Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Kategorie-Archiv: Allgemeines

Ich hab geträumt heut nacht, die ganze Nacht heut nacht …

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… von Meeren trauter Wunderkerzen und von Menschen, die sich freuen.

Und doch, die DFB-Kampagnen und Gerichtsbarkeitssuggestionen gegen Mündigkeit und Selbstbestimmung handlungs- und urteilsfähiger Individuen reihen sich nahtlos ein in Bonus- und Maluspunktsysteme an Universitäten, Rauchergesetzgebungen und ähnlichen Kladderadatsch. Erdacht ist dieser von Menschen in Großorganisationen.

Das sind jene Orte und Strukturen, wo sich verselbstständigende Kommunikationserzeugungen irgendwann eine Eigendynamik entfalten, die notwendig Unsinn hervor bringt. Weil sie an irgendeinem Punkt Gesetzmäßigkeiten folgt, die überhaupt nur noch in diesen Organisationen selbst verständlich bleiben, ansonsten entkoppelt von jedem Weltbezug einen Terror ganz eigener Art entfalten. Ob nun in der Katholischen Kirche, Polizei- und Verwaltungsapparaten oder auch politischen Parteien. Diese kuriosen Kommunikationswolken, mit Donner und Blitz bewehrt, weisen Personen Positionen in den Großorganisationen zu und erdenken ein zu beherrschendes Außen. Und nach oben in ihnen wird gespült, wer am bravsten offenkundigen Unsinn verbreitet und sich am wenigsten von Realitäten dabei irritieren lässt. (das war jetzt alles Niklas Kuhmann light). Zumindest nach Außen. Um im Hinterzimmer ganz anderes zu behaupten; man wird da nur was, wenn man um die Lüge weiß, wie jeder Jurist mir bestätigen wird.

Meine Verwandten in der DDR einst, konfrontiert mit den Gedankenwelten des Psychonalytikerzweiges meiner Familie, referierten oft über die doch bestimmt mit Begriflichkeiten aus der Psychopathologie nur zu begreifenden “zwei Wahrheiten”, die in dem “Arbeiter- und Bauernstaat” Alltag waren. All die offiziellen Doktrinen, die in Schule, FDJ und überhaupt Öffentlichkeiten nachgebetet wurden – während zu Hause am Küchentisch das Gegenteil gesagt wurde.

Will man wissen, wie das funktioniert, muss man nur die Verlautbarungen des FC St. Pauli-Sicherheitsbeauftragten Sven Brux im St. Pauli-Forum lesen. Nachdem ich das tat,, möchte ich gar keine Aktionen gegen Homophobie mehr von ihm unterstûtzt sehen, die er gegen Wunderkerzenverbotsproteste ins Feld führt. Was mich wahnsinnig ärgert, diese Instrumentalisierung des Themas auf dem Rücken Betroffener.

Dann würde er nämlich über diese perfide Taktik nachdenken, die die Apparatschiks vom DFB fahren, die ja verblüffende Parallelen zu denen der Homophoben, der Rassisten, der Sexisten usw. aufweisen in weniger ganze Leben umgreifendem Sinne. Schreibe gerade am iPad und bin zu doof, das hier zu verlinken.

1.) Man halte die Unterworfenen durch ein “ihr steht unter Beobachtung!” im eigenen System gefangen. Z.B. im Falle des Schwulenhasses hat das eine gewaltige und höchst gewalttätige Tradition: Seitdem irgendwelche Psychiater “Homosexualität” als klinisches Phänomen erfanden, wuchs die beobachtende Literatur drumherum ins Unermessliche. In der Ethnologie wurde vermeintliches Wissen über die “Wilden” angehäuft. Bücher über die “hysterische Frau” füllten Bibliotheken. (ich bin gerade zu Michel Foucault gewechselt).

Mache Dich zum Bobachter, erfinde Zwangsmittel, rüste Dich mit den Sanktionsbefugnissen einer Großorganisation aus und sorge dafür, dass die Leute sich dazu verhalten.

So funktioniert Macht, und was das mit Menschen macht, kann man dann bei Sven Brux nachlesen. Diese Struktur “doppelter Wahrheit” schreit einen da ja geradezu an, im Forum heißt se “Taktik”; sie wird auch öffentlich-rechtlichen Journalisten, Blattmachern, Arbeitsagenturmitarbeitern und Versicherungsgutachtern bestens vertraut sein.

2.) Operiere mit unsäglichen Behauptungen, auf dass alle sich damit beschäftigen und nur noch darauf beziehen, in Abwehr in argumentativen Zurückweisungen aufgerieben sind. Da mögen Wunderkerzen noch ein relativ harmloses Beispiel sein; aber wie ein Sven Brux auf einmal Argumentationen zum Thema “Wunderkerzen” auffächert, getrieben von den Kommunikationswolken poststalinistischer Organisationen wie dem DFB – poststalinistisch meint hier, dass sie gelernt haben, dass Einsperren teurer ist als Aussperren, insofern ist die “Festung Europa” poststalinistisch, der industrielle Gefängniskomplex in den USA nicht -, das verblüfft. Ebenso, dass Blogger in Reaktion lange Argumentationen auffächern, die darauf reagieren. Damit hat der DFB schon gewonnen, weil er durch die Diskursvorgabe die Kommunikationswolken strukturiert, in denen sich Individuen positionieren.

Das nun zu den Antidiskriminierungsdiskussionen in Relation zu setzen ist nicht zu konstruiert. Die Geschichte der Marginalisierung ist immer die von unsinnigen Behauptungen über Marginalisierte – und immer mit dem Effekt, dass deren Verhalten dadurch geformt wird, diese zurück weisen zu wollen. In der Homo-Ehe belegen wollen, dass man gar nicht schrill, promisk, pervers, krank, unnatürlich und “unanständig” ist usw. – das kann man jetzt durch alle Felder durchdeklinieren, in denen es eine Rolle spielt.

Auch ein Sarrazin und ein Buschowsky haben das gelernt, durch vermeintliche “Wissens”anhäufungen Diskussionen zu steuern – wer glaubt, eine argumentative Zurückweisung mache da Sinn, ist schon drin.

Ich hab geträumt heute nacht. Geträumt davon, dass man sich auf die Vorgaben einfach nicht mehr bezieht. Klar, sie sind mächtiger – dann sollte man aber auch über nackte Macht und deren Missbrauch reden und nicht so tun, als gäbe es da irgendwas zu diskutieren. Dass man stattdessen Gegenbilder, so starke, erzeugt, dass all die menschen- und freiheitsfeindlichen Apparatschiks als das da stehen, was sie sind: Wilhelminische Piefkes, geil auf strukturelle Gewalt, weil sie mit ihrem Leben offenkundig nichts Besseres anzufangen wissen.

Vielleicht schreibt Christian Wulff über all das ja gerade ein Buch.

Vom Überwinden der Scham

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So als Kritiker von Leistungs- und Nützlichkeitserwägungen, als Verfechter des freien Spiels der Liebe zum Erlebnis will ich mal den echt niedlichen Schiedsrichter, Christian Leicher, loben. In eben diesem Sinne war es wohl zu deuten, dass er uns dieses Geschenk so kurz vor Schluss machte. Nee, dachte er sich, will man die instrumentelle Vernunft (Horkheimer), die letztlich irrational werdende Zweckrationalität (Max Weber), die funktionalistische Vernunft der Systemimperative, die der Logik des instrumentell über einen Gegenstand Verfügens folgen (Habermas), wirkungsvoll dekonstruieren, dann bleibt nur das: Die klare Aalener Überlegenheit in Halbzeit 2 auszulachen, indem man einen “kann man geben, muss man aber wirklich nicht!”-Elfmeter pfeifft.

Ich muss hier gerade so klugscheißern, damit Publikative auch weiterhin meine Kommentare nicht frei schaltet. Bruttoinlandsprodukt. Ich lach mich kringelig. Weil mir zudem heute ein “Verständlichkeitslauf” diagnostiziert wurde. Die daraufhin entstandenen Risse im Selbstbild muss ich nun kitten.

Dabei war es wirklich schön, heute in geballter Social Media-Offensive gemeinsam Fussball zu schauen: Mit @kleinertod und @gegengeraden-gerd samt Begleitung und @ring2 bzw. @stpauli.nu gemütlich in der O-Feuer-Bar bei lecker Bier sich ein echtes Scheißspiel schön zu saufen.

So entwickelte ich bierselig vollstes Verständnis dafür, dass Thy, Gogia und Gyau vollauf damit beschäftigt waren, sich mittels Mentaltechniken auf das nächste Spiel vorzubereiten. Sie leuchteten förmlich bei ihren Imaginations- und Visualisierungsübungen von Zuckerpässen, präzisen Flanken und genialen Treffern – wir können uns schon mal freuen! -, blieben so voll und ganz auf eine bessere Zukunft konzentriert. Sich auf die triste Gegenwart zu fokussieren führt ja auch nur dazu, dass sie sich unaufhörlich wiederholt. Und sie konnten auch eine Halbzeit vollkommen darauf vertrauen, dass unsere Defensivspieler die Offensivarbeit gleich mit übernehmen. Das klappte deshalb so gut, weil die Aalener in Halbzeit 1 vor allem mit Umfallen beschäftigt waren. Die mit gelb geahndete Schwalbe des einen Herren in Schwarz-Weiß gestreift war natürlich die im Sinne des Karmas auslösende Ursache für den späteren Elfmeter. Ach, und es ist nicht nett, Herr Frontzeck, dass Sie Florian Bruns nicht eingesetzt haben, nur weil, ganz grober Patzer der sportlichen Leitung, dessen Vertrag nicht verlängert wird. Mit Bruuuuuuuns auf der 10er-Position hätten wir zur Halbzeit souverän 4:0 geführt inmitten wie Kegel kippender “Reichsstädter”.

Aber so halt lieber einen auf spannend machen, na, ich weiß ja nicht.

Und dann kam “der Japaner”. Ja, auch das ist Alltagsrassismus, lieber Herr Sky-Off-Daherquatscher, alle mit Namen zu nennen, aber Takuma Abe immer nur “der Japaner”. Bei Florian Kringe haben Sie ja auch nicht “der Deutsche” oder bei Gyau “der Amerikaner” gesagt. Abe war echt gut, der mentale Ausstieg unserer Offensive zeigte ergänzend Wirkung, zeitweise war das reine Abwehrschlacht – und Frontzeck rehagelte, wie @ring2 richtig anmerkte, indem er mit Daube einen dritten Sechser auf den Platz schickte, anstatt die Offensive zu beleben. Als Boll und Ebbers kamen, verschaffte das der Defensive Entlastung und uns so kurz vor Schluß den spielentscheidenden Elfmeter.

Als Aalener Fan wäre ich vermutlich völlig ausgerastet, würde Blogtexte darüber schreiben, dass Christian Leicher, der niedliche Schiri, sich doch mal Gedanken darüber machen solle, was für ein Gerechtigkeitsempfinden junge Menschen, die so was sehen, entwickeln würden.

Doch so … die Gedanken schweiften tatsächlich zurück in die Regionalliga, ein Spiel gegen Neumünster, wo ein entscheidender Elfmeter uns den Arsch rettete und ich mich auf den sooooooooo sehr vermissten Holzbänken der alten Haupttribüne echt schämte.

Aber man wird älter, wird reifer und überwindet die Scham :D … schön war’s, zu jubeln, zu lachen, in Arme zu fallen und grienend mit Freunden durch die Stadt, die ich liebe, nach Hause zu gehen!

“Jongliere mit Deinen Zielen!”

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Ich habe geleuchtet, ich habe geschwelgt, ich habe geliebt. Und leuchte, schwelge und liebe. Es haben so viele so tolle Worte gefunden, da wäre jedes von mir nur Aufguss gewesen. Und ich merkte zudem, still will ich nicht genießen, aber doch nonverbal.

Klar, es geht um den wundervollen Abend letzte Woche Freitag am Millerntor, als Chöre auf allen Flächen, den neuen, den alten, rund um das heilige Grün erschallten und frohlockten, die neue Gegengerade zeigte, zu was sie fähig sein würde – und die Jungs auf dem Platz erst! Was haben die ein Spiel auf den Rasen gezaubert, ja, nicht umsonst ist vom Magischen FC die Rede nicht nur im Falle eines befreundeten Blogs.

In welchem Hotel irgendwo im süddeutschen Nichts sie wohl gerade mit der Playstation spielen, Musik hören und sich eingrooven auf den heißen Tanz morgen? Vor dem letzten Spiel waren sie meine Nachbarn fast, zwischen Musikhalle und Oper einquartiert, gegenüber des Gängeviertels, und genossen nicht nur den Anblick meines Hundes beim morgendlichen Lauf, sondern auch den Weg durch Wallanlagen und Planten & Blomen wohl – erlebe ich ja als meinen luxuriösen Vorgarten, heißgeliebt, mein Lebensraum, wenn nur der Knast mit Parkblick da nicht wäre. Da liefen sie mir nämlich über den Weg.

Das Leuchten des Freitags hielt an, das Bier schmeckte wohlig herb nach und das Wundervolle des Erfahrens beseelte sogar die Übe-Sessions mit dem Saxophon. Es ist so dermaßen cool, in Tönen zu schwelgen und all die Notenkämpfe von einst durch das freie Tröten zu ersetzen und ganz und gar eins mit dem Sound, den ich gestalte, inmitten des Lebens zu stehen, zu wippen, zu tröten und in Hingabe ans Geräusch den eigenen Rhythmus zu finden! Eines Tages werden hier Sax-Improvisationen als Spielberichte erscheinen. Das “Huhu” aus Song2 übe ich schon :D

Um mich von all dem Bewerten – “Gott, spielst Du lahm, hör Dir mal lieber “Giant Steps” von Coltrane an!” – und ähnlichem Spuk im eigenen Hirn zu lösen hat mir das Leben mal wieder wundervolle Bücher geschickt. Richtig, richtig gut ist “Der Mozart in uns” von Barry Green und W. Timothy Gellway. Der offene Brief an die Mannschaft war unter anderem von diesem Werk inspiriert, die Überschrift dieses Eintrages gerade ist daraus eine Kapitelüberschrift (Frauenfeld 2000, S. 73). Es ist die Übertragung der Gedanken eines Buchs über das Tennisspielen auf das Musizieren und darüber hinaus auch ein wenig eine Anleitung zum Glücklichsein – wie man sich von all den inneren Kritikern und ständig quatschenden Stimmen löst, um zu seinem inneren Spiel zu finden.

Gestern habe ich die Passagen zu verschiedenen Arten der Zielsetzung gelesen und wurde verblüfft. Weil einem das so schön erläutert, wie zugenagelt und verbrettert man wird im staatlich reglementierten, realkapitalistischen Alltag. Bonus- und Maluspunkte gibt es ja nicht nur in Studiengängen, und passt man nicht auf, erwacht man eines Tages zwar nicht als Käfer, aber als Maluspunkt.

Die Autoren unterscheiden zwischen Lernzielen, Ausführungszielen und Erlebniszielen. Ausführungsziele: Bezogen auf die Musik also z.B.: “Giant Steps” von Coltrane fehlerfrei nachspielen. Ich meine, wer sich solche Ziele setzt, hat echt selbst schuld :D … oder halt “Donna Lee” vom Blatt mit all den richtigen pp und ff < und so.

Lernziel wäre, selbst so grandiose Improvisationen hinzukriegen – nur eben solche, die dem eigenen, inneren Spiel entsprechen.

Erlebnisziele, das kann sein, sich einfach wohlzufühlen, wenn man doch nur "House of the rising sun" zum Playalong spielt – zugleich aber, die Musik selbst zu erleben mit allen Erfahrungsdimensionen, die möglich sind. Die sind bei "Tristan und Isolde" halt etwas komplexer.

Ich behaupte mal, dass in dieser bundesdeutschen Apparatschik-Kultur zu 80% Ausführungsziele Beachtung finden, zu 15% Lernziele, die politisch noch nicht mal gewollt sind, und vielleicht zu 5% Erlebnisziele. Die nur dann erlaubt sind, wenn dafür bezahlt wird, dass man zugleich etwas konsumiert. Musicalwochenende in HH. Sonst gibt es Platzverweis, oder Strom und Wasser werden abgestellt.

Das hat viel mit dem zu tun, was Karl Marx "entfremdete Arbeit" nannte. Weil irgendwann ALLES zur Arbeit im Sinne gelungener Ausführung wird, wenn man nicht aufpasst. Und sonst nichts bleibt.

Dabei klappt die Ausführung doch viel besser, wenn das Erlebnis stimmt. Genau darin liegt doch der Hauch der Utopie bei Spielen wie jenem am letzten Freitag. Allein der Gesichtsausdruck von Kalla, als er nach dem Spiel einer ausgewählten Person im Publikum sein Trikot überreichte nach dieser so unglaublich souveränen Rockerei in der Innenverteidigung!

Hey, Erlebnisqualität IST Zentrum gelingenden Lebens, nicht das total gewordene Funktionieren des Regelauslegens und -befolgens, bei dem man nichts lernt und das doch wie eine Zwangsjacke all die Möglichkeiten abschnürt, die Erfahrung erst zur Erfahrung macht.

Bin mir aber sicher, dass die Boys in Brown morgen in Aalen wieder das Erlebnis suchen werden, dass wie wir auf den Rängen sie sich ganz in das Spiel verleben und die Magie leben wollen, die Passspiel, Kampf und Tore entfesseln können. Als Erlebnis, nicht Ausführen eines Plans.

Auf dass wir wieder danach alle leuchten … alle zusammen und jeder für sich, der beim Nippen am Bier aus dem Florian Bruns-Becher abends auf dem Sofa das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekommt … an dem Rahmen für die Bruuuuuuuuuuuuuuns"-Sax -Impovisation erlebe ich schon herum und lern was dabei. Dann klappt auch das mit der Ausführung irgendwann wie von selbst.

Ein paar Sylt-Eindrücke …

auf Wunsch bei Twitter soeben :) – ich liebe diesen endlosen Strand, den Blick bis zum Horizont, den Wind, die Wellen, die Luft, die Dünen, das Karge, Reduzierte, das Laufen …. für mich einer der schönsten Orte der Welt. Frohes Neues Jahr!

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Vorwärts, und nicht vergessen …

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… wohin unsere Reise geht – beim Hungern und beim Essen: Die Solidarität!

Denn die Entsolidarisierung altlinker Lügenbolde, Ignoranten und anderer Drecksäcke bleibt unvergessen. Drum suchen wir doch da, wo sich anknüpfen lässt: Indem wir zu Sylvester Sylvester hören, zum Beispiel. In die Musik und den Gesang von Donna Summer hinein lauschen, Rest in Peace! Sie ist bei uns und weist uns Wege.

Schluss mit Antifa-Folklore und ständiger Belehrung derer, für die zu agitieren die postautonom Kostümierten vorgeben – hinein ins Leben und das Wissen darum, dass Mensch “Freiheit!” eben immer noch nicht den Liberalen zum Verzerren und Entsorgen überlassen darf und trotzdem Sicherheit auch jene vor ungebührlichen und antidemokratischen Umtrieben der Exekutive und anderer Großorganisationen bedeutet.

Die Freiheit liegt in Queer-Feminismus, Critical Whiteness, Empowerment, wohl verstandenem, individualrechtsbasiertem Sozialismus und dem Wissen, dass Rechte eben gar nix Formales sind. Sondern etwas, das Mensch tanzen kann. Weil es ums Glück geht. Für alle gleichermaßen. Die Exkludierten, Herabgewürdigten, Ein- und Ausgeschlossenen, Diffamierten und Diskreditierten bitte zuerst. Eines Tages wird auch gelingende Intersubjektivität gelebt werden.

Danke an alle, die hier lasen, diskutierten, hierher verlinkten – ganz besonders an Hannah und Qwertzu, weil sie nicht locker ließen. Danke an Noiseaux für das großartige Album, das für mich sozusagen das Ereignis des Jahres in positiver Hinsicht war. Jetzt kaufe ich mir sogar wieder ein Saxophon.

Danke an die tollen St. Paulianer, mit denen ich so viel Zeit verbringen darf, die Bezugsgruppe, die Desorganisierten, die Blogger und Twitterer und Gesprächspartner auf eine Zigarette bei mir im Büro – und den Verein kriegen wir irgendwie auch wieder auf die Höhe der Zeit. Wird noch sehr viel Arbeit, aber wenn wir uns an der Spielweise von Florian Bruns orientieren, dann kriegen wir das schon hin :)

Danke an alle, die sich auf die Wirrwege, Irrungen und gezielten Chaotisierungen dieses Blogs eingelassen haben, all die Crossover und Suchbewegungen.

Dank auch an jene, die weg blieben, dafûr, dass sie weg blieben.

Wünsche allen ein wundervolles 2013 – einfach ein bißchen mehr auf das konzentrieren, was wir wollen und nicht immer nur auf das, was wir nicht wollen, und wir kommen dem dann auch näher. Davon bin ich überzeugt! Denn unsere Ideen sind die besseren.

Facebook-Präsenzen

Ich verweise noch einmal auf meine Facebook-Ableger, weil sich auch Diskussionen zunehmend dort parallel abspielen:

Metalust und Die Desorganisierten St. Pauli.

Wie das “Neue Deutschland” und die Vopos …

Gewitzte Vertreter des journalistischen Mittelstandes beklagten jüngst bei Facebook das Fehlen “bürgerlich-liberalen” Pressewesens in der geliebten Hansestadt. Zu meiner Verwunderung, weil es an Verbürgerlichung nun wirklich nicht mangelt, begreift man diese im Sinne von Sittsamkeits- und Anstandforderungen und Tugendlehren, an ganze Bevölkerungsgruppen gerichtet.

Was ich mir wünschte wäre, das wäre eine KRITISCHE Gegenöffentlichkeit, die auch die Interessen NICHT-BÜRGERLICHER Schichten ernst nimmt – Hartz IV-Empfänger und sonstwie Marginalisierte. Und das nicht im Sinne des paternalistischen und diskreditierenden Nachmittagsprogramms auf RTL und auch nicht auf Basis von Begriffen wie Integration.

Stattdessen ist spätestens seit Voscherau, nicht erst seit Schill, jegliche Senatspolitik daran orientiert, diese zu verdrängen, möglichst dahin, wo kein Tourist hin kommt, und sie sonstwie mit Verordnungen zu belegen. Sei es nun diese Freier-Verordnung auf St. Georg, da ich bezweifel, dass diese den Huren hilft, sei es das Vertreiben von Jugendlichen aufgrund des “Konsumklimas” aus der Innenstadt, sei es das permanente “Racial Profiling”, dem PoC im Alltag unterworfen sind,

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Wider die Patrioten!

Ähem, ja. Renegaten allerorten instrumentalisieren einmal mehr Israel zur je eigenen Vergangenheitsbewältigung – machen also exakt das, was sie Grass völlig zu recht vorwerfen.

Heute: Götz Aly, dessen Wandel vom  hervorragenden Historiker zum Stichtwortgeber für Scheinliberale die Tragödie des Mentalitätenwandels im Deutschland der letzten 30 Jahre wohl hervorragend personifiziert. Entsprechend schleichen sich immer so merkwürdige Sätze in all die Kommentare wie der folgende:

“Er und seine Gesinnungsfreunde zählen zu jenen Westlern, die den glücklich verlaufenden Geschichtsbruch Wiedervereinigung nicht verwinden.”

??? Ich bin kein “Westler”, ich denke selbst. Was heißt hier “nicht verwinden”? Und was hat das jetzt mit dem Gedicht von Grass zu tun?

Ich habe bisher auch noch keinen Grund gefunden, meine damalige Position zur “Wieder”vereinigung zu revidieren, denke bis heute, dass Hoyersverda und Lichtenhagen und die NSU wie auch die unverschämte Begründung Joschka Fischers für den Kosvo-Einsatz (das impliziert kein Urteil über diesen selbst) mich in diesem bestätigen und komme trotzdem ganz gut damit klar, dass sie sich vollzogen hat. Hey, heute gegen Union Berlin spielen!

Ich denke eher, dass Herr Aly und so viele um ihn herum ihre eigene linke Vergangenheit nicht verwunden haben und sich durch den Bankrott des Staatskapitalismus Marke DDR geläutert wähnen. Kann man auch Opportunismus, Feigheit und Speichelleckerei nennen.

In der Demagogie aus dieser Ecke Mehr von diesem Artikel lesen

I have a dream …

Manchmal sitze ich da und träume vor mich hin … und es ist ja schon so, dass erstaunlich vieles davon dann auch perspektivisch was wurde, im individuellen Maßstab.

Gestern lag ich nun auf meinem Sofa mit Kuschelhund an meiner Seite und einem leckeren, roten Bordeaux im Glas neben mir und fantasierte mich in eine Welt, in der all die Hate Speech, um die herum Menschen weltweit ihre Aktivitäten gruppieren, mal bleiben gelassen würde und stattdessen all die Energie, die da hinein fließt, in konstruktive Wege geleitet würde!

Wenn nicht mehr Maskulinisten in Feministinnen Blogs einfielen, Anglikanische, Katholische und Evangelikale keine Milliardenbeträge mehr in die Hetze gegen Schwule stecken würden, sich nicht mehr Berliner Schmierfinken für ein Menschenrecht auf Rassismus einsetzten, nicht mehr arme, gequälte Seelen auf Rostocker Rängen alles, was eine Erektion verspürten könnte, als “Schwulääär” vermeintlich beleidigten, nicht mehr so viel Zeit für antisemitische Verschwörungstheorien aufgewandt würde, Think Thanks von Verteidungsministerien nicht ständig die Feindbilder produzierten, die sie dann in Kriegen platt bombten, Wächterräte oder deren Gegenspieler im Iran keine Volksmuhadschahedin mehr auf ihre Nachbarn hetzen würden, Regierungen keine Hartz IV-Empfänger mehr terrorisierten und viel Geld dafür ausgeben, Menschen erst einzuknasten und dann in Folterländer zu deportieren, wenn Gatten ihre Wut nicht dazu nutzen, ihre Frauen zu verprügeln, sondern diese in produktive Bahnen leiteten und all dieses Abarbeiten an dem, wie Frauen handeln, fühlen  und sein sollten, einfach mal bleiben gelassen würde weltweit – was könnte aus all diesen brachliegenden Ressourcen, die da sich ballen und Unheil anrichten, Großartiges entstehen!!!

Ja, ich weiß, ein blöder Hippie-Traum, lacht mich ruhig aus. Aber schön wäre es doch … wenn sich alle mal wieder fragten, was sie denn eigentlich wollen, und das ausnahmsweise mal nix wäre, was nur möglich ist, wenn Bevölkerungsgruppen dafür symbolisch oder faktisch entrechtet oder gleich ganz vernichtet werden. Eine Welt aus Kooperation statt Konkurrenz – hach, seufz, da steigen ja geradezu Glücksgefühle auf beim Denken. Das nehme ich jetzt mit durch den Tag.

Markus Schreiber abschreiben

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