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Mir geht zum Thema Menstruation immer wieder durch denk Kopf, dass doch alle Frauen sie haben und immer noch gibt es auf öffentlichen Klos keine Tampons und Binden für alle. Es ist immer noch das “rote Geheimnis” jeder Frau, um das sie sich bitte kümmern soll und bitte soll sie sich so darum kümmern, dass niemand es mitbekommt und natürlich soll sie sie so “beherrschen”, dass sie immer gleichermaßen funktioniert, egal ob sie Schmerzen oder andere Begleitsymptome hat. Im schlimmsten Fall wird die Menstruation als Vorwand genommen, das Verhalten einer Frau abzuwerten: hast wohl grade pms oder deine Tage….
Ich bin für weit mehr Lieder über die Menstruation und die Selbstaggression und verinnerlichten Tabus nahmhafter Politikerinnen sind mir da auch egal.
Ich finde, da hat Kate Bush einen tollen Job gemacht! So etwas kann Kunst in ihren besten Momenten… Ihr Verdienst, dass zwei Männer heiß darüber diskutieren und mit Verlaub etwas verkrampfen: der eine fragt sich, wie mann die Reaktion der Politikerin finden solle (muss mann ja gar nicht muss), der andere *erklärt* die Menstruation ^^ – Hut ab Frau Bush (pun intended?) Lady Bitch Ray hat was ganz ähnliches getan, hatte dabei aber einen ganz anderen ‘Status’ als Kate Bush (weiß-links-anerkannt), wahrscheinlich war es bei ihr zu vielen zu sehr möglich, sie direkt zu dismissen, sie einfach gar nicht zu hören.
@somlu, ich warte immer noch auf Deinen Kommentar zu meinen Kommentaren in dem Thread wg. Sexismus und Klassenkampf. Da warst du plötzlich nicht mehr da.
Die einzige “tote Sexualität” ist die nekrophile. Und der Vaginaneid der Männer die eigentliche Grundlage des Patriarchats;-)
Interessant fand ich, als ich mal in einem kulturgeschichtlichen Vortrag auf die Geschichte des Tampons von der römischen Antike bis heute einging die Reaktionen des Publikums: Die meisten Männer desinteressiert, die Frauen regelrecht dankbar und sich gemeint, ernstgenommen, beachtet fühlend.
@Somlu:
Mir ging das ja länger durch den Kopf, was Du getwittert hast, deshalb habe ich das oben eingewoben. Weil es zudem so erstaunlich war, wie schnell diese Diskussion richtig heftig wurde – nicht nur unter den zwei Männern – und sofort zudem im Raum stand, dass die “befruchtende” Hete im Gegensatz zu mir sowieso naturgemäß implizit frauenfeindlichen Homo (was für ein Quatsch!) natürlich in tiefem Verständnis für den Frauenkörper agiert und in der Hierarchie der Sexualitäten deshalb höher angesiedelt sei.
Dabei opponierten nun wirklich Frauen im Sinne der namhaften Politikerin.
Und da dachte ich, das gehört ins Blog, das scheint kontrovers zu sein …. ganz seltsam, was da aufplatzt. Deshalb Danke für jede Ergänzung zum Thema! Wollte nur was anschieben …
@Mrsnextmatch:
Klar verkrampfe ich da. Gebe ich ja gerne zu. Zudem für mich diese homophobe Attacke auch erstaunlich war; ich wollte ja niemandem was. Und wieso Kate Bush, das weißt Du ja
– Lady Bitch Ray muss ich dann noch mal googeln. Nachsitzen.
Erstaunlich finde ich das auch, zu lesen, wie Männer sich anscheinend darin wohlgefallen, gezeugt zu haben (als wenn das ein Kunststück wäre oder zu irgendeiner Erkenntnis führen würde) und dabei anscheinend die Bodenhaftung verlieren; mir gegenüber hat das noch keiner gewagt, aber geht ja auch schlecht. Aber doch spannend und erschreckend, dass anscheinend irgendwas? an der Periodendebatte irgendeinen? ‘wunden punkt’ getroffen hat, in dem mann sich dann plötzlich als Experte erhöhen muss um so sein (mit)reden legitimieren zu wollen oder seinen Standpunkt zu stärken, aber schade ist das auch.
Mich hat das auch ziemlich erschrocken, weil es auch nicht das erste Mal war. Der Punkt, dass Mann dabei mal eben eine weibliche Erfahrungsdimension überspringt, auch in dem Sinne, dass dieser sofort die Funktion zugesprochen wird, einfach Medium männlichen Samenempfangens zu sein, Gebärgrund dessen, was erst “herrliche” Schöpfung bedeutet, und das, obgleich ja eine andere Erfahrung Thema war, das war dem Heten-Mann gar nicht gegenwärtig in dem Moment.
Und es ist auch kein Zufall, dass dann der Homo angepisst wird. Polemisiere ja gerne mal gegen “die Fortpflanzer”, und eine Institution wie Vaterschaft ist ja auch keine Notwendigkeit – da piekst man aber in Wespennester.
“MEIN Fleisch und Blut”. Das sitzt soooo tief in den Kerlen, und da hängt ja wahnsinnig viel dran – bis hin zu den “Erbfolgelinien”, die Rassismen konstituieren, ob nun in New Orleans oder den Nürnberger “Rassegesetzen”, aber ebenso dermaßen viel patriachaler Mist, von dem Somlu noch ungleich eindrucksvoller berichten könnte.
Auf “ich solle doch lieber auch mal mit Frauen schlafen und „Kinder machen“.” würde ich, wenn ich Du wäre, antworten, Dein Gegenüber solle doch erstmal die Erfahrung machen, wie sich die Penetration durch einen fremden Schwanz anfühlt oder wie es ist, den zu lutschen, damit er beide Seiten empirisch beurteilen könne.
Das Dumme ist, dass man die Selbstherrlichkeit der schöpferisch tätigen Besamer damit nicht erreicht … darum geht es denen ja nicht, sondern um ihre magische Fähigkeit, Leben zu stiften wie lauter kleine Schöpfergötter – das bißchen Spaß, was andere sich gönnen, kann da selbstverstândlich nicht mit halten.
Das männliche Y-Chromosom ist doch aber kleiner als das weibliche X, es gibt Parthenogenese, aber keine Männergeburten. Auf der Schöpferebene haben die biologisch gesehen doch von Vornherein verloren.
Kenne keine Väter mit Überlegenheitsgetue gebenüber Schwulen. Hab mich hier nicht reingelesen, aber mein spontaner Eindruck beim Querlesen ist, Momorulez, daß es da einen Kollegen zu geben scheint, der deinen wunden Punkt kennt und sich daran weidet. Ist doch arm, sehr arm, sich an den eigenen Fortpflanzungsleistungen aufzugeilen, während man durch den eigenen Konsumstil oder die Verblödung des eigenen Nachwuchses eher einen Beitrag für das Ende der Welt leistet.
Ich hab nichts gegen stolze Väter, gegen stolze Mütter, aber hey, ich bin selbst kein Vater und kann trotzdem eine wertvolle Existenz sein. Mein wenig Religion sagt mir, dass mich “der Schöpfer” wohl gewollt haben muss. Mein wenig Lebenserfahrung sagt mir, daß ich einen großen Wert habe, egal, ob ich im Müll wühle, egal, ob alles weitgehend okay ist, oder ob ich irgendwo den Bestimmer geben muss. Das grundsätzliche Gewolltwerden der Existenz gilt im Umkehrschluss auch für die anderen, also diejenigen, mit denen man zurecht kommt, und diejenigen, bei denen das nicht immer der Fall ist. Was man nicht versteht am Mitmenschen, darüber kann man meistens auch lachen, selbst, wenn es anfänglich ärgerlich gewesen sein sollte.
Insofern würde das Rumgelalle des Potenzdarstellers, mit dem du dich streitest, an mir abprallen. Kurz ärgern, okay. Leben geht weiter, Dummköpfe und partielle Dummköpfe sind nicht zu heilen, übersteigert selbstbewusste Ignoranten am wenigsten. Ich wüsste nicht wie. Aber man kann sie ganz wunderbar ärgern: Indem man ihnen deutlich macht, wie lächerlich und überaus nebensächlich man ihre Ansichten findet. Man kann das mit einem wohlwollend pädagogischen Ansatz verbinden, bei dem man dem Dummen geduldig erklärt, worin er fehl liegt – ohne dabei irgend eine Hoffnung auszustrahlen, daß er etwas davon aufzunehmen in der Lage ist.
Damit kommen sie nicht zurecht und unter der Mütze beginnt es zu brodeln. Gerade solche Potenzdarsteller. Ach, irgendwie könnte es auch ein spezielles Konkurrenzverhältnis zwischen euch sein. Er neidet dir deinen Geist und deine Kreativität. Das macht ihn kirre.
So wie du es schilderst, siehe es für mich sehr danach aus. Mein Tipp, falls ich dazu überhaupt berufen bin, behandle ihn bei solchen Potenzanwandlungen einfach wie ein frühpubertierendes Kind, und das geduldig. Verlache ihn. Noch besser, mach dir keinen Kopf über ihn, der dich aus irgendeinem Grund offenkundig beneidet.
Ein wunder Punkt ist das bei mir allenfalls, dass mich mein Leben lang Heten belagerten und nervten mit solchen Sprüchen – was bedauerlicherweise so was wie den Paragraphen 175 hervor brachte. Das lässt einen ja nicht unberührt, dass es den gab.
Darüber gibt es dieses Konkurrenzverhältnis, ja. Mich erstaunt das trotzdem eher, dass Leute, die in ihren Mainstreamsuppen köchelnd sich dann an mir abarbeiten, immer so empfindlich reagieren, obwohl sie doch die Macht haben. Was eines der zentralen Themen dieses Blogs ist.
Ansonsten spielt da eine Enttäuschung hinein und auch objektive Angst, die ja aus der Historie heraus erschütternd gut begründet ist.
Danke aber für die einfühlsamen Worte. Die ich wirklich zu schätzen weiß.
Habe gerade an anderer Stelle den Begriff “Testosterondemenz” gelesen, könnte möglicherweise eine gute Terminologie für das obige Verhalten sein
@che, ja ich habe es nicht vergessen, es ist nur doof, dass du nicht in meinem Blog geantwortet hast. Letztlich wollte ich den Thread hier bei Momo nicht für eine Diskussion verwenden, lediglich auf meinen Beitrag aufmerksam machen. ad 2 ich hatte tatsächlich direkt zu/nach diesem Zeitpunkt viel um die Ohren und leider wenig Kapazitäten für Diskussionen.
“Testosterondemenz” merke ich mir
…
Somlu, das stimmt natürlich, dass das eigentlich in Dein Blog gehörte, nur haben dann Andere, nicht nur ich, ja diese Diskussion in Momorulez Thread fortgesetzt. Etwas irritierend, die Bloggerei, mitunter.
Ein testosterondementer Potenzdarsteller, der vorsintflutliche Vorurteile locker von der Lippe lallt.
@somlu, das Ganze hing damit zusammen, dass ich den Link auf Deinem Blog gar nicht gefunden hatte und der dann von Momorulez gelieferte Link nicht mit deinem Blog verbunden war, ich also gar nicht wusste, wo ich bei Dir antworten sollte. Aber mich interessiert nach wie vor Deinen Meinung zu meinen (und anderen) Kommentaren zu dem Thema.
einige Antropologen spekulieren sogar, dass der Ursprung von Religion in Frauenhänden lag: Sie schafften es sogar, ihre Menstruationszirkel nicht nur untereinander sondern auch mit gewissen Ereignissen (Vollmond, gute Zeit zum Jagen) zu synchronisieren, damit die Männer kooperierten (alte Story, Lysistrata). Damit die Männer nicht nur untereinander sondern auch mit ihnen kooperierten, wurden dann auch z.B. in Verbindung mit dem Mond die ersten Symbole geschaffen. Die Beschneidung (Imitatiion der weiblichen Menstruation), Zeus´ Kopfgeburt der Athene, sogar den patriarchlen Wiederauferstehungsmythos (weibliche, dreitägige Abgeschiedenheit und die Widerkunft) werden als Imitationen weiblicher Archetypen interpretiert. Was dann folgte, war die patriarchlische Gegen-Revolution, sobald sich die Gelegenheit ergab, mit dem Aufkommen der Landwirtschaft. Naja, möchte gar keine Diskussion um Biologismus erneut heraufbeschwören, all dies wird als zugestandener Weise hospekulativ bezeichnet. Aber die Vorstellung, dass hier etwas fortwirkt, was die Wut erklären könnte, wenn es darum geht, patriarchlische Symbolwelten zu verteidigen, oder manche männliche Angst, finde ich schon ganz lustig.
Sorry, aber das klingt alles verdammt nach einem Scwulen, der neidisch ist, weil er selber keine Kinder zeugen kann.
Danke
– auf den Punkt gebracht bei einem Text, der genervt ist, dass ihm Heteronormativität versuchsweise aufgequatscht wird, nunmehr auch noch den Neid eben auf das, gegen das er sich zur Wehr setzt, aufzubügeln, ist ungefähr so, wie antisemitisch beschimpften Juden, die darüber berichten, einen heimlichen Neid auf die Taufe zu unterstellen.
Dass jetzt nicht nur Frauen penisneidisch sind, sondern Juden taufeneidisch, das hätte man Freud erzählen sollen;-)))
Abgesehen davon, dass die Unterstellung, der Schwule “könne keine Kinder” zeugen ja nun auch gänzlich daneben ist. Lesben können demzufolge wohl auch nicht gebären, und BDSMer weder noch.
Ich würde ja noch nicht mal wollen, obwohl ich als Schwuler gar nicht kann
…
Nolens volens, das Wesen des Schwulen ist aber doch, zu können, aber nicht zu wollen. In diesem Sinne seid Ihr die einzig echten Antideutschen.
Vielleicht sollten wir uns jetzt einmal über den Taufneid der Schwulen unterhalten? Und über den sublimierten Musikneid des Bildhauers? Und, last but not least, über den Armutsneid der Wohlhabenden!
Ich sehe vielfach bei bürgerlichen Damen in feinsten Zwirn, wenn sie über die Kennedybrücke schreiten, Tränen der Wut und des Neides in ihren Augen, auf diejenigen, die direkt unter ihren teuer eingekleideten Füßen im Freien zu übernachten pflegen, das Wasser geradezu in Griffweite und in praktisch jeglicher Hinsicht so frei, wie eine hochbürgerliche Hamburgerin mit ihren zahlreichen Verpflichtungen leider nie sein kann.
So wird es wohl sein.
Emile Zola drückte es so aus: “Das Gesetz, in seiner majestätischen Gleichheit, verbietet sowohl den Reichen als auch den Armen unter Brücken zu schlafen”.
Und in diesem Kontext auch: “Die Menschen sollen Menschen bilden, in dem sie sie als Menschen behandeln…..
Was sind die ehrbaren Leute doch für Schurken.”
Wird das Bruttosozialprodukt immer noch angekurbelt, mitten in der schönsten Feiertags/Vatertags/Himmfelfahrtssause?
Während ich und die von mir in Beschlag genommenen Kellerräume in Bergen von Pfand versinken, Alster sei dank, und die Alster wiederum lautfröhliche Ballermannathmosphäre verströmt, zum Schrecken brütender Schwäne sowie fast aller Ü40 Spaziergänger, sitzt Momo irgendwo mit mehrfach quadratisch und geguckten Augen vor einem Computermonitor, in dem sich seine quadratischen Augenringe spiegeln, oder mehreren Computermonitoren, und hofft neben baldigen Feierabendbier auf mehr als nur hömoopathische Effekte fürs BSP.
Stimmts in etwa?
Also zumindest ich sitze gerade an einem Broschürenlayout.
Ich saß da zum Glück nicht alleine, auf mehrere Monitore guckend, Teamwork war angesagt
– wir haben aber was wirklich Schönes gebaut, dann macht das ja Spaß, und ich hatte auch eher früh Feierabend. Bin so zum Glück Ballermannisierten kaum begegnet und konnte eben inmitten meines Pfandgut-Dramas hier zu Hause sogar noch ein vorabendliches Nickerchen halten
… und jetzt weiter “Danse Macabre” von Stephen King lesen. Tolles Buch. Ich veröffentliche hier bald nur noch Horror-Stories
…