Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Bin wohl doch eine Erläuterung schuldig, wo anderswo weiter diskutiert wird

Belegt, beschriftet, angesehen. Das Drama des Blicks, der genießt, sich selbst nicht blicken zu sehen – der es mag, zu versteinern, der den Anderen als Tragödie sehen WILL. Um Autor zu bleiben.

Jedem, der mir in Zukunft sagt, er hielte mich für ganz normal, mögen alle Zähne ausfallen, alle Spermien verrecken, Neurodermitis soll ihn übermannen, er möge von Furunkeln übersät sein. Was für eine Frechheit, sich selbst zuzugestehen, solche Aussagen über andere zu treffen. Das gönnerhafte Grinsen des weißen Missionars, der, zutiefst von sich bewegt, mit Tränen der Rührung in den Augenwinkeln angesichts der eigenen Güte den Schwarzen zuruft: „Ich halte euch auch für Menschen!“, und, wenn sie ihn dafür nicht lobpreisen, anfängt zu bezweifeln, ob die denn überhaupt zivilisierbar sind. Der Groll angesichts solcher Undankbarkeit kann vernichten wollen.

Werde einen Schrein errichten, all die Fortpflanzer und Ernährer dieses Typus schwarzmagisch zu beschwören. Voodoo! Wo die vollends Aufgeklärten in Blindheit um sich schauen, wenn’s um das Treiben der je eigenen Baggage geht, muss man ihnen wohl Gerstenkörner anhexen, bis sie schreien. Ihr werdet sehen! Auf meinem Altar opfere ich ihre Selbstgefälligkeit und Ignoranz. Ich werde meine schwarz verhüllten Ordensmänner aussenden, Hetenpärchen zu verprügeln, wo immer sie sie finden – sie werden viel zu tun haben. Meine Tempelwächter werden geschickt, schon auf Schulhöfen jedes Mädchen, das ein Herz in Bäume ritzt, in dem ein Jungensname steht, dem Hohngelächter der gesamten Schülerschaft auszusetzen. Bis sie ganz von selbst sich jede Pause lieber auf dem Clo versteckt, in Pein den dort miteinander knutschenden Mädels zusehend und sich insgeheim sehnlichst wünschend, in diesem Strom auch mitzuschwimmen. Doch trotzdem kauft sie heimlich, ganz heimlich Rosamunde Pilcher-Bücher und hat so eine Angst davor, dabei beobachtet zu werden – meine Ordensmänner haben dafür gesorgt, dass dergleichen nicht mehr gefördert werden darf.

Ach, seufz, aber stattdessen tauchen hier vereinzelt Kommentatoren auf, die der NPD und der CDU in Baden Würtemberg indirekt zuzustimmen, welche im Chor vom „Schwulen- und Lesbenkult“ zu berichten wissen: „Schwule galten ja als schick.“ Als sei man Dekoration. Aber wehe, man blieb das mal nicht und drang ein in die so wohl behütete Kleinfamilienvorbereitungswelt: „… Und Du wurdest aus dem Foucault-Buch geschüttelt, oder was?“, man muss nur lange genug kratzen und nerven, dann zeigt sich diese fetischisierte Ernährer-und Erzeugerfratze ganz von selbst, die zumeist auf Kosten von Frauen geknetet wurde.

Hauptsache, das „Die da!“ regiert. Das wie eine Wand sich aufstellt, wo man geht, wo man steht. Dieser implizite Sadismus, der immer wirkt, wenn einer sich zum Subjekt aufschwingt und den Anderen definiert, man kann ihn physisch spüren, wenn man nicht völlig zugepanzert ist.

Im Falle symmetrischer Interaktion kann das sexy sein, dieses Subjekt/Objekt-Spiel – da jedoch, wo manche Heten brüllen, tönt dumpf das Trampeln von Büffelhorden. Da läuft immer deren Wissen mit in jedem Satz, daß SIE im Worst Case die sind, die kastrieren, in Psychiatrien und Knäste schicken, in Arbeitslager stecken und vergasen. Es sei denn, sie landen in Hartz IV …

PS: Danke, Noergler, Che und Netbitch für die Kommentare drüben bei netbitch1.twoday.net

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26 Antworten zu “Bin wohl doch eine Erläuterung schuldig, wo anderswo weiter diskutiert wird

  1. workingclasshero August 11, 2010 um 11:36 pm

    Es wurde mittlerweile ergänzt.

  2. momorulez August 12, 2010 um 11:10 am

    Scheiße, ich bekomme mich bei Netbitch einfach nicht registriert – ich bin das da offenkundig schon mit meiner e-mail-adresse, weiß mein Passwort nicht mehr und habe gerade keine andere.

    Aber zu solchem Schmonz:

    „aber ich kann auch versuchen, das, was er mit „schick“ meint, nachzuvollziehen. Natürlich ist es mittlerweile in Teilen der Gesellschaft schick, sich mit Schwulen zu umgeben, sie im Freundeskreis zu haben, sich mit ihnen zu schmücken, sie dahingehend zu instrumentalisieren, dass man an ihnen die eigene Aufgeklärtheit zeigt. Ein moderner Metropolenfreundeskreis hat bitteschön auch Homosexuelle und Schwarze zu beinhalten (Türken nur vielleicht, das ist wohl noch Avantgarde).“

    Sagt ein erkärter Intellektuellenfeind und attestiert „Vernichtungswillen“, wird sie wahrscheinlich mit obigen Text zu belegen versuchen. Das sind schlicht Rachefantasien, keine politischen Forderungen, in die sich übrigens, ohne, dass ich es beim Schreiben merkte, das AIDS-Thema eingeschlichen hat – das ist ja selbst ein Kapitel für sich, was das in Psychen angerichtet hat begleitend zum Sterben einer ganzen Generation von Schwulen. Gleichzeitig zum Coming Out mit wem auch immer ständig über AIDS quatschen zu müssen, als ersten journalistischen Auftrag selbstverständlöich den AIDS-Report zu erhalten, das hat durchaus Spuren hinterlassen.

    Während er selbst einmal mehr symbolisch vernichtet, ohne es zu merken, durch dieses widersinnige Geschreibsel, das strukturell identisch ist mit diesem hier, das ist noch eine nachzuliefernde Quelle:

    „Einzige offene Frage zum Thema „Ausreißer der Natur“ und „Panne der Humanevolution“ in den offenbar derzeit zwischen CDU und NDP in Chemnitz stattfindenden Koalitionsverhandlungen scheint, wer der oder die Erste sein wird, der die „Penetration von Kindern mit dem abstoßenden Schwulen- und Lesbenkult“ vor Gericht brächte.“

    Ob man den vermeindlichen „Schwulen- und Lesbenkult“ nun so oder so bewertet, die Diagnostik als solche ist das Problem. Immerhin ist da schon der Lerneffekt eingetreten, das ist ja schon mal was, dass von „Instrumentalisierung“ die Rede ist. Die Realität sieht dennoch folgendermaßen aus:

    „Eine Zumutung ist dieser – wohlgemerkt: auch von Heteros praktizierte – “Homonationalismus” jedoch vor allem im Hinblick auf lesbisch-schwule Jugendliche, deren erschreckende Situation von Leuten wie Hamann systematisch verharmlost und unter den Tisch gekehrt werden muss, um die Welt an den “Errungenschaften” des Westens zu blamieren. Dass einer Studie der Berliner Senatsverwaltung zufolge2 60% dieser Jugendlichen in der “liberalen” Hauptstadt der BRD schon einmal an Suizid gedacht haben (Hauptgrund Einsamkeit); dass 20 bis 40% der 1,6 Millionen obdachlosen Teenager in den USA vor der Homophobie ihres Herkunftsmilieus geflohen sind (oder aufgrund ihrer sexuellen Identität vom Pater familias verstoßen wurden) – all dies wird hinter einem Selbstbild versteckt, in dem “unsere Nationen” als Hort der Akzeptanz und Leuchtfeuer der Freiheit erscheinen. Eine solche Perspektive schließt Solidarität mit Gruppen in Ankara und Istanbul auf der Basis gemeinsamer Gewalt- und Exklusionserfahrungen jedoch gerade aus, um sie durch eine “Zivilisierungsmission” zu ersetzen, die zur Not auch einmal helfen muss, die zahlreichen westlichen Angriffskriege noch für den letzten linken Studenten zu rechtfertigen.“

    Es sei zudem ergänzend erwähnt, dass es hierzulande noch nicht vorgekommen ist, das Schwule systematisch Heterosexuelle vernichteten. Das ist die selbe Denkfigur wie die berühmte „deutschenfeindliche Gewalt“ von Frau Schröder.

    Es ist schlicht ein Akt der psychischen Notwehr, sich diesem Gebrabbel von Leuten wie Katzenblogger oder Genova nicht mehr zu stellen. Manchmal muss man nämlich ganz schön alt werden, bis man merkt, was das mit einem gemacht hat, dass man das 20 Jahre geduldig getan hat. Was DIE mit einem machten, die einem solche Scheiße aufprägten.

    Che hat das schön auf den Punkt gebracht:

    „Und um Schwulität als Solche geht es bei der aktuellen Auseinandersetzung ja nicht, sondern darum, wie falsche Projektion, Vereinnahmung subjektiver Sichtweisen durch ein konstruiertes Allgemeines,“

  3. netbitch August 12, 2010 um 11:28 am

    Wenn Du Dein Passwort nicht mehr weißt kannst Du ein neues anfordern. Twoday.net ist nicht komplizierter als wordpress, nur anders.

  4. momorulez August 12, 2010 um 11:31 am

    Ich bin da eben nicht weiter gekommen 😦 … ich weiß aber auch nicht mehr, als wer oder was ich da angemeldet bin.

  5. Katzenblogger August 12, 2010 um 11:48 am

    Jedem, der mir in Zukunft sagt, er hielte mich für ganz normal, mögen alle Zähne ausfallen, alle Spermien verrecken, Neurodermitis soll ihn übermannen, er möge von Furunkeln übersät sein.

    Okay, darauf könnten wir uns evtl. einigen.

    (Wer ist schon normal? Und es ehrt dich, nicht normal sein zu wollen. Aber sorry, für mich sind Schwule, Lesben und Queers Normale und waren das auch immer schon – jedenfalls in gleichen Maß wie Heteros, Hereros oder wer auch immer)

    Dass du immer noch nicht geschnallt hast, dass ich in meinem Fall von Sondererfahrungen sprach, und auch davon, dass diese in keinem FallDiskriminierungserfahrungen aufheben oder vermindern können, das finde ich sehr schade. Du scheinst auch nicht so recht kapiert zu haben, was meine Position von der eines CDU-Deppen oder eines reaktionären Publizisten unterscheidet und in klaren Gegensatz dazu steht.

    Macht ja nix. Jedenfalls, wenn es zu irgendwas nütze ist. Und ja – falls danach gefragt werden sollte – natürlich war es ein Fehler von mir, meine Sondererfahrungen (die jedenfalls für mich sehr spannend waren) im falschen Thread unterzubringen bzw. überhaupt in Lesenähe zu dir.

    Das hätte ich – ausreichend Intelligenz und Einfühlungsvermögen vorausgesetzt – schon mehrfach kapieren können, zum Beispiel rechtzeitig – was irgendwie wohl die angenehmste Variante für alle Beteiligte gewesen wäre.

    Ich finds ärgerlich, wenn man sich wegen sowas (sagen wir besser: u.a. wegen sowas) zerstreitet. Wirklich wahr. Und – habe ich woanders schon geschrieben: traurig – sowohl der Dissenz bzw. das, was als solche wahr genommen wird, als auch das Ergebnis.

    Lehrreich? Nee, finde ich bislang noch nicht. Findet ihr ja auch nicht, ihr, die gerade im Ton von „Wir habens immer gewusst“ auftretet. Auch nicht schön. Sorry – sonderlich anmachen wollte ich jetzt grade niemanden von euch – vielleicht mag es für irgendwen einigermaßen erhellend sein bzw. Erklärungsbeiträge liefern, was ich gerade geschrieben habe.

    Meine Zweifel daran sind weit größer als meine Hoffnung – aber das tolle H-Wort ist es, was zählt.

    Noch was Persönliches, falls es interessiert:

    Das mit dem „mehr Musik machen“ – meinerseits – scheint sich gerade als gute Idee heraus zu stellen. Hoffe, für euch gibt es mindestens genauso große, erfreuliche Dinge, über die ihr euch gerade freut. Echt jezz. Wirklich.

    (auch der böse Feind kann nett sein – sozusagen)

    Euch noch einen schönen Tach bzw. eine gelungene Woche!

    [besonders Momorulez, dessen Posting auf mich einen – sagen wir mal – etwas angewurmten, genervten Eindruck macht. Falls es ihn tröstet: Bin vermutlich genauso oder noch stärker angewurmt (= es wurmt mich) – das Bild finde ich übrigens klasse]

  6. Katzenblogger August 12, 2010 um 11:57 am

    Tja, doofg auch – dass meine Authentizität (inkl. meiner Fehler und Freundlichkeiten) inzwischen nur noch als eine Art stinkender, hochinfektiöser Schleim wahrgenommen wird. Tja.

  7. momorulez August 12, 2010 um 12:09 pm

    @Katzenblogger:

    Dass ich billigend in Kauf nehme, dass Du angewurmt bist – ja. Ich weiß das auch; das ist freilich ist nicht meine primäre Absicht. Das mit der psychischen Notwehr ist aber sehr ernst gemeint: Du schreibst ja da über mein Leben, wenn Du so was schreibst.

    Somlu hat mal recht treffend geschrieben, dass viele, die hier mit lesen, zumindest diese Form von Selbstbehauptung und Kampf um die eigene „Identität“, die ich mir ja nicht ausgesucht habe, schlichtweg nicht kennen. Ich wage dennoch, darauf hinzuweisen. Nörgler weißt dann immer völlig zu recht darauf hin, dass ich meinerseits dann dazu neige zu verkennen, welche Kämpfe um „Identität“ es sonst noch gäbe. Über solche Hinweise biin ich immer sehr dankbar.

    Man landet in allen Fällen aber sehr häufig bei Strukturen, die Normalität und Abweichung konstituieren – auch bei Klassismus, Rassismus, Sexismus und so weiter.

    Im Gegensatz zu G.-Punkt kämest Du dann ja nicht auf die Idee, auch noch ständig auf das, was z.B. Netbitch über ihr Leben als sexuell selbstbewußte und Lust wollende Frau schreibt, korrigierend einwirken zu wollen.

    Aber Du reproduziert die Struktur, indem Du irgendwelche Ausnahmestellungen behauptest, die ich empirisch so nie erlebe habe, ich kenne auch niemanden, der sie erlebt hätte, obgleich diese Klischees mich nun auch ein Leben lang begleiten. Zudem das, was nachhaltig wirkt, die Schulerfahrungen sind, weil man eben anders pubertiert, und das kann man später nicht wieder einholen.

    Und ich kann sie schlicht nicht mehr hören, diese Vorträge, sonst diskutiere ich noch mit 60 mit Heterosexuellen darüber, dass Schwule ja eigentlich schick gefunden werden.

    Hör doch vielleicht einfach mal zu (!!!), anstatt zu allem einen Vortrag zu halten. Eigentlich geht es mir um nix anderes.

    Warum hälst Du mir Vorträge, welche Erfahrungen ich im Besonderen und Schwule im Allgemeinen machen? Kannst ja vielleicht einfach mal lesen und hin nehmen, welche ich mache. Ich erzähle doch Netbitch oder Dir auch nicht, welche ihr macht. Und falls mir das passiert, dann bitte ich darum, angepöbelt zu werden.

    Dass Du politisch meilenweit von NPD und CDU entfernt bist, das weiß ich doch, und das habe ich auch kapiert. Mir geht es um Normalität und Ausnahmen strukturierende Denkweisen als solche. Aber angesichts Deiner Reaktion auf den Einstieg scheint das ja durchgedrungen zu sein, und darüber freue ich mich.

    Insofern gönne ich Dir sehr viel Spaß beim Musik machen.

  8. momorulez August 12, 2010 um 12:11 pm

    PS: Dieser manipulative Quatsch mit dem „Schleim“ ist doch auch unnötig. Wie wäre es denn mit „Das tut mir weh“ oder „ich bin traurig, wenn Du so reagierst“? Nur als Vorschlag, da kann man wirklich besser drauf antworten.

  9. Katzenblogger August 12, 2010 um 1:42 pm

    Stimmt, das mit „ich bin traurig, wenn Du so reagierst“ trifft es viel besser. Naja, das Wort mit dem „Schleim“ fiel ja tatsächlich – das eben so überdreht zu haben, ist halt meine Art/Unart, meine Verletzung offen zu legen. Inzwischen (auch nach Lesen bei Netbitch – habe ich gerade erst gemacht, weil ich die Tage viel um die Ohren hatte) kapiere ich deine Reaktion schon besser.

    Danke schon mal für Deine Antwort, war wirklich hilfreich für mich.

  10. momorulez August 12, 2010 um 2:28 pm

    Nur der kurz noch: Nein, es war nicht der „Dean-Effekt“. So als Katzenblogger warst Du ja hier voll akzeptiert, und als Rayson Dich dann outete, dachte ich nur „So what, wenn er jetzt so drauf ist, ist ja alles in Ordnung“. Wieso ich das dann nicht mehr fand, habe ich ja nun ausführlich geschrieben.

    PS: Und natürlich auch von mir gute Besserung und alle guten Wünsche, dass die Antibiotika anschlagen! So weit hatte ich gerade erst gelesen.

  11. ziggev August 12, 2010 um 2:47 pm

    @ Katzblog

    hoffe, das wirkt jetzt nicht wie Nachtreten, jetzt, wo sich einige Wogen zu glätten scheinen. Deinen Text hier mochte ich auch nicht, hab den desh. nur überflogen, aber eins, das mir auffiel, ist noch gar nicht gesagt worden. Das wundert mich eigentlich, vielleicht ist es auch eine Geste der Höflichkeit, es bei einer, man sagt vielleicht, „struktureller“ Analyse zu belassen. – Denn einiges, was du schriebst, war durchaus geeignet, Vorurteile und Ressentiment zu wecken. Klang da nicht etwas wie ein selbstmitleidiger Selbstvorwurf mit, als du schriebst, teilweise auch aus „Feigheit“ hättest du dich als schwul ausgegeben? Wenn nicht, eventuell die für mich schlimmere Variante, dann habe ich das da nur hineingelesen. Aber wie kam es dazu? Ich meine, das mit der Feigheit kann auch als eine echte, üble Unterstellung verstanden werden.

    Hättest du da nicht bedenken können, dass es Leute gibt, die im Handumdrehen solche mitschwingende oder imaginierte Klage zum Anlass nehmen, ihren Fremdenhass freien Lauf zu lassen? Für alle einem selbst unangenehmen Gefühle, Ressentiments zu haben, fühlt sich ja nicht so gut an, werden andere verantwortlich gemacht, man hasst sie dafür, und die Vorurteile, die nun „lebendig werden“, möchte ich vermeiden aufzuzählen.

    Glaub mir, das geht echt superschnell!

  12. Katzenblogger August 12, 2010 um 5:22 pm

    Ziggev, ich denke, allein schon stilistisch – aber auch vom Inhalt her, würde mir nun niemand einfallen, der mein Posting für irgendeine gelungene Ressentimentpflege/propagierung gebrauchen kann. Anderherum: Die reine Möglichkeit gibt es immer. Wer absichtlich verdrehen will, verdreht – wer absichtlich missverstehen will, missversteht. Nichts leichter als das. Das funktioniert sogar weitgehend unabhängig von irgendwelchen Inhalten, schon ein einzelnes Wort kann genügen.

    Würde ich die ganze Zeit mit einem inneren Zensor herumlaufen, der prüft, ob irgendwer in der Lage ist, meine hier platzierten Kommentare für seine Zwecke zu missbrauchen, dann wär das für mich das unpraktische Ende eines jeden Gedankenaustausches. Außerdem wäre ich mir hier ziemlich sicher, dass Momorulez Leute vom Format „PI-politically incorrect“ ganz korrekt und umgehend rausschmeißt. Und auch sicher dahingehend, dass die normalerweise null Bock haben, sich mit den Inhalten zu beschäftigen, die hier gepflegt werden.

    „Klang da nicht etwas wie ein selbstmitleidiger Selbstvorwurf mit, als du schriebst, teilweise auch aus „Feigheit“ hättest du dich als schwul ausgegeben?“

    Nö, das war nur nüchterne Bestandsaufnahme. Ziel war von der ersten Sekunde das, was ich geschrieben habe – und der gewählte Umweg funktionierte zwar, ist und war natürlich reichlich merkwürdig. Wenn man gerade Wege besser findet (ich tue das), und auch eine Auseinandersetzung gegenüber einem Manöver, war dieser „Trick“ schon etwas schäbig.

    Aber selbstmitleidig? Wie kommste denn darauf? Wenn ich früher mal so eine Nummer abgezogen hat, warum auch immer, was hat das denn mit „Selbstmitleid“ zu tun. Dass ich die Sache inzwischen kritisch bewerte (damals fand ich es vor allem witzig), ist in meinen Augen das Gegenteil von Selbstmitleid. Damals hat mir die Sache sogar einen Heidenspaß gemacht, abgesehen von den damit gelösten Problemen. Ich wüsste nicht unbedingt, wieso ich mich da bedauern sollte.

    Aber gut. Ich frag dich einfach direkt: Wenn du vor – sagen wir mal – 15 Jahren Mist gebaut hast bzw. einen zu bequemen, ungeraden Weg gewählt hast und du merkst, wie eine nass gewordene Zündschnur, etwas spät, was Sache ist. So, und nun hättest du vier Optionen:

    1. Du behältst es für dich, weil es dir etwas peinlich ist
    2. Du posaunst es raus, als ob dir nichts peinlich ist
    3. Du erzählst es – und kritisierst die Motivation deines Verhaltens
    4. Du erzählst es – und für dich sind bevorzugt andere daran schuld, dass es damals so merkwürdig lief – und es tut dir heute noch dolle weh und du bedauerst dich selbst, während du andere wegen der Sache bis heute verabscheust.

    Was wäre jetzt die Option(en) mit dem Selbstmitleid?

    P.S.
    Das war natürlich rhetorisch gefragt – zur Verdeutlichung. Was mich wirklich interessiert, aber nur, falls du darauf antworten magst: Ziggev, wann war das letzte Mal, dass du einen recht weit reichenden und interessanten Fehler gemacht hast – und was war das genau? Und worauf genau – auf welchem Charakterfehler womöglich – beruhte dein Fehler?

  13. ziggev August 12, 2010 um 8:40 pm

    Oh, die Liste wäre lang! Wenn ich an all die unüberlegten Kommentare denke, die ich in letzter Zeit hier und da gepostet habe, überfällt mich das kalte Grauen! Das alles nur, weil ich versuchte, mir selbst mein Selbstbild aufzubessern: Dass ich angefangen habe, über Sachen zu schreiben, auch wenn ich von ihnen nur sehr bedingt etwas mitzuteilen habe, – dass ich so zum total Ego-Getriebenen Volllaberyp (Tripel-„L“, schrecklich, nicht?) mutiert bin, obwohl ich eigentlich mehr ein jemand bin, der sich in Selbstbetrachtungen ergeht, der es vorzieht, sich selber zu analysieren, dass ich also, nur um mich von meiner eigenen Misere abzulenken, nicht weitergemacht habe, mit dem Vorhaben, mit mir selber ins Reine zu kommen, – dass ich mir nicht treu geblieben bin, und stattdessen versuchte andere Leute zu analysieren.

    Umwege, Umwege, Umwege. Damit habe ich mir bisher immer nur selber, und zwar meistens sehr unmittelbar, geschadet.

    Soll ich weitermachen?

    Dass ich 1. die Sachen, die ich für mich behalte, weil sie mir peinlich sind, für mich selber nicht weiter bearbeite, stattdessen mich mit Pseudokommentaren lieber ablenke, 2. das hier alles rausposaune, als ob mir das alles nicht peinlich ist, dass ich 3. mich selber hier total unreflektiert öffentlich kritisiere und 4. implizit andere für den ganzen Müll verantwortlich mache, indem ich vorschiebe, dass sie mich ja dazu veranlasst haben – allerdings ohne dass ich diese anderen deshalb an sich verurteilen würde!

    Ich arner!

    Ein Missverständnis: ich wollte nicht sagen, dass dein Posting missbraucht werden könnte, das hatte also nichts mit political correctness zu tun. Ich wollte dir auch nicht unterstellen, dass du selber hier als Propagandist aufgetreten bist.

    Das mit den Vorurteilen läuft ja unbewusst ab.

    Dein Posting ist bereits eingehend kritisiert worden; und dass es wohl unklug war, hattet ihr ja schon.

    Den Sinn den Sinn deines Postings habe ich überhaupt nicht verstanden, deshalb hab ich mich gefragt, warum der wohl damit kommt. Das einzige, was mir dazu einfiel, war das Wort „Feigheit“, eine der wenigen Sachen, die mir in deinem etwas lang geratenen Text hängengeblieben waren. So bekam der Text für mich die Färbung eines gewissen Lamentos (Selbstmitleid ist vielleicht nicht so gut gewählt als Bezeichnung für das, was mir da schwante.) Erklären ließ er sich damit, dass du irgendwie Problem damit hast/hattest.

    Aber vielleicht bin ich es ja (ich habe es ja schon oben angedeutet), der dein Verhalten, das du geschildert hast, empörend findet, überhaupt die Umstände, unter denen das sich zutrug, der es dir neidet, so Vorteile gewonnen zu haben, und es nicht haben kann, auf diese Weise seine latenten homophoben Ressentiments bestätigt zu sehen „da kann man mal sehen, die haben doch nur Vorteile“, und nun diese auf dich projiziert, dass ich derjenige bin, der „Schutzräume“ aufsucht, wo er hofft von so was verschont zu bleiben. Ich glaube aber nicht, dass das so ist. Hat doch geklappt, gut is. Zu ´ner anderen Zeit hättest du´s anders gemacht, auch gut.

  14. momorulez August 12, 2010 um 9:26 pm

    Ziggev! Ich freue mich jedes Mal, wenn Du hier kommentierst, und kann ja nicht in Dich rein gucken und insofern auch nicht beurteilen, inwiefern das nun was mit Varianten des Ego-Trips zu tun hat – für mich liest Du Dich wie jemand, der sich zu Gründen und Sachen selbst mit einer Hartnäckigkeit, Eindringlichkeit und eigenen Sprache bewegt und finde das prima.

    Und natürlich war das ein weinerliches Lamento vom Katzenblogger, wobei ich dagegen eigentlich auch nix habe, die Oper wäre nix ohne diese, es platschte nur leider in Bereiche, die weit über die Selbstbezüglichkeit hinaus wiesen und mir mittels Ignoranz in die Eier traten. Aber wenn man laut „Aua!“ schreit, ist die arme Hete das Opfer, dem ja so viel mehr weh getan wurde, ja, manch einer unterstellt mir ja sogar „Vernichtungswille“ 😀 , so ist das unter Bedingungen der Heteronormativität.

    Aber vielleicht hat der Katzenblogger für all das ja noch Gründe über die bei Netbitch angeführten hinaus.

    Was ich sagen will: Lass Dich von den diakonhaften Verhörpraktiken des Katzenbloggers nicht ins Bockshorn jagen. Ich find Dich prima.

  15. che2001 August 12, 2010 um 11:26 pm

    Ups. Ich finde die Beiträge von Ziggev auch toll, finde außerdemingens, dass die von workingclasshero viel zu wenig gewürdigt werden (sage ich als jemand, der netbitch an genau den verloren hat) und halte den Vernichtungswillen gegenüber der Normalität aufrecht. Denn das Bestehende muss vernichtet werden, wenn Humanitas eine Zukunft haben soll.

  16. Katzenblogger August 13, 2010 um 8:02 am

    @ Ziggev
    Huch?! Deine vier letzten Absätze verstehe ich – das davor leider nicht. Ich kann es nicht deuten, für mich ist es irgendetwas zwischen „das war ja ich!“, Dada und Projektionismus, aber das kanns eingentlich auch nicht sein, sorry – ich muss passen. Wenn da was Wichtiges enthalten war, was du mir da zu lesen gegeben hast, versuch es vielleicht in anderen Worten, einfacher. Dafür kommentiere ich mal gründlich die letzten vier Absätze, quasi als Ausgleich, und irgendwie auch zum Wachwerden, weil ich grad aus der Falle gekrochen bin.

    Das mit den Vorurteilen läuft ja unbewusst ab.

    Ja, auch.

    Den Sinn den Sinn deines Postings habe ich überhaupt nicht verstanden, deshalb hab ich mich gefragt, warum der wohl damit kommt. Das einzige, was mir dazu einfiel, war das Wort „Feigheit“, eine der wenigen Sachen, die mir in deinem etwas lang geratenen Text hängengeblieben waren.

    Möglicherweise bin ich sogar der Einzige, der den Sinn meines Postings verstanden hat… Ja, es war missverständlich – und die Frage „was soll das“ drängt sich da auf. Wenn ich so darüber nachdenke, frage ich mich, ob da überhaupt ein „Sinn“ oder eine politisch relevante Aussage mit verbunden war – oder ob es nicht in erster Linie eine persönliche Erzählung war. Als Exeget meines eigenen Kommentars hätte ich mit der Frage nach dem „Wozu?“ schon Probleme – mein Vorschlag ist, man vergesse den Kommentar einfach.

    So bekam der Text für mich die Färbung eines gewissen Lamentos (Selbstmitleid ist vielleicht nicht so gut gewählt als Bezeichnung für das, was mir da schwante.) Erklären ließ er sich damit, dass du irgendwie Problem damit hast/hattest.

    Okay, verstehe.

    Aber vielleicht bin ich es ja (ich habe es ja schon oben angedeutet), der dein Verhalten, das du geschildert hast, empörend findet

    Empörend? Das ist doch nicht dein Ernst?? Ich habe damals niemanden geschadet – und mir selbst genützt; zusätzlich eine Reihe Erfahrungen gewonnen. Was soll daran empörend sein? Kapiere ich nicht.

    überhaupt die Umstände, unter denen das sich zutrug, der es dir neidet, so Vorteile gewonnen zu haben, und es nicht haben kann, auf diese Weise seine latenten homophoben Ressentiments bestätigt zu sehen „da kann man mal sehen, die haben doch nur Vorteile“, und nun diese auf dich projiziert, dass ich derjenige bin, der „Schutzräume“ aufsucht, wo er hofft von so was verschont zu bleiben. Ich glaube aber nicht, dass das so ist. Hat doch geklappt, gut is. Zu ´ner anderen Zeit hättest du´s anders gemacht, auch gut.

    Es tut mir leid, mit meinen (doof formulierten und falsch platzierten) Posting wunde Punkte angerührt zu haben. Das, was du mit „Schutzräume“ schreibst und dem Bedürfnis, – ich sags mal in meinen Worten, auch einmal unbehelligt zu sein: Daran ist mir einiges neu – ich hatte es mir vorher noch nie so überlegt. Ich muss mir das erst einmal durch den Kopf gehen lassen – und finde das auch wichtig. Insofern danke ich dir auf alle Fälle für deinen Kommentar, von dem ich – leider – nur ca. 1/3 verstanden habe. Aber, wie gesagt, ich habe da etwas für mich Neues entdeckt, etwas, das den Zustand des „Diskriminiertseins“ für mich ganz allgemein besser verstehen lässt. Jedenfalls habe ich im Augenblick gerade das Gefühl, dass bei mir einige Groschen am Fallen sind. Wie gesagt: Danke dafür!

    Fazit (meinerseits): Kommunikation ist schwierig. Ich denke, ich muss da noch üben. Trotzdem fällt bisweilen der eine oder andere Groschen.

    @ Momorulez

    Hey, mach mir meine diakonhaften Verhörpraktiken nicht madig! Wenn da gelegentlich sowas wie die Antwort von Ziggev rauskommt… Nebenbei, wieso eigentlich „Diakon“? Sind Diakone nicht so eine Art fest angestellte Liturgiespezialisten der Kirche? Als altkatholischer oder urchristlicher Diakon müsste ich vermutlich Nahrhaftes unter die Leute bringen. Mein Eindruck ist aber eher, dass mir das Gegenteil leichter glückt…
    😉

    @ Che
    1. Wenn alle Normalität vernichtet ist, dann sind anschließend doch alle wieder normal, oder?
    2. Ich finde ja – soweit ich es überhaupt beurteilen kann – dass du von uns allen derjenige bist, den man für den „Normalsten“ halten könnte.

    (Kein Widerstand – Du wurdest ertappt! Ergib Dich und begebe Dich auf geraden Weg zu einer einschlägigen Entnormalisierungsanstalt!)

  17. momorulez August 13, 2010 um 9:06 am

    Da sprüht ja jemand vor Witz und Charme 😦 … Oh Schreck, ich habe einen Co-Autor! Kannst Du die Long-Version vielleicht in Dein eigenes Blog schreiben, Katzenblogger, und hier dann einfach einen Link setzen?

    (wieso nur fällt mir gerade das Kinderbuch mit dem Gurkenkönig ein? )

  18. Urfaust August 13, 2010 um 9:35 am

    Alle Achtung, der Katzenblogger hat es schon bis in den „Spiegel“ geschafft.

    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,710882,00.html

  19. momorulez August 13, 2010 um 9:40 am

    Das ist zwar gemein und ich müßte mich empören … Aber … Mmmhhh … 🙂

  20. Katzenblogger August 13, 2010 um 9:47 am

    Für die erwachsenen, nicht mehr vermittelbaren Tiere schlägt Hackbarth daher eine radikale Lösung vor, die bei Katzenfans wenig Beifall finden dürfte: „Einschläfern.“

    Vom Katzenblogger zur räudigen Katze – in nur 3 Threads!

  21. momorulez August 13, 2010 um 9:53 am

    Ja, Du hast Dir mal wieder richtig Mühe gegeben!

  22. Katzenblogger August 13, 2010 um 10:39 am

    Bin zu abgekämpft und glaube, soweit ist erstmal alles gesagt. Wenn ihr mal was richtig Schlimmes lesen wollt, dann guckt euch das an:

    http://www.tagesspiegel.de/meinung/neben-angela-und-antifa/1902294.html

    Am meisten erschrocken hat mich daran der folgende Satz:

    Der Autor ist Professor

    Sowas werdet ihr von mir nie hören!

  23. che2001 August 13, 2010 um 11:17 am

    @“Es gibt ja heute keinen einzigen deutschen Linksintellektuellen von Format“ — Ja, Jürgen und Rebecca Habermas, Oskar Negt, Karl-Heinz Roth, Maria Mies, alle inexistent!

  24. momorulez August 13, 2010 um 11:21 am

    Und man verschweige auch nicht Badiou, Zizek, Butler … z.B. …

  25. ziggev August 13, 2010 um 4:31 pm

    @ Katzenblogger

    Treffer! 🙂 Mit DaDa, „das bin ja ich“ und Projektionismus bist du näher dran, als du vielleicht selber glaubst. Ich erlaube mir, dich zu zitieren: Ja,

    „die Frage ‚was soll das‘ drängt sich da auf. Wenn ich so darüber nachdenke, frage ich mich, ob da überhaupt ein ‚Sinn‘ oder eine politisch relevante Aussage mit verbunden war – oder ob es nicht in erster Linie eine persönliche Erzählung war. Als Exeget meines eigenen Kommentars hätte ich mit der Frage nach dem ‚Wozu?‘ schon Probleme“.

    Aber mit der Ironie ist es im Internet so ´ne Sache. Wird meistens nicht verstanden. Denke dabei an Fowler:

    „Irony is a form of utterance that postulates a double audience, consisting of one party that hearing shall hear and shall not understand, and another party that, when more is meant than meets the ear, is aware, both of that ‚more‘ and of the outsider’s incomprehension.“ (H. W. Fowler, Modern English Usage)

    Wenn man da nicht die Ironiehupe (Feynsinn) anschaltet und klarmacht, dass man in den Ironiemodus umschaltet, dann geht´s los mit dem eifrigen Projizieren.

    Interessant z. B., dass du das eine – empörend – durchaus richtig auf dich beziehst. Was aber anders gemeint. Wie ich auf das mit dem Lamento kam, scheinst du ja verstanden zu haben. Es sind aber auch andere Reaktionen denkbar. Darum ging es mir. Für diese Möglichkeit lieferst du nun selber Indizien, indem du dein Verhalten einerseits als „schäbig“, sogar „feige“ bezeichnest, und anderereseits sagst, das war mehr wie: „hey, lustiges Spiel!, mal ausprobieren!“

    Wie jetzt? Egal, belassen wir es dabei. Aber: Es gibt nun mal Leute, die Ambivalenzen nicht aushalten und sich dann allzugern in Ressentiment und Vorurteile flüchten. Da liegt der Hase im Pfeffer!

    Wie auch immer, du hast für dein *Ironiemodus anschalt* abtrünniges *Ironiemodus abschalt* Verhalten jedenfalls meine volle Sympathie.

    Das andere aber:

    „Es tut mir leid, mit meinen (doof formulierten und falsch platzierten) Posting wunde Punkte angerührt zu haben“,

    scheinst du auf mich zu beziehen. Da weiß ich nun nicht, ob das ironich gemeint sein soll/kann. Jetzt dreht sich´s um. Ich hatte keineswegs vor, ein weinerliches Lamento anzustimmen. hm, war ja auch von mir absichtlich ein bisschen im Doppeldeutigen gelassen. Ich fühle mich ein wenig missverstanden, und verstehe nicht ganz , ob du´s verstanden hast oder nicht. Bin aber festentschlossen diese „eigentümliche Mischung“ aus Verstehen und (scheinbarem) Nichtverstehen(-Wollen) fürderhin auszuhalten … Ok?

  26. Katzenblogger August 13, 2010 um 5:45 pm

    @“Es gibt ja heute keinen einzigen deutschen Linksintellektuellen von Format“ — Ja, Jürgen und Rebecca Habermas, Oskar Negt, Karl-Heinz Roth, Maria Mies, alle inexistent!

    Das ist ein typisches Bolz´sches Problem (nur echt mit Deppenapostroph!). Einmal die Bolz´sche Blindheit. Dazu kommt: Leute wie Habermas vertreten eine andere Meinung als er, außerdem versteht er sie nicht. Also können diese in seinem Sinn keine Intellektuellen sein, denn dazu muss er ja die vertretenen Meinungen für klug ansehen. Oder aber, sie vertreten Meinungen, die er „seit Jahrzehnten“ für überholt hält. Ich hielt ihn damals und heute einfach nur verblüffend dämlich, verdreht und zutiefst opportunistisch – allerdings verbunden mit einem fast schon irren Ehrgeiz, auch in Bezug auf akademische Literatur, die er bergeweise verschlang.

    Wie ich finde, leider ohne jeglichen Nutzeffekt. Belesenheit und Denkfähigkeit gehen manchmal getrennte Wege.

    (Schmankerl am Rande: Ich bin diesem Typ, „Nobbi“, vor etwas über 20 Jahren mehrere Jahre lang über den Weg gelaufen. Ich war sogar mal gemeinsam mit ihm auf Dänemark-Urlaub usw. usf. Wäre es nicht so privat und unanständig, könnte ich lattenweise Stories über ihn erzählen, aus einer Zeit, wo er noch gefärbte Haare trug – okay, eine Sache plaudere ich aus: Damals hielt er sich für einen „emanzipierten Mann“ und las gemeinsam mit einer Frauengruppe eines benachbarten Fachbereiches Klassiker der Emanzipationsliteratur – und auch Butler, die damals brandneu war.)

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