Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Die Friedrich Ebert-Stiftung schafft Klarheit

„Wenn „Rechtsextremismus“ nicht als isolierter Rand, sondern als extremste
Ausbildung eines allgemeinen Phänomens verstanden wird, kann
an ihm analysiert werden, was sonst in der Latenz bleibt – in der solchermaßen
bezeichneten Abweichung „die Norm“, im Extrem „die Mitte“.“

Habe bisher nur bis Seite 57 überflogen, was die Friedrich-Ebert-Stiftung unter dem Titel „Die Mitte in der Krise – Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2010“ jetzt veröffentlicht hat – die Operationalsierung insbesondere von Konzepten der Älteren Kritischen Theorie, so der „Studien zum Autoritären Charakter „Adornos (und seiner Mitstreiter) wie auch Marcuses unter aktuellen Bedingungen verdient die Lektüre allemal.

Allein schon die Diskussion des Extremismus-Begriffs ist sehr gelungen, ebenso die Anwendungen der Protestantismus-Studien Max Webers. Glückwunsch an die Autoren Oliver Decker, Marliese Weißmann, Johannes Kiess und und Elmar Brähler.

Aufgeräumt wird mit dem Vorurteil, bei antidemokratischem, nationalistischen, chauvinistischem und kulturalistischem Gedankengut habe man es mit „Abweichungen“ von irgendeiner „Normalität“ zu tun; es ist vielmehr der Versuch, über die eigene Normalitätssvergewisserung unter Bedingungen der Prekariatsdrohung sich an abstrakten Ersatz-Autoritäten aufzurichten und durch Abwertung Anderer selbst eine brüchige Identität zu konstruieren. Werde weiter lesen und empfehle jedem die Lektüre.

(via Kiezkicker/Twitter)

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2 Antworten zu “Die Friedrich Ebert-Stiftung schafft Klarheit

  1. Loellie Oktober 14, 2010 um 11:01 am

    Wenn man die Kommentarspalten unter den diversen Artikeln zur Studie überfliegt, kann man sich das Lesen der Studie eigentlich sparen.

    Der Cyber-War läuft auf Hochtouren.

    Bei den News zu dem Stuttgarter, der jetzt Blind ist, sieht es auch nicht besser aus. Die überwältigende Mehrheit meint mittlerweile, der Links-Terrorist sei ja selbst schuld.

  2. momorulez Oktober 14, 2010 um 11:12 am

    Das sind mittlerweile aber auch mediale Daueroffensiven, da wird einem einfach nur schlecht. Zwar wird auch die Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung besprochen, aber parallel erfinden allesam „Deutschendfeindlichkeit“ und kotzen allem Andersartigen mitten ins Gesichts, während demokratische Tugenden deligitimiert und kriminalisiert werden. Es ist grausam.

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