Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

“Das Lamm Gottes”

“Was gesagt werden muss ist, dass es zur europäischen Tradition gehört, die Juden vor dem Pessach-Fest des Ritualmords anzuklagen.”

Das war der mit Abstand lehrreichste Satz, der in der Debatte um dieses allein sprachlich schon völlig ungehobelte und fernab dessen, was als “Literatur” noch zu bezeichnen wäre, Gedicht von Grass zu lesen war.

Diese vielerorts überbordende Bekenntnis-Pamphletistik, die als Erwiderung auf den Ausfall des Literatur-Nobelpreisträgers zu lesen war, diente freilich oft eher dazu, in bester Neocon-Manier aus einem hochkomplexen Thema eine unzulässig reduzierte Fragestellung zu entwickeln im Rahmen nationaler Selbstbespiegelung.

Was natürlich auch in der Verantwortung von Grass liegt; wer politische, ressentimentgeladene Wortreihungen mit Zeilenumbruch, die ebenso ein schlechtes Flugblatt ergeben könnten, in den Ring wirft bei einem solchen Sujet, der muss sich einfach nicht wundern, wenn er dafür verprügelt wird. Zudem die Motivation des Schriftststellers die Unfähigkeit zu sein scheint, die eigene, individualbiographische Vergangenheit zu verarbeiten und frecherweise stellvertretend für “Deutsche” zu reden.

Das wiederum eint ihn indirekt mit einem Großteil seiner nicht-jüdischen Kritiker, die alles dafür, zugunsten der Analyse des sekundären Antisemitismus den primären möglichst zum Verschwinden zu bringen und Juden nach Möglichkeit gleich mit, wird auch der Höflichkeit halber gelegentlich Frau Knobloch zum Beispiel zitiert.

So freute ich mich sogar ausnahmsweise darüber, Artikel von Henryk M. Broder zu lesen – denn so billig sein Ausflug in die Bonner Republik geraten ist, so treffsicher sind Sätze wie der folgende:

“Zugleich fühlt sich der Antisemit durch den Vorwurf, er wäre einer, “tief verletzt”, denn eigentlich meint er es gut mit den Juden, sei es, dass er sie zur Aufgabe ihrer Religion zwingen möchte oder dass er sich “Sorgen um die Zukunft dieses Landes” (Israel) macht, wie es Grass in einem Gespräch mit Tom Buhrow in den “Tagesthemen” erklärte. Alternativ dazu dekretierte er im ZDF, man könne es nicht Israel überlassen, “wann es sich verteidigen darf”. Nein, da muss auch Günter Grass mitreden dürfen.”

Strukturell und auch fernab jeder Israel-Deabtte bringt Broder da eine diskursive Strategie auf den Punkt, die sich wohl im Sinne Foucaults als “Pastoralmacht” begreifen ließe: Unter Berufung auf das Seelenheil des Anderen diesem Vorschriften zu machen noch hinsichtlich dessen, wie er sich gegen Diskreditierungen und Vernichtungsdrohungen zur Wehr zu setzen hat. Kenne ich ja auch, diese endlosen Vorträge Heterosexueller, welche Strategien in Abwehr der Homophobie zu wählen sei, damit sie sich überzeugen lassen.

Und dann findet sich, das von Broder Geschriebene völlig ignorierend, auf der gleichen Seite folgendes Traktat:

“Zudem wirkt es so pubertär wie realitätsblind, wenn in Zeiten kirchlichen Relevanzverlustes noch so getan wird, als müssten die Christen endlich mal provoziert werden. Und was soll man im Übrigen von einem Atheismus halten, der stets als Jubel, Trubel, Heiterkeit daherkommt?

(…)

Doch geht es nicht nur um den Schutz religiöser Gefühle, sondern auch darum, dass unser Staat nicht anders kann, als die prägenden Grundlagen unserer Kultur durch öffentliche Ordnungssetzung zu schützen.”

Ein Text, wie er verlogener kaum sein könnte – allein schon, weil er sich ausschließlich im Paradigma des Widerstreits zwischen Atheismus und Christentum bewegt. Mit einer solchen Nonchalance Muslime, Juden, Hindus, Buddhisten und sonstwie spirituell Suchende und Lebende aus der Diskussion zu werfen und sich in einer Welt zwischen “heidnischem” Sylvester und “christlichem” Osterfest zu bewegen, da spukt noch das Selbstverständnis der römischen Staatsreligion mit, die nur Dank Unterdrückung, Mord und Totschlag und brutalen Kampfes gegen Ketzer, Heiden und Häretiker das düstere Mittelalter mitsamt seiner Bildungsfeindschaft und Ausbeutungspraxis vorbereiten half. Diese Frechheit, die dadurch entstandene Zwangsordnung retrospektiv zu sakaralisieren und so implizit einen sich permanent forstchreibenden Antisemitismus zu stabilisieren, das wohnt dem christlichen Glaube wohl tatsächlich derart inne, dass er ohne das nie überlebensfähig gewesen wäre.
Man muss sich das mal klar machen: Eine Religion, die darin gründet, dass ein Jude brutal ermordet wurde, das an Feiertagen feiert, der angeblich als Begründer des Christentums auferstand, die bringt Phänomene wie die regelmäßig einsetzenden Pogrome gegen Juden, die historisch nach Passionsspielen entbrannten, gewissermaßen notwendig hervor.
Heute laufen auf 3SAt

tatsächlich Dokumentationen über Augustinus, Autor von Traktaten “Wider die Juden” und Lieblingsautor des Papstes neben den Evangelisten. Einer, dem einzig zugute zu halten ist, dass er zu deren Mord nicht aufrief, sondern sie als Sichtbarkeit der Schande im Leiden leben lassen wollte. Und der einen Gottesstaat herbei fantasierte.

Die katholische Kirche hat erst in den 60er Jahren, die evangelische Kirche Deutschlands in den 80er Jahren von der “Judenmission” abgelassen. Der Nebensatz von Broder im obigen Zitat – “sei es, dass man sie zur Aufgabe ihrer Religion zwingen will” – wird von dem Herren Artikelschreiber, der ein Aufbegehren gegen das Tanzverbot am Hohefest des religiösen Antijudaismus, dem Karfreitag, allen vorschreiben will, kurzerhand ignoriert und wie auch das Unheil, das mit dieser “Missionspraxis” einher ging. Indem er einzig Atheisten als Gegenspieler überhaupt erwähnt.
Er findet auch die Wurzel des Osterbrauches, das Pessach-Fest, vielleicht in unbewusster Identifikation mit den Ägyptern des alten Testaments, nicht erwähnenswert, eine meines Wissens fröhliche Feier ohne Tanzverbot, irre ich?: Das Pessach-Fest, vom israelischen Botschafter oben nicht zufällig in die Diskussion gebracht. Die biblisch behauptete Festnahme Jesu fand, wenn sie denn statt fand, wohl während eines Mahles im Rahmen dieses Festes statt – das ist es, was als “heiliges Abendmahl” jüdischer Tradition abgeguckt und entwendet wurde.
Auch diese Dreistigkeit muss man sich einfach mal klar machen – ein Fest, das die erfolgreiche Flucht vor Unterdrückern feiert, wird geklaut, zum höchsten eigenen Feiertag erklärt und gegen die gewendet, die es zelebrierten. Indem über Jahrtausende und noch in jeder Bachschen Passion verkündet wird, die Juden seien zu doof und ungläubig gewesen, ihren Messiahs zu erkennen – bis heute. Und hätten ihn gar “ans Kreuz geliefert”.
Noch deren heilige Schriften, die sehr wohl schon die Nächstenliebe verkündeten, hat man ihnen enteignet und sich angemaßt, deren wahre Interpretation zu kennen, die nunmehr durch die Brille des Neuen Testaments zu lesen sei. Und tanzen sollen sie gefälligst auch nicht. Als reiner Streit wie jener zwischen Philosophen wäre das ja unproblematisch; sie hat jedoch Jahrtausende Gewalt hervor gebracht, diese Inbesitznahme.
Und die Christen wandelten zudem das Tier- zum Menschenopfer und predigten vom “Agnus Dei“. Sie erfanden die Erbsünde, Augustinus unter Berufung auf Paulus. Sie beteten zu einem Gott, der seinen Sohn öffentlich foltern ließ, behaupteten das als Weg zum Heil – ein Sohn, der paradoxer auch noch Gott selbst war im Sinne der Dreifaltigkeit, deren Verständnis mit übelster Polemik und Propaganda und schließlich politischer Macht den Arianern aufgezwungen wurde.
Gegen Häretiker, Juden und Heiden waren die Kirchenväter ja nicht zimperlich – antike Philosophen wie Platon, Aristoteles, Epikur usw. galten als aus der “Schwindlerwerkstatt” stammend, “Philosophenvieh”, “trächtige Säue”, “Schweinephilosophen”, “Hunde, die zu ihren Auswürfen zurück kehren”, Unverschämte, Andersdenkende, Heuchler, Dummköpfe, Mörder, Fälscher, Giftspeier, gottlose Possenreißer (zitiert nach Rolf Bergmeier, siehe unten, S. 200). Wobei alles ab “unverschämte” wohl eher auf die Kirchenväter selbst zugetroffen haben dürfte. Die mit Denkweisen wie “Kirche als Corpus Christi”, im Katholizismus bis heute gepflegt, noch die später rassistisch gewendete Volkskörper-Theorie des Präfaschismus vordachten, mit dem Papst das Führerprinzip (da waren allerdings die römischen Gottkaiser auch ganz weit vorn) und mit der Behauptung, die Kirche habe es ja dank der Apostel schon vor der Bibel gegeben, sich ein Hoheitsrecht verschafften, das notfalls sogar ihre eigene, heilige Schrift ignorieren kann.
Und diese lediglich äußerst machtbewussten Scheinheiligen behaupten sich zu allem Überfluss auch noch als wahre Quelle der Menschenrechte und der Humanität. Rolf Bergmeier korrigiert:
“Die wahren Gründer und Förderer der Idee von der Menschenwürde und den Menschenrechten sind Griechen, Römer, Juden und die Heroen der Aufklärung. In Wirklichkeit ist die Redensart von einer durch die christliche Lehre generierten “Menschenwürde” voll bitterer Ironie: Denn was die Lehre von der Erbsünde anthropologisch bedeutet, liegt auf der Hand: Der Mensch ist verderbt, ein Wurm und Opfer seiner Sinne. Gott macht mit ihm, was er will. Würde ist Eitelkeit, der Mensch solle stattdessen zu Staube kriechen und sich blind in sein jenseitiges Schicksal ergeben. Selbst der Gottessohn wird entwürdigt. Halbnackt, gegeißelt und mit Dornen gekrönt wird er seit Jahrhunderten den Menschen zur Schau gestellt.”
Rolf Bergmeier, Schatten über Rom, Der Untergang der antiken Kultur, Aschaffenburg 2012, S. 200
Das Gemeinste freilich ist, dass keine andere Organisation so nachhaltig Menschen den Glauben an das Spirituelle, Göttliche ausgetrieben hat wie die christlichen Konfessionen, meiner Ansicht nach. Indem es die Kirche an dessen Stelle setzte.
Der ganze Coup der Kanonisierungspraxis vollzog sich unter diesem Zeichen. Als apokryph galt, was einen individuellen Zugang zum Göttlichen versprach, so zum Beispiel das Thomas-Evangelium. Mag Irenäus von Lyon noch gewissermaßen als Selbstschutz und dem seiner Mitgläubigen, die ausnahmsweise tatsächlich der Christenverfolgung sich ausgesetzt sahen, die Organisation in die Stelle des Glaubens gesetzt haben, weil er diese wehrfähig machen wollte – das von ihm promotete Johannes-Evangelium ist nicht nur einer der Grundtexte des Antijudaismus, es ist auch jenes, welches aus Jesus erst den Gottessohn machte. Die synoptischen Evangelien sind problemlos mit dem Judentum harmonisierbar, trotz Bergpredigt und “Ich aber sage euch”, Neu-Übersetzungen unter jüdischer Mitarbeit lassen selbst da ein Verständnis rabbinischer Auslegungspraxis alttestamentlicher Schriften zu. Im Thomas-Evangelium hingegen gibt es noch nicht einmal die Kreuzigung.
Es weiß zu sagen:
“Die Auferstehung, die ihr erwartet, ist schon gekommen, aber ihr erkennt sie nicht. (sagt der quicklebendige Jesus, wohlgemerkt, MR) Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es beobachten könnte; auch wird man nicht sagen “Siehe hier!” Oder: Siehe dort!” Denn siehe, das Reich Gottes ist innerhalb von euch!”
Zitiert nach Elaine Pagels, Das Geheimnis des fünften Evangeliums, München 2003, S. 56. Das Deutschland-Radio fasst deren, wie ich ich finde, großartiges Buch treffend zusammen:
“Diesen mystischen Weg der Gottsuche, diesen “Weg nach Innen” gibt es in allen großen Religionen. Im Buddhismus natürlich, aber auch im Judentum. Und es hat ihn im Christentum ebenfalls immer gegeben. Er war nur oft genug verschüttet, weil als “ketzerisch” verschrien, denn einer Staatskirche ist es natürlich suspekt, wenn sich Menschen direkt mit Gott in Verbindung setzen, das riecht nach Machtverlust.

Ist das vielleicht der Grund, warum das Thomas-Evangelium von den Kirchenvätern nicht in den Kanon der Bibel aufgenommen worden ist? Elaine Pagels jedenfalls sieht das so. Für sie ist das Thomas-Evangelium das Evangelium der Freiheit: das Evangelium eines antiautoritären Gottesglaubens, der keine Kirche braucht. Jedenfalls keine befehlsgewaltige Autorität, die einem Christen vorschreibt, was er zu tun und zu lassen hat. Und darum, meint die Autorin, hatte dieses Evangelium bei den Kirchenvätern keine Chance. Die hätten nur solche Texte geduldet und verbreiten lassen, die Jesus als einen befehlsgewaltigen Herrn und Meister beschreiben. Denn eine Amtskirche braucht gehorsame Christen zur Befestigung ihrer Macht.”

Und opponiert. Was nun gerade am Karfreitag schnurz ist, dieses Opponieren, weil Frau Pagels beeindruckend ausführt, wie sämtliche Traditionen, bei den auch mal getanzt, gelacht und an das Licht in einem jeden geglaubt, zugunsten der Finsternis der Institution Kirche bekämpft wurden.
Ja, ihre Vermutung geht so weit, das Teile des Johannes-Evangeliums, die brühmten Passagen mit dem “ungläubigen Thomas“, eingefügt worden seien, um das Thomas-Evangelium zu diskreditieren. Um stattdessen dieses, das Johannes-Evangelium zu favorisieren, das im Gegensatz zum Judentum Jesus wirklich und wahrhaftig zum Gott erkärt. Man stelle sich nur vor, das Thomas-Evangelium wäre stattdessen kanonisiert worden, nicht das des Johannes – ein Traum.
Letzteres kann man, wenn man will, wohlwollend immer noch als scharfe innerjüdische Auseinandersetzung lesen, trotz all der An- und Vorwürfe in ihm gegen Juden bis hin zu jener Passage, dass “die Juden”, konkret die Jesus opponierenden, Söhne des Teufels seien – wirkungsgeschichtlich ist es vor allem dieses Evangelium, das bis hin zu Martin Luther und bis tief in die 60er und 80er Jahre des letzten Jahrhunderts hinein den brutalen christlichen Antijudaismus begründete.
Es ist zugleich jenes, das heran gezogen wurde, um den Gedanken zurück zu weisen, dass göttliche Licht leuchte in einem jedem – nein, es müsse der durch die Kirche und nur durch diese vermittelte Jesus sein, an den man glaube, aber doch bitte nicht an sich selbst.
Und so geschah es, dass:

30 Antworten zu ““Das Lamm Gottes”

  1. Loellie April 7, 2012 um 10:57 nachmittags

    Dein Broder hat aktuell wohl noch einen Artikel publiziert. Der findet sich irgendwo hier

    http://www.weltwoche.ch/typo3temp/GB/384daa9066.png

  2. momorulez April 7, 2012 um 11:18 nachmittags

    Das Titelbild hat ja schon mehrere Strafanzeigen nach sich gezogen ; dass der mit Köppel und solchen kungelt, brauchst Du mir nach all den Jahren nun echt nicht zu berichten. Dass umgekehrt wieder vor allem Nicht-Juden, deutsche, die Diskussion an sich ziehen, macht seine Stimme im aktuellen Disput trotzdem nicht irrelevant.

  3. flummi April 8, 2012 um 3:11 nachmittags

    Also ohne dass ich jetzt auf die Form des Grass Gedichtes hier eingehen , noch mich an irgendwelchen völlig sinnlosen Diskussionen beteiligen will, möche ich doch drauf hinweisen, dass der Grund dafür, dass “vor allem deutsche nicht-juden die diskussion an sich ziehen” vor allem darin zu suche u. zu finden ist, dass Juden die sich gegen den kriegstreiberischen Kurs Netanjahus zu Wort melden, hier überhaupt nicht zu Wort kommen

    Protest against an Israeli attack on Iran, Tel Aviv, Israel, 24.3.2012

    Protesters marching in Tel Aviv against an Israeli attack on Iran’s nuclear installations on March 24th, 2012. After months of increasingly bellicose rhetoric and posturing on the part of the Israeli government, such attack appears increasingly likely, possibly leading to an all-out regional conflict.

  4. flummi April 8, 2012 um 3:33 nachmittags

    Kommentar von Larry Derfner

    http://972mag.com/gunter-grass-persona-non-grata-in-israel/40526/

    “Now Interior Minister Eli Yishai has declared Grass to be persona non grata while Foreign Minister Avigdor Lieberman has accused the German author of being ”willing to sacrifice the Jewish people on the altar of crazy anti-Semites for a second time, just to sell a few more books or gain recognition.”

    Yishai and Lieberman are the two most outspoken racists in the Israeli government, so if one of the ways to know a person is by his enemies, I’d say Grass is looking pretty good.

    And in a way, he’s getting off easy; when ex-Mossad boss Meir Dagan started criticizing Netanyahu and Barak’s plan to bomb Iran, his diplomatic passport was revoked and some cabinet ministers demanded he be investigated for endangering national security.

    So it doesn’t matter if Grass was in the Waffen SS (drafted at age 17 at the end of WWII). That makes him an easy target for Israel’s enforcers, but when you’re dealing with antiwar critics, any excuse will do: he’s a German, he’s a gentile, he’s a Jew who doesn’t live in Israel, he’s a fifth-column Jew living in Israel. Whatever. The point is to shut up criticism of Israel’s right to make war whenever and wherever it wants.

    I find it hard to believe that any honest, intelligent person looking at the Gunter Grass affair doesn’t see that.

    Related: Larry Derfner, Yossi Gurvitz earlier on Gunter Grass’s poem “What must be said.”

    Und ich finde es offen gestanden schlichtweg unfassbar dass dieses Land hier , welches verantwortlich ist für 2 Weltkriege, heute noch die dieselben Waffenschmieden wie im letzten Krieg am Laufen halten und sich als drittgrößter Waffenexporteur in Szene setzen darf.

  5. Loellie April 8, 2012 um 4:01 nachmittags

    “dass der mit Köppel und solchen kungelt, brauchst Du mir nach all den Jahren nun echt nicht zu berichten.”

    Ganz offensichtlich wohl doch.

  6. momorulez April 8, 2012 um 5:42 nachmittags

    @Flummi:

    Leute wie Moshe Zuckermann werden ja von den Broders auch weg gebissen (jetzt tobt hier gleich ein Volkssturm) …

    @Loellie:

    Mal ab davon, dass Broder zum Thema Israel und Antisemitismus durchaus gelegentlich Erhellendes zu sagen hat und es was anderes ist, wenn er das sagt als Koeppel, weil er Betroffener ist, wenn Dir die implizite Pointe, dass das Ahmadineschad exakt genau so auch formulieren könnte, entgangen ist, kann ich Dir auch nicht helfen. Was nun allerdings rein gar nix über die Berechtigung der Aussagen von dem Herren aus Teheran aussagt, der ja nun wirklich ein Hetzer vor dem Herren ist.

  7. flummi April 8, 2012 um 6:31 nachmittags

    ja ich weiss u. nicht nur der- sind ja alles nur selbsthasser und die alibijuden der antisemiten (würg)
    Aber jetzt mal zur eigentlichen Kriegsgefahr fern der rethorik, die ja in dieser Debatte vollkommen untergeht – sollte der Iran u. seine Atomindustrie militärisch angegriffen werden, dürfte doch klar sein, dass zurückgeschossen wird. Und wer da glaubt der Iran hätte keine Präzisionswaffen, der träumt wohl.

    http://therealnews.com/t2/index.php?option=com_content&task=view&id=31&Itemid=74&jumival=8152

    und nu stelle man sich vor, wenn der durchgeknallte evangelikale Komplex hier noch zum Zug käme – wo bitte verorten sich dann di Herren Broder u. Co?

  8. flummi April 8, 2012 um 6:36 nachmittags

    ps. ich bezweifle, dass dieser Herr dann noch irgendwas “erhellendes zum Thema Antisemitismus” zu sagen hat.

  9. flummi April 8, 2012 um 6:45 nachmittags

    Vor allem Rolf Verleger wird in diesem Land nach schlimmster antisemitischer Manier aus sämtl. öffentl. Debatten ausgeschlossen.

  10. momorulez April 8, 2012 um 7:18 nachmittags

    Den kenne ich nicht … und Obama versucht ja gerade, die Kriegsgefahr zu mindern. Ich persönlich habe ja eh eher den Eindruck, dass der Iran das Atomprogramm zur Selbstverteidigung betreibt und das andere Geklapper ist, um das Regime nach innen zu stabilisieren. Umgekehrt würde ich mir das als Israel auch nicht einfach so angucken und zu Drohgebärden übergehen. Die Frechheit von Grass besteht ja darin, einen nuklearen Erstschlag Israels zu behaupten und deren Bedürfnis, die iranische Bevölkerung auszulöschen. Was Quatsch ist.

    Ansonsten ist das einfach eine dieser unauflöslichen Situationen. Es wird dem Iran keiner plausibel machen können, wieso denn nun Frankreich die Atombombe haben “darf” und sie nicht, wo rund um sie herum Länder platt gemacht wurden. Da kann man alle noch so berechtigten Gründe dafür anführen, die alle richtig sind, dass das Regime Scheiße ist, ist es, aber wie man da raus kommen kann, keine Ahnung.

    Bei Broder habe ich schon viel über Antisemitismus und Israel gelernt, man glaubt es ja kaum. Vor allem dann, wenn er aus seiner Raufbold-Rolle mal raus fällt. Der Typ ist ein Demagoge, Hetzer, Neocon und auch Rasist, aller mein Ansicht nach, rein subjektive Ansichten, aber der ist weder desinformiert noch blöd. Der hat auch zu schwulen Fragen schon derart Haarsträubendes raus gehauen, dass einem schlecht wird; wenn es freilich darum geht, wie Israel zum Anlass eines allgemeinen Antisemitismus missbraucht wird, was es nun mal auch gibt, kann man ihm als Betroffenem schon mal zuhören.

  11. flummi April 8, 2012 um 8:11 nachmittags

    Die Frechheit von Grass besteht ja darin, einen nuklearen Erstschlag Israels zu behaupten und deren Bedürfnis, die iranische Bevölkerung auszulöschen. Was Quatsch ist.”

    Sorry, das ist in der Tat Quatsch – Grass hat dazu doch klar Stellun genommen – der Erstschlag bestünde darin, die iranischen Atomalagen anzugreifen und damit einen Supergau zu riskieren – und dass dann auf diesen Erstschlag Rückschläge folgten. Wer dieses Pulvefass mit Munition befeuert – und das tut die Deutsche Rüstungsindustrie – der muss auch aushalten dass sich deutsche Literaten dazu äußern – auch dann wenn die Äußerungen unbeholfen formuliert werden. Wer die aktuelle Verschärfung des Konflikts kennt, weiss auch die Worte Grass’ richtig zu deuten.

  12. flummi April 8, 2012 um 8:28 nachmittags

    Sorry aber ich kann bei dieser ganzen verlogenen Heuchlerdebatte nur noch kotzen.
    hier feiern die Leute Parties u. schlürfen badische Weine u. Champagner und zeichnen ihre fähgisten Killerdrohnen u. Lenkwaffenbauer aus, Schulen u. Kindergärten hängen am Tropf der Rüstungsindustrie während sich alle hartnäckig weigern, sich die zerfetzten Leiber anzusehen, in denen ihre “hochintelligenten Präzisionswaffen” ihre Ziele finden. Männer Frauen und Kinder aus Gaza bspw. Das sind wie gesagt dieselben Konzerne für die im 2. Weltkrieg KZ Häftlinge in unterirdischen Stollen die Drecksarbeit geamacht haben.

    Und deren Bombenbrut in sogut wie jedem Konflikt dieser Erde zum Einsatz kommen, ob im Gaza, Libanon, Saudi Arabien, Asien, Kongo oder Angola

  13. flummi April 8, 2012 um 8:38 nachmittags

    Und dass du Rolf Verleger wundert mich leider nicht – er wird wie gesagt aus der öffentliche Debatte immer wieder ausgeschlossen. Die jüdische Stimme für einen gerechten Frieden in Nahost wird in Deutschland stumm gehalten.

  14. momorulez April 8, 2012 um 8:47 nachmittags

    Also, in dem Gedicht stand das aber außerordentlich buchstäblich anders, ganz unabhängig von dem, was er jetzt so alles hinterher schiebt. Wie übrigens auch Herr Zuckermann zu kommentieren wusste, der die Problematik ja ansonsten ähnlich sieht wie Du. Und das Gedicht suggeriert auch die ja mittlerweile durchaus populäre Möglichkeit einer Lesart, dass es wohl besser für die Welt wäre, es gäbe Israel gar nicht, was auch hier im Blog schon von Kommentaren in dem Sinne vertreten wurde, dass das ja letztlich auch für die jüdische Bevölkerung besser wäre. Sehe ich nicht so.

    Man kann, muss aber nicht den Satz so lesen mit “Die Atommacht Israel gefährdet den Weltfrieden”. Und das ist ja das Ärgerliche an diesem “Gedicht” dass es äußerst komplexe Fragen zu so einem suggestiven Wortgetüm ballt. Zudem ich im Gegensatz zum Nörgler doch auch weiterhin der Ansicht bin, dass es sich im Falle Israels a.) um einen Schutzraum für international bis heute verfolgte Juden handelt und b.) es nun wirklich nicht meine Aufgabe als Deutscher ist, Juden in Israel zu erzählen, was gut für sie ist. Das gefiel mir ja am Broder-Zitat. Ich finde, dass auch Herr Achmandineschad seine Schnauze zu Holocaust und Israel zu halten hat und seine Angriffsrhetorik bleiben lassen sollte, wobei ich nun auch skeptisch genug bin, das ich auch da nicht weiß, was einem nun richtig vermittelt und übersetzt wird und was nicht. Ich vermute auch, dass Herr Netanjahu und Herr Achmandineschad ganz froh sind, einander zu haben, die scheinen sich ja gut zu ergänzen.

    Ich kann nur diese ganze holzschnittartige Ping-Pong-Spielerei, die auch der verlinkte Herr Verleger da formuliert, so einfach nicht mehr ertragen. Und bin ziemlich fest davon überzeugt, dass weder Herr Grass noch Du noch ich auf die Kräfte, die da am Wirken sind, auch nur irgendeinen Einfluss haben. Bei Flüchtlingspolitik, Fragen wie Rassismus und Antisemitismus hier im Lande usw. ist man als Teil der Netzöffentlichkeit Teil von irgendwas, was wirkt, wie auch immer. Aber selbst beim George W.-Irak-Krieg, wo ja noch der Eindruck entstehen konnte, dass durch Schröders “Nö” irgendwie ein Einfluss öffentlicher Meinung auf Politik statt gefunden haben könnte, stellte sich ja hinterher heraus, dass indirekt doch mit gemischt wurde.

    Insofern weiß ich immer gar nicht, wie man mit dieser seltsamen Israel-Obsession hiesiger Debatten umgehen soll. Ich stecke z.B. in dem Palästinenser-Thema nicht genug drin, traue aber KEINEM Deutschen, der dazu sich äußert. Alles, was ich da immer wieder fest stelle, ist, dass da so verfahren und kompliziert ist, dass man nun gerade in Deutschland sich lieber um die inländische Islamophobie kümmern sollte, weil man da gegen die Breivikereien vielleicht noch was ausrichten kann. Teil dessen ist eine Entdämonisierung hinsichtlich des Irans, der eine verfickte, beschissene Diktatur ist, die nicht identisch mit der dort lebenden Bevölkerung ist, die auch ein Existenzrecht hat. Deshalb hat man vermeintlich “antideutschen” Rassisten rhetorisch einen auf die Nuss zu geben, die Israel einfach nur missbrauchen, um ihrem Rassismus freien Lauf zu lassen.

    Man sollte umgekehrt aber auch nicht so naiv sein zu glauben, es gäbe keinen manifesten Antisemitismus, der sich am Israel-Thema fest macht. Ich kotze doch, wenn ich rund um die Synagoge in Berlin überall Polizeischutz sehe. Und selbst ein Broder ist ja nicht so geworden, weil er so ein böser Mensch ist, und das unterscheidet ihn von Herrn Köppel.

    Bei all diesen Themenbereichen finde ich aber z.B. beim christlichen Bündnis NATO das, was ich oben geschrieben habe, viel interessanter als ob Loellie nun meint, man dürfe Broder zitieren oder auch nicht. Und bin jetzt unter anderem beleidigt, dass hier schon wieder nur auf die üblichen Schlagwörter reagiert wird.

  15. momorulez April 8, 2012 um 8:49 nachmittags

    Das war jetzt die Antwort auf den ersten 3 der Kommentare; ich kenne Herrn Verleger zwar nicht, aber das Verlinkte war mir zu billig.

  16. flummi April 8, 2012 um 9:11 nachmittags

    Du sprichst von “zu billig” u. von “Israelobsession” – ich beziehe mich auf das Kehren vor der eigenen Haustür. Zumal ich einige der Waffenbauer auch noch perönlich kenne.

    Ansonsten hab ich dir hier ja zahlreiche israelische Stimmen verlinkt. Und dass deutsche Juden die sich für einen gerechten Frieden einsetzen, hierzulande keine Gehör finden macht das ganze ja nur noch wesentlich schlimmer.

    So wurde hier bsow. eine Pressekonferenz bezügl des Goldstone Reports veranstaltet, auf der sich so gut wie kein Journalist sehen ließ

    http://www.mefeedia.com/watch/27828662

    (Rolf Verleger spricht auch -. glaube inVideo no. 6 wenn ich mich recht erinnere)

    Aber du hast recht, man will sich schon gar nich mehr äußern. Und genau das ist die Strategie derer die von der Befeuerung des Schlachtfelds profitieren. Solange bis ihnen ihr eigener Scheiß dann um die Ohren knallt.

  17. flummi April 8, 2012 um 9:14 nachmittags

    ps auch Stephan Hessel sprach dort

  18. flummi April 8, 2012 um 9:27 nachmittags

    sorry war der falsche link, dort war nur der erste beitrag verlinkt

    hier finden sich alle rednerbeiträge

    http://www.publicsolidarity.de/2010/1/16/deutsche-ubersetzung-des-goldstone-reports-am-16-januar-2010

  19. momorulez April 8, 2012 um 9:29 nachmittags

    Das mit der Waffenindustrie ist ja auch essentiell wichtig – das meinte ich doch auch mit den “Kräften”, die da eigentlich am Wirken sind. Diese ganze – relevante – Diskussion über Antisemitismus verbirgt ja z.B. auch, was im Iran an ökonomischen Strukturen existiert und wie das wirkt und wie britische und US-Ölfirmen da einst die Innenpolitik bestimmten, was alles in den aktuellen Konflikt hinein spielt. Auch, sich Palästinenser als Mob vorzustellen, die den ganzen Tag nichts anderes lieber täten als Juden zu töten verbirgt die Frage danach, dass es auch um Ressourcen geht. Usw.

    Was mir zu billig ist, ist trotzdem, Regime in Israel und Teheran als das gleiche zu behandeln oder ganz pauschal vom Unrecht an den Palästinensern daher zu reden, anstatt genauer zu sagen, welches genau wann man denn nun eigentlich meint. Und das ist ja meines Wissens bis hinein in die Frage der Differenz zwischen Land, das man kauft, und Bäumen, die drauf stehen, hochkomplex. Und die ganze Zeit der zionistischen Bewegung vor ’48 wird sowieso immer ignoriert, auch, wie das britische Protektorat insgesamt aufgeteilt wurde und wie lächerlich klein der jüdische Küstenstreifen ist, es wird nicht zwischen der Zeit vor und nach dem 6-Tage-Krieg unterschieden, christliche Milizen im Südlibanon verschwinden wie von Geisterhand – und, kein Scheiß, die bisher brauchbarste Chronologie all dessen habe ich mal bei Broder gelesen.

    Auch Fragen nach Saudi-Arabien, wo auch meines Wissens ein viel drastischeres, islamisches Regime herrscht als in Teheran, das allerdings auf Drohungen in Richtung Israel verzichtet, ist doch ein eigenes Thema.

    Diese Austauschbarkeiten, die er da bastelt, die gibt es so nicht.

  20. flummi April 8, 2012 um 9:50 nachmittags

    @ momo
    nur noch mal ganz kurz zu verleger – das war ja nur ein kurzes statment, hör dir einfach an was er sonst noch zu sagen hat, wenn du magt, es gibt zahlreiche artikel u beiträge von ihm, die sich sehr tiefgründig mit der materie auseinandersetzen – (kannst ja mit seiner rede auf der o.verlinkten pressekonferenz beginnen, eine gute rede)

    und nochmal – hier ging es um die aktuelle drohung netanjahus u. co, den iran angzugreifen u. dieser angriff wäre ein bumerang, vor dem nicht nur aber genauso dringlichst die israelis selbst geschützt werden müssen!

  21. flummi April 8, 2012 um 10:09 nachmittags

    ps vor allem auch Jeff Halpers Rede auf der Pressekonferenz anhören, ganz wichtig!

  22. momorulez April 8, 2012 um 10:54 nachmittags

    Ich weiß gar nicht, ob ich das will :D – ich habe gerade noch mal dem Teilungsplan ’48 hinterher gegoogelt, der dann mittels Kriegsführung der anderen mehr Gebiete für Israel, aus Versehen, erbrachte, und konnte da spontan so viel Unrecht nicht entdecken abgesehen davon, dass sich das alles in einem postkolonialen Paradigma abgespielt hat, wo zwischen Recht und Unrecht eh nur schwer zu unterscheiden ist, aber wenigstens wurden im Osmanischen Reich per Gesetz keine Schwulen verfolgt, so weit ich weiß. Ein bißchen bekommt man den Eindruck, als hätten Teile der dort lebenden Araber die vor ’48 zuwandernden Juden ungefähr so pfleglich behandelt wie Rostock-Lichtenhagen.

    Habe dann noch mal die christlichen Milizen gesucht und die 1. Intifada gefunden, und in der Gemengelage ab von den christlichen Milizen und dem Nicht-Einschreiten Sharons noch die Guten und die Bösen zu unterscheiden, dazu bin ich wohl einfach zu blöd. Vor allem wirkt es so, als hätten Syrien, Ägypten und Jordanien die, die man dann Palästinenser nannte, beim Abflauen panarabischer Bewegungen fallen gelassen wie die heißen Kartoffeln, während Iran sich einen Spaß daraus machte, sie so weit zu finanzieren, dass sie Israel ordentlich ärgern können, mehr aber nach Möglichkeit auch nicht. Es verschwindet zumindest schnell der Eindruck, dass es da außer Israel keine weiteren politischen Akteure gegeben hat.

    Deshalb sollte das Thema wohl lieber brillianten Analytikern wie den “Antideutschen” und Günther Grass überlassen, weil ich vermutlich nur fasele.

    Sehr spannend ist folgender Text eines bösen “Antiimps”:

    http://schmok.blogsport.eu/2012/04/08/freerk-huisken-uber-das-gedicht-von-gunther-grass/

    Nicht, weil ich dessen Pauschalurteil zu Israel als “national-moralisches” Irgendwas teile, ganz im Gegenteil, sondern weil ich mich konstant wundere, wieso z.B. bei publikative.org konstant Fragen danach, wieso eigentlich keiner die innenpolitische Lage Irans reflektiert, unbeantwortet bleiben. Wohl doch nur ein U-Boot. Schade.

  23. T. Albert April 9, 2012 um 12:59 vormittags

    Ich weiss auch nicht.
    Waffen verkauft Deutschland doch nicht nur nach Israel. Andererseits frage ich mich schon, wieso sich so viele von israelischen A-Waffen bedroht fühlen. Klar hat Iran die noch nicht, aber wieso muss man da eine Ausgewogenheit betonen, die eben von denen, die in Iran nach innen knüppeln und schiessen, als solche nicht gemeint ist? Wo war die grosse Solidaritätsbewegung hierzulande für die Grüne Revolution 2009, wo ist die jetzt?

    Natürlich bedroht das iran. Regime Israel und ist Urheber solcher liebenswerten Freunde wie die Hisbollah, die nicht nur gegen Israel wütet. Und wenn Israelis sich bedroht fühlen, dürfen die das nicht, das finden wir dann doof? Andererseits applaudieren wir indirekt dem bösen Clown Ahmadi-Nejad, der beständig die nationalen Interessen seines Landes, die zu vertreten er vorgibt, missachtet mit seiner Anti-Israel-Scheisse, weil wir meinen, es gäbe ein zu akzeptierendes nationales Interesse und Recht auf eine A-Bombe, weil Israel sie hat? Die Interessen der Palästinenser missachtet er auch, die sind ihm Jacke wie Hose und ich glaube nicht, dass die Palästinenser und ihre arabische Umgebung die Vorstellung chic finden, dass irgendein islamistisch-evangelikaler kleikalfaschistischer Apokalyptiker eine A-Bombe auf Israel werfen könnte.

    Was wird dann eigentlich mit unserer antimuslimischen und rassistischen Flüchtlings- und Ausländerpolitk, wäre auch noch eine Frage an all die Deutschen, die Grass jetzt Recht geben, unter denen ja auch diejenigen sind, die erklärtermassen auch Antisemiten sind.
    Das mag ich mir gar nicht vorstellen.

  24. flummi April 9, 2012 um 8:31 vormittags

    oh dear
    so reden wir ständig aneinenader vorbei u. an die wand. ich kann doch nicht bei jeder äußerung die sich auf eine konkrete sache bezieht (wie z.b die pressekonferenz zum goldstone report ) ständig auf frühere äußerungen die sich im detail dann auf eine andere kokrete sache beziehen mit einweben. (zu iran u. dem greeen movement könnte ich bspw. auf dieses buch hier verweisen von hamid debashi:Iran, the Green Movement and the USA: The Fox and the Paradox)
    und dass deutschland nicht nur an israel seine geschosse liefert hab ich ja auch schon mehrmals sogar in diesem thread angemerkt. es ist alles für die katz, die worte erschlagen sich gegenseitig. gehört werden sie nicht. und ja, zu den akteuren auch bei dem letzten entsetzlich grausamen angriff auf gaza waren deutsche waffen involviert. waffen aus überlingen am bodensee.

  25. T. Albert April 9, 2012 um 9:17 vormittags

    ich beziehe mich mehr auf all die grass-positiven äusserungen in meiner umgebung und das, was ich so an kommentaren lesen kann. und je mehr i ch davon lese, um so mehr muss ich leider dem oberantipathen broder recht geben. ich will da ganz direkt sein.

  26. momorulez April 9, 2012 um 9:26 vormittags

    @T. Albert:

    Mal ab davon, dass ein Kumpel von mir die Solidaritätsdemos mit der Grünen Revolution hier in Hamburg organisiert hat und auf die Hisbollah ja oben anspielte – nach allem, was ich so weiß, nutzt der die Konflikte mit Israel zum inneren Machterhalt, und Netanjahu weiß das wohl auch. Das ist doch das Absurde, dass viele der Pro-Israel-Grass-Kritiker Ahmadineschad de facto hinsichtlich des “weltpolitischen Klimas” stützen. Und ich fände das auch gruselig, wenn die die Atombombe hätten da im Iran, das ist nur auch oppositionellen, ganz und gar nicht antisemitischen Iraner nicht ohne weiteres plausibel zu machen, wieso sie sich da “vom Westen” irgendwas diktieren zu lassen hätten, wie so oft schon in der persischen Geschichte geschehen.

    Und ich wäre nun der Letzte, der fände, dass Israel kein Selbstverteidigungsrecht hätte. Flummi meint ja den militärisch-ibdustriellen Komplex im Allgemeinen, der natürlich maßgeblich weltweit mit regiert hat in den letzten Jahrzehnten. Und da ist der Schmok-Link schon erhellend.

    Und stelle mir Israel ja schon immer ein wenig so vor wie einen schwullesbischen Staat, umgeben von Heterosexuellen, die sich eben so verhalten, wie die das oft tun. Das Problem aktuell ist wohl eher, dass die israelische Rechte als die Bi-Jungs und Mädels unter den Palästinensern wie auch in Nachbarstaaten nicht zur Kenntnis nehmen wollen, sondern ebenfalls eher die Konflikte aufrecht erhalten, um im Bild zu bleiben.

  27. momorulez April 9, 2012 um 8:02 nachmittags

    http://www.welt.de/politik/ausland/article106164953/Chamenei-plant-Zukunft-Irans-ohne-Ahmadinedschad.html

    Sag ich doch. Ahmadineschad ist schon länger angeschlagen und hat durch sein Geklapper versucht, die Landbevölkerung hinter sich zu bringen, die als Volksmuhadschedin oder so ähnlich auch die Grüne Revolution nieder metzelten. Umgekehrt sitzt dem Chameni der Rafsandschari im Nacken, und alle haben das Problem, dass es breite, aufstrebende bürgerliche Schichten gibt, die sich nur deshalb mit dem Regime arrangieren, weil sie im Falle eines Regimesturzes echt was zu verlieren hätten. Mit einem Dauerboykott können die aber auch nicht leben und müssen nun bedient werden. Die Seite muss man bei der ganzen Frage einfach mit berücksichtigen.

    Abgesehen davon habe ich mal wieder alles falsch geschrieben, aber im Artikel steht es ja richtig :)

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