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In der Tradition abendländischer Philosophie dürfte jede Hinwendung zum ‘körperlichen’ zur Gefahr werden können. Erst wenn man ontologische Sichtweisen der dichotomischen Implikationen der Philosophie aufgibt, auf die Homunculae wie Geist, Vernunft, Ich, Objektivität verzichtet – weil sie unkonkretes bezeichnen dürften – wird ‘hedon’ und ‘hedonistisch’, ‘eros’ und ‘erotike’ zu einem vertrauten Merkmal des ‘philosophieren’.
http://koerpervernunft.wordpress.com/
“ich” macht mich identifizierbar, indentifiziert aber nichts
– mal Hume oder Merleau-Ponty gelesen? Man muss nicht gegen Abstraktion anrennen, um leibgebundene Vernunft zu denken. Der Kult des Konkreten ist ein Kult der Verdinglichung und will dem kritischen Geist vermeintlich Flausen, also Erkenntmisse austreiben.
Gegen Abstraktionen habe ich nichts – aber deren Verdinglichungen finde ich hinderlich.
Mit “Gefahr” war nicht der polymorph-perverse Eros und damit die Erotisierung des gesamten Lebensgemeint, sondern die Identifikation von Abweichungen als widernatürlich (und damit die Drohung der “Heilung” der “Kranken”).
Ja, die ist ja auch real, diese Gefahr, gerade auch an den Normalisierungstendenzen in der freudomarxistischen Literatur, die in ihrer Utopie der Triebbefreiung irgendwas “gesundes” behaupten, was Foucault völlig zu recht zerfetzte als Vorstellung.
Umgekehrt ist die konkrete Formulierung “befreiter Eros jenseits der Genitalfixierung ganzkörperlich polymorph-pervers” so toll, dass ich sie zustimmungsfähig finde
… früher hätte ich auch gegen jede positive Setzung der Vorstellungen eines “guten Lebens” opponiert, auch mit dem Argument, dass diese nur unsinnig Druck erzeugten und der Mangel zu der Vorstellung führen könnte, man sei defizitär, wenn man diesen Entwurf nicht realisiert. Mittlerweile finde ich einfach Utopie als “regulative Idee” wieder ganz in Ordnung.