Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Tagesarchive: Juli 5, 2010

Ihr seid Kristina Schröder!

“Schröder Ja, klar! Das Schöne an der Weltmeisterschaft ist doch gerade, dass ein unverkrampfter Patriotismus möglich ist. Das hat man ja auch bei der WM 2006 in Deutschland gesehen. Es ist doch heute kein Problem mehr, wenn man sich die Deutschland-Farben auf die Wange malt oder ein Fähnchen ans Auto hängt. Das ist kein Nationalismus der abgrenzt, sondern ein positives, einladendes Gefühl. Es wäre schön, wenn dieses Gefühl auch über die WM hinaus anhält. Wir Jüngeren sind ja schon lange über die Schwere der Debatte vieler Linksintellektueller hinaus, ob man sich für Deutschland freuen darf. Wir gehen Patriotismus entspannter an – das ist typisch für unsere Generation.” (via Kritik und Kunst)

Dieses Mantra habe ich mittlerweile fast wortgleich so dermaßen oft gehört, dass ich mich frage, wieso so viele sich da freiwillig gleichschalten. Und natürlich wie üblich der Seitenhieb auf die “Linksintellektuellen”, auch das war schon im Kaiserreich so. In liberalen Blogs ärgert man sich ja mittlerweile sogar, 1989 die westliche Linke nicht gleich “mit vertrieben” zu haben.

“Bevölkerungspolitik” darf natürlich bei Frau Schröder, der Erfinderin der Deutschfeindlichkeit bei Migranten, nicht fehlen – wie wäre es mit einem schwarz-rot-goldenen, mit neckischem Fussball verzierten Orden und einer Vuvuzela gratis vom Staat für jedes derzeit gezeugte Kind? Bemerkenswert, dass sie sich nicht offensiv freut, dass während der WM mehr gepoppt wird, sondern gleich dran denkt, was bei manchen dabei, in jeder Hinsicht erfreulich!, entsteht – das wäre ja sogar für mich ein Grund, mich mitzufreuen.

Man stelle sich vor – Kristina Schröder verkündet: “Super! Schwule haben bei der WM mehr Sex, weil die Trikots so sexy eng und körperbetont geschnitten sind und das zum Beischlaf animiert!”  Ich habe schließlich neulich auch Orgien statt Elfmeterschießen per Twitter gefordert. Und, ergänzend sei erwähnt, dass das, was sie über Patchwork-Familien, Alleinerziehende und die daraus entstehenden Netzwerke über die “Keimzelle” hinaus für eine CDU-Politikerin sogar ganz vernünftige Gedanken sind, gerade angesichts der Hetze gegen die “Welfare Queens”.

Trotzdem: Make love, not war!

Volkstum und Public Viewing

Bloß nicht!

“Auf die Trikots darf nun bloß noch der Slogan “Ein Platz an der Sonne.” (via twitter/Der Übersteiger)

Dann können wir ja auch gleich als Vereinshymne “Heil Dir im Siegerkranz” einführen und ein Stück Togo kaufen.

PS: Zur Erklärung des Hintergrundes für die, die über den Link rein schwappen, das hier.

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