Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Tagesarchive: März 12, 2012

Die Kirchen, die “Religionsfreiheit” und die “christliche Tradition”

In den Augen mancher ist meine Art, Lieben und Begehren zu wollen, ja tatsächlich als solche “gegen die Religionsfreiheit” gerichtet. Weil sie angeblich Kritik von etwas sei, was vermeintlich in der Bibel verurteilt würde.

Wieder andere begründen mit “Religionsfreiheit” ihr Recht, Andere herab zu würdigen, zu entrechten und bekämpfen zu dürfen. So jüngst in den USA:

“Wie dieStandard.at berichtet, fürchten die religiösen Einrichtungen, dass durch die Ausweitung des Ehebegriffs, religiöse Einrichtungen genötigt werden könnten, gleichgeschlechtliche Beziehungen als moralisch gleichwert mit der traditionellen Ehe zwischen Mann und Frau zu betrachten. Das würde zu Konflikten zwischen der Glaubensgemeinschaft und dem Staat führen.”

Die implizite Tragikomik dieser Ansätze besteht ja darin, dass es wohl keine anderes Institutionengefüge gibt, das von Anbeginn an so nachhhaltig wirksam Religionsfreiheit bekämpft hat wie die Kirchen selbst –

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“Wer vom Faschismus spricht, sollte vom Patriachat nicht schweigen”

So hervorragend dieser Artikel bei Publikative ja ist (!!!), so wichtig trotz gelegentlicher vermeintlich “antideutscher” Ausfälle dieses Organ sein mag – es fällt doch immer mal wieder auf, dass aufgrund der Fixierung auf Neonazis implizit und vermutlich ungewollt eine Variante der Extremismustheorie verfolgt wird, der entscheidende Pointen entgehen. Im verlinkten Text zeigt sich das z.B. am folgenden Passus:

In Rostock sorgen die „Suptras“ – bei aller Kritik an ihrer Gewaltbereitschaft – seit Jahren immerhin auch dafür, dass organisierte Neonazis im Ostseestadion keine Propagandamöglichkeit bekommen. Dass dies in einem Bundesland mit den strukturellen Problemen Mecklenburg-Vorpommerns, wo die NPD den Wiedereinzug ins Parlament geschafft hat, auch ganz anders aussehen könnte, kann sich hoffentlich jeder vorstellen.”

 

Ja. Und nein.

Dass einst NPD-Funktionäre aus dem Stadion geprügelt wurden, ja, klar. Da steckt trotzdem Kristina Schröder mit drin, deren Ideologie die Suptras meines Wissens ja folgen: Agitation gegen links wird als “Gegen Politik im Stadion” und “Gegen Extremismus von links und rechts verpackt”, und wenn ein halbes Stadion homophobe Gesänge anstimmt, gilt das als irgendwie unpolitisch.

So weit ich informiert bin, sind die Suptras ein rechtsoffener Männerbund, der ganz wie die Katholische Kirche einst hochaggressiv gegen szeneinterne “Häretiker” vorgeht, Mehr von diesem Beitrag lesen

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