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Ja richtig, wenn man das Spiel im Stadion sieht, als säße man am TV, wozu dann noch Stadion, wenn es dort sogar schlechter ist als im TV, weil die immerhin Nahaufnahmen bringen.
Doch damit bin ich bei meinem Thema und sage: Steh’ auf, wenn Du ein St. Paulianer bist und setze Dich heute abend vor den Fernseher hin und schreie für die so called Region, denn wenn der FCK verliert, verliert St. Pauli den 2. Tabellenplatz.
Genau so ging’s mir gestern
… ist wirklich enttäuschend, wenn so ein Spiel, das einen normalerweise 3 Tage freuen und den Kampf mit Giraffen erträglicher machen würde, so seltsam distanziert an einem vorbei zieht. Nicht schön. Ziehe auf der neuen Haupttribüne dann wieder so weit nach unten wie möglich. Aber ganz so intim wird es wohl nie wieder
… da ist schon ein Stück Identität, dieses Dorfverein-Feeling inmitten der Stadt, abgerissen worden.
Und klar sind wir heute ganz auf der Seite der Region
– zum einen hätten die sich’s wirklich verdient, sich mal abzusetzen, so wie die bisher die Saison gespielt haben. Na, und natürlich auch wegen des Rechnerischen, aber auch, weil die Bielefelder so unsympathische Langweiler sind.
Wenn St. Pauli und die Region demnächst in der 1. Liga aufeinandertreffen, dann geht’s erst richtig ab!
(Jetzt bin ich mal gespannt, ob nach ein wenig Werkeln am Rechner mein Pic kommt. Gleich werden wir es sehen …)
Ja, ist da!
Und an das letzte Erstligaspiel Region gegen St. Pauli auf dem Betzenberg erinnere ich mich bestens – Lincoln brach Amadou (oder war’s Adamu?) das Schienbein, wir fingen uns 5 Tore, und Basler tanzte dann mit Pepita-Hut an der Eckfahne herum … dann traf ich meinen Kumpel Jan mit leuchtenden Augen am nächsten Tag auf dem Firmenflur, der völlig euphorisch ausrief: “Wir haben den Betzenberg gerockt!!!” Womit er die Dominanz unserer Fan-Gesänge meinte
…
Gestern fragte mich G., weshalb Du so schlechte Laune hast.
Da habe ich ihr geantwortet, dass Du ein wenig trauerst. Die Phase haben wir ja hinter uns – und riechen von der Süd aus auch Benes Furze. Herrlich. ;(
Ein wenig trauern ist da echt untertrieben … und zumindest die Sitzplätze auf der Süd sind ja noch schlimmer als die auf der Nord.
Pingback: Freude schöner Fußballzauber am Millerntor (FCSP-Union Berlin) | fussball lebt
hach, ich als ehemalige meckereckensteherin verstehe das gut, das gefühl der heimatlosigkeit, des vertriebenseins. ohne aussicht je wieder in der meckerecke stehen zu können. da haben es die haupttribünler etwas besser, wenn auch tatsächlich die totale nähe zum spielfeld und die unbequemen sitzschalen/holzbänke auc nie wieder kommen werden.
mein beileid.
Dankeschön!
Und glaub’s mir: Ich habe damals ganz solidarisch mit euch mit gelitten. Weil ich’s auch als Noch-Nicht-Betroffener verdammt gut verstehen konnte. Und klar: Haupttribüne wird wieder aufgebaut. Aber die ganze so liebens- und lebenswerte Provinzialität ist dann wech, vermutlich …
Wobei wir immerhin zu zehnt umgezogen sind, lauter Leute, die außerhalb des Stadions wenig bis nix miteinander zu tun haben (von meinem besten Kumpel mittemang mal abgesehen). Und das ist immerhin toll, dass das geklappt hat und die alle noch da sind, rundherum. Das war dann doch sehr schön!
Ach “Eisern, Union” haben die gerufen. Ich hab immer Eintracht Braunschweig verstanden.
Ich habe die, unfreiwillig “auf der Nord” sitzend, kurioserweise gar nicht gehört. Seltsame Akustik durch das Loch. Bezieht sich also auf Hörensagen
…
Schon mal dran gedacht, dem Bund der Vertriebenen beizutreten? Die brauchen etwas frischen Wind, scheint mir. Und im Gegensatz zu Frau Steinbach wärt ihr ja sogar echt…
Zu “Eisern Union”: Das soll in den zwanziger Jahren erstmals in einem Spiel ausgerechnet gegen die Hertha erklungen sein. Wikipedia:
Soso, auf die Arbeiterklasse hämisch herabblicken
Na, damals waren wir als FC St. Pauli ja stattdessen auf dem besten Wege, nazistisch durchseucht zu werden
– wobei wir halt dann später auch draus gelernt haben! Heißt ja nicht umsonst nicht mehr nach dem Wilhelm Koch, das Stadion. Und falls da in der nach Arbeiterwohnungsbau getauften “alten Försterei” auch sonst das Repertoire von Ernst Busch – in der DDR dann ja leider brutalstmöglich zweckentfremdet – Gang und Gäbe ist, dann lasse ich mich auf drauf ein, auf das “eisern”. Habe stattdessen bei Youtube nur die Onkelz als Hintergrundmusik vernommen.
Des Kunzes Lied, oben verlinkt, war ja damals immer das Gegenlied zum “Bund der Vertriebenen”. Bin ja, wie Du auch, unweit von Schlesiertreffen aufgewachsen, schlimm war das, wie hieß der noch, Hupka?
Der ja eigentlich wohl verständlichen innerfamiliären Trauer um die verlorene Heimat – kann ja mit dem Begriff durchaus was anfangen – haben diese Leute nun gerade so gar nicht geholfen, wenn die sich auf dem Messegelände rumtrieben. Das hat meinen Großeltern, so gar keine Nazis, wirklich viele Möglichkeiten des Aufarbeitens genommen, weil die immer gleich so übel konnotiert waren. Das nehme ich ja Steinbach und solchen wirklich immer wieder übel, diesen Effekt.
Die ersten 60 Minuten wurde die Region streckenweise regelrecht düpiert und vorgeführt. Sippel durfte wieder zeigen, warum er U 21-Nationaltorwart ist. Und dann setzte sich wieder eine dieser Fußball-Uraltweisheiten durch, dass die überlegene Mannschaft, die trotz vieler Chancen kein Tor erzielt, verliert.
Danke für die Berichterstattung! Konnte das Spiel gerade gar nicht verfolgen, weil ich hier bis eben noch Texte finalisieren musste – Glückwunsch!
Das liest ein wenig wie unser Spiel gegen Bielefeld auf der Alm selbst, wo wir ja auch saucool gespielt und trotzdem 1:0 verloren haben …