Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Tagesarchive: März 19, 2012

“Political Correctness”, die wasweißichwievielte

“Gutmenschen, Schwuchtel, Alerta-Aktivist” stand ja nicht zufällig auf dem allseits diskutierten Transparent in der BVB-Kurve – diese Anti-”Gutmenschen”-Rhetorik ist ja verbrodert und verfleischauert in derart viele Köpfe hinein gesickert, dass manch einer gar nicht mehr merkt, dass es da goebbelt.

Es sind die immer gleichen Schablonen, die da Anwendung finden und die millionenschwere Agitation gegen “Political Correctness” nachplappern. Und das immer wieder aufs Neue Erschütternde ist, wie tief auch in der Irgendwielinken sich das eingegraben hat. Manchmal dienen Jugenderinnerungen dazu, irgendwelche provinziellen Szenespezifika über das Joch des Lesben- und Feministinnenkultes breit zu treten. Andere wiederum ereifern sich über das Scheitern der Männergruppen von einst, anstatt mal zu versuchen, es heute vielleicht besser zu machen. Wäre ja mal an der Zeit.

Immer wieder taucht der Gedanke auf, es ginge lediglich darum, nun Erpressungspotenzial zu generieren, um arme Mehrheitsgesellschaftler und dominante Gesellschaftsgruppen zu “denunzieren”. Natürlich grundsätzlich zu Unrecht. Das Schlimme ist, dass diese Rhetorik so erfolgreich ist, dass selbst Betroffene allmählich anfangen, sie zu adaptieren. Da gab es ordentlich Gegenwind, und Kübra, die so oft so tolle Sachen schreibt, Mehr von diesem Beitrag lesen

Ach ja … ähem … na ja …

Ja, ich bin heute morgen aufgewacht und dachte “Ich lieb sie doch.” Obwohl ich gar nicht da war, im Erzgebirge – das Stadion sah sehr gemütlich aus im Fernsehen und der ansteigende Wald dahinter ja auch ganz reizvoll. Ist eh eine ganz spannende Region, der Geschichte der Wismut hinterher zu googeln ist ebenso interessant, insbesondere jene des Uran-Abbaus, wie das hier. Man weiß da ja immer nicht genau, was nun eigentlich wie von wo einsickert, man spürt es lediglich, dass es wirkt. Also u.a. in jenen fast schon böhmischen Dörfern.

Da können die Fans des dortigen Fussballvereins vermutlich nix dafür, kenne die Gegebenheiten in Aues Fanscharen nicht. Glückwunsch zum Sieg, 6 Punkte haben wir euch geschenkt! Gönne ich euch ja, dank Kampf in der zweiten Halbzeit habt ihr verdient gewonnen. Wenn wir so blöd sind, in der ersten Halbzeit nicht mal eben mit 4:0 in Führung zu gehen, selbst schuld.

Und, also, ähem, ich weiß ja nicht. Ich will ja gar nicht in Liga 1, einzig die Relegation gegen den HSV zu spielen, das ist schon eine schöne Fantasie. Und natürlich kann man auswärts bei Abstiegskandidaten verlieren. Aber so?

 

 

So vehement auch ich jeden Pfiff als völlig verblödet empfinde, das war doch gestern, also, ich entwickele beim Schreiben langsam Wortfindungsschwierigkeiten, eine Treff-Unsicherheit wie unsere Spieler, eine gewisse Ratlosigkeit … weil es natürlich NICHT darum geht, nun in Konsumentenhaltung für’s Dauerkarten-Geld oder Biertrinken in der SKY-Kneipe auch ja etwas geboten zu bekommen. Weil man natürlich zu den Jungs auf dem Platz steht. Weil es ja sogar sein kann, dass der Trainer positive Verstärkung und Motivation super beherrscht und die Spieler eher Angst vor der Unzufriedenheit der eigenen Fans haben. Wie es halt in der Mopo stand.

Aber trotzdem ist es mir ein Rätsel, wie es sein kann, dass gegen ein derart schwaches Team, das wir den Großteil des Spiels beherrschten, dem unser Kader aber sowas von viel voraus hat, verloren wird. Klar hat der Schiri das 1:1 durch seinen seltsamen Gelbe-Karten-Ausbruch vor der Halbzeit mit vorbereitet, trotzdem, mir will das nicht in den Kopf.

Mir geht es ja gar nicht um die Ergebnisse, sondern um, äh, ja, Energie! Nicht Cottbus, klar, sondern um die Aura des Spiels, sozusagen. Man merkte ja, wie sie aufdrehen wollten nach dem Ausgleich, es rollte eine Angriffswelle nach der anderen auf das Tor der Auer, sagt man das, Auer?, zu, ist ja nicht so, dass sie nicht wollten.

Das Unangenehme ist ja, dass man beim Grübeln in diesen erzreaktionären Fussballdenken landet, sich zum Beispiel fragt “Sind sie zu satt? Sind sie zu nett?” und solchen Quatsch halt.

Immerhin hat mein Osho-Tarot-App mir das tatsächlich vorher angekündigt. “Sorrow” verpasste es mir als Tageskarte. Manchmal hat es ja recht. Und so hadert man sich in den Wochenanfang und weiß auch nicht, was da fehlt … und sehnt sich. Und weiß gar nicht genau, wonach.

 

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