Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Was ich in den letzten Tagen gelernt habe

… und nicht erst seitdem: die Linken sind die wahren Nazis gewesen. Sowieso. Deshalb ist Hitler als antitotalitärer Kämpfer gegen Nazis zu betrachten. Und dass er Röhm um die Ecke bringen ließ, war eine antirassistische Heldentat. Weil der Rassist war, weil er schwul war.

Juden und Schwule sind ergänzend sowieso als die wahren Rassisten zu geisseln. Immer schon. Gerade die Juden. Deshalb saßen die alle zusammen wohl völlig zu recht im KZ.

Und gäbe es einen Sinti & Roma-Staat, so wäre dieser als koloniales Erbe zu betrachten und entsprechend zu bekämpfen.

Die Kolonisatoren haben verschwult, während milliardenschwere US-Evangelikale als Nachfahren der Missionare propagandistisch Afrika befreien – in Burundi sind es allerdings die Katholiken, meines Wissens. Die armen Menschen in afrikanischen Ländern, dass dieses Pack immer wieder bei ihnen einfällt. Das meine ich bitterernst.

Jamaica wehrt sich da am erfolgreichsten, also gegen Verschwulung, so liest man, weil so was ja nicht „deren Kultur“ ist. Sagt Gentleman. Im Vatikan stellt man schließlich auch keine Kondomautomaten auf.

Frau Schwarzer und ihre EMMA bekämpfen seit Jahren Kopftücher, Eurabia und den Islam – Trägerschicht eines islamophoben Rassismus sind aber primär Schwule, insofern und weil sie weiße Männer sind.

Und auch, weil es frauenfeindlich ist, wenn sie der Träger des rosa Winkels gedenken wollen. Sagt die EMMA.

Und einige Schwule sind so bescheuert, den Nachweis führen zu wollen, dass Lesben doch gar nicht verfolgt worden seien … grausam. Die Blödel machen auch noch mit.

Bemerkenswert, wer in diesem Szenario verschwindet: Weisse, heterosexuelle, rechts orientierte, christliche Männer – aber die sind ja neuerdings auch christlich-jüdische Tradition in ihrem Wesenskern. Vorsichtshalber. So lassen sich besser Kriege führen, um Schwule zu retten – während genau die gleichen, die sie führen, schwules Lieben und Begehren in Texas wieder als Verbrechen behandelt sehen wollen, Unzucht halt.

Während sie in der Abendsonne auf ihrer Veranda von goldenen Zeitaltern schwärmen, als sie noch, ganz, wie es ihrer Kultur entspricht, Schwarze lynchen konnten, weil diese weißen Frauen zugelächelt hatten … Vorsichtshalber hat man die vorher noch kastriert. Sicher ist sicher.

Und dass in all diesen Szenarien Lesben und Transgender auch immer verschwinden – ich glaube zu wissen, woran das liegt und freue mich auf Ergänzungen in der Kommentarsektion.

5 Antworten zu “Was ich in den letzten Tagen gelernt habe

  1. pantoffelpunk Juni 24, 2010 um 2:44 pm

    Oh, nicht nur Jamaica wehrt sich SEHR vehement…

  2. momorulez Juni 24, 2010 um 3:11 pm

    Ja, auch Zimbabwe, Burundi … und häufig wird die Propaganda tatsächlich mit us-evangelikalen Geldern angeheizt, während sie gleichzeitig als Antikolonialismus auftritt, was wirklich paradox ist. Da wird dann Schwulsein als „unafrikanisch“ und von den Kolonialherren „eingeschleppt“ behauptet. Als wäre nicht das Christentum „eingeschleppt“. Wobei das freilich in realen, religiösen Praxen sowieso anders ausschaut als hier.

    Umgekehrt haben die Anti-Homonationalisten,siehe unten, auch recht, dass man verdammt aufpassen muss, jetzt nicht auf den Trichter zu kommen, Homophobie zu ethnifizieren. Historisch ist es definitiv so, dass sie am massivsten da auftritt, wo das Christentum am heftigsten hinlangte – die baltischen Staaten, Polen oder Russland sind da ja auch äußerst finster.

    Was noch ’n Paradox oben drauf ist, worüber sich dann Gaywest immer freut, ist, dass da wie persifliert – also, in dem antikolonialen Diskurs – eine kritisch-postrukturalistische These mit läuft, die die identitär aufgeladene, strikte Trennung zwischen Homo und Hetero als typisch westlich-christlich behauptet.

    Weil das tatsächlich so ist, zumindest meine Wissens, dass sowohl im Iran als auch in Indien Gesetzgebungen gegen Schwule britischer Import sind. In Indien wurden die ja gerade aufgehoben.

    Insofern ist genau das Gegenteil der Fall dessen, was die Apologeten des „Unafrikanischen“ behaupten einerseits, andererseits aber auch nicht – weil in den meisten patriachalen Kulturen, so auch bei den den Römern zunächst, man es treiben konnte, mit wem man wollte, so lange man sein Haus führt und für Nachwuchs sorgt. So war es meines Wissens z.B. auch in China und in den meisten afrikanischen Landstrichen, bevor die Kolonisatoren kamen.

    In China kanntend die – alles unter Vorbehalt – dafür noch nicht mal ein Wort, von Metaphern mal abgesehen, was jetzt nicht heißt, dass da nicht Männer auch auf Männer scharf waren.

    Alles mal sehr holzschnittartig verkürzt. Das ist ja ein sehr weites Feld.

  3. momorulez Juni 24, 2010 um 3:34 pm

    Man beachte auch die strukturelle Äquivalenz zwischen „unafrikanisch“ und dem hier:

    Allerdings könnte ein Staat wegen der „tiefsitzenden sozialen und kulturellen Bedeutung“ der Ehe nicht dazu gezwungen werden, gleichgeschlechtlichen Paaren das selbe Recht einzuräumen.“

    Immer und überall der gleiche Dreck. Aber Juden hat man ja jahrhundertlang auch taufen oder ihnen eben Bürgerrechte nicht zu gestehen wollen. Woanders – in einem rechten Blog – fordert man heute auch Özil zur „Assimilation“ auf (bzw. schiebt dessen mangelnde „Assimilation“ auf die vermeindliche „Multikulti“-Ideologie).

    Angesichts dessen, dass auch dieser Begriff zentral war auch in innerjüdischen Debatten im 19. und frühen 20. Jahrhundert, wird mir dann immer ganz schwummerig.

  4. willy Juni 24, 2010 um 5:55 pm

    Könnte es nicht einfach sein, dass deine Vorstellungen, nach denen z.B. Schwule keine Rassisten oder Afrikaner nicht homophob sein können (bzw. dürften), weil sie dann nicht als Unterdrückte mit anderen Unterdrückten solidarisch sind, einfach falsch sind und mit der Realität nicht viel zu tun haben?

    Dass evtl. alle Menschen sich so verhalten (können), wenn nur die entsprechenden Bedingungen gegeben sind? Dass Homophobie und Rassismus nicht Hervorbringungen bestimmter Kulturen oder gesellschaftlicher Verhältnisse sind, sondern mögliche Verhaltensweisen, die bei allen Menschen auftreten können?

  5. momorulez Juni 24, 2010 um 7:44 pm

    Willy, Du widersprichst Dir ja schon in der Fragestellung, wie soll ich denn dann darauf antworten?

    Dass es Rassismus unter Schwulen gibt, das hatte ich ja nun allzu deutlich geschrieben. Dass es ihn unter Schwulen wie unter Heten wie unter Lesben nicht geben SOLLTE, das ist die normative Frage, und das sehe ich so.

    Dass schwules wie rassistisches Verhalten eine mögliche Verhaltensform darstellt, das muss ich schon voraus setzen, um solche Fragen überhaupt diskutieren zu können. Hielte ich beides für unmöglich , gäbe es keine normativ gehaltvolle Fragestellung – wobei ich es grotesk finde, beides in einem Atemzug zu nennen.

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