Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Kolonialismus und Fussball

Ein außerordentlich informatives Interview mit Kurt Wachter, Begründer von FARE (Football against Rassism in Europe), findet sich heute bei Zeit-Online – und auch gerade wegen der hier und anderswo stattfindenden Diskussionen zum kolonialen Erbe Deutschlands dringende Leseempfehlung:

„ZEIT ONLINE: Tatsache ist, dass der Fußball in Afrika eine immens wichtige Rolle spielt. Gibt es eine vorurteilsfreie Erklärung dafür?

Wachter:Ursprünglich war es ein koloniales Spiel. Die Briten, Franzosen und Belgier brachten den Fußball nach Afrika und versuchten, ihn als Disziplinierungswerkzeug einzusetzen und koloniale Werte wie Unterordnung und Gehorsam zu vermitteln. Im Zuge der Dekolonialisierung kam es zu einer Aneignung des Fußballs. Die neuen Eliten nutzten das Spiel für die Nationenbildung. Fußball war quasi ein Werkzeug, um die fragmentierten Nationalstaaten zu einen. Eine Art ideologisches Bindeglied.“

14 Antworten zu “Kolonialismus und Fussball

  1. mondoprinte Juli 3, 2010 um 9:02 am

    Wie schade, dass Ghana ausgeschieden ist…

  2. momorulez Juli 3, 2010 um 9:11 am

    Ja! Und dann noch so fies … war richtig, richtig traurig gestern abend …

  3. Pingback: Fußball und (meine eigenen) Vorurteile « MondoPrinte

  4. Nörgler Juli 3, 2010 um 12:26 pm

    Ghana ist nur ausgeschieden wegen einer Regel, die den Falschsspieler belohnt, und den Besseren bestraft. In anderen Sportarten gibt es die Regel, derzufolge ein Ball, der einen Punkt erziehlt hätte, gewertet wird, wenn seine Bahn durch eine irreguläre Handlung beeinflußt wurde.

  5. momorulez Juli 3, 2010 um 1:44 pm

    Ja, genau das fände ich auch richtig!

  6. Nörgler Juli 3, 2010 um 8:14 pm

    Wieso?

  7. momorulez Juli 4, 2010 um 7:57 am

    Pointe des Nörglers war ja, dass, wenn der Grund für den Elfmeter das direkte Verhindern des Eindringens des Balles ins Tot war, also nicht etwa irgendein Umtreten im Strafraum oder sonstwie ein Handspiel war, das Tor zu zählen hätte und nicht etwa erst noch ein Elfer käme. Und das ist ja ganz unabhängig vom sonstigen Spielverlauf.

  8. Nörgler Juli 4, 2010 um 2:46 pm

    Genau so.
    Auch weiterhin wird ein Abwehrspieler, der einen Angreifer im 16er geblutgrätscht hat, sich nicht damit herausreden können „Wieso denn Elfer und rot? Ich habe doch bloß den Mann gespielt und die Bahn des Balles nicht verändert!“

  9. Karsten Juli 4, 2010 um 5:59 pm

    Der Kommentator und Günter Netzer waren sich bei einem Gruppenspiel einig, dass bei Fouls des Torwarts, die eine eindeutige Torchance verhindern, Rote Karte und Elfmeter zu viel seien. Die Rote sei zuviel, der Elfmeter ja schon schlimm genug. Fußballexperten überall um mich herum stimmten zu. Ich kann das nicht verstehen. Sichere Torchance ohne Foul: Ein Tor für den Gegner. Sichere Torchance mit Foul: *Vielleicht* ein Tor für den Gegner. Ohne Rote Karte ganz klar die bessere Option.

    Was im Recht wie bei Sportregeln klare Maxime sein muss: Unerlaubte Handlungen dürfen den Täter nicht besser stellen als der Verzicht auf Selbige.

  10. Karsten Juli 4, 2010 um 10:29 pm

    Ich bin aber dennoch dafür, die doppelte Bestrafung zu betreiben. Denn in jedem anderen Falle steht der Regelverletzer eben besser da als der ehrliche Spieler. Siehst Du den Punkt nicht so?

  11. Rayson Juli 4, 2010 um 10:36 pm

    Wenn das regelwidrig verhinderte Tor als Tor zählt, nicht. Da ist die Botschaft dann: Mach, was du willst, es bringt dir eh nix. Während sie beim Fußball lautet: Wenn du das machst, dann setzt es aber was! Pfui, du Regelverletzer, wir schließen dich aus unserer Mitte aus!

    Ich mag als Zuschauer auch wirklich diese dauerhafte Dezimierung nicht. Ich schaue mir ein Fußballspiel doch an, weil ich sehen will, wie sich die eine Elf gegen die andere behauptet, und nicht wie eine zahlenmäßig überlegene Mannschaft sich letztlich durchsetzt (ja, es gibt genug Gegenbeispiele, aber seltsamerweise spielt niemand freiwillig zu zehnt…).

  12. momorulez Juli 4, 2010 um 10:49 pm

    Das ist mir für heute Abend zu philosophisch 😉 – ausgerechnet mir. Antworte da morgen drauf!

  13. Karsten Juli 5, 2010 um 8:04 am

    Wenn wir so zum Grundsätzlichen kommen: Mehr Auswechslungen könnten dem Fußball auch gut tun. Wie oft sieht man zwei völlig erschöpfte Mannschaften, die nur noch herumrumpeln, ohne dabei noch wirklich Fußball zu spielen. Am Schluß eines Spieles, meine ich. Auch, wenn es auch zu Beginn sein kann…

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