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Was das Werbefernsehen und Ben Hur so aus einem machen…
Ach, da muss man so viele Voraussetzungen mit erläutern, Dir Sozialingenieurstum unterstellen usw. … und es ist doch Sonntag, mir fließt das Bier des gestrigen Heimspiels in Restbeständen durch die Venen, und überhaupt …
AUf seiner Achse regt sich Broder über WEsterwelle auf; nicht über Herrn Sarrazin. ( Wenn jemand Sarrazin heisst und diese Reden schwingt, hm…., guck, komisch, wie die Rede zu wirken beginnt; da würde ich dann in den ekligen Leitkulturdiskurs doch einsteigen.)
@Statistiken
komisch, dass man ganz andere lesen kann, als die vom Deutschen Chefbankier.
http://www.tagesschau.de/inland/sarrazin154.html
Das ist aber echt ein schwacher Konter auf der Achse – wahrscheinlich schwant ihm gerade zauberlehrlingshaft, dem Broder, daß die Geister, die er rief, sich ratzfatz gegen ihn selbst richten werden, wenn das politische Klima sich weiter so verdichtet und verdüstert.
Eben bei Twitter ging ein Text bei Jetzt!, glaube ich, herum, in dem behauptet wurde, Sarrazin habe in irgendeinem Interview gesagt, er habe seine Statistiken eh frei erfunden. Keine Ahnung, ob das stimmt – aber Statistiken, die auf unsinnigen Fragestellungen beruhen, erklären eh nichts.
@momorulez:
Ich gehöre ja zu den wenigen Leuten, die sich den Vorwurf, ein Anhänger des Sozialingenieurswesens zu sein, ohne Widerspruch gefallen lassen. Wobei mir kontinuierliche Abstimmungen über die Auswirkungen der verschiedenen Entwürfe schon wichtig sind. Das Perikles-Zitat vom ‘ollen Karl (meinem, micht deinem) kannste dir ja denken.
Gestern hatte ich übrigens 5 Stunden Karneval ohne Alkohol – nennt man Vorstellabend, und ich musste fahren. Hölle, wenn auch einige Leute dabei sind, denen man die Freude ebenso anmerkt wie Talentlosigkeit.
@T.Albert:
Der einzige Nazi, den ich persönlich enger kenne, hat einen SEHR polnischen Namen und wird allgemein “Pole” genannt. Kann sein, dass er mittlerweile kein Nazi mehr ist, hat sich aber dazu bekannt. Ob das ein Muster ist, mit den Sarazenen und Osteuropäern?
@Statistiken:
Wer traut denn einer, die er nicht selbst…?
Lustig, dass im neurechten Diskurskosmos die Reaktion der Sarrazin-Kritiker a.) wieder nur reine Strategie ist und b.) natürlich bestätigt, dass dieser recht hat.
Was für ein Schwachsinn. Mit den deutschen Genen scheint tatsächlich was nicht zu stimmen. Hoffe, ich habe ein klein wenig schwedisch und französisch abgekriegt
…
Hab’ ja viele niederländische Gene ‘drin. Was aber angesichts von Geert Wilders sicher auch keine Entlastung ist.
Die beiden von dir angesprochenen Punkte nerven mich auch: Da wird genau das getan, was man der Gegenseite damit vorwirft. So kommt man nie voran. Genau wie mit Diskussionsverweigerung.
@ Momorulez
Doch, stimmt. Sarrazin ist nicht nur jemand, der mit Begeisterung versucht, rechtsextremistischen Dreck gesellschaftsfähig zu machen, sondern er fälscht sich zu diesem Zweck auch die passenden Statistiken zurecht.
Kaum ertappt man ihn dabei, antwortet dieser anstandslose Typ leider nicht mit “Verzeihen Sie bitte, ich glaube ich habe einen Sprung in der Schüssel, sondern mit:
Quelle
Er lügt sich eine individuelle Intelligenzforschung zusammen, der zufolge “50 bis 80 Prozent” der Intelligenz reinweg nur vererbbar seien – was kompletter Blödsinn ist und weit weg von der aktuellen wissenschaftlichen Diskussion. Sarrazin behauptet weiterhin einen enorm höheren Anteil von Transferempfänger unter Migranten (das ist kontrafaktisch), er behauptet, türkische bzw. deutschtürkische Väter würden großteils von HartzIV leben und ständig Fernseh gucken (bzw. Frauen belästigen und dem Terror zuneigen u.v.m.), und schämt sich nicht einmal, Migranten und deren Nachkommen als “ökonomisch nutzlos” zu titulieren. Ein gerade einmal um 4 Prozent höherer Anteil von HartzIV (auch bzw. in erster Linie aufgrund von Diskriminierungen und deren Wirkungen) ist ihm Anlass für diese Behauptung (welche aber ignoriert, dass die übrigen Transferzahlungen in Anteil und Höhe deutlich geringer ausfallen). Nähme man das ernst (was bereits in sich nicht möglich ist), müsste man eigentlich alle dt. Großstädte bzw. deren Bewohner als “ökonomisch nutzlos” bezeichnen. Schließlich ist dort die HartzIV-Quote ebenfalls um ca. 4 Prozent höher. Eigentlich gäbe es dann nur drei Länder, Hessen, Baden-Württenberg und Bayern, die eine “ökonomische Berechtigung” (nach Denkart von Sarrazin) hätten – wobei man diese Länder jeweils um die Großstädte bereinigen müsse, um alle Gebiete nahe der ehemaligen DDR, sowie Bayern von Nordbayern und Franken, äh, separieren. Frauen wären insgesamt “ökonomisch nutzlos”, Behinderte und chronisch Kranke sowieso, und ach, auf die Älteren könnte man, rein ökonomisch betrachet, sicherlich auch problemlos verzichten.
Ich wünsche Herrn Sarrazin nicht, dass er eines Tages in einem Staat lebt, der radikal nach seinen Maßstäben ausgerichtet ist. Dann würde er nämlich ab ca. dem 60.ten Lebensjahr (evtl. schon Mitte 50) der Endlösung zugeführt.
Tatsächlich, das wäre die konsequente Fortsetzung seines Denkens.
Tja, es wird nicht dazu kommen. Trotzdem, am 2. Oktober kann er dann gemeinsam mit seinem Bruder im Geiste, Gerblöd Wilders, herumblöken. Und dann hoffentlich für lange Zeit nicht mehr – weil er ab dann nämlich verlacht ist, auch wegen seiner eifrigen Statistikfälschungen.
Die (an sich illiberale!) Gleichsetzung sozioökonomischer Milchmädchenrechnungen mit sinnvollen Werturteilen über die soziale Wirklichkeit ist überhaupt erschreckend – und insofern könnte man Sarrazin auch für einen besonders konsequenten Wirtschaftsliberalen halten, also einen wirklich schweren Fall von Politextremismus. Dafür spricht z.B. auch dieses Zitat von ihm:
Hmm – sorry: Irgendwas muss ich beim Blocksatz ziemlich falsch gemacht haben.
(in meinem Hobby-Forum habe ich dafür gesorgt, dass Leute, die gerne rechte Positionen einnehmen, Sarrazin inzwischen für einen Spinner halten – und für widerlich)
Sarrazins Hausse in der öffentlichen Wahrnehmung wird schon bald einer angewiderten Sättigung weichen. Im Übrigen frage ich mich, was wohl ein Spitzen-Bundesbanker wohl für einen Job hat. Sehr anstrengend scheint der nicht zu sein.
Das ist mir jetzt auch zu kompliziert, da die Formatierung zu ändern …
Ja, Schirrmacher: schlimm
Der Text von dem hat mir fast Angstschweiß in den Nacken getrieben. Das ist schon höhere Boshaftigkeit, weil die dahinter stehende Strategie sadistisch grinsend so überdeutlich wird. Und da anempfiehlt man mir Therapien – die sind doch alle nicht bei Sinnen.
Als ich bezüglich meiner Untersuchungen zur Nachkriegsgeschichte der Rassenlehren schrub “Der Schoß ist fruchtbar noch” hielten Einige mich für einen pathetischen Übertreiber. Inzwischen kommt es schlimmer, als ich zumindest in diesem Zeitrahmen für möglich gehalten hätte. Ich verstehe Ralph Giordanos Überlegungen zur Bewaffnung und Antifasist Genclick immer besser.
Ich verstehe Ralph Giordanos Überlegungen zur Bewaffnung und Antifasist Genclick immer besser.
-Heisst?
@che:
Ja, es ist wirklich noch schlimmer, als selbst ich das gedacht habe. Da bricht etwas auf aus reinem, ja, Willen zu was eigentlich? – daß so ein Dreck noch mal auf so großer Bühne diskutiert werden würde … nee. Worte fehlen.
Übrigens ist das Aussetzen der Wehrpflicht, für das wir immer alle waren, zu just diesem Zeitpunkt nicht trivial. Wie es ja schon jede Menge rechte Hools bei der Polizei gibt, wird demnächst auch das Militär von diesen dominiert sein.
Gabriel und der gesamte SPD-Bundesvorstand haben gerade das Parteiausschlussverfahren gegen Sarrazin eröffnet.
(ich wollte auch einmal etwas Positives beisteuern inmitten von diesem Wust an Kulturverfall, Werteverfall und Rassismus/Biologismus auf Seiten der politischen Rechten und FDP-Liberalen)
was hat denn giordano nun gesagt?
Damit schaffen die nur einen Märtyrer, bestätigen diesen Quatsch, daß eine linke Meinungsführerschaft “die Wahrheit” unterdrücken würde und machen derweil weiter mit ihrer sozialdarwinistischen Agenda-Politik.
Natürlich müssen den ausschließen, das hilft nur rein gar nix.
@T. Albert:
GENAU das Problem habe ich hier auch öfter.
Ralph Giordano hat 1993 gesagt, dass er sich Schusswaffen zugelegt habe, um sich als Jude in Deutschland verteidigen zu können und Juden und MigrantInnen aufgefordert, das auch zu tun. Antifasist Genclik war eine türkisch-kurdische Jugendorganisation, die in einer Zeit offener rassistischer Progrome zum Gegenangriff der MigrantInnen auf Nazis aufforderte und daraufhin nach der Erstechung eines Nazifunktionärs, welche der Gruppe zur Last gelegt wurde als terroristische Vereiningung verfolgt wurde, die Nazibanden aber nicht. Als tatverdächtige wurden zunächst Antifasist-Genclik Mitglieder verhaftet und angeklagt, die später aber freigelassen wurden. Dieses sprachen davon, dass es sich hier unabhängig von der Identität der angreifer um Gesinnungsjustiz handeln würde, die nicht der Fahndung nach den Mördern, sondern der Zerschlagung von Antifastrukturen dienen würde. Über beide Dinge wurde damals in der Linken sehr breit und sehr kontrovers diskutiert. Das Spektrum reichte hier von “Keine Gewalt!” bis “Gegenangriff!”.
http://www.azzellini.net/en/node/2086
Sorry, ich habe selber in diesen ganzen Geschichten so tief dringesteckt, dass ich die Bekanntheit dieser Dinge immer selbstverständlich als Allgemeinbildung voraussetze. Ein Schritt weit ist das Realitätsverlust, ich weiß.
Sarrazin eignet sich nicht als Gallionsfigur einer Parteineugründung – dazu wirkt er einfach viel zu sehr, pardon, wie ein halbseniler, halbirrer Zausel. Vor Leuten wie Friedrich Merz, Clement und/oder HO Henkel hätte ich da mehr Angst.
(aber die können nicht miteinander)
Nebenbei bemerkt: Dr. Naika Foroutan ist ein sensationeller Lichtblick.
Nee, Parteigründung glaube ich bei dem auch nicht …
Ja, die macht tolle Forschung zum Thema kulturelle Identitäten und Nicht-Identitäten. Hat die denn zu dem aktuellen Konflikt etwas gesagt?
Aber die NPD will ihn ins Boot holen…
@ Che
Sie war in die Sendung zugeschaltet und hat geradezu glanzvoll die Thesen von Sarrazin demontiert. Ich wüsste nicht, wie man es besser hinkriegt. In schriftlicher Form kann man es hier weitgehend nachlesen. In Youtube findert sich das auch. Ich finde ja, oft ist das gesehene gesprochene Wort mächtiger als die reine Aussage.
(und ja, Sarrazin hat es binnen eines Jahres geschafft, noch hirnlosere Behauptungen aufzustellen – nun ist er auch noch ein (Er)Finder des Judengens und der Baskengene)
P.S.
In meinem Hobbyforum fangen Rechte bzw. Mitterechte gerade an, Sarrazin zu demontieren. Seinen Biologismus finden sie zum Kotzen.
P.P.S.
Soll ich einen Youtube-Link raussuchen?
Also von mir aus gerne.
@ Katzenblogger
wo hast du das her mit den 4% ganz oben? Ungefähr so: in Hamburg sind jetzt alle nicht nur arbeitsscheu, alle sind: dumm (siehe Pisa), nichtintegrationswillig in die deutsche Mehrheitsgesellschaft (großstädtische Lebensformen, Individualismus, Intellektuelle), für die sie eine Belastung darstellen (Länderausgleich), und es gibt ein Gen, das alle Hamburger haben (irgendwie sind das doch noch Menschen), die dazu noch untereinander heiraten und sich fortpflanzen (die haben eben nichts anderes zu tun, da in ihrem Ghetto), und eine seltsame Clan-Struktur mit einem Häuptling an der Spitze, ohne den schon mal gar nichts läuft?
Ziggev, öhm, da müsste ich ganz tief und ziemlich lange in Statistiken rumwühlen – und auf Anhieb finde ich es nicht. Ich erinnere mich aber ziemlich genau – wobei es auch 3,9 Prozent oder 4,1 Prozent gewesen sein könnte. Die Größenordnung stimmt, wobei sie auch wenig verwunderlich ist, wenn man den konkreten Diskriminierungsalltag kennt. Laut Mikrozensus (das finde ich deutlich schneller) gehen 80 Prozent der migrantischen Bevölkerunng (in arbeitsfähigen Alter) einer Beschäftigung nach, oft sogar auf selbstständiger Basis.
Mit “arbeitsscheu” hat das gewiss nichts zu tun. Oder hatte ich irgendetwas in dieser Richtung geschrieben??
P.S.
John Dean = Katzenblogger
(um evtl. Verwirrung zu vermeiden)
nein, nein. habe hier nichts von arbeitsscheu gelesen. und, ich meinte ja auch die Großstädter, die sind doch erblich belastet, wusstest du das nicht ?
Ach, sorum! Aber hängt die erbliche Belastung der Großstädter nicht wiederum zu 50 bis 80 Prozent vom Stadtviertel ab, in dem sie zur Welt gekommen sind?
ja, das denken dann die meisten. Idee ungeeignet, um den ganzen Müll ad absurdum zu führen.
Hängt eigentlich die Erwähnung von jüdischen und baskischen Genen in einem Atemzug damit zusammen, dass Franco am liebsten mit den Basken gemacht hätte wie Hitler mit den Juden… so ganz böse gefragt?!
@Giordano
Ja, daran erinnere ich mich natürlich.
War eine interessante Zeit, ein Vorgeschmack, wie wir gerade merken.