Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Monatsarchive: November 2009

Du wirst sehen, es tut uns gut …

Jawollja. Und heute macht diese Frau “Ich + Ich”. Eigentlich unglaublich … und die hat sogar ein Lied für diese Unioner gemacht und ist dem Privatfernsehen verfallen. Noch schlimmer. Mein Straps zerriss …

Der FC St. Pauli ohne die alte Haupttribüne ist Scheiße!

Ja, bin ich. Und ich will Revanche!

Gut, selber zwar nur dort geboren, wo später Yul Brunner und Miss Ellie sich gegen Krebs behandeln ließen mit Blick auf den Silbersee und nicht in einer Baracke im Flüchtlingslager, aber Muttern ist noch in einem Verschlag auf dem Finanzamtsdachboden aufgewachsen. Und der Großmutter haben wir Wolfgang Borchert auf den Grabstein meißeln lassen:

“Ich möchte Leuchtturm sein
in Nacht und Wind,
für Dorsch und Stint
und jedes Boot -
und bin doch selbst:
Ein Schiff in Not!”

weil’s zu ihr passte, wie sie war, und weil sie so viel Stabilität sich schaffen wollte nach der Flucht, was ihr nie gelang, da genau die ihr den Atem nahm – und die Deppen in ihrer niedersächsischen Kleinstadt fragten danach angesichts der letzten Ruhestätte immer, ob sie denn zur See gefahren sei.

Meine Tante erzählte eindrucksvoll, wie im damaligen Stargard die Kinder mit den Totenschädeln Fussball spielten, als auf dem Friedhof die Schützengräben ausgehoben wurden – bei uns trägt man die heute wohl als Reminiszenz an diese Szene auf dem T-Shirt, und so geschmacklos es ist (und deshalb gut ;-) ), Flüchtlingsschicksale anzusprechen, während man doch nur die Hauptribühnenbänke unter dem Arsch weggerissen bekam und sich weit oben über “der Nord” wieder fand, in der Fremde, im Exil, im Abseits, so weh tut es, wenn Erlebnisqualität durch so was wie dort ersetzt wird. Freiwillig hätte ich den Platz da nie gewählt.

Wo ist sie hin, die Intensität, die Nähe zum Spiel? Das ist tatsächlich nicht mehr mein FC St. Pauli. Die Leidenschaft, die man verspüren konnte, während man Florian Bruns auf seinen so einzigartigen Arsch gucken konnte, das Erlauschen der Flüche der Einwerfenden, ja, das Gefühl, sich ducken zu müssen, wenn einer auf den Platz rotzte: Alles weg.

Stattdessen eine Aufsicht auf sich bewegende Miniaturen, man sieht lauter Fehler im Spielaufbau und Patzer, die einem sonst nie aufgefallen wären, damals, als man noch auf Augenhöhe mit den Boys in Brown, den Helden, mitten im Spiel sich wähnte, und muss auch noch erleben, wie ein Spiel, das problemlos 7:0 für uns hätte enden können, lediglich mit 3:0 nach Hause gebracht wurde gegen den wohl schwächsten Gegner seit Jahren am Millerntor: Deren Abwehr nur eine Karrikatur dessen, was man mit dem Wort sinnvoll meinen könnte, und der Sturm ein Synonym für Ziellosigkeit.

Wie kommt diese Truppe denn bitte auf Platz 5? Das ganzes Gehype um diese Hauptstadtrandgewächse ging mir eh schon im Vorfeld auf den Geist, sogar Astra wurde verleugnet in vorauseilender Anbiederung an diese Langweiler, was sehne ich mich da nach den Burghausenern und solchen zurück, die wenigstens eindeutig sind und nicht so ein aufgequirlter Brei von Historie, dem schlicht die Mauer und der BFC Dynamo oder wie der hieß abhanden kam.

So wie uns unsere Haupttribüne, gut, der vergleich hinkt komplett, und so weit ist es: Konnte mich heute gar nicht freuen, gewonnen zu haben. Nur über Kalla und dessen Leistung, darüber habe ich mich wirklich sehr gefreut! Hätten wir die “Eisernern” (fand ich ja immer schon albern, dieses Prädikat, eiserne Kreuze kommen einem da in den Sinn und diese postnazistischen Radioreportagen aus den 50ern, wo “deutsches Eisen” gegen “schwedischen Stahl” spielte) wenigstens noch ordentlich gedemütigt, aber so war das ja noch nicht mal sexy, da auf Stahlgestänge hockend statt auf meiner geliebten Holzbank, während unsere Spieler noch während des Spiel den Spielbetrieb einstellten und diese Luschen, deren Verein sich so nennt wie eine Regierungspartei, daraus auch nichts machen konnten.

Mal gucken, ob ich diese Saison da überhaupt noch hin gehe … ja, ich weiß, immer noch besser, im Taxi zu weinen als im HVV-Bus. Aber zum Stadion gehe ich ja eh zu Fuss.

Guillotiniert Giraffen!

Gott, ist das groß! Kein Wunder, das der Typ ins Wasser gegangen ist, bevor sadistische Giraffen durch sein Girokonto grasen konnten, dabei überheblichen Geifer versprühend, nur weil sie nie eine Chance hatten und deshalb maigrüne Kostüme mit Rosenblumenmusterblusen und Frisuren, die noch einer Bad Taste-Transe peinlich wären, mitten durch Berlin tragen, als sei das eine Selbstverständlichkeit …nee, da lieber durch Youtube klicken, als Lohengrin und Zauberflöte zum Leuchten zu bringen und dabei einmal mehr zu hören, was fehlt, wenn Blues und Soul unterdrückt werden und falsche Machtverhältnisse falsches Verhalten produzieren, bis man sich plötzlich gar nicht mehr verhält, weil’s “klick” gemacht hat, unwiderruflich(ich muss in Rätseln sprechen, aber eines Tages veröffentliche ich das alles, ja, da wird meine große Stunden kommen, weil ein Schiff mit 8 Segeln … ).

PS: Noch eins drauf.

PSS: Und noch eins!

Nicht nur eine Phase

Ach, diese Jungs mit Hut, die smooth sich und uns auf ihre Art einen Hauch von Soul in den regenschweren Alltag zaubern, in der Geruch von moderndem Herbstlaub und Dunst in der Luft, so feucht, Glücksgefühle auslösen kann.

Clueso guckt sich ja an wie ein Beleg für das “Kulturindustrie”-Kapitel aus der “Dialektik der Aufklärung”, sogar noch mit Symphonieorchester, dem alles Ringen, alle Kämpfe eines Beethoven längst ausgetrieben sind – aber es tut so gut, diese bedeutungsschwangere Jungenhaftigkeit, und ist so sexy und WAHR und viel näher als all die Formen des ach so aufgeklärten Abgeklärtseins, mit Lektüren gesättigt, am Dasein, wie ALS Dasein in seinem Sein es sich pflegen könnte. Und linke Kulturkritik zelebriert doch oft auch nur jene Härte im Umgang mit sich selbst, die sie dem Kapitalismus vorwirft.

Was lässt man da eigentlich freiwillig hinter sich, am Malt sich labend?

Echo vergangener Tage, als ich das E-Werk in Köln betrat und in einer “BRAVO Boy & Girl Talent!”-Show (Jan Delay würde mich jetzt verprügeln wollen) mich wieder fand, meine Homo-Kollegen auf “Osnabrück!”, einen Kandidaten, sich stürzen wollten, mit dem doch ich nach der Show gerade am Flirten war (er war volljährig!), Neidhammel die. Eine grauenhafte Veranstaltung  mit The Boyz und Caught in the Act auf der Bühne, kennt heute kein Schwein mehr und das zu recht, und doch, in diesem Kreischen und dem ungelenken Auftritt derer, die an dieser Mutter aller Casting Shows teil nahmen, lag alles, was Popmedien und Medienpop zugleich so unendlich unerträglich macht, aber auch ein winziger Funke der Utopie, der am Lodern gehalten sein will.

Leitet über zur längst fälligen Hommage an Take That (first cut ist the deepest oder die Faszination digitaler Schnittsysteme – that’s Entertainment!!! Als sie 2006 bei der 50 Jahre BRAVO-Gala plötzlich wieder auf der Bühne standen mit diesem scheißguten Popsong, da hat mich das tatsächlich berührt!) die Seiten füllen könnte und sich doch schon erklärt durch die Erinnerung an das Konzert in der Alsterdorfer Sporthalle 1993: Ein fester Kern, ja eine Kernschmelze fast aus entfesselten und in ihrer Fantasie sich zelebrierenden Mädchen vor der Bühne, und drumherum ein Kranz von Lederkerlen mit feuchtem Leuchten in den Augen. Die Show, durchsetzt mit Anspielungen auf schwule Codes, sei’s Travestie, seien’s Tücher in der “Gesäßtasche” (was für ein doofes Wort) – ach ja, Warenförmigkeit allerorten, die doch in sich zusammenfiel, wenn man Jason Orange tanzen sah. Dessen Tanz wirkt nämlich ganz ähnlich, wie Clueso dann, wenn so schief er grinst …. wer sich den Teenie in sich nicht bewahrt, ist doch schon tot und kann das modernde Laub gar nicht mehr riechen. Jawohl!

“Welchen Roman schreibt die Börse?”

Ich finde das ja sehr spannend. Super.

Wie finanziert der das? Wie kam es eigentlich zu den “dctp”-Sendeplätzen z.B. bei VOX, über die SPIEGEL TV sich, so das Hörsensagen allerorten, finanziert, weil sie da unendlich Materialien recyclen können? Und wieso eigentlich Fussballwetten? Wieso nicht ein Wettsystem darauf, wann Inflation befördert werden wird, um durch eine anschließende Währungsreform das System wieder glatt zu ziehen, ganz, wie Alexander Kluge dort zu recht prophezeit? Ja, ich weiß, dass es diese Formen des Wettens längst gibt …

Zur Erinnerung: Was Marx wollte

Die Aprésgarde will Kontemplation!

“Wann fing es an, so aufzuhören” (Hildegard Knef)?

“Agendasetting”, “Trends setzen”, “Begriffe besetzen”, Lenin überall dort, wo Drecksäcke sich tummeln, bei den Werbebolschiwiki und inmitten der Kader der Bertelsmannstiftung (führen die da wohl intern in den Gremiensitzungen auch so was wie Schauprozesse? In größeren Organisationen ist das üblich, in Banken, Sendern und Versicherungen …)   – was ist jetzt eigentlich besser: Avantgarde sein oder zu erleiden, dass man dem hinterher zu hecheln genötigt wird, was andere anrichten, permanent?

Bei Marx läuft der historische Prozess dem individuellen Bewusstsein eh vorweg; seitdem ich twittere (unten rechts auf dieser Seite), habe ich einmal mehr verstanden, was das bedeuten können könnte: Die 140 Zeichen sind Form fürs Medium der Sprache mal wieder neu, und das macht Spaß. Man braucht wohl doch Spielregeln und Formen für Spaß. Die reine Spontanität des Ich ist sich selten genug, kann sich so reiben, und Reibung kann Lust erzeugen!

Alleine schon deshalb spürt man einen leichten Hauch nur, keinen Sturm der Utopie da inmitten der 140 Zeichen, weil jenseits depperter “Promotion-Tools” für Popstars und ähnlichem Gesocks mir nicht einfiele, wie man damit Geld verdienen können sollte – also mit dem, was man da schreibt, nicht mit “Twitter” an sich. Und dann ist’s gut.

Gut, als News-Medium isses natürlich sehr schnell, aber damit wäre schon mal klar, was man ganztägig geißeln, bespucken und beschimpfen sollte: News per Twitter. Es sei denn, es könnten dadurch gerade Leben gerettet werden. Aber vielleicht tut’s da ja auch ein Anruf? Um dem Twittern die Zweckfreihheit des Werkes zu wahren?

Oder hatte Monsieur Débord nicht doch recht mit seiner Hänger-Philosophie der totalen Verweigerung des Werkes? Hartz IV als totalitäre Praxis läuft darauf hinaus, genau diese Nicht-Praxis brutal zu unterdrücken, das zu negieren, was Guy Débord einst forderte: Den Entzug von all den Drogen alltagsweltlichen Hamsterradlaufens. Und dann muss an ihm was dran sein. Weil sie dem “Faschismus ist nicht, sprechen zu unterdrücken, sondern zum Sprechen zu zwingen” Roland Barthes am konsequentesten etwas entgegen setzt.

Wann fing es an, so aufzuhören? Im ersten APPD-Programm Anfang der 80er wurde noch offensiv gefordert, die deutsche Teilung anders zu reproduzieren: Eine Hälfte, in der geschuftet wird, eine andere, in der man es sich gut gehen lässt (wer jetzt über den “Solidarpakt” witzelt, will nur den Genuss verderben, den manche ja haben könnten, wenn man ihnen nur nicht ständig einreden würde, nutzlos zu sein und dass dies schlecht sei, um so Kants “Instrumentalisiere niemanden!” unaufhörlich aus dem Bewusstsein zu prügeln  - im Sinne eine Widerstandes gegen instrumentelle Vernunft ist Arbeitslosigkeit ja eigentlich zu fordern, immer mehr davon, und all die Repressalien dienen wohl nur dazu, dass das keiner merken soll, dass wieder Spaß einkehren könnte jenseits von Distinktion und dem Neid aufs Ausschlafen – was ist das eigentlich für eine pervertierte Leidkultur, die “Müßiggang ist aller Laster Anfang” in ihren Sprichwortschatz integrierte???  ).

Fast wirken Sloterdijks Gaben ans lesende Volk wie eine Vorzeichenumkehr des APPD-Programms von einst, aber Männer und Passivität, das war ja immer schon ein Problem … aber der will ja auch Avantgarde sein und käut doch nur wieder.


“Ja, die «Vorhut» der «Avantgarde» hat seit Baudelaire, Rimbaud und den Dadaisten alle Schlachten gekämpft, übrig blieb ein verlorenes Trüppchen, das sich in den Kampf stürzen wollte, sich aber nur noch den Windmühlen des Spektakel-Scheins gegenüber sah und mit Schreck feststellte, nurmehr noch eine «Nachhut» zu bilden, die «Aprèsgarde» in einer Gesellschaft, die von der Literatur nur noch eins fordert: unendlichen Spass in Feuchtgebieten.

(…)


Genau dagegen kämpfte die letzte grosse Avantgarde-Bewegung, die Pariser Situationisten rund um Guy Debord: nachdem Sade alle sexuellen Tabus gebrochen und Nietzsche alle Götter zertrümmert hatte, nachdem die Dadaisten die Sprache des Bürgertums in lallenden Leerlauf aufgelöst und die Surrealisten mit paranoiden «Schizo-Texten» dem Bürger auf offener Strasse den Revolver an die Schläfe gesetzt hatten — in dieser Situation kann der Künstler laut Debord nur noch eins machen: totaler Produktionsstopp. Kreationsstreik. Kein Werk mehr, nirgends!
Denn jedes Werk wird vom Kapital vereinnahmt, Sade als Klassiker in Schweinsleder gebunden, das dadaistische Manifest in einer Museumsvitrine eingesargt — da kann der Künstler nur noch: monströse Werke schaffen, unlesbare Wälzer. Oder, wie Debord, unkonsumierbare Filme, bei denen die Leinwand stundenlang nur schwarz flimmert.
1967 analysiert Debord in «Die Gesellschaft des Spektakels», wie die Politik in Personality-Show und der Protest als Pseudo-Revolte am TV verflimmert und statt die Schleusen der Fantasie höchstens die Kanäle des Konsums öffnet. Tragische Ironie: Dieses Jahr hat der französische Staat das Manuskript für über eine Million Euro gekauft.”

Da hat, mal immanent gedacht, die Alki-WG hier gegenüber größere Erfolge vorzuweisen: Was die machen, das wird keine Regierung je kaufen, lediglich gut dran verdienen durch Besteuerung des Rauschmittels (gestern wieder “Augustiner Edelstoff” getrunken: Lecker!)

Insofern gilt wohl eher, die Aprésgarde mal umzudeuten. Werdet nutzlos!

Insofern ist das Einschmuggeln des Rochierens als Akt des eitelstmöglichen Sich-Eingliederns bei gleichzeitiger Suggestion der Widerständigkeit im verlinkten Text wohl exaktes Gegenteil dessen, worauf die Aprésgarde sich stützen sollte, aber affirmativ kann sie gar nicht sein, vorlaufend zum Tode, wie ein jeder ist.

Also werde Kontemplation – Aufmerksamkeit, Zuhören, Emphatie, Hingabe, Wahrnhemung um ihrer selbst willen, all diese passiven Tugenden gehören der Produktion um die Ohren gehauen zu werden. Es werde Du! Und wie so oft landet man um die Ecke doch wieder bei Habermas …

 

Werdet nutzlos! Ich fang mal gleich morgen damit an, liebe Kunden, nehmt euch in acht :-D

Assoziierte Morgenlaunen: Ausgerechnet Bananen …

Ach ja. Seufz. Gerade noch gedacht “Nie ist die Stadt so still wie Sonntag morgens”, da schrillt schon die Begleitmusik des Blaulichts aus der Ferne … “von draußen kommt ein Zwitschern – kleiner Vogel flieg – Blaulicht und Zwielicht – und ein kleines bisschen Krieg … der Morgen blass und wässrig, wer weiß schon, was er tut” – who the fuck is Augsburg?

War die gleiche Zeit, diese Element of Crime “Damals hinterm Mond”-Episode meines Lebens, als Georgette Dees “Mir geht’s gut!” die Hymne war . Wochenends, kein Sonnenschein, in Udos Altbauwohnung an der Stirnseite des Hans-Albers Platzes saßen wir, wenn vorm “London Pub” in Blickweite die Nazi-Hools lautstark sich tummelten. Diese Sturmtruppe im Geiste und nicht nur dort behauptete stets, auf dem Weg zur “Hafenstraße” zu sein: Stellvertretend für CDU-Politiker wollten sie die Häuser räumen – während wir als Chor zur Georgette-CD sangen “Ich kann niemanden mehr lieben. Werd von keinem mehr geliebt.  Habe mich genug zerrieben, und nichts bleibt, was mich betrübt: Mir geht’s gut! (…) Es ist tiefe Nacht da draußen und die Leute prügeln sich – alles das spielt nur außen und betrifft nicht mehr mich: Mir geht’s gut!” (bei mir war das ja so, dass die Midlife-Crisis irgendwann mit 23 einsetzte und mit 33 wieder abebbte, seitdem hatte ich keine mehr), bevor in’s “Or” wir uns schlichen. Dort legte morgens früh Miss Nico nach viel “Lipovitan-Wodka” Stunden später “Everybody was Kung Fu Fighting” auf.

Komische Jugend … man traute sich nie, Else Lasker-Schüler zu zitieren, wenn man Gelegenheit dazu hatte mit Sätzen wie “Um deine Lippen blüht noch jung/ der Trotz dunkelrot. Aber auf deiner Stirn sind meine Gebete/ vom Sturm verwittert“, weil bei jeder ernstzunehmenden Gefühlsäußerung die Abwehr als Reflex auf Gegenseiten eingeschrieben war wie Headlines in kostenlose Wochenzeitungen, die man nach dem Leeren des Briefkastens im Papierkorb entsorgt. Die emotionale Abwrackprämie wurde ja zu Beginn der 90er breitenwirksam und hieß “Ecstasy” – ja, autsch, stimmt aber.

Manchmal frage ich mich trotz alledem, ob House-Music und Partywahn nicht doch nur erfunden wurde, um so was bestmöglich zu verstecken – über den “Fidelio” müsste ich jetzt eigentlich gerade schlaue Texte schreiben, weniger Adjektive, weniger Nebensätze, nicht so staatstragend, aber Sonntag morgens arbeiten ist doof.

Also lieber bloggen und sich sagen “Warum in die Vergangenheit schweifen, sieh , das Gute liegt so nah” – zum Glück bin ja nicht mehr jung!

Und so sehe ich hoffentlich gleich in der O-Feuer-Sportsbar einen furiosen Sieg meiner Helden über die zusammen gekaufte Söldnertruppe auf der grünen Wiese im Irgendwo bei München, wo die Menschen aus Plastik sind – oder waren sie das in Ingolstadt?

Es begab sich aber zu der Zeit …

da man in Clubs nicht mehr traurig gucken durfte, dass James Dean aus dem Taumel der Popikonographie fast vertrieben wurde. Wie soll man denn dann später Bogey werden?

Unterhaltungsdirektiven, die uns die Welt des Sozialen erklären (1)

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 980 Followern an