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	<title>Metalust &#38; Subdiskurse Reloaded</title>
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	<description>&#34;Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich&#34;</description>
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		<title>Metalust &#38; Subdiskurse Reloaded</title>
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		<title>Kommt in die Millerntor-Gallery!</title>
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		<pubDate>Thu, 23 May 2013 11:47:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>momorulez</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antifaschismus]]></category>
		<category><![CDATA[Antirassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Antisexismus]]></category>
		<category><![CDATA[Für Hedonismus]]></category>
		<category><![CDATA[FC St. Pauli]]></category>
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		<description><![CDATA[Eine tiefe Verbeugung vor der Action, dem Engagement, dem Einsatz, dem Ideenreichtum der Macher der Millerntor-Gallery!!! Ich durfte gestern an dem &#8220;Pre-Opening&#8221; teilnehmen (incl. Kunstauktion durch Sotheby-Hochadel) und bereits im Vorfeld fest stellen, mit was für einer denkoffenen Crew da bis hin zum Kurator Jörg Heikhaus und Marcel Eger gearbeitet wird. Ich finde es immer wieder [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=metalust.wordpress.com&#038;blog=5632771&#038;post=5132&#038;subd=metalust&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Eine tiefe Verbeugung vor der Action, dem Engagement, dem Einsatz, dem Ideenreichtum der Macher der Millerntor-Gallery!!!</p>
<p>Ich durfte gestern an dem &#8220;Pre-Opening&#8221; teilnehmen (incl. Kunstauktion durch Sotheby-Hochadel) und bereits im Vorfeld fest stellen, mit was für einer denkoffenen Crew da bis hin zum Kurator <a href="http://heliumcowboy.squarespace.com/joerg-heikhaus/" target="_blank">Jörg Heikhaus</a> und <a href="http://www.11freunde.de/interview/werden-sie-jetzt-kuenstler-marcel-eger" target="_blank">Marcel Eger</a> gearbeitet wird. Ich finde es immer wieder beeindruckend, was Benny Adrion und seine Teams da auf die Beine gestellt haben &#8211; die Millerntor Gallery ist ein Projekt von <a href="http://www.vivaconagua.org" target="_blank">Viva con Agua</a>.</p>
<p>Ich finde es wahnsinnig spannend, wie die kargen Gänge des Millerntor-Stadions mit verschiedenen künstlerischen Ansätzen belebt werden und kann nur jedem empfehlen, sich das heute Abend bei der Vernissage oder die nächsten Tage mal anzuschauen. Fotos gibt es u.a. bei <a href="http://www.stefangroenveld.de/2013/millerntor-gallery-3/" target="_blank">Stefan Groenveld</a> zu sehen und beim <a href="https://www.facebook.com/MillerntorGallery" target="_blank">Facebook-Auftritt der Millerntor-Gallery selbst</a>.</p>
<p>Es ist cool, wie die altehrwürdige Institution und der ja in der engen Spitze von 1 oder 2% der KünstlerInnen auch millionenschwere Markt der Kunst dadurch, dass sie in ein Stadion wandert, umdefiniert wird. Wie umgekehrt ein trotz gelegentlich auch bei unserer Mannschaft aufblitzender &#8220;Spielkunst&#8221; sich ein eher, na, &#8220;bodenständig&#8221; gerierender Raum sich dem Spiel mit Form, Farbe, Figur usw. öffnet. Ein Raum, der ja idealerweise alles &#8220;Authentische&#8221; und Reproduzierende aufbricht und, um mit Cézanne zu sprechen, eine &#8220;Harmonie parallel zur Natur&#8221; kreiert &#8211; Disharmonie wäre zu ergänzen.</p>
<p>Ich finde es auch toll, wie Präsidium und Geschäftsführung des FC St. Pauli sich auf Viva con Agua und die Millerntor-Gallery einlassen, weil ich Sätze wie</p>
<blockquote><p>&#8220;Der FC St. Pauli ist ein Lebensgefühl und zwar ein unkonventionelles, das für Kreativität, Anderssein, Toleranz, Weltoffenheit, Selbstironie, vor allem aber auch für soziale Verantwortung steht&#8221;</p></blockquote>
<p>mal ab von dem blöden Toleranz-Begriff voll und ganz zustimmen kann dann, wenn das auch mit Leben gefüllt wird. Auch die Conclusio</p>
<blockquote><p>&#8220;Darüber hinaus schafft die MILLERNTOR GALLERY es zu integrieren, denn sie bietet für nahezu jeden etwas. Und genau diese Aufgabe MUSS (Hervorhebung von mir) auch der FC ST. Pauli leisten: Ein spannendes Angebot für alle zu schaffen, zumindest für all jene, die sich die Freiheit nehmen, (mal) abseits der Konventionen zu denken und mit diesem Angebot auch noch der gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden.&#8221;</p>
<p>(Quelle: Katalog Millerntor Gallery, Katalog 2013, S. 7)</p></blockquote>
<p>ist mit einem vehementen &#8220;Yes!&#8221; zu beantworten. Call and Response.</p>
<p>Womit ich freilich bei der solidarischen und sympathisierenden Kritik angekommen wäre. Es ist großartig, dass auch Künstler wie <a href="http://www.youtube.com/watch?v=ZU6XRKk8vQU" target="_blank">Zezao</a> dort statt finden &#8211; und das Genörgel bei Facebook und Twitter über die &#8220;unstpaulianische&#8221; Farbe blau am Millerntor finde ich deshalb nicht zutreffend. Auch der Street-Art-Anteil ist sehr, sehr cool, weil dieser &#8220;Aufstand der Zeichen&#8221; (Baudrilliard) und die Wiedergewinnung des urbanen Raumes gegen Kommerzialisierung, Platzverweise usw. alltäglichen Widerstand darstellt.</p>
<p>Ansonsten ist es leider wie überall: Der Großteil der Künstler ist weiß, männlich und mutmaßlich heterosexuell. Eine queere Perspektive wäre mir zumindest nicht aufgefallen, ein heterosexueller Blick auf Frauen wie auch Männer schien mir hingegen sehr präsent zu sein (z.B. bei den &#8220;Mehl-Fotos&#8221;, deren Making off bei Gröni zu sehen ist, wo als männlich konnotierte Eigenschaften wie &#8220;Dynamik&#8221; z.B sich vor eine mögliche Erotisierung schieben &#8211; erotisierte Frauen, was ja an sich nichts Schlimmes ist, beraubt man sie nicht Eigenständigkeit und Subjektivität und unterlässt Übergriffigkeit, oder? Kritische Anmerkungen erwünscht!, sieht man schon auf dem Cover des Kataloges). Vielleicht habe ich auch Wichtiges übersehen.</p>
<p>Nun lassen sich durch diese sozialen Konstruktionen &#8211; &#8220;weiß, männlich, heterosexuell&#8221; &#8211; per se keine Rückschlüsse auf die Qualität der Kunst ziehen. Sehr wohl aber, inwiefern das soziale und auch ökonomische Setting, in dem sie sich als Kunst bewegt, auch reflektiert wird auf der Ebene des Werkes.</p>
<p>Und da ist, glaube ich, mehr drin als das, was ich gestern gesehen habe &#8211; gerade in einem Fussballstadion, wo Männermannschaften einen &#8220;Männersport&#8221; spielen, gerade dann, wenn eine unterstützenswerte und jetzt schon ruhmreiche Hilfsorgansisation wie &#8220;Viva con Agua&#8221; als Veranstalter auftritt.</p>
<p>Deutlich wurde das, als Michael Meeske von den &#8220;Tränen in den Augen derer&#8221;, denen Brunnen in Uganda gebaut wurden, berichtete &#8211; dass er da tatsächlich mitgefahren ist, finde ich toll, nur muss schon jeder Hilfsorgansiation klar sein, dass auch sie sich in einem kolonialen Setting bewegt und das Selbstbild des &#8220;hilfreichen Weißen&#8221;, der &#8220;Entwicklungshilfe&#8221; leistet, eben auch Teil dessen ist.</p>
<p><strong>Das sollte niemand vom helfen abhalten noch das diskreditieren</strong>, <strong>was da mit enormen Aufwand betrieben wird</strong>, noch ist es möglich, individuell aus strukturell-postkolonialen Konstellationen wirklich auszubrechen &#8211; da fehlt aber eine Reflektionschleife, und was böte sich da eher an als Kunst, Wege zu sehen, diesen weißen Blick und dieses weiße Selbstbild auch kritisch zu thematisieren?</p>
<p>Und zugleich die nun tatsächlich genuin europäische Institution &#8220;Kunst&#8221; auch daraufhin zu befragen, wie sich das, was &#8220;wir&#8221; als weiße, meist männliche Mitteleuropäer mal als &#8220;Kunst&#8221; durchgehen lassen, mal nicht (das kommt dann ins &#8220;Völkerkundemuseum&#8221;), vielleicht von Praktiken in anderen Regionen dieser Erde unterscheidet &#8211; oder auch nicht? Wie es als Vehikel von &#8220;White Supremacy&#8221; und &#8220;Male Supremacy&#8221; genutzt werden kann und wie man zumindest versuchen kann, das auch aufzubrechen, auch wenn dabei ein Scheitern wahrscheinlich ist &#8211; und wie dieses Scheitern denn nun aussehen könnte?</p>
<p>Und wieso entstehen dann, wenn Weiße, zumeist Männer, mal nicht weitestgehend unter sich bleiben, solche Paradoxien?:</p>
<blockquote><p><a href="http://shehadistan.com/2013/05/22/zack-eingeburgert/" target="_blank">&#8220;Denn, Frage: Wie viele rassifizierte Menschen müssen bei einem Kollektivprojekt mitmachen, damit es nicht mehr als rein “weiß” wahrgenommen wird? Antwort: Ist egal, denn das Kollektiv wird immer ein böses, komplett weißes, rassistisches Arschprojekt bleiben. (Und das heißt, am Ende bist auch Du als Kanak_in immer nur das böse, rassistische Arsch mit an Bord. Oder: Es gibt dich halt einfach gar nicht. Oder: Du bist halt ein armes Opfer “in den [weißen] Fängen von xyz”. Kann aber ja auch gar nicht anders sein, schließlich bist Du ja Kanake, arharharhar!)&#8221;</a></p></blockquote>
<p>Und lassen die sich vermeiden, oder geht das gar nicht? Für mich auch gerade eine sehr zentrale Frage als in Sachen &#8220;weiß&#8221; und &#8220;männlich&#8221; zumeist Ummarkierter, somit aus anderer Perspektive Schreibender. Weil ich da auch gerade an eine Grenze gestoßen bin im Rahmen meiner Möglichkeiten.</p>
<p>Da wird auch mittels einer Kunstausstellung in einem Fussballstadion nicht die Welt zu verändern sein. Aber würde das stärker in der Kunst selbst Thema sein, wäre das nicht St. Pauli-like? Erste Kommunikationen zwischen MILLERNTOR GALLERY und 1910 &#8211; MUSEUM FÜR DEN FC ST. PAULI e.V. haben ja diesbezüglich auch schon statt gefunden <img src='http://s1.wp.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' />  &#8230;</p>
<p>Der ökonomische Rahmen, in dem sich das ganze, globale Drama rund um sauberes Wasser abspielt, wurde zumindest angedeutet, indem deutlich Front gegen die Privatisierung dessen votiert und Wasser als Menschenrecht verteidigt wurde.</p>
<p>Da können Frau von und zu Wittgenstein und Frank Otto und andere, die auf ganz anderen politischen und Wirtschaftshochzeiten tanzen können als der normale Spender und die gestern da waren, weiter  dran arbeiten. Dass Frank Otto Viva con Agua von Anfang an unterstützt, das ist ihm eh schon schon hoch anzurechnen.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/metalust.wordpress.com/5132/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/metalust.wordpress.com/5132/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=metalust.wordpress.com&#038;blog=5632771&#038;post=5132&#038;subd=metalust&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Verbetzt und gutgemacht und ganz viel Zukunft &#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 20 May 2013 10:11:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>momorulez</dc:creator>
				<category><![CDATA[FC St. Pauli]]></category>

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		<description><![CDATA[Eurodance im Sonderzug &#8211; nein, ich war nicht dabei, aber die Fortsetzung von Disco mit anderen Mitteln ist allemal besser, als in abgestandenen Punkrock-Gitarren-Saucen den FC St. Pauli zu konservieren. Und es ist deutlich schöner, auf dem Betzenberg zu gewinnen, als dass dort schwarzen Spielern frei nach dem Motto &#8220;Ist ja eh nix wert&#8221; die [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=metalust.wordpress.com&#038;blog=5632771&#038;post=5129&#038;subd=metalust&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://metalust.files.wordpress.com/2013/05/20130520-111043.jpg"><img class="alignnone size-full" alt="20130520-111043.jpg" src="http://metalust.files.wordpress.com/2013/05/20130520-111043.jpg?w=630" /></a></p>
<p>Eurodance im Sonderzug &#8211; nein, ich war nicht dabei, aber die Fortsetzung von Disco mit anderen Mitteln ist allemal besser, als in abgestandenen Punkrock-Gitarren-Saucen den FC St. Pauli zu konservieren. Und es ist deutlich schöner, auf dem Betzenberg zu gewinnen, als dass dort schwarzen Spielern frei nach dem Motto &#8220;Ist ja eh nix wert&#8221; die Beine gebrochen werden. Und dass hinterher Region-Spieler an Eckfahnen in blöd grienendem Triumph und Pepita-Hut noch schlecht tanzen, Herr Basler. Nee, der war nicht der Knochenbrecher, das war Lincoln, war nur damals in meiner zweiten Saison eines der Spiele, die sich negativ einprägten, da bin ich nachtragend &#8211; obgleich J. von der &#8220;Breiten Masse&#8221; am Tag danach strahlend im Büro auflief und beseelt ausrief &#8220;Wir haben den Betzenberg gerockt!&#8221;. Weil die St. Paulianer-Chöre die Region-Sänger zu Teufelchen degradierten. Trotz 5 Gegentoren, wenn ich mich recht entsinne.</p>
<p>Gestern auf Sky waren eigentlich auch nur St. Pauli-Gesänge zu hören, und der Fussball in der ersten Halbzeit war neben dem Spiel bei 1860 und dem Heimspiel gegen Frankfurt &#8211; das gegen Braunschweig zählt wegen verkaterter Gegner irgendwie nicht ganz &#8211; wohl der beste in dieser Saison. Bin ja manchmal am Zweifeln, ob Michael Frontzeck bei aller Dankbarkeit dafür, dass er uns zum Nichtabstieg führte und sich zudem bis zum Schluß höchst sympathisch im Hintergrund hielt, sich so ganz und gar nicht inszenierte, sondern der Mannschaft den Jubel ließ, der richtige Trainer für einen Neuaufbau ist. Weil man auch gestern wieder das Gefühl hatte, konditionelle Schwächen zu erspüren und eben doch Teile der Saison von Ratlosigkeit auf dem Platz geprägt waren.</p>
<p>Umgekehrt meint man ja eine Ahnung zu haben, was seine Vision sein könnte, guckt man sich insbesondere die ersten Halbzeiten gegen die 60er und nun gegen die Region an. Das war schon richtig, richtig gut, auch wenn &#8220;aus einer kompakten Defensive schnelle Vorstöße wagen&#8221; sich wie eine Floskel liest, scheint es ja so leicht nicht zu spielen zu sein, guckt man sich Zweitligafussball so an &#8230;</p>
<p><a href="https://pathos93.wordpress.com/2013/05/19/es-ging-nicht-um-nichts-mehr/">Insofern hat Pathos recht</a>: Es ging sehr wohl noch um etwas. Um ein gutes Gefühl angesichts dessen, was kommt.</p>
<p>Azzouzi hatte ja schon ordentlich vorgelegt mit Neuverpflichtungen, da man sich zugleich erstaunt und erfreut die Augen reibt. Willkommen!</p>
<p>Keine Leihgeschäfte, kein Jugendstil um jeden Preis, potenzielle Führungsspieler mit viel Erfahrung &#8211; Hut ab. Auch die Signale, dass jemand, der die Vereinsseele in und auswändig kennt wie Florian Bruns, ggf. noch in die Zweite als Leitwolf eingebaut und zugleich in die Geschäftsstelle integriert werden könnte. lässt hoffen, dass doch nicht aus irgendeinem verborgenen Machtkalkül das &#8220;alte St. Pauli&#8221; nun vollends abgeräumt werden könnte . Meggle als Trainer der Zweiten ist ja auch so ein Signal. Dann geh ich da auch mal gucken <img src='http://s0.wp.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' />  &#8230;</p>
<p>Überhaupt, die Zweite: Gestern in der O-Feuer-Bar war ich umgeben von solchen, die sich regelmäßig deren Spiele anschauen &#8211; ein echter Himmelmann-Fanclub. Ganz schön beruhigend, ihn spielen zu sehen und zu wissen, dass wir ihn als Backup oder gar potenzielle Nr. 1 haben.</p>
<p>Dass freilich mit der Tradition gebrochen wurde, sich verhuscht auf dem Betzenberg abschießen zu lassen, erfreut um so mehr. So brennt sich nicht ein in den Hirnen der Spieler die bleiben, dass Auswärts-Führungen sowieso wieder vergeigt werden, macht ebenfalls Hoffnung.</p>
<p>Bisher dominierte ja der Eindruck, dass Restbestände des Alten uns noch irgendwie zusammen mit Ginczek den Arsch gerettet haben und das, was neu war, allzu viel Hoffnung noch nicht machte.</p>
<p>Nun so ein Gefühl von &#8211; ja, kitschiges und langweiliges Bild, dennoch: Morgenröte. Dass man sich auf die neue Saison freuen kann. Dass Azzouzi im Hintergrund sich als prima Gestalter erweist. Und dass sogar &#8220;der Verein&#8221; mit Trailern wie dem &#8220;Komm ins Stadion, da bist Du sicher!&#8221; Akzente setzt, die richtig, richtig gut sind. Weiter so!</p>
<p>Und dass die Mannschaft auf dem Betzenberg siegt &#8211; Danke!</p>
<p>Wünsche der Region ja wirklich viel Glück gegen Hoffenheim und drücke die Daumen,; blieben sie ihn Liga 2, wäre das für uns halt trotzdem schön. Weil mit Düsseldorf und Fürth Angenehmes zurück kehrt, und ob nun Dresden oder Osnabrück mit dabei ist, ist beides doch was anderes als Sandhausen oder Heidenheim.</p>
<p>Insofern auf einmal ganz viel Zukunft, auf die ich mich freue &#8211; wie auch auf dje erste Staffel von &#8220;Mad Men&#8221; (EDITH: Es war die &#8220;Big Bang Theory&#8221;, peinlich). Dankeschön!!! Ist toll, mitzubekommen, wer hier so alles mit gelesen hat in all den Jahren <img src='http://s0.wp.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' />  &#8230; ein gutes Gefühl!</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/metalust.wordpress.com/5129/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/metalust.wordpress.com/5129/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=metalust.wordpress.com&#038;blog=5632771&#038;post=5129&#038;subd=metalust&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Vielleicht mal Solidarität, statt sich gegeneinander ausspielen zu lassen?</title>
		<link>http://metalust.wordpress.com/2013/05/18/vielleicht-mal-solidaritat-statt-sich-gegeneinander-ausspielen-zu-lassen/</link>
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		<pubDate>Sat, 18 May 2013 19:19:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>momorulez</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antirassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Extremismus der Mitte]]></category>
		<category><![CDATA[Heteronormativität entwerten]]></category>
		<category><![CDATA[Lektüreprotokolle]]></category>

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		<description><![CDATA[Kurz hin gerotzt vor Anpfiff in der &#8220;Grand Prix&#8221;-Arena, aber vielleicht auch gerade deshalb passend, weil nicht zuletzt z.B. Jan Feddersen von der taz vor dem letzten &#8220;Eurovision Song Contest&#8221; ja auch um kein noch so blödes, vermeintlich &#8220;pro-westliches&#8221; Klischee rund um Aserbaidschan verlegen war, ein paar Worte zu &#8220;Pro Köln&#8221; und dem dortigen CSD. [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=metalust.wordpress.com&#038;blog=5632771&#038;post=5126&#038;subd=metalust&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Kurz hin gerotzt vor Anpfiff in der &#8220;Grand Prix&#8221;-Arena, aber vielleicht auch gerade deshalb passend, weil nicht zuletzt z.B. Jan Feddersen von der taz vor dem letzten &#8220;Eurovision Song Contest&#8221; ja auch um kein noch so blödes, vermeintlich &#8220;pro-westliches&#8221; Klischee rund um Aserbaidschan verlegen war, ein paar Worte zu &#8220;Pro Köln&#8221; und dem dortigen CSD. Zwar findet auch Queer.de das Verhalten der Organisatoren völlig daneben:</p>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote><p><a href="http://www.queer.de/detail.php?article_id=19241">&#8220;Das genau ist die Strategie, die &#8220;Pro Köln&#8221; derzeit auf allen Ebenen fährt. &#8220;Hey, jeder Jeck ist doch irgendwie anders&#8221; rufen sie uns fröhlich lachend zu. &#8220;Lasst uns mitschunkeln, sonst seid ihr die Intoleranten!&#8221; schüchtern sie uns ein. &#8220;Der wahre Feind, dass seid doch nicht ihr warmen Brüder, das sind die Moslembrüder&#8221;, machen sie uns Angst.&#8221;</a></p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p>Was freilich NICHT thematisiert wird, obgleich es mittlerweile sogar im St Pauli-Forum unwidersprochen sind findet, das ist der ausgeprägte Rassismus in der schwulen Szene selbst. Und es würde Queer.de als ja einzig vernehmbaren, schwulen Medium in Deutschland, die laut Kuby und Co ach so mächtige &#8220;Schwulenlobby&#8221; ist ja publizistisch erstaunlich schwach auf der Brust, wohl so gar nicht schaden, das vielleicht auch mal zu thematisieren.</p>
<p>Bei der Facebook-Präsenz von David Berger (&#8220;Der heilige Schein&#8221;) merkte nunmehr ein als &#8220;schwarzhaarig = &#8220;Südländer&#8221; = Muslim&#8221; Gelesener an, wie er sich fühlte, wenn er auf dem CSD mit ging und als &#8220;heimlicher Feind&#8221; misstrauisch beäugt wurde. Was dabei völlig unter den Tisch fällt, sind Mehrfach-Diskriminierungen; es ist NICHT so, dass es unter rassistisch Markierten keine gäbe, die jenes Bedürfnisspektrum haben, das hierzulande mit dem klinischen Term &#8220;Homosexualität&#8221; gelabelt wird.</p>
<p>Zum einen entspricht es keineswegs meiner Lebenserfahrung, dass, wie im St. Pauli-Forum behauptet, &#8220;die Deutschen&#8221; ja &#8220;liberaler&#8221; seien, solche merkwürdigen Arierfantasien sind krudes Zeug. Da braucht man ja nur mal Merkel oder Geis zuhören, was wirklich Sache ist. Von Ratzinger ganz zu schweigen.</p>
<p>Insofern wäre produktiver, sich lieber mal damit auseinanderzusetzen, wieso es immer so gut funktioniert, dass die Mehrheitsgesellschaftler schon dafür sorgen werden, dass gesellschaftliche Minderheiten gegeneinander ausgespielt werden können.</p>
<p>Übrigens auch dann, wenn jüdische Gelehrte und katholische &#8220;Denker&#8221; gemeinsam <a href="http://www.welt.de/politik/ausland/article115790684/Wo-Papst-und-Rabbi-sich-einig-sind-ein-Gespraech.html">DIE WELT ein Interview geben, um sich über die LGBT-Community zu erheben</a>. Wollte ich eigentlich noch eigens kommentieren; mach ich vielleicht noch die Tage. Das gibt eine Menge her; mir ist ein Rätsel, wie man katholischer Propaganda so auf den Leim gehen kann, eben jener Organisation, die bereits im Prozess der Kanonisierung dessen, was die Bibel werden sollte, all jene antisemitischen Muster implementierte, die während Jahrtausende währender Judenfeindschaft heran gezogen werden sollten (und an denen sich Luther auch orientiert hat).</p>
<p>Aber auch dann, wenn Klischees von den &#8220;reichen, privilegierten Schwulen&#8221; auch auf feministischen Seiten gepflegt werden und irgendein Scheinlinker anschließend vor sich hin grummelt, dass diese verantwortungslose Gay-Party-Crowd &#8220;Migranten&#8221;familien die Wohnungen weggentrifizieren würden, funktioniert das alles super ganz im Sinne der Normierten.</p>
<p>Es sei zudem noch einmal auf die <a href="http://www.lisa-frauen-oldenburg.de/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=51&amp;Itemid=40" target="_blank">Ablehnung des CSD-Preises durch Judith Butler verwiesen</a> (ganz, wie es der Facebook-Kommentator bei David Berger auch macht). Und dann kann jeder ja nachgrübeln, was <a href="http://somluswelt.wordpress.com/2009/04/02/csd-charta/" target="_blank">das vielleicht alles damit zu tun hat</a> &#8230; kann man auch nicht oft genug verlinken, den Text.</p>
<p>Stonewall was a riot, und vielleicht ist es an der Zeit, Alternativveranstaltungen zu organisieren, die sich klarer machen, welche Communities das damals waren, die durch ihr Uprising den CSD erst möglich machten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/metalust.wordpress.com/5126/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/metalust.wordpress.com/5126/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=metalust.wordpress.com&#038;blog=5632771&#038;post=5126&#038;subd=metalust&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>For crying out loud &#8230; for that, I thank you!</title>
		<link>http://metalust.wordpress.com/2013/05/13/for-crying-out-loud-for-that-i-thank-you/</link>
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		<pubDate>Mon, 13 May 2013 19:45:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>momorulez</dc:creator>
				<category><![CDATA[FC St. Pauli]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe uns schon die Relegation spielen sehen. Vor dem geistigen Auge, auf der inneren Leinwand flimmerten Bilder von Duellen mit Heidenheim, während derer wir kurz vor Schluss noch eine glückliche 1:0-Führung vergeigten. Zwei Mal in Serie in Tristesse versinkend wie jn chilly california sand near the end of the line in the middle of [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=metalust.wordpress.com&#038;blog=5632771&#038;post=5123&#038;subd=metalust&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://metalust.files.wordpress.com/2013/05/20130513-200651.jpg"><img src="http://metalust.files.wordpress.com/2013/05/20130513-200651.jpg?w=630" alt="20130513-200651.jpg" class="alignnone size-full" /></a></p>
<p>Ich habe uns schon die Relegation spielen sehen. Vor dem geistigen Auge, auf der inneren Leinwand flimmerten Bilder von Duellen mit Heidenheim, während derer wir kurz vor Schluss noch eine glückliche 1:0-Führung vergeigten. Zwei Mal in Serie in Tristesse versinkend wie jn chilly california sand near the end of the line in the middle of nowhere oder so &#8230; foy crying out for that I love you ja immer wieder trotzdem, we need you, we want you, FC St. Pauli.</p>
<p>Ich habe in Sorgen erfüllt im Schatten dieser Arena mit dem ständig wechselnden Namen in Mordor gestanden. Kein Witz, wie zufällig trafen zwei Desorganisierte auf andere St. Paulianer. Angesichts der wie Marschrhythmus dröhnenden Chöre dieser Normalisierten in Rothosen da drin in ihrem Parkhaus wurde uns ebenso mulmig wie bei der Vorstellung der kommenden Spieltage gegen Braunschweig und die Region. </p>
<p>Ja, Dresden würden wir ja die Relegation zutrauen aktuell, aber unserer demoralisierten, unsortieren Truppe? Schatten lagen über den Gesichtern, Schatten, die in Mordor tiefer graben und düsterer funkeln als anderswo. Beim anschließenden Meat Loaf-Konzert mischte sich in das Mitsingen jedes Wortes des Bat out of hell 1-Albums (das er in Original-Reihenfolge auf die Bühne brachte) immer wieder die Vorstellung, diese Saison könne nach all den Pannen so enden wie ein Motorradunfall, uns könne es scheinen, als würde von irgendwoher eine Glocke erklingen, und the last thing we saw was our heart, still beating in braun-weiß, flying out of our body &#8211; like a bat out of hell &#8230;</p>
<p>Auf dem Weg zum Millerntor schien irgendwer mir die Worte aus dem Mund genommen zu haben. Dabei habe ich doch gar nicht geknutscht. Eine Hot Summer night war es auch nicht, und doch, ein Kloß ballte sich in meinem Hals statt einer Kehle. Die Blicke der Braunschweiger rund um das Stadion wirkten irgendwie hämisch. Wollte mir ein wenig Entspannung ansaufen, ging nicht, gab kein Vollbier. Irgendeine melancholische Folk-Klampfe mit wehmütigem Gesang über den Verlust der Jugend drang aus den Stadionboxen; also, wenn ich so zurück denke, wie das war, mit 18 von Liebeskummer zerrüttet, er hieß Kai und wohnte ausgerechnet in Gailhof, morgens statt zur Schule zu gehen die Meat Loaf-Platte aufzulegen und mich wieder hin zu legen, mich ganz dem Unerfüllten hingebend, nee, also, einen Verlust empfinde ich da gar nicht, wenn ich daran zurück denke &#8230;</p>
<p>&#8220;I will love you &#8217;til the end of time!&#8221;, FC St. Pauli, denke ich trotzdem, als ich auf meiner neuen Haupttribüne stehe, die immer noch nicht schöner als die alte ist und spüre, wie alle im Stadion allmählich anfangen, ihre Anspannung heraus zu schreien. Ja, ist Profisport unter den Bedingungen des Kapitalismus, dem Joch der Funktionalismen unterworfen, und mal ehrlich, eigentlich ist es doch völlig bekloppt, da nun im 13. Jahr jedes zweite Wochenende hinzupilgern aus irgendeiner sentimentalen und irrationalen Liebe heraus Angst, Lust, Euphorie und niederschmetternde Tristesse zu durchleben, während 22 Leute sich wechselseitig einen Ball abjagen wollen und ausrasten oder fluchen, je nachdem, wenn er in den Maschen zappelt. </p>
<p>Ein wenig ist das ja schon wie dieses Hängen ausgerechnet an der Musik von Meat Loaf, diesem verkitscht-monumentalen Album voller Heterosexismus und schlechten Metaphern, der hat sogar die Republikaner im Wahlkampf unterstützt  &#8211; aber das Album ist doch sooooo schön! For crying out loud for that I love you &#8230;</p>
<p>Ich greife vor, aber als ich all die Stofftiere da sah, diese Fantasiefiguren, Hasen mit riesengroßen  rosa Klopfern, Schnecken, übergroß auf Spielerrücken in Plüsch, in sich zusammen gesackte Teddies &#8211; soll man sich da jetzt über industriellen Massenüberfluss echauffieren oder nicht vielmehr in Verzückung geraten, dass es Menschen gibt, die sich solche herrlichen, bunten, kuscheligen, vielfältigen, zum Grinsen bringenden Viecher ausdenken und in die Welt setzen? </p>
<p>Geht mir auch jedes Frühjahr so, wenn Leute ihre Balkone bepflanzen, sich darin ergehen, die tollsten Arrangements aus Geranien und Petunien zu schaffen und sich denen mit Liebe und Hingabe zu widmen &#8211; das ist so traumhaft NUTZLOS und einfach nur da, damit man sich freuen kann. Toll. </p>
<p>Wie auch all die, die mir erst seit kurzem auffallen, die mit Instrumentenkoffern durch die Straßen ziehen, in Bussen und auf Fahrrädern fahren, kaum wer davon wird das als Beruf ausüben, werden auch nicht viele hören, was auf all den Gitarren, Bässen, Klarinetten, Celli und Koras gespielt wird, aber manche MACHEN DAS EINFACH SO. Weil es ihnen gut. Weil sie es schön finden. Weil es Spaß macht.</p>
<p>Keine Misanthropie ist mir fremd, Menschen führen Kriege, beuten aus, vergewaltigen, brandschatzen, morden, sind Rassisten, Schwulen- und Lesbenfeinde, unterdrücken, machen fertig, weiden sich am Schmerz der Anderen &#8211; und TROTZDEM blitzt es immer wieder überall auf, DAS NUTZLOSE, DIE FANTASIE, DAS VERSPIELTE, und man fragt sich, wieso es sein kann, dass es die gleichen Wesen sind, die zu beiderlei fähig sind.</p>
<p>Denn letztlich sind es ja die Menschen, die einen immer wieder ans Millerntor ziehen. Jene, die völlig zweckfrei &#8220;Bruns!&#8221;-Plakate malen, damit ihre Freizeit erfüllen und in Brunftschreie ausbrechen, wenn er beim Aufwärmen auf die Gegengerade zuläuft. Solche, die spontan fast schon verbal djend &#8220;Brunsbbeebbe&#8221;-Gesänge improvisierend erfinden. Und die vermutlich gemeinsam mit den Besungenen jene Vorstellungskraft erzeugen, die Tage wie jenen gestern am Millerntor möglich und unübertrefflich  machen.</p>
<p>Was hat die Mannschaft mich für meine düsteren Visionen spielend ausgelacht! For that I thank you.</p>
<p>Ich meine, boah, ey. Die frühe Führung gegen verkaterte und lustlose Braunschweiger, okay, ich meine mich auch an ein Spiel gegen Paderborn zu erinnern, als wir schon aufgestiegen waren. So ganz mochten sie meine Negativvisionen dennoch nicht tilgen, die beiden Tore. Als die Braunschweiger dann zu Beginn von Halbzeit 2 aufdrehten, war mir ganz schön mulmig. Doch dieser Kullerball von Bartels, der die ganze Saison hindurch höhnisch am Pfosten vorbei gerollt wäre, nunmehr murmelte er gemütlich ins Netz &#8211; da war die Magie  vollumfänglich und allumfassend Zustand am Millerntor. Dieser unglaubliche, erst zögernde, dann so traumhaft aus der Drehung &#8220;den mach ich jetzt selbst!&#8221; eingenetzte Ball von Bruns, die &#8220;Marius Ebbers Fussballgott!&#8221;-Rufe waren kaum verhallt, da köpfte auch der präzise &#8230; nach dem 5:0 glaubte ich am den Sieg <img src='http://s0.wp.com/wp-includes/images/smilies/icon_biggrin.gif' alt=':D' class='wp-smiley' />  &#8230;</p>
<p>Als bekennender Hasser der Musik Thees Ulllmanns bekenne ich ebenso: Dieses &#8220;Hooray, hooray, hooray, FC St. Pauli&#8221;, als die Mannschaft vor der Süd stand und ein ganzes Stadion dem Song lauschte, den Refrain mitsang, diese Minuten, da Abschied und Freude, Melanchole und Liebe sich trafen und vor allem die Gewissheit erstrahlte, dass all das gemeinsam Erlebte in allen weiter leben wird und ganz wie im Schlager nie vergeht &#8211; schön. So schön. So traurig. Und doch so schön.</p>
<p>Später dann, beim letzten Diffidate-Marsch, da stellte ich mur vor, wie die ganze Crowd Meat Loafs &#8220;For crying out loud&#8221; schamlos umtexten würde, die dritte Stophe mit all den &#8220;Thank yous,&#8221; treffsicher auf Brunsebbeebbe umdichtete und es lautstark singen würde. Zügellos monumental, verkitscht und hemmungslos pathetisch. </p>
<p>Sie hätten es sich verdient. Wie diesen ganz so unglaublichen, so traumhaften Sonntagnachmittag.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/metalust.wordpress.com/5123/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/metalust.wordpress.com/5123/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=metalust.wordpress.com&#038;blog=5632771&#038;post=5123&#038;subd=metalust&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>When Doves cry. In Pink.</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Apr 2013 21:14:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>momorulez</dc:creator>
				<category><![CDATA[FC St. Pauli]]></category>

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		<description><![CDATA[Dream if you can a courtyard An ocean of violets in bloom Animals strike curious poses They feel the heat &#8230;&#8221; Prince, When Doves Cry Ich mag ja verträumte Jungs, solche, die auch mal linkisch und verpeilt sich selbst im Wege stehen, süß &#8230; ABER DOCH NICHT AUSGERECHNET GEGEN DIE HERTHA! NEIN, GEGEN DIE HERTHA [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=metalust.wordpress.com&#038;blog=5632771&#038;post=5117&#038;subd=metalust&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Dream if you can a courtyard<br />
An ocean of violets in bloom<br />
Animals strike curious poses<br />
They feel the heat<br />
 &#8230;&#8221;</p>
<p>Prince, When Doves Cry</p></blockquote>
<p>Ich mag ja verträumte Jungs, solche, die auch mal linkisch und verpeilt sich selbst im Wege stehen, süß  &#8230; ABER DOCH NICHT AUSGERECHNET GEGEN DIE HERTHA! NEIN, GEGEN DIE HERTHA KANN MAN NICHT AUCH MAL VERLIEREN! </p>
<p>Nur weil die zufällig ausnahmsweise mal eine Saison die effizienteste Truppe der Liga hatten, in Liga 1 kriegen die eh wieder den Arsch versohlt. </p>
<p>HÄTTET IHR DOCH DIE HITZE GESPÜRT! </p>
<p>Stattdessen versaut ihr Flo sein wohl vorletztes Heimspiel. Der wieder gezeigt hat, was fehlen wird, wenn er weg ist: Spielintelligenz. Die Szene, als er Ben Hatari über den halben Platz geleitete, vom gegnerischen Strafraum zur eigenen Eckfahne, weil er voraus sah, dass da ein ganzes 16tel des Platzes frei bleiben würde, der verzweifelt die Arme ausbreitete &#8220;Wo seid ihr denn?&#8221; in Richtung der eigenen Abwehrspieler, weil die wieder flügellahm vor sich hin flatterten, als würden sie an lauen Sommertagen einen launigen Rundflug über Gemüsebeete zur Zerstreuung absolvieren.</p>
<p>Sagt mal, kiffen einige von euch vor dem Spiel? </p>
<p>Nein, nicht Schachten, der spielte grandios auf, aber der völlig desorientierte Bartels zum Beispiel, der planlose Kalla, Daube, der erst was zustande bringt, wenn Ebbers oder Bruns ihm vorführen, was zu tun ist? Avevor, der auf der Grundlinie Gegner austanzen will und die Torvorlage quasi selbst gibt? Ja, Boys in Brown, diesmal bin ich echt sauer auf euch und eure Stümperhaftigkeit! </p>
<p>Da pfeifft Herr Brych oderwiedersichschreibt 90 Minuten gegen uns in allen Kleinigkeiten und nach zweierlei Maß, kann dann nicht anders, als vermutlich wegen der Kicker-Note den Elfmeter doch zu pfeiffen gegen diese Ekeltruppe aus Berlin, und ihr schenkt schon wieder das Spiel her, als wäre das nicht der Nicht-Abstieg gewesen? </p>
<p>Ja, es ist cool, wie ihr nach dem Rückstand zurück gekommen seid, es reicht aber noch nicht.</p>
<blockquote><p>How can you just leave me standing?<br />
Alone in a world that&#8217;s so cold? (So cold)<br />
Maybe I&#8217;m just too demanding &#8230;</p>
<p>Prince, When doves cry</p></blockquote>
<p>Boah, ey. Gibt ja wenige Vereine, bei denen ich solch tiefen Widerwillen verspüre wie bei denen aus dem Nazi-Stadion in Berlin. Es einfach so typisch deutsch, zur WM 2006 dieses Propaganda-Bollwerk aus Riefenstahl-Zeiten noch bombastisch aufzublasen, während die Träger des rosa Winkels nie entschädigt wurden und die CDU bis heute die Opfer des Paragraph 175 verhöhnt.  </p>
<p>Da kann sexy Ndjeng auch nichts für, auch Ronny nicht, keiner der einzelnen Spieler, nichts für ungut, ihr Spieler-Induviduen, aber euer Verein ist einfach furchtbar und eure Fans sehen auch noch so aus wie Hertha-Fans, schlimm &#8211; und gespielt habt ihr trotzdem wie solche, die pink T-Shirts nicht mögen. </p>
<p>Was sollte &#8211; by the way &#8211; dieser Rockmusik-Dreck vor dem Blondie-Song vor dem Spiel? Kein Wunder, dass man hinterher verliert, wenn vorher so was gespielt wird. (EDITH auf Hinweis von @felgenralle: Ich meine einen konkreten Dumpf-Hardrock-Song, der da schauerlich lief).</p>
<p>Wenigstens hat Herr Frontzeck genau in dem Moment, da ich kurz an ihm zweifelte, das Richtige getan, nämlich Ebbers für Funk gebracht. Danach sah man doch, dass ihr es könnt. </p>
<p>Zumindest, wenn jene auf dem Platz sind, in denen so was wie Widerstandsgeist wohnt und wühlt. Ebbers zum Beispiel. </p>
<p>Insofern muss man erneut betonen, dass einmal mehr ein Spiel auch, nicht nur, an Schubert-Spätfolgen krepierte und somit auch vom Präsidium verloren wurde. Ja, die Schubert-Posse vor der Saison. Annähernd alles, was einen eigenen Kopf hatte und selber dachte, wurde ja vom Platz gejagt. Insofern ist mir ein Rätsel, wie, voraus gesetzt, dass wir überhaupt die Klasse halten, wie das in der nächsten Saison laufen soll, wenn mit Ebbers und Bruns Spielintelligenz und auch Kampfgeist und Durchsetzungswille verschwunden sind. Ebbers war ja phasenweise bester Mittelfeldspieler und Bruns bester Verteidiger.</p>
<p>Ich mag ja auch Bartels, Avevor, Daube, Funk, Kalla, das sind unsere Spieler, und ich verliere lieber mit denen, als mit der Hertha aufzusteigen. Echt. Und Buchtmann hat das Zeug zu Spielwitz und Wutenergie und wohl auch einen eigenen Kopf. </p>
<p>Aber zeitweise habt ihr heute so gespielt, als hättet ihr Väter gehabt, die sich freuten, dass ihr mit Autos statt mit Puppen spielt, weil man so leichter durchs Leben kommt als mit einem ein pink St. Pauli-T-Shirt als Outfit &#8230; dann trifft man nur ständig auf die, die noch fieser treten, noch mehr rum mackern, noch verlogener und unangenehmer sind, wirkt auf einmal zu lieb und verliert dabei das Eigene. Das man viel besser zu verteidigen lernt als Pink-T-Shirt-Träger. </p>
<p>Die Gefahr ist beim FC St. Pauli noch lange nicht gebannt, der Verlust des Eigenen zugunsten der Verorthung im Nirvana farbloser Gesichtslosigkeit,</p>
<p>Denn eigentlich bin ich ja gar nicht wütend. Ich hab Angst. Und bin traurig. Drum:</p>
<blockquote><p>This is what it sounds like<br />
When doves cry.&#8221;</p>
<p>Prince<br />
<blockquote>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/metalust.wordpress.com/5117/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/metalust.wordpress.com/5117/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=metalust.wordpress.com&#038;blog=5632771&#038;post=5117&#038;subd=metalust&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Critical Whiteness &#8211; wieso eigentlich diese ganzen Diskussionen?</title>
		<link>http://metalust.wordpress.com/2013/04/25/critical-whiteness-wieso-eigentlich-diese-ganzen-diskussionen/</link>
		<comments>http://metalust.wordpress.com/2013/04/25/critical-whiteness-wieso-eigentlich-diese-ganzen-diskussionen/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 25 Apr 2013 12:47:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>momorulez</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antifaschismus]]></category>
		<category><![CDATA[Antirassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Heteronormativität entwerten]]></category>
		<category><![CDATA[Lektüreprotokolle]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich verlinke hier noch mal einen Text, der mir schon &#8211; Dankeschön! &#8211; ein Trackback schickte und ein Thema sehr differenziert betrachtet, das auch hier im Blog Dauerbrenner war und ist: Critical Whiteness. &#8220;Dieser Positionierungsterror, der in einigen Räumen Einzug gehalten hat, ist alles andere zielführend. Ich war auf einem Treffen anwesend, auf dem allein [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=metalust.wordpress.com&#038;blog=5632771&#038;post=5108&#038;subd=metalust&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich verlinke hier noch mal einen Text, der mir schon &#8211; Dankeschön! &#8211; ein Trackback schickte und ein Thema sehr differenziert betrachtet, das auch hier im Blog Dauerbrenner war und ist: Critical Whiteness.</p>
<blockquote><p><a href="http://kanaction.wordpress.com/2013/04/24/uber-critical-whiteness-und-andere-missverstandnisse-2/" target="_blank">&#8220;Dieser Positionierungsterror, der in einigen Räumen Einzug gehalten hat, ist alles andere zielführend. Ich war auf einem Treffen anwesend, auf dem allein die Vorstellungsrunde fast zwei Stunden gedauert hat. Und wir waren maximal 15 Personen, nicht mehr. Aber das Einopfern von den PoC und die Selbstgeißelung von weißen Leuten („Ich bin bereit all meine Ressourcen und Zeit für das Projekt xy zu opfern“) hat nunmal so lange gedauert. Da werden dann auch gerne mal weiße Leute angeschrien, weil sie gerne mit ihren Eltern wandern gehen wollen (statt sich dem politischen „Kampf“ zu widmen). Dieses Verhalten wurde von den weißen stumm hingenommen.&#8221;</a></p></blockquote>
<p>Ich bin über solche Passagen immer ein wenig erstaunt, so weit es nun meine, weiße Perspektive betrifft. Ich bin auch ziemlich zusammen gezuckt, als ich das erste Mal in einem Gespräch mit Freunden als Weißer bezeichnet wurde und hatte das Privilieg, das dies in gewachsenen Freundschaften geschah.</p>
<p>Ich war  nun aber gar nicht in der Lage, irgendwelche Schuldgefühle zu entwickeln oder Selbstgeißelungen auszuüben. Vielmehr knüpfte das einfach aus mir aus den späten 80ern wohl vertraute Euro- und Ethnozentrismusdiskussionen an. Und ich kenne eben auch gut das Markierungsgeschehen rund um &#8220;schwul&#8221;; eine Teilanalogie.</p>
<p>Insofern konnte ich das weniger als &#8220;Positionierungsterror&#8221; erleben noch als irgendwas, was ich nun zu verantworten hätte. Es ist doch vielmehr die im Grunde genommen (das wird mir jetzt vorgeworfen werden, weil es wirkt, als würde ich andere benutzen, denke ich ja auch drüber nach, ob das so ist) unglaublich entspannend, nun nicht ständig in die männliche Selbstbehauptung als Alleserklärer oder Vertreter des Allgemeinen sich begeben zu müssen, sondern einfach mal zuzuhören. Und eben darauf zu reflektieren, wo &#8220;White Supremacy&#8221; im eigenen Denken und Handeln wirkt, was für politische, historische, geistes-, kultur und kunstgeschichtliche Vorraussetzungen in all dem, was ich studierte und lernte, wirkten, noch bei jenen, die sehr kritisch dachten wie Michel Foucault zum Beispiel.</p>
<p>Der &#8220;PoC&#8221;-Begriff, der allerdings auch in diesem Blog und von meiner Seite dummerweise zum Gegenteil führte, hat ja zunächst den Zweck, diese Kategorisierungen und Katalogisierungen wie der Insektenarten Nicht-Weißer durch Weiße zu unterbrechen und somit gar nicht, nun wieder andere zu markieren, sondern heraus zu stellen, wer normalerweise kategorisiert und wie er da tut. Da richtet den Scheinwerfer wohl verstanden auf das, was Herrschaftspraxis Weißer über Andere ist.</p>
<p>Das ist nämlich ein Riesenschritt in die Freiheit, das zu erkennen &#8211; die der Anderen UND die eigene. Eine Freiheit des Denkens, des Zuhörens, des Nicht-Verteidigenmüssens, des Geschehenlassens und vor allem auch dessen, die Wut Anderer auszuhalten, selbst wenn man individuell für die eigenen Priviliegien nichts kann. Weil es dieses Recht auf Wut Marginalisierter gibt, steht ja auch im verlinkten Text, einfach gibt. Und es geht da auch nicht nur um &#8220;Moralisierung&#8221;, sondern um Wahrheit und auch Funktionsweisen in der Ökonomie.</p>
<p>Ich finde ja auch, dass in manchen Fällen &#8211; auch bei der Übertragung auch &#8220;Critical Hetism&#8221; &#8211; manchmal so ein Slogan &#8220;Unglück für alle gleichermaßen&#8221; aufscheint, mit dem ich dann auch nichts mehr anfangen kann. Ich verstehe komplett den Impuls, der dahinter steht, für mich ist die Utopie aber immer noch die Möglichkeits des Glücks für alle gleichermaßen im Sinne der Selbstbestimmung, also der Möglichkeit der Wahl des eigenen Glücksentwurfes. Übertragen auf &#8220;Critical Hetism&#8221; heißt das dann nicht notwendig, nun keinen Spaß am Knutschen mehr zu haben als Hete, sondern sich zum einen einfach klar zu machen, dass man damit eben die Normalität zelebriert, die Anderen vorenthalten wird, ob man das will oder nicht. Und sich vielleicht zu fragen, ob man selbst da einfach was nachlebt, was alle machen, oder ob das wirklich dem entspricht, was man will. Und zudem sich auch mal zurückhalten können, wenn Andere dran sind. Das ist auch gar nicht so schwer. Ziel ist freilich Luxus, nicht Leid für alle gleichermaßen.</p>
<p>Die Konflikte entstehen ja konstant da, wo marginalisierte Perspektiven negiert werden. Deshalb kann man das auch nicht wie eine theoretische Frage behandeln; es ist eine praktische Frage, das nicht immer die gleichen zu Worte kommen und am besten noch den &#8220;Geotherten&#8221; gemeinschaftlich niederbrüllen, pathologisieren, kategorisieren, Tiraden ablassen, &#8220;wie die denn so sind&#8221;, um sie oder ihn als Person gar nicht mehr statt finden zu lassen.</p>
<p>Und wenn man dann mal &#8211; was mir auch nicht immer gelingt &#8211; von der Abwehr ablässt, wartet ein überwältigendes Geschenk: Man lernt, man erfährt, man entdeckt. Die Erfahrungen, Perspektiven, das Leid, die Lust anderer Menschen werden zuzumindest ein klein wenig zugänglich. Man löst sich aus dem Korsett des europäischen Kanon und erkundet ungeahnte Möglichkeiten, die Welt zu sehen und mit ihr umzugehen.</p>
<p>Wieso darum nun all diese kuriosen Diskussionen entstehen, es ist mir zunehmend ein Rätsel. Dafür lebt man doch. Und das gerne.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/metalust.wordpress.com/5108/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/metalust.wordpress.com/5108/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=metalust.wordpress.com&#038;blog=5632771&#038;post=5108&#038;subd=metalust&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Die taz als Hüter und Bewahrer rassistischer Üblichkeiten und Gewohnheiten</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Apr 2013 11:46:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>momorulez</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antirassismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Die taz ist ja bereits häufiger als führende Rassismus-Postille z.B. vom Braunen Mob prämiert worden &#8211; nun wechselt sie vollends auf Seiten der Neuen Rechten und feiert weiße Gewohnheiten im Herabwürdigen, Mundtotmachen, Niederbrüllen, Zensieren und der Lächerlichkeit Überführen von PoC als &#8220;Grenzen austesten&#8221;. Sozusagen Mario Barth toppen auf einem anderen Feld. Dabei natürlich nie die [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=metalust.wordpress.com&#038;blog=5632771&#038;post=5106&#038;subd=metalust&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die taz ist ja bereits häufiger als führende Rassismus-Postille z.B. <a href="http://www.derbraunemob.de/deutsch/index.htm" target="_blank">vom Braunen Mob</a> prämiert worden &#8211; nun wechselt sie vollends auf Seiten der Neuen Rechten und feiert weiße Gewohnheiten im Herabwürdigen, Mundtotmachen, Niederbrüllen, Zensieren und der Lächerlichkeit Überführen von PoC als &#8220;Grenzen austesten&#8221;. Sozusagen Mario Barth toppen auf einem anderen Feld.</p>
<p>Dabei natürlich nie die eigenen Grenzen; lieber Menschenversuche zur allgemeinen Belustigung durchführen, wie weit man gehen kann, lädt man eine Vertreterin des ISD auf ein Panel. Um sie und Solidarische im Publikum in einer Art des symbolischen Schauprozesses in die Segregation zu überführen. Nichts anderes ist es ja, sich gezielt so zu verhalten, dass man Sharon Otoo  vom Podium ekelt, dass man Räume schafft, in denen Schwarze nur um den Preis der Diffamierung sich äußern können, weil sowieso Typen wie Yücel das Rumpelstilzchen geben und sich gewitzt finden, wenn sie sich in rassistische Traditionen einreihen und permanent das N-Wort brüllen wie Kinder auf dem Schulhof, die sich einüben ins Gesellschaftssystem.</p>
<p>Diese jämmerliche, sich auch noch ganz wie Sarrazin als &#8220;tabubrechend&#8221; inszenierende taz &#8211; und das ist ja keineswegs ihr Alleinstellungsmerkmal, die anderen von DIE ZEIT bis DIE WELT machen das ja genau so &#8211; breitet nun nicht etwa im Online-Auftritt ihrer &#8220;Zeitung&#8221;, wohl eher ein Anachronismus denn eine weiterhin ernst zu nehmende Publikation, sondern im Blog einen Phrasenreigen aus, der schlicht dem Missbrauch der verwendeten Gedanken gleich kommt:</p>
<blockquote><p><a href="http://blogs.taz.de/hausblog/2013/04/25/debatte-taz-lab-ines-pohl-jan-feddersen/" target="_blank">&#8220;Moderiert wurde die Veranstaltung von unserem Kollegen Deniz Yücel, taz-Journalist und Kurt-Tucholksy-Preisträger, der bekannt ist für seine provozierenden Texte, die oft das tun, wofür die taz gegründet wurde, warum es sie gibt: Grenzen auszutesten, sich nicht unhinterfragt von Traditionen und Tabus abhalten zu lassen, neue Denkräume zu betreten – und das auch mittels Satire, die weht tut. Die taz publiziert mithin Texte, die verschrecken mögen – um neue Erkenntnisse zu gewinnen.&#8221;</a></p></blockquote>
<p>Armer Tucho. Das hat er echt nicht verdient.</p>
<p>Wen denn wohl verschrecken? Herrn Yücel, Frau Pohl oder Herrn Feddersen wohl kaum. Und was für &#8220;Traditionen&#8221; denn? In Deutschland vorherrschend ist jene des Rassismus, jahrhundertelang, strukturell und institutionell bestens gefestigt und im Alltag höchstwirksam. Wie kann denn bitte die Verwendung jenes Wortes, das, ausgesprochen oder geschrieben, als Gewaltakt genau diese Tradition verdichtet wie kein anderes, irgendein &#8220;Tabu&#8221; brechen?</p>
<p>Tabuisiert wird schwarze Geschichte in Deutschland, tabuisiert werden Geschichte und Gegenwart deutschen Kolonialismus&#8217;, tabuisiert werden schwarze Perspektiven, notfalls schreit man oft genug das N-Wort, um dieses Tabu zu festigen &#8211; und wenn nun dieses N-Wort ein neuer Denkraum wäre, warum steht es dann in Pip Langstrumpf, also Werken anno dazumal? Warum bei Cassirer, dessen &#8220;Philosophie der symbolischen Formen&#8221; aus den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts, die übrigens kritisch gelesen als Einführung in &#8220;White Supremacy&#8221; herhalten kann, wieso in Jazz-Historien bis zum Erbrechen, wieso auf der Titelseite von DIE ZEIT? Also, wenn das ein &#8220;neuer Denkraum&#8221; sein soll &#8230; aber die taz beliebt, sich lächerlich zu machen.</p>
<p>Würde sich die taz in Satiren mal Autoren wie Feddersen, Pohl, Yücel, Greiner, Scheck, diLorenzo widmen, die Borniertheit, Arroganz und die permanente Selbstaufwertung auf Kosten von Minderheiten durch genau solche Leute, wie sie es sind, annehmen, das hätte ja was. Scharfe, tabu brechende Witze über Alltagsrassisten und deren Dünkel, deren albernen Welterklärungswillen, deren Emphatielosigkeit, deren Gedankenlosigkeit und Selbstgerechtigkeit und Ignoranz &#8211; ja, auch mich und meine &#8211; immer her damit! (&#8220;Ein Ehepaar erzählt einen Witz&#8221; von Tucholsky ist z.B. eine herrliche Antwort auf &#8220;Die Wächter&#8221; in Frankreich derzeit.)</p>
<p>Aber &#8220;Grenzen austesten&#8221;, bis geladene Gäste das Podium verlassen und einfach der rassistische Normalzustand wieder her gestellt ist &#8211; das ist lediglich dumpfdeutsche Traditionspflege. Und kein Stück mutig. Der Applaus gröhlender, weißer Horden und deren innerer Pickelhaube kann ihnen sowieso sicher sein.</p>
<p>EDITH: Auf Wunsch eines Lesers noch Direktlinks zu Interventionen bei der taz im Schwarzen Blog:</p>
<p><a href="http://blog.derbraunemob.info/2011/06/10/zweiter-offener-beschwerdebrief-gegen-rassistische-glosse-in-der-taz-vom-19-04-2011/" rel="nofollow">http://blog.derbraunemob.info/2011/06/10/zweiter-offener-beschwerdebrief-gegen-rassistische-glosse-in-der-taz-vom-19-04-2011/</a></p>
<p><a href="http://blog.derbraunemob.info/2011/05/05/bevor-white-supremacy-bei-der-taz-noch-versehentlich-von-selbst-verschwindet/" rel="nofollow">http://blog.derbraunemob.info/2011/05/05/bevor-white-supremacy-bei-der-taz-noch-versehentlich-von-selbst-verschwindet/</a></p>
<p><a href="http://blog.derbraunemob.info/2010/06/25/die-taz-bewirbt-sich-auch-2010-um-den-preis-rassistischste-mainstreampublikation-deutschlands/" rel="nofollow">http://blog.derbraunemob.info/2010/06/25/die-taz-bewirbt-sich-auch-2010-um-den-preis-rassistischste-mainstreampublikation-deutschlands/</a></p>
<p><a href="http://blog.derbraunemob.info/2008/06/06/die-taz-wird-von-tag-zu-tag-lustiger/" rel="nofollow">http://blog.derbraunemob.info/2008/06/06/die-taz-wird-von-tag-zu-tag-lustiger/</a></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/metalust.wordpress.com/5106/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/metalust.wordpress.com/5106/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=metalust.wordpress.com&#038;blog=5632771&#038;post=5106&#038;subd=metalust&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">momorulez</media:title>
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	</item>
		<item>
		<title>Unsortiertes zu Yücels Plädoyer für kolonialrassistische Regime, das Erbe der &#8220;Aufklärung&#8221; und was das mit Kunst zu tun hat</title>
		<link>http://metalust.wordpress.com/2013/04/23/unsortiertes-zu-yucels-pladoyer-fur-kolonialrassistische-regime-das-erbe-der-aufklarung-und-was-das-mit-kunst-zu-tun-hat/</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Apr 2013 10:56:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>momorulez</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antifaschismus]]></category>
		<category><![CDATA[Antirassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Antisexismus]]></category>
		<category><![CDATA[Für Hedonismus]]></category>
		<category><![CDATA[Heteronormativität entwerten]]></category>
		<category><![CDATA[Kolonisierung der Lebenswelt]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Lektüreprotokolle]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
		<category><![CDATA[Saxophon]]></category>
		<category><![CDATA[Sichtweisen]]></category>
		<category><![CDATA[Subjektivierungsweisen]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Grunde genommen ja langweilig, die ewig gleichen Textbausteine von Greiner bis Roenicke, von Fleischhauer bis Tsianos, von Hacke über Scheck bis Yücel zu kommentieren. Sie verharren in ihrer selbst verschuldeter Unmündigkeit, wanzen sich ran an die Macht und hassen mutmaßlich Kommunikation, Kunst und Kreativität. Und die Freiheit des Anderen geht ihnen eh am Arsch [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=metalust.wordpress.com&#038;blog=5632771&#038;post=5104&#038;subd=metalust&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Im Grunde genommen ja langweilig, die ewig gleichen Textbausteine von Greiner bis Roenicke, von Fleischhauer bis Tsianos, von Hacke über Scheck bis Yücel zu kommentieren. Sie verharren in ihrer selbst verschuldeter Unmündigkeit, wanzen sich ran an die Macht und hassen mutmaßlich Kommunikation, Kunst und Kreativität.</p>
<p>Und die Freiheit des Anderen geht ihnen eh am Arsch vorbei. Sonst würden sie ja nicht alle den immer gleichen Marsch blasen und dazu im Gleichschritt argumentieren, triefend vor Rassismus, Sexismus, aber ausnahmsweise mal keiner Homophobie. Die aber vermutlich bei nächster sich bietender Gelegenheit im Zuge allgemeiner Besitzstandswahrung, Kritikunfähigkeit und Ego-Absicherung auch aufbricht, um sich als was Besseres fühlen zu können, so wie in Frankreich derzeit.<br />
Es ist mir jetzt zu ermüdend, über Differenzen in der Konnotation von US-Vokabular und jenem in Deutschland zu dozieren (und ich bewundere die Akribie und Geduld <a href="http://maedchenmannschaft.net/buegeln-gehen-mit-deniz-yuecel/" target="_blank">Accalmies, das so großartig zu tun</a> ebenso wie <a href="http://afrikawissenschaft.wordpress.com/2013/04/23/immer-wieder-yucel-n-worte-und-kolonialismusverherrlichung/" target="_blank">die von Halfjill</a>!!!).</p>
<p>Ebenso nervt es mich, über die Ambivalenz der Aneignung diskreditierenden Vokabulars durch Diskreditierte zu sinnieren, das von Nicht-Betroffenen so gerne diskutiert und anempfohlen wird.</p>
<p>&#8220;Schwul&#8221; ist da ja ein gutes Beispiel; es ist erstaunlich, wie häufig das Wort in abgrenzender Absicht an ganz normalen Arbeitstagen allerorten fällt, von Heten verwendet; wie angewiesen sie darauf sind, es ständig zu thematisieren, um sich als das Andere dessen zu positionieren. Ich war gestern nur einmal wieder verblüfft während meines Broterwerbs: Ständig. Dass &#8220;schwul&#8221; zu den beliebtesten Schimpfwörtern auf Schulhöfen zählt ist bekannt; ob es nun sinnvoll war, es zur Selbstbezeichnung zu nutzen? Zunehmend sehne ich mich nach von Begriffen freien Sphären des namenlosen Begehrens, das nicht den Kategorien, die zugleich Hierarchien stabilisieren, sich unterwirft. Weil das Abgrenzungsbedürfnis &#8220;tolerierender&#8221; Heten nur nervt.</p>
<p>Nun ist freilich schon der Einstieg in diesen Text dann hochproblematisch, wenn ich als weißer &#8220;Biodeutscher&#8221; in Anspielung auf Kant, &#8220;selbst verschuldete Unmündigkeit&#8221;, Yücel gegenüber die Haltung einnehme, dass ich nun natürlich in Fragen der Kunst die Weisheit mit Silberlöffeln gefressen und der Muttermilch eingesogen habe. Er ist in Deutschland geboren wie ich, wird jedoch ständig erleben, dass er im Sinne des &#8220;Migrationshintergrundes&#8221; markierbar ist &#8211; passiert mir nicht: Privileg. Nadia von <a href="http://shehadistan.com" target="_blank">Shehadistan</a> konterte neulich köstlich mit &#8220;Faschismushintergrund&#8221;, den ich als Sohn eines Pimpfes definitiv habe.</p>
<p>Würde ich nun eine Haltung einnehmen wie <a href="http://taz.de/Kolumne-Besser/!114947/" target="_blank">Yücel in seinem rassistischen Pamphlet</a> (Achtung, Triggerwarnung, schlimmer Text), wäre dies die der Neuen Rechten.</p>
<p>Er adaptiert dort  ein zutiefst kolonialrassistisches Bild: Da die Wilden und &#8220;Hysterischen&#8221; (das kann man u.a. anderem bei Michel Foucault nachlesen, was die &#8220;Hysterisierung der Frau&#8221; für eine gesellschaftliche Funktion hat; feministische KommentatorInnen werden bessere Quellen kennen), hier er, der aufgeklärte, um Kunst und Historie wissende Mann, der alles Eigene Kolonisierter in eine barbarische Vorgeschichte überführt; er, der selbstverständlich nur ausnahmsweise mal &#8220;die Contenance verliert&#8221;.</p>
<p>Das ist eine Reproduktion dessen, was sich z.B. bei Immanuel Kant findet: Der unterscheidet zwischen &#8220;Neigung&#8221;, die &#8220;natürlichen&#8221; Impulsen folgt, und sieht so u.a. wörtlich in der &#8220;Grundlegung zur Metaphysik der Sitten&#8221; die &#8220;Südseebewohner&#8221; von &#8220;Sinnlichkeit affiziert&#8221; &#8211; und der vorsinnlichen, voremotionalen usw. Vernunft, bei Kant heißt das im Falle der praktischen Vernunft Pflicht.</p>
<p>Das ist das Grundschema des Kolonialismus zudem, Kant war da nicht Ursache, sondern Symptom: Auf der einen Seite die Vernunft, die Zivilisation, die Kultur, die Fähigkeit, das &#8220;Natürliche&#8221; zu beherrschen, die Geschichte, die von weißen Männern gemacht wird &#8211; auf der anderen Seite das &#8220;Naturverfallene&#8221;, die &#8220;Horde&#8221;, nicht individualisiert, die nur kreischt und brüllt und trommelt.</p>
<p>Das ist die Perspektive, die sein Text einnimmt, der macht auch vor Pathologisierung nicht halt, und wie bei der Neuen Rechten üblich, tritt das Ganze auch noch als Totalitarismuskritik auf. Während der über den Dingen schwebende Mann nur kurz die Fassung verlor. So pflegt er sich perfekt in den bundesdeutschen Konsens ein, bemüht wie üblich die ja ungeheuer wirkungsmächtigen &#8220;K-Gruppen&#8221; und vorsichtshalber auch die Prüderie der Katholischen Kirche zur Denunziation der Geotherten.</p>
<p>Das ist freilich das Muster, das nun auch permanent spätestens seit dem 11. September im hehren Kampf gegen &#8220;Islamofaschismus&#8221; <span id="more-5104"></span>auch allen mit &#8220;Migrationshintergrund&#8221; übergebügelt wird. So einer mit &#8220;islamischen Hintergrund&#8221; solle mal nicht so sein Maul aufreißen, die müssten erst mal Reformation und Aufklärung durchlaufen, bevor sie überhaupt mitreden dürfen, so wird dann geplappert (u.a. von Herrn Gauck). Ich weiß nicht, ob Herr Yücel schon Opfer dieser Rhetorik wurde, er hat sie zumindest internalisiert als Integrationsmustermann.</p>
<p>Und glänzt ansonsten vor allem mit Ahnungslosigkeit. Erwähnt zum Beispiel den Völkermord in Ruanda, um zugleich ein ja nun so gar nicht zu romantisierendes &#8220;Vorher&#8221;, jenem vor dem Kolonialismus, zu behaupten.</p>
<p>Das ist nun gerade im Falle Burundis, des Kongo und Ruandas ziemlich interessant, wie dort ein &#8220;Vorher&#8221; historisch-tatsächlichmit Hilfe des Imports germanischer &#8220;Rasse&#8221;-Lehren umgeformt wurde (ja, googelt mal deutsche Kolonialgeschichte), so dass der &#8220;Konflikt&#8221; zwischen Hutu und Tutsi  später derart eskalierte &#8211; weil sie jeweils in einem anderen Verhältnis zu den Kolonisatoren, auch deutschen Kolonisatoren, standen. Dann traten noch die &#8220;Konflikte&#8221; um die Rohstoffausbeutung im Kongo hinzu, &#8220;Kongolesische Kriege&#8221; kann ja jeder selbst googeln, und das Radio der 1000 Hügel oder so ähnlich startete seine grauenhafte Propaganda.</p>
<p>Das sind wichtige Zusammenhänge, um das Fortwirken des Kolonialismus zu verstehen, um überhaupt darüber reden zu können &#8211; diese andeutungsschwangeren Phrasen in Yücels Text erhellen da rein gar nichts, sondern suggerieren nur irgendwas, dass die Achse des Guten sich befriedigt schmunzelnd zurück lehnen kann. Es ist schon erstaunlich, wenn einer, der wirklich witzig und sprachgewaltig Gauck geißelte, sich als dessen verkappter (und verkasperter) Bruder im Geiste erweist &#8211; der lebt ja auch von solchen inhaltlosen Suggestionen, weil die irgendwas mit Freiheit und Verantwortung zu tun haben KÖNNTEN.a</p>
<p>Haben sie aber nicht, und ganz besonders grotesk gerät wie üblich das Plädoyer für &#8220;Kunstfreiheit&#8221;. Bei Yücel tritt das auf als &#8220;Respekt vor der Authentizität von Texten&#8221; <img src='http://s0.wp.com/wp-includes/images/smilies/icon_biggrin.gif' alt=':D' class='wp-smiley' />  &#8211; ja, ich müsste da wirklich lachen, ebenso bei der Phrase &#8220;Literatur wird auf Inhalt reduziert&#8221;.</p>
<p>Weil diese Form- und Inhaltsfrage komischerweise nie eigens thematisiert wird, wenn z.B. das Werk Thomas Manns als &#8220;bürgerliche Literatur&#8221; behandelt wird &#8211; weil Form und Inhalt da halt korrespondieren: Buddenbrooks und bildungsbürgerliche Sprache plus &#8220;Dekadenzkritik&#8221;. Und Inhalt nun mal auch eine Dimension der Kunst IST.</p>
<p>Und umgekehrt die Moderne viel Kunst hervor gebracht hat, die die Pointe des Bilderverbotes, das es ja nicht nur im Judentum gibt, sehr ernst genommen hat, indem sie sich der Abbildhaftigkeit entzog, weil das Abbild fixiert, unfrei macht &#8211; etwas, was nicht-europäsiche Kunst, &#8220;afrikanische&#8221; Masken-Performances z.B., immer schon wussten und konnten, sich von der Abbildhaftigkeit durch die Kraft der Imagination zu lösen. Weil  die Künstler der Moderne, sehr beeinflusst von &#8220;afrikanischer&#8221; Kunst, um a.) die propagandistische Wirkung des abbildenden Realismus wusste, Clement Greenberg in &#8220;Kunst und Avantgarde&#8221; zum Beispiel hat es prägnant und wirkungsmächtig formuliert am Leitfaden der Stalinismuskritik und b.) sie eben nicht einfach das Gegebene reproduzieren wollten, sondern eigene Freiheitsmöglichkeiten erkundeten in eigenen ästhetischen Räumen.</p>
<p><em>Das</em> meint die Autonomie des Materials, in der Klänge, Farben, Worte sich dem gesellschaftlich Gegebenen entziehen, um es zu übersteigen und zu reflektieren. Das war Antrieb der abstrakten Kunst, aber ebenso atonaler Musik &#8211; und auch des Jazz. Das wundervolle Ornette Coleman-Zitat:</p>
<blockquote><p><a href="http://www.spiegel.de/kultur/musik/tenorsaxofon-im-jazz-zieh-deine-waffe-ich-blas-dich-um-a-759545.html" target="_blank">&#8220;Das Beste, was Schwarze über ihre Seele gesagt haben, haben sie über das Tenorsaxofon gesagt.&#8221;</a></p></blockquote>
<p>das hier noch häufiger zitiert wird, ist eben auch deshalb so wichtig, weil von Coleman Hawkins über Lester Young bis John Coltrane ein Raum sich auftat, indem man gar nicht mehr diskutieren kann, was es mit dem N-Wort auf sich hat. Töne halt, wundervoll phrasierte, virtuos zelebrierte Klänge, Phrasierungen, Zitate, Umschmeichelungen, Anrotzen, Wegdümpeln, sanft die eigenen Wunden lecken. Und trotzdem all die Erfahrung mit Degradierung, Entwürdigung, Sklaverei, Segregation und auch Infantilisierung wie auch das Transzendieren all dessen in der Musik leb- und hörbar wird.</p>
<p>In exakt diesem Sinne sind all die N-Wort-Diskussionen ja so kunstfeindlich: Sie nageln fest, wo doch erst interessante, kreative Räume, also freie Räume des Kunstschaffens entstehen könnten, wo die Stigmatisierung als gesellschaftliche Gewalt überstiegen wird und man nicht am Gewohnten klebt wie ein Kaugummi am Asphalt, ausgespuckt, getreten &#8211; formal UND inhaltlich.</p>
<p>Und wie man das macht, da ist die Musik eines Lester Young, eines Louis Armstrong, einer Billy Holiday, einer Aretha Franklin schlicht lehrreicher als ein  Text von Denis Yücel oder Thomas Mann oder gar eine Sendung mit Denis Scheck. Bei denen lernt man ja nix Neues und bleibt so unfrei, gekettet an das gesellschaftliche Klischee, dessen Wirkung man in Abschiebeknästen und beim Racial Profiling betrachten kann.</p>
<p>Das mit den dem &#8220;Respekt vor der Authentizität des Textes&#8221; ist auch deshalb so verräterisch, weil es so typisch deutsch ist: In diesem Land hat man Respekt vor Gesetzen, Gerichten, Kunstwerken, Pädagogen in Kindergärten &#8211; aber bestimmt nicht vor Personen in ihrem Personsein, Hier wird einfach alles zur Sache.</p>
<p>Gelungene Kunstwerke hingegen verdanken sich Praktiken wie Zuhören, Bobachten, Hinsehen, Sich-Einlassen auf den Gegenstand, auf Erfahrungen, die nicht die eigenen sind. Will man über die Wirkung und Funktionsweise von Rassismus künstlerisch reflektieren, verteidigt man nicht rassistische Sprache, sondern hört Betroffenen zu, sucht Wege, die eigene Position als Künstler eben nicht wissenschaftlich, sondern kreativ ins Werk zu setzen unter Vermeidung dessen, was stigmatisiertt. Würde statt jeder N-Wort-Debatte eine Kurzgeschichte, ein Gedicht, ein Song, eine Jazz-Improvisation gestaltet, die exakt das versucht, was ein Erblühen von Kreativität!!!</p>
<p>Diese inquisitorische Mundtotmachen derer hingegen, die statt des N-Wortes, also der Reproduktion rassistischer Positionen im rassistischen Regime Wege suchen, es hinter sich zu lassen, dieses Gebrülle &#8211; &#8220;Geh Bügeln!&#8221; &#8211; ist einfach das Gegenteil dessen. Imitation ist keine Mimesis.</p>
<p>Immer einen Vertreter aufs Podium einladen, der selbst erfahren hat, was es heißt, Rassimus ausgesetzt zu sein, um ihn wortreich vom Podium zu stänkern, das ist nur eines diverser Rituale in Deutschland, um Freiheit zu bekämpfen und Kunst zu verunmöglichen.</p>
<p>Kunst ist ein Kommunikationsgeschehen, und das kann nur gelingen, wenn NICHT mittels Gewaltakten wie dem N-Wort Teilnehmenden eine Position zugewiesen wird von denen, die eh schon die Macht haben.</p>
<p>Erst der Respekt vor Personen &#8211; und seien es fiktive Figuren in einem Roman &#8211; und anderen Gegenständen dessen, worauf Kunst sich bezieht, auch im selbstreferentiellen Falle, ermöglicht jene Aufmerksamkeit, die bei gelingender Kommunikation notwendige Voraussetzung ist.</p>
<p>Im Sinne Clement Greenbergs produziert Yücel stattdessen &#8230;. Kitsch.</p>
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<p>&nbsp;</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/metalust.wordpress.com/5104/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/metalust.wordpress.com/5104/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=metalust.wordpress.com&#038;blog=5632771&#038;post=5104&#038;subd=metalust&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Entrückt: FC St Pauli &#8211; 1860 München 3:1</title>
		<link>http://metalust.wordpress.com/2013/04/16/entruckt-fc-st-pauli-1860-munchen-31/</link>
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		<pubDate>Tue, 16 Apr 2013 21:22:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>momorulez</dc:creator>
				<category><![CDATA[FC St. Pauli]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist Dienstag Abend. Der Frühling hat ein wenig so getan, als sei er &#8211; ganz so, wie wir alle mal so tun, als seien wir, obgleich wir doch nur simulieren, tun als ob, in Rollenspielen und Egowahn verheddert. Die Müdigkeit schleicht, hat mich umzingelt. Donald Fagen lässt gerade Harmonien hier aus den Boxen tanzen, die [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=metalust.wordpress.com&#038;blog=5632771&#038;post=5099&#038;subd=metalust&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://metalust.files.wordpress.com/2013/04/3zu1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-5101" alt="3zu1" src="http://metalust.files.wordpress.com/2013/04/3zu1.jpg?w=630"   /></a></p>
<p>Es ist Dienstag Abend. Der Frühling hat ein wenig so getan, als <strong>sei</strong> er &#8211; ganz so, wie wir alle mal so tun, als <strong>seien</strong> wir, obgleich wir doch nur simulieren, tun als ob, in Rollenspielen und Egowahn verheddert.</p>
<p>Die Müdigkeit schleicht, hat mich umzingelt. <a href="http://www.youtube.com/watch?v=qgfi6pbW-BQ" target="_blank">Donald Fagen lässt gerade Harmonien hier aus den Boxen tanzen</a>, die aus dem Jazz entsprungen sind, dem Sound urbanen Chaos&#8217; und Schwungs mit dampfenden Gummideckeln und Hydranten wie aus der Sesamstraße, waren da welche? Ich sehe Kinder in Sommerhitze auf glühendem Asphalt spielen vor dem geistigen Augen, jemand hat den Hydranten aufgedreht, sie lachen und schreien im Strahl vor Glück- wie in mythischen Bildern auf Leinwänden.</p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=1ce8stFFCMk" target="_blank">Lester Young</a> hatte schon recht, dass es hilft, den Text zu wissen, improvisiert man zu den Songs aus dem &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Great_American_Songbook" target="_blank">Great American Songbook</a>&#8220;. Weil auch das Solo-Saxophon eine Geschichte erzählen kann, wenn es will. Vom Kloß im Hals, der fest gepropft nicht weichen will und das G2 immer zum Überblasen bringt in meinem Fall zum Beispiel, von zauberhaften Abenden in &#8220;Alma Hoppes Lustspielhaus&#8221;, da die <a href="http://www.hiddenshakespeare.de/Willkommen.html" target="_blank">Hidden Shakespeares</a>, Weggefährten und die Mutter, die Tochter und die heilige Geistin aller Hamburger Improvisationstheater und darüber hinaus ihren 20. Geburtstag feierten, diese umwerfenden Rampensäue, diese großartigen Sänger, Schauspieler, Entertainer, die mir so ans Herz gewachsen sind und die so lange auf der Bühne zusammen als Ensemble stehen wie ich meinen Beruf nun ausübe. Ja, vor 20 Jahren Praktikant und noch immer fiel mir nichts Besseres ein &#8211; stimmt nicht! Seit kurzem weiß ich was und verrate es nicht! Das Leben kümmert sich schon drum!</p>
<p>Und dann stehe ich vor dem Lustspielhaus im Vorort, war&#8217;s Winterhude oder Ependorf?, so kommt es mir vor, wie Vorstadt, mir, der zumeist nur zwischen Neustadt und Schanzenviertel pendelt und allenfalls mal Abstecher nach Eimsbüttel Süd oder Ottensen unternimmt. Vorort mit gediegenen Prachtbauten an Alsterkanälen und Fährhäuser als Naherholungsziel, für manche zentral, für mich eine andere Story in der Stadt.</p>
<p>Mit Crazy Horst, St. Pauli-Wirts-Legende (und er ist auch so!) stehe ich da, und er schwärmt nicht nur von dem Auftritt der Hidden Shakespeares, bei dem wir jeweils lachten wie seit Jahren nicht, sondern auch von der zauberhaften Stimmung auf St. Pauli am Abend zuvor.</p>
<p>Weil der FC St Pauli ja gewonnen hatte und alle so chilly-groovy-happy durch das Viertel geschwebt seien und wie auf Bordsteinen aus Samt schwebten und die Story des Sieges zur richtigen Zeit vor sich hin summten &#8230; eben entrückt. Die vom magischen FC brachten es auf den Punkt:<span id="more-5099"></span></p>
<blockquote><p><a href="http://www.magischerfc.de/wordpress/?p=7015" target="_blank">&#8220;Nach dem Spiel vor dem Stadion eine so entrückte Stimmung, als wäre man gerade Deutscher Meister geworden.&#8221;</a></p></blockquote>
<p>Weil eben auch die Mannschaft die richtige Story zum Song spielte, kraftvoll, energisch, dominant, sexy &#8211; zur &#8220;Bibel&#8221;, so heißen ja die entscheidenden Eckpfeiler, Figurenbeschreibungen Grundsettings bei  Soaps, Sitcoms und anderen Serien, bei uns gehört halt, dass, wenn eine &#8220;Rumpftruppe&#8221; inmitten eines Lazaretts gegen den auf dem Papier (und Platz) so starken Gegner antritt, sieget. Klassischer Plot in den 12, bald 13 Jahren Millerntorerleben. Und immer wieder schön!</p>
<p>Und seien wir ehrlich, nimmt man denn so eine Saison anders wahr als eine Staffel Fiction? Eine Leib- und Magenserie? Eine, die zwischen Hochspannung und Schmierenkomödie, Schurkenstück (Der Schiedsrichter! Der Gegner, der sich immer fallen ließ!) pendelt und manchmal den Liebesreigen. an Abenden wie Samstag, eher die ruhigere, entspannte, reifere Form als die explosiv-leidenschaftliche Variante wie beim Heimspiel zuvor beim Tschauner-EinmalimLeben-Tor, entfaltet und zum Jubel animiert?</p>
<p>Die Hidden Shakesspeares verdichten all das an einem Abend, eine Fussballmannschaft zieht es mal quälend, mal genußvollvoll &#8211; und -fähig, weil die auf den Rängen gar nicht genug bekommen können, halt über 34 Spieltage hin (mit manchmal ein wenig Pokal on top).</p>
<p>Will die Helden des Spiels Thy und Daube nicht noch einmal beschwören, das haben andere schon vortrefflich getan (<a href="http://www.stpaulinu.de/germany-bundesliga/jugendstil-auf-st-pauli" target="_blank">und es ist natürlich dummes Zeug, dass nun ausgerechnet der Schatten von Ebbers oder gar Bruns auf denen gelastet haben soll, liebes stpauli.nu</a>, Umfaller, Wendehals, #brunsmussbleiben !), Bartels wurde für seine zwei Tore viel zu wenig bejubelt &#8211; auch, weil er den Refrain eines guten Millerntor-Abends auch ohne Worte so vortrefflich intonierte. Da reicht ja oft ein kurzer Hook, eben das &#8220;So nicht!&#8221; gekonnt phrasiert nach dem Anschlusstreffer der Löwen, um die Melodie schlüssig erscheinen zu lassen und alle zum Mitsingen zu bringen. Sitzt das, können allerlei Verzierungen, Improvisationen, Tonartwechsel und Broken Chords drumherum arrangiert werden. Haben die Jungs prima gemacht!</p>
<p>Und man kann sicher sein: Alle summen den Song noch auf dem Nachhauseweg, dem Staffelfinale ein klein wenig entspannter entgegen schlendernd, Bochum fest im Visier &#8230; um jenes Spiel um Liebe, Drama, Rausch, Ernüchterung und Wahnsinn auf neue Höhen zu heben oder im Bühnenboden versinken zu lassen. Oder auch das Publikum einbeziehend, vielleicht die Gästefankurve beim VFL, also die unsere, zum Gospelchor mutieren zu lassen, der &#8220;Oh Happy Day&#8221; anstimmt als Verbeugung vor denen, die das viel besser singen können &#8230;</p>
<p>Bei den Hidden Shakespeares ist eines der Formate, um das herum sie kurze Lacher wie komplexe Plots gleichermaßen improvisieren, dass sie sich von Romanautoren Anfänge schreiben lassen. Diese werden ihnen versiegelt auf die Bühne gereicht, und sie legen los &#8230;</p>
<p>Welche Anfänge wohl die nächste Staffel einläuten werden? Veröffentliche gerne Vorschläge.</p>
<p><a href="http://www.stpaulinu.de/germany-bundesliga/abschied-fur-ebbe-und-flo" target="_blank">Zunächst freilich heißt es Abschied nehmen. Mit Teddybären</a>.</p>
<p>Was ja gar nicht der Rockstar-Abschied ist, muss Stpauli.nu schon wieder widersprechen &#8211; mit Heroin im Blut auf irgendeiner Toilette am eigenen Erbrochenen zu ersticken, darum geht es ja zum Glück nicht.</p>
<p>Teddybären, das wirft Mann  ja eher auf Boygroups von den Beatles bis Take That, und spätestens nachdem mir nach all dem Jazzhören Metallica-Sounds im Stadion wie nackte, sinnlose Gewalt erschienen, ist ein &#8220;Back for Good!&#8221; oder auch &#8220;We love you, yeah, yeah!&#8221; eh viel angemessener als Rockscheiße.</p>
<p>Oder mal wieder Jackson Browne ausgraben?</p>
<p>&#8220;<a href="http://www.youtube.com/watch?v=d3bUg8wsgVE" target="_blank">Why don&#8217;t you stayyyyyyyyyyyyyyyy &#8230;</a> &#8221; &#8230; bitte &#8230;</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/metalust.wordpress.com/5099/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/metalust.wordpress.com/5099/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=metalust.wordpress.com&#038;blog=5632771&#038;post=5099&#038;subd=metalust&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Die Saxophon-Dialoge, Teil 7 (Nachtzug nach Erfurt)</title>
		<link>http://metalust.wordpress.com/2013/04/10/die-saxophon-dialoge-teil-7-nachtzug-nach-erfurt/</link>
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		<pubDate>Wed, 10 Apr 2013 21:29:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>momorulez</dc:creator>
				<category><![CDATA[Saxophon]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage mich manchmal, was wohl wäre, wenn ich im Koffer meines &#8217;52er-Tenorsaxophons der Marke &#8220;Akustik&#8221; aus der ehemaligen DDR ein vergessenes Tagebuch gefunden, mich in es vertieft hätte, in fremde Leben &#8211; meines in Frage stellend? Oder einen rätselhaften Brief, vielleicht ein Klassenfotos, auf dessen Rückseite mit bräunlich verblichenen Lettern &#8220;Erwin war&#8217;s! Ich vermisse sie [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=metalust.wordpress.com&#038;blog=5632771&#038;post=5097&#038;subd=metalust&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://metalust.files.wordpress.com/2013/04/20130410-221840.jpg"><img src="http://metalust.files.wordpress.com/2013/04/20130410-221840.jpg?w=630" alt="20130410-221840.jpg" class="alignnone size-full" /></a></p>
<p>Frage mich manchmal, was wohl wäre, wenn ich im Koffer meines &#8217;52er-Tenorsaxophons der Marke &#8220;Akustik&#8221; aus der ehemaligen DDR ein vergessenes Tagebuch gefunden, mich in es vertieft hätte, in fremde Leben &#8211; meines in Frage stellend? </p>
<p> Oder einen rätselhaften Brief, vielleicht ein Klassenfotos, auf dessen Rückseite mit bräunlich verblichenen Lettern &#8220;Erwin war&#8217;s! Ich vermisse sie so &#8211; das Schwein!&#8221; geschrieben stünde. Letzteres nebst einer Todesanzeige, &#8220;Rosemarie Olschewsky&#8221;, verstorben am 15. 5. 1989 in Marktneukirchen, Thüringen. </p>
<p>Ob ich mich dann wohl paralysiert und fasziniert  in den Nachzug nach Erfurt gesetzt hätte? </p>
<p>Ahnend, dass dieser plötzliche Aufbruch, bei dem ich alles stehen und liegen ließe, irgendwann mit einem europäischen Starensemble verfilmt würde, schrübe ich darüber? Charlotte Rampling als Rosemaries Mutter und deren Affäre mit einem Stasi-Offizier, die in tragischen Verwicklungen Erwins Tat motivierte? </p>
<p>Gewappnet mit den Mitteln der Bewusstseinsphilosophie bin ich schon auch ein wenig, wobei mir so eine Knaller-Metapher wie &#8220;Brille geht kaputt, der gebrochene Held bekommt eine neue Brille = er sieht die Welt mit neuen Augen&#8221; und zudem auch glatt seinen Urlaubsflirt, die Optikerin, bestimmt nicht einfiele. </p>
<p>Obwohl in Kraslice jenseits der Grenze zur damaligen CSSR bestimmt auch Widerstandsgruppen aktiv waren  und Rosemaries Mutter ja vielleicht während des &#8220;Prager Frühlings&#8221; &#8230; na, auf ein philosophisches Prachtwerk wie jenes Peter Bieris alias Pascal Merciers kann ich nicht zurück blicken. Hab nur mein Blog. Jean-Paul Sartre hat mir aber, glaube ich, anderes erzählt als ihm &#8230; zum Beispiel, wieso es philosophisch relevant ist, wenn man schwitzt und ein Hemd auf der Haut kratzt. Wobei so was im &#8220;Nachtzug&#8221; auch vorkommt. Der Held ist auch vorsichtshalber von chronischer Schlaflsigkeit gebeutelt. Das macht Figuren interessanter und sorgt für Emphatie.</p>
<p>Wobei im &#8220;Nachtzug nach Lissabon&#8221; ja dieses Motiv &#8220;Freiheit von&#8221; versus &#8220;Freiheit zu&#8221; auch durchgespielt wird &#8211; in der Verfilmung etwas krude, beim Buch bin ich auf Seite 130 stecken geblieben, da weiß ich nicht, was noch kommt. </p>
<p>Was ja viel mit dem Saxophonspielen zu tun hat. Entweder man, also ich, spielt es oder hört nur zu &#8230; um den Geschichten von Sonny Rollins, Dexter Gordon, den Visionen von Trane mit anderen Ohren zu lauschen, nimmt man, also ich die Tröte und vollzieht noch intensiver deren Genie nach. Weil man, also ich, so weit davon entfernt ist.</p>
<p>Was man, also ich, so alles tat, um mir die Welt vom Hals, buchstäblich vom Leib zu halten &#8230; überblase im Moment immer das hohe G. Mein Lehrer sagt, mein Hals &#8220;mache da dicht&#8221;. Denn, was mein Musikpädagoge einst, der von früher, mir nie vermittelte: Saxophon spielt man mit nicht nur mit den Lippen, sondern mit dem Rachenraum. Und ich scheine so eine Art chronischen Kloß im Hals zu haben. Vor allem hohen beim G. Der löst sich allmählich. Manchmal weine ich fast, und das tut gut.</p>
<p>Wie die ganzen Körperspannungsverhältnisse sich lockern und umstrukturieren, wenn man, also ich, regelmäßig in so ein Horn pustet &#8230; so im Laufe des Lebens hat man, also ich, mir ja angewöhnt, stets die Abwehr des nächsten Urteils vorweg zu denken, der nächsten Intervention von Kunden in das, was ich für richtig halte, dem nächsten Banken-Ranking &#8230; also, irgendwann ziehen sich, verstärkt durch Computertastaturbedienungshaltungen, die Brustmuskeln zusammen, die werden tatsächlich kürzer, die Schultern gehen nach vorne, der Kopf senkt sich, stets zum Gegenangriff bereit, auf das fixiert, was man, also ich, mal wieder zu vermeiden und zu verhindern suche &#8230; und plötzlich spiel ich einfach, was ich will. Tut gut. Jenseits der Notwendigkeit angekommen nutzlos tuten. Toll.</p>
<p>So steht man, also ich da, mit Goldie Horn, meinem Hauptinstrument, um den Hals gehängt einfach so da und muss das Zwerchfell anspannen, mich aufrecht hinstellen, den &#8220;Hals aufmachen&#8221;, die Lippen locker lassen und darf diesem Wunderhorn Jauchzen entlocken &#8230; und jauchze mit. Bis das hohe G überbläst.</p>
<p>Das ist gerade angesichts des Bankenrankings ganz interessant. Firmen erhalten ja auch so was. Das setzt sich zusammen aus Jahresabschluss, Kontoverhalten, regelmäßigem Bedienen der Kredite, Eigenkapital und Branche. Ich weiß nicht, ob Herr Mercier alias Peter Bieri später noch auf die darin enthaltene Anthropologie eingeht in seinem Roman, aber Philologie-Lehrer mit genug Geld auf dem Konto, so einer ist ja der Held im &#8220;Nachtzug&#8221;, interessiert das vermutlich nicht so sehr. Während ich im Gespräch mit der Bank ausrief &#8220;Das bestätigt ja ganz die Gesellschaftstheorie Luhmanns!&#8221;, diese anhand von irgendwie codierten Kommunikationsparametern erzeugten Pattern, die Eigenwuchs entfalten und auf die Bewusstseinsleistungen gar keinen Einfluß haben &#8230; nur dass man Bankenrankings nicht auf dem Saxophon spielen könnte. Da gibt es auch Patterns, Licks, Skalen usw., aber so was kriegt man vielleicht am Klavier hin, aber nicht mit dem Saxophon. Das ist zu individuell.</p>
<p>Man kann gegenüber diesen Kommunikationspattern mit Macht über das eigene Leben auf Abwehr gehen, sie hin nehmen, sich daran orientieren, unseres sieht auch okay aus, aber es ist eben doch das Gegenteil von der Musik, an der man, also ich und alle anderen, spielend TEILNEHMEN können. Deshalb wird in diesem Land so selten gemeinsam musiziert, mal einfach so zwischendurch. Das wäre ja die &#8220;Freiheit zu &#8230;&#8221;. Das war immer die Kritik von Habermas an Luhmann: Dieser würde nur die Beobachter-, nicht jedoch die Teilnehmerperspektive erhellen &#8230; sollte man sacken lassen, was das heißt.</p>
<p>Das macht ja auch das Geschmäckle der &#8220;Nachtzug&#8221;-Verfilmung aus: Da lauscht &#8211; beobachtend &#8211; Jeremy Irons Folteropfern und neidet denen ihr intensives Leben &#8230; weil er sich so langweilig findet. Urgs.</p>
<p>Immerhin habe ich eine irgendwie versteckte Mini-Disc im Koffer meines Goldie Horn entdeckt. Goldie Horn kommt eigentlich aus Taiwan, aber der Koffer, den habe ich dazu bestellt &#8230; muss mal checken, wo diese Firma sitzt, die den her gestellt hat. Und meine Mini-Disc-Player irgendwie wieder in Gang bringen. </p>
<p>Und dann noch dieser Typ, der sich vorhin fast vor den Bus geschmissen hätte &#8211; konnte ihn gerade so zurück halten. Er verschwand, und ich fand mich an der Bushaltestelle mit seiner Jacke in der Hand alleine wieder.</p>
<p>Wenn ihr wüsstet, was ich da in der Jackentasche entdeckt habe &#8230;</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/metalust.wordpress.com/5097/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/metalust.wordpress.com/5097/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=metalust.wordpress.com&#038;blog=5632771&#038;post=5097&#038;subd=metalust&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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