Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Monatsarchive: Oktober 2009

„Klassismus“

Das Buch zu vielen Diskussionen bei befreundeten Blogs und hier ist gerade im Unrast-Verlag erschienen: „Klassismus – Eine Einführung“ von Andreas Kemper und Heike Weinbach. Es fasst prägnant und strukturiert die Ergebnissse der US-Classism-Forschung zusammen. Beim ersten querlesen fand ich viel lebensweltlich und gedanklich Wohlvertrautes, das jedoch unter dem Oberbegriff subsummiert als mehrdimensionales Diskriminierungsmuster erkennbar [...]

Muss man immer mal wieder zitieren …

Richtig oder falsch? „Im Unterschied zum Antisemiten hat der Demokrat keine Angst vor sich selbst: was er fürchtet, sind die großen kollektiven Formen, in denen er sich aufzulösen droht. Er hat sich für den Geist der Analyse entschieden, weil der Geist der Analyse diese synthetischen Realitäten nicht sieht. In dieser Hinsicht befürchtet er, es könne [...]

Adorno „Über Jazz“

„Im Jahre 1889 lernte der französische Komponist Claude Debussy die indonesische Gamelan-Musik während der Pariser Weltausstellung kennen und war begeistert. Sofort versuchte er, die Tonleitern dieser Musik auch für seine eigenen Kompositionen zu verwenden. Auch der Ragtime, ein Musikstil, der von schwarzen Pianisten im Süden der USA entwickelt worden war, interessierte ihn sehr und inspirierte [...]

Jazz und Adorno

Ich kompostiere noch, was dazu zu schreiben wäre – Andreas Ullrich hat drüben bei der „Freiheitsfabrik“ schon mal losgelegt. Wichtig auch der dort verlinkte Artikel in DIE WELT.

Sloterdijk und Eva Herrmann

Lesen das und lesen das!

Weiter geht’s – heute: Dünnbrettbohren

Kalauern muss man mit Kalauern begegen. Karl-Heinz Bohrer legt in seiner Replik im Rahmen der Honneth-Sloterdijk-Debatte nun einen Text mit einer beeindruckenden Kalauer-Dichte nach  – erstaunlich, wie ein solcher, na, doch großer Name in manchen Debatten auf Reflexion und Argumente gleich ganz verzichtet und sich stattdessen in seiner Sicht gefällt. Also der Sicht als solcher, [...]

Wie begründet sich neurologisch Neurowissenschaft, und welches Gen ist das Genforscher-Gen?

„Dazu sei gesagt, daß Herr Atenmüller Neurologe ist, der auf dem Gebiet der Musikwahrnehmung forscht, und nicht Musikwissenschaftler. In seiner Äußerung kommt eine Naivität den ästhetischen und kompositorischen Sachverhalten gegenüber zum Ausdruck, die mir auch bei anderen Neurowissenschaftlern immer wieder auffällt: Man reduziert das, was was man als musikalische Wahrnehmung untersucht, auf das, was man [...]

Wagner versus Mozart, geringelt, in der Midlife-Crisis

„Sehr genußreicher Abend in der „Metropolitan Opera“. „Die Zauberflöte“ (unter Bruno Walter). Tiefer denn je berührt von der holden Erhabenheit, der lächelnden Majestät des Werkes. Welch strömender Reichtum der musikalischen Erfindung, der vielfach wechselnden präzis und innig formulierten Emotion! Das Mozartsche Genie entfaltet, verschenkt sich hier in seiner ganzen Fülle (…). Auch das Libretto gefällt [...]

Den Richtigen zitieren

Macht Diedrich Diederichsen heute in der taz: „Sobald eine Dynamik entsteht, ist alles weg. Solange alles stagniert, kann man gut leben.“ Diese kunst- und menschenfreundliche Stagnation kann man auch als Versöhntheit erleben: Es ist aber nicht die Versöhntheit über die Lager hinweg oder gar Zustimmung zum Geist der F.D.P. oder jenes tragikomischen Sarrazin, der eine [...]

Werte-Debatten

Im Zuge moralphilosophischer Diskussionen war ich immer vehementer Verfechter „deontologischer“ Modelle – also solcher, die sich am „Sollen“ orientieren und mit der Begründungsfähigkeit von Handlungsregeln operieren. Einer Hauptgründe war, dass jene Regeln, die als nicht-funktionale erst als „moralisch“ sich behaupten können, sehr wenige, aber auch sehr maßgebliche sind, zum Teil in den Grund- und Menschenrechten [...]

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