Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Man muß dahin gehen, wo es weh tut – in die Geschenkpapierfabrik!

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3 Antworten zu “Man muß dahin gehen, wo es weh tut – in die Geschenkpapierfabrik!

  1. Bob September 24, 2010 um 12:00 am

    Mann, Mann, Mann! Das ist toll.

  2. ziggev September 25, 2010 um 2:31 pm

    Wieso tut das weh? Es gab immerhin eine Zeit, in der das Produktdesign noch stilprägend war. Wobei ich weniger an Paisley und Verwandtes denke. Im Textildesign, bei Tapeten, Gardienen- und Rollomustern scheint sich mir schon immer (seit ’45) das Problem der Beliebigkeit gestellt zu haben (sobald es nicht um traditionelle Schottenmuster o. Ä. handelt), nur dass in diesem Bereichen die Beliebigkeit zum Prinzip erhoben wurde, ist in meinen Augen ein erst recht jungen Phänomen. Es wurden Strömungen der Kunst (der 50er, 60er, 70er Jahre) aufgegriffen, da – irgendwie musste das ja modern sein -, dieses Problem zu lösen, durchaus noch den Gebrauchsgrafikern überlassen wurde. Natürlich, es gab Qualitätsunterschiede. Dass aber bei Arno Schmidts ‚Kaff auch Mare Crisuim‘ – bei Arno Schmidt, der diese Zeit auf unvergleichbare Weise wieder auferstehen lässt, wie ich finde – die Freundin des Büroangestellte Karl Richter Hertha Theunert ausgerechnet in einer Textilfabrik als Textilentwerferin arbeitet, habe ich damals, eben weil ich mich fragte, welche Produktionsbedingungen da geherrscht haben, als ein Signum jener Zeit gelesen. Hat bei A. Schmidt zwawr offensichtlich einen biographischen Hintergrund, aber sei´s drum, ich lese halt Dinge hinein, assoziiere, wie es mit gefällt, und was ich, angeregt durch Lektüre, da so an Halbbewusstem, Halberinnertem in mir (wieder)auferstehen lasse. Endlose, bettlägerige kindliche Träumereien in schlaflosen Sommernächten ob der in meinen Augen heute: nicht sehr gelungenen Muster auf dem Vorhang in meinem Zimmer, deren verborgenes Rätsel ich zu entschlüsseln suchte, und die im Gegenlicht sich schwach abzeichneten, M. Proust hatte sich da mit dem Lichtstreifen an der Zimmerdecke zufrieden geben müssen …

  3. momorulez September 25, 2010 um 8:07 pm

    Deine kindlichen Träumereien lesen sich sehr anrührend. Das Dekorative mit Herzchen habe ich trotzdem immer als so was die natürlichen Feind abstrakter Kunst wahr genommen, weil es das, womit man sich da beschäftigt, zugleich vereinnahmt, enwertet und verbirgt. Wobei man freilich auch da, wo es weh tut, dann wieder was lernt.

    Mir gefallen die Variationen oben selbst auch. Dieses verschiedenen Strich-Strukturen des Apps „Brushes“ sind trotzdem so was wie Acryl-Medien, die man bei Schacht und Westrick kaufen kann, um der Acrylfarbe einen Körper zu verleihen – und die Bespielbilder, sehr effektvoll, die da dann hängen, sind reiner Effekt. Was eben Sujet des obigen Bildes ist. Und mir tut das schon weh.

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