Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Ist das falsche Unmittelbarkeit oder der Weg auf der Suche nach neuen Metaphern?

„Die Subjekttheorie, die Zizek dafür gebastelt hat – und die im dem Subjekt selbst nicht zugänglichen Anderen der Vernunft den Einbruch eines nicht kontrollierbaren Realen in die symbolische (Zwangs)Ordnung sieht -, die passt Schlüter offenbar gut.“

Musste ja sofort an Diskussionen, die ich andernorts führte, zu „Fussball-Riots“ denken. Ist das nicht dieses „nicht kontrollierbare Reale“, nämlich die Erfahrung von Sinn- und Freiheitsverlust im Alltag, von Ohnmacht und Repression, in Sprachlosigkeit verbannt, die sich dann in der so fest gefügten, symbolischen Ordnung „Stadion“ und auf dem Weg da hin Bahnen bricht?

Und spielen nicht andere, die sich der Auseinandersetzung verweigern und nix anderes als „Benimm Dich, im Gegensatz zu Dir habe ICH Rücksicht verdient!“, einfach die Rolle der Versteiniger, die aus dem Flow der symbolischen Suchbewegung ein geronnenes Paket H-Milch machen, das wässert und stinkt und ungenießbar ist? Aus der Bewegung ein Feld symbolischer Grabsteine – nein, ich will nicht Riots proklamieren, keinesfalls. Aber so produziert man immer neue.

Und ist nicht das eigentlich Fatale, dass kein gesellschaftlicher Raum für die Rebellion gegen die symbolische Ordnung mehr bleibt als diese maximale Sichtbarkeit der Hyper-Metapher „Fussball“, obwohl das Untergraben des Zeichengesetzes eigentlich in Betrieben, Behörden, Parteien und Banken stattfinden sollte, die als das Normale sich der Präsenz in ihm entziehen?

Ja, eine Verteidigung der Lebensphilosophie gegen den Faschismusverdacht steht hier im Blog noch aus. Trotzdem fand ich den Gedanken einer guten Freundin neulich tiefsinnig, eine Revolution würden wir nur hinbekommen, wenn wir von heute auf morgen einfach ALLE Schilder abbauen würden. Verkehrsschilder, U-Bahn-Station-Bezeichnungen, die Namen von Kaufhäusern an der Fassade …

War das  von Schlüter zusammen gefasste nicht auch die Erfahrung des Punk, der Inszenierung von Hässlichkeit, von Zerissenem und Abgelegtem (durch Besitz- und Bildungsbürgerkinder, die wirklich Deklassierten bevorzugten immer den Anzug, weil sie der Deklassierung entrinnen wollten), von der letzten wenigstens symbolisch sich inszenierenden Verweigerungshaltung des No Fun, Null Bock, No Future? Ich glaube immer noch, dass die Wirkungsgeschichte des Punk besser war als die von Frau Thatcher … und die „Fun, Bock, Future“-Bewegung des Techno als Antwort der Geschichte symbolischer Ordnungen eher geschadet hat.

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