Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Wie zusammen leben? Utopiearbeit statt Fixierung auf’s falsche Halbe

“Ob links– oder rechtsextreme Nischen-Publizistik im Internet: Sie bedroht den auf seriösem Journalismus basierenden Diskurs.”

Welche Linksextremen denn? Ich erinnere mich ja an Zeiten, da gab es wirklich welche. Solche, die für die Vergesellschaftung von Produktionsmitteln waren, zum Beispiel. Für Anarchosyndikalismus oder  Rätesysteme als – gedacht – basidemokratischere Form als parlamentarische Repräsentation.

Mensch muss nichts von dem gut heißen, aber was ist denn davon geblieben? Nichts.

Heute nehme ich eher viel Scharmützel wahlweise rund um “Identitätspolitiken”, Israel, “strukturelle Kapitalismuskritik” oder auch nicht und das punktuelle Bekämpfen von wahlweise Nazis oder Polizisten wahr.

Und die in meiner Wahrnehmung – weil ich eher von Habermas komme – erstaunlicherweise auftretende, verhältnismäßig breit vertretene Argumentationslinie, die Errungenschaften des bürgerlichen Rechtsstaates seien gegen Massenüberwachung und andere Formen des Abräumens von Grundrechten zu verteidigen. Wozu auch das Asylrecht gehört, ebenso das Demonstrationsrecht, das Recht auf die freie Entfaltung der Persönlichkeit sowie den formalen Gleichheitsgrundsatz.
Darin liegt nun zweifelsohne eine dramatische Ironie, Mehr von diesem Beitrag lesen

Die Idee und die Ordnung: FC St. Pauli – Arminia Bielefeld 0:0

  

Die erste Idee war schon mal nicht so gut. Laufe in die Wallanlagen, höre ohne Ende “Martinshörner” (ein jeder Martin sei dafür um Verzeihung gebeten), “Scheiss St. Pauli”-Chöre dröhnen durch die Büsche – ja, steht jetzt sogar auf mancher Dauerkarte. Hort sich trotzdem nicht schön an, wenn ein Aggro pur zumindest signalisierender Chor anmarschierender Bielefelder inmitten einer der schönsten Ecken der Stadt lautstark verkündet, was es von dieser Gegend und ihren Bewohnern und Liebhabern hält. 

Und das nun auch noch durch die wohlgewachsenen Bäume meiner heiß geliebten Wallanlagen dringend. Ändere also die Richtung, vielleicht nicht unbedingt den üblichen Parkausgang wählen, wenn die aus der Richtung so lautstark stänkern  – und latsche, die Vermeidung wählend, beinahe mitten in den blauen Mob auf der Glacischaussee hinein, der, von Ordnungshütern flankiert, ideenlos gröhlt. 

Erst noch eine rauchend und sie in ihrer ermüdenden Öde vorbei traben lassend, ein Durchkommen wäre da eh nicht gewesen. Snniere vor mich hin, ob vielleicht Zusammhänge zwischen der Ideenlosigkeit der Gesänge und den sie umgebenden Uniformierten der Ordnungsmacht bestehen. 

Wo erst mal was geschützt werden muss, da entsteht vielleicht ja wirklich nicht so Dolles, wie es möglich wäre, , weil die Vermeidung in den Mittelpunkt rückt … und es ist schon immer wieder erstaunlich, wie flächendeckend Verhinderung, Schutzwälle, Ausschlüsse, Grenzziehungen, Hierachien das Soziale derart zuzememtieren, dass plötzlich im Gegenzug davor nun geschützt werden muss. Um Räume für Empowerment und das Generieren Möglichkeiten für von all den Attacken Betroffene zu schaffen und so Zukunft für alle zu ermöglichen.

Das mag sich jetzt abstrakt lesen, ist es aber gar nicht. 

Um auf das Spiel zu kommen. Ja, ich wäre jetzt verpflichtet, für die schier unglaubliche gigantische Choreo zu schwärmen. Glückwunsch, Danke, toll! Echt jetzt! Wahnsinnsleistung. Auch die neue Nord sieht schick aus, die Akustik bietet ungeahnte Möglichkeiten, war prompt zu hören  – ein wenig Sehnsucht nach trashigen Kifferfiguren, überlebensgroß mit rollenden Augen, eben nach dem Improvisierten, Unvollendeten, Spontanen blieb in mir dennoch rege am Wabern. Klar, dolle Worte für Choreo-Konsumenten auf der Haupttribüne.

Sieht man ergänzend dieses Spiel mit den leckeren Typen auf dem Platz als eine praktizierte Analogie auf die Abstraktionen von Idee und Ordnung, die Jahrtausende die Philosophien aller Kontinente beflügelten, dann war das ja so ähnlich. Also, was auf dem Platz zu sehen war. Nein, es war nicht gigantisch, das Spiel, aber – so ordentlich. 

Aus den Erfahrungen der letzten Saison entstanden war viel Vermeidung zu sehen: Kein Harakiri-Umkippen ins Hurra-Gefhl, auf dass es dann Konter hagelte, und eben der Versuch, die etablierte und durchzuhaltende Ordnung als Basis für Ideenfindung zu nutzen. Macht ja Sinn, und klar geht es beim Fussball auch um’s Tore verhindern, nicht nur darum, welche zu schießen. 

Aber irgendwas blieb bei diesem löblichen Versuch konzentrierten Fussballspiels auf der Strecke. Engagement war es nicht, Energie auch nicht, beides voll da  – bis auf eine verdrömelte Phase von um die 15 Minuten. Nun gleich Funken sprühend im ersten Spiel zaubern ist wohl nach der letzten Saison von Spielerpsychen auch viel zu viel verlangt. Ja!!! 

Aber … irgendwas an übergreifender Inspiration, an Kür statt Pflicht, ach, das hätte ja doch auch gut getan. 

Weil das mit der Idee und der Ordnung ja nur geht, transzendiert mensch sie – also die Ordnung. Wie ja auch am bestgekleideten Mann auf dem Platz, unserem Torhuter, sichtbar war. Ja, ich meine erneut das Trikotdesign … schöner Gelbton. Aus den Ideen geboren verziert.

Irgendwie wirkte die freie Assoziation abgeschnürt. 

Ich habe nun keine Ahnung vom Stream of Consciousness derer, die da über den Platz laufen, so ein “Ulysses”, der von Joyce, aus kombinierten Fussballergedankenstromen während so eines Spiel hätte gute Chancen, zum Kunstwerk zu mutieren und wäre aufschlussreich  – aber mir kam das alles trotz Ratsches Unermüdlichkeit so, hmmm, analytisch vor. Das ist in der (sprach-)analytischen Philosophie auch so: Die verdoppelt einfach, was ist. Da entsteht nichts Neues. 

Na, schreibt sich alles so leicht dahin, war ja alles okay. Aber …

Als Epilog könnte ich jetzt noch über “Tränen lügen nicht” schreiben, aber das ist mir zu intim. Ich sag aber herzlichst  Danke!!!! jenen, die so was von da dann waren!!! 

Während wir spürten, dass einer nun weg war … R.i.P.. Du fehlst echt.

“Deutschland Schwarz Weiss” von Noah Sow – jetzt als (überarbeitetes) eBook erhältlich

Ein Sprung mitten hinein in die Kontroverse:

“Hör auf, dich als “antirassistisch” zu bezeichnen. Vor allem, wenn du nur mit weißen Leuten befreundet bist. “Antirassistisch” ist keine Überzeugung, sondern eine Praxis. Und die beschränkt sich nicht auf die Herstellung von “One World”-T-Shirts. Wer sich selbst das Verdienstabzeichen “antirassistisch” verleiht, und sich damit flugs außerhalb des Systems platziert (schön praktisch), macht sich verdächtig.”

Noah Sow, Deutschland Schwarz-Weiss, Pos. 3671 der eBook-Ausgabe, München 2015 – Eigenverlag

Es sind Passagen wie diese, die regelmäßig Wellen der Empörung hervor rufen, in Rezensensionen Jahre nach der Veröffentlichung Forderungen nach Wohlfühlantirassismus nach sich ziehen. Denn diese Autorin versperre aufgrund einer Haltung, die sie weißen Lesern gegenüber einnehme, den Zugang zu dem, was sie sagen wolle.

So wird einer der gewichtigsten theoretischen wie praktischen Ansätze, Gesellschaft zu verstehen und Veränderungen an-zudenken und vorzubereiten, in die Tonne polemisiert. Die Verluste, die dabei entstehen, sind gewaltig – wie jede_r lernen wird, der es auch mal liest. Geht jetzt auch auf dem eBook-Reader. Wieso nun also gerade die Gutmeinenden angreifen, die Engagierten, die Aktiven? Es bilden sich im Gegenzug breite, personelle, oft publizistisch mächtige Kreise Beleidigter, Mehr von diesem Beitrag lesen

You and me together …

 

 … fighting for our love: Nur noch mal so zur Ergänzung der Trikot-Debatte. Weil ja – finde ich cool! – allerlei Kontroversen  insbesondere rund um das Torwart-Trikot in Gelb, toben. Manche spoxen geschichtsvergessen bei Twitter, da wollten die 90er irgendwas zurück, andere wieder halten Philosopheme rund um Trikot-Design für die Projektionen derer, deren Interpretationslust den Bezug zum Objekt verlöre.

Ist aber in diesem Fall nicht so. Bronski Beat hatten ja Gründe, den “rosa Winkel” auf’s Zentrum ihres bahnbrechenden Albums “The Age of Consent” zu platzieren. Ich finde gut, dass das Stigma, angeklebt von den Vernichtern, im Verlauf der Historie durch den Regenbogen ersetzt wurde – in den frühen 80ern noch war der rosa Winkel das gängige Zeichen zur Selbstkennzeichnung von unserereins, in Anerkennung des und Gedenken an das Leiden der Opfer.

Dass nun mit Keith Haring-Anspielungen, ein offen schwuler Künstler, der an den Folgen von AIDS verstarb, und ebenso dem Aufheben in der in Sex Pistols-Covergestaltung, jenem von “Never mind the Bollocks”, Zukunft betreten wird, ist keine Entwertung –  ganz im Gegenteil. 

Durch die Verbindung, wie im Design vollzogen, unter Bedingungen der Gegenwart holt es Weisen des Look and Feel aus der Bedeutungsleere und das inhärent Politische des vermeintlich Unpolitischen ins Stadion. 

Das war eben AUCH eine Entwicklung der 80er: Eine inhaltsleere Formalisierung von Kunst und Design zu behaupten , was mit der leeren Formalisierung neoliberaler Wirtschaftsimperative korrespondierte – so kann mensch Entwicklungen in Jugendkultur und Design als Ästhetiserung anstelle vorher allgegenwärtiger Politisierung lesen. 

Stimmt aber gar nicht, schon gar nicht bei den Bezügen, die Jason Lee aufsucht – diese Entfesselung der Formen war eben ANDERS politisch als z.B. die sich formierenden Grünen. Was angesichts einer flächendeckenden Slogansierung auch notwendig wurde, das “No Future!” der Sex Pistols, kombiniert mit “God save the Queen”, war ja auch ein Kommentar zum Slogan als solchem und dessen “Snackability”, ins Absurde gewendet. 

Insofern wird das Gründen der Ideen für das Trikot-Design im Polit-Aktivismus der Fans, aufgelöst in designgeschichtlichen Bezügen, ganz merkwürdig selbstreflexiv – und das ohne Worte, rein visuell. 

Zudem ins Neonfarbengeschehen der Sex Pistols das Queere re-importiert wird – auf einen Zeitraum, ca. 76-83  Bezug nehmend, da z.B. New Yorker Punk-Fanzines gegen Disco hetzten, was den Protagonisten heute peinlich ist, war Disco doch genuin schwarze, Latina- und queere Musik. P.i.L. haben damals schnell draus gelernt und Elektronik, Disco und Co offensiv integriert.
Das ist schon ein recht intelligenter und pophistorisch belehrter Design-Akt, den Jason Lee da gestaltet hat … wenn das den Takt der Saison und das Werden des FC St. Pauli, “Wir sind noch nicht fertig”, zu gestalten beginnt, kann das nur großartig werden! 

Weniger ist mehr? Form follows function? Nö – zurück in die Zukunft des FC St. Pauli mit neuen Trikots …

It’s a question of lust! Die nach den neuen Trikots, meine ich. Und „Just can’t get enough“ (1981) von Depeche Mode drang als Chant ja bereits aus Fan-Kehlen und Stadion-Boxen.

Voll Eighties also. Grund genug, erste Assoziationen zu den Shirts, Shorts und Stutzen der neuen Saison – „80er Jahre Cassetten-Design“, bei Twitter geäußert – gut zu heißen!

Die 80er – deren Design ist laut offizieller Präsentation maßgebliche Inspiration der neuen Trikots. Merkwürdiges Jahrzehnt, von Post-Hippie-Aufmärschen mit lila Tüchern im Namen des Weltfriedens über die „Neue Deutsche Welle“, yuppieskem Fegefeuer der Eitelkeiten und weltweitem Brodeln infolge der Entwicklungen in New York und Großbritannien Mehr von diesem Beitrag lesen

Farewell …

Zu dem so Großartigen, Wundervollen, Überwältigenden rund um den FC St. Pauli gehört, dass Menschen in Dein Leben treten, die Du sonst nie getroffen hättest. Die einen Riesenplatz in Deinem Herzen einnehmen, auf die Du Dich freust, wenn nach dem Spiel zur Domschänke zu taumeln ist. Denen Du um den Hals fällst in echter Freude. Die aus ganz anderen Lebenswelten kommen als Du selbst. Und es passt. Richtig gut.

Einer, auch dabei, mittendrin, gehörte zu meinem Leben längst dazu. Einer, dessen Großherzigkeit, Denkoffenheit, Humor, dessen Art zu sprechen, zu lachen, zu grinsen und die Welt zu sehen ich nie wieder missen wollte. Das Gerede vom “Original” kommt einem ja schnell über die Lippen. Hier stimmt es. Einzigartigkeit der unvergesslichen Art.

Er hat mit weit ausgebreiteten Armen bereichert, was ich erfahren durfte. Ob beim Wälzen von Problemen oder  dem angeschickerten Austausch von Erfahrungen, ob beim Shanty-Singen oder (sehr lauten und unverwechselbaren) Ausrufen wie “Wir fackeln nicht lange – Meeske an die Stange!”, ja, damals zu Sozialromantikerzeiten in Anspielung auf Susis Showbar. So viel Gelächter. Und Warmherzigkeit. So schön, mit ihm Zeit zu verbringen! So regelmäßig. So zuverlässig. Und jedes Mal tut es so gut.

Und plötzlich ist er weg. Hat den Übergang vollzogen.

Das muss ich jetzt erst mal verstehen.

Wobei: Erscheint er vor meinem inneren Auge, lausche ich in die Erinnerung hinein, dann hör ich ein “Rock on! Komm, es gibt unzählige Besäufnisse, wo ihr mich feiern könnt und dabei auch noch richtig Spaß haben! Bin ja noch bei euch.”

Klar: Er lebt in uns weiter. In tollen Erinnerungen und ganz viel aufrichtiger Zuneigung. Die bleibt.

Wie es sich anfühlt, wenn er dann fehlt, das weiß ich jetzt noch gar nicht.

Ich weiß nur, dass ich unendlich dankbar und froh bin, ihn kennengelernt zu haben.

R.i.P., Quote – und: Danke!!!

Wenn den Anderen die ökonomische Imagination überlassen wird …

Ist mir gerade bei Facebook passiert, der Text, hole ich mal hier rüber:

Was für Griechenland gerade beschlossen wurde, ist sozusagen ein Entdemokratisierungs- und Enteignungs-Fahrplan, der ja ähnlich Schritt für Schritt in Deutschland längst vollzogen wurde – ohne dass die Bevölkerung davon irgendwas gehabt hätte außer Arbeitszwang zu Dumping-Löhnen:

“So soll bis Oktober eine Rentenreform zur schrittweisen Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre beschlossen werden. Zu den Vorgaben gehören außerdem die Öffnung von Produktmärkten, Handel und geschlossenen Berufsgruppen, darunter das Fährgeschäft, Privatisierungen im Energiesektor, die Fortführung der »Arbeitsmarktreform«, eine Finanzmarktreform, die der Gefahr durch faule Kredite bei den Banken begegnen soll, die Verabschiedung einer Verwaltungsreform unter EU-Aufsicht sowie eine Beschleunigung der Privatisierungen. Auch diesem Diktat scheint sich Tsipras gebeugt zu haben.

Lange strittig war in den nächtlichen Verhandlungen offenbar eine von Schäuble geforderte Überführung von Staatsvermögen in einen Fonds unter Aufsicht der EU, mit dessen Einnahmen Schulden abgebaut werden sollen. Nun soll dieser Fonds offenbar in Athen und nicht in Luxemburg angesiedelt werden. Die Einnahmen aus dem Verkauf von staatseigenen Betrieben und Vermögen soll zur Hälfte in die Rückzahlung der Schulden fließen, zu einem anderen Teil in die Rekapitalisierung der Banken – die nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) anschließend privatisiert werden sollen – und in Investitionen in Griechenland.”

Amüsant ist die Passage mit den “faulen Krediten”, die einst Lehmann-Brothers zum Einsturz brachten, weil sie handelbar gemacht wurden. Was übrigens auch zeigt, was für ein kreatives und letztlich im Grunde genommen auch zugunsten aller gleichermaßen zu denkendes Potenzial in diesen Zahlenspielen steckt – nicht der Einsturz ist gemeint, sondern eben die dem Naturzwang enthobene Imagination. Die könnte Wege weisen. Die Vorstellungskraft, die leider aktuell gar nicht zugunsten aller gleichermaßen operiert, das aber sollte.

Das ist ja das Gruselige an diesen ganzen “Anti-Kommerz”-Ideologien auf der Linken: Mehr von diesem Beitrag lesen

Gebrauchsanleitung: Tales of St. Pauli – Neues aus dem Metalustversum, Mo, 13.7., FSK, 14-16 h

Nachdem die letzte Sendung aufgrund unerklärlicher technischer Probleme nicht zu “bouncen” war, also in eine Gesamt-Sound-Datei zu rechnen, hat es diesmal wieder geklappt. Wenn auch im Produktionsprozess etwas komplizierter. Und ich habe, um die Sprach-Takes “zwischenbouncen” zu können, erstmals “geskriptet”. Hoffe, dass das nicht auf die Spontanität, die ein Medium wie Radio meines Erachtens erfordert, ging.

Diesmal steht ganz und gar Roland Barthes “Die Vorbereitung des Romans” (Frankfurt/M. 2008) im Mittelpunkt – ein recht faszinierendes Werk. Eher Notizen, die Barthes verfasste, um seine Vorlesung am “Collège de  France” halten zu können. Das Beeindruckende ist, wie bereits die Form übliche, akademische Diskurse und Haltungen sabotiert – assoziativ, mit Rekurs auf persönliche Situationen, Mehr von diesem Beitrag lesen

“Kunst rehabilitiert das Menschliche” – Symposion im Rahmen der Millerntor-Gallery #5 zum “interkulturellen Dialog”

Symposion

Ein Dialog auf Augenhöhe zwischen in Kolonial- und Missionarstradition “Helfenden” und denen, die von ihnen wahlweise heimgesucht werden, oder die sich ihnen zu unterwerfen haben, um das nackte Überleben zu sichern?

Weit und breit nicht in Sicht.

Einseitig wird er verhindert vom institutionellen Gefüge, überheblichen NGOs, einem Caritas-Markt und mangelnder Offenheit dank eingeübter White Supremacy.

Etwas überpointiert könnte man so das Ergebnis des Symposions im Rahmen der Millerntor-Gallery zusammen fassen, das sich dem Thema “Interkultureller Dialog” bei brütender Hitze stellte –  unter der dem Motto “Auf Augenhöhe”.

Doch das war noch nicht alles. Holt mensch sich PoC-Experten hinzu und lädt ergänzend jene auf’s Podium, bei denen aus der Praxiserfahrung heraus ein Bewusstseinswandel einsetzt, solche, in denen eher Fragenbündel wabern als vorgefertigte Antworten, so kann das ein Anfang des Abräumens des im Wege stehenden Dünkels wie auch der ökonomsichen Machtverteilung sein. Kann. Aber es ist schon mal ein winziger Schritt.

Es ist schon enorm, wie und dass Viva con Aqua eine Diskussion veranstaltet, bei der letztlich die Grundlagen des eigenen Agierens in Frage gestellt werden!!!! Danke für diese Veranstaltung!

Keine Ahnung, ob und wie das Konsequenzen hat in der praktischen Arbeit, aber die Kritik dessen, was mensch selbst tut, ins Zentrum der Veranstaltung zu rücken: Hut ab!!!! Das ist ja der Grund, Mehr von diesem Beitrag lesen

“Life is a composition of complementary ideas” – Millerntor-Gallery #5, zweiter Eintrag

“How does life exist? I understand that this world cannot exist without life. So that leads me to wonder how we exist in the context of this life. From what I realize life is a composition of complementary ideas and realities affected by the arrangement of nature. In nature we find diverse compositions that range from extreme opposites to complimentary formations.  However, the recognition of the other side or in other words, opposing contrasting elements, can add great value to the meaning of life.  Emotions are one such example.  To truly feel or speak about happiness we have to know about sadness.” 

Ich habe mir  die Millerntor-Gallery gestern mal angeguckt und finde echt: Es lohnt sich! Die Bilder des oben verlinkten Ashenafe Mestika gehörten zu den stärksten Eindrücken. Fand ich großartig. Da wird zurückgeholt, was u.a. Gauguin verbockt hat – wobei das (wie später auch unten noch in einem Passus) schon wieder eine sehr eurozentrische Sicht ist, was weiß denn ich Nichtswisser, welche Traditionen und Auseinandersetzungen Kunstschaffen in Äthiopien bedingen und was und ob und welche Rolle eine Institution wie Kunst da spielt. Aber alleine schon die Sichtbarkeit der Bilder des Künstlers ruft ja zum Nachdenken, Nachhaken, Nachrecherchieren und Zurücktreten zugleich auf. Finde ich gut. Wie die Bilder selbst auch. Für meine Augen und bescheidene Expertise hat sich das Feld der  im Stadion gezeigten Kunst deutlich geöffnet. Menschen, Mehr von diesem Beitrag lesen

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