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Ein Spartakist und Führer der Münchener Räterepublik, von den Reichswehr-Soldaten erschossen (?).
Und wohl auch ein Jude.
Fast richtig, nur das Ende war anders…
und es fehlt die Bedeutung jenseits der Tagespolitik…
@Flash:
Nur teilweise – der bedeutendste, in der Tat jüdische expressionistische Dramatiker der Weimarer Republik (“Masse – Mensch”, “Die Wandlung”), der zu den Aktivisten “ersten, Münchner Räterepublik” gehörte, also sozusagen zur “nicht-kommunistischen” Literaten-Räte-Republik, auf die dann eine miltantere folgte. Na ja, was der Herr Noske aus der machte, das weiß man ja.
Er wurde wegen der Teilnahme an dieser zu, meine ich 5 Jahren Festungshaft verhaftet und hat da das sehr kitschig-pathetische, aber doch auch sehr anrührende “Schwalbenbuch”, ein Lyrikbuch über die Freiheit, verfasst. Seine Autobiographie “Eine Jugend in Deutschland” ist sehr empfehlenswert als historisch gewichtige Lektüre.
Er hat, wenn ich mich recht entsinne, sich in der USPD engagiert, auch so eine historische Formation, an die kein Schwein sich erinnert.
Er ging ins Exil 1933 und hat, wie auch Klaus Mann, versucht, von dort aus sowas wie Widerstand und vor allem unter Berufung auf das “andere Deutschland” auch Unterstützung gegen Nazi-Deutschland zu organisieren. Das sah er als gescheitert an und hat sich dann, ich glaube 1938, in New York erhängt.
Immer, wenn sich jetzt Leute auf Spengler oder Ernst Jünger oder Leni Riefenstahl berufen, dann durchfährt es mich, dass diese aufrechten, undogmatischen und so gar nicht moskautreuen Linken aus der Erinnerung weitestgehend getilgt sind. Von seinen sprachlich ziemlich überbordenden Dramen mag man halten, was man will, aber die Mühsams,Mehrings, Ossietzkys, die ganzen Autoren der “Weltbühne” und mittlerweile ja sorgar irgendwie auch Tucholsky sind von Landkarten des Denkens allmählich verschwunden, lediglich Brecht ist in negativer Hinsicht oft präsent. Und an die muss ich immer denken, wenn diese seltsamen Anitikommunismus-Wellen durch die Blogs wogen, weil ich glaube, das von genau diesen “Traditionen” aktiv abgelenkt werden soll.
“Immer, wenn sich jetzt Leute auf Spengler oder Ernst Jünger oder Leni Riefenstahl berufen, dann durchfährt es mich, dass diese aufrechten, undogmatischen und so gar nicht moskautreuen Linken aus der Erinnerung weitestgehend getilgt sind. Von seinen sprachlich ziemlich überbordenden Dramen mag man halten, was man will, aber die Mühsams,Mehrings, Ossietzkys, die ganzen Autoren der „Weltbühne“ und mittlerweile ja sorgar irgendwie auch Tucholsky sind von Landkarten des Denkens allmählich verschwunden, lediglich Brecht ist in negativer Hinsicht oft präsent. Und an die muss ich immer denken, wenn diese seltsamen Anitikommunismus-Wellen durch die Blogs wogen, weil ich glaube, das von genau diesen „Traditionen“ aktiv abgelenkt werden soll.”
Ja, die passen eben nicht in den Ausdruck feigen Autoritarismus, der sich gerade wieder so breitmacht. Alle nicht so cool wie die Jüngers und Riefenstahls und für ästhetische Ehre kann man sich nichts kaufen. Reklameplakate kann man auch nicht draus machen.
Danke für die Erinnerung.
Eigentlich sollte er von den Freikorps standrechtlich erschossen werden, aber sein Freund Max Weber rettete ihm das Leben. Den Kreis, zu dem er und sein Freund Gustav Landauer (der von Polizeibeamten zu Tode getrampelt wurde) gehörte, wurde die “Caféhausanarchisten” genannt, mit denen auch der junge Johannes R.Becher verkehrte und wohl auch sympathisierte. Becher wiederum war keineswegs der angepasste Stalinist wie die DDR-Propaganda ihn später darstellte, sondern stand immer wieder in einem ambivalenten Verhältnis zu den Kommunisten in seiner Umgebung, war ein origineller und witziger expressionistischer Dichter, auch wenn davon in “Auferstanden aus Ruinen” nichts mehr vorkommt. Toller starb im Exil in den USA, bis zuletzt politisch engagiert, aber, ähnlich wie Erich Mühsam oder Willy Bredel von der Nachwelt weitgehend vergessen.
Spengler, Jünger, Riefenstahl, Freier haben mit Ayn Rand, Rothbard, Coulter oder Meyn starke Gemeinsamkeiten: Das klirrend Pathetische, Zwischentöne nicht Zulassende, das formelhaft Zugespitzte, das Sich an sich selbst Berauschen.
@T. Albert:
Gerne. Aber sowas von gerne. Von denen lebe und zehre ich auf irgendeiner Ebene meines politische Daseins. First Cuts, so deep.
@Che:
Danke für die Ergänzungen! Ich halte die gerade aktuell für immens wichtig, weil es so absurd ist, dass ausgerechnet die Jo@chims dieser Welt einen “antitotalitären Konsens” beschwören – und so irgendwie ja schrecklich auch.
Oh, da steht’s ja schon. Völlig richtige Entscheidung: jetzt ist Gelegenheit, den Kurs der SPD zu bestimmen. Da braucht man jede Frau und jeden Mann.