Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Trauer und Antisemitismus

Seltsam an einem Tag, da Merkel, Wulff und die Staatskirchen Trauer annektierten und kolonisierten, wo doch ein Trauer-Rave die richtigere Antwort gewesen wäre, die folgenden Zeilen zu lesen:

“Während der Aids-Krise (die übrigens andauert, vor allem auf dem afrikanischen Kontinent) habe ich über den Skandal geschrieben, dass Homosexuelle ums Leben kommen, ohne dass explizit und öffentlich um sie getrauert wird.”

Halte das verlinkte Interview für durchaus bedeutsam. Insbesondere hinsichtlich des Rassismus in der schwulen Szene hatte ich bereits mehrfach hier allerlei Lesenswertes und Diskussionswürdiges verlinkt rund um die Ablehnung des “CSD-Preises” durch Judith Butler.

Kontroverser fast auch unter der Leserschaft dieses Blogs dürften Butlers Äußerungen zu Israel sein. Ähnlich, wie die Erledigung des Denkens von Michel Foucault häufig mit seiner vermeindlichen Parteinahme für Khomeni (völliger Humbug das, hat er nie) vollzogen wird, werden Judith Butler seit geraumer Zeit Äußerungen zur Hamas unter die Nase gerieben, als sei damit jegliche Auseinandersetzung mit ihrem Denken erledigt. Ein Teil ihrer zutiefst verletzten Antwort sei zitiert:

“Ich habe mich auch gefragt, ob die Verwendung meiner gekürzten Bemerkungen über Hamas und Hizbollah nicht selbst eine Art antisemitischer Angriff war. Ich spüre in der Tat wieder meine Verletzbarkeit als Jüdin in Deutschland, wenn ich auf diese Art und Weise in den Medien diskreditiert werde. Es wäre mindestens paradox, wenn ich als queere Jüdin mich für Hizbollah und Hamas aussprechen würde, wie das in der Taz nahegelegt worden ist. Ihre Taktik, in der meine Aussagen verzerrt worden sind, hat mein Jüdin-Sein negiert und mich als eine selbsthassende Jüdin dargestellt, und in diesem Sinne wurde mir Gewalt angetan. Es ist ein großer Schritt von der Aussage »Judith Butler verteidigt die Rechte migrantischer Queers und ihrer Kämpfe, einschließlich der arabischen Communities in Deutschland« zu der Überschrift »Im Bett mit der Hizbollah«. Meine tatsächliche Position, die sich in Übereinstimmung befindet mit der jüdischen Ethik, besteht darin, Gleichheit für alle Minderheiten zu fordern. Das macht mich nicht zu jemandem, der gewalttätige Politik gutheißt. Das tue ich nicht. Aber Sie haben recht, es gibt keine Möglichkeit zu verhindern, dass die eigenen Worte von Leuten aufgenommen werden, die sie für antisemitische Zwecke benutzen. Deswegen muss jede Kritik der israelischen Politik eindeutig und unmissverständlich gegen Antisemitismus sein.”

Ja. Halte das Interview für wichtig und empfehle jedem die Lektüre (via Antje Schrupp/Twitter).

About these ads

39 Antworten zu “Trauer und Antisemitismus

  1. defekt Juli 31, 2010 um 6:03 nachmittags

    »Deswegen muss jede Kritik der israelischen Politik eindeutig und unmissverständlich gegen Antisemitismus sein.«

    Punkt.

  2. momorulez Juli 31, 2010 um 6:13 nachmittags

    Da hofft man auf Kontroversen, und wieder einigen sich alle nur ;-) – ja völlig zurecht und zum Glück. Punkt.

  3. momorulez Juli 31, 2010 um 11:39 nachmittags

    Wer noch ein wenig Unsinn zu dem Thema lesen möchte:

    “Butler wirft ermordete Kommunisten mit ermordeten Juden in einen Topf und ignoriert die völlig unterschiedlichen Gründe für den Holocaust und für Morde an politischen Gegnern.”

    Von hier: http://www.verbrochenes.net/2010/07/31/mindestens-paradox/

    Da hat jemand die in jeder Hinsicht richtige Singularitätsbehauptung im Bezug auf die Shoah falsch verstanden und findet ermordete Kommunisten und Schwule nicht so schlimm wie ermordete Juden.

    Als wäre nicht biologistisch untermauert die Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes wie auch die industriell-brüokratische Vernichtungsmaschinerie das, was den Holocaust singulär macht und auch dem Antikommunismus wie auch der Schwulenvernichtung zugrunde liegt.

    So kann man sich natürlich auch ganz und gar typisch deutsch jüdische Menschen zu Ersatz-Ariern basteln. Was für eine miese Instrumentalisierung von Juden.

    Na ja, getroffener Hund bellt. So sind sie, die Philosemiten, wenn jüdische Menschen sich nicht wunschgemäß äußern – der blanke Hass schlägt jüdischen Denkern entgegen. Hauptsache, man raubt denen alles Eigene und reiht sie ein in so einen Scheiß:

    “Es sind gerade die Zumutungen des Islam, die die Freiheitsrechte vieler Menschen bedrohen, und dazu gehören natürlich auch Homosexuelle.”

    Fick Dich, Verbrochenes, und wage es nicht, noch einmal so tun, als ginge es Dir um Leute wie mich.

    Dieser Idiot hat gar nicht verstanden, was in dem Interview gesagt wird. Natürlich folgt auch das Postmoderne-Bashing:

    “Die postmoderne Philosophin führt vor, wie ihr und ihren Anhängern beim Dekonstruieren und Relativieren der Realität dieselbe abhanden gekommen ist.”

    Ach, Hüter der Realität! Typen wie Du sind doch die ersten, die Zwangkastration für Leute wie mich fordern würden, wenn’s dem Kanackenbashing dient.

  4. Pingback: „Eine Branche, die hinterher immer alles schon vorher wußte“ oder: Das falsche Allgemeine « Metalust & Subdiskurse Reloaded

  5. momorulez August 1, 2010 um 4:04 nachmittags

    Dem geneigten Leser dieses Blog sei der folgende, unglaubliche Thread nicht vorenthalten, habe da in letzter Zeit viel zu wenig gelesen – und auch unser Willy ist mittemang dabei:

    http://rhizom.blogsport.eu/2010/06/17/judith-butler-queere-bundnisse-und-antikriegspolitik/

    Ebenso sei der folgende, ebenfalls dort verlinkte Erfahrungsbericht verlinkt:

    http://de.indymedia.org/2010/06/285054.shtml

    Weil der vielleicht meine harsche Reaktion auf die Dumpfhirne von Verbrochenes noch zu ergänzen vermag.

  6. che2001 August 1, 2010 um 4:12 nachmittags

    Ca ira, das sind ja die richtigen. Seit 20 Jahren damit beschäftigt, die Abrissbirne der radikalen Linken zu spielen und selbstverständliche Werte und Inhalte wie Solidarität und soziales Miteinander systematisch, sogar begrifflich, zu unterminieren.

  7. momorulez August 1, 2010 um 4:39 nachmittags

    Das so unglaublich Ärgerliche an diesen Verbrochenen ist ja die Nicht-Zurkenntnisnahme dessen, was Butler sagt. Die historischen Bedingungen, unter denen Menschenverächter wie die Hamas sich formierten, ganz explizit von der Parteinahme für diese, die sie deutlichst und explizit zurück weist, zu unterscheiden, das macht ja nun mal Sinn. Ebenso unsinnig die geschichtsvergessenen Kommentare zum Postkolonialismus – das ist ja gerade erschütternd Trend, Kolonialgeschichte einfach zu bestreiten. Und natürlich haben da auch schon immer jüdische Menschen gelebt, die zionistische Bewegung setzte trotzdem, und das aus sehr guten Gründen und meinerseits retrospektiv mit Solidarität versehen, zu Beginn des letzten Jahrhunderts ein, und die, die man heute Palästinenser nennt, die lebten da nun mal auch. Aber ganz der Entmenschlichung alles Arabischen folgend, was ich als typisch deutsch in der verlinkten Variante deuten würde, wird das ebenso ignoriert wie die Tatsache, dass Israel aus einem britischen Protektorat entstanden ist, wenn ich nicht völlig irre. Das wissen die vermutlich noch nicht mal.

    Dann dieses Migrantenbashing -Butler fordert die Solidarität mit Minderheiten, was auch entscheidender Punkt jeglicher Israel-Solidarität zu sein hat, weil dieses als Schutzraum jüdischer Menschen der einzige Staat weltweit ist, wo sie mal keine Minderheit sind. Und Verbrochenes folgend müsste sich Israel stattdessen gegen die Einwanderung aus Russland wappnen, wo die Alltagshomophobie nun auch heftigst ist.

    Unglaublich. Diese Hetzer machen mir Angst, weil die ständig das verdrehen, was ich auch vertreten würde, dem aber einen rechtsradikalen Einschlag verpassen.

  8. che2001 August 1, 2010 um 5:04 nachmittags

    Ich halte durchaus für möglich, dass zumindest ein Teil von denen ein Geheimdienstprojekt ist, das die Linke fertigmachen soll. Beispiel: Da ist jemand Prominentes aus dem Spektrum ständig im Irak, und zwar schon seit kurz nach dem Krieg. Da kommt man als Privatperson aber nicht so einfach hin, ohne dass CIA oder NSA oder Army Intelligence “ja” sagen.

  9. momorulez August 1, 2010 um 5:15 nachmittags

    Ich glaube, diese Verbrochenen sind gar keine Hardcore-Antideutschen, das sind, glaube ich mich zu erinnern, Bremer Fussballsfans, die nachplappern, was so schön einfach und verständlich scheint, mit den Parametern kann man sich ja den ganzen Tag damit amüsieren, andere als Antisemiten zu outen, und in die Kurvenmentalität passt das so schön, da ist ja auch alles so schön einfach pro und Contra, man will zu den Guten gehören usw..

    Diese Schlußpointe im Bezug auf den Historikerstreit ist auch einfach nur bierselig verblödet, so weit hatte ich gestern schon gar nicht mehr gelesen nach dem Rechtfertigen von Morden an Erich Mühsam etc. als Normalität der Attacke politischer Gegner – auch das ist ja so gänzlich deppert, dass so was wie jüdische Linke in dem Gebilde gar nicht auftauchen darf -, weil die schon wieder gar nicht in der Lage ist, die Pointe, ein jetzt existierendes, hegemoniales Staatsgebilde von Minderheitenpolitik im 3. Reich zu unterscheiden. Dass genau das plausibel als Merkmal von Antisemitismus von Butler diagnostiziert wird, wird einfach überlesen.

    Das Problematische ist ja, dass dieser grobe Unfug von durchaus ernstzunehmenden Publizisten gefeiert wird, ganz so, wie Broder früher PI stark schrub:

    https://twitter.com/PBBMarx

    Es ist wirklich erstaunlich, was für einen Aversion Butler bei Männern verursacht. Die fühlen sich, glaube ich, tatsächlich kastriert von der Gender-Theorie.

  10. che2001 August 1, 2010 um 5:22 nachmittags

    Ich fand Butler seinerzeit ja eher befreiend, denn die Geschlechtsrollendebatten, die wir bis dato geführt hatten, hatten etwas zutiefst moralinsaures und außerdem biologistisches. Insofern verstehe ich diese Reaktionen auf Butler nicht. Bin dabei allerdings auch viel zu sehr in Anthroplogiediskursen zuhause, in denen die Dekonstruktion als Voraussetzung des Begreifens fremder Gesellschaften selbstverständlich ist. Da kommt Butler ja von den Anwendungen her ja auch her, so die Entwicklung seit Lévy-Strauss. Den halten die Leute da oben jetzt wahrscheinlich für einen Hosenhersteller;-)

  11. che2001 August 1, 2010 um 5:29 nachmittags

    Meine Bemerkung zu Antideutschen bezog sich nicht auf die Bremer Fans, sondern auf Deinen indymedia-Link, und da geht es um den Ca-ira-Verlag, die Keim- und Kernzelle des Antideutschtums an sich und überhaupt.

  12. momorulez August 1, 2010 um 5:34 nachmittags

    Ach so, sorry. Ja, bei denen kann ich mir das auch vorstellen.

    Und ich bin ja gar nicht soooo sehr Butler-Fan, ich lese sie zum Teil als Foucault-, zum Teil als Habermas-Weiterdenkerin (die sie ja beide auch deutlichst kritisiert hat). “Hass spricht” hat mich passagenweise stark beeindruckt, und die Frage nach der Trauer finde ich sehr richtig gestellt.

    Aber ich würde sie trotzdem gegen diesen patriachalen Mob jederzeit verteidigen.

  13. che2001 August 1, 2010 um 5:49 nachmittags

    Und ich finde manches bei Butler durchaus verstiegen und kann auch nicht jedem Dekonstruktivismus-Diskurs folgen, wie ich ohnehin nichts von Pauschalzustimmungen halte. Daraus ergibt aber nun gerade eine Frontstellung gegen diese pauschalisierende Niedermache. Für mich war Butler dann auch neben Foucault, Bock, Mies, Medick und van Dülmen eine von denen, die den linguistic turn in den Gesellschaftswissenschaften auslösten. Die haben die Grundlagen meiner eigenen Art Geschichtswissenschaft zu betreiben geschaffen. Insofern ist das auch Selbstverteidigung, gegen solche Angriffe zu sein.

  14. serdargunes August 1, 2010 um 6:30 nachmittags

    Mein Beitrag ist wohl im Spamfilter gelandet.

  15. momorulez August 1, 2010 um 6:49 nachmittags

    Ich Fisch ihn gleich raus, sorry!

  16. momorulez August 1, 2010 um 6:56 nachmittags

    @serdagunes:

    Da ist er nicht :-( – wordpress spinnt heute aber auch, zeitweise bin ich gar nicht mehr rein gekommen, und einen Kommentar von mir vorhin wurde auch geschluckt. Kannst Du es noch mal versuchen?

  17. che2001 August 1, 2010 um 11:08 nachmittags

    Das von Dir gedachte Wort Brathering wurde von einer Genossin von mir schonmal für einen englischen Begriff für ein Tun gehalten, ausgesprochen Bräsering. Brathering like Gathering. Den Baum Roterle hielten meine Eltern auch schon mal für rätselhaft-was ist denn ein ROTerle? Was kleines rotes?

  18. momorulez August 1, 2010 um 11:15 nachmittags

    Das mit dem Bresering habe ich eben auch gedacht beim Schreiben ;-) .. Und Roterlen kenne ich gar nicht … Vielleicht wäre dem Rotationsprinzip das Roterlingsprinzip überlegen gewesen?

  19. momorulez August 2, 2010 um 8:29 vormittags

    Ich habe mich darüber drüben bei “Verbrochenes” ja immer noch nicht wirklich beruhigt:

    “Die postmoderne Philosophin führt vor, wie ihr und ihren Anhängern beim Dekonstruieren und Relativieren der Realität dieselbe abhanden gekommen ist.”

    Ja, ja, der “zersetzende, jüdische Geist” – ist mir bisher noch gar nicht aufgefallen, dass das bei “Dekonstruktions-” und “Postmodernekritikern” mit läuft. Nix haben die Nazi mehr gehasst als jüdische Linksintellektuelle, aber über wen fallen die “Antisemitismuskritiker” her? Über jüdische Linksintellektuelle. Und dann noch ‘ne Lesbe.

    “Ey, bleib mir weg der identitären Scheiße!” käme dann wahrscheinlich als Antwort. Und jetzt beklagt da auch noch einer “Selbstviktimisierung”, das hat mir Boche einst auch mal unterstellt. Ist der Satire?

    Passt aber in das aktuell allseits verbreitete Schema: “Was Rassismus ist, bestimmen immer noch Weiße, was Homophobie ist, Heteros, und was Antisemitismus ist, Nicht-Juden!” Was für eine Unverfrorenheit.

  20. bibabonde August 2, 2010 um 1:09 nachmittags

    “Als wäre nicht biologistisch untermauert die Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes wie auch die industriell-brüokratische Vernichtungsmaschinerie das, was den Holocaust singulär macht und auch dem Antikommunismus wie auch der Schwulenvernichtung zugrunde liegt.”

    Das, was das eine Ereignis singulär (!) macht, liegt auch gleich zwei anderen zugrunde? Liest Du das eigentlich nochmal, was Du da so schreibst?

    Und überhaupt, “die Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes” macht den Holocaust singulär? Welchen Gleichheitsgrundsatz gibt es denn, der nicht jeden Tag millionenfach verletzt würde?

    Deine Art der Beleidigung ist bemerkenswert. Du teilst _mir_ in der Kommentarspalte _deines_ Blogs mit, dass ich mich ficken soll? Schreibs doch gleich auf ein Blatt Papier und wirf es Dir selbst in den Briefkasten, Du Gernegroß.

    Der Ca Ira Verlag wird übrigens tatsächlich von der CIA finanziert – gibt uns aber nichts ab, weil wir nur Bremer Fußballfans sind. Und Fußballfans sind immer doof, wenn sie nicht Fans vom selben Verein wie man selber sind.

    Tausend Küsse!

  21. momorulez August 2, 2010 um 2:17 nachmittags

    Na, hallelujah, Baby, Du bestätigst ja gerade meine Vorurteile bestens … ganz auf der Höhe der Auseinandersetzung, sozusagen, wie die profunden Kommentare zu dem Butler-Interview drüben bei Dir ja belegen.

    Und wenn ich mich – indirekt – wahlweise beschimpft oder instrumentalisiert fühle, beschimpfe ich auch gelegentlich zurück, ja. Sehe ja an den Referern, ob es wahr genommen wird oder auch nicht. Habe aber auch jede Menge Argumente angeführt, liegt Dir vielleicht nicht so.

    Das sind Definitionen, Strukturen und Prozesse, die dem Holocaust zugrunde liegen, nicht schlichte Gründe für ein Ereignis. Das macht z.B. Sinn, zu dem Thema Raul Hilbergs “Die Vernichtung der europäischen Juden” zu lesen, das ist sehr beeindruckend. Es begann mit einer Definition …

    Und allem zugrunde liegt die fundamentale “deutsch (arisch) – hetero – männlich”-Struktur, Frauen sind als Vermehrer dessen vorgestellt. Aus dieser fundamental antiegalitär-rassistisch-nationalistisch-sexistischen “Grundkonzeption” ergibt sich dann der Vernichtungs- und bzw. Unterwerfungswille all dessen, wogegen sich die Nazis richteten: Sinti & Roma, Schwule, Juden, Slawen – wie auch gegen jene, die egalitäre und universalistische Vorstellungen pflegten, nämlich Sozialdemokraten und Kommunisten. Die “Asozialen”, unter die oft auch Lesben subsummiert wurden, wie ich gerade lernen durfte, sind noch mal ein eigenes Kapitel.

    Es existierte die genuin liberale, formale Gleichheit (unabhängig von “Rasse”, Geschlecht etc.) vor dem Recht nicht mehr, alles Ungleiche wurde wahweise inhaftiert, malträtiert, militärisch angegriffen oder vergast. Oder in den BDM einsortiert etc.

    Che wird mich korrigieren, der ist Historiker und hat zu diesem Thema geforscht – sag ich mal so als Gernegroß.

    Der ist übrigens auch Werder-Fan ;-) – und so lange sich da nicht wer über verschneite Plätze aufregt, mag ich die auch ganz gern, auch als St. Paulianer.

  22. che2001 August 2, 2010 um 3:10 nachmittags

    Da muss ich nicht groß korrigieren, eher ergänzen. In “Grundriss der menschlichen Erblichkeitslehre und Rassenhygiene” von Baur/Fischer/Lenz wie auch in “Rassenkunde und Rassengeschichte der Menschheit” und “Die Forschung am Menschen” von Egon v. Eickstedt wurde die Frau als “Abweichung” vom männlichen Standardtyp des Menschen bezeichnet und war von höheren und niederen bzw. “progressiven” und “primitiven Rassen” die Rede. Lenz, damals einer der in Deutschland führenden Anthropologen und Biologen schrieb Folgendes: “Die soziale Auslese nach Rassenanlagen lässt sich zahlenmäßig am schlagendsten an der sozialen Stellung der Juden belegen, weil in diesem Falle die Konfession eine verhältnismäßig klare Abgrenzung ermöglicht oder doch wenigstens früher ermöglichte…. Die Juden finden sich fast nur in Berufen mit vorwiegend geistigerTätigkeit, hauptsächlich in solchen, bei denen der Erfolg von der Beeinflussung anderer Menschen abhängig ist; sie sind daher insbesondere im Kleidergeschäft, im Kunsthandel, im Theater und Kino, im Warenhauswesen, im Geldgeschäft, unter Journalisten, Schauspielern, Musikern, Rechtsanwälten, Ärzten usw. ganz unverhältnismäßig stark vertreten, was in Anbetracht ihrer psychologischen Veranlagungohne weiteres verständlich ist…und ist klar, dass die Juden ihr so überaus günstiges Abchneiden in der sozialen Auslese nicht ihrer Konfession, sondern ihren Rassenanlagen verdanken….Es bleibt abzuwarten, wie sich die soziale Stellung der Juden, welche durch die Revolution im ganzen noch bedeutend zu ihren Gunsten verschoben sein dürfte, weiterhin gestalten wird. In den revolutionären Bewegungen der Gegenwart lag die Führung fast überall in den Händen von Juden, und viele Zeichen sprechen dafür, dass an die Stelle der bisherigen nordischen Führungsschicht in Europa und Nordamerika eine mehr und mehr jüdische treten wird….Gewiss hat Goethe auch nordische Züge, dazu gehört vor allem die Kraft seiner Anschauung; aber vieles Andere an ihm ist nicht-nordisch, so seine Scheu vor harten Wahrheiten, überhaupt vor allem, was hart auf hart geht, sein mangelnder Sinn für tragisches Heldentum…Sein Werther ist rousseauisch…in der Tat scheint mir neben dem nordischen Einschlag in Goethes Veranlagung ein vorderasiatischer wahrscheinlich zu sein….Die teilweise nicht-nordische Artung Goethes wird besonders deutlich, wenn man ihn mit Dichtern von nordischem Typus des Geistes wie Shakespeare, Schiller, Hebbel, Gobineau, Nietzsche, Strindberg vergleicht. Diese verhüllen den Blick nicht vor den entsetzlichen Sinnlosigkeiten des Daseins; sie suchen sie vielmehr auf und finden gerade darin ihre tragische Erhebung….Im Anfang war der Mythos, und der Mythos war aus dem Geist der Rasse geboren. In Göttern, Göttinnen und Helden verkörperte sich das Bild der Rasse. Im Zeitalter der Rasse kehrtb der Mythos wieder in seine Heimat zurück. Ja, die Rasse selber ist ein Mythos, weniger eine Wirklichkeit der Erfahrungswelt als ein Ideal, das es zu erfüllen gilt…Ich sehe eine Entwürdigung der Religion darin, wenn man die Entstehung von Idioten, Krüppeln und Verbrechern der göttlichen Vorsehung vorbehalten wissen will…Widar setzt dem Fenrir, dem Odin erlegen ist und der sich anschickt, mit seinem riesig geöffneten Rachen alle Länder zu verschlingen den Fuß auf die Kiefer und zerreißt ihm den Rachen. Widar ist schweigsam und stark. Von ihm soll das neue Reich ausgehen.”

    Hilter inspirierten dieser Äußerungen aus dem Baur/Fischer/Lenz, DEM führenden Fachbuch der deutschprachigen Humanbiologie zu “Mein Kampf”, und Lenz bezeichnete sich später als den eigentlichen Begründer der NS-Weltanschauung. 1946 wurde in Göttingen Lenz auf einen Lehrstuhl für Genetik berufen,

  23. momorulez August 2, 2010 um 3:13 nachmittags

    Danke für die Ergänzung!

  24. Katzenblogger August 2, 2010 um 4:02 nachmittags

    Was für ein Bullshit. Wie kommt man denn auf sowas? Lenz sagt indirekt (eigentlich sehr direkt), dass “nordisch” im Kern bedeutet, das Dasein für entsetzlich sinnlos zu halten, und aus dieser Sichtweise heraus solle man zu “tragischer Größe” (auch gemeint: Krieg) bereit zu sein. “Groß” bedeutet für Lenz allerdings auch, diesen Unfug von der Sinnlosigkeit des Lebens kritiklos zu schlucken.

    Tauscht man “nordisch” mit faschistisch aus, dann werden diese Behauptungen von Lenz irgendwie wahr. Denn es waren Faschisten, die Leben massenhaft zu lebensunwert erklärten und faschistisch ist es auch, das “Opfer” im Krieg (also das feige Morden im Krieg) und die Auslöschung von Leben zu heroisieren. In eigentlich theologischer Form wird das “nordische” Sterben und Morden in diesem Zusammenhang als Zeichen der “Größe” und Ausdruck von Kraft angehimmelt.

    Wie pervers. Und irgendwie, in Teilen, erinnert mich das an merkwürdige Blogger, welche die Einkommenserwartung eines Menschen für das Kernkriterium schlechthin halten. Da ist zwar noch kein Auslöschungswunsch direkt angelegt, im Gegensatz zu Lenz, aber eine Lehre von der Ungleichwertigkeit der Menschen ist es allemal, mit der eigentlich unvermeidlichen Konsequenz, wenn so etwas Gesellschaft oder Regierungshandeln bestimmt, dass Menschen ungleichwertig behandelt werden bis dahin, dass man bestimmten Menschen, die man für relativ wertlos hält, die Rechte nimmt bzw. zu nehmen versucht.

    Und, ebenso merkwürdig, das ist in bestimmten Bereichen bereits Realität in der Bundesrepublik Deutschland, bei der Behandlung von “Geduldeten”, Asylanten, Migranten und Menschen ohne Einkommen. Die Beispiele dafür sind zahlreich und betreffen Millionen Menschen. Beispielsweise in Gestalt einer menschenrechtswidrigen Residenzpflicht.

    Ausgangspunkt all dessen ist in meinen Augen die (zumeist stillschweigende) Vorstellung der Ungleichwertigkeit von Menschen.

  25. momorulez August 2, 2010 um 4:32 nachmittags

    Ja, völlig richtig. Ich würde genau das auch als Kern aller Faschismen begreifen – auch in hierarchisch-militärischen Diktaturen kann, muss das aber nicht sein. Wobei ich, ehrlich gesagt, den italienischen Faschismus viel zu wenig kenne, vielleicht kann da ja wer weiter helfen?

    Horkheimer/Adorno haben das, indirekt und uneingestanden, dann mit der “Zweckformel” des Kategorischen Imperativs Kants verküpft, dass man niemanden als Mittel, sondern nur als Zweck an sich selbst behandeln solle.

    Ernst Tugendhat hat das als “Instrumentalisiere niemanden” zusammen gefasst, Horkheimer Adorno kritisieren instrumentelle Vernunft, die sie im Kapitalismus selbst am Wirken sehen, und auch so kommt es zu dem Satz, dass, wer vom Faschismus rede, vom Kapitalismus nicht schweigen solle.

    Insofern sind diese ganzen neoliberal-ökonomistischen Kosten/Nutzen-Kalküle und “rational choice”-Zweckrationalitäsvorstellungen sowieso in sich faschistoid dann, wenn sie nicht durch andere Parameter ergänzt werden.

    So kamen ja nun alles andere als Linke einst dazu, die soziale Marktwirtschaft zu erdenken. Wieder andere erdachten den Rechtsstaat, und das Fatale ist an aktuellen Diskussionen, dass beides und auch das ganze Bildungs- und Gesundheitssystem immer stärker ausschließlich zweckrationalen Erwägungen zum Opfer fällt, obgleich diese Erwägungen im Grunde genommen nur als funktionale Ergänzungen zu ganz anderen Wertsetzungen im nicht-instrumentellen Sinne begründungsfähig sind.

    Weil, wie schon Max Weber wusste, totalisierte Zweckrationalität eben irrational ist. Nicht umsonst haben große Dichter, aber leider auch frühe Wegbereiter des Nationalsozialismus wie Gottfried Benn, der sich sehr bald wieder abwandte, Emigranten wie Klaus Mann ein Pläoyer für das Irrationale entgegen geschmettert.

    Sorry, aber irgendwie musste ein Grundsatzvortrag mal sein, weil diese Teiladaptionen antideutschen Denkens wirklich ein derartiges Unheil in Köpfen anrichten, dass man sich nur fürchten kann.

    In einem anderen Dialog zu diesem Thema – also dem, was Verbrochenes geschrieben hat – wurde noch angeführt, dass Kommunisten ja noch die Wahl hätten, biologisierte, jüdische Menschen jedoch nicht.

    Vielleicht noch 1930, aber spätestens nach dem Reichtagsbrand nicht mehr. Und ansonsten ist die politische Gegnerschaft der Nazis zu den Linken, also auch der SPD, ja eine systematische, keine zufällige, die im idealtypischen Internationalismus und Egalitarismus der Sozialdemokraten und Kommunisten wurzelte, die aus genau diesen Gründen auch als “verjudet” behauptet wurden, weil sie ja die Niederen, Schwächeren und Minderwertigen schützen und stützen wollten (!!!).

    Dass die faktische Thälmann-KPD aus Stalinsten bestand, weiß ich auch. Trotzdem muss man immer wieder und gerade heute betonen, dass ein Zusammengehen von KPD und SPD in den frühen 30er Jahren die Nazis wohl verhindert hätte, evtl. hätte das teils noch monarchistische Militär geputscht – und dass es die SPD war, die gegen das Ermächtigungsgesetz stimmte, während die “Bürgerlichen” und das Großkapital Hitler stützen.

    Das ist durchaus erstaunlich weg propagandisiert worden, man hat immer das Gefühl, dass das keiner mehr auf dem Zettel hat. Ein später Erfolg Noltes mit tatsächlich fatalen Folgen für die Gegenwart.

  26. Katzenblogger August 2, 2010 um 4:54 nachmittags

    Etwas OT (eigentlich auch nicht), aber ich habe es jetzt grad erst entdeckt:

    https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition%3bsa=details%3bpetition=10249

  27. Katzenblogger August 2, 2010 um 5:02 nachmittags

    Ja, Foxconn ist ein prima Beispiel für den Zweckrationalismus eines rein wirtschaftlichen Denkens und die dort innewohnende Gefahr von Inhumanität, Amoral und Faschismus.

    Diejenigen, welche “Liberalismus” und “Freiheit” wie eine Werbepappe vor sich her tragen, interessieren sich bemerkenswerter Weise überhaupt nicht für sowas, und auch nicht dafür, dass Kapitalismus nicht nur Wohlstand, sondern auch Gewaltverhältnisse, Unrecht, Ausbeutung und – wie paradox doch eigentlich – Armut erzeugt.

    Spätestens dann, wenn Zweckrationalismus religionsähnliche und alle Bedenken fortwischende Formen annimmt, dann wird er gefährlich – mordgefährlich sogar. Wer mag, darf sich zu diesem Satz “Duisburg” dazudenken.

  28. che2001 August 2, 2010 um 5:53 nachmittags

    Die Foxconn-Meldung ist ja eigentlich was für BooCompany/Dotcomtod.

  29. Nörgler August 2, 2010 um 5:53 nachmittags

    ” … Egalitarismus der Sozialdemokraten und Kommunisten wurzelte, die aus genau diesen Gründen auch als „verjudet“ behauptet wurden, weil sie ja die Niederen, Schwächeren und Minderwertigen schützen und stützen wollten (!!!).”

    Heute sagen sie nicht mehr “verjudet”, heute sagen sie “Sozialromantiker”.

  30. Katzenblogger August 2, 2010 um 6:49 nachmittags

    Zwischendurch hatte das abfällig gemeinte Wort “Besitzstandswahrer” Konjunktur, als Kontrawort gegen Gewerkschaftler Gegner von Sozialabbau, bis dann irgendwann auffiel, dass dieses Wort wohl doch eher auf die tatsächlich Besitzenden und Reichen passt.

    Das waren herrliche Zeiten, wo in gleichtönend dummenTalkshows den Arbeitslosen von herrischen Wirtschaftsvertretern vorgeworfen wurde, “Besitzstandswahrer” zu sein. Das war so wunderbar absurd und verdeutlichte, dass es in den Augen der Wohlstandselite bekämpfenswert und verwerflich ist, wenn ein Unterschichtler etwas besitzt.

  31. momorulez August 3, 2010 um 8:41 vormittags

    “Das waren herrliche Zeiten, wo in gleichtönend dummenTalkshows den Arbeitslosen von herrischen Wirtschaftsvertretern vorgeworfen wurde, „Besitzstandswahrer“ zu sein.”

    Sind die denn vorbei?

    Zu meiner Reaktion auf den auch hier mit dem Florett fechtenden Verbrochenen noch mal ein weiterer Thread von Rhizom; man fühlt sich ja weniger einsam fightend, wenn sich da doch sehr ähnliche Reaktionen finden wie die meinen:

    “Aber, ehrlich gesagt, wenn ich schon diese kitischige Opfertrilogie: “Frauen, Homosexuelle, Juden” (im Folgenden kurz: FHJ) lese, mit der sich die Vorbereitungsgruppe ungefragt auf anderer Leute Identitäten bezieht, um ihren Rassismus zu legitimieren, dann bekomme ich echt das Kotzen. Not in my name, fucking assholes!

    Hetze im Namen von FHJ, Abschiebung im Namen von FHJ, Stürmer-Karikaturen im Namen von FHJ – tss, so geht also rassistische Identitätspolitik für weiße Deutsche mit dem Anspruch einer politischen Vormundschaft über “Frauen, Homosexuellen, Juden”.”

    Handelt sich um die Diskussion zum bereits oben verlinkten Erfahrungsbericht zu dem Ca Ira-Buch.

    Auch zum vom Verbrochenen geleugneten Zusammenhang zwischen Formen des Antisemitismus, anderer Formen des Rassismus wie auch der aktuellen Islamophobie findet sich dort Erhellendes, insbesondere der Verweis auf dieses Bild. Auch die Konstruktion eines historisch invarianten “Islam”, der dann als Wesenseigenschaft und Charaktereigenschaft “dem Muslim” innewohnt und durch Quellen aus dem 11. Jahrhundert belegt wird, wird da prägnant rekonstruiert.

  32. che2001 August 3, 2010 um 9:52 vormittags

    Man komme mal in den Dom von Palermo. Da stehen an der Decke überwältigend schöne Fresken im persischen Stil und kufische Inschriften, darunter auch Koransuren, obwohl das nie eine Moschee, sondern immer ein Dom war. So ökumenisch und multikulturell waren die Normannenherrscher.

  33. che2001 August 3, 2010 um 3:04 nachmittags

    Übrigens gehören in die Bandbreite “des” Islam auch Leute, die auf Sumatra ein Krokodil als Reinkarnation Mohammeds anbeten.

  34. Robert Michel August 3, 2010 um 7:07 nachmittags

    Che ich muss die ent-täuschen, der Palermo viel zwischenzeitlich unter arabische Herrschaft und in dieser Zeit wurde der Dom zur Moschee umfunktioniert.

  35. Robert Michel August 3, 2010 um 7:08 nachmittags

    “der Palermo viel zwischenzeitlich” = “Palermo fiel zwischenzeitlich”

  36. Katzenblogger August 3, 2010 um 8:04 nachmittags

    Trotzdem finde ich den Gedanken reizvoll, ein Krokodil anzubeten. :-)

    Das ist jedenfalls weniger absurd als die Argumente, mit denen linke Denker gemeinhin “erledigt” werden. Sind Totschlag-Argumente an sich schon schlimm genug, so sind die gern endgültig formulierten “Erledigungen” eines komplexen Denkers, wie sie in bestimmten Kreisen beliebt sind, eigentlich eine Form geistigen Totschlags. Wenn man so will, ist das so etwas wie geistiger Stalinismus.

    Wie oft hätte man z.B. einen Kant “erledigen” können. Wobei ich ja denke, dass die geistigen Totschläger Kant auch schon längst vollendet erledigt haben – allerdings, ohne das irgendwie zu merken. Interessant finde ich zu gucken, wo sich diese Erlediger und geistigen Totschläger tummeln.

    Das ist sehr aufschlussreich.

  37. che2001 August 3, 2010 um 8:40 nachmittags

    Sorry, ich meinte auch nicht den Dom, sondern die Hofkapelle Palatina, von Roger II. in Aufttrag gegeben und von Arabern errichtet.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 980 Followern an