Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Das Spezifische historisch verorten

Wenn die EMMA Kampagnen startet, wird es wirklich finster. Ich hätte gerne wieder richtigen Feminismus und nicht so eine verblödete, ressentimentgeladene bräunliche Hetze, wie dieses Blatt sie immer wieder verbreitet.

Schwules und lesbisches Leben IST nun mal unter Bedingungen des Patriachats und unter dem Diktat der substantialisierten Geschlechterdifferenz nicht das gleiche, und so unterscheidet sich auch die Form gesellschaftlicher Sanktionierung – historisch wie gegenwärtig. Kann man alles aus der feministischen Tradition lernen; wieso zum Teufel forciert stattdessen eine angeblich feministische Zeitung eine Debatte, wie sie gerade rund um das Homo-Denkmal in Berlin tobt? Lesben und Schwule gegeneinander ausspielen, indem man deren Identität behauptet, hanebüchen, und die gehen auch noch brav aufeinander los. Das ist genau so idiotisch wie die Empörung mancher Schwarzer, dass „immer nur über die Shoah geredet würde, aber nie über Sklaverei und Kolonialismus“ – weil ja der zweite Teil das Grausame ist, nicht die Thematiserung der Shoah. Da hebt sich nix auf.

Bei solchen Debatten läuft doch implizit mit, dass Auschwitz ja nicht ganz so schlimm gewesen sei, einen Genozid an Armeniern und Aerican Natives habe es schließlich auch gegeben. AAAAAAARRRRGH!

Katholiken und andere Konservative lachen sich doch weg, wenn sie das lesen, und man fragt sich ja fast, ob nicht genau das intendiert ist. Mit wem Frau Schwarzer kungelt, das ist ja auch bekannt.

Was für eine schwachsinnige Frage, ob nun lesbisches Leben im 3. Reich genau so schlimm sanktioniert wurde wie schwules – der Konter der schwulen Opponenten ist insofern auch völlig absurd. Ganz offenkundig gab es UNTERSCHIEDE, und wieso kann man die nicht als solche bestehen lassen? Stattdessen wird ein völlig falsch verstandener Universalismus, der alles historisch Sepzifische einebnet, proklamiert, dass es den Atem raubt, wie die Süddeutsche zutreffend kommentiert:

„Jetzt sollen die Verbrechen – jedenfalls die an den Homosexuellen – nur noch ein Beispiel sein, ein exemplarischer Fall in einer allgemeinen Systematik der Menschenrechtsverletzung, eine Etappe im verlustreichen Kampf um Emanzipation, ein Instrument im guten Kampf. Das mag nicht die Absicht sein derer, die für die Integration der lesbischen Liebe in das Homosexuellendenkmal kämpfen, aber es ist die unvermeidliche Folge.“

Das ist schlicht eine Forcierung  des Heteronormativen als solchem, eine Bestätigung der Identität des Abkünftigen, ein Schlag ins Gesicht der 15.000 Ermordeten und der Lesben im „3. Reich“ zudem, weil wiederum deren spezifische Erfahrung ans Männliche assimiliert wird. Mit der Pointe, auf das Gegenargument strukturell bezogen zu bleiben, dass es ja schlicht immer schon so gewesen sei, dass das natürliche Begehren die widernatürlichen Formen zu recht ausmerzt – ist doch normal und universell so gegeben. In allen Weltreligionen blablabla …

Besser kann man die spezifische Funktionsweise des Nationalsozialismus gar nicht dem Vergessen überantworten.

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202 Antworten zu “Das Spezifische historisch verorten

  1. che2001 Mai 20, 2010 um 2:52 pm

    Nach der Logik könnte man Roma gegen Juden ausspielen – was die allerdings nicht mit sich machen lassen, da sitzt das gemeinsam erlittene Grauen zu tief. Von armenischer Seite kenne ich übrigens den Vorwurf, dass man ihrem Genozid nicht so gedenkt wie dem an den Juden, was aber nichts Shoah-relativierendes hat, sondern in eine ganz andere Richtung läuft: Mit dem Shoah-Gedenken gibt es eine Erinnerungskultur, an die man zu anderen schrecklichen Anlässen anknüpfen sollte. Da hat die Erinnerungskultur als Solche Vorbildcharakter, aber es wird nicht relativiert, und identitär schon gar nicht.

  2. momorulez Mai 20, 2010 um 3:50 pm

    Ja – es gibt freilich schon auch Formen der Kritik des Shoah-Gedenkens, die sich Antisemitismus annähern. Was haarsträubend ist. Die Behauptung der Singularität des Holocaust wird dann als irgendwie abwertend gegenüber anderen scheußlichen Massakern und Vernichtungsszenarien wahr genommen, was wirklich hanebüchen ist. Aber erstaunlich weit verbreitet,

    Und im Grunde genommen macht die EMMA und ihre Protagonistinnen was in eine ähnliche Richtung mit ihrer „wie üblich werden die Frauen vergessen“-Rhetorik. Ich empfinde das als rhetorische Schwulenvernichtung, ohne auch nur irgendeine Erfahrung von Lesben im „3. Reich“ verniedlichen zu wollen.

  3. che2001 Mai 20, 2010 um 4:31 pm

    Genau deswegen bezeichneten Genossinnen von mir den Schwarzer-Flügel als biologistisch: Das biologische Geschlecht als Einzige Kategorie.

  4. somlu Mai 20, 2010 um 9:01 pm

    Ehm, diese Duldung lesbischen Lebensdurch die Gestapo ist doch ironisch gemeint oder?

  5. momorulez Mai 20, 2010 um 9:09 pm

    In dem Sueddeutsche-Artikel? Keine Ahnung. Ich gebe auch gerne zu, dass ich null Ahnung habe über Lesben im „3. Reich“, und ich habe da mittlerweile auch viel Widersprüchliches gelesen. Was aber erst recht ein Grund wäre, das mit der schwulen Historie nicht zu vermengen. Weil Mutterkreuz und „hart wie Kruppstahl“ unterschiedliche Effekte haben.

    Ich fand den auch etwas ambivalent, den Artikel, die Conclusio aber richtig.

    Und im Grunde genommen ärger ich mich am meisten sowieso, dass es diese Diskussion überhaupt gibt.

  6. somlu Mai 20, 2010 um 9:15 pm

    Das die spezifische Erfahrunge von Schwulen und Lesben unterschiedlich ist, ist doch klar.
    Ich meinte die queer.
    Die Verfolgung von Lesben und vor allem deren Belegebarkeit (wie in der queer moniert) liegt schlicht und ergreifend daran, dass sie offziell nicht als Lesben verfolgt wurden, sondern meist als asoziale. Nicht wenige landeten in SS Bordellen. Jetzt mit der nicht Nachweisbarkeit zu argumentieren und dann noch zu behaupten, Lesben hätten es ja so gut gehabt im Nationalsozialismus, ist ziemlich übel. Denn diese Argumentation zementiert die komplette Zerstörung von lesbischer Identität. Echt gruselig.

  7. momorulez Mai 20, 2010 um 9:21 pm

    Ja. Als ich das heute las, wie nun lauter Schwuppen den Nachweis führen wollen, wie prima es doch Lesben hatten, da stockte mir ebenso der Atem wie bei der EMMA-Kampagne selbst. Ich finde allerdings nicht, dass ersteres letzteres besser machen würde. Dieses ganze Aufgerechne ist so schrecklich.

  8. somlu Mai 20, 2010 um 9:21 pm

    Die Nichtnachweisbarkeit ist Teil der Diskriminierung und Verfolgung. Ich reg mich grad mal wieder auf. Ich meide diese Diskussionen inzwischen, das tut mir einfach nicht gut.

  9. che2001 Mai 20, 2010 um 9:22 pm

    Unwissenheit ist Stärke trifft es schon gut. Warum tun sich Leute solche Spaltungsteile an? gruselig, allerdings.

  10. momorulez Mai 20, 2010 um 9:24 pm

    Ja, das mit der Nichtnachweisbarkeit haut hin.

    Ich hatte heute auch lange überlegt, ob ich da was drüber schreibe. Aber irgendwie ließ es mich nicht los.

  11. somlu Mai 20, 2010 um 9:27 pm

    momo, ich habs auch nicht mit dem Aufrechenen aber ich lasse mir im Patriachat von Männern nichts aber überhaupt nicht über meine spezifische Erfahrung von Diskriminierung als Frau und Lesbe erzählen. Lesben kamen auch ins KZ (die angeschlossenen Bordelle) eben nicht als Lesben sondern als Asoziale. Das soll auch kein Aufrechenen sein. Es ist ein Teil des Diskurses um die Sexualität der Frau in unserer Gesellschaft, die natürlich keinesfalls unabhängig von einem Mann befriedigend sein kann und dieser Mist zieht sich durch.

    Ich habe schon elende Diskussionen mit Schwulen geführt und entschieden solchen Diskussionen aus dem Weg. Ich erwarte von Schwulen, die mit mir diskutieren wollen, eine angemessene Positionierung ihrer Situation im Patriarchat. In vielen Diskussionen war die Erkenntnis für mich, dass Schwule eben Männer in unserer Gesellschaft sind und das sich auch auf ihr Verhältnis und ihre Meinung über Frauen und Lesben prägt. Ich hoffe, du weißt, dass du grad nicht gemeint bist. In

  12. momorulez Mai 20, 2010 um 9:34 pm

    @Che:

    Antun tun sich das Leute, weil sie das Gefühl haben, dass, nachdem schwule KZ-Opfer als solche gar nicht wahr genommen wurden, weil der 175 einfach weiter galt – Weiszäcker 1985 war der erste hochrangige Politiker, der das überhaupt erwähnte -, dass sie nun nach Jahrzehnten wenigstens diesen Guckkasten bekamen, der ständig beschädigt wurde, und dann kommt die EMMA und unterstellt implizit Frauenfeindlichkeit, übrigens eine der ganz besonders doofen Formen der Homophobie, die Lesben umgekehrt ja noch viel häufiger und heftiger trifft.

    Dass dann freilich so und in dieser Form de facto als Gegenreaktion von Schwulen gegen lesbische Geschichte geschossen wird, das ist auch unendlich finster.

  13. somlu Mai 20, 2010 um 9:40 pm

    Aber Momo, Schwule sind Männer und als solche diskriminieren sie Frauen und damit auch Lesben.

    tja, das Nichtgesehenwerden ist die Diskriminierungserfahrung von Lesben schlechthin, bis zur Unbenennbarkeit. Es ist wie mit der AIDS Prävention, da werden auch immer nur Kondome verteilt.

  14. momorulez Mai 20, 2010 um 9:57 pm

    @Somlu:

    „momo, ich habs auch nicht mit dem Aufrechenen aber ich lasse mir im Patriachat von Männern nichts aber überhaupt nicht über meine spezifische Erfahrung von Diskriminierung als Frau und Lesbe erzählen.“

    So weit kann ich folgen. Ich zieh mir das übrigens auch gerade nicht an. Ich käme gar nicht auf die Idee, an Deiner statt Reden zu schwingen, und gerade deshalb betone ich ja die Differenz so.

    Dieses Stellvertretergerede weißer, heterosexueller Männer für alle Unterdrückten dieser Erde sehe ich ja eh zunehmend häufig als paternalisierende Methode, den Opfern das Maul zu stopfen – wobei man da freilich konkrete Hilfe nun auch nicht einfach so ignorieren kann.

    „In vielen Diskussionen war die Erkenntnis für mich, dass Schwule eben Männer in unserer Gesellschaft sind und das sich auch auf ihr Verhältnis und ihre Meinung über Frauen und Lesben prägt.“

    So weit folge ich zum Teil. Gibt da ja auch solche und solche, aber die, die Du meinst, gibt es oft.

    Ist jetzt aber kein Grund, den „175ern“ nicht zu gedenken.

    „Schwule sind Männer und als solche diskriminieren sie Frauen und damit auch Lesben.“

    Ist das jetzt nicht die These, dass schon die Geschlechtszugehörigkeit als solche ein Diskrimierungsfaktum darstellt?

    So weit würde ich das nun nicht treiben. Zudem man vielleicht auch nicht völlig die Erkenntnis über Bord werfen sollte, dass es auch einen Effekt auf die Diskriminierer in diesem Fall, anders als in anderen, gibt. Die männlichen „Role-Models“, die da mit laufen, machen ja auch nicht glücklich – und Schwule eher noch unglücklicher, aber Heten sind durch diesen ständigen Abgrenzungsbedarf nun auch Gebeutelte.

    Was die Sache für Frauen allerdings auch nicht besser macht.

  15. netbitch Mai 20, 2010 um 9:58 pm

    So was wie das hier ist einer der Gründe, wieso ich, die ich mich als linksradikale Feministin mit Vorliebe für Männer bezeichne – identitäre Zuschreibungen wie Hete, Lesbe oder Bi will ich nimmer verwenden – diese bürgerliche Frauinnenbewegung, die Emma für mich idealtypisch repräsentiert wirklich hasse. Von Gender, was eigentlich eine Definition von Verhaltensweisen als progressiv oder eben nicht, von Rollenverortung, die aufgebrochen werden sollte (völlig von der Rolle) faseln, aber Sex im Sinne von biologischem Geschlecht (was zwangsläufig auf Biologismus hinausläuft, Frauen und Männer, Heten, Lesben und Schwule sind da eben soundso) meinen, das ist eine Lebenslüge, die medial als der Feminismus an sich wahrgenommen wird. Reinste Counterideologie.

  16. momorulez Mai 20, 2010 um 10:00 pm

    Ja, und die all das, was Somlu hier gerade zu recht schreibt, gleich mit negiert.

  17. somluswelt Mai 20, 2010 um 10:03 pm

    Ich merke, dass ich zu müde werde für eine weitere Diskussion, morgen wieder.

  18. momorulez Mai 20, 2010 um 10:08 pm

    Bis denne! Schlaf gut! Und ich hoffe, hier kein schlafraubendes Fass aufgemacht zu haben 😦 …

  19. netbitch Mai 20, 2010 um 10:17 pm

    Spitzer Seitenstich: Kein Zufall, dass Tüpen wie Dr. Dean oder Genova hier nicht mitnörgeln, oder? Mein Wunsch des Gesehenwerdens macht die ja völlig kirre, obwohl ich mich in deren sexuellem Möglichkeitenkreis bewege. Es scheint manchen Männern Angst zu machen, partiell so zu handeln, wie es patriarchalen feuchten Fantasien entspricht, aber das mit einem Selbstbewusstsein zu tun, das diese von Frauen nicht erwarten und der Möglichkeit der Rollenumkehrung. Ich bin die böse Hex´.

  20. momorulez Mai 20, 2010 um 10:37 pm

    Dean darf ja hier nicht diskutieren, muss ich der Fairness halber betonen.

    Aber dass Genova in seinem Lob und Tadel-Gestus und „alles intim und privat“ da nervös wird, ist doch klar – vor lauter Angst vor dem Stalin in sich nicht entdecken, was für spassorientierte Subpersönlichkeiten nicht-integriert gezwungen sind, genau da ein Eigenleben zu führen, das gehört zum Patriarchat halt auch mit dazu 😉 …

  21. netbitch Mai 20, 2010 um 10:43 pm

    Bleibe lieber spassorientiert und trainiere meinen Sub, der mich dann auch wieder massivst dominieren darf, ohne dass ich das als Patriarchat empfinde. Lebe lieber in Zwischenwelten – nur Langweiler flüchten sich in die Realität. Gute Nacht!

  22. momorulez Mai 20, 2010 um 10:58 pm

    Ja, Dir auch! Wünsche uns allen lustvolle und spassbetonte Träume!

  23. Nörgler Mai 20, 2010 um 11:01 pm

    “ … hier nicht mitnörgeln“
    Manchmal lese ich eben nur mit.

  24. mondoprinte Mai 21, 2010 um 4:44 am

    „Katholiken und andere Konservative lachen sich doch weg, wenn sie das lesen, und man fragt sich ja fast, ob nicht genau das intendiert ist.“
    Frau Schwarzer nun auch noch im Verbund mit dem Vatikan? Zuzutrauen wäre es ihr, deren eigene Positionen sich immer in der Nähe irgendeiner Fernsehkamera befanden.
    Insofern unterscheidet „Who the fuck is“ Alice sich nicht wirklich von Biermann oder Broder…
    Als Katholik fühle ich mich sehr betroffen 😉

  25. momorulez Mai 21, 2010 um 7:53 am

    Ich meinte ja auch tatsächlich eher die geistige Verwandschaft Schwarzers mit PI und evangelikalen Porno-Verächtern (ja, Porno ist kritisierbar, aber nicht so, wie die EMMA das macht), Auftritte in öffentlich-rechtlichen Unterhaltungssendungen und die Pro-Merkel-Propaganda.

    Ach, und das mit Katholiken ist auch immer noch mal differenzierter zu betrachten, da haste ja recht.

  26. mondoprinte Mai 21, 2010 um 9:11 am

    Dass Glaube und korrekte Politik durchaus zusammenpassen, zeigte vor Jahren kein Anderer als Wiglaf Droste:

    Enjoy!

  27. genova68 Mai 21, 2010 um 11:49 am

    Netbitch,
    du scheinst ja ohne meine Kommentare kaum noch klarzukommen. Ich schreibe hier nichts, weil mich a die Pseudo-Überschrift abschreckt, b Emma und das Thema Homosexualität mich nicht wirklich interessieren. Ich lese dann nur sehr flott die Kommentare, um zu gucken, ob ich erwähnt werde.

    Danke dafür.

  28. genova68 Mai 21, 2010 um 11:57 am

    Und weil ich das mit dem Stalin gerade noch lese: Ich habe auch keine Lust mehr auf Diskussionen, bei denen Momorulez mir mit der Erwartbarkeit des Speichelflusses eines Hundes beim Anblick eines Steaks mir irgendwelche Vorwürfe macht, Stasi-Fan etc.

    Also: Momorulez dreht mir zu schnell durch, Netbitch findet sich zu unwiderstehlich.

    Frohe Pfingsten.

  29. Nörgler Mai 21, 2010 um 1:12 pm

    „Also: Momorulez dreht mir zu schnell durch, Netbitch findet sich zu unwiderstehlich.“

    Ja, und ich? Was ist jetzt mit mir?! Wieso werde ich nicht erwähnt??
    Das finde ich jetzt unfair, Genova, wo ich Dich in den letzten Monaten doch so oft erwähnt habe!

  30. Katzenblogger Mai 21, 2010 um 1:27 pm

    Und ich? Hä? Wo bleibe ich jetzt?

  31. momorulez Mai 21, 2010 um 1:40 pm

    Ich wurde ja zum Glück ausgiebig und ungeheuer gewitzt bedacht 😉 … auch wenn er die eigentliche Pointe mal wieder nicht verstanden hat und nunmehr gar vor dem Tier-Vergleich nicht mehr zurück schreckte. War doch wieder irgendeine Assoziation zum Doggy-Style, vermute ich. Dass ihn schwule KZ-Opfer ebenso wenig interessieren wie Kronstadt, das haben wir zumindest einmal mehr mitgeteilt bekommen. Aber wie kommt er denn zum Ziel, wenn er auf diese Art auf Unwiderstehlichkeit reagiert?

  32. Nörgler Mai 21, 2010 um 1:51 pm

    Das ist aber völlig richtig, Katzenblogger, dass Du von Genova nicht erwähnt wirst, weil Du ihn auch nie erwähnt hast. Dass ich aber nicht erwähnt werde, das ist so gemein!

  33. Katzenblogger Mai 21, 2010 um 2:04 pm

    Doch, doch. Ich erinnere mich genau. Ich habe ihn einmall erwähnt. Und was ist jetzt der Dank? Keiner (schluchz)!!

    (dabei würde ich mich auf über profunde Persönlichkeitsanalyse von Genova sehr freuen)

    Genova? Hallo? Ich warte.

  34. Nörgler Mai 21, 2010 um 4:18 pm

    Ja, einmal! Und daraus willst Du jetzt Erwähnungsansprüche herleiten?! Ich habe ihn 1000 mal erwähnt!

  35. Katzenblogger Mai 21, 2010 um 4:45 pm

    Ich möchte doch nichts weiter als ein Persönlichkeitsanalyse! Herrgott.

    Dir erklärt er vielleicht (und das wiegt mehr), warum Frank Schäffler den wahren Liberalismus vertritt, und auch, warum alle Linken letzten Endes so böse sind.

  36. Nörgler Mai 21, 2010 um 5:20 pm

    Die Begriffe der Aufarbeitung und der Erwähnung stehen, recht betrachtet, nicht hinreichend im Zentrum aller bisheriger Erkenntniskritik.
    Nach langjähriger Gehirnzermatterung wird mir endlich klar, was noch besser ist, als „Turnbeutelvergesser“: Aufarbeitungserwähner.

  37. Katzenblogger Mai 21, 2010 um 6:02 pm

    Aufarbeitungserwähner wäre wirklich fies.

  38. che2001 Mai 21, 2010 um 10:46 pm

    Unwiderstehlichkeitsfeindlicher notorischer Aufarbeitungserwähner!

  39. netbitch Mai 21, 2010 um 11:47 pm

    Das finde ich nun ganz gemein! Dafür abgestraft zu werden, dass ich darüber berichte, dass mich Andere unwiderstehlich finden, und dann gesagt zu bekommen, dass ich keine Kommunikationspartnerin wäre, weil ich mich selber dafür (also für unwiderstehlich) halten würde?! Wahrscheinlich wird es ja für peinlich oder falsch gehalten, dass ich mich in dieser Wahrnehmung sonne, aber sorry: Ich geile mich daran auf, dass es so ist. Die Tatsache, dass ich in meiner Eigenschaft als schöne Frau als schöne Frau wahrgenommen werde honoriere ich sehr gerne, konsumistische Verfügbarkeitsvorstellungen in die Richtung „Die ist leicht und für jeden zu haben“ werden dann eher mit meinem Taekwondo-Hintergrund beantwortet. Der einzige Fall, als mich wirklich jemand sexuell ernsthaft belästigen, besser gesagt, vergewaltigen wollte, endete mit einem gebrochenen Nasenbein. Andererseits stehe ich dazu, dass mich einige Männer schlicht und einfach genommen haben und ich das gut fand. Oh, wieder politisch unkorrekt? Na ja, die Hexe.

  40. momorulez Mai 22, 2010 um 8:50 am

    „Der einzige Fall, als mich wirklich jemand sexuell ernsthaft belästigen, besser gesagt, vergewaltigen wollte, endete mit einem gebrochenen Nasenbein.“

    Tscha, das würde dann der eine oder andere Ungeist, der sich hier in meinem SPAM-Knast austobt, als völlig undemokratisch, ja, faschistoid gar bezeichnen, solche Notwehr.

    Prinzipiell müsse man auch darüber abstimmen dürfen können, dass die Mehrheit vergewaltigungsfreudiger Männer freie Fahrt für freie Bürger lebt. Alles andere sei ja wohl eindeutig gegen die Meinungsfreiheit gerichtet.

    Das Beispiel ist insofern noch nicht mal überspitzt, weil sich z.B. die CDU jahrzehntelang weigerte, die Vergewaltigung in der Ehe strafrechtlich zu ahnden – wohl abgeleitet aus liberalen Eigentumsrechten und der „Vertragsfreiheit“, ein Ehevertrag impliziere nunmal Zugriff.

    Und Genova wäre der Ansicht, dass man Rechtfertigungen dafür, das nicht willige Frauen gefälligst vergewaltigt gehören und jegliche Gegenwehr a priori am Gewaltmomopol des Staates kratze, auch niemals löschen dürfe, weil das ja Zensur sei. Und ein Taekwondo-Verbot für Frauen sei ebenfalls diskutierbar, das gefährde ja nur Männer!

    Um das noch mal zu verdeutlichen.

    Aber es gilt ja folgendes:

    „Ich schreibe hier nichts, weil mich a die Pseudo-Überschrift abschreckt, b Emma und das Thema Homosexualität mich nicht wirklich interessieren.“

    Ich kann diese Bigotterie des „BILD-Leser wissen mehr!“ wirklich schwer ertragen.

  41. Nörgler Mai 22, 2010 um 9:09 am

    Gerade beim Zähneputzen, und inspiriert durch die beiden vorstehenden Kommentare, fand ich die Bezeichnung Kronstädter Leichtmatrose.

  42. momorulez Mai 22, 2010 um 9:30 am

    Das ist ihm doch viel zu spezifisch und zu klar historisch verortet 😉 … da will einer das Allgemeine denken, um dem Besonderen den Garaus zu machen. Wie alle Nivellierer.

  43. che2001 Mai 22, 2010 um 10:08 am

    Kronzeuge der matten Leichtigkeit?

  44. che2001 Mai 22, 2010 um 10:15 am

    Nein, umgekehrt: Kronzeuge der leichten Mattigkeit!

  45. momorulez Mai 22, 2010 um 11:22 am

    … ahistorischer Geschichtsaufarbeitungsbeauftragter … Reizloses Reizopfer widersteht der eigenen Reizüberflutung … Kurzdenkender Kurzsatzforderer … kopfloser Headliner, erziehungsberechtigt zu Ignoranz … einer, der egalitär und egal verwechselt … diakonischer Autodidakt … Volkspädagoge ohne Volk halt 😉 !

  46. Katzenblogger Mai 22, 2010 um 11:46 am

    Huh. Wo momorulez zynisch wird, da wächst kein Katzengras mehr.

  47. momorulez Mai 22, 2010 um 11:59 am

    Weil ich zu solchen Sätzen eine Intimfeindschaft pflege:

    „Ich schreibe hier nichts, weil mich a die Pseudo-Überschrift abschreckt, b Emma und das Thema Homosexualität mich nicht wirklich interessieren.““

    Besser kann sich ein Extremismus der patriarchalen Mitte gar nicht äußern.

  48. Robert Michel Mai 22, 2010 um 1:00 pm

    „die CDU jahrzehntelang weigerte, die Vergewaltigung in der Ehe strafrechtlich zu ahnden – wohl abgeleitet aus liberalen Eigentumsrechten und der „Vertragsfreiheit“, ein Ehevertrag impliziere nunmal Zugriff.“

    Das ist mal wieder totaler Quatsch, nach liberalem Verständnis ist das Selbsteigentum unveräußerlich, da ändert auch ein Ehevertrag nichts. Das ein Ehevertrag Zugriff implizieren würde ist auf konservativen Mist gewachsen. Anzumerken wäre vielleicht noch, dass gerade beim Ehevertrag die Vertragsfreiheit erheblich eingeschränkt ist.

  49. momorulez Mai 22, 2010 um 1:31 pm

    Deshalb ja abgeleitet 😉 – zudem es nun mal empirisch auch einen liberal-konservativen Komplex gibt, siehe USA. Dagegen haben ja Linksliberale wie ich immer opponiert. Ist ja nicht alles Idealtypologie, was sich historisch situierte.

    Und natürlich will ich mal in einem kurzen Anfall von Fairness mich an die Begründung, die offiziell angeführt wurde, erinnern: Erpressungsmöglichkeit (dass also in Konfliktfällen etwas als Vergewaltigung behauptet würde, was gar keine war) und angeblich schwere Feststellbarkeit.

    Was aber beides abgrundtief finster ist, sagt es doch sehr viel über Varianten männlich-heterosexueller Sexualität und über deren Frauenbilder aus und eben auch, dass die Justiz männlich ist.

  50. Katzenblogger Mai 22, 2010 um 1:50 pm

    Hahaha. Der Libertäre und das Selbsteigentum. Und kaum, dass einem Arbeitnehmer oder einem getäuschten Konsumenten ein unfair übervorteilender „freier Vertrag“ übergeholfen wurde, zählt das sogenannte „Selbsteigentum“ nicht mehr. Diese Form der Unfreiheit wird von den konservativ-liberalen Speziallibertären dann „Vertragsfreiheit“ genannt.

    Je stärker Normalarbeitnehmer/Prekäre benachtteiligt werden können, je leichter es fällt zu diskriminieren, zumso „freier“ findet das der Libertäre. So gesehen passt das schon, diese Art von Libertären in einem Zug mit Konservativen zu nennen.

  51. che2001 Mai 22, 2010 um 2:07 pm

    Bei Genova ließ mir ja schon die Tatsache innerlich den Mund offen stehen, dass jemand auf dem Hausblog eines Schwulen schreibt, dass ihn Homosexualität und das Schicksal von Schwulen und Lesben im Dritten Reich nicht interessierten, weswegen er sich hier auch nicht äußert. Das Erste ist einfach eine Entgleisung und Instinktlosigkeit, das aber auch noch ungefragt als Begründung dafür zu schreiben, dass man nichts schreibt, wie nennt man das denn? Outrierte Egozentrik?

  52. che2001 Mai 22, 2010 um 2:10 pm

    @Katzenblogger: In meiner Welt bedeutet libertär immer noch einen Sammelbegriff für Anarchisten (im Bakunin-Kropotkinschen Sinn), Anarchosyndikalisten und Rätekommunisten. In dem Sinne, in dem die Rechtslibertären den Ausdruck gebrauchen habe ich ihn in Deutschland erstmals 2005 verwendet gefunden.

  53. Katzenblogger Mai 22, 2010 um 2:25 pm

    Che, du kommst auch von der Brigade Selbsteigentum?!

  54. che2001 Mai 22, 2010 um 2:30 pm

    Meine Brigade (wobei einige wirklich als Brigadistas in Nicaragua waren) vertrat so eine Mischung aus Anarchismus, Kritischer Theorie und einer von marxistischen Dogmen gelösten Marxunmittelbarkeit.

  55. momorulez Mai 22, 2010 um 3:12 pm

    Ich kann mich ja über diesen Terrorismus und strukturellen Totalitarismus der „Allgemeinverständlichkeit“ mindestens genau so aufregen wie über die Ignoranz schwulen KZ-Insassen und lesbischen „Asozialen“ ebendort gegenüber. Diese Forderung nach freiwilliger Selbstverblödung, der ich mich beruflich nun seit 1993 täglich ausgesetzt sehe und die mir ein Viertel meines Lebens versaut hat und die Homophobie durch ein weiteres „sei nicht, wie Du bist“ ergänzt hat. Und die mit identitären Fragen noch viel mehr zu tun hat als die Homo-Frage. Was gibt es denn bitte intimeres und eigeneres als die Art, wie man formuliert und somit Denken vollzieht? Ich habe diese Intellektuellenfeindlichkeit immer als offenen Faschismus wahr genommen, und das meine ich kein bisschen überspitzt oder polemisch. Und habe es immer bestens verstanden, dass Cassius Clay lieber Muhammed Ali heißen wollte, um keinen Sklavennamen zu tragen …

  56. che2001 Mai 22, 2010 um 5:52 pm

    Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich. Die Reduktion aufs Naturhafte-Besondere, das dann als das Allgemeine identifiziert wird dient der inneren Reproduktion der „Volksgemeinschaft“.

  57. Katzenblogger Mai 22, 2010 um 6:33 pm

    Ach, was. Genova tritt hier vielleicht mal (okay: regelmäßig) ins fette Näpfchen, aber ein Volksgemeinschaftler ist er nun wirklich nicht. Auch ist es legitim, im bloggenden Gespräch mit einem Schwulen/Nicht-Hetero-Sexuellen eben genderlose Themen zu bevorzugen.

    Vielleicht würde es helfen, wenn man nicht allen Unrat (angefangen von Homophobie bis zum Neoliberalismus) auf den armen Genova projeziiert. Stellt euch doch einfach vor, es würde sich bei Genova um einen pfiffigen, engagierten 17-Jährigen aus der Normalofraktion handeln.

    Wär das hochgebildete Gedisse unsererseits dann angemessen?

    (auch wenns Spaß macht, zugegeben)

  58. momorulez Mai 22, 2010 um 7:03 pm

    „Auch ist es legitim, im bloggenden Gespräch mit einem Schwulen/Nicht-Hetero-Sexuellen eben genderlose Themen zu bevorzugen.“

    Ich finde es ebenso illegitim, die Schwulen- und Lesbenverfolgung für egal zu erklären, wie sich dem Feminismus nicht zu stellen.

    Außerdem wüsste ich nicht, wo ich Neoliberalismus auf Genova projiziert hätte. Noch nicht mal Homophobie hätte ich ihm vorgeworfen, allenfalls ziemlich üble Ignoranz und eine Unverschämtheit, im Namen derer auch noch hier ins Blog zu scheißen.

    Und was heißt denn hier „hochgebildete Gedisse“? Der disst doch mich wegen meiner Überschriften, meines Stils, meiner Art zu denken und zu schreiben, wegen eines angeblich elitären Dünkels, wegen der Nicht-Zugehörigkeit zum gesellschaftlichen Mainstream (der denkt ja immer noch, ich wohne im Göttinger JUZI, da war ich noch nie), meines Blognamens, weil ich als Linker angeblich den Stalinismus nicht aufgearbeitet hätte, weil ich Nazis hier nicht kommentieren lasse und eine Diskussion mit denen unsinnig finde. Kleiner Ausschnitt lediglich.

    Und disst Netbitch, weil sie sexuelle Fantasien, Praktiken und Erlebnisse ins Netz stellt – ihr sei ja wohl nix peinlich. Ist völlig desensibilisiert für die Effekte rassistischer Hetze, die er in seinem Blog veröffentlicht und neuerdings verlinken lässt, unterstellt jedoch jenen, die sich dagegen wehren, gewalttätige Neigungen und versteht zudem den Zusammenhang zwischen Rassismus und Homophobie nicht. Erzählt den ganzen lieben langen Tag Anderen, wie sie sich verhalten sollen. Kann er ja in seinem Blog gerne machen, aber wenn er das hier macht, werde ich das schon kommentieren.

    Sorry, eine derartige Normalisierungsoffensive wie von Genova habe ich noch nicht mal von den Liberalen erlebt. Das ist strukturell evangelikal. Der Hinweis auf die Volksgemeinschaft ist bei so einer Nivellierungsscheiße schlicht richtig.

    Das Perfideste ist ja, dass die Normalisierer es noch immer schaffen, sich als Opfer derer darzustellen, die sie selbst ständig drangsalieren.

  59. Katzenblogger Mai 22, 2010 um 7:55 pm

    Ich denke nicht, dass er die Schwulen-/Lesbenverfolgung für egal hält. Aber hier interessieren ihn einfach andere Themen mehr. Das Wort desensibilisiert ist garnicht übel, aber, vielleicht ist es – in seinem Fall – auch so, dass diese Sensibilität, die du einforderst, erst wachsen muss. Viele Begriffe, Diskurse und Diskussionen sind für ihn – nehme ich an – neu, und mehr, sie überfordern ihn auch.

    Ist überfordert-sein nicht irgendwie auch menschlich?

    Meine Einschätzung gebenüber seinem Normalisierungs/Normalo-Tendenzen (die nun wirklich nicht übersehbar sind) ist eher die, erstens, dass das keine Form von hegemonialer Normativität darstellt, zweitens, dass damit eine gewisse Unsicherheit überdeckt wird.

    So langsam tut er mir leid, wie über ihn hergezogen wird – und ich finde zudem, dass man ihm damit nicht gerecht wird, sondern mehr den Projektionen, die man als sensibler politisch denkender Mensch, schnell und manchmal auch vorschnell entwickelt.

    Ich glaube nicht einmal, dass er der ist, was du hasst.

  60. Katzenblogger Mai 22, 2010 um 7:59 pm

    P.S.

    Dein „kleiner Ausschnitt“ ist gut und passend zusammen getragen. Ich sehe das auch.

    Aber meine Einschätzung ist da eine andere. Man könnte es auf einen kurzen Nenner bringen: Er ist naiv. Für ihn sind wir irgendwie „radikale Linke“, und – so hat er es bislang begriffen – dies seien diejenigen, welche die Sache mit dem Stalinismus „endlich“ einmal aufarbeiten müssten.

    Dass er hier – und an zahlreichen anderen Diskussionsfronten – völlig am diskursiven Fadenkreuz vorbei schießt, das begreift er nicht einmal. Ich werte das nicht als Aggression und Unhöflichkeit, sondern schwerpunktmäßig als Naivität.

  61. Robert Michel Mai 22, 2010 um 8:00 pm

    @momo: Ich weiß jetzt nicht warum Falschbeschuldigung und Feststellbarkeit tief blicken ließen. Beides sind ganz reale Probleme. Als Begründung dafür, Vergewaltigung nicht zu verfolgen reichlich dünn, aber eben ganz real.

    Aus der männlichen Justiz erwachsen Frauen auch ganz handfeste Vorteile.

    @Katzenblogger: Nö.

  62. momorulez Mai 22, 2010 um 8:29 pm

    @Katzenblogger:

    Danke vor allem für Dein Mitgefühl mir gegenüber 😉 … ich bin mittlerweile zu alt und somit übersättigt mit all der Scheisse, die so über die Jahre auf mich einprasselte, als dass ich sie weiterhin schlucken könnte oder mit barmherzigen Verständnis zu überdecken. Ich könnte das gar nicht mehr, nun in tiefer Emphase Verständnis dafür zu entwickeln, dass Leute wtatsächlich die physischen Effekte rassistischer Hetze nicht bemerken oder als „Binsenweisheit“ abtun, ich bitte Dich, die Empfindungen meiner Freunde sind eben so wenig Binsenweisheiten wie meine, wenn es um Schwule im KZ geht. Das ist eine brutale Entwertung.

    (Inter geht gerade in Führung)

    Ich habe mein Leben damit zugebracht, ständig zu denken „Ach Gottchen, das ist halt alles so neu für die, da muss ich erst mal Rücksicht nehmen, wenn ich solche Themen anschneide – hast Du irgendeine Vorstellung davon, was das mit einem macht? Ich bin kaum noch fähig, im realen Leben zu sagen oder zu spüren, was ich eigentlich WILL.

    Und diese Massenkompatibilitätsforderungen sind natürlich hegemonial, immer und überall und in meinem beruflichen Umfeld ganz besonders. Ich hatte deswegen ernstzunehmende Depressionssymptome. Kein Witz. Das macht krank. Buchstäblich.

    Natürlich hast Du recht mit der Unsicherheit und der Naivität. Aber ich habe dieses Blog nicht, um mir intensive Gedanken über Genovas Seelenheil zu machen. Macht der sich um meins doch auch nicht.

  63. momorulez Mai 22, 2010 um 8:40 pm

    @Robert:

    Das lässt insofern tief blicken, dass die gemeine Hete sich gerne mal ein „Sie hat es doch auch gewollt!“ und „Es hat ihr doch gefallen“ einbildet, oder ein „sie hat es doch provoziert!“, weil das ja alles so geile Ficker mit prima Schwänzen sind, die dann aber mit fiesen, hinterlistigen, erpresserischen Schlampen konfrontiert werden, die doch er nur „mein“ Geld wollen.

    Auf den Unsinn mit der männlichen Justiz, von der Frauen ja was hätten, können Somlu und Netbitch wohl angemessen drastischer antworten. Meines Wissens sind jahrzehntelang Vergewaltigungen oft gar nicht zur Anzeige gekommen, weil auf der anderen Seite des Schreibtisches nur hämisch grinsende, geile Böcke saßen, die sich in Geschlechtersolidarität übten.

  64. Robert Michel Mai 22, 2010 um 10:24 pm

    @momo: Wenn das wirklich der Hintergrund wäre Vergewaltigung in der Ehe nicht zu verfolgen, dann wäre es konsequenter den Straftatbestand der Vergewaltigung ganz zu streichen. So ganz geht deine These nicht auf.

    Ds mit den geilen Böcken hinter der anderen Seite des Schreibtisches ist wohl eher eine Legende. Auch wenn der Sachbearbeiter der Anzeige nicht glaubt, muss er sie dennoch entweder als Verdacht einer Vergewaltigung oder Verdacht auf Vortäuschung einer Straftat an die Staatsanwaltschaft weiterleiten. Im Zweifelsfall wird er sich für Verdacht einer Vergewaltigung entscheiden.

    http://www.polizei.bayern.de/content/4/3/7/vergewaltigung_und_sexuelle_n_tigung_in_bayern_bpfi.pdf

  65. momorulez Mai 22, 2010 um 10:28 pm

    @Robert:

    Wieso wäre der Tatbestand dann überflüssig? Und dass Du da die Empfindungen, Ängste und Erfahrungen von Frauen als „Legende“ abtust, das mach mal mit Dir selbst aus.

  66. Robert Michel Mai 22, 2010 um 10:45 pm

    @momo: Weil das „Gründe“ sind die gleichermaßen auf Vergewaltigung in und außerhalb der Ehe angewendet werden können und dir zufolge dazu geführt haben, das Vergewaltigung in der Ehe nicht strafbar gemacht wurde.

    Legende ist doch nicht, dass es oft schwierig bis unmöglich ist nach einer Vergewaltigung Recht zu bekommen, sonder Legende ist, dass das an den geilen Böcken hinter dem Schreibtisch liegt. Lies mal das PDF, da steht z.B. dass weibliche Sachbearbeiter die Aussagen der mutmaßlichen Opfer z.T. kritischer sehen als ihre männlichen Kollegen. Auch geile Böcke?

  67. momorulez Mai 22, 2010 um 10:51 pm

    Nö. Das Pdf muss ich erst noch lesen. Und dazu können sich eh nur Frauen äußern.

    Ansonsten sehe ich keinen Unterschied zwischen Vergewaltigung in und außerhalb der Ehe, nur dass die innerhalb vermutlich schlimmer ist. Aber auch da will ich mir nicht anmaßen, für Andere zu sprechen.

  68. Katzenblogger Mai 22, 2010 um 11:55 pm

    Momorulez, weil ich es grade gelesen habe: Deine Diskussion über Extremismuszuschreibungen bei den Bissigen L´s ist ganz groß! Sorgfältig in der Argumentation, vorbildlich in der Geduld mit dem teils erschreckend debil auftretenden politischen Gegner – und bezeichnend ist es auch, dass sie deinen Argumenten kaum etwas entgegen zu halten haben.

    (man könnte sich seitens der L´s fundiert-kritisch mit der beachtlichen Bürgerrechtsorientierung der Linkspartei befassen – aber dazu müsste man ja Ahnung haben, und nicht nur eine Abneigung…)

    Ich glaube aber nicht, dass deine zugleich geduldigen wie engagierten Bemühungen umsonst sind. Und, auch wenn ich Dir abnehme, dass Deine Geduld gegenüber ignoranten Normalos bei Genderthemen aus guten Gründen leicht erschöpft ist:

    Auch dort hinterlässt ein guter Gedanke, eine gute Formulierung Spuren – und zwar genau diejenigen, die nötig sind. Insofern bin ich geneigt, Respekt vor Deinen Selbstschutzmechanismen zu haben – und plädiere trotzdem für Geduld und auch für Zuversicht, dahin gehend, dass ein nicht übermäßig vernagelter Gesprächspartner zugänglich ist für deine Bemühungen.

    Kopf hoch! Es ist mehr als das vermeintliche Glück des Sysiphos, das auf Dich wartet.

  69. momorulez Mai 23, 2010 um 8:28 am

    Meine Geduld ist noch viel mehr Intellektuellenfeindlichkeit gegenüber erschöpft 😉 … als ich mal drüben bei den B.L.O.G.s geschrieben habe, dass ich im Fall der zukünftigen Fälle wohl eher im KZ landen würde, weil ich Philosophie studiert habe als wegen „Homosexualität“, da war der Aufschrei auch riesig 😀 … „Selbstopferisierung, wie kann der nur!“

    Die ziemliche schlappe Gegenwehr drüben hat mich auch erstaunt. Das scheint die ziemlich demoralisiert zu haben, nun auf einmal Regierungspartei zu sein. Vielleicht stößt ja noch Rayson dazu, der ist ja immer für pointierte Gegenschläge gut.

    Ansonsten aber Danke für’s Mutmachen!

  70. Katzenblogger Mai 23, 2010 um 10:30 am

    Eine Ode an konservativliberale deutsche Libertäre

    Nicht alle Libertagenmorgenblütenträume werden wahr
    Sie sind Extremisten und doch kommen damit garnicht klar
    Haiti ist, wie sies wollen, nur können sie das nicht finden –
    Drum wollen sie auch hierbleiben, statt grad dorthin zu verschwinden

  71. che2001 Mai 23, 2010 um 12:51 pm

    @“Meines Wissens sind jahrzehntelang Vergewaltigungen oft gar nicht zur Anzeige gekommen, weil auf der anderen Seite des Schreibtisches nur hämisch grinsende, geile Böcke saßen, die sich in Geschlechtersolidarität übten.“ —– Das kann ich nicht nur aus der gelesenen Presse/Literatur bestätigen, sondern auch aus eigenem Erleben. Ich bin als ganz junger Mann in den Achtzigern selbst Zeuge einer Vergewaltigung geworden und dazwischengegangen (einem der zwei Täter mein Fahrrad über den Kopf gezogen) und habe erlebt, wie die Polizei und Justiz mit dem Opfer umgegangen sind. Die erlebte das als zweite Vergewaltigung. Das Teenager-Satiremagazin Mad brachte es in den „Verhaltensmaßregeln für Polizeibeamte“ so auf den Punkt: „Bei einer Vergewaltigung lassen Sie sich alle versauten Details so genau wie möglich beschreiben, damit es auf dem nächsten Kameradschaftsabend was zu schweinigeln gibt.“ Das führte in den Achtzigern ja dazu, dass Frauen keine Anzeigen mehr erstatteten und die Frauenlesbenszene dann in der Vergewaltiger-wir-kriegen-Euch-Kampagne zur Bildung von Frauenpatrouillen aufforderte. Die Aktion „Frauen greift zur Eisenstange!“ führte dann auch dazu, dass die bis dahin häufigen nächtlichen Belästigungen von Frauen in der Eilenriede schlagartig aufhörten.

    Noch in den Neunzigern erlebte ein befreundeter Jurist sein Referendariat im Bremer Landgericht als brütenden Sumpf patriarchaler Männerfantasien. Dass da ein prominenter Richter, Alt-68er und sich links wähnend, beim Anblick einer deutschtürkischen bildhübschen Rechtspflegerazubine zu seinen männlichen Kollegen meinte „Meine Herren, ich gehe jede Wette ein, die ist rasiert!“ war da eher die Regel als die Ausnahme.

    Btw: Dass in der Vergewaltigungsdiskussion in der linken Szene dann die Definitionsmacht des Opfers darüber, was denn Vergewaltigung sei (die ich, um Mißverständnisse zu vermeiden, grundsätzlich befürworte) so weit gedehnt wurde, dass Dinge als Vergewaltigung bezeichnet wurden, wo überhaupt kein Geschlechtsverkehr stattgefunden hatte oder Vergewaltigungsbeschuldigungen als Machtmittel angedroht wurden, um Männer zu bestimmten Handlungen zu erpressen ist wohl vorgekommen – sagt aber eher etwas über die bizarren Seiten eines Milieus aus, das anders als der gesellschaftliche Mainstram die Sexismusproblematik immer sehr ernst nahm und leider daran gescheitert ist, diese in einer nachhaltig lebbaren Weise aufzuarbeiten. Das ist traurig, aber im Vergleich zum Normalo-Verhalten ehrenvoll.

  72. che2001 Mai 23, 2010 um 1:43 pm

    Und eine alte Freundin, die Opfer einer Vergewaltigung geworden war, erlebte eine geschlossene Männersolidarität um den Täter herum, und zwar in der linken Szene. Der glaubte so gut wie niemand, was ihr wiederfahren war. Die ging ins Ausland ins Exil deswegen. Wenigstens hatte sie dem Kerl vorher noch die Wohnung verwüstet, auf die gründliche Tour.

  73. netbitch Mai 23, 2010 um 6:06 pm

    Michel, das mit den weiblichen Sachbearbeiterinnen ist jetzt aber sehr verkürzt. Nachdem es immer wieder vorgekommen ist, dass Vergewaltigungsopfer vor Gericht durch Staatsanwälte und Verteidigung einem quälenden Seelenstriptease unterzogen wurden und Frauengruppen dagegen Front gemacht haben, haben sich Polizei und Justiz irgendwann im Verlauf der Neunziger genötigt gesehen, Maßnahmen zu ergreifen, zu denen zum Beispiel die Einvernahme der Opfer durch psychologisch geschulte Beamtinnen gehört und den Verhandlungsstil zu ändern, zu humanisieren zu Gunsten des Opfers. Dass diese psychologisch gut geschulten Frauen Täuschungsversuche und unplausible Darstellungen eher erkennen als männliche Polizeibeamte ohne entsprechende psychologische Ausbildung liegt an ihrer Qualifikation. Und es ist nur in seltenen Fällen anzunehmen, dass eine Frau das Martyrium eines Vergewaltigungsprozesses auf sich nimmt, ohne dass überhaupt etwas vorliegt. Ich erwarte jedenfalls von der Justiz, dass sie Opfer während des Verfahrens nicht auch noch demütigt und dass sie Opfern Empathie entgegenbringt. Wenn die das nicht hinbekommt, bleibt für Frauen nur Politik in erster Person. Das heißt: Selbstjustiz und Körperstrafe.

  74. Nörgler Mai 24, 2010 um 9:34 am

    Ich erfuhr erst gestern hier von der Debatte mit den Liberallas, weil ich dort nicht mehr lese. Ich habe es in desem Fall getan. Fein gemacht, Momorulez! Verkehrt ist es ja nicht, mal wieder ad oculos zu demonstrieren, dass die Kukident-Liberalen argumentative Kreisklasse-Qualität beweisen, wenn einer aus der 1. Bundesliga zu Besuch ist.
    Daher sah ich es auch nicht als erforderlich an einzugreifen. Nur der homophobe Dreck dieses Wb von heute 0:01 Uhr war mir Motiv genug für einen nur bedingt gnadenreichen Kommentar.

  75. momorulez Mai 24, 2010 um 9:42 am

    Das war aber mal wieder typisch, dass dann irgendwann so was kommt – unter einem Eintrag von Karsten, wohlgemerkt. Der ist ja auch so ein schwuler Exhibitionist. Und umgibt sich da mit solchen Leuten. Selbst schuld.

    Das ist wie bei Genovas neuem Haustroll: Ständig die Freiheit im Schnabel führen, aber im Grunde genommen geistiger Schläger sein, baseballknüppelbewehrt, und auf alles eindreschen, was in den Scheinwerfer eines dumpfen Ressentimentgefüges aufläuft. Boche hat das ja auch mal wieder vortrefflich vorgeführt, wie man in Hamburger Vororten als Bürgerwehr denkt. Schade, dass Googlehupf zum Beispiel den Mob da gar nicht zu spüren scheint.

    Ich lese da auch nur noch sehr selten. Ich fand das nur so lustig, wenn Extremisten – Karsten und Stefanolix mal ausgenommen – sich nun plötzlich nach all der „Etatismus“-Kritik ganz staatstragend geben und so tun, als würden sie gegen Extremisten anwettern. Da konnte ich mir das Kommentieren nicht verkneifen.

    Danke aber für das Lob!

  76. momorulez Mai 24, 2010 um 9:49 am

    PS: Danke aber für den Gegenschlag! So richtig mochte sich selbst Rayson von wb aber nicht distanzieren.

    Ansonsten tolle Demokraten und Anti-Extremisten da drüben, so wie die sich durchgängig jeglicher Argumentation entziehen und pauschal alles, was nicht von ihnen selbst kommt, für Unsinn erklären. Aber herrschen wollen. Tatsächlich ganz wie in der DDR. Die ist auf liberal auferstanden – Tücke der Geschichte.

    Diskursunfähigkeit ist auch Demokratieunfähigkeit. Die sind irgendwie auf einen Stand vor 1914 regrediert.

  77. Katzenblogger Mai 24, 2010 um 11:49 am

    So liest es sich also, wenn ein Oberliberaler Demokratie übt und im eigenen Blog mit dem politischen Gegner (der keinesfalls ein Extremist ist) Argumente austauscht:

    Auf den Newspeak-Unsinn zu antworten, der in diesem Kommentar-Thread von MR schon zum Besten gegeben wurde, wäre mir meine Zeit viel zu schade.

    Dennoch erachtet der Oberliberale die Argumente von Momorulez als gefährlich und warnt seine politischen Mitstreiter:

    Die Absicht dahinter ist nicht schwer zu erraten: Den “Feind” in die Defensive zwingen, die eigenen Reihen schließen und darauf vertrauen, dass Dinge, die man ständig wiederholt, von Unbedarften irgendwann auch mal geglaubt werden. Wobei Letzteres Illusion bleiben dürfte, weil die Leser von politischen Blogs wie dem unseren sich zu 99% längst entschieden haben, ob sie dem hier Geschriebenen wohlgesonnen sind oder es ablehnen.

    Jetzt würde mich sehr interessieren, worin genau dieser Rayson den „Newspeak“ sieht, den er so drastisch – leider ganz allgemein – aufgedeckt hat.

    Vielleicht findet sich ja ein Liberaler Leser/Blogger, der das hier ein Stück weit (oder gar gänzlich) aufklären mag. Wäre fein!

  78. Katzenblogger Mai 24, 2010 um 11:54 am

    Besonders gefallen hat mir die Stelle mit dem „längst entschieden„. Das klingt so herrlich religiös.

  79. che2001 Mai 24, 2010 um 11:58 am

    Immerhin weiß ich jetzt, wer ich wirklich bin: Ein exhibitionistischer Schwuler. Und zwar nur, weil ich vor Urzeiten beim A-Team geschrieben hatte, dass wir mit ägyptischen Ziegenhirten Kaffee getrunken und Backgammon gespielt hatten und die uns deswegen für Yugoslawen hielten. Andere Europäer behandeln die nämlich nicht wie richtige Menschen. Also: Gleicher Meinung wie Momorulez + kein Rassist + Yugoslawe = schwuler Exghibitionist.

  80. momorulez Mai 24, 2010 um 12:25 pm

    Tja, Che, nun also doch noch unter Schwestern angekommen 😉 …

    Sehr viel Spaß hat mir aber neben dieser existentialistischen Gruppendynamiksdiagnose von Rayson – da ich vermute, dass der hier gelegentlich mitliest, schreibe ich mal hier weiter, ich kommentiere nirgends mehr, wo ich mich homophoben Ressentiments ausgesetzt sehe -, die zwar nicht gut heißt, aber auch nicht verbieten will, hat sich das gerade wirklich auf das „Juden unerwünscht“-Schild bezogen???, Robert Michels Einwurf gemacht, ich würde auf rechtsstaatliche und „liberale“, er meint wohl individualrechtliche, „Ergänzungen“ zur Demokratie keinen Wert legen.

    Nun ist nicht nur dieses Blog so was von voll von Plädoyers genau dafür – siehe z.B. die FC St. Pauli-Südkurven-Blockade-Diskussion, so vehemente Forderungen wie von Nörgler und mir hinsichtlich der Rechtsstaatlichkeit habe ich bei liberal noch nie gelesen, weil Gewaltenteilung z.B. ausdrücklich eingefordert wurde -, nein, das macht ja die Struktur der ganzen Diskussion klar: Man haut irgendeine kontrafaktische Unterstellung heraus, die sich durch rein gar nix belegen lässt, behauptet das aber als EIGENTLICHEN Willen, der sich hinter all den Lügen, die sonst geäußert werden, verbergen würde.

    DAS ist, ohne jegliche Polemik, tatsächlich struktureller Antisemitismus: Hinter all der Assimilation verbirgt sich nur die widerliche Fratze diktatorischen Weltherrschaftsstrebens. Da sich da ja zudem so was eine Ethnisierung der politischen Gruppierungen lange schon einschleicht: Die West-Linken sind nicht etwa Menschen mit einer bestimmten politischen Anschauung, Geschichte, die bestimmte Positionen vertreten, das sind welche, die durch bestimmte persönliche Eigenschaften sich auszeichnen. Da war Zettel immer am dollsten, bei dem ist ja Kommunismus nicht etwa ein egalitäres, politisches System, sondern die Charaktereigenschaft von Personen.

    Das ist hinsichtlich des tatsächlich äußerst heiklen Punktes „Kuba-Solidarität der Linken“ schon bemerkenswert: Selbst da, wo diese proklamiert wird, lässt das den Schluss einfach nicht zu, „hier so was wie Kuba zu wollen“. Tatsächliches Handeln und Programmatik werden schlicht ignoriert.

    Große Teile der CDU schicken Grußbotschaften an den Vatikanstaat, installieren sogar Opus Dei-Mitglieder als Verfassungsrichter; ich käme trotzdem nicht im Traum darauf, sie könnten die BRD nach dem Vorbild des Vatikan organisieren wollen.

    Anders verhält es sich mit der „chinesischen Lösung“: Da nun das Verfassungsgericht eine rechtsstaatswidrige, überwachungsstaatliche und geheimdienstorientierte Massnahme der Großen Koalition nach der anderen kassiert und lange Zeit bis vor kurzem alle auf Kapitalismus ohne Eigentumsverpflichtung, eben pur, bei gleichzeitigem Absenken der Sozialstandards setzten, lässt sich diese Behauptung ja an tatsächlichem Handeln, konkreten Gesetzesvorhaben fest machen.

    Und angesichts der marginalen Differenzen zwischen CDU, SPD, FDP und GRÜNEN, so weit es um tatsächliches Regierungshandeln geht – „There’s no Alternative!“ -, kann man schon annähernd von einem Einparteiensystem, das personell aufs Engste mit der Wirtschaft verquickt ist, sprechen. Abweichend lediglich die Linkspartei – und die sind dann genau deshalb Extremisten. Wie praktisch.

  81. momorulez Mai 24, 2010 um 12:30 pm

    PS: Jetzt geht der wb richtig auf Hetze, und die heißen dann das wahrscheinlich nicht gut, aber wollen es halt auch nicht verbieten. Wenn das da stehen bleibt, sind die B.L.O.G.s für mich tot.

  82. Katzenblogger Mai 24, 2010 um 12:44 pm

    Tja, jetzt sind wir enttarnt und unser finsteres und zutiefst ultrakommunistisches Trachten ist aufgedeckt, obwohl wir es hinter Newspeak zu tarnen suchten. WB gibt uns noch den Rest – mit seinem unverkennbar brillanten Verstand. Dass diese Liberalen wb nicht löschen bzw. sich regelmäßig von ihm distanzieren, beweist zugleich, wie liberal sie sind, jedenfalls dann, wenn jemand ihren politischen Ansichten wohlgesonnen ist.

    Aber ich muss euch etwas gestehen: Ich finde sie niedlich. Ich bin diesen Leuten wohlgesonnen, auch wenn sie teils etwas anstrengend sind.

    (und vielleicht, auch wenn ich die gelegentliche Verblödungsgefahr dort doch etwas fürchte, werde ich dort auch einmal etwas kommentieren, – jedenfalls, sofern ich die Engelsgeduld von Momorulez zusammenraffe)

  83. momorulez Mai 24, 2010 um 12:55 pm

    Das sind ja so was wie langjährige, antagonistische Weggefährten, die mir eigentlich ziemlich ans Herz gewachsen sind – also Rayson, Stefanolix und Karsten zumindest. Googlehupf ist prima, und David so richtig klasse.

    Mir tun die gerade oft eher leid, weil ihnen komplett die Haltung und die Argumente abhanden gekommen sind. Macht ja nicht wirklich Spaß, gegen schwache Gegner Fussball zu spielen. Eigentlich will man halt die Bayern schlagen und nicht so einen Dorfverein. Die haben wirklich mal deutlich höherklassig gespielt, dann hat man in den Diskussionen auch wirklich viel lernen können.

    Aber so was wie dieser wb geht für mich gar nicht. Dann muss man wirklich auch antisemitische Hetze zulassen und hat keinen Grund gegen eine Neugründung der NSDAP. Und da erwarte ich schon in Karstens Sinne, der ja auch „einer dieser Brüder ist“, dass da angemessen reagiert wird.

  84. momorulez Mai 24, 2010 um 1:07 pm

    PS: Mit Raysons Reaktion kann ich nun gut leben. Nehme somit einiges aus den vorherigen Kommentaren ausdrücklich zurück!!!

    Mal ab davon, dass es sich bei sexuellen Präferenzen ganz offenkundig um ein Politikum, nicht um irgendwas der Politik sachfremdes handelt, sonst würde wb ja nicht so reagieren, das ist ja als „freie Entfaltung der Persönlichkeit“ nicht umsonst grundrechtlich geschützt. Schon wieder so ein Punkt, wo man die über die Verfassung aufklären muss 😦 … dazu bei Gelegenheit ein eigener Eintrag. Ziemlich körper- und lustfeindlich sind die Liberalen ja eh. Und wäre man den Prämissen da drüben gefolgt, wäre jede Pilcher-Verfilmung unanständig und exhibitionistisch und jedes Foto mit Präsidentengattin obszön, und den 175 gäbe es noch.

    Na, lassen wir das.

  85. Nörgler Mai 24, 2010 um 1:54 pm

    „.. hat sich das gerade wirklich auf das „Juden unerwünscht“-Schild bezogen???“.
    Ja sicher! Genau so lief damals die Diskussion.

  86. che2001 Mai 24, 2010 um 1:55 pm

    Mir kommt das so liberal vor wie die Burschenschaft Germania. Oder eher noch die Danubia.

  87. che2001 Mai 24, 2010 um 1:57 pm

    @netbitch: Starkes Statement, aber dafür hast Du bei Genova jetzt 100 Gulag-Punkte, und was die Angstbeißer dazu sagen will ich lieber gar nicht erst wissen.

  88. momorulez Mai 24, 2010 um 2:02 pm

    Netbitch Erläuterung hatte ich noch gar nicht gewürdigt, Danke dafür! Da lag ich ja alles andere als falsch …

    @Nörgler:

    Das ist allerdings der Knaller. Zudem das „nicht gut heißen, aber nicht verbieten“ nun auch gar keine Verballhornung ist, das hat doch Rayson gerade drüben geschrieben, oder?

  89. Rayson Mai 24, 2010 um 3:13 pm

    @MR

    „Nicht gut heißen, aber nicht verbieten“ bezieht sich grundsätzlich auf das gesetzliche Umfeld, aber im eigenen Blog sind die Grenzen natürlich entlang der Regeln und der (grundsätzlich weit gesteckten) Toleranzgrenze der Blogbetreiber gezogen. Sollte doch wohl klar sein. Aber überbewerten wir doch unsere Blogs nicht: Wenn so jemand wie der „Webbär“ irgendwo hinten in einem Thread, der eh nur von einer Handvoll Überzeugter gelesen wird, seiner Abneigung gegen Schwule Ausdruck gibt, disqualifiziert er sich vor allem selbst. Eine Wiedereinführung des §175 ist deswegen wohl eher nicht zu erwarten. Gelöscht wird das jetzt, wo die Fronten klar sind, aber trotzdem.

    Mittlerweile habe ich auch mitbekommen, worauf der „Webbär“ reagieren wollte (Schande über mich, aber ich habe mitten drin den Versuch abgebrochen, die Diskussion zu verfolgen). Wahrscheinlich hätte ich den Schwachsinn besser gleich gelöscht (oder ein anderer der Admins).

    Übrigens: Statt „Unsinn“ und „Newspeak“ als solchen zusammenzufassen, wäre ich vielleicht konkreter geworden, wenn ich von Anfang an mitdiskutiert hätte, aber so haben sich so viele platte Behauptungen angehäuft, und dazu noch solche, mit denen ich mich woanders längst (mich) erschöpfend auseinandergesetzt habe, dass mir meine Zeit dafür momentan wirklich zu schade ist. Zumal solche Behauptungen immer schnell hingerotzt sind, aber man natürlich nur ausführliche Widerlegungen akzeptiert, schon klar.

    Ansonsten schreibe ich zukünftig auch nicht mehr da, wo andere über mich statt mir reden, wie der kleine Club hier es (nicht nur in meinem Fall) so gerne zu tun pflegt. Dass ihr euch gegenseitig so großartig findet, sei euch aber von Herzen gegönnt 🙂

  90. Katzenblogger Mai 24, 2010 um 3:23 pm

    Rayson, fühl dich hier ruhig sehr willkommen – jedenfalls von meiner Seite.

    Also, statt einer anstrengenden, zeitraubenden Begründung: Welches sind die Punkte, wo du bei den Argumenten von Momorulez „newspeak“ siehst?

    – Punkt 1
    – Punkt 2
    – Punkt 3

    Zum Beispiel. Rayson, es müssen nicht viele Worte sein – nur möchte ich mir einfach vorstellen können, was du unter Newspeak verstehst, welche Punkte du damit meinst.

    Wäre das als Frage Okay für dich?

  91. Katzenblogger Mai 24, 2010 um 3:27 pm

    Wir finden uns übrigens nicht immer großartig, Rayson. Nur fanden wir, dass sich Momorulez in eurem Blog wirklich gut argumentiert hat. Die bisherigen Entgegnungen darauf empfanden wir bislang als unzureichend, pardon, aber ich jedenfalls bin mir sicher, dass ihr eure besten Argumente/Begründungen aufgespart hat.

  92. Rayson Mai 24, 2010 um 3:30 pm

    – die „Ordoliberale“ Wagenknecht
    – unser Blog zu 80% gegen den „demokratischen Verfassungsstaat“
    – „Zwangsarbeit“
    – „Lohndumping“

    Das nur die, die mir ohne Nachlesen einfallen. Klar, die beiden letzten Dinge z.B. sind nicht auf MRs Mist gewachsen, sondern gelten unter Linken als richtig und treffend. Für mich ist das aber eine extreme Verzerrung des sonst unter diesen Begriffen zu Verstehenden.

  93. Rayson Mai 24, 2010 um 3:32 pm

    @Katzenblogger

    Sag bloß.

  94. Nörgler Mai 24, 2010 um 3:47 pm

    Rayson, dann wäre auch ein Schild „Juden und Schwule unerwünscht!“ oder ein Schild „Schwule und Lesben unerwünscht!“ oder ein Schild „Juden, Neger, Schwule und Lesben unerwünscht!“ nicht gutzuheißen, aber nicht zu verbieten.
    Richtig?

  95. Rayson Mai 24, 2010 um 4:06 pm

    @Nörgler

    Rate mal.

  96. momorulez Mai 24, 2010 um 4:13 pm

    @Rayson:

    Natürlich sind unsere Blogs eine randständige Spielwiese; angesichts dessen, dass der Webbär da ungefähr das vertritt, was auch Dein (wegen Wohnort, nicht Parteizugehörigkeit) Ministerpräsident in Baden-Würtemberg findet, ist das trotzdem soooo trivial nicht.

    Dass ich Deine Reaktion dann prima fand habe ich ja geschrieben; und das mit den ans Herz gewachsenen, antagonistischen Weggefährten war ja auch ganz ernst gemeint.

    Dass wir nun ausnahmsweise mal hier weiter diskutiert haben, habe ich gewagt, weil ich mir dachte, dass Du vorbei schauen würdest. Du bist hier auch immer willkommen und ich freue mich, wenn Du vorbei schaust.

    Bei der Gesetzgebung hinsichtlich eines Plakates „Juden unerwünscht“ haben wir auch eine ganz gravierende Differenz; und auch da glaube ich nicht, dass das durch die Verfassung gedeckt ist, was ihr da vertretet, wegen des Volksverhetzungsparagraphen, der sich aus dem Diskriminierungsschutzes der Grundrechtsparagraphen ergibt. Und der eben nicht exklusiv für die Exekutive gilt.

    Und angesichts dieser ungeheuren Menge von Etatismus-, Demokratie- und Sozialstaatskritik, die sich bei euch findet, würde ich die Behauptung der 70-80% sehr wohl aufrecht erhalten. Friedmans Kritik der „kollektiven Entscheidung“ hat mit unserer Verfassung ebenso wenig zu tun wie Hayeks Behauptung der „Herrschaft einer Mehrheit über eine Minderheit“.

    In unserer Verfassung ist Demokratie individualrechtsbasiert, nicht funktionalistisch angelegt. Ich bewege mich so, Robert Michels seltsamen Unterstellungen zum Trotze, sehr klar im Rahmen der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts. Und vieles, was der Linkspartei derzeit um die Ohren fliegt, erklärt das Bundesverfassungsgericht im Grunde genommen für linksextrem wie auch den Sozialisierungparagraphen und auch die NRW-Verfassung.

    Das könnt ihr doch nicht fortwährend ignorieren, so als Regierungsparteimmitglieder. Ihr habt mit uns z.B. gegen die Vorratsdatenspeicherung gekämpft, war die von der Linkspartei initiiert? Irgendein CDU-Hansel will die doch gerade schon wieder einführen. Das kannst Du doch nicht mal eben als Unsinn abtun. Gegen das BKA-Gesetz klagt euer Gerhardt Baum. Und ihr wettert gegen die Linkspartei.

    Und nun einerseits eine sozialdemokratische 10%-Partei für „extremistisch“ zu erklären, dann aber ganz fürchterlich empfindlich zu sein, selbst auf den Extremismus-Prüfstein gestellt zu werden, das deckt sich mit meinem Demokratieverständknis auch nicht, wo eben Wechselseitigkeit und Selbstkritik in jegliche Kommunkation um Zielsetzungen eingebaut werden sollte. Und auch wenn Du glaubst, wir würden uns hier alle immer nur toll finden – da fliegen doch ständig die Fetzen, und da findet auch eine Menge Selbstkritik statt. Dafür finden wir uns ja toll 😉 …

    „Lohndumping“ und „Zwangsarbeit“, das habe ich nun ebenso oft begründet wie Du die Zurückweisung dieser Begründung, da hast du recht.

    Dann bleibt eben nur das Ringen um alternative Sozialrechtsvorstellungen im Sinne eines Kampfes um Mehrheiten, und das ist ja genau der Punkt, über den ich mich so ärger – dass man genau solche Debatten mit der „Extremismus“-Nummer zu unterbinden sucht. Dabei ist nun ganz offenkundig zumindest im Westen die Linkspartei eine gegen-HartzIV-Protestpartei.

    Im Osten hast Du ergänzend Komponenten wie derzeit in Spanien, würde ich mal behaupten. Nur hier eben viel früher schon und viel intensiver diskutiert, was ja gut ist, nun aber auch nicht zur fortwährenden Diskreditierung taugt.

    Das empfinde ich nun ausnahmsweise mal als was Gutes am Prozess der Wiedervereinigung: Dass anders als in Chile oder eben Spanien nach einer Diktatur sowohl politisch als auch rechtsstaatlich eine sehr intensive Auseinandersetzung tobte, und Hinzes „Rote Socken“ haben ja genau das zu verhindern versucht. Deshalb reagiere ich da sehr allergisch, wenn die wieder jemand zu stricken versucht – ein Wissen darum, was und warum an der DDR Scheiße war, wird so verunmöglicht. Und auch Lerneffekte bei jenen, die so verblödet sind, heute noch Grußworte an Ex-Stasi zu schicken. Die „Alten Kameraden“ hat es in der FDP und CDU allerdings auch jahrzehntelang gegeben.

    Wagenknecht HAT bei Maischberger übrigens tatsächlich ordoliberal argumentiert.

  97. Rayson Mai 24, 2010 um 5:03 pm

    @MR

    Wegen unserer „special relationship“ bin ich ja auch hergekommen…

    Bei der Gesetzgebung hinsichtlich eines Plakates „Juden unerwünscht“ haben wir auch eine ganz gravierende Differenz; und auch da glaube ich nicht, dass das durch die Verfassung gedeckt ist, was ihr da vertretet,

    Also das vertrete zunächst mal *ich* als Idealbild der Eigentums- und Meinungsfreiheit, und dass das Grundgesetz diese nicht so hoch bewertet wie z.B. die amerikanische Verfassung, wissen wir alle.

    Und angesichts dieser ungeheuren Menge von Etatismus-, Demokratie- und Sozialstaatskritik, die sich bei euch findet, würde ich die Behauptung der 70-80% sehr wohl aufrecht erhalten.

    Es gibt Staaten und es gab Zeiten, in denen Etatismus und Sozialstaat weniger ausgeprägt sind bzw. waren als heutzutage, und beides, Staaten und Zeiten, waren trotzdem demokratisch verfasst. Auch Demokratie hat Grenzen, und dass ich darunter mehr verstehe als nur deine Entscheidung, wann und wo du deinen Lover fickst, sollte ja wohl noch gehen, ohne ein darauf gegründetes Staatswesen generell abzulehnen – dass linke Definitionen von Demokratie weiter gehen, ist mir klar, aber allein daraus abzuleiten, andere seien dann „gegen Demokratie“ ist dann nur noch eine zirkuläre Argumentation.

    Hingegen sehe ich in einigen Meinungen, die hier so geäußert werden, eine grundsätzliche Kritik an rechtsstaatlichen Prinzipien, die im Extremfall auf eine Gesinnungsjustiz hinauslaufen.

    Wir können uns all das stundenlang gegenseitig vorwerfen, ohne einen Schritt weiter zu kommen.

    das ist ja genau der Punkt, über den ich mich so ärger – dass man genau solche Debatten mit der „Extremismus“-Nummer zu unterbinden sucht. Dabei ist nun ganz offenkundig zumindest im Westen die Linkspartei eine gegen-HartzIV-Protestpartei.

    Ich würde wie stefanolix im Extremismus immer eine Gewaltkomponente erwarten, also zumindest eine stellenweise Befürwortung von Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung. Dass die SED vor diesem Hintergrund als extremistisch zu gelten hat, sollte doch eigentlich klar sein, und die „Linkspartei“ ist nicht deren Nachfolgerin, sondern praktisch mit ihr identisch. Und dass sich im Westen jetzt versprengte K-Grüppler (und solche, die als U-Boote in SPD und Gewerkschaften tätig waren) unter diesem Label versammelt haben, sowie der Umstand, dass sie von denen profitiert, die gerne die sozialdemokratischen Wohlstandsversprechen der 70er Jahre zurückhaben möchten, ändert daran eher weniger.

    Nichtsdestotrotz würde ich gerne zwischen zwei Dingen unterscheiden: Die „Linke“ als umbenannte SED und die Positionen, die sie nach außen hin vertritt (leider gibt es ja noch eine Kategorie Positionen einzelner Funktionäre und Abgeordneter, die wiederum unmittelbar an die Geschichte der Partei erinnern, aber lassen wir die mal beiseite). Die „Linke“ als Partei ist für mich so wenig akzeptabel, wie es eine umbenannte NSDAP nach dem Krieg gewesen wäre. Da fällt die Schranke, sorry. Die Positionen der „Linken“ hingegen sind ja nun nicht gerade originell, was sie aber nicht vernünftiger macht: Mit solchen und anderen haben wir uns auseinandergesetzt und werden das auch weiterhin tun, wenn wir Lust dazu haben (oder ein uns dafür zugestellter Scheck der INSM üppig genug ausfällt).

    Wagenknecht HAT bei Maischberger übrigens tatsächlich ordoliberal argumentiert.

    Soll ich jetzt antworten: Nie und nimmer? Einigen wir uns auf einen Kompromiss: Im Sinn der ideengeschichtlich bahnbrechenden Weiterentwicklung durch den Marx-Widerleger Dean vielleicht. Sonst nicht.

  98. momorulez Mai 24, 2010 um 5:25 pm

    @Rayson:

    Nee, „Gesinnungsjustiz“ sehe ich da nun wirklich nicht. Ich hätte bei keiner eurer extremistischen Positionen je ein verbot derer gefordert.

    Ich sehe auch keine Identität von SED und Linkspartei wie auch keine von NSDAP und SED.

    Letzteres ist ahistorisch und falsch, und ansonsten ist das schon logisch Unfug, eine einzige Partei als einzige Organsition in einem Staat mit einem Nachfolger unter rechtsstaatlichen Bedingungen 20 Jahre später als „identisch“ zu behaupten.

    Ich halte das in der Tat für Demokratieverweigerung, was ihr betreibt – der Versuch, die „kalter Krieg“-Logik so lange zu instrumentalisieren, wie es irgend möglich ist.

    „dass linke Definitionen von Demokratie weiter gehen, ist mir klar, aber allein daraus abzuleiten, andere seien dann „gegen Demokratie“ ist dann nur noch eine zirkuläre Argumentation.“

    So läuft die ja auch nicht, wie Du weißt. Ich beziehe mich da ja auf ganz konkrete Einträge von Boche zum Beispiel. Und einen Extremismusverdacht kann man darauf nun gerade nicht darauf gründen, dass jemand Demokratie (im Rahmen von Rechtsstaat und Individualrechten) einfordert, ist hanebüchen.

    Und dass die DDR ein nur mit Gewalt aufrecht zu erhaltendes System war, das ist unumstritten.

    Dass nun die Linkspartei das ebenso wieder stricken wollen würde, halte ich auch weiterhin für Unfug. Dann würde sie da, wo sie regiert, ganz anders handeln – eher in Richtung der Hamburger CDU, zum Beispiel.

    Gab übrigens jede Menge NSDAP-Mitglieder in der FDP.

    Und auf den Dean können wir uns einigen 😉 … und außerdem habe ich aktuell gar keinen Lover 😦 …

  99. momorulez Mai 24, 2010 um 5:28 pm

    Ach, der noch:

    „Wir sind alle ein Team. Da bremst keiner, und da macht niemand dem Anderen Arbeit, da arbeitet man zusammen.“

    Lies mal, sowas mailt ein sozialistischer Jungunternehmer parallel zur Blogdiskussion an seine Angestellten 😉 … dafür finde ich mich schon toll.

  100. netbitch Mai 24, 2010 um 5:46 pm

    Es ist nicht so sehr das, was Ihr Bloggies selber schreibt (jetzt abgesehen von Steffen H. und RA), sondern eher das, was in den Kommentarbereichen abläuft. Und da hätten die Gastgeber ja sehr wohl die Möglichkeit, der Diskussion eine bestimmte Richtung zu geben. Das schrille und hysterische „Die-wollen-die-DDR-zurück“-Gekeife selbst bei solch harmlosen Vereinen wie Attac bleibt meistens von Euch selber unwidersprochen, und wenn, kommt Widerspruch fast nur von Stefanolix oder David. Die ich übrigens von den hier festgestellten „Demokratiedefiziten“ (kleine Beschlagwortung aus der Hüfte, Copyright by Lady Shalimar) ausnehmen würde. Die Linke ist für mich eine sozialdemokratische Partei, die einige antiimperialistische traditionals wie z.B. eine unreflektierte Kubasoli mit sich herumschleppt. Viele NVA- und Stasi-Täter sind doch nach der Wende in staatstragende Westparteien eingetragen oder haben Karrierenetzwerke in der Wirtschaft gebildet. Der Che hatte da mal was Ausführliches drüber erzählt. Solche Leute und Strukturen halte ich für viel gefährlicher als die Partei Die Linke, da kleben Korruption und Vorteilsnahme dran. Wenn Du sagst, dass wir teilweise oder Einzelne von uns außerhalb demokratischer Verhältnisse oder am Rande sich positionieren, dann wüsste ich gerne, wer, wann und womit.

  101. Rayson Mai 24, 2010 um 5:53 pm

    @MR

    Letzteres ist ahistorisch und falsch, und ansonsten ist das schon logisch Unfug, eine einzige Partei als einzige Organsition in einem Staat mit einem Nachfolger unter rechtsstaatlichen Bedingungen 20 Jahre später als „identisch“ zu behaupten.

    Nicht „ahistorisch und falsch“, sondern konsequent. Und komm mir bitte nicht mit „DDR und Drittes Reich sind nicht vergleichbar“ – als schlimme Diktaturen, die vor der Tötung Andersdenkender nicht zurückschrecken, sind sie es doch. Auch wenn Lungenkrebs schlimmer ist, ziehe ich es vor, nicht an Tbc zu erkranken.

    Auch logisch stimmt da alles, denn die Identität ist keine zugeschriebene, sondern eine selbst gewählte. Es ist keine neue Partei entstanden, die dann vielleicht viele heimatlose SED-Mitglieder aufgenommen hätte, sondern aus Raider wurde Twix. Dieser Weg wurde nicht grundlos gegangen; man hat ihn daher als Bekenntnis zu verstehen.

    Uns deswegen „Demokratieverweigerung“ vorzuwerfen, ist höchst lächerlich: Seit Ende der NRW-Wahl fordere ich SPD und Grüne dazu auf, endlich zusammenwachsen zu lassen, was zusammen gehört (und doch hört auf mich wieder kein Schwein), statt aus reiner Machtpolitik den doch so verhassten „Neoliberalen“ irgendwelche Angebote zu machen. Ich bin da ganz für klare Kante. Was gäbe es Demokratischeres?

    Dann würde sie da, wo sie regiert, ganz anders handeln – eher in Richtung der Hamburger CDU, zum Beispiel.

    Den Einwand, dass der „Linken“ von heute die sowjetischen Panzer fehlen, lasse ich gelten, aber ich bin anderer Meinung hinsichtlich dessen, was sie tun würden, stünden diese wieder zur Verfügung.

    Gab übrigens jede Menge NSDAP-Mitglieder in der FDP.

    Man nimmt verlorene Seelen immer gerne auf 😉 Mal ganz abgesehen davon, dass die FDP Mendes nicht meine gewesen wäre: Ich hätte es gut gefunden, wenn SEDler, die sich in dieser Republik zu Hause fühlen, in die SPD oder eine andere demokratische Partei eingetreten wären (und man sie gelassen hätte).

    und außerdem habe ich aktuell gar keinen Lover 😦

    Du bloggst zu viel 😉 Obwohl: Meine Liebste habe ich auch im Internet kennen gelernt (allerdings lange vor der Bloggerei…).

    dafür finde ich mich schon toll.

    Mit Grund 🙂 Aber solche Mails kommen auch von wenig sozialistischen Managern, das ist reine Unterwerfung unter betriebswirtschaftliche Logik 😈

  102. Rayson Mai 24, 2010 um 6:07 pm

    @netbitch

    und wenn, kommt Widerspruch fast nur von Stefanolix oder David

    Würde das nicht reichen? Braucht es eine absolute Mehrheit oder müssen wir alle kommen?

    Wir lenken keine Diskussionen in bestimmte Richtungen. Tabu sind persönliche Angriffe auf andere Kommentatoren oder Blogautoren, ansonsten darf sich jeder so lächerlich machen, wie er mag. Wenn z.B. einer penetrant behauptet, die Moslems seien an allem schuld, dann soll er das meinetwegen tun, zumal er höchtwahrscheinlich bald Widerspruch ernten wird, wenn nicht – wie im Thread, um den es geht – Boche (wahrscheinlich David oder stefanolix in Verkleidung) ihm in die Parade fährt.

    Wenn Du sagst, dass wir teilweise oder Einzelne von uns außerhalb demokratischer Verhältnisse oder am Rande sich positionieren, dann wüsste ich gerne, wer, wann und womit.

    Ich sprach von rechtsstaatlichen Grundsätzen. Aber dieses Fass mache ich jetzt wirklich nicht auf, wenn ich gerade MR beizubiegen versuche, das sowas nichts bringt, wenn man konzeptionell und definitorisch so weit auseinander liegt, dass man sich entweder nur noch die Fresse einschlagen oder sehr vorsichtig miteinander umgehen kann.

  103. Katzenblogger Mai 24, 2010 um 6:23 pm

    Och, das Fass mit den rechtsstaatlichen Grundsätzen sollte man bei Extremisten, für die ich euch halte, schon von Zeit zu Zeit aufmachen. Das ist wie bei einem guten Tropfen Wein: Versauert er ungetrunken in einem dunklen Keller, so hat niemand etwas davon. Also:

    1.

    Ihr (!) fordert bzw. wünscht euch einen Staat wie ihn Haiti realisiert hat. Ein libertärer Traum – winzige Staatsquote, bei völliger Freiheit der privaten Initiative, zumal im Vergleich zu unserem Land.

    Ein solches politisches Streben (die Haitisierung der Bundesrepublik) halte ich für Extremismus, und zwar für einen deutlich stärkeren Extremismus als man ihn (unter Aufbietung aller Argumentationskunst) in der Linkspartei finden kann.

    2.

    Im Vergleich zur libertären Plattform der FDP ist die Linkspartei ausgesprochen verfassungspatriotisch. Vielleicht könnte man sogar sagen, dass die Linkspartei unter den fünf Parlamentsparteien die verfassungspatriotischte Partei ist. Wenn das zuträfe (ich bin mir da nicht so sicher), tja: dann wäre womöglich der Verfasssungspatriotismus der Kern eurer Extremismuskritik…

    3.

    Vergleicht man die Programmatik der Linkspartei einerseits mit der gesellschaftlichen Realität von heute und andererseits mit der sozialdemokratischen Programmatik in den 20er Jahren (mit teils ausufernder marxistischer Rhetorik!), so muss man die Linkspartei für außerordentlich nichtextremistisch und harmlos halten.

    Anders formuliert: Wenn die heutige Linkspartei „extremistisch“ sein soll, dann war die SPD der 20er Jahre vergleichsweise superextremistisch…

    4.

    Rayson vergisst anscheinend, dass die heutige Linkspartei nur recht wenig mit der SED zu tun hat, obgleich sie ihre historischen Wurzeln teils dort hat. Ihre historischen Wurzeln liegen jedoch mehrheitlich woanders! Beispielsweise in der WASG, aber auch bei jenen, die mit dem Kapitel DDR in der PDS abgeschlossen haben. Natürlich gibt es in Teilen der Linkspartei noch hier und da eine beachtliche und sogar verstörende DDR-Nostalgik:

    Nur kennzeichnet dies nicht die Linkspartei als Ganze – genauso wenig wie Weikersheim die CDU als Ganze kennzeichnet.

    Richtig mag darum sein: Es gibt in der heutigen Linkspartei extremistische Teilströmungen. Und richtig ist auch: Es gibt in der heutigen FDP extremistische Teilströmungen…

  104. netbitch Mai 24, 2010 um 6:38 pm

    Wunderbar auf den Punkt gebracht. Übrigens weichst Du, Rayson, grundsätzlich IMMER aus, wenn es darum geht, Ross und Reiterin zu benennen.

  105. momorulez Mai 24, 2010 um 7:07 pm

    Dass ich dem Katzenblogger in jeder Hinsicht zustimme, brauche ich ja wahrscheinlich noch nicht mal betonen?

    Den Bundeswehreinsatz im Inneren will Herr Schäuble. Der will die Panzer rollen lassen und das BKA zu einer Art Stasi ausbauen. Die Gewaltenteilung aufzuheben, um zu einer entkoppelten Exekutive vorzudringen, das ist ebenfalls keine Forderung der Linkspartei, sondern der Rechtsparteien. Wenn ich mir angucke, wo und warum international aktuell Panzer rollen, so fiele mir zumindest nicht ein, dass diese von der Linkspartei analogen Organisationen verschickt würden. Die Bundeswehr und die Polizei sind von Rechtsextremen durchsetzt, nicht von der Linkspartei.

    Und das mit „Raider“ und „Twixx“ muss man echt noch mal nachgooglen. Ich habe das so in Erinnerung, dass vertreten wurde, dass es unsinnig sei, sich aus der Verantwortung zu stehlen, und zudem, dass in Deutschland auch weiterhin linke Kräfte brauche. Und natürlich ging es ganz schäbig auch um das Parteivermögen.

    Zwischen Verantwortung und Bekenntnis liegen aber Welten, und als linke Partei habe ich die bis zur WASG-Gründung gar nicht wahr genommen. Da war das für mich ein DDR-Konservatismus, der regional immerhin – wegen im Verhältnis zu Staat oder anderen Parteien ganz gut aufgestellt – ein Gegengewicht zur Etablierung rechtsradikaler Strukturen wie in der Sächsischen Schweiz bildete. Seit der WASG-Gründung hat sich da deutlich was verschoben, und es wurde allmählich zur bürgerrechtsorientierten, sozialdemokratischen Alternative zur entsozialdemokratisierten SPD.

    Abgesehen davon sehe ich nicht mehr, dass GRÜNE und SPD auch nur irgendwie zusammen gehörten. Die GRÜNEN sind längst die Ergänzung zu CDU, kann man hier in Hamburg bestens verfolgen, weil sich Besitz-, Bildungs- und Kleinbürgertum ganz gut miteinander arrangieren können. Den Anteil der Anteilslosen würden die nie einfordern.

    Ach, und das mit dem „nicht gut heißen, aber nicht verbieten wollen“ wie auch dieses Verhältnis TBC und Lungenkrebs: Ich glaube, dass das, was das „3. Reich“ war, in deutsche Köpfe bis heute einfach nicht rein will. Ich sehe diese Vergleicherei als einen Entlastungsversuch, das 3. Reich betreffend, an. Und wohin danach Vermögen flossen, das kann man ja unter anderem in „Das Schweigen der Quandts“ ganz gut betrachten.

    Da halte ich Franco (wo die katholische Kirche eifrig mit mischte, die hat sich danach noch nicht mal umbenannt) oder Pinochet für die besseren Vergleichsmöglichkeiten, was das POLITISCHE System betraf, und das war alles weiß Gott schlimm genug.

  106. Rayson Mai 24, 2010 um 7:33 pm

    @Katzenblogger

    Dass du „uns“ für Libertäre hältst, spricht Bände. Der Rest erübrigt sich.

    @netbitch

    Ja, IMMER. Und ÜBERALL nicht zu vergessen.

    @MR

    Lass stecken, da kommen wie nie und nimmer zusammen.

  107. momorulez Mai 24, 2010 um 7:45 pm

    Ich finde ja auch Koexistenz aushalten und sich trotzdem mögen prima 😉 … jetzt müssen wir es nur mal schaffen, dass nicht immer nur ihr wie in den letzten 60 Jahren, von den frühen 70ern mal abgesehen, die Macht habt, sondern wir auch mal! So weit es Westdeutschland betrifft.

  108. Katzenblogger Mai 24, 2010 um 8:46 pm

    Oh, pardon, Rayson. Natürlich war es falsch von mir in Zusammenhang mit euch von libertären Tendenzen zu sprechen. Ich sollte wissen, dagegen würdet ihr euch mit Abscheu verwahren. Gut, ich darf euch nur „liberal“ nennen. Verstanden.

    Rayson, wäre zur Kennzeichnung der politischen Orientierung“Liberale und Wirtschaftsliberale mit intensivem Interesse an staatskritischen libertären Ideen“ okay für dich, wenn ich über die Blogger bei euch spreche? Oder ginge das zu weit?

    Die Beantwortung der vier aufgeführten Punkte (zumal dir das leicht fallen sollte) halte ich nicht für erübrigt. Ich werde die politische Orientierung der Bissigen Liberalen gerne nach deinen Empfindlichkeiten abändern. Wenn ein anderer Sprachgebrauch den Diskurs erleichtert, so werde ich das meine dafür tun!

    Rayson, warum nun sind meine vier Argumente (s.o.) grundfalsch?

  109. Katzenblogger Mai 24, 2010 um 8:49 pm

    Ich fand meine Argumentation eigentlich garnicht übel, Rayson. Jetzt, wo es (für mich – zugegeben) spannend wird, erklärst du mich zur Unperson, mit der man nicht sprechen dürfe, weil ich den Fehler beging, euch zu „Libertären“ zu erklären.

    Das geht mir zu schnell.

  110. che2001 Mai 24, 2010 um 9:06 pm

    Mit T.Albert gingen die genauso um wie mit Dir, Katzenblogger. Du kannst Dich jetzt also Albertisiert fühlen;-)

  111. Katzenblogger Mai 24, 2010 um 9:14 pm

    Was hat den T.Albert Ungehöriges angestellt?

  112. che2001 Mai 24, 2010 um 9:18 pm

    Sowas Ähnliches wie Du, Klartext gesprochen und in mehr oder weniger ultimativem Tonfall konkrete Fragen gestellt. Da war er bald der Gotteibeiuns.

  113. momorulez Mai 24, 2010 um 9:31 pm

    Ach, Mönsch – einerseits hat Rayson ja recht: Wie soll man bei so dermaßen konträren Perspektiven, bei denen man aufpassen muss, sich nicht wechselseitig auf die Fresse geben zu wollen, irgendwas miteinander klären wollen? Zudem auffällig im positiven Sinne ist, dass – mal ab von wb – weder drüben noch hier irgendwer irgendwen von „uns“ mit der so gescholtenen Linkspartei identifiziert. Obwohl wir die alle verteidigen. Das kann man ja mal anerkennen. Die Kiste wird nicht gepackt und insofern wohl doch mehr differenziert, als „wir“ das machen, wenn wir hier mit Haiti kommen. Was zwar angesichts des „Die Linkspartei will Kuba“ nahe liegt, in der Karibik zu bleiben, aber mal ehrlich: Eigentlich ist das doch genau so bescheuert.

    Was mich aber wundert, das ist vielmehr dieses, na, ausweichen, wenn es um die Diskussionshistorie geht. Also fast widerwillig zuzugestehen, dass man mit libertären, anarchokapitalitischen und radikal anti-etatistischen und massiv demokratiekritischen Positionen nun wirklich mehr als nur liebäugelte (Karsten und Stefanolix allerdings nicht). Ist das jetzt Lerneffekt, oder hat das auch was mit parteiinternen Diskussionslagen zu tun?

    Das zweite, was mich nicht nur irritiert, sondern schon empört, ist dieses Insistieren darauf, den Scheinwerfer nur und ausschließlich auf der Linkspartei zu belasssen. Früher konnte man sich mit den B.L.O.G.s hervorragend gemeinsam z.B. über Schäubles Pläne empören. Jetzt wird das einfach negiert. Allzu parteiraisonorientiert kamt ihr mir bisher aber noch gar nicht vor, Rayson. Woher kommt dann dieses ja wirklich neue Verhalten? Das kann ja nicht nur die „rote Gefahr“ sein.

  114. Robert Michel Mai 24, 2010 um 9:45 pm

    Du gehst massiv in die Offensive („demokratiefeindlich“) und wunderst dich dann, dass sich der Gegner nicht in die Defensive drängen lässt sondern selbst angreift?

  115. Rayson Mai 24, 2010 um 9:55 pm

    @MR

    lso fast widerwillig zuzugestehen, dass man mit libertären, anarchokapitalitischen und radikal anti-etatistischen und massiv demokratiekritischen Positionen nun wirklich mehr als nur liebäugelte (Karsten und Stefanolix allerdings nicht).

    Ich habe schon des öfteren geschrieben, dass ich damit gerne argumentiere. Warum sollen nur Linke den Luxus haben, Realität an Idealvorstellungen scheitern zu lassen? Wer mir mit einem einseitigen Idealbild kommt, dem stelle ich eben ein anderes entgegen. Das nicht Haiti ist – obwohl ich auf die ungeheuer originellen Vorhaltungen des „Katzenbloggers“ natürlich ebenso geistreich antworten könnte, dass es zur Diffamierung libertärer Ideale vorhergehender Naturkatstrophen bedarf, während die Umsetzung linker Ideale bereits die eigentliche Katastrophe ist…

    ist dieses Insistieren darauf, den Scheinwerfer nur und ausschließlich auf der Linkspartei zu belasssen.

    Ach herrje – gebloggt wird halt, was individuell irgendwie momentan Anlass dazu gibt. Außerdem macht es mir mehr Spaß, einen Beitrag gegen angeblich unbestrittene Wahrheiten zu schreiben als nur das zu wiederholen, was in zig anderen Blogs eh schon als Kritik steht, oder was ich – siehe oben – woanders schon oft formuliert habe.

  116. Katzenblogger Mai 24, 2010 um 9:57 pm

    Verstehe ich nicht völlig, Momorulez. Was haben die Blogger der Bissigen Liberalen gegen die Organisation von Haiti einzuwenden? Da ist doch nun wirklich alles (!) umgesetzt, was sie fordern.

    Kuba hingegen, obgleich mit deutlich größerer Wohlfahrt für das eigene Volk, ist nun wirklich kein Vorbild für uns. Zu wenig Demokratie, zuviel Staatssozialismus, zu wenig Individualfreiheiten, zu wenig Markt und wirtschaftliche Freiheiten. Aber der „Haiti-Topf“, der passt doch wirklich.

    Ich kann bislang nicht erkennen, was an der politischen und wirtschaftlichen Organisation von Haiti aus Sicht der Bissigen Liberalen falsch sein soll. Das ist definitiv ein Idealstaat. Jedenfalls, für eine bestimmte Staatsidee.

  117. Katzenblogger Mai 24, 2010 um 10:04 pm

    Ach, und von Rayson kam immerhin eine Andeutung einer Antwort. Ohne die Naturkatastrophe fände er die politische und wirtschaftliche Organisation von Haiti – gemessen an seinen Idealen, mit denen er gerne argumentiert, möglicherweise ganz Okay.

    Das wäre doch schon einmal eine Hausnummer. Allerdings denke ich, dass ich ihn da falsch interpretiert habe.
    h
    Und natürlich, ich meine natürlich nicht das Erdbeben und das daraus rührende Elend. Ich meine einfach die Art und Weise, wie der haitianische Staat organisiert ist. Das ist ein reiner Rechtsstaat, die Wirtschaft läuft radikal anarchokapitalistisch und auch weitgehend frei von jeglichen Sozialgedöns (mal abgesehen von Überweisungen ausländischer Haitianer und den internationalen Hilfsorganisationen).

    Nur 10 Prozent Staatsquote! Volle wirtschaftliche Freiheit verwirklicht! Dazu noch steuerfreie Sonderzonen! Keine Antidiskriminierungsgesetze, welche die Wirtschaft gängeln! Eine Demokratie, die sich nicht in das Leben der Einzelnen einmischt!

    Rayson, dort ist doch dein Ideal weitgehend verwirklicht, oder? Ernsthaft: Warum nicht? Was stört dich an Haiti?

  118. momorulez Mai 24, 2010 um 10:06 pm

    @Robert:

    Nö, das wundert mich nicht – nur, dass nicht da angegriffen wird, wo es weh tut 😉 …

  119. momorulez Mai 24, 2010 um 10:14 pm

    @Rayson:

    „Ich habe schon des öfteren geschrieben, dass ich damit gerne argumentiere.“

    Na dann 😉 …

    @Katzenblogger:

    Weil man Drittweltländer nicht so ganz ohne weiteres mit europäischen Ländern vergleichen kann, was auch die Liberalen zuzugestehen jederzeit bereit wären, was z.B. beim Thema „Kinderarbeit“ immer sehr, sehr deutlich wird – und übrigens zur Kuriosität überleitet, dass bei solche Fragen immer eine marxistische Geschichtsphilsophie Anwendung findet. Und weil es auf Haiti diverse Faktoren gibt, die einen strukturellen Vergleich eben viel zu formal erscheinen lassen. Da sind die zu verscherbelnden, sorry, zu privatisierenden Strukturen gar nicht im selben Sinne vorhanden.

    Aber wieso antworte ich da eigentlich gerade drauf?

  120. Robert Michel Mai 24, 2010 um 10:14 pm

    „Ich meine einfach die Art und Weise, wie der haitianische Staat organisiert ist. Das ist ein reiner Rechtsstaat, die Wirtschaft läuft radikal anarchokapitalistisch und auch weitgehend frei von jeglichen Sozialgedöns (mal abgesehen von Überweisungen ausländischer Haitianer und den internationalen Hilfsorganisationen).“

    Das wird anderswo anders gesehen: http://www.heritage.org/index/Country/Haiti

  121. che2001 Mai 24, 2010 um 10:34 pm

    Oh Gott, die Heritage Foundation, DAS Organ zur Beeinflussung der US-Außenpolitik durch Privatinteressen überhaupt, wo sich Lyndon LaRouche mit den Bush-Freunden trifft!

    Was kömmt als Nächstes? Weikersheim? Die Nouvelle Ecole? Thule?

    http://de.wikipedia.org/wiki/Heritage_Foundation

  122. Robert Michel Mai 24, 2010 um 10:48 pm

    Ändert das etwas daran, sich mit deren Argumenten auseinander setzen zu müssen?

  123. che2001 Mai 24, 2010 um 10:52 pm

    Ich setze mich auch mit Argumenten der NPD, der Taliban oder des Opus Dei nicht auseinander. Verglichen mit der Heritage Foundation ist die CIA linksliberal.

  124. Katzenblogger Mai 24, 2010 um 11:35 pm

    Doch, Che: Robert Michel hat völlig Recht, wenn er in dieser Argumentation die Daten bzw. Wertungen von Heritage heranzieht. Denn Heritage ist ja selbst in ökonomischen Fragen libertär – insofern ist es schon etwas relevant, die Frage, wie Heritage Haiti beurteilt.

    Im Moment habe ich keine Zeit für eine Antwort – ich hole das morgen nach, Robert. Ich gebe vorab zu bedenken, dass sich Heritage mit seinem Index blamieren würde, wenn es Haiti einen Gesamtscore von über 80 zuweisen würde – aber eigentlich müssten sie das.

    Beispielsweise: Das Privateigentum ist auf Haiti keineswegs unsicher. Wer dort eine Firma betreibt, muss keineswegs eine Enteignung fürchten. Ein zusätzliches Sicherheitsplus kann jederzeit durch die Bezahlung von Sicherheitsexperten (sogenannte „Gangs“) bewerkstelligt werden, was billiger ist – mit Abstand! – als die hiesigen Steuerzahlungen.

    Die Abwertung von Haiti bei Heritage ist blanker Schummel. Ich werde das morgen ausführlicher begründen. Im Übrigen laufen weit über 90 Prozent aller Geschäfte auf Haiti komplett staatsfern („informell“) – das bedeutet frei von staatlichen Regulationen und frei von Steuern. Die Menschenrechte sind geachtet, jeder Mord und jede Gewalttat wird von tüchtigen Polizisten verfolgt – der Rechtsstaat ist gewährleistet und auch jedes Selbsteigentum.

    Was will das libertäre, pardon, liberale Herz mehr?

  125. genova Mai 25, 2010 um 7:22 am

    Interessant, dass meine zwei Dreizeilier solch eine Aufregung verursachen.

    Netbitch,
    du kannst dich andern gerne nackt zeigen und dich auspeitschen lassen,viel Vergnügen damit weiterhin. Allerdings ist es mir egal, es törnt mich auch nicht an, genausowenig, wie du mir auf den Sack gehst. Ich lese deinen Blog gerne, wie gesagt, sonst nix. Ich hoffe, diese Aussage frustriert dich nicht.

    Che,
    du kannst den Mund wieder schließen und das Denken beginnen. Dann wirst du feststellen, dass ich geschrieben habe, den Artikel hier nicht gelesen zu haben. Vielleicht fehlte die Präzisierung, dass ich nur die ersten drei Zeilen gelesen habe und die dort auftrauchenden Themen Emma und schwul mit nicht interessieren. Daraus nun zu stricken, ich interessiere mich nicht für Homosexualität im 3. Reich, nun ja, das ist quelleninterpretatorisch für einen Historiker eine reife Leistung. Hausblog eines Schwulen? lol. Es ist Wahnsinn: Ich antworte hier nur, weil Netbich mich erwähnt hat, daraus wird mir nun der Vorwurf gemacht, wie ich hier überhaupt schreiben könne, dass mich Schwulsein nicht interessiert, im Hausblog eines Schwulen. Toll.

    Momo,
    alles, was du da oben über mich schreibst, ist fast komplett frei erfunden und besätigt nur mein Urteil: Du drehst zu schnell durch, und das liegt nicht an mir, sondern an wasweißich. Offenbar brauchst du mich als Projektionsfläche. Ich tippe mal, dass du im realen Leben massive Probleme mit dieser Art hast, diesem, fast würde ich sagen Vernichtungswillen Menschen gegenüber, die dir nichts Böses wollen. Jetzt bin ich also auch noch so eine Art Förderer von Vergewaltigunsbefürwortern. Man lernt nie aus. Dein Hass beruht auf Projektion. Kommt das daher, dass du dich als Schwuler diesem Vernichtungswillen selbst ausgesetzt siehst?

    Bemerkenswert auch der Begriff des Seelenheils und dass du nur noch in der dritten Person mit mir kommunizierst. Ist es so schlimm? Ich finde es ernsthaft schade, dass unsere Kommunikation nicht funktioniert. Allerdings befürchte ich, dass die Story auch mit diesem Posting keine Wende zum Guten nimmt.

    Ich empfehle dir, künftig vor dem Posten zu warten, bis der Puls wieder runter ist. Du machst dich doch nur lächerlich, und das ist auch mir unangenehm. Deine Sensibilität in Ehren, aber das ist keine hinreichende Begründung für all den Blödsinn, den du hier verzapfst.

    Grüße vom Extremisten der patriarchalen Mitte

  126. momorulez Mai 25, 2010 um 8:12 am

    „und das liegt nicht an mir“

    Wie praktisch. Jetzt fängt das also noch mal von vorne an.

    Deine Verhaltensratschläge steck Dir mal sonstwo hin, die sind es ja gerade, die so unglaublich nerven und eine Zumutung sind. Wenn Dir irgendwas unangenehm ist, dann bleib doch einfach weg. Von einem Dich „als Projektionsfläche brauchen“ kann nun wirklich keine Rede sein. Da sind meine Bedürfnisse, das, was ich brauche, doch deutlich anders gelagert. Du tauchst gar nicht auf in meiner Bedürfnisstruktur.

    Ich finde es tatsächlich nicht schade, dass unsere Kommunikation nicht funktioniert: ich lege schlicht keinen Wert auf Kommunikation mit Leuten wie Dir und mache das lediglich aus Höflichkeit, und weil Du hier immer wieder rein schneist und mir erzählst, wie ich bin, wie ich sein sollte und was ich gerade aufzuarbeiten hätte.

    Zumindest bin ich doch immer mal wieder froh, keine Frau zu sein, wenn ich das an Netbitch da nun wieder lese.

  127. Katzenblogger Mai 25, 2010 um 9:40 am

    Vernichtungswillen Menschen gegenüber

    (Uffta. Das muss ich erst einmal sacken lassen.)

    Genova, hast du schon mal von „intellektueller Selbstvernichtung“ gehört?

  128. momorulez Mai 25, 2010 um 9:45 am

    Ich bin bei dem Quatsch schon so desensibilisiert, dass mir das noch nicht mal aufgefallen ist, dass ein „Lass mich in Ruhe“ als Vernichtungswille interpretiert wird …

  129. netbitch Mai 25, 2010 um 6:25 pm

    Dafür sind wir den brutalstmöglichen Ministerpräser endgültig los. Stößt wer mit mir an?

  130. momorulez Mai 25, 2010 um 6:40 pm

    Das hat auch schon wahre Jubelstürme bei Twitter verursacht 😉 – ja, schade, dass das mit dem gemeinschaftlichen virtuellen Besäufnis so schwierig ist!

  131. Katzenblogger Mai 25, 2010 um 7:01 pm

    Ich könnte mir vorstellen, dass aus ihm ein Energiekoch oder sogar ein Gaskoch wird. Binnen eines Jahres wird er sich jedenfalls als Lobbyist präsentieren.

    Alles andere wäre für mich eine charakterliche Überraschung.

  132. momorulez Mai 25, 2010 um 7:10 pm

    Charakter? Hat der so was?

  133. Katzenblogger Mai 25, 2010 um 8:39 pm

    Natürlich hat Roland Koch Charakter! Wer ohne zu blinzeln frei lügen kann, hat schon einen besonderen, und nun, nicht gerade alltäglichen Charakter.

  134. netbitch Mai 25, 2010 um 9:51 pm

    Charaktermaske, autoritärer Charakter, charakteristische Bosheit, brutalstmögliche charakterliche Abgekochtheit, sucht Euch was aus. Habe jetzt tatsächlich eine Flasche Cava auf den Abgang gesüppelt, was mal wieder zeigt, dass ich zu den Sektgiererinnen gehöre und somit wir hier eine Sekte sind. Sind eigentlich die Ergüsse von Spitzenpolitikern Top-Sekret?

  135. netbitch Mai 25, 2010 um 10:08 pm

    @Genova, Du gehst mir auch nicht auf die Eierstöcke, jedenfalls noch nicht, und was mich frustriert, weißt Du nicht, ich finde aber Deinen Tonfall interessant. Scheine ja als Frau hier eine Sonderbehandlung zu bekommen, weil Du auf meine erotisch aufgeladenen Selbstbekundungen anders reagierst als auf die inhaltlich gegen Äußerungen von Dir gerichteten Kritiken von Che, dem Chedonisten und Momo, dem Homo. Der durchgedreht für Dich ist, weil er emotional gereizt bekundet, was das, was Du schreibst, mit ihm macht, und Che, na, der solidarisiert sich halt und ist empathisch (für mich sehr sympathisch). Was das bei ihnen bewirkt, mögen die mit sich oder/und Dir ausmachen, was Du schon die ganze Zeit über mich äußerst, kommt bei mir so an: Du willst von einer ausschweifende Sexualität praktizierenden und sich dazu bekennenden Frau nicht lesen, wie sie empfindet, findest das Alles irgendwie peinlich und berufst Dich auf die Regeln der Gutanständigkeit und betonst masivstenst, dass Dich das Alles nicht antörnt. Es ist mir herzlich egal, ob Dich das antörnt oder nicht, aber warum betonst Du es so? Angst vor wüsten Frauen? Doch angetörnt sein, aber Verschämtheit ob der beschriebenen Praktiken? Nicht damit klarkommen, dass eine linke Feministin auf SM (wenn auch nur in einem sehr speziellen und eng gefassten Rahmen) steht?

  136. momorulez Mai 25, 2010 um 10:11 pm

    Oh, ich hoffe, ich zerstöre jetzt nicht den mir willkommenen Sektencharakter, der nun endlich demaskiert wurde, wenn ich mir Biergier wie ein Tier attestiere und hier fremdgängerisch ein Becks statt eines Astras auf Kochs Rückzug von der politischen Lebensmittelvergifterfront genehmige? Freilich auch, um meinen ungezügelten Vernichtungswillen in Zaum zu halten.

    (Wortspiele mit Bier sind echt schwierig. Reime gehen da prima. Ein Äquivalent zu Sekret fällt mir da echt nicht ein. Und Koch geht jetzt bestimmt zum DFB, da passt der auch prima hin, und verbietet Doppelpässe und rote Karten.)

  137. momorulez Mai 25, 2010 um 10:16 pm

    Ich frage mich auch schon die ganze Zeit, wieso mir hier eigentlich keiner sagt, dass ich ihn nicht antörne.

  138. Katzenblogger Mai 25, 2010 um 10:18 pm

    Ich trinke gleich meinen dritten (selbstgemachten) Bananenshake auf Kochs politisches Ende!

    (gesünder – frischer – und: Banane macht glücklich!)

  139. Katzenblogger Mai 25, 2010 um 10:19 pm

    Das Sekret des Sekretismus
    ist bei Koch sein Defätismus

  140. netbitch Mai 25, 2010 um 10:20 pm

    Ach, und eins noch: Sprüche wie: „Ich hoffe, das frustriert dich nicht“, „Netbitch, wenn ich dich verprügeln soll, sag es doch direkt. Da musst du nicht so hintenrum mit Marx und Mainstream kommen.“ oder „“Nur war mir jetzt nichts mehr peinlich.“

    Das hättest du nicht extra erwähnen müssen.“ offenbaren einerseits für mich Dumpfbackentum und andererseits einen paternalistischen, männlich-überlegenen Umgang mit Frauen, den ich zum Kotzen finde und drittens eine völlige, rülpsend-glucksende Antiempathie gegenüber lustvollen Praktiken, die Du wohl einfach nicht kennst. Meineeine ist nun allerdings keine, die sich über Männer oder ihr Verhältnis zu denen definiert, und davon scheinst Du auszugehen. Dass mich frustrieren könnte, dass ein mir persönlich unbekannter Mann nicht auf meine gebloggten Lusterfahrungen anspringt offenbart ja eine Grundhaltung gegenüber Frauen, die davon ausgeht, dass die ihr Selbstwertgefühl nach dem Urteil von Männern ausrichten. Tue ich nicht. Bin dann lieber klitokratische Schwanzkonsumiererin.

  141. momorulez Mai 25, 2010 um 10:25 pm

    @netbitch:

    Bravo! Ganz im Ernst!

    @Katzenblogger:

    Kennst Du noch den gemischten Obst -und Gemüsechor in der Muppetts-Show mit „Ausgerechnet Bananen!“?
    😀

  142. Katzenblogger Mai 25, 2010 um 10:31 pm

    @ Netbitch

    Müsste es nicht richtiger Schwanzkonsumentin heißen?

    @ Momorulez

    Klingt wirklich sehr vielversprechend, aber nein, ich kenne es nicht. Ich bitte um Gewährung eines Youtube-Links!

  143. momorulez Mai 25, 2010 um 10:33 pm

    @Katzenblogger:

    Das gibt es da leider nicht. Seit meiner Kindheit suche ich dieses Highlight der Fernsehgeschichte ganz so, als sei ich auf der Suche nach der verlorenen Zeit …

  144. che2001 Mai 25, 2010 um 10:34 pm

    @netbitch: Superbeitrag! (Nicht nur dafür) liebe ich Dich!

    @MR: Dein Vernichtungswille hängt sicher damit zusammen, dass die gelben Barbarenhorden aus der Inneren Schwuchtelei mit gezücktem Bananendegen mal wieder vor den Toren stehen.

  145. momorulez Mai 25, 2010 um 10:40 pm

    Lasst uns Wodka holen, hahaha, denn wir sind Mongolen, hohoho … Schmeißt die Gläser an die Wand, Russland ist ein freies Land!

  146. netbitch Mai 25, 2010 um 10:46 pm

    @Katzenblogger: Nein, konsumieren ist eine aktive Handlung, ich bestehe darauf, selbstbestimmt zu handeln und nicht zu empfangen, auch wenn das von außen anders aussehen mag.

    @Che: Es täte Dir sehr gut, wen anders zu lieben, unter Einbeziehung von dem, was wir voneinander gelernt haben. Das meine ich jetzt richtig nett.

    @Momo: Jawoll! Party iss!

  147. netbitch Mai 25, 2010 um 10:47 pm

    Uiiih, und das war jezze schon wieder alles sehr privat und intim, wieso schäme ich mich nur nich? Das ist was faul!

  148. momorulez Mai 25, 2010 um 11:13 pm

    Gab es da nicht sogar mal ein Buch, „Das Ende der Scham“ oder so? Und war das nicht programmatisch gemeint?

  149. momorulez Mai 25, 2010 um 11:48 pm

    Wow! Ich habe das zwar völlig anders in Erinnerung, aber das ist prima 😀 …

  150. Nörgler Mai 26, 2010 um 8:13 am

    Wodka ist ein freies Land
    Wir zahlen auch kein Flaschenpfand
    Und schmeißen RoKo an die Wand
    Ha-ha-ha-ha-haa!

  151. netbitch Mai 26, 2010 um 3:33 pm

    Anja Meulenbelt, „Die Scham ist vorbei“. Das war noch selbstbewusster Feminismus, nicht dieser Moral-Unfug von Schwarzer.

  152. netbitch Mai 26, 2010 um 4:20 pm

    In „du kannst dich andern gerne nackt zeigen und dich auspeitschen lassen,viel Vergnügen damit weiterhin.“ in Kombination mit „Netbitch, wenn ich dich verprügeln soll, sag es doch direkt. Da musst du nicht so hintenrum mit Marx und Mainstream kommen.“ steckt eine pornografische Sichtweise par excellence. Die aktive Komponente – ich peitsche selber, und zwar den, der mich auch peitscht, das Ganze ist ein Spiel mit wechselnden Rollen, bei dem es zwar assymetrische Unterwerfung, aber keine Hierarchie auf Dauer gibt, eigentlich führen wir eine so einigermaßen egalitäre Beziehung – wird ausgeblendet, gleichzeitig werde ich aufs Sexuelle reduziert – meine intellektuellen Seiten werden zur Staffage heruntergeputzt. Das ist Gendermainstreaming der hinterletzten Sorte. Das regt mich jedesmal wieder auf, wenn ich sowas lese. Zum Glück sind die kommentierenden Stammleser bei mir drüben eher charmante Vertreter, die sich an Wortspiel und Komplimenten erfreuen.

  153. momorulez Mai 26, 2010 um 8:48 pm

    Irgendwie ist G. da ja nur ein Symptom für allerorten noch viel Schlimmeres. Woher kommt eigentlich diese komplette Desensibilisierung?

    Bei G. wirkt das ja eher ein wenig hilflos, und als würde er dann auf ein Vokabular zurück greifen, von dem er gelernt hat, dass das in solchen Zusammenhängen „angemesse“n ist – „antörnen“, dann der Gestus des Achsotoleranten „du kannst Dich gerne“, na sowas, als habe er, zu gestatten, ach, ich musses ja nicht noch mal alles auffahren – wieso haben Männer so eine Haltung gegenüber Frauen?

    Und wieso gibt es für Lust und Bedürfnisse kein Vokabular? Ist ja nicht nur Kirchengeschichte.

    Bei Homophobie habe ich ja immer das Gefühl, dass das eine Feindseligkeit ist, die sich nicht nur gegen Schwule, sondern auch gegen den eigenen Männerkörper des Homophoben in einer bestimmten Hinsicht richtet, das also eine Form von Selbsthass ist.

    Sehen will er sich als den, der als Kämpfer und Stecher in Sluts, Bitches und Pussies dann prima ist oder aktiv, total cool, dem Weibe die Peitsche anbietet – in der harmloseren Variante wird daraus dann der „Versorger“ und „Ernährer“, der’s „ihr besorgt“. Dass die Abwertung und Verdinglichung von Frauen schon fast eine Erregungsvorraussetzung ist, scheint mir trotzdem oft so, aber nun gerade nicht im Sinne wie bei SM, wo Ohnmacht, Ding-Sein, Intensivierung von Anspannung und körperlicher Empfindsamkeit ja gerade inszeniert wird, um genau das zu durchbrechen.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Warum macht Mann das mit Frauen und mit sich? Wieso diese ganze Feindseligkeit?

  154. che2001 Mai 26, 2010 um 9:08 pm

    Das frage ich mich auch. Wobei ich da außen vor bin – diese Verhaltensweisen sind nicht mein Thema. Eher die Tatsache, dass ich den Frauen zu nett bin, um interessant zu sein. Habe das aber bei Weitem oft genug beobachtet. Den erschreckenden Sexismus frührer guter Kumpels, der mich verstörte und den sie mir nicht erklären konnten, oder neueste Erfahrungen. Zum Beispiel, dass in einem Seminar zum Thema Zeitungslayout ein Mann eine gutaussehende Frau automatisch als Hure einordnete und eine entsprechende fiktive Story dazu schrieb. Was geht in denen ab?

    @Vokabular für Lust und Bedürfnisse: Anais Nin fiele mir ein, und Christoph Meckel. Vielleicht mal wieder lesen…. Was aber nun keine einzige lebenspraktische Frage neantwortet.

  155. Robert Michel Mai 26, 2010 um 10:24 pm

    @momo: Gute Fragen, ich schätze das es ein Bedürfnis gibt die eigene Sexualität zu kontrollieren und wegen diesem Bedürfnis kann sich die Sexualität nur in ganz bestimmten Bereichen ausdrücken. In denen dann aber extensiv. Woher das Bedürfnis kommt? Vermutlich weil die Sexualität die meisten von uns an die eigenen Unzulänglichkeiten erinnert. Die meisten können eben nicht wie sie wollen.

    Die Versorgerrolle sehe ich eigentlich weniger als abgewandelte Form von Dominanz, sondern als eine Spielart der Unterwerfung. Das stört mich am Feminismus am meisten, dass der Einfluss den Frauen über Männer haben komplett ausgeblendet wird.

  156. momorulez Mai 26, 2010 um 10:28 pm

    @ Robert:

    Dass man also das Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit überspielt? Ja, klar, da ist sehr, sehr sehr viel dran.

  157. netbitch Mai 26, 2010 um 10:42 pm

    Die Ohnmachtserfahrung von Frauen durch Männer ist das Thema des Feminismus, darum geht es uns. Der Einfluss von Frauen auf Männer wäre ein anderes Thema; Feministinnen sind ja nicht identitär Männer verachtende Frauen, sondern Frauen, die Männermacht thematisieren und überwinden wollen. Der Einfluss von Frauen über Männer ist die Kehrseite der Medaille in einer insgesamt patriarchalen Gesellschaft.

  158. momorulez Mai 26, 2010 um 10:56 pm

    Man kann aber bei alledem die Ohnmachtserfahrung von Männern hinsichtlich der Ansprüche, die all die Varianten des Leistungsprinzips und allgegenwärtiger Bewertungsskalen als internalisierte so mit sich bringen, nicht völlig ausklammern. Weil das ja gerade NICHT eine Reaktion auf Frauen ist, und genau darin liegt ja das Problem – bei denen kommen doch viele Männer gar nicht erst an, weil sie ständig mit der Angst vor eigenen Defiziten beschäftigt sind. Was bei schuldgeplagten Frauen, die ständig ein Defizit hinsichtlich dessen, dass sie ja eigentlich dazu da sind, die Bedürfnisse Anderer zu erfüllen, bis sie irgendwann unerträglich werden, weil kein Mensch das aushält, ähnlich strukturiert funktioniert. Mal so als These in den Raum gestellt.

  159. netbitch Mai 26, 2010 um 11:01 pm

    Die These stimmt. Ich gebe übrigens zu, aus solchen Gründen schon mit Männern aus Mitgefühl gevögelt zu haben. Und das ist gar nicht so selten. Die Bedürfnisstrukturen beider Geschlechter passe meistens eher schlecht zusammen, aufgrund einer Gesellschaftstruktur, zu der ich nur „smash it down“ sagen kann.

  160. genova68 Mai 27, 2010 um 9:48 am

    Bin ich nun Gepunkt? Hat ja auch was, dieser Nickname. Momo, kriegst du jetzt schon einen Würgereiz, wenn du meinen Namen ausschreibst? Schön ist auch deine These, dass du dich nur aus Höflichkeit mit mir unterhältst. Dann interessierten mich doch deine Postings, wenn sie nicht mehr „höflich“ sind…

    Netbitch,

    was du in meine dürren Bemerkungen alles reininterpretierst, ich ignoriere deine aktive Peitschkomponente und missachte deinen Intellekt und habe etwas gegen deine Sexualpraktiken … nun ja, von mir aus hast du Recht und ich meine Ruhe. Es ist mir zu blöd. Du näherst dich unglücklicherweise dem Momoschen Verhalten an: Unterstellungen und Gehässiges, das du versuchst zu legitimieren, indem du eine Opferrolle annimmst. Ich nehme sie dir nur nicht ab.

    Nebenbei bitte ich um Beachtung meiner quasi auswegslosen Situation: Während Momo mir nahelegt, hier fernzubleiben, bombardiert mich Netbitch mit Fragen. Egal, was ich mache, es wird wohl ein Fehler sein.

    Und das alles nur, weil ich Netbitch auf ihre Frage, warum ich hier nicht mitdiskutiere, geantwortet habe… Das erinnert irgendwie an das Leben des Brian.

  161. momorulez Mai 27, 2010 um 10:31 am

    Du setzt echt jedes Mal noch eins drauf und merkst es gar nicht …

  162. che2001 Mai 27, 2010 um 10:52 am

    Und das alles wahrscheinlch noch steigerbar bis ultimo…..

  163. genova68 Mai 27, 2010 um 2:06 pm

    Was? Euch beiden gefällt mein Kommentar nicht?? Das habe ich nun nicht erwartet 😦

  164. netbitch Mai 27, 2010 um 4:18 pm

    @Unterstellungen und Gehässiges, das du versuchst zu legitimieren, indem du eine Opferrolle annimmst. Ich nehme sie dir nur nicht ab. —Jetzt zitiere ich mal ausnahmsweise Großpapa Freud, obwohl der ein Erzpatriarch war: Das Unbewusste lebt uns. Dass Du irgendetwas von dem, was in Deinem Verhalten für mich unangenehm rüberkommt bewusst so meinen könntest, auf die Idee käme ich keine Sekunde. Das ist mehr so eine Sache der täglichen Wahrnehmungsprobleme im Frau-Mann-Begegnungsumfeld. Wer in einem weiblichen Körper lebt wird genau verstehen, was ich meine.

    *Im Namen des Volkes, verurteilt zu lebenslanger Ungleichbehandlung wegen Mitgliedschaft in einem weiblichen Geschlecht*

  165. genova68 Mai 27, 2010 um 5:20 pm

    „Dass Du irgendetwas von dem, was in Deinem Verhalten für mich unangenehm rüberkommt bewusst so meinen könntest, auf die Idee käme ich keine Sekunde.“

    Ok. Dann sieht das schon anders aus, das habe ich oben nicht rausgelesen. Es ist doch generell so im Internet: Kommunikation ist extrem reduziert, es gibt weder Mimik noch Gestik noch Tonfall, noch Sprachgeschwindigkeit, noch Zittern in der Stimme usw.

    Also, ich bitte gerne um Entschuldigung, wenn ich dich unbewusst verletzt habe. Als bewussten Akt meinerseits kann ich mir deine Vorwürfe von oben allerdings nicht anziehen.

    Ich finde generell auch, dass man nur sehr begründet in die Vollen gehen muss mit Vorwürfen. Aber lassen wir das.

  166. netbitch Mai 27, 2010 um 5:50 pm

    Mann, kapierst Du das wirklich nicht? Ich versuche deutlich zu machen, was es bedeutet, als Frau mit einem bestimmen männlichen Level an klischeehaften Sprüchen und Umgangsformen zu leben?

  167. che2001 Mai 27, 2010 um 10:34 pm

    Wo hier schon Life of Brian zitiert wurde, kommt dann wohl Geschwister Regs Antwort: „Oho, mal wieder ein kleiner Seitensprung von den Feministinnen?“

    Nein, das war böse und nicht persönlich gemeint. Aber auch nicht versöhnlich. Alle bis auf Einen hier kapieren das. In meinem weiblichen Bekanntenkreis wissen die meisten Frauen zu berichten, dass sie sich in ihren eigentlich auf Gleichberechtigung ausgerichteten Beziehungen von ihren Typen dominiert fühlen, auch, dass sie männliches Begehren mit einer gewissen Aggression verbunden wahrnehmen – nicht mit Geringachtung, wie jemand Anders das mir gegenüber meinte, aber doch einer Angriffs-Eroberungshaltung, die sie sooo eigentlich nicht wollen. Andererseits lernte ich kürzlich eine Frau kennen, die solange auf meine eigenen sexuellen Erwartungen und Gewohnheiten abfuhr – ging eher in Richtung harter Sex – bis ich das Wörtchen Patriarchat erwähnte und sagte, dass ich nicht im Sinne der gesellschaftlichen Machtverhältnisse dominant sein wollte. Als Spiel von Macht und Gegenmacht ja, aber nicht im Sinne eines festen Rollenverhältnisses. Da wollte sie nichts mehr von mir wissen. Komischer linker Sonderling war ich da wohl für sie. Wilder Sex heißt für sie Mann=Macker, dem sie sich unterwerfen will oder mit dem sie kämpft. Über Rollen reden=megauncool.

    Was für Verhältnisse haben wir untereinander?

  168. netbitch Mai 27, 2010 um 11:07 pm

    Diese Verhältnisse sind teilweise grauslich, bequemerweise betreffen sie meine Beziehung kaum, ich kann das, was Du da sagst aber sehr wohl unterstreichen. Aber ich kann (Oh Göttinohgöttin, ich verletze schon wieder die Intimsphäre, G. mag mich strafen) Dich da auch nicht ausnehmen. Als Du damals in Kassel über mich hergefallen bist hatte ich den Eindruck einer sehr eindeutigen Angriffs- und Eroberungshaltung. Ich brauchte das gerade und genoss es, Genosse, aber ich weiß nicht, ob Du bei einem „Nein!“ abgelassen hättest, weil Du meinen Willen geachtet hättest oder nur, weil Du das Strafrecht gefürchtet hättest. Ich fühlte mich nicht gedemütigt, aber benutzt, unterworfen schon. Was gar nicht schlimm sein muss, wie gesagt, in dieser Situation brauchte ich das, das passte wie Schlüssel in Schloss (trägst sogar einen hübschen Sclhlüssel mit Dir herum), ich kenne genug Situationen, in denen ich Andere unterworfen habe. Betreibe, wie Momo richtig gesagt hatte, ja auch die Dominanz/Devotiespiele als Weg, eindeutige Hierarchien zu überwinden. Bin auch schon mal als „männermordender Vamp“ abgestempelt worden. Und finde Dein Verständnis für feministische Positionen wunderbar. Aber, Hand aufs Herz: Hast Du nie eine Frau sexuell belästigt? Glaube ich nicht. Und so harmlos bist Du nicht.

  169. momorulez Mai 27, 2010 um 11:38 pm

    Ohne jetzt in eure Aufarbeitung ungebührlich eingreifen zu wollen –

    @Che: Das Problem ist doch gar nicht Aggression oder das Dominierenwollen, das kann ja beidseitig buchstäblich geil sein, sondern das ist Feindseligkeit durch Abwertung und Negation des Anderen. Die Versachlichung, die den Anderen dadurch symbolisch vernichtet, dass sie ihn gar nicht zur Kenntnis nimmt.

    Das führt doch auch G-Punkt hier die ganze Zeit vor: Netbitch gar nicht zur Kenntnis nehmen (mich auch nicht, by the way, da reagiert R.A. sensibler auf mich, wenn er mich angreift), indem er sie mit blödsinnigen Versatzstücken bombardiert.

    Und ich gebe mir schon Mühe, ihn wenigstens ganz dezidiert persönlich als das, als was er sich konkret in Kommentarsektionen zeigt, als eingebildeter, ignoranter Diakon, zu beschimpfen. Wobei ich da mit Netbitches Trefferquote bisher nicht mithalten konnte 😉 …

    Und gerade diese unerträglichen Abwertungen werden doch oft im SM-Kontext zelebriert, paradox: Wenn jemand als Nichts, als Pussy, als Faggot inmitten eines schwulen Pornos oder auch real beschimpft wird und ihm dabei einer abgeht, dann eben, weil alleine durch die Wiederinbesitznahme der eigenem schwulen Lust das Gesagte und die Abwertung symbolisch besiegt und aufgehoben wird. Das kann alles hochaggressiv, dominant und werweiß sein, aber es negiert eben nicht, sondern subjektiviert. Wie gesagt, paradox.

    Und wenn mir jemand beim Ficken was über patriarchale Herrschaftsstrukturen erzählen wollen würde, ich glaube, mit dem könnte ich dann auch nicht mehr. Ist gemein, aber ehrlich.

  170. genova68 Mai 28, 2010 um 7:12 am

    Netbitch,

    wenn ich das mal ganz offen sagen darf: Es ist mir egal, was es dir bedeutet, mit diesen Sprüchen und Umgangsformen zu leben. Ich kenne dich nicht, das ist nicht mein Thema. Ich habe mich hier vielleicht ein wenig in der Wortwahl vergriffen, wobei ich das selbst nicht sehe, da ich ja nur deine Begrifflichkeiten wiederholt habe. Aber bitte, mag sein. Doch wer austeilt, sollte auch einstecken können.

    Ansonsten habe ich mich in die Diskussion hier nur eingemischt, um dir auf deine Frage hin mitzuteilen, dass ich mich nicht einmische, weil mich das Thema nicht interessiert, alles nachzulesen. Und das nur nach deiner Vermutung, ich sei ob deiner exhibitionistischen Veranlagung ganz kirre. Ich bin es nicht. (Über diese Äußerung könnte ich mich jetzt auch lang und breit aufregen, wenn ich so pseudosensibel drauf wäre.)

    Für mich ist die Bloggosphäre nicht dazu da, Intimitäten auszutauschen. Ich müsste ja bekloppt sein, das hier in diesem Rahmen zu tun.

    Dass mir dann vom Oberhäuptling sofort das Billigste unterstellt wird (Schwule im KZ), zeigt erneut diesen Vernichtungwillen, bei dem mich nur interessieren würde, wo seine Grenze ist.

    Wenn ich dann noch lese, dass Che mit der Frau erstmal die gesellschaftlichen Machtverhältnisse diskutiert, bevor er sich auf sie legt. Was für eine Realsatire. Das ist echt als im Kino. Da gehe ich mit deinem letzten Satz konform, Momo.

    Das mit dem Austeilen und Einstecken scheint auch dein Problem zu sein, Momo. Ich nehme dich nicht zur Kenntnis? Aha, da kommen wir der Lösung schon näher.

    Regt euch ab und habt einen schönen Tag.

  171. Katzenblogger Mai 28, 2010 um 8:08 am

    Genova, wieso wärest du bekloppt, wenn du – als Anonymer – in Netz über intime Fragen sprechen würdest? Was ist denn schon dabei?

  172. momorulez Mai 28, 2010 um 8:33 am

    „Ansonsten habe ich mich in die Diskussion hier nur eingemischt, um dir auf deine Frage hin mitzuteilen, dass ich mich nicht einmische, weil mich das Thema nicht interessiert“

    Das ist doch das Problem, und G-Punkt hat es immer noch nicht geschnallt.

    Das IST eben genau der ignorante gesellschaftliche Mainstream, der solche Fragen für egal und uninteressant erklärt, die für Menschen schlicht essentiell wichtig sind.

    Der Geschlechterverhältnisse als gleichgültig oder „Privatsache“ behauptet, auf dass eine degradierende, wirtschaftliche Verwertungslogik auch ja weiterhin überall greifen kann.

    Die Weltliteratur, die bildende Kunst, die Musik ist voll genau von dem, was Netbitch hier pur und ungekünstelt lebensweltlich aufbereitet, und sie ist das nicht grundlos, weil DAS relevante Fragen sind – und nachdem ich gestern in DIE ZEIT ein Interview mit Reich-Ranicki las, in dem er sagte, dass zur Hochzeit seiner Literaturkritik es noch um etwas gegangen sei: Eben unter anderem darum. Warum glaubte der denn, den Leuten erzählen zu müssen, dass „Kabale & Liebe“ prima ist und Shakespeare ein großer Autor? Weil bei diesen Autoren unter anderem die Fähigkeit aufschien, so etwas wie „Politik der Intimverhältnisse“ zu inszenieren. Nimmt man den Stoff außerhalb der Ästhetisierung gar nicht wahr oder behauptet ihn als lediglich intim, braucht man auch deren Stücke nicht gucken.

    Dass den Leuten Themen wie Schwule im KZ scheißegal waren, das führte unter anderem dazu, dass die nie entschädigt wurden. Ich kann jetzt auch nicht finden, G-Punkt da irgendwie verdreht zu haben. Es ist auch fürchterlich viel Leuten die Geschichte des Kolonialismus scheißegal. Deshalb habe ich ständig sauwütende Schwarze um mich herum. Und immer sind die dann die Aggros, die Bösen, die allen nur Rassismus unterschieben wollen. Der G-Punkt liest hier ja u.U. auch schon wieder, dass ich ihm unterstellen wolle, dass Schwule ins KZ gehörten, wenn ich das meinerseits richtig verstanden habe. Weil er nicht liest.

    G-Punkt ist so dermaßen typisch für den gesellschaftlichen Mainstream … aber kein Wunder, wenn man sich mehr für Häuser-Fassaden interessiert als für das, was die Leute dahinter so alles miteinander anstellen, dann ist wohl Hopfen und Malz zur Kompensation in Bier zu wandeln. Da kann man sich doch nur besaufen, wenn man das liest. AAAAAAArgh. Und wie üblich, genau wie bei den Liberalen, ist die Pointe dann so ein bekloppter Formalismus des „Wer austeilt, muss auch einstecken können“. Das ist schon wieder Ignoranz, weil der Gehalt des Austeilens mal eben weg formalisiert wird.

    Unerträglich.

  173. momorulez Mai 28, 2010 um 9:12 am

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,697227,00.html

    G-Punkt würde jetzt sagen: Warum wollen die denn bitte unbedingt in aller Öffentlichkeit darüber quatschen? Interessiert doch kein Schwein.

  174. che2001 Mai 28, 2010 um 9:42 am

    @“Wenn ich dann noch lese, dass Che mit der Frau erstmal die gesellschaftlichen Machtverhältnisse diskutiert, bevor er sich auf sie legt.“ —– Davon war gar nicht die Rede, auf solch eine Idee würde ich auch nie kommen. Es ging darum, dass ich mit einer neu kennengelernten Frau mich über sexuelle Gewohnheiten unterhielt, wir in allem völlig übereinstimmten, ich für sie aber gestorben war, als ein einiges Mal das Wort „Patriarchat“ aus meinem Mund kam und ich gesagt hatte, dass ich auf konventionelle und feststehende Rollenmuster keinen Bock hätte. Darüber hatten wir uns nicht in einer sexnahen Situation, sondern am Biertisch unterhalten. Was bei mir da rüber kam war, dass ihre Erwartungshaltung in diesem Fall der ungebrochene Macker war, der ich nicht entsprach. Und das fällt ebenso wie die Wahrnehmungen der Frauen, die ich oben geschildert hatte für mich in den Bereich „Die Leute leben in real-life-Klischees“. @MR, in heterosexuellen Lebenswelten sind diese Ignoranz und Nichtwahrnehmung und Aggression aber untrennbar miteinander verbunden, das ist bei Euch einfach anders.

  175. somluswelt Mai 28, 2010 um 11:15 am

    Yep, die Haltung die Genova hier einnimmt, entspricht exakt der Haltung der Menschen, die jeden Abend hören, das es in der Nachbarwohnung laut wird und immer ein Kind weint und sie nichts unternehmen, nicht mal nachfragen, was los ist.

    Und eines noch Genova,

    Es ist mir egal, was es dir bedeutet, mit diesen Sprüchen und Umgangsformen zu leben. Ich kenne dich nicht, das ist nicht mein Thema.

    Dein Problem und deine Verständnisschwierigkeiten liegen einfach darin begründet, dass du deine Lebensrealität als einzige wahre anerkennst, alles was nicht genauso denkt, erfährt, lebt und fühlt, wie du , ist für dich irrelevant. „Nicht dein Thema“. Das wiederum macht es dir unmöglich Argumente zu verstehen, die nicht aus deinem System heraus aufgebaut werden, wodurch du diese wieder als irrelevant identifizierst.

    Zweitens die Identifizierung der Aussage von Netbitch mit ihrer Person ausschließlich „ich kenne dich nicht“ ist eine Abwertung ihrer Aussage, die sich mit nichten außschließlich auf sie selbst bezogen hat.

  176. momorulez Mai 28, 2010 um 11:44 am

    „in heterosexuellen Lebenswelten sind diese Ignoranz und Nichtwahrnehmung und Aggression aber untrennbar miteinander verbunden, das ist bei Euch einfach anders.“

    Kann gut sein. Will ich ja gar nicht infrage stellen. Und das mit dem Patriachat hatte ich schlicht falsch verstanden, sorry.

  177. che2001 Mai 28, 2010 um 3:37 pm

    Das Einfachste, platteste und häufigste Beispiel ist etwa das eines Mannes, der, ohne die Frau zu fragen, was für Sex diese eigentlich will, einen aggressiven Missionarsstellung-Rammeljob macht, der ihr keinen Spaß bereitet, sie schweigt und täuscht einen Orgasmus vor, und hinterher beschwert sie sich bei der Freundin oder einem platonisch befreundeten Mann über schlechten Sex und darüber, dass nur er auf seine Kosten komme. STRUKTURELL vom „Du-willst-es-doch-auch“-Spruch eines Vergewaltigers gar nicht soooooo weit entfernt.

  178. genova68 Mai 28, 2010 um 4:09 pm

    Somlu,
    das Beispiel mit dem Kind, nun ja. Netbitch ist das weinende Kind und ich ignoriere ihre Hilferufe? Ob sie das auch so sieht?

    Ich blogge zu bestimmten Themen und kommentiere zu bestimmten Themen. Täglich erscheinen sicher 1.000 deutschsprachige Blogartikel, eine radikale Auswahl ist also vonnöten. Wenn ich mich nun nicht zu Schwulen im KZ und Peitschorgien äußere, ist es doch ein wenig skurril, wenn mir das angekreidet wird, oder?

    Könnt ihr nicht alleine über diese Themen diskutieren? Braucht ihr mich dazu? Und bin ich jetzt allen Ernstes auch noch Schuld daran, dass schwule KZ-Insassen nicht entschädigt wurden? Momo, du verwechselst da schlicht die Ebenen. Das eine ist meine private Entscheidung, ob ich einen Blogartikel (einen von tausend) lese oder nicht. Das andere sind politische Entscheidungen, die nicht davon abhängen, ob ich den Artikel gelesen habe. Aber das weißt du sicher selbst.

    Bist du jetzt eigentlich nicht mehr in der Lage, mich direkt und mit richtigem Namen anzusprechen?

    Den Thread hier sollte man als Drehbuch verwursten. Nonstop Nonsens fällt mir da ein, passt noch besser als Leben des Brian, wegen der unglaublich skurrilen Entwicklung.

  179. momorulez Mai 28, 2010 um 4:28 pm

    Das ist freilich eine Frage dessen, wozu ich in der Lage bin, ja. Und natürlich ist das auch alles Nonstop Nonsens. Q.E.D..

    Und wenn Du über Hartz IV und Wirtschaftskrisen bloggst, ist das so was wie Makramé, was weder Wirtschaftslobbys noch Partein noch Leser irgendwie jenseits lustigen Privatvergnügens zu interessieren hätte, wenn sie es denn lesen würden.

    „Peitschorgien“und Schwule im KZ sind auch irgendwie das gleiche, und ansonsten geht es natürlich nur und ausschließlich um Fragen der unmittelbaren, persönlichen Verantwortung. Gegen Deine, hier vertretenen Positionen sind die der Wirtschaftslliberalen tatsächlich noch politisch.

    Ein so ignorantes, verhaltensgestörtes und merkbefreites Arschloch wie Du ist mir tatsächlich in all den Jahren des Bloggens noch nicht über den Weg gelaufen. Und jetzt bleib bitte weg.

  180. somlu Mai 28, 2010 um 6:05 pm

    Nun ja, ich sehe ein, dass da jemand ist, der mich und andere unbedingt missverstehen will und dessen Lesekompetenz direkt nach dem Entziffern von Buchstaben endet.

  181. che2001 Mai 28, 2010 um 8:52 pm

    Verglichen damit ist jo@chim mir gegenüber ausgesprochen empathisch;-)

  182. momorulez Mai 28, 2010 um 8:53 pm

    Ja, so ungefähr habe ich das vorhin auch gedacht.

  183. che2001 Mai 28, 2010 um 9:07 pm

    Wobei aber auch ein abschreckendes Beispiel noch zu etwas nütze ist: Ohne Genever hätten wir die hochinteressante und hochwertige letzte Diskussion womöglich gar nicht geführt.

  184. momorulez Mai 28, 2010 um 9:21 pm

    Na ja, ohne Manchester-Kapitalismus hätte es auch das Werk von Marx nicht gegeben … aber da kam ja eh Stalin bei raus 😀 …

  185. netbitch Mai 28, 2010 um 9:53 pm

    Che, wenn Du magst, hätte ich gerne noch eine Antwort auf mein letzte „Aufarbeitung“ Dir gegenüber. Das können wir latürnich auch alles privat machen oder auf unseren Blogs, aber hier fünde ich das spannender.

  186. netbitch Mai 28, 2010 um 10:57 pm

    Na gut, ich schreib noch was dazu. Also: Als ich Dich damals besuchte, hatte ich schon die Absicht, Dich flachzulegen, aber keine Strategie, wie ich Dich anbaggern sollte und gar keinen konkreten Plan. Dann empfingst Du mich an Deiner Wohnungstür, und, ach, das war so zuckersüß und wahnsinnsgeil. Dein Blick, ganz tief in meine Augen, die Körperhaltung – Du präsentiertest Dich förmlich – Deine einfach geile Körperhaltung, Deine vorgestreckten Brüste, Dein lose über die Schulter geworfenes Haar. Ich küsste Dich, Du küsstest mich, wir küssten uns, und dann war ich nicht mehr zu halten. Ich habe es unglaublich genossen, Genossin (Zitat!), Dir die Kleider vom Leibe zu reißen und in Dich einzudringen. Unterwerfung? Nein, schon eine Eroberung, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass Du dagegen warst, und mit Erniedrigung hatte das nichts zu tun, eher: „Die will mich! Endlich mal will mich Eine auf diesem direkten Weg! Geil!“ Wenn Du Dich körperlich gewehrt hättest, hätte ich das als zusätzlichen Ansporn oder Steigerung empfunden, hättest Du „Nein! Ich will das nicht.“ gesagt, wäre es augenblicklich vorbei gewesen. Weil ich Deinen Willen im Speziellen und den Willen von Menschen im Allgemeinen achte. Zu einer Vergewaltigung wäre ich emotional nicht fähiig.

    BTW: Sexuell belästigt habe ich Frauen und haben mich Frauen, Tel Aviv oder Zell am See.

  187. che2001 Mai 28, 2010 um 10:59 pm

    Na gut, ich schreib noch was dazu. Also: Als ich Dich damals besuchte, hatte ich schon die Absicht, Dich flachzulegen, aber keine Strategie, wie ich Dich anbaggern sollte und gar keinen konkreten Plan. Dann empfingst Du mich an Deiner Wohnungstür, und, ach, das war so zuckersüß und wahnsinnsgeil. Dein Blick, ganz tief in meine Augen, die Körperhaltung – Du präsentiertest Dich förmlich – Deine einfach geile Körperhaltung, Deine vorgestreckten Brüste, Dein lose über die Schulter geworfenes Haar. Ich küsste Dich, Du küsstest mich, wir küssten uns, und dann war ich nicht mehr zu halten. Ich habe es unglaublich genossen, Genossin (Zitat!), Dir die Kleider vom Leibe zu reißen und in Dich einzudringen. Unterwerfung? Nein, schon eine Eroberung, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass Du dagegen warst, und mit Erniedrigung hatte das nichts zu tun, eher: „Die will mich! Endlich mal will mich Eine auf diesem direkten Weg! Geil!“ Wenn Du Dich körperlich gewehrt hättest, hätte ich das als zusätzlichen Ansporn oder Steigerung empfunden, hättest Du „Nein! Ich will das nicht.“ gesagt, wäre es augenblicklich vorbei gewesen. Weil ich Deinen Willen im Speziellen und den Willen von Menschen im Allgemeinen achte. Zu einer Vergewaltigung wäre ich emotional nicht fähiig.

    BTW: Sexuell belästigt habe ich Frauen und haben mich Frauen, Tel Aviv oder Zell am See.

  188. netbitch Mai 28, 2010 um 11:09 pm

    Che, Du kannst ja gern bei mir übernachten, aber dass Du eine Antwort auf meinen Beitrag auf Deinem und meinem Account eingibst macht gar keinen Sinn.

  189. momorulez Mai 28, 2010 um 11:16 pm

    Und ich hatte mir schon so schön vorgestellt, wie Ches Haar über seine Schulter fiel und ihr euch vorher per Mail abgesprochen hättet, einfach beide das gleiche zu posten 😦 …

  190. che2001 Mai 28, 2010 um 11:33 pm

    Dazu wäre mein Haar zu kurz und mein augenblicklicher Aufenthaltsort zu weit Entfernt von Kassel oder Bremen.

  191. netbitch Mai 28, 2010 um 11:59 pm

    Che, kannste einfach die Fresse halten, wenn Du Zugang zu meinem Server hast? Wischfrosch!

  192. netbitch Mai 29, 2010 um 12:07 am

    Präzisiert: Wixfrosch. Arschkrampe. Accountbemächtiger, und so weiter, geliebtes Arschloch

  193. genova68 Mai 29, 2010 um 7:20 am

    Na, Momo,
    jetzt hast du ja noch mal so richtig schön aufgedreht. Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie du mit rotem Kopf und Puls 150 vor deinem Computer sitzt und Hass schiebst. Schade.

    Ich meine es doch nur gut mir dir.

    Tschüssi.

  194. somlu Mai 29, 2010 um 7:34 am

    Ich fand auch Ches vorgestreckte Brüste wirklich interessant und hielt das im ersten Moment für eine Art Privatsprachensache *g*

  195. genova68 Mai 29, 2010 um 7:53 am

    Achso, Somlu,

    wenn du mich hier mit jemandem vergleichst, der Kindesmisshandlung toleriert, und das auch noch langfristig (und fast schon eine Gleichsetzung vornimmst), dann geht es weniger um meine Lesekompetenz, oder? (Meine Haltung „entspricht exakt der Haltung…“) Ich wundere mich, dass du der Momoroulezschen Kampagne, mir sonstwas an den Kopf zu werfen, die Krone aufsetzt. Aber man lernt nie aus.

    Dramaturgisch betrachtet hätten allerdings zuerst noch die Vorwürfe „Nazi“ und „Antisemit“ kommen müssen und dann erst der Kindesmissbrauch.

  196. momorulez Mai 29, 2010 um 8:20 am

    @Somlu:

    Ich hatte das, ganz ironiefrei, tatsächlich auch gedacht. So eine gereckte Brustmuskulatur kann ja durchaus anregend sein. Das mit dem Eindringen hatte ich dann gar nicht mehr gelesen, aber im Gegensatz zu Redfords Fantasien sind das ja unter Heten durchaus nun auch keine unüblichen Praktiken, dass sie zum Dildo greift, damit er Spaß hat.

    @Netbitch:

    Ich vermute mal, dass Che einfach Deine e-mail und Deine Blog-Adresse hinein kopiert hatte. Ich musste den Kommentar auch erst frei schalten, wohl, weil die IP-Adresse nicht identisch war.

  197. somlu Mai 29, 2010 um 8:32 am

    Ich habe den Text zuerst überhaupt nicht in Frage gestellt, mein leben zwischen mindestens 3 Gendern führt wohl dazu, dass ich da einigemaßen unvoreingenommen bin.

  198. che2001 Mai 29, 2010 um 6:29 pm

    Ich weiß nicht so genau, was ich da gemacht habe. Jedenfalls ein technischer Defekt.

  199. che2001 Mai 29, 2010 um 6:30 pm

    Und bei Genua ist nun offensichtlich jede Hoffnung auf Einsicht vergebens.

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