“ ist da ein guter, weil die verschiedenen Ansätze sich da hervorragend zusammen denken lassen und wirklich Erklärungskraft entfalten.

  95. che2001 November 24, 2010 um 10:23 pm

    Georgi (nach Georgi Dimitroff, oder?), historische Prozesse lassen sich nicht rückgängig machen. Und heute ist ohne den Drei-zu-Eins-Widerspruch die Neuzusammensetzung der Klasse und der Ansatzpunkt für eine kommunistische Perspektive nicht mehr formulierbar

    http://de.wikipedia.org/wiki/Dreifachunterdr%C3%BCckung

    Ich empfahl oben ja schon mal die Lektüre der Materialien für einen Neuen Antiimperialismus bzw. des Hartmann-Textes „Warum Marx kein Marxist war und kein Leninist geworden wäre“. Um die Kritische Theorie, selbst wenn man sie verwirft und um Foucault kommt heute auch niemand mehr herum. Und Lenin war letztlich auch nur der Formulierer einer nachholenden Industrialisierung in einem vorindustriellen Land, in dem eine kleinbürgerliche Intelligenzia – die Bolschewiki – die Rolle einer historisch nicht gewachsenen Bourgeoisie übernahm. Staatskapitalismus mit einem Gesamtkapitalisten, dem Staat, in dem proletarische Gegenmacht (Kronstädter Matrosen, Machnotschina, Linke Sozialrevolutionäre) aus gutem Grund konsequent ausgeschaltet wuirde. Luxemburg hatte das in ihren „Organisationsfragen der russischen Sozialdemokratie“ scharfsinnig erkannt und Poulantzas später in Politische Macht und gesellschaftliche Klassen,
    Faschismus und Diktatur,
    Zum marxistischen Klassenbegriff und
    Staatstheorie. Politischer Überbau, Ideologie, Autoritärer Etatismus überzeugend auf den Punkt gebracht.

  96. georgi November 24, 2010 um 10:41 pm

    Diese Butlersche Schiene hat auch nur um zwei Ecken gedacht mit Liberalismus zu tun.

    Nö, der Zusammenhang ist ziemlich offensichtlich. Butler-Feministen wollen nicht die Gesellschaft verbessern. Denen geht es nur ums individuelle Bewußtsein, ums blütenweiße Gewissen. Ich puller ja so gern in ihr schönes Gewissen, indem ich unverblümt N und Z benutze, nur damit jeder sehen kann, daß es Butler-Feministen um Moral und nicht um die Gestaltung gesellschaftlicher Umstände geht. Gesellschaftliche Zustände, unter denen N und Z zu leiden haben, interessieren Butler-Feministen überhaupt nicht. Sie haben ihre heteronormative Matrix, von der N und Z abweichen. Das ist alles, was Butler-Feministen interessiert. Gegen Marginalisierunng, Ausbeutung, Verfolgung und Entrechtung von N und Z zu kämpfen, würde denen gar nicht einfallen. Die Denkweise, gesellschaftliche Zustände lägen in der persönlichen Verantwortung der Bürger, ist ein Merkmal fundamentalistischen Liberalismus, oder richtig extrem: „Ich kenne keine Gesellschaft; ich kenne nur Individuen“ (Vielen Dank Maggie dafür!). Diese Ideologie findet man so ähnlich auch bei mildtätigen Hilfsorganisationen. Zu diesem Liberal-Fundamentalismus paßt dann auch das ganze Gewese um alternative Lebensformen, wo man dann so tut, als ob man das Geschlechterproblem dadurch aus der Welt schaffen könnte, indem man sich in freier persönlicher Entscheidung von der alten, verspießten Lebensform der patriarchalischen bürgerlichen Kleinfamilie lossagt.

  97. che2001 November 24, 2010 um 10:52 pm

    @momorulez: „„Bevölkerungspolitik“ ist da ein guter, weil die verschiedenen Ansätze sich da hervorragend zusammen denken lassen und wirklich Erklärungskraft entfalten.“ —- Ja hervorragend. Genau an diesem Thema entwickelten sich ja die langen Diskussionen der Achtziger und Neunziger, die bisherige entwicklungspolitische Paradigmen aufhoben und den Neuen Antiimperialismus als Frontstellung gegen den bürgerlichen Modernisierungsbegriff und seinen realsozialistischen Abklatsch entfalteten, DAS Ursprungsthema der später sehr verflachten „Globalisierungsdebatte“ wie auch das damit zusammenhängende Ineinanderdenken von Kritik an Gentech, Rassismus, Gendermainstreaming und der Aktualität faschistischer Paradigmen (also: Weltentwicklungspolitik nach dem Modell der Triage, also der Ausmerzung der Unproduktiven analog der NS-Bevölkerungspolitik im Weltmaßstab. Das meint eigentlich „faschistischer Imperialismus“, was kein Schlagwort im Ursprung ist, sondern sehr analytisch die Sortierung der Weltbevölkerung nach Effizienzkriterien beinhaltet.) Da setzten auch Susanne Heim und Götz Aly, den heute ja scheinbar nur noch jeder als 68er-Basher an, und ich hielt diesen Kenntnisstand mal für linke Allgemeinbildung. vgl., oft zitiert, autonome Lupus-Gruppe, Geschichte, Rassismus und das Boot. Wessen Kampf gegen welche Verhältnisse?

  98. che2001 November 24, 2010 um 10:55 pm

    @“Zu diesem Liberal-Fundamentalismus paßt dann auch das ganze Gewese um alternative Lebensformen, wo man dann so tut, als ob man das Geschlechterproblem dadurch aus der Welt schaffen könnte, indem man sich in freier persönlicher Entscheidung von der alten, verspießten Lebensform der patriarchalischen bürgerlichen Kleinfamilie lossagt.“ 40 Jahre linker Theoriediskussion verpennt!

  99. momorulez November 24, 2010 um 11:08 pm

    Na, und im Gegenzug dann N-Wörter zu brüllen, weil man ja nix dafür kann, rassistisch rumzublöken, weil das Sein das Bewusstsein bestimmt, ist allerdings auch eine praktische Lösung. Kannst ja mal eine Runde Frauen vergewaltigen und Schwule klatschen gehen, um Butler „anzupullern“, um dann ein paar Schwarze bei Dir um die Ecke mit n-Wörtern zu belegen. Das ist ja eine formidable Rechtfertigung des Bestehenden, die Du da lieferst. Dann nenn doch mal einen nicht-moralischen Grund, wieso es falsch ist, auszubeuten und zu marginalisieren.

    Die Butlersche Denke zielt auf Gesetzmäßigkeiten, die konstitutiv sind für ganz reale Machtverhältnisse. Der Liberalismus klammert Machtverhältnisse, so weit es nicht staatliche sind, einfach aus und formalisiert unzulässig. Genau dagegen wettert Butler an. Der Grossteil der Diskussionen hier in letzter Zeit dreht sich darum, dass weiße, heterosexuelle Männer und neuerdings auch Frauen eine Symetrie voraus setzen zwischen Schwarz und weiß, Mann und Frau, „Hetero“ und „Homo“, die gesellschaftlich nicht realisiert ist. Das ist 1a Liberalismuskritik. Und es geht um Macht- und Gewaltverhältnisse und zudem eine ganz realen Klassenkampf, und wir als weiße Männer sind Teil der herrschenden Klasse. Das hat nix mit seelischer Reinwaschung zu tun, Du besetzt den Platz, der schwarzen Frauen gehört. Die aktuell führenden und gewichtigsten Stimmen der Queer-Theory sind schwarze, lesbische Frauen. Dass Du nun auf irgendwelche Schuld und Sühne abhebst, scheint mit eher die Projektion eigener, christlicher Prägung zu sein. Ist ja eune der Grotesken der Historie, dass in der DDR die Kirchen als einzige nicht-staatliche Organisation einziger Schutzraum des Widerständigen waren.

    Und wenn Du willst, dass sich die Queer-Queen in Luft auflöst, ist das übrigens symbolische Lesbenvernichtung.

    Dass die ganze „Cultural Studies“-Entwicklung wieder da hin muss, wo sie anfing, bei Stuart Hall und solchen, um wieder eine Kritik der politischen Ökonomie als Basis zu erhalten, da bin ich ganz bei Dir. Das sagt freilich nix gegen deren bisherige Ergebnisse. Foucault ist da nix vorzuwerfen, bei dem taucht das alles auf.

  100. momorulez November 24, 2010 um 11:15 pm

    @Che:

    Ja, bin in allem bei Dir. Will ja seit Wochen noch mal die Passagen aus „Überwachen und Strafen“ und „Sexualität und Wahrheit 1“ sowie Rabinow Dreyfuss und deren Interpretation der Darstellung der objektivierenden und subjektivierenden Sozialwissenschaften raus kramen, das ist nur etwas komplexer, da kam ich noch nicht zu. Weil da sozusagen die ganzen Diskussionen der letzten Monate zusammen laufen, nicht in dem Sinne, dass da alles gesagt wäre, sondern vor allem hinsichtlich einer Verbindung Marx/Kritische Theorie incl. Habermas, ThdKH/Poststrukturalismus.

  101. che2001 November 24, 2010 um 11:30 pm

    Hätte ich die Zeit dazu, hätte ich auch mal den ganzen Dependenztheorie- und was das mit Autonomie-zu-tun-hat-Komplex inklusive Poulantzas ausgekramt, aber dazu muss ich zu schnell Geld verdienen. Capitalism sucks!

  102. Außenbetrachter November 25, 2010 um 2:38 am

    Die Uhrzeit spricht gegen mich und meine Auffassung vom Diskussionsverlauf. Trotz des Feminismus von Besserwessifrauen steht die proletarische Wiederauferstehung von Genosse Uljanow bevor. Er wird dann dann reformpädagogische Konzepte, Feminismus, Postmoderne, Esoterik, Liberalismus und Kapitalismus endgültig erledigen.

    Ich wage zu zweifeln.

    Beim Lesen der Kommentare verdichtet sich der Gedanke bei mir, Politik und Ressentiment hängen eng zusammen. Wie genau, das muß ich mir noch überlegen. Es scheint aber ein sehr allgemeiner und hässlicher Tauschzusammenhang zu sein, wo jede politische Richtung spinnefeind und voller Ressentiments ist gegenüber jeder anderen politischen Richtung. Ich geh jetzt besser schlafen, bin zu müde, um nochmal durch die Kommentare zu blättern. Habe aber das tröstliche Gefühl gewonnen daß ich Isi jetzt besser verstehen kann. Finde das gut, aber meine Verwirrung ist im Laufe dieser Diskussion trotzdem größer geworden. Liegt vielleicht an der Uhrzeit. So, ab ins Bett mit mir!

  103. georgi November 25, 2010 um 10:21 am

    Momo:

    Der Liberalismus klammert Machtverhältnisse, so weit es nicht staatliche sind, einfach aus und formalisiert unzulässig.

    Eben. Du kannst Dich besser ausdücken als ich.

    Momo:

    und wir als weiße Männer sind Teil der herrschenden Klasse

    Nö. Die Typen, die Schwule aufhängen, sind i.d.R. selbst arme Schweine. Ebenso die prügelnden Haustyrannen, die glatzköpfigen Herren mit den Baseballschlägern, die russischen Mushiks aus dem Zarenreich, die in Pogromen Juden anzünden. Diese bedauernswerten Unmenschen sind nicht Teil der herrschenden Klasse. Deshalb ist ja auch die Polemik gegen weiße heterosexuelle Männer keine Herrschaftskritik sondern blödsinnige pauschale Schuldzuweisung. Es geht also um Moral und daher um persönliche Verantwortung statt Herrschaftskritik, Liberalismus eben.

  104. momorulez November 25, 2010 um 10:35 am

    Würdest Du mal auf irgendwas eingehen, was man schreibt, würde ich auch weiter darauf antworten. So führst Du einen Legimationsdiskurs für brandschatzende Antisemiten, die selbstverständlich im Namen der herrschenden Klasse des Zarismus agitierten. Und hast keinen Grund, das Abfackeln von Asylbewerberheimen zu kritisieren.

    Diese monologisierende, zirkuläre Onanie von Leuten, die Täter zu Opfern erklären und sich ansonsten weigern, die Welt außerhalb ihrer mentalen Scheuklappen zur Kenntnis zu nehmen, nervt.

    Zumindest ist mir jetzt klarer geworden, was für ein Gebräu das ist, das dann „unsere Jungs“, die armen Opfer des Westens, schützt, wenn sie Antifa-Leute in den Rollstuhl prügeln und das „Liberalismuskritik“ nennen, in dessen Namen sie Ablenkungsschlachten gegen Queers und Feministinnen rhetorisch anfüttern. Du bist doch mit Deiner ressentimensgesättigten Sauce Symptom des Liberalismus. Du hast ja nicht zufällig die gleichen wie die rechtsliberalen Blogger, denen Du brav hinterher schreibst. Du funktionierst prima, Glückwunsch.

  105. che2001 November 25, 2010 um 10:43 am

    Georgi, hättest Du das, was ich da oben über neuere marxistische Theorie, den Neuen Antiimperialismus und den Drei-zu-Eins-Widerspruch geschrieben habe begriffen, dann müsste Dir aufgegangen sein, dass auch der faschistische Schläger oder der proletarische patriarchale Ehemann noch als Agent der herrschenden Klasse handelt und dass sich genau auf dieser Ebene Herrschaft überhaupt reproduziert. Wärst Du einer meiner Prüflinge in Politik wäre das jetzt eine 5.

  106. Außenbetrachter November 25, 2010 um 11:18 am

    Uljanows Sozialismus neuen Typs war satt an Dogmatismus, Ressentiment und antidemokratische Tendenzen. Das passt verblüffend, Georgi, das passt in seiner Struktur zum rechtsgerichteten Liberalismus neuen Typs wie linke Faust zur rechten Faust.

    Es bleibt aber eine Faust.

  107. momorulez November 25, 2010 um 11:29 am

    Das ist einfach Symptom einer tatsächlichen Gemengelage im Osten, wo es diverse Überschneidungen des Denkens der Autonomen Nationalisten und der PDS-Anhängerschaft gibt. Nicht umsonst gibt es auch immens Zustimmung unter den Wählern der Linkspartei zu Sarrazin. Und es gibt stabile Binnensolidaritäten, die sich gegen Buisness-Wixer und Laberärsche aus dem Westen bestens behaupten gelernt haben, was ich bestens verstehe, das dann aber ausweiten auf alles Bunte, Deviante, Ausdifferenzierte und zu einem Extremismus der Mitte umkippen – und den ganzen Quatsch von „Wenn die Mark nicht zu uns kommt, kommen wir zur Mark!“, das Kohl-Gewähle, die ganze rechte Jugendsubkultur usw., diese ganze geballte Blödheit, eben auf die Art rechtfertigen wollen, wie Georgi das hier tut.

    Das ist doch auch der Hintergrund des Erfolges der Antideutschen – der erlaubt es, sich antifamäßig zu gebärden und trotzdem die Überfremdung „Islamisierung“ zu nennen. Das ist schon tatsächliches Symptom einer Überforderung, die hatten ja keine Zeit, die Scheiße zu üben, mit der wir schon aufgewachsen sind, und Isi lässt das dann halt ihre Kinder ausbaden in der heimischen Trutzburg; das an sich richtige Argument zugunsten einer Kritik der politischen Ökonomie und gegen eine Moralisierung wird so allerdings ad absurdum geführt, wenn man das so macht wie Georgi.

  108. Außenbetrachter November 25, 2010 um 11:30 am

    Habe mal kurz nachgeschaut, was für Artikel diese Lydia Harder schreibt. Ihr Gesamtwerk kann ich nicht beurteilen, aber mein halbes Dutzend Fundstellen beinhaltet ohne Ausnahme unfaire Verrisse. Mich erinnern die aktuellen Anwürfe gegen Schwarzer seitens Köhler, Harder und Co sehr an die konservative Pseudokritik der Bewegung von 68. Es geht hier weniger um konkrete politische Inhalte, sondern um eine konservative Generalabrechnung mit dem Feminismus. Ich finde das lächerlich, ganz besonders auch, wenn sich die Schröder ausgerechnet über Fragen von Emanzipation und Feminismus äußert.

    Denke ich an die Schröder, so fühle ich unmittelbar einen Impuls zur Deutschenfeindlichkeit.

  109. momorulez November 25, 2010 um 11:36 am

    @Außenbetrachter:

    „Es geht hier weniger um konkrete politische Inhalte, sondern um eine konservative Generalabrechnung mit dem Feminismus.“

    Ja, das ist so. Und wie wir lesen durften, fällt das auch bei manchen im Osten auf fruchtbaren Boden – und wenn man denen anbietet, das Kindergeld zu erhöhen, sind die im Gegenzug auch ratzfatz bereit, exorbitante „Single“-Steuer zu erheben und diesen das Anmieten eigener Wohnungen zu untersagen, Schwule zu verbieten und alle Afrodeutschen auszuweisen, weil die sich ja ihren Lifestyle auf Kosten der Familien ergaunern. Ist halt alles auch Verteilungskampf, der natürlich intendiert geschürt wird, um von den eigentlichen Gewinnern der Gemengelage abzulenken.

  110. Loellie November 25, 2010 um 11:55 am

    Ich war schon gleich nach Schröder-Köhlers Ausfällen überzeugt, dass es unserer Extztremismusexpertin darum geht, Queere Theorie in die Extremismusliste aufzunehmen und dadurch mittel- bis langfristig zu krimininalisieren. Die diversen Kommentare hier bestätigen dies ja ganz locker. Dieses Bohei um die Natürlichkeit der Familie ist doch nichts anderes als das äquivalent zu „ich bin stolz ein deutscher zu sein“, allerdings im Sinne einer Querfront über das gesammte politische Spektrum vetretbar, zumindest oberflächlich. Das die „natürliche Ueberlegenheit“ von was auch immer, kein linker Standpunkt sein kann, versteht sich hoffentlich von selbst.

  111. momorulez November 25, 2010 um 11:58 am

    „Ich war schon gleich nach Schröder-Köhlers Ausfällen überzeugt, dass es unserer Extztremismusexpertin darum geht, Queere Theorie in die Extremismusliste aufzunehmen und dadurch mittel- bis langfristig zu krimininalisieren.“

    Das wird auch kommen.

  112. Außenbetrachter November 25, 2010 um 11:59 am

    Als Extremismusexpertin ist die Schröder ihr eigener Fall. Hoffentlich fällt sie.

  113. che2001 November 25, 2010 um 12:38 pm

    Früher sagten wir zu solchen Leuten ja immer „es wird ein Lachen sein, dass sie beerdigt“, aber tatsächlich werden die Verhältnisse stets trauriger.

  114. georgi November 25, 2010 um 12:49 pm

    Da seid ihr ja schon wieder mit Euren ideologischen Keulen und Unterstellungen! Ich wollte noch einmal daran erinnern, daß Schwule, Heten, N und Z u.ä. keine Klassen im Sinne der marxistischen Theorie darstellen. Heten, faschistische Schläger und der russische antisemitische Mob sind nicht Teil der herrschenden Klasse. Es ist hier wohl unbedingt notwendig, mich ausdrücklich von dessen Untaten distanzieren. Sonst glaubt mir das niemand, daß ich Gewalt gegen unschuldige Menschen verabscheue. Es ging mir nicht darum, deren Untaten zu verteidigen. Dennoch sind die Täter nicht Teil der herrschenden Klasse, und ein sicherlich gut begründeter Kampf gegen diese Täter keine Herrschaftskritik.

    Um noch einmal auf die Ossi-Wessi-Debatte zu sprechen zu kommen, möchte ich anmerken, daß Eigen- und Fremdwahrnehmung der ’68er-Bewegung voneinander abweichen. Ihr müßt bedenken, daß Ossis erst 21 Jahre nach ihrem Bestehen Bekanntschaft mit dieser Bewegung machten. Deshalb nimmt der Ossi nicht revolutionären Kampf sondern nur dessen Ergebnis, die Grünen-Partei wahr. An diesem Ergebnis und der Entwicklung dahin sieht man sehr deutlich, daß die ’68er im großen und ganzen schon immer eine kleinbürgerliche, liberale Strömung gewesen ist. Das finde ich prima, daß man sich vom gelegentlichen Revoluzzertum dieser Partei nicht dazu bringen läßt, sie für eine linke Partei zu halten. Man muß sich mal ansehen, was sich in und um diese Partei herum für Leute tummeln: Anthroposophen, Reformpädagogen, Befreiungstheologen, fortschritts-, technik-, wissenschafts- und vernunftfeindliche Esoteriker und Okkultisten und überhaupt jede Art von Irrationalisten. Und mitten unter denen finden sich auch die Feministen. Den Ossis muß man weiterhin anrechnen, daß sie den verbissenen Konservatismus der westdeutschen Republik noch wahrnehmen, der sich nicht nur in der CDU ziemlich regelmäßig zu Wort meldet.

    Was die Vorkommnisse in Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen betrifft, so wird es Zeit, einmal das falsche Bewußtsein den Leuten auszutreiben.

    Und noch so viele Unterstellungen: Klar ist der Artikel eine gehässige Abrechnung mit Alice und ihrem Feminismus. Diese ausgerechnet mit sozialen Forderungen von Ossi-Familien in Verbindung zu bringen, finde ich schon abartig; damit die Ossis dann einsehen, daß sie mit ihrem Antifeminismus vollkommen recht haben. Da sieht man mal wieder, daß es Feministen überhaupt nicht darum geht, dafür zu kämpfen, daß es für sie und ihre Familien eine lebenswerte Zukunft oder wenigstens etwas zu fressen gibt.

    Achja, ich bin weder antideutsch noch prodeutsch oder überhaupt irgendwie nationalistisch, israelsolidarisch, islamkritisch oder sonstwas.

  115. momorulez November 25, 2010 um 12:51 pm

    Das verschärft sich, weil der Verteilungskampf aktiv am Kochen gehalten wird – siehe Irland. Am deutschen Wirtschaftswesen soll der halbe Kontinent verwesen, und kompensatorisch drückt man die konservative Normalisierung durch – und die Elbchaussee lacht sich ins Fäustchen.

  116. momorulez November 25, 2010 um 1:15 pm

    „daß ich Gewalt gegen unschuldige Menschen verabscheue.“

    Das wäre Deinen eigenen Ausführungen zufolge aber falsche, liberale Moralisierung und Du müsstest es bleiben lassen. Und es gibt ja schon das eine oder andere, was nach Marx noch vernünftig gedach wurde; vielleicht ist Dir aber aufgefallen, dass ich mich sehr wohl auch unter „weißer Mann“ subsummiere und somit mir des Herrschaftsprivilegs durchaus bewusst bin – gebe mir in meiner alltäglichen Arbeit Mühe, das unterzulaufen. So weit das zugelassen wird.

    „Dennoch sind die Täter nicht Teil der herrschenden Klasse, und ein sicherlich gut begründeter Kampf gegen diese Täter keine Herrschaftskritik.“

    Doch, natürlich. Weil sie Herrschaftstechniken ausagieren, die bewusst geschürt werden, seitdem es linke Bewegungen gibt. Der moderne Antisemitismus wurde immer im Rahmen eines Nationalismus instrumentalisiert, der als Ablenkungsideologie von ökonomischen Herrschaftsstrukturen fungierte. Das war im Kaiserreich so, unter dem Zaren, waren die „Protokolle der Weisen von Zion“ nicht sogar Werk der zaristischen Geheimpolizei?, und heute macht man das mit Muslimen.

    Die GRÜNEN sind schon als Reaktion auf ’68 Ende der 70er entstanden, das ist historisch falsch, was Du schreibst. Und von Anbeginn an gab es heftige Kritik auf der Linken gegen genau das, was Du kritisierst – daß eben dieser teilweise esoterisch aufgeblähte Natur-Quatsch auch schnell ins reaktionär-romantische umschlagen kann.

    Es gibt hier auch niemanden, der die als „links“ wahr nimmt, ich hasse die mittlerweile wie die Pest und habe neulich gejubelt, als die GAL-Vorsitzende Hamburg aus einer St.Pauli-Fankneipe geworfen wurde 😉 … das einzig Vernünftige, was die in den letzten 25 Jahren zustande gebracht haben, war der Versuch der Etablierung eines neues Staatsbürgerrechtes.

    Das hat nur alles nix mit „Queer“ und „Gender“ zu tun, was dichtest Du denn da vor Dich hin?

    „Da sieht man mal wieder, daß es Feministen überhaupt nicht darum geht, dafür zu kämpfen, daß es für sie und ihre Familien eine lebenswerte Zukunft oder wenigstens etwas zu fressen gibt.“

    Lies doch noch mal hoch – es ging immer auch darum, Frauen erst mal so etwas wie eine ökonomische Eigenständigkeit zu ermöglichen, um Symetrie in Partnerschaften zu ermöglichen, auf dass Gattinnen nicht in die Falle tappten, wie bessere – oder schechtere – Prostituierte gehalten zu werden. Das ist schon eine kuriose Unterstellung, die Du da , eher mit Vorurteilen denn der Materie beschäftigt, formulierst.

  117. Außenbetrachter November 25, 2010 um 1:30 pm

    Heten sind nicht Teil der herrschenden Klasse? Georgi, seit wann?

  118. Loellie November 25, 2010 um 1:32 pm

    @ „als die GAL-Vorsitzende Hamburg aus einer St.Pauli-Fankneipe geworfen wurde 😉 “

    GEIL!

  119. georgi November 25, 2010 um 2:24 pm

    Momo:

    Und wie wir lesen durften, fällt das auch bei manchen im Osten auf fruchtbaren Boden – und wenn man denen anbietet, das Kindergeld zu erhöhen, sind die im Gegenzug auch ratzfatz bereit, exorbitante „Single“-Steuer zu erheben und diesen das Anmieten eigener Wohnungen zu untersagen, Schwule zu verbieten und alle Afrodeutschen auszuweisen, weil die sich ja ihren Lifestyle auf Kosten der Familien ergaunern.

    Du könntest bei der FDP mitmachen. Die wollen auch Steuersenkungen. Die anderen können dann sehen, wo sie bleiben. Da bist Du insbesondere als Schwuler herzlich willkommen. Der Oberste von denen ist ja sogar selbst schwul. Wozu Ossis ratzfatz bereit wären, ist wieder eine der üblichen Unterstellungen. Das folgende ist die Replik auf meine Replik:

    Lies doch noch mal hoch – es ging immer auch darum, Frauen erst mal so etwas wie eine ökonomische Eigenständigkeit zu ermöglichen, um Symetrie in Partnerschaften zu ermöglichen, auf dass Gattinnen nicht in die Falle tappten, wie bessere – oder schechtere – Prostituierte gehalten zu werden.

    Das Grundproblem in der Geschlechterfrage besteht darin, daß Frauen die Verantwortung für die Kinder tragen. Aus ihr ergibt sich die Benachteiligung der Frau. Wenn Frauen sowieso nur dazu da sind, um geheiratet zu werden, und bei den Kindern herumzusitzen, kann man sich auch die höhere Bildung von Frauen schenken etc. Deshalb werden kleine Mädchen in patriarchalischen Kultur auch so gern von der Schule genommen, damit sie auf die Geschwister aufpassen. So kommt ein Problem zum anderen. Völlig anders liegt der Fall bei Schwulen. Hier gibt es eine mal offene mal verdeckte Feindschaft gegen sie. Die Unterdrückung der einen Gruppe hat mit der Unterdrückung der anderen nichts zu tun, wie es Queer-Spezis unter Verwendung zu allgemeiner Begriffe wie „heteronormative Matrix“, „queer“, „Diskreditierung“ gerne sehen wollen. Da gelangt man schnell auch zur absurden Schlußfolgerung, Lesben seien noch schlimmer dran als Schwule, da sie ja nicht nur homosexuell sondern auch noch Frau sind. Lesben werden also zweimal und Schwule nur einmal diskriminiert. Tatsächlich trifft Lesben höchstens einmal mildes Belächeln und nicht Verfolgung auf den Tod. Irrsinnig wird Feminismus, wenn man er die sozialen Belange von Frauen die Freiheitsrechte von Homosexuellen entgegenstellt, wie oben geschehen.

    Loellie:

    Ich war schon gleich nach Schröder-Köhlers Ausfällen überzeugt, dass es unserer Extztremismusexpertin darum geht, Queere Theorie in die Extremismusliste aufzunehmen und dadurch mittel- bis langfristig zu krimininalisieren.

    Ach was. Das glaubst Du doch wohl selbst nicht. Schlimmstenfalls wird die Regierung die Gleichstellungsbeauftragen abziehen und die Frauenquoten abschaffen. Staatsbürgerliche Moral ist nützlich, und dürfte wohl noch unterstützt werden wie die Tafelbewegung, die mildtätigen Hilfsorganisationen, das Verbot, N und Z auszusprechen, das Mülltrennen, Nichtrauchen etc., schlicht und einfach deshalb, weil liberalistische staatsbürgerliche Moral Herrschaftskritik ersetzt.

  120. che2001 November 25, 2010 um 2:29 pm

    Ach ja, Lesben milde zu belächeln ist zum Beispiel im Iran gängige Praxis. Zu diesem Behuf hängt man sie dort an Baukräne.

  121. momorulez November 25, 2010 um 3:38 pm

    @Georgi:

    Jetzt also auch noch die Westerwelle-Homophobie-Variante. Der Großteil der FDP ist hetero, Du solltest da eintreten. Hitler war Hetero, Stalin war Hetero, und Che Guevara ein Schwulenhasser – sorry, Che. Was ist denn das schon wieder für ein Quatsch? Heteros sind überall, vergewaltigen Frauen, vernichten Juden, führen Kriege, ja. Nicht alle, nein. Es findet nur keiner erwähnenswert, dass Otto Graf Lambsdorff, Milton Friedman, Helmut Kohl und Erich Honecker Hetero waren, dass Herr Ackermann und Sadam Hussein das mutmaßlich auch sind bzw. waren. Darum geht es doch hier im Thread die ganze Zeit, daß das keiner erwähnenswert findet.

    Wo habe ich denn was über Steuersenkungen gesagt? Es ist schlicht eine Unverschämtheit, anderen Leuten ins Blog zu platzen und nacheinander an deren Wade hinsichtlich Feminismus, GRÜNEN, nunmehr FDP und Steuersenkungen zu rammeln unter völliger Ignoranz des Geschriebenen (ich finde Kinderfreibeiträge völlig in Ordnung und habe kein Problem damit, mehr Steuern als Leute mit Kindern zu zahlen; daß das Ehegattensplittung auch für Kinderlose gilt ist der Skandal – die single-Steuer wurde ON TOP gefordert) – um mich dann darüber zu belehren, wie Homophobie wirkt. Geht’s noch? Daß Dich irgendwas dazu veranlaßt, ist doch an sich schon Beleg, dass ziemlich richtig ist, was ich schreibe.

    „Das Grundproblem in der Geschlechterfrage besteht darin, daß Frauen die Verantwortung für die Kinder tragen.“

    Ja, so sehen Hetero-Männer das. Was den Feminismus dazu veranlasste, Männer da mit in die Pflicht zu nehmen und sich die Verantwortung nicht exklusiv aufbürden zu lassen, ja. Im Gegenzug. Schreib ich ja. Statt dass Du auf das Zitierte eingehst, referierst du das, was Feministinnen schon immer kritisierten als Feminismus-Kritik.

    „Die Unterdrückung der einen Gruppe hat mit der Unterdrückung der anderen nichts zu tun,“

    Doch, natürlich. Das was Du vorher über die Zurichtung von Frauen geschrieben hast, ist auf das selbe Bild heterosexueller Männlichkeit bezogen wie die Homophobie.

    Was Du über die Doppeldiskriminierung von Lesben schreibst stimmt. Deshalb habe ich mich im obigen Eintrag ja auch vehement auf deren Seite geschlagen.

    „Irrsinnig wird Feminismus, wenn man er die sozialen Belange von Frauen die Freiheitsrechte von Homosexuellen entgegenstellt, wie oben geschehen.“

    Du meinst Isi, oder?

    „Ach was. Das glaubst Du doch wohl selbst nicht.“

    Doch. Das Vehikel ist die finanzielle Unterstützung. Was als gemeinnützig gilt und was nicht, wird neuerdings per Extremismusbescheid verfügt von einer Partei, die die Homo-Ehe der höchstrichterlichen Rechtsprechung zum Trotze für verfassungswidrig hält. Die zudem, Rüttgers, gegen die „Werbung für“ und „Förderung von“ Homosexualität wettert, im Sinne des Kindeswohls, unter Rüttgers auch dagegen agitierte und in diesem Fall ebenfalls mit der herausragenden Stellung der Ehe zwischen Mann und im Grundgesetz operiert. Der gleiche Grund wird angeführt, um das Adoptionsrecht zu verweigern.

  122. Robert Michel November 25, 2010 um 4:01 pm

    „Ja, so sehen Hetero-Männer das.“

    Sehr viele Hetero-Frauen sehen das auch so.

  123. momorulez November 25, 2010 um 4:26 pm

    @Robert:

    Erzählen mir am liebsten Männer … und manchmal im Gegensatz dazu auch welche, dass ihre Partnerinnen die Vorherrschaft über das Kind beanspruchen, um ihre Gatten manipulieren zu können.

    Wenn sich das in Partnerschaften gleichberechtigt einvernehmlich so einspielt, ist das allerdings völlig in Ordnung. Was nun tatsächlich eine liberale Position war. Von daher gilt aber in allen Fällen eben, dass man am besten jede einzelne Frau selbst fragt, wie sie’s gerne hätte. Wenn wir diese gesellschaftliche Realität hätten, dann brauchen auch weder Isi noch Robert noch Georgi für die Frauen im Allgemeinen sprechen, und Frau Schwarzer auch nicht.

  124. Robert Michel November 25, 2010 um 4:51 pm

    @momo: Ich maße mir gar nicht an für Frauen im Allgemeinen zu sprechen. Unter den Frauen, deren Lebensplanung ich kenne gibt es einige, die die Verantwortung für die Kinder einer Kariere im Beruf vorziehen.

  125. georgi November 25, 2010 um 4:55 pm

    Momo:

    Darum geht es doch hier im Thread die ganze Zeit, daß das [die Heterosexualität der allermeisten Arschlöcher der Weltgeschichte; georgi] keiner erwähnenswert findet.

    Warum sollte jemand das erwähnen? Das ist doch unwichtig.

    Der Vorwurf der FDP-Nähe bezog sich auf das angegebene Zitat?

    Momo:

    Ja, so sehen Hetero-Männer das.

    Hast Du etwas gegen die Theorie der sozialen Rollenverteilung von Mann & Frau? Die ist doch plausibler als die Theorie von der formalen vollkommen anlaßlosen Diskriminierung von Frauen, weil sie neben der heteronormativen Matrix liegen.

  126. momorulez November 25, 2010 um 5:14 pm

    @Robert:

    Wer das möchte, und wenn es der Mann auch möchte, wenn’s denn das klassische Paar sein sollte, finde ich das unter Bedingungen des Jahres 2010 völlig unproblematisch. Ich vertrete hier ja eher die Position, daß der Schwarzer-Feminismus zu Zeiten agierte, wo sie es MUSSTEN. Und sie Bedingungen schaffen wollten, dass sie wählen können. So weit sticht auch Georgis Liberalismus-Einwand, klar ist das eine liberale Position, hlate die aber für richtig – nur dass eben die ökonomischen Grundlagen schon auch Thema waren, und da muss man dann je nach Position hin gucken, wer da was vertreten hat.

    @Georgi:

    Doch, natürlich spielt das eine Rolle. Dieses „Hart wie Kruppstahl, Schnell wie ein Windhund“ usw. Bild von Männlichkeit findest Du heute noch in höheren Wirtschaftsetagen, und das entspricht dem heteronormativen Männerbild. Ebenso die Reduktion von Frauen auf Gebärmaschinen. Was nun nix gegen Kinderwünsche sagt, soll sich ja jeder erfüllen, der’s möchte, sondern über Frauenbilder unter Bedingungen der heteronormativen Matrix, die dazu führte, dass Schwule im KZ landeten. Das war ja nicht irgendeine Randerscheinung, und Frauen an den Herd ZWINGEN wollte – zuerst, später dann in die Rüstungsindustrie.

    Und die FDP-Nähe: Nein, da hast Du das falsch gelesen. Glaube mir, ich finde Kinderfreibetrag, Kindergeld etc. völlig in Ordnung, zu niedrig bei denen, die es brauchen, bin vehementer Verfechter der Sozialsysteme usw.. In dem Zitat hatte ich die Spirale erheblich weiter gedreht.

    Und wer diskriminiert denn hier irgendwelche Frauen? Es geht darum, im Zuge der Kritik der heteronormativen Matrix ALLEN mehr Möglichkeitspielräume zu geben, Dir auch, indem Macht- und Herrschaftsverhältnisse als auflösbar betrachtet werden. Und natürlich muss das auf der Basis einer Kritik der Politischen Ökonomie geschehen.

    Diese umgekehrte Diskriminierung mag es ja vereinzelt unter Hardcore-Feministinnen gegeben haben, der nun aber irgendwelchen ernstzunehmenden, gesellschaftlichen Machtwirkungen zuzusprechen oder die sonstwie aufzublasen, das ist echt Nonsens.

    Ich halte viel von gleichberechtigter Rollenverteilung in der Praxis zwischen allen Menschen gleichermaßen.

  127. georgi Mai 18, 2011 um 6:02 pm

    vielleicht noch ein Hinweis bzgl. Okkultismus & Esoterik im Feminismus: Frau Schrupp bringt heute einen Aufsatz, der von einer Form des Feminismus handelt, in der die Esoterik nicht zu übersehen ist. Meiner bescheidenen Meinung nach ist diese Form aber schon prinzipiell im Feminismus angelegt, weshalb ich vielleicht von struktureller Esoterik sprechen würde. (Manche sprechen gar von strukturellem Antisemitismus; das möchte ich aber nicht so nennen)

  128. momorulez Mai 19, 2011 um 8:35 am

    Na, das mag auf manche Feminismen, denen des Wicca-Kultes zum Beispiel, sogar zutreffen, das nun aber als „Wesen“ des Feminismus zu behaupten, zeugt eher von Ahnungslosigkeit und stark selektiver Lektüre.

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