Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Was eine „Erfahrung“ nicht ist

Es gibt ja dolle Leute. Die sind sich sicher, zu wissen, was andere sicherlich wissen. Zuhören? Fehlanzeige. Die ständige Bezugnahme auf das, was man weiß, dass es der Andere wisse, erspart schon schon mal das „Du“. Man kann sich so fröhlich mit seinem Vorwissen beschäftigen ungefragt verletzten, ständig zur Referenz auf ungefragt voraus Gesetztes ermahnen und jegliche Abweichung von diesem geißeln. Das ist ein staatsanwaltliches Verhalten: Irgendwie entsteht der Eindruck,  der Deliquent sei schuldig, und jegliches Bestreiten dessen wird fortan als Schuldeingeständnis ausgelegt. Das ist ziemlich praktisch; auch die Beichte funktioniert so: Voraus gesetzt, der Mensch ist sündig, wird ganz viel Sprechen produziert. Und wer glaubt, er habe nichts zu beichten, ist automatisch vom Teufel besessen.

Dass das mit Erfahrung nix zu tun hat, dürfte klar sein. Lediglich das erste Erlernen des Vorausgesetzten selbst ist irgendeine „Input“-Relation; wenn es unhinterfragt voraus gesetzt wird, so ist es eben etwas, das Erfahrung prägt, steuert, Orientierung schafft. Es ist der Kern der gängigen Verwendung des Begriffs „Dogma“, dieses Voraussetzen des Unhinterfragbaren, und es ist hochgradig manipulatives Verhalten. Machtmissbrauch in seiner rhetorischen Form.

Seine Macht gewinnt es aus gesellschaftlich Gültigem: Das, was möglichst viele voraus setzen, während sie behaupten, Erfahrung zu machen, kann man „Leitdiskurse“ nennen, mal Foucault sehr light referierend. Diese produzieren fortwährend durch und durch machtgesättigt Trennungen und Unterscheidunngen in Gesellschaften, anhand derer der Einzelne sich in seinem Selbstverständnis formt. Sie können jedoch zurück gewiesen werden, indem man sich so ihnen verhält, daß man sie angreift. Das ist z.B. der Sinn der so oft gescholtenen „Dekonstruktion“: Die unbefragten Voraussetzungen aufspüren und sie auseinander zu nehmen, so, dass sie der Hinterfragung zugänglich werden und eine Freiheit des Denkens und auch Selbstverständnisses möglich werde.

Diese Leitdiskurskonstruktion ist an gesellschaftliche Gruppenperspektiven gekoppelt – eben an jene der Mächtigen. Wer sie übernimmt, schmarotzt an manifesten Machtverhältnissen. Und sie haben Objekte – zumeist sind dies jene, die als Abweichung fortwährend behauptet werden. Die Machtverhältnisse brauchen diese Abweichungen, um sich stabil zu halten. Jegliche Behauptung von „Extremismen“ sind hier z.B. verortet. Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis auch so genannte „Homosexualität“ Gegenstand der Extremismusbehauptung wird; schade, dass ausgerechnet selbst Marginalisierte zu diesem Stilmittel greifen:

„Wenn wir schon mal beim Thema sind. Der Islam wird gerne als rückständig angesehen, u.a. auch weil er keine Homosexualität akzeptiert. Aus meiner Sicht als Muslim stellt sich das wie folgt dar: Von allem gibt es einen Normalzustand, eine Untertreibung und eine Übertreibung. Die letzteren sind Extremzustände und mit unschönen Folgen. Demnach ist bei Hunger „essen“ eine Normalität, Bulimie eine Untertreibung und Fettleibigkeit eine Übertreibung. Beides sind sozusagen Irrwege. Das Mann und Frau sich bei Lust sexuell betätigen ist der Normalfall, das kann wohl jeder Leser bestätigen, es sei denn er ist vom Himmel gefallen oder die Störche haben sie gebracht. Askese in Form von Mönchtum ist eine Untertreibung. Homosexualität, Sodomie, Inzest und Gleichwertiges sind eine Übertreibung.“

Interessant, zugleich tragisch ist hierbei nicht nur, dass es sich um eine Spur der aristotelischen Tugendlehre in muslimischen  Kulturen handelt – der hat die Mitte, das Vermeiden der Extreme, als Weg des individuellen, nicht politischen Glücks proklamiert. Interessant ist ebenso, dass nachzulesen ist, wie in das Selbstverständnis eines deutschen Muslims – Staatsangehörigkeit erachte ich hier als sekundär und weiß sie nicht – die geradezu anbiedernde Orientierung an deutsche Leitkulturen eindringt und er das auch noch identitär als Abweichung behauptet. Wohl weil Homophobe wie Jens Jessen ihm das eingeredet haben.

Beinahe hätte ich geschrieben „Der Junge muss nur mal ordentlich gefickt werden, dann merkt er, wie lustvoll das ist“ und würde dann exakt da gleiche tun, nämlich heteronormative Leitdiskurse, die zumeist Lesben ertragen müssen, auf den Querschläger anzuwenden. Dass, bevor der Einwand kommt, die „Homo-Ehe“ scheinhafte Akzeptanz der säuberlich erhaltenen Abweichung nur tarnt und nichts anderes ist als Assimilation an kleinbürgerliche Beziehungsvorstellungen, eben jene, die dem Kapitalismus am ehesten kompatibel sind, bedarf das eigens der Erwähung?  So was meinen Schlagworte wie „Homonationalismus“, und analog macht der Autor das auch: Auch als Migrant Markierter bezieht man sich vorsichtshalber auf einen der kleinsten, gemeinsamen Nenner deutscher Leitdiskurse: Die Trennung homo- und heterosexuell und behauptet sich selbst als „Mitte“, von der andere dann „extremistisch“ abweichen, und das, während er den den „man wird ja wohl noch sagen dürfen!“-Nazi spielt. Und zugleich genau die „Kanackenrolle“ einnimt, die ihm zugleich von der Mehrheitsgesellschaft zugewiesen wird: „Wir“ sind das gar nicht. „Die da“ sind antisemitisch, homophob und frauenfeindlich, und so kann man der eigenen Fremdenfeindlichkeit auch noch einen „antifaschistischen“ Anstrich geben.

Andere zentrale Grenzziehungen wären Arbeit „haben“/arbeitslos; Raucher/Nichtraucher; Mann/Frau; Migrationshintergrund/kein Migrationshintergrund anhand völkischer Kriterien. Komischerweise redet ja kein Mensch von „Migrationshintergrund“ bei Sachsen, die nach Hamburg ziehen, z.B..

Bemerkenswert immerhin auch die Behauptung der „heiligen Kuh“ „Homosexualität“ mit dem Gestus des Tabubruchs gekoppelt. Passt halt hierzu:

„Ich darf also meine Erfahrung, dass Schwule und Schwarze in manchen Kreisen als schick gelten, weil man sich mit denen dann schmücken kann und zeigen, wie liberal man ist, nicht erwähnen. Darf ich wenigstens die Erfahrung machen? Oder ist das auch schon verboten? Muss ich meinen Sinnesapparat dahingehend umoperieren lassen, dass ich solche Erfahrungen gar nicht mehr machen kann?“

Auch wenn die Vorzeichen, na, ein ganz klein wenig nur verschoben sind: Wie macht man denn eine solche „Erfahrung“, und welche Perspektive nimmt man dabei ein? Wie erfasst der „Sinnesapparat“ „liberal tun“, „sich mit Schwulen schmücken“? Das ist in etwa so wie „ich kenne die Türken, neben mir wohnt einer“ oder die Konstitution von „Ausländerkriminalität“ als „Erfahrungstatsache“.

Die Umkehr einer solchen „Erfahrung“ ist kaum möglich, zu dominant vor allem das Beharren auf Definitionsmacht und dem Zuweisen der Rollen des jeweils Anderen, diese Schmarotzen an Leitdiskursen der Mehrheitsgesellschaft ist einfach ekelhaft  – wie „schick“ „Heterosexualität“ ist, kann man zwar auch bei jeder Hochzeit, jeder Vorabendserie, jeder Pilcherverfilmung sehen, komischerweise hat das hier noch niemand in die Kommentarsektion geschrieben, dieses permanente Zelebrieren des „Schickseins“  – stimmt nur halb: Noergler und Che wiesen oft darauf hin, dass Kinder- und Ehelosigkeit so gar nicht schick sind in bestimmten Kontexten.Und Netbitch über die Unschicklichkeit sexuell selbstbewußter Frauen.

Mit anderen Worten: Eine an „Sinnesorgane“ gekoppelte „Erfahrung“ diesbezüglich kann man gar nicht machen, ohne die Begriffe der Leitdiskurse zugleich zu wiederholen, die selbst keine Erfahrung sind.

„Erfahren“ kann man nur konkrete Individuen, ein Lächeln, Sätze, die gesagt werden, das Gefallen der Farbe eines Anzuges, einen Geruch, den man wahrnimmt, die Zeugenschaft bei einem Autounfall, die als Schock in Gliedern sitzt und zum Führerscheinverzicht animiert  – aber nein, viele Heten brauchen das, nun immerzu den Sonderstatus der jeweils Anderen zu betonen und das auch noch als „Erfahrung“ zu behaupten, während sie nix anderes tun als Leitdiskurse zu reproduzieren.

Und wehe, die Tunte, der „Neger“, der „Migrant“ wehren sich gegen Zuschreibungen. Dann ist das „psychischer Vernichtungswille“.

Vernichten dürfen freilich nur die Mehrheitsgesellschaftler – durch permanentes Erzeugen des Allgemeinen, das jedes fühlende Individuum rhetorisch tot schlägt. Unaufgefordert und permanent.

Das Schlimmste war der erste Schritt: Nicht einfach nur lieben und begehren zu dürfen, sondern zunächst bekennen zu müssen „Ich bin schwul!“.

Advertisements

77 Antworten zu “Was eine „Erfahrung“ nicht ist

  1. T. Albert August 17, 2010 um 1:26 pm

    Oh! Das bewahre ich mir auf. Danke.

    Leitdiskursproduktion, merke ich gerade, kann ich wahrscheinlich nur umgehen, indem ich mich ausmische, ja.
    Im übrigen haben Menschen Namen, damit können wir einander ansprechen. Das Zwangsumbenamen hat ja auch Leitdiskurs-Tradition, eine beliebte Sache, das.

    „dieses permanente Zelebrieren des „Schickseins“ – stimmt nur halb: Noergler und Che wiesen oft darauf hin, dass Kinder- und Ehelosigkeit so gar nicht schick sind in bestimmten Kontexten.“
    Allerdings. Wir sind Mittelstand, kassieren jede Menge Transferleistungen, sobald es möglich ist, brauchen „die richtigen“ Anreize, bis wir unsere Kinder endlich überhaupt mal wollen, und dann haben wir auch keine schwulen Freunde mehr. Andere auch nicht, Kinderlose oder Leute, die noch länger nicht heiraten als wir selbst.
    Die Verlogenheit meiner Kreise ist manchmal schlecht auszuhalten, dann mische ich mich aus. Oder soll ich in all diesen irrwitzigen Gesprächen immer wieder sagen, ja, aber mein bester Freund aus Berlin, einer der Menschen, mit denen ich am liebsten meine Zeit teile, ist auch schwul. Ja, und jetzt? Wieso fühle ich mich bemüssigt, solchen Mist überhaupt zu sagen? Da mische ich mich lieber aus und meide manche Leute, leider immer mehr. Besonders rabiat ist die mittelalte Mütter-Elite, die mich so umgibt.
    Lustigerweise sind die alle links bis superlinks, ihre Männer auch, ihre Kinder wahrscheinlich auch schon. Und ich kann das Dauergeschwafel über die mittelständischen Sozialleistungen, die es für unsereinen an jeder Ecke gibt, nicht mehr hören. Da materialisiert sich der Leitdiskurs ganz direkt und unvermittelt, in jeder Beziehung.

  2. momorulez August 17, 2010 um 1:33 pm

    Wobei ich den, der den Anlaß gab, ja auch weiter zwangsumbenenne – ich betrachte das aber weiterhin als legitime Notwehr.

  3. che2001 August 17, 2010 um 1:50 pm

    Es hören ihm aber immer weniger zu, und das ist gut so.

  4. momorulez August 17, 2010 um 2:02 pm

    Ja, wobei der Krempel, den der so absondert, einfach symptomatisch ist für Rhetoriken, die normalerweise weiter rechts stehen, und damit auch für Entwicklungen innerhalb „der Linken“. Das habe ich mit meinen schwarzen FreundInnen (ha!) hier oft in der Diskussion, dass diese Selbstgerechtigkeit der Achso“toleranten“ oft viel aggressiver ist als die anderer gesellschaftlicher Lager. Von daher bin ich jetzt doch noch mal drauf eingegangen.

    Musste bei Schreiben einmal mehr an die Zeit so ’87 bis ’93 denken. Da war zwar Problem, dass man ständig über AIDS quatschen musste; ein solcher Text wäre aber gar nicht nötig gewesen in „linken“ Umfeldern. Vielleicht war ich da aber einfach subkultureller unterwegs. Die großen Begriffsklammern hatten sich da irgendwie zugunsten tatsächlicher, pluraler Selbstverständlichkeit aufgelöst, vorüber gehend.

    Im Job durfte ich eh nur individuell sein, wenn ich weder den Akademiker noch den Schwulen mir anmerken ließ. Und worauf drischt dieser Drecksack ein? Genau darauf. Kann das manchmal nicht ignorieren; das sind ja Kräfte und Machtverhältnisse, denen ich ständig ausgesetzt bin.

  5. C.K. August 17, 2010 um 2:43 pm

    Momo,

    ich lese sehr gern deine Texte zu diesem Themenkomplex. Und das auch schon seit ca. 3 Jahren, auch wenn ich eigentlich nicht kommentiere.
    Zwei Fragen habe ich mittlweile.
    Ich bin „weiß“, männlich, heterosexuell und auf Grund dieser Eigenschaften bzw. Zuschreibungen schuldig im Sinne deiner Anklage, denn ich bin Angehöriger dessen was du Mehrheitsgesellschaft nennst. Habe ich, unabhängig von meinem konkreten Verhalten, Anlass zu Schuldgefühlen? Habe ich eine Chance durch Verhalten aus der Schublade zu hüpfen? Oder bleibe ich lebenslang Unterdrücker, bis wir das herrschaftsfreie Zusammenleben verwirklicht haben oder ich durch ein Ereignis „randständig“ werde?
    Das klingt jetzt schärfer als es gemeint ist, die Sache beschäftigt mich wirklich.

    Die zweite Frage bezieht sich auf Foucaults Machtbegriff.
    Was wäre deine Empfehlung wie man sich dem am besten nähern kann? Ohne Sekundärliteratur, ich hab die gesammelten Werke hier und ich finde seine Adepten schreiben fürchterlich verschwurbelt, während er selbst eigentlich ein leuchtendes Beispiel klarer Sprache ist.

    mfg

  6. che2001 August 17, 2010 um 2:45 pm

    Das Schlimme ist diese absolute Merkbefreitheit. Täter sind immer nur die vom Standpunkt einer statistischen Standardnormalität (weiß, hetero, männlich, bürgerlich) her Anderen.

  7. momorulez August 17, 2010 um 3:11 pm

    @C.K.:

    Ich vermute mal, dass Du vor allem C.K. bist und als solcher lustvoll, liebenswert und wunderbar. „Weiß“, männlich und heterosexuell – in welcher Hinsicht ist das relevant? Und dann kannste selbst antworten, das kann ich ja nicht für Dich tun. Deshalb hat das mit „schuldig im Sinne der Anklage“ gar nicht zu tun, sondern mit der Art, in der man sich solche Zuschreibungen anzieht. Das ist doch wie mit „deutsch“. Ich halte es nicht für unangemessen zu fordern, wenn sich jeder, der auf diesem Territorium lebt, mit deutscher Geschichte beschäftigt. Inwiefern er sich nun mit „deutsch“ persönlich identifiziert, das ist eine andere Frage. Ist nur halbschief, der Vergleich.

    Im Falle der Rassismus-Diskussion nennt man das „Critical Whiteness“. Das man also nicht fortwährend nur über die Unterdrückung von Schwarzen debattiert, sondern ebenso über das, was „weiß“ denn bedeuten sollen kann. Nur so als Idee. Ich kann ja da die mir zugewiesene Perspektive auch nur zu verlassen suchen, indem ich die Begriffe zum einen als sozial wirksam ernst nehme, auch ökonomisch wirksam, übrigens, und zugleich zu unterlaufen suche. Und solche analogen Reflexionen würde ich schon erwarten auch von so genannten „Heterosexuellen“. Das ist ja gar keine „Schuldaufarbeitung“, sondern ein reflektiertes Selbstverhältnis.

    Eine Sache, die ich mittlerweile ständig zitiere, war, dass Somlu neulich zu recht forderte, auch jeder Schwule habe seine Rolle im Patriachat zu hinterfragen. Ich gebe mir da zumindest Mühe. Nicht, weil ich schuldig wäre, sondern weil es freier macht – mich ja auch.

    Zu Foucault: Das ist mittlerweile sehr unübersichtlich geworden, das Feld; habe eher den Eindruck, dass die frühen Diskussionen tiefer gingen als die aktuellen. Auch, weil die Rezeption der „Dits et ècrits“ und der Vorlesungen eher verwässert hat, so scheint es mir.

    Finde zum Einstieg immer noch diesen Merve-Band zur „Mikrophysik der Macht“ mit Interviews und kurzen Texten prima, die Lektüre von „Überwachen und Strafen“ und „Die Ordnung des Diskurses“ ist eigentlich unerläßlich. Die neueren Einführungen kenne ich gar nicht mehr; ich bin damals mit Urs Marti „Michel Foucault“ und Elke Dauk „Denken jenseits von Ethos und Methode“ hinein geschlittert und weiß gar nicht, ob es die noch gibt, die Bücher. Zur Einführung zu schwierig ist das Buch von Deleuze, völlig unbrauchbar sind die Ausführungen von Habermas im „Philosophischen Diskurs der Moderne“ und Honneths in „Kritik der Macht“. Und alles, was sich um die Gouvernementalitätsstudien rankt, ist zwar auch ganz spannend, aber gleichzeitig ein Depontenzieren von Foucault. Es gibt ein Buch von Wolfgang Detel, „Macht. Ethik. Wissen“ oder so ähnlich, das ich auch für hervorragend halte, das war einst bei Suhrkamp erschienen, bei Amazon gibt es das kurioserweise nur auf englisch.

    Du kannst anhand dessen allerdings auch ungefähr ablesen, wann ich Examen gemacht habe 😉 …

    @Che:

    Ja.

  8. C.K. August 17, 2010 um 7:15 pm

    Momo,

    danke für die Absolution 😉
    Ich finde es notwendig permanent zu hinterfragen was als normal gilt und wie Abweichungen davon „gemacht“ und aufrecht erhalten werden. Allerdings nicht weil ich damit direkt auf eine Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse ziele, sondern weil das als Historiker eine spannende Perspektive ist.
    Ich halte diese Normalisierungsdiskurse aber auch für durchaus nützlich. Sie können unter Umständen der gesellschaftlichen Befriedung dienen. Antisemitismus ist ein Beispiel. Wenn man sich die Zahlen zur Verbreitung antisemitischer Einstellungen anschaut oder auch nur mit offenen Ohren durch die Welt läuft und mal in ein paar Bücher reinschaut, muss man eigentlich zu dem Schluss kommen, dass wir ihn niemals loswerden. Genau so wenig wie Rassismus etc. Davon ausgehend ist schon viel erreicht wenn Menschen die sich klar antisemitisch, rassistisch o.ä. äussern als ausserhalb des „normalen“ Diskurses stehend betrachtet und auch so benannt werden. Das ist ja auch ein Normalisierungsprozess. Wobei mir natürlich lar ist dass Meinungen etwas anderes als Menschen sind.
    Deswegen aberauch die Frage nach dem Machtbegriff. Es ist legitim und notwendig immer wieder in Frage zu stellen was warum als normal gilt. Allerdings habe ich das Gefühl, dass der Mechanismus selbst nichts per se schlechtes ist.
    mfg

  9. momorulez August 17, 2010 um 8:22 pm

    @C.K:

    Ich halte es für wenig sinnvoll, nun Antisemitismus im Rahmen eines Normalisierungparadigmas zu attackieren, zudem Du ja selbst schreibst, dass Normalität Rassismus, Antisemtismus und Sexismus sind, was ja klar ist und systematisch so sein MUSS, weil das eben alles mehrheitsgesellschaftliche Zurichtungen des Anderen sind. Juden zur Taufe zwingen ist eben strukturanalog zur „Heilung“ von Homosexuellen, und wenn die christliche Mehrheit nun ausnahmsweise mal davon absieht, weil sie zum einen ganz plötzlich „jüdisch-christliche Traditionen“ unter Ignoranz jüdischer Geschichte erfunden hat, es zum andren gerade erfolgsversprechender ist, stattdessen lieber gleich auf Muslime loszugehen, dann ist das ja nun gerade kein Argument dafür, nun über Normalitätsbeförderung zu agieren. Ganz im Gegenteil: Antisemitismus ist historisch, wie Du als Historiker weißt, eine Normalisierungspraxis, und sei es durch Homogenisierung eines biologistischen „Volkskörpers“.

    Einzig eine Pluralitätsforderung, die jedes Individuum mit gleichen, fundamentalem Recht auf Individualität ausstattet, ist da als normatives, eben nicht normalisierendes Kriterium anzuführen – die alte, kantische Antwort. Plus Grundsatz der Rechtslehre.

    Bei Foucault ist das noch ein wenig anders – bei dem geht um Entfaltung von Gegenmacht, weil es kein Außerhalb der Macht gibt.

  10. Karsten August 17, 2010 um 10:18 pm

    Hm. Wenn nun jeder Schwule seine Rolle im Patriarchat hinterfragen muss, dann muss aber doch auch jede Frauenrechtlerin ihre Rolle bei der Heteronormativität hinterfragen, oder? Und jeder Schwarze sollte seine Rolle bei der religiösen Unterdrückung analysieren. Muss jeder Blinde sich Gedanken über eine Gesellschaft machen, die mit Rollstuhlfahrern immer noch nich angemessen umgeht?
    Nein, allein dieses „muss“, das schreckt mich schwer ab. Vor allem dann, wenn es – wie zum Beispiel beim Aggro-Migranten oder den schwulen Westlern – zu einem Wettstreit der Ausgrenzung wird: „Hey, wir sind wirklich ausgegrenzt und marginalisiert, ihr hingegen seid schick/werdet doch bevorzugt, weil man Angst vor euren Terroristen hat“.

  11. momorulez August 17, 2010 um 10:29 pm

    Erwartest Du darauf jetzt eine Antwort? Ich würde doch darum bitten, diese – mit Verlaub – albernen „auch Dicke werden ja diskriminiert“-Einwände auf die Kernaussagen des Textes zurückzubeziehen. Von realen Machtverhältnissen in der Relation „Blinde“ und “ Rollstuhlfahrer“ wäre mir nix bekannt. Bemerkenswert ist zudem, dass Du reflexhaft oder auch nicht die Perspektive der Mehrheitsgesellschaft einnimmst und lauter Abweichungen deklarierst.

    Ach, und diese Allergie gegen das „muss“ – dann muss auch keiner was gegen Antisemitismus oder Vergewaltigung haben. Diese Allergie ist das Gegenteil von Aufklärung und somit der selbst verschuldete Einstieg in die Unmündigkeit.

  12. Karsten August 17, 2010 um 10:52 pm

    Ich nehme die Blinden und die Rollstuhlfahrer zurück, da sie von dir offenbar nicht als entschärfende Übertreibung, sondern als ernsthaftes Argument wahrgenommen worden sind.
    Eine „Perspektive der Mehrheitsgesellschaft“ nehme ich nicht ein, wenn ich verschiedene Gruppen beschreibe, die sich – durchaus zurecht – gegen ihre jeweilige Diskriminierung wehren. Und kritisiere, dass da Forderungen erhoben werden, eine diskriminierte Gruppe möge sich doch bitte erstmal damit beschäftigen, wie ihre eigene Rolle bei der Diskriminierung der anderen Gruppen ist.
    Was für mich ebenso blöd ist wie diese Behauptungen „Muslime werden doch gar nicht diskriminiert, im Gegenteil, sie sind verantwortlich für den Schwulenhass!“ oder „Schwule werden doch gar nicht diskriminiert, die sind doch schick“.
    Dass das, was ich schreibe, von deinem ursprünglichen Text weggeht, ist mir schon klar. Aber das war doch bisher eine akzeptable Entwicklung von Diskussionen, oder?

  13. netbitch August 17, 2010 um 11:00 pm

    Schöner letzter Satz. Wobei, ich möchte nochmal einsteigen, das finde ich nämlich äußerst interessant: @dann muss aber doch auch jede Frauenrechtlerin ihre Rolle bei der Heteronormativität hinterfragen – da liegt doch das Bunny im Pfeffer. Der „bürgerlichen Frauinnenbewegung“ würde ich ja das ins Stamm- und Gebärmutterbuch schreiben. Die unter feministischer Flagge segelnden (aber nie hart am Wind kreuzenden) rot-grünen Heterafrauen mit Blick auf die Frauenbeauftragtenkarriere, die Frausein zum Programm erheben und sich so etwa zwischen Neuen Müttern und Gleichstellungsforderungen im akademischen Betrieb bewegen, aber weder die Leichtlohngruppen für Frauen in unterqualifizierter Arbeit noch Huren noch Rassismus auf dem Schirm haben sind doch etwas total Anderes als die Frauen-Lesbenszene, die Streetworkerinnen rund um Frauenhäuser oder Meineeine, die versucht, die Perspektiven der letztgenannten Gruppen mit Karriere und einem lustvollen(noch dazu „perversen“) heterasexuellen Sexualleben in Einklang zu bringen versucht und dabei ständig zwischen allen Stühlen steht. „Die“ Frauenrechtlerin gibt es nicht. Der Yuppieschwule und der schwule Punk haben auch so viel gemein wie Menschenschlächter Taylor und der schwarze Asylbewerber.

  14. momorulez August 17, 2010 um 11:05 pm

    @Karsten

    Na, der Einwand von Somlu bezog sich darauf, dass Schwule halt auch -in unserem Schema – Männer sind und insofern nicht nur als Marginalisierte unterwegs sind. Diese Fragestellung war noch in der Schwulenbewegung der 70er eine Selbstverständlichkeit und ist irgendwie abhanden gekommen.

    Ich habe so seltsame Kollisionen in meinem Arbeitsalltag ständig. Da bin ich einerseits Chef und Geschäftsführer, aber in meinem Selbstverständnis ja nun eher gezwungenermaßen auch schwul und habe weibliche freie Mitarbeiter. Nun hatten wir gestern ein Thema am Wickel, wo ich es als geradezu übergriffig empfand, dass eine Hetera es wagt, sich einzubilden, dieses behandeln zu können. Sie hat im Gegenzug den Film, von einem Mann für blöd und blond gehalten zu werden. Das lös mal auf.

  15. momorulez August 17, 2010 um 11:15 pm

    Ich lege übrigens trotz Geschäftsführerdasein viel Wert darauf, kein „Yuppieschwuler“ zu sein 😉 … Und aktuelle Herausforderung ist ja tatsächlich, die dollen Ergebnisse von Cultural Studies etc. wieder mit der Kritik der Politischen Ökonomie zu verbinden. Aktuell entstehen ja Seltsamkeiten, dass People of Colour der Ansicht sind, alle Homos (ich übertreibe) leben in schicken Lofts, wo sie nix anderes zu tun haben, als schwarze Obdachlose zu vertreiben. Diese Anspielungen finden sich ja auch beim Querschläger. Und da lachen sich die „Herrschenden“ doch ins Fäustchen, und da Karsten das auch meinte, stimme ich ihm dahingehend zu.

  16. Karsten August 17, 2010 um 11:15 pm

    Hm. Wenn ich jetzt das von mir empfundene „erst mal“ bei der Hinterfragerei durch ein von netbitch jetzt umschriebenes „doch auch mal“ ersetze, kann ich ja eigentlich auch zustimmen (das „Gebärmutterbuch“ finde ich übrigens wirklich genial!).

    Insbesondere, wenn ich in Betracht ziehe, MR, dass zwischen uns ja einer der ständigen Streitpunkte ist, dass ich mir selbst eben relativ selten so vorkomme, als sei ich „als marginalisierter unterwegs“. Aber eigentlich fühle ich auch so selten so richtig patriarchalisch. Was vielleicht auch damit zusammenhängt, dass in meiner Familie immer die Frauen den Ton angegeben haben. Und viele meiner Bekannten Stubentiger sind… heterosexuelle Stubentiger.

  17. Karsten August 17, 2010 um 11:18 pm

    Na klar bist Du Yuppieschwuler. Erkennt man doch am Apfel. 😛

  18. netbitch August 17, 2010 um 11:19 pm

    Langsam komme ich mir als matriarchalisches, klitokratisches Doppelloch vor. Gute Nacht;-)

  19. momorulez August 17, 2010 um 11:21 pm

    In meiner Familie haben auch die Frauen den Ton angegeben, obgleich mein Vater Würdenträger war.

    Und das mit der Marginalisierungserfahrung wurde auch erst im Berufsleben so richtig akut, da kann ich hier nicht konkreter werden – ich weiß ja nicht, wie viel und welche Erfahrungen Du da schon gesammelt hast. Zudem mir in den letzten 2, 3 Jahren auch erst klarer wurde, was bestimmte Sozialisierungserfahrungen gerade mit Typen wie G-Punkt mit mir gemacht haben. Das habe ich mit 30 schlicht noch nicht geschnallt.

  20. momorulez August 17, 2010 um 11:22 pm

    @Netbitch:

    Schlaf gut!

  21. momorulez August 17, 2010 um 11:33 pm

    Das war übrigens Schwachsinn, dass die Marginalisierungserfahrung erst im Berufsleben akut wurde. Die war von ca. 15 -22 die dominante Erfahrung, dann ging’s, und mit dem Berufsleben ab 27 spielte sie immer wieder eine Rolle.

  22. Karsten August 18, 2010 um 8:13 am

    Mir ist schon klar, dass wir das mit noch so vielen Diskussionen nicht auflösen können, weil die Erfahrungen dazu einfach zu unterschiedlich sind. Wobei meine Jugenderfahrungen mit der Marginalisierung vielleicht einfach deswegen nicht so prägend sind, weil meine Jugend eben auch sonst keine so dolle Zeit war.

  23. Karsten August 18, 2010 um 8:14 am

    Bin ich im Akismet?

  24. momorulez August 18, 2010 um 8:54 am

    Nö, Du bist ganz öffentlich 😉 … WordPress spinnt heute aber auch. Der neue Eintrag war vorrübergehend auch verschwunden und dann plötzlich wieder da.

    Ziel dieser ganzen Diskussionen ist ja, dass Erfahrungen als individuelle im Bezug auf ein „falsches Allgemeines“ oder auch nicht diskutierbar werden.

    Ich will Dir da ja auch gar keine Erfahrungen aufquatschen, und die Jugendjahre waren bei mir nun auch in allerlei Hinsicht schwierig, wie ja bei den meisten Leuten. Wobei ich schon noch glaube, dass dieses „schwul mich boß nicht an“ von Hetero zu Hetero in Umkleidekabinen um einen herum und dieser Zwang, sich relativ früh mit einer nun ausschließlich über Sexualität definierten Szene konfrontieren zu müssen, eben andere Selbstverhältnisse hervor bringt als andere Konstellationen. Internet z.B. gab es ja damals noch gar nicht. Und ich bin ja aktuell auf einem diesbezüglich auch mich selbst immer wieder überraschenden „Aufarbeitungstrip“, Du dann wohl gerade nicht.

    Und von ökonomischer Marginalisierung kann zudem in meinem Fall ja nun tatsächlich nicht die Rede sein; liegt aber auch daran, dass ich hinsichtlich bestimmter, patriachaler Durchsetzungs- und Konkurrenzmodelle in bestimmten Hinsichten ziemlich gut angepaßt bin. Und eben als „Traumakompensation“ auch Fähigkeiten entwickeln konnte, über die andere niemals verfügen werden, sag ich mal ganz selbstbewußt. Das ist ja immer die Seite, die ich hier weg lasse. Auch, dass ich beruflich Sachen machen darf, von denen andere nur träumen, und insofern die Erfahrungen, die man in negativer Hinsicht im Bezug auf Marginalisierung des Schwulen macht, durch allerlei Sonstiges auch aufgewogen werden.

  25. C.K. August 18, 2010 um 9:36 am

    Momo,

    Antisemitismus ist wahrscheinlich immer ein blödes Beispiel, nur kam mir der Gedanke tatsächlich in einer Vorlesung über denselben.
    Mir geht es auch nicht darum dass Normalisierungsparadigmen der „richtige“ Weg sind, auf keinen Fall, schon aus purer Selbsterhaltung, dazu bin ich durch das was ich bin und was ich gern mache zu weit weg von dem was gerade als „normal“ verhandelt wird. Das mit der Pluralitätsforderung und den individuellen, unveräusserlichen Rechte unterschreibe ich sofort. Das wäre der Idealzustand und ist die Forderung die man erheben sollte.
    Mir ging es nur um die Betrachtung konkreter, spezifischer Prozesses und die können u.U. ja auch, perspektiv- und kontextabhängig, positive Effekte haben.

    Der Mauerbau ’61 war moralisch höchst verdammenswert und hatte eine Unzahl menschlicher Tragödien zur Folge. Aber er hat auch den kalten Krieg in Europa beruhigt und so zu einer Annäherung beigetragen, die schließlich den Zusammenbruch beschleunigt hat. Deshalb sollte man nicht den Mauerbau zwischen antagonistischen Staaten fordern. (kann man inhaltlich diskutieren, ist eine Interpretation und dient an dieser Stelle nur als Analogie dafür wie man konkrete Normalisierungsprozesse auch (!) betrachten kann, ohne sie im PRinzip gut zu heissen).

    mfg

    P.S. Ich habe das Gefühl Beispiele sind nicht meine Stärke 😉

  26. momorulez August 18, 2010 um 9:59 am

    @CK:

    Hälst Du selbst Vorlesungen?

    Das ist ja so ein wenig die „Gehlensche“, von mir aus auch Hobbesche Variante, aus Pessimismus und Skepsis geboren,die dann funktional-regulative Dämme errichtet, weil irgendeine Zwecksetzung das legitimieren würde. Und in der Tat muss man dann Prämissen akzeptieren, die man mit guten Gründen gar nicht fordern kann. Und da weiß ich dann auch nicht weiter. Aus der Perspektive könnte man pragmatisch Antisemitismus gut heißen, weil er den Rest so prima zusammen schweißt, was für mehr Effizienz und weniger innergesellschaftliche Spannungen sorgt (so funktioniert ja CDU-Politik teilweise, also nicht hinsichtlich Antisemitismus, aber hinsichtlich anderer „Randgruppen“). Aber will man das? Ist da nicht das Operieren mit regulativen Ideen doch wichtiger?

    Dass in der Rekonstruktion, gerade in der historischen, die Dinge sich noch mal ganz anders darstellen: Ja. Übrigens in einer Hinsicht auch ein Foucaultsches Argument: Der setzt auf punktuelle Intervention statt moralischer Begründung, um die Machtverhältnisse im Fluss zu halten.

  27. Karsten August 18, 2010 um 11:07 am

    @MR:

    Der setzt auf punktuelle Intervention statt moralischer Begründung, um die Machtverhältnisse im Fluss zu halten.

    Echt? Spannend. Dann verstehe ich, warum Du immer meinst, der müsste mir ja eigentlich gefallen. Hab aber bisher von ihm nur dieses Gefängnis-Ding gelesen…

  28. genova68 August 18, 2010 um 11:14 am

    Momorulez,

    Hammer, was aus meinem einfachen Erfahrungsbericht gezimmert wird. Da ich davon ausgehen muss, dass meine Beiträge hier eh gelöscht werden, spare ich mir das Schreiben. Keine Ahnung, inwieweit du das Opfer bist, zu dem du dich hier stilisierst. Mich hierfür als die Ursache zu nehmen, ist krank, wofür auch die Tatsache spricht, dass du nicht mal mehr in der Lage bist, meinen Namen zu schreiben. Ich empfehle dir eine Therapie, dringend, und auch das wieder ohne jede Häme.

    Ich kopiere stattdessen einen Beitrag von Netbitch aus ihrem Blog, den ich aufschlussreich finde (der dort aber leider nicht weiterdiskutiert werden darf). Es geht demnach weniger um das Gesagte, als um den Ort, an dem es gesagt wurde:

    „Es geht mehr darum, dass diese Erfahrung auf dem Blog eines Schwulen geschildert wurde, der sein Leben lang darunter leidet, dass sein Schwulsein von der Mehrheitsgesellschaft eben nicht als schick betrachtet wird und der den an der falschen Stelle gebrachten Erfahrungsbericht als Verhöhnung seines Lebenstraumas erlebt. Hätte der Katzenblogger das auf seinem eigenen Blog als anekdotische Erzählung gebracht hätte wohl niemand sich darüber groß aufgeregt, so aber kam es wie ein Übergriff rüber.“

    Che,
    dass mir immer weniger zuhören, ist eine erheiternde Feststellung angesichts dieses Threads.

  29. che2001 August 18, 2010 um 11:46 am

    Da hat eigentlich netbitch mit ihrer „abschließenden Bemerkung“ schon die bestpassende Antwort drauf gegeben-)

  30. C.K. August 18, 2010 um 12:33 pm

    Momo,

    du hast völlig recht. Man könnte nach dieser Logik alles mögliche widerwärtige gut heissen, auch die u.U. positive Binnenfunktion von Antisemitismus für die In-Group. Sollte man aber nicht. Darf man nicht. Ändert aber nichts daran dass der Effekt vorhanden ist und bei der Erklärung historischer Prozesse eine nicht unerhebliche Rolle spielt. Und die Effekte an anderer Stelle eben nicht immer schlecht sein müssen. Die Entscheidung darüber ist dann aber schwer subjektiv, was mich aber nicht stört. Da zeigt sich vermutlich unsere unterschiedliche Perspektive, die wahrscheinlich tatsächlich von unterschiedlichen Prämissen her rührt. Macht aber nix 😉

    mfg
    C.K.

    p.s.
    Nein, ich höre Vorlesungen als Student. Ich erdreiste mich dennoch der Selbstbezeichnung Historiker, den Schmalspurakademiker hab ich auch schon in der Tasche 😉
    Aber zu Vorlesungen wird es wohl nie kommen, dafür stößt mich der akademische Betrieb als Institution zu sehr ab, so anregend Wissenschaft als solche für mich momentan auch ist.

  31. T. Albert August 18, 2010 um 3:16 pm

    “ Keine Ahnung, inwieweit du das Opfer bist, zu dem du dich hier stilisierst. Mich hierfür als die Ursache zu nehmen, ist krank, …..
    Ich empfehle dir eine Therapie, dringend, und auch das wieder ohne jede Häme.“

    Hm. Na, wenns ohne Häme ist…

  32. momorulez August 18, 2010 um 3:22 pm

    @Karsten:

    In diesem Gefängnisding steckt ja jede Menge drin. Grundkenntnisse in Foucault können echt nicht schaden. Zum hier diskutierten Thema ist freilich auch „Sexualität und Wahrheit 1“ relevant.

    @Genova:

    Dass Du zur Kommunikation, die diesen Namen verdienen würde, wie auch zur Reflexion des von Anderen Geschriebenen wenig Bereitschaft zeigst und ein manipulatives Arschloch bist, das musst Du ja nun nicht jedes Mal wieder unter Beweis stellen. Dass die ignoranten Modelle in der Regel die erfolgreichsten sind und man den Schwuppen gegenüber irgendwann mit der Therapie kommt, geschenkt.

    @C.K.:

    Was die Rekonstruktion historischer Prozesse betrifft, ist Foucault dann aber wirklich eine Goldgrube für Dich. Wie er in „Überwachen und Strafen“ beschreibt, wie mittlels Human- und Sozialwissenschaften die hehren Werte der Aufklärung mal eben unterlaufen werden, das ist schon äußerst faszinierend. Und Bentham ist ja nicht zufällig gleichzeitig Erfinder des „Panopticums“ und Ahnherr des Utilitarismus 😉 …

  33. momorulez August 18, 2010 um 3:26 pm

    @T. Albert:

    Ist eh ein lustiger Mechanismus, auf „ich bin wütend auf Dich und erläuter Dir warum“ „Du bist krank“ zu antworten 😉 … auf solche Schlichtheiten in Sachen Selbstimmunisierung bin ich ja auf irgendeiner Ebene meines Seins neidisch. Man verpasst allerdings auch sehr viel, und in der Hinsicht tut mir Genova leid. Wahrscheinlich macht der WIRKLICH gar keine Erfahrungen deshalb.

  34. che2001 August 18, 2010 um 3:36 pm

    Dabei stecken in der ganzen Diskussion doch nun schon genug Zaunpfähle, ach was, Limespalisaden drin, die erklären, worum es sich dreht, und auch der Katzenblogger hat ja einen Lernprozess vollzogen. Genoveva ist immer noch status quo ante. Wie geht sowas?

  35. T. Albert August 18, 2010 um 4:02 pm

    Psychiatrische Empfehlungen nehme ich auch immer gerne dankend entgegen. Einmal hat mich später jemand um Entschuldigung gebeten, aber ich nicht mehr verstanden, warum.

    Da fällt mir der hier ein. Passt irgendwie. Jetzt sind wir wieder im 19. Jhdt.:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Franco_Basaglia

  36. momorulez August 18, 2010 um 4:08 pm

    @Che:

    Ich weiß es auch nicht. Der Text oben sagt ja nun was aus, was man selbstverständlich auch falsch finden kann wie alles Geschriebene; das war auch schon bei der Marx- und Stalin-Diskussion so, dass Gesagtes schlicht nicht zur Kenntnis genommen wurde. Stalinismusaufbereitung, aber wer Kronstadt sagt, ist zu intellektuell. Wie praktisch. Es bleibt dann wirklich nur die Verurteilung ohne Gründe, dann rezipiert man auch alles Gesagte als solches und muss vor allem bemüht sein, der Urteilende zu bleiben, weil man ja keine Gründe hat – notfalls mittels Therapiemepfehlung.

    Das ist wie bei Rayson & Co (exklusive Karsten, selbstverständlich). Und genau das ist ja mein Sujet: Die Nichtzurkenntnisnahme, auch oben im Text ist das Sujet, mittels falscher Verallgemeinerungen.

  37. Karsten August 18, 2010 um 4:08 pm

    Ach, „Überwachen und Strafen“ hieß das Gefängnisding – es wolte mir einfach nicht einfallen, und da es aus der Bib kam, hatte ich es auch nicht mehr parat, um nachzusehen. Meine Umschreibung sollte nicht abwertend sein – das Buch war wirklich sehr aufschlussreich.

    Psychiatrische Empfehlungen scheinen im Moment auch sehr in Mode zu sein…

  38. momorulez August 18, 2010 um 4:12 pm

    @T. Albert:

    Der passt tatsächlich; Foucault war ja mit der italienischen Antipsychiatriebewegung durchaus verbunden, meines Wissens. „Wahnsinn und Gesellschaft“ habe ich allerdings nie gelesen.

  39. momorulez August 18, 2010 um 4:14 pm

    @Karsten:

    Ich würde aber doch darum bitten, auch die Kontexte zu berücksichtigen und die Gründe, die angeführt werden, wenn Pathologisierungen stattfinden 😉 – dass der Konter nun nahe lag, das war mir allerdings auch schon aufgefallen.

  40. ziggev August 18, 2010 um 4:51 pm

    Aber wie soll das eigentlich gehen mit dem angeblichen Schick-Sein? Dafür braucht man doch immer jemanden, der zusieht und einen schick findet. Sonst würde man es ja nicht machen, wenn es nur ums Schick-Sein geht. Was aber dann? Wenn daran nun eigentlich gar nichts wäre? Es spielen sich also alle nur gegenseitig was vor. Alles wäre bloß ein blödes Spiel – eine Mode, menschenskind, das kann doch mal vorkommen, eine ephemere Erscheinung! Was ist denn schon dabei? Ich halte das also alles für ein Gerücht. Oder?

    Habe da mal einen Schwarzen kurz kennengelernt, der das perfekte Beispiel für den angeblichen „Irrweg von Mulitkulti“, als der „Mulitkulti“ in der Öffentlichkeit kritisiert wurde, hätte abgeben können. Denn diese Kultur, von der ich geglaubt hatte, sie sei schon lange untergegangen, war in diesem Menschen (und dem Kontext, der sich mir darbot) vor meinen eigenen Augen wiederauferstanden. Sah ich jetzt ein Beispiel für einen Irrweg? Hatte man sich also die Welt schöngeredet und in einer Illusion gelebt? War sie deshalb untergegangen? War das nur eine Mode gewesen, hatten da Leute sich mit der Idee geschmückt, wie offen, halt „multikulti“ sie doch seien? Und war das jetzt bloß noch eine Frace? Waren da Menschen „falsch“ integriert worden? Müssen einem Angehörige von Minderheiten jetzt eigentlich leid tun, leben sie in einer Scheinwelt, die in erster Linie aber die Illusion der sie Umgebenden ist?

    Darauf zielt doch die Frage ab – ob nicht in der Sphäre, in der sich das angeblich abspielt, Selbstktitik geübt werden müsste, sollte es solche Tendenzen der Vereinnahmung geben, weil … – ja, warum eigentlich? Sind denn diejnigen selber diskriminierend, die diese Schutzräume geben? – Und was ist die Gefahr, die in solchen Diagnosen liegt?

    Oder ist das alles ein Gerücht, von solchen Leitdiskursen, wie MR oben welche beschreiben hat, erst aufgebracht, und das deretwegen sich hält?

    Inzwischen braucht man ja nur zu sagen „Multikülti“ und der Reisenaufschrei bricht los. All die Fragen, die ich im zweiten Absatz gestellt habe, sind ja von gewissen Leuten mit ja beantwortet worden. – Um wiederum andere aufzuhetzen. Diese Absicht würde ich aber nicht gleich Katzenblogger und Genova unterstellen. (das war jendenfalls nicht meine Absicht.) Mich interessiert, welche Rolle dabei Vorurteile spilelen.

  41. che2001 August 18, 2010 um 5:46 pm

    @“Inzwischen braucht man ja nur zu sagen „Multikülti“ und der Reisenaufschrei bricht los.“ — Echt? Ich lebe wohl auf einem anderen Planeten. Ich erlebe das alles immer völlig anders. Für Genoveva wüsste ich ja ein Nachilfeblog: „Das geprüfte Argument“.

  42. ziggev August 18, 2010 um 5:58 pm

    Ok., etwas verkürzt: ARDZDF Diskussion. „Multikulti“ sei ja ein Irrweg gewesen. Das ging rasend schnell, seit das aufgebreacht worden war. Leute pflichteten wie selbstverständlich bei, solche, die, jedenfalls so mein Eindruck, das Wort wahscheinlich zum erste Mal gehört haben.

    „Multikulti“ hat irgendwie, irgendwo doch überlebt. Finds eigentlich ganz gut. – Natürlich anders verstanden als jetzt, wo es eigentlich besagt: Die Rechten haben versagt, die es nicht mal in Ansätzen geschafft haben, eine Leitkultur hervorzubringen.

  43. genova68 August 18, 2010 um 5:59 pm

    Da meine Beiträge offenbar doch nicht gelöscht werden (danke dafür), versuche ich doch noch mal eine Klarstellung.

    Dass ich hier manches nicht zur Kenntnis nehme, selektiv wahrnehme, mag sein, wer wollte das Gegenteil für sich in Anspruch nehmen? Alleine deine Aussage, Momorulez, Kronstadt fände ich zu intellektuell, könnte ich als Beleg für Nichtkenntnisnahme deinerseits nehmen und mich jetzt ganz doll empören. Mir war bekanntlich nicht der Hinweis auf Kronstadt zu „intellektuell“, sondern ich empfand schlicht die kollektive Verächtlichmachung dieser Wissenslücke meinerseits von Teilen der Bloggerschaft hier arrogant. Das ist ein Unterschied, oder?

    Dass ich eine Therapie empfohlen habe, mag arrogant rüberkommen, ist aber nicht so gemeint, da ich weiß, wovon ich rede. Ich könnte mich beim besten Willen nicht drüberstellen. Ich meinte nicht das, was man gemeinhin mit Psychatrie verbindet, sondern eher eine banale Verhaltenstherapie. Die Gründe für meinen Rat sind auch in diesem Thread wieder sichtbar:

    Deine, Momorulez, Kommunikationsstrategie war also angeblich „„ich bin wütend auf Dich und erläuter Dir warum“. Dieser Satz hat ja fast schon etwas zärtliches, das oben geschriebene hört sich anders an. Zuerst mal fehlt da das „Dich“, also die direkte Ansprache, es hörte sich für mich eher wie ein Bashing über jemand anderen, nicht anwesenden, mich, an. Außerdem ist es für mich ziemlich ungewohnt, bei einer „Erläuterung“ ein „Arschloch“ und ein „Drecksack“ an den Kopf gedonnert zu kriegen. Deine von dir im Nachhinein so kategorisierte Strategie nehm ich dir also nicht so ganz ab.

    Das andere Ding ist, dass du meinst, ich würde dich wegen deiner Sexualität zum Arzt schicken. Ich meine, das sind schon krasse Unterstellungen. Wenn ich dich zum Psychotherapeuten schicken würde, dann schlicht wegen dieser ganzen abstrusen Unterstellungen. Ich war ja auch schon Stasi-Fan, weil ich auf die lediglich vermeintliche Anonymität des Internets hingewiesen habe.

    Und in Bezug auf mein in dem Artikel angebenes Zitat: Ja, es ist meine Erfahrung, dass Schwule in den genannten Kreisen als schick gelten. Dass mir diese Erfahrung (es ist ja eigentlich nur eine Beobachtung) übel genommen wird, liegt wieder an dem Umstand, dass man hier gerne die Überbringer schlechter Botschaften zum Schuldigen erklärt. Natürlich ist das eine Instrumentalisierung Marginalisierter, und natürlich finde ich das scheiße, wenn sich das Bionade-Biedermeier einen Schwulen und einen Schwarzen zulegt, um damit interessant und weltoffen zu wirken. Jedenfalls brauche ich da nicht meinen Sinnesapparat überprüfen, wenn die „sich mit Schwulen schmücken“. Die schmücken sich mit Schwulen, zumindest sehen sie das als Schmuck. Zu vermitteln, was ich davon halte, war nicht mein Anliegen. Meine Haltung dazu fand ich offensichtlich. Und natürlich beneide ich niemanden, der da zum Schmuckobjekt wird.

    Und dass ich dann mit dem Hinweis auf „Ausländerkriminalität“ in die rechte Ecke gerückt werde, nun ja, vielleicht fällt da jemandem etwas besseres als eine Verhaltenstherapie ein, mir nicht.

    Mir ist es wirklich unbegreiflich, wie man das falsch verstehen kann. Che kommt mit seinem üblichen Herrschaftswissenhabitus daher und erklärt, dass es hier ganze Limeszäune gebe, ist aber, wie meist, nicht willens oder in der Lage, das mit einem Satz zu erklären. Hinweise auf Limeszäune und 500-Seiten-Bücher als Totschlagargumente.

    (Übrigens keine Angst, ich habe kein Interesse, hier wieder dauerhaft in Diskussionen einzusteigen, dafür sind mir meine Nerven zu schade.)

  44. che2001 August 18, 2010 um 6:20 pm

    Ziggev, Multikulti ist für mich ein Negatuivbegriff. Eigentlich meint das ja nicht „viel MigrantInnen in Deutschland“, sondern steht für ein Konzept von MigrantInnenpolitik, das in den 80ern die Integration durch Assimilation ersetzt hat und die kulturellen Eigenheiten der Eingewanderten als wertvoll erachtet und bewahren will. Das läuft dann aber auf einen positiven Rassismus hinaus: Weder werden Leute unterstützt, die aus ihren traditionellen Milieus herauswollen, noch soll sich die deutsche Gesellschaft im Kontakt mit den Neuankömmlingen verändern. Multikulti ist kein Antirassismus, alles Andere als das. Lies mal auf Shifting Reality „Was hat das multikulturelle Konzept mit Verkehrsberuhigung zu tun“, da wird viel dazu gesagt

    BtW. ich hatte mal auf einer multiethnischen Schule in einem sozialen Brennpunkt unterrichtet, da waren die Probleme völlig anders als in unseren Medien durch den Kakao gezoge. Z.B. besonders hohe Kompetenz zu Themen wie Menschenrechte, Entwicklungspolitik und Krieg, weil Asylbewerber- und Bürgerkriegsflüchtlingskinder im Unterricht saßen, die dann selbstständig ganze Unterrichtsstunden bestritten. Meine persönlichen Erfahrungen sind vielfach das diametrale Gegenteil von dem, was so durch die Öffentlichkeit wabert.

  45. momorulez August 18, 2010 um 6:52 pm

    @Ziggev + Che:

    Ich halte vom Begriff Multikulti nun auch nix, aber doch viel von der Kritik Zigevs an denen, die ja pawlowsch „Multikulti als Irrweg“ bezeichnen. Das ist ja mittlerweile so was von up to date, sofort dergestalt loszugeifern und alles vermeindlich „Fremde“ für umerziehungspflichtig oder sonstwie defizitär zu behaupten. Und denke, dass das im Grunde genommen wenig mit Vorurteilen zu tun hat, sondern dass das eine billige Selbstaufwertungspraxis ist, ständig die zu produzieren, die als das Andere dann Objekt sadistischer Interventionen sind. Und dass so, ergänzend, Normalität produziert wird durch Abgrenzung gegen dieses Andere, an dem man ständig ein Exempel statuiert. Deshalb ja diese analoge Hetze gegen Hartz IV-Empfänger, der dann noch als Wettern gegen eine vermeintliche „Einwanderung in die Sozialsysteme“ gekoppelt auftritt. Das sind jeweils funktionale Erfordernisse einer implizit faschistoid-kapitalistischen Struktur. Was jetzt keine „Nazi-Keule“ war, ich denke wirklich, dass sich das aus Formen Menschen instrumentalisierender Haltungen, die ein solches System eben braucht, ergibt.

  46. ziggev August 18, 2010 um 6:54 pm

    für mich war mulikulturel in „wir sind eine multikulturelle Gesellschaft“ ein bewusst gegen diejenigen, die sich gegen den Begriff Einwanderungsland wendeten, geprägtes Schalgwort.

    „… durch Assimilation ersetzt hat und die kulturellen Eigenheiten der Eingewanderten als wertvoll erachtet und bewahren will.“ Das widerspricht sich doch, d.h., das kann kein Konzept gewesen sein. Es lief zwar letztlich auf Assimilation hinaus, intendiert war aber, wie ich glaubte das zu sehen, etwas naiv, zugegebener Maßen, „die kulturellen Eigenheiten der Eingewanderten als wertvoll“ anzuerkenen und Anstelle von Ausgrenzung „bunte“ Stadtteilfeste zu feiern usw. einfach, um ein Gegengewicht zu schaffen. Was passierte, war „Assimilation“ an linke Subkulturen; eine gewisse Vereinnahmung. Ich dachte, das war so ne Idee im Sinne von Graswurzelkultur oder so. Die Leute wollten sich schon verändern, glaubten das wenigstens. Ich mein, was war daran so schlimm, mit nem Poncho rumzulaufen? Das wucherte dann hoch, in Institutionen, und ab da trifft zu, was du beschreibst. Gedanklich war vielleicht eh der Wurm drin, aber letztlich wurden so alternative „Büros“ etc. geschaffen, von denen ich dann neulich im TV erfuhr, wie MigrantInnen, also dass sie sich integrierten, unter Kohl vernachlässigt wurden. (Da gab s immer weniger Geld.) Deshalb fand ich es zynisch, die gut gemeinten Versuche mit „mulitikulti'“ zu verleumden, nachdem Migranten genarationenlang im Stich gelassen worden waren.

  47. momorulez August 18, 2010 um 7:19 pm

    @Genova:

    Und gegen was sollte mich eine solche „Verhaltenstherapie“ nun desensibilisieren? So was macht man z.B. bei Phobien und nimmt dafür Symptomverschiebungen in Kauf. Und auch, wenn ich das nun tatsächlich Dir nicht unterstellen würde, die in den 50er und 60ern gängige Praxis, Männern, die auf Männer stehen, beim Anblick anregender Bilder Elektroschocks zu verpassen, folgte dergleichen Konditionierungslogik. Dass Du Dich aber in der Therapeutokratie auskennst, das kann ich mir vorstellen.

    Mal ganz ab davon, das manipulative Arschloch und den Drecksack hast Du Dir in diversen Diskussionen redlich verdient.

    Kannst aber eventuell eine Verhaltenstherapie probieren gegen diese seltsame Vorstellung, ich hätte Groupies. Schön wär’s.

    Und natürlich wurde ich Dir irgendwann gegenüber polemisch, weil eine sachliche Auseinandersetzung mit Dir sich als unmöglich erwies.

    Und ganz ab von dem, was Du nun meinst, mir abnehmen zu wollen oder auch nicht: Natürlich bin ich wütend und erkläre warum. Natürlich reagiere ich auf das, was ich als zutiefst verletzend empfinde, und dazu gehören diese ungefragt vorgetragenen Vorträge verbreiterter Heten über die vermeintlich ach so schicken, generalisierten Homos. Es gibt keine analogen „Beobachtungen“ über Heten. Was sollen diese Storys, und wieso werden die, seitdem ich denken kann, in Talkshows, in Leitartikeln und zudem auch noch mir persönlich ständig und überall referiert? Was erzählt man sich und mir diesen Scheiß, der so dermaßen weit weg von jeder Erfahrung eines jeden Schwulen ist, den ich kenne? Warum? Warum drängst Du mir das hier auch schon wieder auf? Wenn es eine sinnvolle Verwendung von „Entfremdung“ gibt, dann z.B. diese – daß man ein Leben lang genötigt wird, sich mit diesem Gequassel von Mehrheitsgesellschaftern zu beschäftigen, aber nicht mit sich selbst und konkreten Anderen. Das ist dieses permanent zum Objekt gemacht werden, das eine de facto-Vernichtung darstellt. Indem ich Leute wie Dich an irgendeinem Punkt nur noch weg beiße und mir auch egal ist, welche gute Sitten ich dabei verletzte, ist nichts anderes, als die Subjektposition wieder zu erlangen. Und mich mit manchem Mist einfach nicht mehr beschäftigen zu müssen.

    Diese irrwitzige Komik, die in dem Anempfehlen ausgerechnet einer Verhaltenstherapie liegt, besteht ja darin, Verletzlichkeit austreiben zu wollen. Und, kurz mal richtig pathetisch: Wenn ich auf irgendwas stolz bin in diesem Leben, dann ist es, mir in dieser kapitalistischen Drecks- und Medienwelt meine Verletzlichkeit bewahrt zu haben. Dass ich im Gegenzug auch verletzend werde, das weiß ich. Ist mir aber lieber als diese allgemeine Abgestumpfheit und Ignoranz, die mich – und nicht nur mich – zur Raserei treibt.

  48. ziggev August 18, 2010 um 8:17 pm

    Das perverse ist doch, dass, bei der Mulitikulti-Schelte, die betreffenden Minderheiten doppelt diskriminiert, indem man sich zum Schein auf deren Seite stellt. Dh., nur, um sie dann noch weiter zu diskriminieren, indem gefordert wird, sie sollen sich endlich „richtig“ integrieren. In die nichtexistente Leitkultur? Ja, „wir“ haben etwas falsch gemacht“, heißt es zwar, aber steht dahinter nicht: die sind selber schuld, wenn die da in den Ghettos leben? Das, nachdem, ich wiederhole mich, Versuche, eine vielfältige Stadtteilkultur auf die Sponti-Weise zu iniziieren, als „Multikutli-Irrweg“ dargestellt wurde?
    – Was mich nicht loslässt, ist da nicht, wenn Schwulenperspektiven eingenommen werden, wenn von angeblichem Schick-Sein die Rede ist, analog etwas am Werke, das so, oder so, diskriminierend ist? Durch den Vorwurf, Schwulsein werde qua angeblichem Schick-Sein missbraucht, stellt man sich damit nicht zum Schein auf deren Seite, wodurch dazu obendrein noch unterstellt wird, die hätten dieses Zuhilfeeilen erniedrigender Weise nötig – während in Wirklichkeit etwas ganz anderes, das Gegenteil, abläuft -, und durch die Unterstellung, sie hätten qua Sonderstatus Vorteile, wird da nicht ebenfalls unterstellt, sie hätten das nötig – während nun ganz klar und buchstäblich Ressentiments geweckt werden? Das alte Schema: „ich bin ja tolerant, aber …“ … aber dann geht´s erst richtig los!?

    Ich habe Leute erlebt, die in analogen Situationen – ich vermute wegen einer „mentalen Dissonanz“, die sich aus dieser für sie „schwierigen“ Situation, für die allerdings allein die eigenen Hassgefühle usf. verantwortlich sind – zum geifernden Choleriker-Monster mutiert sind. Man brauchte nur davon zu reden …

    Gut, das ist vielleicht jetzt mein Film, dass ich auch noch das letzte Arschloch verstehen will (es wäre besser gewesen, hätte ich das nicht miterlebt), aber andere reagieren eventuell irgendwann einmal aus ähnlichen Gründen auf vergleichbare Weise. vergleichbar.

  49. momorulez August 18, 2010 um 8:25 pm

    Ziggev, ja, vollste Zustimmung. Ja.

  50. che2001 August 18, 2010 um 8:54 pm

    Ziggev, lies einfach den von mir genannten Beitrag, dann können wir weiterdiskutieren, ich finde es zu anstrengend, mich jahrelang immer zu wiederholen und immer wieder von vorne zu beginnen. Platt gesagt: Für mich ist Multikulti „wir Deutschen halten uns unseren lustig-bunten Völkerzoo“.

  51. che2001 August 18, 2010 um 8:56 pm

    Ziggev, Deinen letzten Beitrag gerade erst gelesen, ja, so ist es, genau.

  52. ziggev August 18, 2010 um 9:26 pm

    ok., ok., kannst mich gerne auf Quellen verweisen, wenn du dir nicht den Mund fusselig reden willst. Kann mir schon ungefähr vorstellen, wie da der Hase läuft. Es wäre allerdings in der Tat für mich müßig, mir jetzt irgendwelche Argumente zusammenzuklauben, um eine Verwendung von des Wortes „mulitikulti'“ zu verteidigen, von der ich gar nicht erwarte oder es wümschenswert fände, dass andere sie von mir übernehmen würden, da lediglich in einem rein subjektiv so wahrgenommenen Sprachspiel Ereignisse, Zustände „multikulturell“ bedeuten.

  53. ziggev August 18, 2010 um 9:31 pm

    .. ich meine natürlich: v o n m i r so wahrgenommenen … 😉

  54. che2001 August 18, 2010 um 9:37 pm

    Genova, da hatten ziemlich viele Leute Quellen gepostet und Fakten genannt, aus denen Aufarbeitungen des Stalinismus eindeutig hervorgingen, und ich wollte Dich von meinem „Herrschaftswissen“ profitieren lassen, indem ich Dir eine lange Literaturliste gab. Bis zu einem halben Einlenken ziemlich am Schluss kam von Dir da immer nur „Eine Aufarbeitung hat nicht stattgefunden“, was nun in der Tat von Vielen als Nichtwahrnehmung wahrgenommen wurde. Die „Groupies“ Noergler, Netbitch, T. Albert und meine Wenigkeit haben sich, auch das ist nachlesbar, mit Momorulez oft bis aufs Blut gestritten. Soviel zum Thema unkritisches Bestätigen.

    Ziggev, nur so viel: Das Konzept „Multikultur“ wurde mal von grünen Integrationspolitikern wie Daniel Cohn-Bendit und Dan Nitescu damit begründet, dass MigrantInnen gebraucht würden, weil sie Arbeiten erledigten, die Deutschen zu schmutzig, zu anstrengend oder zu minderbezahlt wären. Kannst Du Dir vorstellen, wie Leute aus Flüchtlingscommunities, die zu meinem engen Kontaktkreis gehören, auf sowas reagieren?

  55. T. Albert August 18, 2010 um 10:30 pm

    “ Am 17. Dezember 1936 schrieb die Moskauer Prawda: „In Katalonien hat die Säuberung von Trotzkisten und Anarcho-Syndikalisten bereits begonnen; sie wird mit derselben Energie wie in der Sowjetunion durchgeführt werden.““
    Wikipedia: Durruti

    Jetzt müssen diese Durrutis undso aber mal den Stalinismus aufarbeiten. Vielleicht auch Pfarrer Eppelmann, obwohl der in der CDU gelandet ist, oder weil, was weiss ich.
    Mit eigenen Worten geht das meinerseits nicht mehr, nur noch collagiert.
    Ich erinnere mich auch daran, dass wir recht divergierende antistalinistische Standpunkte erläuterten, und irgendwie hat mich das noch wochenlang beschäftigt, dass ich mich plötzlich mit Stalinisten im Boot befanden sollte. Ich vermute, das war ein Kommunikationsgau, aber dann muss man genau darüber nachdenken. Oder sich an Leute wie Bisky wenden, oder Krenz oder wer sonst noch da ist.
    Ich habs ja immer noch nicht kapiert.
    Und meine Groupie-Existenz unter Momorulez` furchtbarer Disco-Punk-Streisand-Peitsche ist reine stalinistische Affirmation, aber schick.

  56. che2001 August 18, 2010 um 10:35 pm

    Dann sollten wir uns von Netbitch in ihrem Umerziehungslager schick peitschen lassen, macht Ihr mit?

  57. T. Albert August 18, 2010 um 10:37 pm

    Ja, klar.

  58. momorulez August 18, 2010 um 10:45 pm

    Nee, ich halte mich da an meine eigene Disco-Punk-Streisand-Peitsche und betreibe Selbstkasteiung zu Aufarbeitungszwecken 😀 …

  59. Karsten August 19, 2010 um 7:16 am

    @che:
    Eine generelle Anmerkung, die vielleicht nichts mit der aktuell diskutierten Situation zu tun haben könnte, aber mir schon länger durch den Kopf geht: Müsste es nicht zwischen „Ich schreibe in etlichen Diskussionen immer wieder dieselben 25 Absätze um, die meine Meinung zeigen“ und „Da ist ein Link, lies den!“ noch irgendeinen Mittelweg geben? Z. B. etwas wie „Hier meine Meinung stark verkürzt in einem Absatz, hinter diesem Link liegt das ganze ausformuliert in 25 Absätzen“?
    Du bist ja nicht der einzige, der vor diesem Dilemma steht, das geht unheimlich vielen Leuten in all diesen Internet-Diskussionen so. Und Aussagen wie die deine lese ich echt oft, habe sie sicherlich auch selbst schon geschrieben. Doch das Problem ist ja: Die Leute wollen hier diskutieren, und für den Außenstehenden, der liest, ist vielleicht eine kurze Andeutung dessen, was hinter diesen Links liegt, auch sehr interessant… weil ganz ehrlich ja auch niemand alles, was sich hinter Links versteckt, aufmerksam studiert, oder?
    *grübel*

  60. che2001 August 19, 2010 um 9:24 am

    @“Das ist ja mittlerweile so was von up to date, sofort dergestalt loszugeifern und alles vermeindlich „Fremde“ für umerziehungspflichtig oder sonstwie defizitär zu behaupten.“ —- Ich lese so etwas gelegentlich in Medien wie dem SPIEGEL. Niemand in meiner Umgebung würde so etwas sagen, ich kenne so etwas nicht aus dem tägliche Leben. Die Lektüre von Artikeln mit solchen nhalten ist für mich wie „letters from Mars“.

  61. che2001 August 19, 2010 um 9:27 am

    Nun, Karsten, das habe ich in meinem Posting von 9.37 ja dann auch getan, ich befürchte nur, das diese Kurzform nicht ausreicht, weil Wesentliches dabei verlorengeht.

  62. genova68 August 19, 2010 um 9:58 am

    T. Albert,

    ich habe mich im Prinzip an Krenz etc. gewendet, nie an dich oder euch. Euer Problem ist nur, dass ihr ständig alles Mögliche auf euch bezieht, ohne gemeint zu sein. Mit Stalinist wart natürlich nie ihr gemeint, das habe ich x-fach geschrieben. Kommunikationssupergau ist wohl richtig. Wieso, weiß ich nicht. Mir ist es halt völlig unverständlich, wie gesagt, wie man immer nur einen Teil einer Nachricht aufnehmen kann, und zwar mit Vorliebe den, der für Missverständnisse sorgen könnte. Vor allem, wenn das Missverständnis einen offenbar auch noch wochenlang nicht loslässt.

    che,
    also kam es offenbar zu „einem halben Einlenken“. Ich erinnere mich dunkel an einen Beitrag von dir (bei netbitch?), dem ich komplett zustimmte und womit das Thema eigentlich erledigt gewesen wäre. Die einzige Differenz gab es bei der Frage nach der Breite der Aufarbeitung. Mein Adressat müsste die Linkspartei und deren Umfeld sein. Das wars.

    Es hat etwas mit dem VerstehenWOLLEN zu tun. Die Schwulenschmuckgeschichte kann man jetzt auch so auffassen wie das ziggev wohl macht. Wer missverstehen will, der schafft das auch, keine Frage.

    Momorulez,
    du schreibst es ja selbst, du neigst zur Raserei. Das hätte ich mich nicht zu schreiben getraut. Für Raserei sollte man nicht nur äußere Umstände verantwortlich machen. Verletzlichkeit austreiben durch eine Verhaltenstherapie? Humbug, so habe ich die nicht kennengelernt. Es wäre wohl eher die Frage, ob die Verletzlichkeit nicht auf falschen Interpretationen beruht. In meinem Fall zumindest.

    Ich weilte vor 20 Jahren ein paar Wochen in einer völlig abgeschiedenen Kommune in Portugal, fast nur mit deutschen Bewohnern, Aussteigern. Die schrien sich in divergierenden Diskussionen auch oft (für den anderen) völlig unvermittelt an und bezeichneten das als Kommunikationsstrategie, die Aggressionen abbauen solle. In Wirklichkeit wurden so dauerhafte Aggressionen aufgebaut.

    Und noch zum Thema „ungefragte Vorträge“: Es soll vorkommen, dass man etwas vorträgt, ohne vorher um Erlaubnis gefragt zu haben. Das nehme ich mir raus, allerdings.

  63. Katzenblogger August 19, 2010 um 10:13 am

    Bei mir vermischt sich gerade Erinnerung und Erinnerung. Das Umerziehungslager war doch von der Art, dass die wirklich gravierenden Züchtigungsmaßnahmen einmal von Noergler (als Schwertträger) und dann von einem freundlich lächelnden Glatzkopf (leicht übermuskulär) vorgenommen wurden – während Netbitch mit ironischen Gesichtsausdruck die neusten Hiebe kommentiert, und dem Umzuerziehenden mitteilt:

    „Deine Schmerzen sind ein Problem anderer Leute!“

    Puff!

    Ich wache auf, wähne mich liegend, und ein Herr mit weißer Berufskleidung, Rauschebart und bequemer Sitzposition raunt mir zu, während er sich über mich beugt: „Ja, das stimmt genau. Und was haben Sie dabei empfunden?

    Puff!

    Ich bin nun erst recht verwirrt, traue mich aber wieder, meine Augen zu öffnen. Hassan grinst mir zu, und ich sehe in der Ecke des Zimmers eine sehr schlanke Frau in den besten Wechseljahren mit schwarzen Haaren, die höchst interessiert in einem opulenten Fotoband blättert.

    Eine andere Stimme, ich kann nicht erkennen, aus welcher Ecke des Raums sie kommt, ruft laut „heteronormativ!“ zu mir, als sei das die Auflösung eines Rätsels, während Hassans Grinsen unerklärlich breit wird. Kurz danach wird mir wieder schwarz vor den Augen, und während ich eigentlich nichts mehr merke, merke ich, dass ich gerade nichts merke. In Zeitraffer überfällt mich nun plötzlich meine berufliche Laufbahn, die weder Laufbahn noch Beruf ist, vor allem aber ein ungeschriebener und viele tausend Seiten umfassender Almanach verpasster Liebschaften.

    Ich wache auf, bzw. erlange einen Zustand, den ich für einigermaßen wach halte und blicke auf eine Frau. Sie blättert tatsächlich in einem Fotoband, aber ich bin mir nicht sicher, ob sie blonde oder schwarze Haare hat.

    (Rubrik: Nachrichten aus dem Umerziehungslager – der achte Tag)

  64. momorulez August 19, 2010 um 10:21 am

    Genova, alte Pappnase, tätä, Du solltest mich mal rasend erleben 😉 – Aggression ist gesund, Baby! Frag mal Deinen Therapeuten!

    Allein schon dieses schwerstneurotische Verhalten, sich in irgendwelchen abgeschiedenen, portugiesischen Kommunen abzukapseln, reiner Eskapismus und völlig krank.

    Ich kann Dir ja mal ein Therapieprogramm für kommunikationsresistente Heten ausarbeiten, wie wäre es denn damit?

    Dann kannste Dir nach Heilung, okay, die Chancen stehen nicht soooo gut, vielleicht auch leisten, anderen mangelndes VERSTEHENWOLLEN zu diagnostizieren. Das ist ja ziemlich typisch für Heterosexuelle, diese ignorante Vortragshaltung. Da imitieren sie halt ihre gestörten Väter und tyrannisieren mit diesem ständigen „versteh mich, ganztägig, ich ignorier Dich“ auch noch ihre Freundinnen in ihrer patriachalen Egomanie, weil sie von ihrer Mutter überfüttert wurden.

    „Raserei“ ist wenigstens noch eine Form von Bezugnahme.

  65. momorulez August 19, 2010 um 10:28 am

    @Katzenblogger:

    „Eine andere Stimme, ich kann nicht erkennen, aus welcher Ecke des Raums sie kommt, ruft laut „heteronormativ!“ zu mir, als sei das die Auflösung eines Rätsels“

    Der Stachel sitzt, das Umerziehungslager zeigt erste Wirkungen 😉 …

  66. Katzenblogger August 19, 2010 um 10:43 am

    Nichts anderes war zu berichten. Trotzdem: Es war erst der achte Tag.
    😉

  67. genova68 August 19, 2010 um 2:28 pm

    „Du solltest mich mal rasend erleben 😉 – Aggression ist gesund, Baby! Frag mal Deinen Therapeuten!“

    Ich ziehe meine Therapievorschlag zurück und empfehle (ohne meinen Therapeuten zu fragen) einen täglichen kleinen Joint, schwach dosiert.

  68. momorulez August 19, 2010 um 2:30 pm

    Steck Dir Deine Empfehlungen vielleicht einfach mal in den Arsch, die braucht kein Mensch.

  69. momorulez August 19, 2010 um 2:42 pm

    Nicht, dass Du mir nun auch noch irgendwas „empfehlen“ möchtest … das hat ja schon was von den Zeugen Jehovas, ständig an irgendwelchen Türen zu klingeln und „Empfehlungen“ auszusprechen.

  70. genova68 August 19, 2010 um 2:51 pm

    Es ist ja gewissermaßen tragisch, dass selbst die Empfehlung, einen Joint zu rauchen, dich schon auf 180 bringt – obwohl der dich doch runterbringen sollte. Das nennt man wohl „einen Bärendienst erweisen“.

  71. che2001 August 19, 2010 um 2:53 pm

    Falls das an mich gerichtet war, ich wollte Dir nichts empfehlen, sondern Dich zum Lachen bringen. @Genova, das wird jetzt wirklich dämlich.

  72. genova August 19, 2010 um 3:01 pm

    Sorry, ich bin schon weg.

  73. momorulez August 19, 2010 um 3:05 pm

    @Che:

    Nee, das war nicht an Dich gerichtet …

  74. momorulez August 19, 2010 um 3:11 pm

    PS: Gute Dialoge sind indirekt. Alte „Creative Writing“ und Drehbuchautorenregel.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s