Aktuelle Artikel
Twitter-Aktualisierungen
- Pastoralmacht. 3 days ago
- Der mutmaßlich korrupte Wulff hat unfreiwillig mehr Aufklärungsarbeit geleistet über das "People's Business" Politik. #Gauck 3 days ago
- Rassismus als "Problembewusstsein". Was für eine Farce. #Gauck 3 days ago
- Und @tagesschau twittert noch über "mutige Freiheitsdenker". Die Freiheit, Rassist zu sein, dafür kämpft Deutschland lange schon. 3 days ago
- Da weht ein Hauch von Don Camillo und Peppone durchs Schloss Bellevue. #Gauck 3 days ago
Letzte Kommentare
Archiv
- Februar 2012
- Januar 2012
- Dezember 2011
- November 2011
- Oktober 2011
- September 2011
- August 2011
- Juli 2011
- Juni 2011
- Mai 2011
- April 2011
- März 2011
- Februar 2011
- Januar 2011
- Dezember 2010
- November 2010
- Oktober 2010
- September 2010
- August 2010
- Juli 2010
- Juni 2010
- Mai 2010
- April 2010
- März 2010
- Februar 2010
- Januar 2010
- Dezember 2009
- November 2009
- Oktober 2009
- September 2009
- August 2009
- Juli 2009
- Juni 2009
- Mai 2009
- April 2009
- März 2009
- Februar 2009
- Januar 2009
- Dezember 2008
- November 2008
Tags
3-Akt-Schema
80er Jahre Videotest
Adventstreffen
Agenda 2010
Arbeitsagentur
Bright Eyes
Camp
Clement
das Leben als Barcode
den Chef spielen müssen
der Kapitalismus von hinten im Nacktscanner
Drama
Dramaturgie
Dünpfiff
eisgrau
Eliten
Ethnologie
Existenzgründung
Fahrradkuriere
FC St. Pauli
Film
Funk
große Momente
Halbwissen
Hessenwahl
Identitätsdiskurse
Klaus Hoffmann
Kotzen
Kulturverfall
Legitimationsprobleme im Spätkapitalismus
Love is the answer
Lévi-Strauss
Michel Foucault
Notare
Nummerologie
organisierte Menschenverachtung
Pop will eat itself
sich neu erfinden
Sprache
Sprechen
Teambuilding
teilnehmende Beobachtung
Tuc Tuc
Vorweihnachtszeit
Völlerei
Kategorien
- Allgemeines
- Alltagsbeschwerden
- Alltagsfreuden
- Antifaschismus
- Antirassismus
- Antisexismus
- Ökonomie
- Camping
- Extremismus der Mitte
- Für Hedonismus
- FC St. Pauli
- Heteronormativität entwerten
- iMins
- Keine Ahnung
- Kettenroman
- Kolonisierung der Lebenswelt
- Kontrafaktisches
- Kunst
- Lektüreprotokolle
- Liebe
- Moral
- Pop + Philosophie
- Recht
- Sichtweisen
- Sparwitze
- Subjektivierungsweisen
- Twitter ausnahmsweise
- Umerziehung des Blog-Betreibers
- Wissenschaft
Ich muss das gerade mal irgendwo hinschmieren, weils mir echt an die Nieren geht.
Jetzt ist nämlich da vorne am Abbruchhaus die 1.Etage dran. Die mit den gut 100qm Parkett. ca 3m lange und 5cm breite Riemen, also kein Fischgrät und schon garkein Sanssouci, Eiche massiv, 120 Jahre alt mit gerade der richtigen Patina die man haben will. Keine Spur von ranzig, Löcher oder Dellen. Da haben sich Generationen von Hausfrauen einen dran runtergeholt.
Als ich wenigstens noch zwei dutzend Schubladen aus dem Laden retten konnte, die werden jetzt unser CD/DVD-Regal im Flur, und das gesehen hab, hätt ich fast geweint, weil ich zZt nicht die Kondition hab, um das innerhalb der 2 Tage die mir geblieben wären raus zu reissen, ab zu transportieren und selbst wenn, ich hätt ja garnicht gewusst, wo ich das hätt einlagern können … und jetzt frisst es der Bagger
Und ein paar Kubikmeter 10er Balken vom verpfuschten Anbau neueren Datums … ich kann sowas echt nicht sehn. Ich finde sowas sollte echt unter Strafe gestellt werden!
Nicht mal das ganze Kupfer vom Dach und den Regenrinnen …
Och … Wertevernichtung … das passt ja sogar hier hin.
Das ist auch grausam, da ist Hamburg ja traditionell eine der Hochburgen – was die so alles hier weg reißen, jüngst das älteste Haus von Ottensen, das ist ist haarsträubend, um ihren verfickten Kapitalismus am Laufen zu halten. Volles Verständnis für Deine Verzweiflung.
Ich kriege auch unter anderem nicht raus, was mal da stand, wo jetzt da Haus steht, in dem ich wohne. Das muss was kleines, zweistöckiges gewesen sein. Und wir sind über eine Tiefgarage mit einem anderen Haus verbunden, für das wohl eines der letzten Fachwerkhäuser des Stadtteils hier abgerissen wurde.
Genau das, was Du betonst, dieses Vernichten von gelebter Erfahrung, nix anderes ist ja Historie, das finde ich auch sehr finster.
Auch wenn das auf den alten Dorfladen nur bedingt zutrifft, waren das ja schon “feine Leute”, ja, das hat schon ein Geschmäckle, wie das kulturelle Erbe/Gedenken meiner Klasse abgeräumt wird. Wir sind ja auch nix Wert.
Hatten wir ja auch schon mit meinen Spanplattenmöbeln. Ich war in meiner Naivität ja davon ausgegangen, ich könnte mir mein Archiv/Büro mit solchen typischen arme Leute Vor- und Nachkriegsmöbeln einrichten … von wegen. Ich mein ja gerade solche Gebrauchsmöbel wie Besenschränke oder Küchenbuffets, schmucklos, aus teilindusrtieller Manufaktur. Das gibt es praktisch nicht mehr. Und für das Zeug aus der guten Stube explodieren gerade die Preise. Wenigstens das.
Dann ist das hier auch noch so ein sauhässliches Durchgangsdorf. Jaaa, die Herberge von 1650, das 1000 Jahre alte Schloss und die Mühle aus dem 13. Jahrhundert, da wurde richtig Kohle versenkt, aber der ganze Rest ist bald komplett abgeräumt. Ich wette, die waren heilfroh, als eine der ältesten Tabakfabriken des Landes abgebrannt ist. Und du glaubst nicht wie skurril-pitoresk das Verwaltungs und Wohngebäude ist. Mit so einem ganz entzückenden dreistöckigen Turmanbau mit kleinen Zimmerchen *seufz* eine dreistöckige Bibliothek … das hamse sofort als unbewohnbar eingestuft, obwohls nur um Gas und die Elektrik geht, aber weder will die Gemeinde das Ding zur Erhaltung verkaufen/verpachten, noch würde die Bank uns die Sanierung finanzieren. Die alte Dorfschänke kommt auch noch dran, sobald die Besitzerin unter der Erde liegt …
Und was die dann hinstellen. Das ist so normalisiert das ich den Anblick wirklich als Gewalt empfinde. DU bist anders, Dich machen wir tot.
Dieser Dorfladen war ja schmucklos und rein zweckmässig, aber trotzdem alles Hand- und Massarbeit nach individuellen Vorgaben. Da kommt mir das wirklich wie Verhöhnung rüber, diese Normteil-Architektur.
Aber, und das muss ich hier gestehen, auch wenn das Parkett zu 100% dem entsprach, was ich mir seit Jahren allein schon als “Deko” für mein Studio wünsche, ist mein Schmerz durchaus von Raffgier befeuert … du hast ja keine Ahnung, was so ein Zeugs, man muss sagen mittlerweile wieder, für einen Marktwert hat.
Ich musste doch erst zum Jahreswechsel eine Baulücke im Wohnraum schliessen. Das ging nur mit Fertigparkett. Die Schwarzeiche aus dem unteren Preissegment, das ist etwa 3-4 mm Echtholz auf “massiv” Sperrholz geklebt, hat über 200€ den qm gekostet und wir mussten wegen Verpackungseinheit 2,4qm nehmen und dann auch noch betteln, dass uns einer das Zeug verkauft, weil die das nur selbst verlegen wollen.
Aber genug der Trauer und Empörung, wollte grad schreiben, dass ich dich jetzt nicht aus deinem St. Pauli Drama reissen wollt, aber soweit weg ist das alles ja garnicht, strukturell.
Nee, das geht es ja ganz verschachtelt-multifraktional um ganz ähnliche Fragen, und dieses Grundgefühl:
ist mir ja nun auch vertraut. Wobei man das in der Großstadt halt nicht als Permanenz erlebt, wie Du ja aus Berlin noch weißt.
Bin insofern ganz bei Dir!
Bei uns ist es üblich geworden, den Teppichboden rauszuschmeißen un selber die rohen Dielen mit der Flex abzuschleifen, so als Parkett für Arme. Finde ich sehr schick. Aber wieso gibt es keine billigen Spanplattenmöbel mehr? Bei uns gibt es die massenweise, zu Schleuderpreisen. Ich bin allerdings als Erbe schwesterlicher Antikmöbel und Insolvenz- und Haushaltsauflösungsfledderer nicht in der Situation, mir irgendwelche Möbel zulegen zu müssen.
Ja Che, natürlich sind die geschliffenen Dielen todschick, hatte ich auch schon und da sogar Trümmer mit 30cm Breite. Das lebt ja sogar von den Astlöchern und Fehlern.
Nur diese spezielle Kombination, mit Sicherheit das Ergebniss eines Kompromiss, aus edlem Holz und profanen Latten als Parkett intendiert ist mir so noch nicht untergekommen. Denen war garantiert das Standartparkett vom Material nicht fein genug, andererseits, hats fürs aufwändige verlegen nicht mehr gereicht. Falls da nicht sogar religiöse Motive im Spiel waren, weil die Gegend hier mal eine Sektenhochburg war. Hats hier in der Schweiz ja häufig. Also das Schnörkelprotz verpönt war und man das mit Material umgehen wollte. So eine protestantische Nummer.
Das mit der Spanplatte hast du falsch verstanden. Die hatte ich ja zähneknirschend spottbillich gekauft weil alles andere entweder viel zu teuer und oder zu weit zu transportieren gewesen wäre. Oder eben nicht gepasst hätte. Im Flur hatten wir ja das gleiche Problem, weshalb da jetzt ja auch so ein öder Schiebetürenschrank steht. Das isses doch, das es hier in der Schweiz nix zu fleddern gibt. Das fliegt alles auf den Müll oder wird zu Höchstpreisen als Antiquität gehandelt.
Ich hätte da viel lieber so einen 40er Jahre Kleiderschrank hingestellt, aber ich bezahl doch keine 1000€ für ein Teil das ich dann auch noch wochenlang aufarbeiten muss.
Immer diese zwanghafte Anti-ästhetik bei dir … pfff … das du deine Antikmöbel aufm Dachboden vergammeln lässt ist nu auch nix worauf man stolz sein könnte.
Antiästhetik? Man mag mich unordentlich oder schlecht organisiert oder gar Messie nennen, aber von Antiästhetik kann nicht die Rede sein. Die Antikmöbel sind deshalb in der Dachkammer, weil sie woanders nicht mehr hinpassen, und die gehören nicht mir, sondern der Familie. Im Augenblick dienen sie der Aufbewahrung von Gegenständen, die ebenfalls Familiebesitz sind, und mein werden sie im Erbfall. Oder sie gehen an meine Geschwister, das kann auch sein.
@Parkett: Mein Freund Don erlebte es ja echt mal, dass eine Mieterin von ihm in ihrer Wohnung Laminat verlegen wollte – auf einem Parkettfußboden aus 500 Jahre alter Donaueiche!