Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Die Melancholie des zufriedenen Verlierers

So fremd der Weg. Keine Wasserwerfer, keine Reiterstaffeln, keine Böller, keine kleine süßen Jungs in schwarz-weiß-blau, die sich für Wirtschaftskarrieren fit machten, indem sie den dicken Mann markierten. Einfach so schwarzgelb und braun-weiß friedlich gemischt. Noch nicht mal das Polizeiorchester spielte auf.

Kurzer Aufruhr beim Drei-Klassen Einlaß vor der Haupttribüne – Rufe “Verpiss Dich! Hau ab! Lasst den nicht rein!” vom Pöbel in der rechten Schlange in Richtung der V.I.P. -Area-Eingangsbereiche, deren Insassen wir vorher noch rituell die Füße küssten, weil sie ja das Stadion bezahlen und wir nur Spaß haben wollen. Hoffte schon fast, daß wieder irgendein Ahlhaus sich dahin drängelte, wo er nichts zu suchen hatte, und daß er weg gebissen würde; die Sachlage klärte sich andersartig auf: Jemand mit Thor Steinar-Klamotten wollte gegen die Stadionordnung verstoßen und wurde aus der Menge gezogen. Vielleicht ein Mitglied des Polizeiorchesters?

Das hätte viel Spaß am Dortmunder Fanlied gehabt, ein Party-Mega-Mix von Kurvengesängen, rumtatata Euro-Trash mäßig arrangiert und prima zur grassierenden Eventeritis in Mittel- und Großstädten passend, also in etwa das, was Polizeiorchesterleiter Ahlhaus sich unter Kultur vorstellt. Kann man den nicht nach Dortmund schicken?

Die so wundervoll langen Beine von Florian Bruns begrüßten mich beim Eintritt ins Stadion, er wärmte sich auf; es war seltsam ruhig. Alle wirkten erschöpft nach der englischen Woche, auch die auf den Rängen.Asamoah wurde erst als in der Startelf spielend verkündet, lief dann doch nicht auf, als verletzt durchgesagt; raunte S. neben mir zu, daß das bestimmt nur ein alberner Psycho-Trick sei. Wirklich!

Die erste Halbzeit fand ich großartig, das 0:1 der Dortmunder Jungspundtruppe war so wunderschön anzusehen, wir konnten uns gar nicht ärgern, weil es Spaß machte, denen beim Spielen zuzugucken. Mir schien es trotzdem, daß unsere Boys in Brown außerordentlich gut mitspielen, auch sie rissen mich mit; das 1:1 fiel, Freude!, ein gutes Gefühl blieb, daß wir es sogar schaffen könnten.

Die zweite Halbzeit startete furios mit der Chance des hinreißend aufdrehenden Fin Bartels; den Bruns-Patzer sah ich erst im Aktuellen Sportstudio, hatte kurz nicht aufgepaßt. Und doch schien mir bei den Fernsehbildern, daß, so grausam der Fehlpass war, die Hühnerhaufenhaftigkeit unserer Spieler dann, wenn der Gegner schnell und flink und wendig spielt, der Grund für das Gegentor war und gar nicht nur der Patzer. Das war schon im Testspiel gegen Leverkusen so. Wünsche mir für die Zukunft aggressiveres Unterbinden statt dem Versuch, mit so einer aktuell wirklich tollen Fussball spielenden Truppe wie dem BVB nun unbedingt spielerisch mithalten zu wollen. Hat ja ein wenig was von Hybris.

Um so erschütternder trotzdem der Irre hinter mir auf der Tribüne, der wüst sein gesamtes Schimpfwortrepertoire gegen Florian Bruns geradezu hasserfüllt ausstieß; auch das Gepöbel einiger im Forum hat mich durchaus erschrocken. Das mag ja in Kurven bei Hansa, am Volkspark und so üblich sein, dieses Sich-Erheben über die Fehler anderer Leute, aber bei uns? Da schleicht sich einfach das gesellschaftlich völlig Falsche ins Hirn von denen, die ein solches Spiel mental nie durchstehen würden, sorry, ich freu mich darüber, daß da Menschen rum laufen, die zu uns passen und nicht irgendwelche Fussballmaschinen.

Nach dem 1:3 war der Drops gelutscht, auch Asamoah konnte nichts mehr retten, der, ha, habe ich’s doch gesagt, doch noch eingewechselt wurde. Das war der zweite beunruhigende Punkt: Mehrfach wäre es dem Team möglich gewesen, ihn anzuspielen und so Torgefahr aufzubauen, und sie ließen es bleiben. Ignorierten ihn. Wirkte ein wenig so, als würde es sie nerven, daß wir zum “FC Asamoah” mutieren, bei aller frisch entflammten Liebe zu unserem neuen Helden kann man das ja auch verstehen. Trotzdem psychologisch gar nicht gut. Da muß wohl noch was zusammen wachsen.

So toll der BVB auch spielte, der Weidenfeller ließ es sich nicht nehmen, noch seine Schulter elfmeterwürdig in des Ebbers Fresse zu rammen – war der es nicht, der Asamoah einst als “schwarze Sau” beschimpfte? Was skandalöserweise zur “schwulen Sau”, also nicht so schlimm, umgewidmet wurde?

Stani mag sich nach dem Spiel noch so sehr ereifern, ich fand, unsere Jungs haben eine Halbzeit hervorragend gespielt und dann schlicht und ergreifend gegen die Besseren verloren. War froh, daß offenkundig der Großteil der Stadionbewohner das auch so sah und unsere Jungs angemessen klatschend verabschiedete. Daß diese hochdynamischen Youngstertruppen aus Mainz und Dortmund gerade die Liga aufmischne und den behäbigen Tankern mit Tabellenspitzengewohnheitsrecht den Marsch blasen, das freut mich eh.

So schlenderten wir in wohliger Wehmut und angenehm melancholisch vor die Domschänke und freuten uns, daß es einigen St. Paulianern möglich war, zusammen mit BVB-Fans Wechselgesänge anzustimmen, sogar solche gegen den BVB, genossen es, in der schönsten Stadt der Welt einen Frühherbstabend mit Frischgezapften einzuläuten und vergaßen sogar für kurze Zeit das Polizeiorchester. Aber der @Sparschaeler hat ja per Twitter daran erinnert ;-) – den Nachmittagsverlauf hatte er jedoch falsch prophezeit:

“beim versagen krass versagt und danach auch noch die party verrissen.”

Die Party war okay. Weder versagt noch beim Versagen versagt, sondern einfach verdient verloren. Insofern: Nur der HSV! (Prust … kicher … wegschmeiß …)

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23 Antworten auf Die Melancholie des zufriedenen Verlierers

  1. jekylla September 26, 2010 um 7:47 nachmittags

    :-) Was soll ich sagen, was Sie nicht schon wüssten? Eben.

  2. momorulez September 26, 2010 um 7:49 nachmittags

    Ja, dieses Mal haben wir eine erstaunlich übereinstimmende Wahrnehmung des Nachmittags ;-)

  3. sparschaeler September 26, 2010 um 8:02 nachmittags

    ich kann/darf/muss mich dem geschriebenen vorbehaltlos anschließen. prophezeiungen per twitter werde ich ich zukunft noch mal überdenken.

    in diesem sinne
    polizeiorchesterbleibt und nurderhsv

  4. hf99 September 26, 2010 um 8:07 nachmittags

    jaja momo, gebts mir.

    Eine kleine Bosheit muss ich allerdings loswerden. Es gab mal einen Bundesligatrainer. Der hatte einen relativ kleinen Verein soeben am letzten Spieltag vorm Abstieg gerettet und saß nun im aktuellen Sportstudio. Dabei kam er ins Labern, wo er nicht schon alles gewesen sei im rahmen seiner Trainertätigkeit etc, um es so abzuschließen (völlig sinn- und bezugsfrei!): “…und ich muss sagen: ich bin stolz, Deutscher zu ein!”

    Der Trainer hieß Uli Maslo!

    Und wer jetzt weiß, wie der Verein hieß, den er damals trainierte, bekommt von mir 20 panini-Sticker vom HSV!

    und, nichwa! dschawollll! Bullenorchester bleibt! (Wie spielen die eigentlich “Stillgestanden”?)

    Ernst Happel lebt!

  5. momorulez September 26, 2010 um 8:14 nachmittags

    @sparschaler:

    Wir müssen aufpassen, vor lauter Harmonie und Einverständnis nicht langweilig zu werden ;-)

    @Harmut:

    Ja, da müßt ihr Rauten immer lange suchen, bis ihr so was bei uns findet, wa? ;-)

    Bei uns sind ja nun auch jede Menge Idioten auf dem Platz und den Rängen aktiv und aktiv gewesen, z.B. auch dieser idiotische Bruns-Beschimpfer hinter mir; ich habe trotz allem immer das Gefühl, daß das offensiver angegangen wird.

    Irgendein schlauer HSVer hat mal völlig richtig gesagt, der FC St. Pauli hätte wegen der mangelnden sportlichen Erfolge halt irgendeinen anderen Mythos sich suchen müssen. Ich bin da sehr froh drüber und verzichte somit auch gerne auf eine gemeinsame Vergangenheit mit Ernst Happel ;-)

  6. hf99 September 26, 2010 um 8:28 nachmittags

    naja, lieber momo, man muss natürlich schon so fair sein und sagen: Es gab nicht nur Tull harder, es gab natürlich auch Wilhelm Koch. Wobei Tull harder schon noch ne deutliche Spur heftiger war. Wernigstens und immerhin hat das HSV-Museum jetzt reagiert. Aber zunächst auch wieder falsch, nämlich per verschämtem Verdecken. Inzwischen wird das Thema angegangen. Im offiziellen HSV-Buch von 1995 hat man sich nicht entblödet, sich in die infame Floskel, Harder sei “Opfer und Täter zugleich” gewesen, zu flüchten.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Harder
    http://de.wikipedia.org/wiki/Millerntor-Stadion (zu georg Koch)
    http://www.amballbleiben.org/html/news/2007/200707/20070716-hsvausstellung.html

  7. hf99 September 26, 2010 um 8:31 nachmittags

    PS: Pro Halvorsen! Man, hat der 1936 die Nazis vermöbelt. geil! (siehe meinen link amballbleiben.com)

  8. momorulez September 26, 2010 um 8:32 nachmittags

    Als die Vergangenheit des Herrn Koch bekannt wurde, wurde recht bald das Stadion umbenannt infolge von Fan-Initiativen. Auch das sei der Fairness halber erwähnt ;-)

  9. hf99 September 26, 2010 um 8:34 nachmittags

    weiß ich doch. Und bei Tull Harder – das wusste man ja immer – hats jahrzehntelang gedauert. Fan-Initiativen hats bei uns natürlich keine gegeben.

    “unser guter alter Tull” oh je.

  10. sparschaeler September 26, 2010 um 8:34 nachmittags

    ich glaube das stolz hat er in anführungsstrichen gesprochen.

    diese harmonie soße ist auch nicht so meins. ich werde mich in zukunft wieder eines kontroversen diskurses befleißigen.

  11. hf99 September 26, 2010 um 8:36 nachmittags

    nee, sparschaeler, da hats hinterher heftige diskussionen gegeben (die pauli-fans waren natürlich fassungslos!), und Maslo hat sich rumgewunden.

    ich werf ihm diesen Blödsinn übrigens nicht vor: Der Mann ist im Adenauerdeutschland sozialisiert worden und war kind seiner zeit…

  12. sparschaeler September 26, 2010 um 8:41 nachmittags

    ich habe an der diskussion damals teilgenommen

  13. hf99 September 26, 2010 um 9:48 nachmittags

    yep. ich damals um die um tull harder auch.

    lektüretipp:

    http://www.perlentaucher.de/buch/802.html

    lg

  14. hf99 September 26, 2010 um 9:53 nachmittags

    ich muss mich übrigens präzisieren: ich werf maslo diesen blödsinn nicht BESONDERS vor. Natürlich muss man ein solches Gelalle kritisieren. Man sollte eben nur nicht so tun, als sei ganz Deutschland international/kosmopolitisch, und dann kam bös-bös Uli und hat alles putt macht….

    übrigens hat Jörg “ali” Albertz, damals HSV, kurze Zeit später den identischen Satz vom Stapel gelassen, nur mit folgendem Vordersatz: “Meine türkischen Freunde seien nicht böse, aber…” (als er kurzzeitig, für 2 oder 3 Länderspiele, Nati spielte) Und niemand hat protestiert. Obwohl dieser Schwachfug erst durch diesen Vordersatz so richtig skandalös wurde…

  15. ring2 September 26, 2010 um 10:35 nachmittags

    und irgendwann spielt das Polizeiorchester YNWA

  16. momorulez September 26, 2010 um 10:45 nachmittags

    Bloß nicht! Grauenhafte Vorstellung!

  17. momorulez September 27, 2010 um 9:41 vormittags

    “Wir dürfen uns nicht in die Tasche lügen, dass so ein Spiel gegen einen so starken Gegner mal passieren darf.”

    Sagt Stani zu unserer Zufriedenheit.

  18. kleinertod September 27, 2010 um 10:21 vormittags

    Als Fan darf man die Dinge zum Glück anders sehen als der Trainer. Wenn Stani keine Kritik üben würde, wäre das schlecht für die Mannschaft. Wie es umgekehrt auch für diese nicht gut wäre, wenn wir so negativ kritisch wären, wie es die überwiegende Mehrzahl anderer Vereinsanhänger macht. Vereinzelte Rufer gibt es bei uns zwar auch – und nicht alle davon waren ehemalige Südmeckereckensteher – doch die deutliche (!) Mehrheit macht im Stadion die Musik und steht somit (fast) geschlossen auch bei schlechten Ergebnissen hinter dem Team.

    Polizeiorchester bzw. Sparkurs – dazu habe ich bei mir schon Worte verloren. Ein Thema, das bei uns nochmal deutlich auf den Tisch kommen sollte. FCSP-Fans sollen die Elbphilharmonie finanzieren? Geht doch gar nicht.

    Was die VIP-Plätze anbelangt, da sehe ich das Ganze deutlich gelassener. Man kann auch diese, zumindest einen Teil davon, integrieren. Manche davon sind sogar alte FCSP-Anhänger, die eben gewechselt sind. Dem Rest sollte man zumindest die Chance geben, sich einzufinden. Vielleicht haben soziale Projekte bei gesammeltem zahlungskräftigem Publikum ja auch bessere Finanzierungschancen? Ich versuche jedenfalls immer auf den Menschen zu schauen und nicht auf Dinge wie Geld oder dergleichen. Wer nicht ans Millerntor paßt, der wird sicherlich auch nicht lange bleiben – und wenn irgendwann die VIP-Sitze verwaisen, dann könnten ja auch wieder mehr normale Plätze geschaffen werden, damit das Stadion nicht stellenweise leer bleibt, wenn draußen noch viele Fans stehen. Einfach mal abwarten.

  19. momorulez September 27, 2010 um 10:41 vormittags

    Ich kann diese Herrschaftsarchitektur nicht gelassen sehen und habe gerade angesichts der politischen Verhältnisse in Hamburg wenig Bereitschaft dafür, den Leuten da irgendwelche irgendwelche Chancen einzuräumen, was denen aber eh am Arsch vorbei geht, die haben ja eh die Macht. Zu deren Gunsten wurde privatisiert wie blöd, also Gemeinschaftseigentum verscherbelt, zu deren Gunsten wurde die Kohle in die Banken gestopft, und die Hartz IV-Empfänger müssen dafür ebenso bluten wie die Leute, die es wenigstens noch in die Lager auf Teneriffa geschafft haben und nicht vorher ersoffen sind. Die paar Fans, die wirklich nirgends anders unterkamen, die verstehe ich noch, klar doch – aber nicht die, denen vor dem Bau der Südtribüne das Millerntor schlicht zu schmuddelig war, und davon kenne ich ja welche. Ich werde da kurioserweise in meinem hohen Alter immer zorniger, je mehr Einblick in ökonomische Realitäten ich erhalte. Und bevor jemand unkt: Ich habe gerade wieder auf relevante Einkommensbeträge zugunsten von Anzustellenden und Kollegen verzichtet, als “Jungunternehmer” kann ich ja wenigstens das steuern. Nicht steuern kann ich, daß gerade die Zinsen, die städtische (!!!) Förderinstrumente fressen und die höher sind als die privater Geldgeber, wobei man letztere ohne erstere nicht erhält, daran hindern, mehr Arbeitsplätze zu schaffen. Was nun alles andere als sachfremd ist, genau dieses Zusammenwachsen administrativer und ökonomischer Macht, das so was fortwährend produziert, bildet sich halt in der Architektur ab: Die, die auf den Logenbalkonen präsidieren, ziehen fortwährend dem Pöbel auf den billigen Plätzen das Geld aus der Tasche und schauen noch großkotzig auf sie herab in tiefem Bewusstsein, daß sie es ja seien, die das finanzieren würden. Völliger Bullshit.

  20. kleinertod September 27, 2010 um 1:19 nachmittags

    Solange es die Fans gibt, die nirgendwo anders hinkamen (und die das entsprechende Geld dafür hatten) – sowie diejenigen, die als bemittelter Fan den Verein weitreichend unterstützen wollen, kann ich die VIP-Sitzer nicht vollkommen ablehnen.

    Was die anderen betrifft, die sich mit dem Verein eigentlich gar nicht verbunden fühlen und denen es auf anderes ankommt – Stichwort Event – auf die würde ich gerne verzichten, kann es aber weder noch möchte ich hier diese beiden Gruppen in einen Topf schmeißen.

    Vollkommen widersprechen muß ich natürlich der Argumentation, daß die “da unten” die “da oben” finanzieren würden. Schließlich bezahlen die “da oben” ihre Elbphilharmonie ganz alleine, nicht wahr? Ironiemodus aus. Es läuft viel zu viel falsch in diesem Staat. Die Profiteure sind mir mit ihrem Denken dabei egal. Im Gegensatz zu den Zuständen.

    Für mich zählt das gemeinsame Interesse. Wenn die Liebe dem FCSP gehört und die Person sich gewaltfrei benehmen sowie die Mannschaft unterstützen kann – dann schaue ich weder auf den Platz noch in die Brieftasche. Ob ich den jeweiligen Menschen leiden kann, das ist eine ganz andere, individuelle Frage.

    An der Architektur der neuen Haupt stört mich eigentlich nur, daß die B-Sitzer so enorm viel Raum erhalten haben. Das hätte man auch WESENTLICH kleiner halten können. Als Alteigesessener derart an den Rand gedrängt zu werden, da hat sich der Verein wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. Der VIP-Bereich als Ergänzung – okay. Aber eben nicht anstelle der Fans, bzw. derart großräumig auf deren Plätzen.

  21. momorulez September 27, 2010 um 2:11 nachmittags

    “An der Architektur der neuen Haupt stört mich eigentlich nur, daß die B-Sitzer so enorm viel Raum erhalten haben. Das hätte man auch WESENTLICH kleiner halten können. Als Alteigesessener derart an den Rand gedrängt zu werden, da hat sich der Verein wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. Der VIP-Bereich als Ergänzung – okay. Aber eben nicht anstelle der Fans, bzw. derart großräumig auf deren Plätzen.”

    Das ist ja auch mein Kernproblem – da man da sitzt mit all den Leuten, die da schon immer saßen, wie die Garnierung neben dem Schnitzel. Da ist mir zu sehr auf die Logen und B-Seats ausgerichtet. Und da wurde ja im Laufe des Baus meines Wissens auch noch weiter zusammen geschoben, meines Wissens. Und wenn dann noch diese Securitas-Hansel blöde Sprüche kloppen, nervt mich das schon sehr.

  22. kleinertod September 27, 2010 um 2:21 nachmittags

    Der FC St. Pauli lebt nicht von den B-Sitzern, auch wenn die das noch so gerne hätten. Sicherlich ist an sich erstmal jede Einnahme für den Verein von Vorteil – doch macht die Gesamtheit der Einnahmen erst das gesamte Bild aus. Wenn es nur noch VIP-Bereiche geben würde, wäre kein Sender bereit, eine solche Partie zu übertragen – mal so als Gegenargument zu der Behauptung, diese Neu-Besucher würden den Verein finanzieren. Es zählt nicht allein der gemäß Eintrittskarte gezahlte Preis für den Verein. Ohne Unterstützung von den “billigen Plätzen” wäre der FCSP auch nicht dort, wo er jetzt steht. Die Ausrichtung auf die B-Sitzer durch die neue Haupt ist angesichts dessen echt traurig – und ich gebe die Hoffnung auf schlechtere Tage nicht auf – so paradox das klingen mag. Auf daß dann die Erfolgs”fans” ausbleiben und die Plätze vielleicht wieder auf ein vernünftiges Level rückgebaut werden. Ich weiß, ich bin manchmal ein Träumer…

  23. momorulez September 27, 2010 um 2:50 nachmittags

    Wir stehen durch das neue Stadion an der Kippe, würde ich mal sagen. Da muß man schon ein wenig gegen anstinken, finde ich. Bin mal gespannt, wie JHV wird – ich bekenne, sehr beunruhigt angesichts des Herrn Orth zu sein. Das ist so Wegduck-Weichspüler, dem ich zumindest den Spirit, der mich ans Millerntor treibt, nicht anspüre. Corny, den ich auf irgendeine Art ja sehr bewundere, hat so gewaltig polarisiert, daß jede Schweinerei auch gleich auffiel und Gegenwind erzeugte. So einer war mir lieber. Der FC St. Pauli braucht einfach Konflikte, um lebendig zu bleiben, nicht die Anerkennung und Duldung von Herrschaftsideologie. Ich haue da aus guten Gründen begrifflich auf eine nicht mehr ganz so aktuelle Kacke ;-)

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