Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Tagesarchive: Februar 22, 2010

Glückwunsch, Nörgler! Glückwunsch, FCK!

Schade, dass Nörgler schreibt, dass er sich gar nicht freuen kann. Ich würde es ihm von ganzem Herzen gönnen. Weil der Sieg ja hoch verdient war für den FCK. Mensch, freu Dich, Nörgler! Das war super, was Dein Team da heute gespielt hat!

Mir hat das trotzdem gerade sehr weh getan.

Aber, ganz im Ernst: Dieses so wundervolle, so unvergleichliche Team des FC St. Pauli, das uns in dieser Saison schon so unglaublich viel Überraschungen und Freude geschenkt hat, nee, das liebe ich jetzt nur um so mehr. Ungebrochene Helden sind eh nix für uns. Wir brauchen auch mal den Blues. Die blaue Stunde.  Das Leben halt. Das Gefühl, dass auf der Spitze eben die anderen stehen. Erfolg gibt es vielleicht manchmal, diese Saison sehr oft, on top, aber das Leben hier, das zählt, und das verbringen wir doch zusammen in unserem so einzigartigen Mikrokosmos, wo man mit griechischen Wirten und der Belegschaft des Portugiesen nebenan am Tresen sitzt und alle gemeinsam die Köpfe schütteln, um beim nächsten Mal wieder mit zu fiebern. In allen Ligen. Knutsch.

Wie hat Corny neulich noch so schön gesagt? Der FC St. Pauli ist der einzige Verein, der um seiner selbst willen geliebt wird. Andere feiern noch heute Europapokalsiege in den frühen 80ern oder Spiele gegen Barcelona anno dazumal, wieder andere gröhlen “Deutscher Meister ’33″, aber wir sind eben wir, und ihr seid wir, liebe Mannschaft. Kopf hoch.

Oczipka oder wie der sich schreibt ist einfach trotz alledem ein Hauptgewinn, Florian Bruns, heute ja schwer neben der Spur, ist so was von St. Paulianer, dass er von mir aus eben auch 3 Eigentore hätte schießen können, und ihm wäre trotzdem zu huldigen. Charles hat wieder gekämpft, und wie Morena diesem Lauterer den Ball noch vom Fuss gekickt hat, das war ganz groß, und überhaupt usw.: Mannschaft, ich liebe euch!

Ihr hättet einfach beim Mittag nicht am Nebentisch Backgammon spielen, sondern meinem Kompagnon lauschen sollen,dass man den Sam einfach immer wieder umtreten muss, dann hat der keine Lust mehr, Fussball zu spielen.

Aber nee, Gentlemenlike den auch noch Tore schießen zu lassen, so simpel, so leicht – ach, sei’s drum. Wir sind halt St. Pauli und die anderen nicht. Lass doch Lauterer die Taschentüchern auskramen wie all die unzähligen Menschen auf unseren Landungsbrücken in all den jahrhunderten …

So, und jetzt betrinke ich mich, nicht mit Pfälzer Wein, sondern mit Astra. Angeschlagen, verletzt, gedemütigt, so ist das Leben im Kapitalismus, kann man nix machen – aber eben dabei St. Paulianer sein: Was will man mehr?

PS: Ich würde jetzt gerne jemanden verprügeln, der sich nicht wehren kann. Aber dazu müsste ich ja in die FDP eintreten. Und nee, dann lieber auf dem Betzenberg verlieren …

PSS: Das ist der erste Blog-Eintrag, den ich nach 2 Litern Bier geschrieben habe …

PSSS: Der Schiri war super. Kann man ja auch mal schreiben.

1st Rock And Roll Song ‘Going To Move To Alabama’ CHARLEY PATTON (1929)

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