Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Drama, Baby!

Ja! Ja! Ja! Mehr Kassenrollenwürfe – nur gewusst wie!

Und doch, es begann ein wenig tragisch. Bin ja versucht, jetzt einfach auch immer “wir” zu schreiben, “wir stimmen mit denen vom Magischen FC in diesem Punkt vollkommen überein” würde dann hier geschrieben stehen.

Und doch stand, als Jonas die Mannschaftsaufstellung verlas, noch ein einsamer Bene in der Ecke des Platzes und sammelte Bälle ein – stand da und guckte trübe beim übergroßen Jubel, den die Aufstellung von Philip Tschauner hervor rief. Das war unschön. Mal ab davon, dass Heerwagen sowieso am besten aussieht von den Dreien :D , ach, irgendwas passte mir da nicht. Egal. Rein gar nix gegen Tschauner, alles für ihn!, aber diese bescheuerten “Maskottchen im Tor”-Sprüche, ja, sie animieren zur Kritik der Leistungsgesellschaft, ein Paradox im Profifussball und in Halbzeit 1 doch auch von Relevanz: Da empfand ich es nämlich trotz guten Spieles unserer Mannschaft von ca. Minute 10 bis zum Gegentor so fernab von Glaube, Liebe und Hoffnung, stadionatmosphärisch, Begriffe, die man dem Papst nicht überlassen darf. All das freilich abgesehen von der so grandiosen Choreo von USP.

Die Berliner waren richtig laut, wirklich coole Fans, wie die mit ihrem Verein verwachsen sind, alles andere dazu hat ja das Gruppenblog Magischer FC  beobachtet. Von denen war zeitweise mehr zu hören als von der Gegengerade, unser Block auf der Haupt gab sich auch eher dem Gefühl hin “Mist, schon wieder Chance um Chance und der Ball geht nicht rein!”, obwohl zum Beispiel Daube wirklich so ganz groß aufspielte.

Und dann dieses Tor von Kruse, ein besonders schönes Exemplar, und es war wieder – ja, so, wie das Millerntor als Gesamtorganismus betrachtet eben sein soll! Irgendwer meinte hinterher “Drama, Baby!”, die Mannschaft steigerte sich minütlich, rannte an, ein meines Erachtens eindeutiger Elfmeter nach Umhauen von Bartels im Strafraum wurde nicht gegeben, und, wo ich hier schon gemeckert habe gegen den Herrn Schubert: Gestern schien er mir alles richtig zu machen.

Schon in Halbzeit 1, ein Freistoßtrick und ein paar richtig coole Spielzüge sahen aus wie richtiggehend einstudiert, aber packend wurde es, als der Gedanke an “Leistung, die bewertet wird” verschwand und Leidenschaft an dessen Stelle trat. Passion!!!

Und dank Einwechslungen, die so wirkten, als ginge dem Trainer das ewige Gerede von “Defensivtaktik” auch nur noch mächtig auf die Ostereier – wir haben mit 3 Stürmern gespielt! Auch Bruns, enorm passsicher, trieb das Spiel noch einmal deutlich nach vorne, unermüdlich, Saglik machte Dampf, der Wille wogte in immer neuen Wellen (ich liebe Stabreime :D ) wahrlich wagemutig und wild weiter und weiter auf das (mehr geht jetzt nicht) gegnerische Tor zu – und ja, Marius Ebbers, ich hätte Dich auch dann noch gefeiert für Deine Ehrlichkeit, wenn es durch irgendeinen bescheuerten Konter zum 1:2 gekommen wäre. Ja, auch ich erwähne hier den Namen Rösler, die Frankfurter haben in Liga 1 auch so ekelhaft gespielt, und da kann man sich ruhig mal einen Heiligenschein abholen, finde ich, um all die Mogelpackungen medienwirksam zu demütigen.

Und ich gebe ja zu, dass ich das sogar in meines finstersten Fantasien fast schon damit rechnete, dass wir uns noch einen fangen, obgleich wir 75 der 90 Minuten drückend überlegen waren und die Unioner übrigens ein mir als sehr fair spielendes Team erschienen, nebenbei bemerkt, deshalb kam der Schlussapplaus für sie in meinem Fall von ganzem Herzen.

Ach, dann die Durchsage “Nachspielzeit 3 Minuten”, das Stadion längst zu einem echten, einzigen Roaaaaaar mutiert, entfesselte Leiber sprangen auf der Haupttribüne durcheinander und kreischten, fluchten, krakelten, litten, ergingen sich ganz in Spannung, heizten sich auf, drehten fast durch – und Bartels macht es.

Er macht es tatsächlich.

Er macht es zum dramaturgisch perfektesten aller Zeitpunkte – auf einmal ist selbst die sehr nette, ansonsten aber zumeist nur höflich lächelnde Familie links von mir komplett am Durchdrehen, ein 15jähriger springt mir fast auf den Arm, sein Vater brüllt wie ein Stier, P.A. rechts von mir schreit nur noch ekstatisch “Jaaaaaaa!”, das ausgelutschte Bild vom Freudenhaus erfährt eine neue, tiefere Wahrheit … ach. Ächz. Erst um 3 Jahre gealtert, weil trotz all der Großchancen … und dann das. Jaaaaaaa!

Ein Twitter-Tross vor der Domschenke in annähernder Bestbesetzung, sogar der @moppelkotzer stieß mal wieder hinzu, Freude!!!, annähernd, weil ja die @pauliane uns fehlte, der @pantoffelpunk ist ja leider meistens nicht da, und wenn einen dann noch attraktive Männer auf dem Clo ansprechen, ganz klischeehaft :D , was will ich eigentlich noch mehr vom Leben als solche Abende am Millerntor?

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3 Antworten zu “Drama, Baby!

  1. Pingback: Drama Baby! - der Millerntor Roarr ist wieder da! | Bundesliga | SPNU - St. Pauli News & Social Club |St. Pauli NU*

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