Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

“Brandt alias Frahm”

115 Antworten auf “Brandt alias Frahm”

  1. Karsten September 29, 2009 um 9:40 am

    Er meint doch nicht die Mitglieder, sondern die Parteien!
    *kopfschüttel*

  2. momorulez September 29, 2009 um 9:51 am

    Das ist trotzdem in genau dem in der Überschrift verorteten Kontext zu verstehen …

  3. MartinM September 29, 2009 um 9:57 am

    Es ist gar nicht so lange her, da fand ich Zettel, auch wenn ich seine Meinung nicht teilte, klug und respektabel.

  4. momorulez September 29, 2009 um 10:16 am

    Er hat neulich einen wirklich grandiosen Text über Wahrnhemungspsychologie verfasst.

    Aber wenn der Antikommunist mit ihm durchgeht, dann wird es wirklich absurd. Ich meine, ’49, ja, da hat es die brutale Zwangsvereinigung von SPD und KPD bereits gegeben, ja, da war Stalin noch am Ruder – man kann aber nicht einfach ignorieren, dass es da gerade mal vier Jahre her war, dass die Russen Berlin befreit haben und Kommunisten noch kurz zuvor in KZs verendet sind. Auch Flick und Quandt usw. sind da nicht mal eben so irrelevant geworden.

    Ich bin im Nachhinein auch froh über die Westbindungspolitik von Adenauer – man darf aber nicht vergessen, dass er dafür billigend die Existenz der DDR in Kauf nahm. Ich bin auch froh, dass Schuhmacher so ein Kommunistenfresser war – das macht aber die Agitation gegen Brandt in den 60ern nicht besser, und in der genau der reaktionären Suppe schwimmt Zettel vor sich hin.

  5. che2001 September 29, 2009 um 10:40 am

    Abgesehen davon war die von Zettel erwähnte AUD eine zuletzt ökofaschistische nationalrevolutionäre Partei. Vielleicht meint er die ADF (Aktion Demokratischer Fortschritt), eine 1669 zur Wahl antretende Kandidatenliste der Apo, in der DKP und dieser nahe Kräfte, Maoisten, Trotzkisten und einige versprengte Linksliberale an eine Strang zogen. Das war aber überhaupt keine partei, sondern ein befristetes Bündnis auf Minimalkonsens-Basis.

  6. che2001 September 29, 2009 um 12:07 pm

    Und wahrscheinlich haben die alle dieses Buch hier gelesen und daraus ihr Weltbild gezimmert:

    http://www.buchfreund.de/productListing.php?used=1&productId=39428013

  7. T. Albert September 29, 2009 um 12:46 pm

    Eben. Wenn es überhaupt keine Linkspartei gäbe, würden wir die selben dummen Sprüche hören wie schon zu Zeiten, als es auch noch keine Kommunistischen Parteien gab. Es ist doch völlig egal, ob einer Sozialdemokrat, Linksparteiler, Anarchist, Kommunist, Pazifist, Sozialist, Gewerkschaftler oder Gewerkschaftsoppositioneller oder nur ein Hesse-Leser ist.

    Ich schlage vor, ein SPD-Abgeordneter stellt sich in ein Reichstagsfenster und ruft die kaiserliche Monarchie aus, als Korrektur aller Reformen. EIn liberaler Kanzler kann die Sozialdemokratie danach dann ja wieder verbieten, womit auch das leidige Krankenkassenthema endlich wieder obsolet würde.
    Kündigungsschutz und Achtstundentag können dann auch endlich wieder auf den Müllhaufen der Geschichte fliegen. Dann wärs auch wieder feierlicher.

  8. che2001 September 29, 2009 um 1:25 pm

    Du denkst ja viel weiter als ich. Ich dachte gerade daran, dass nach dem Verbot der Linken dann die SPD das Potsdamer Programm gibt, mit dem sie auch das Godesberger und das Berliner revidiert und künftig Waren- und Kapitalmärkte zu Grundpfeilern des Sozialstaats erklärt.

  9. T. Albert September 29, 2009 um 2:03 pm

    Ach, das kann die SPD sich doch sparen, ist ja alles so kompliziert, und würde ausserdem von den Herrenreitern, denen sie die Steigbügel hält, doch wieder nicht goutiert. Die würden selbst dann nach vorne “Sozialismus” schreien, zum Steigbügelhalter leise “Danke” sagen und sich seiner mit einem Tritt entledigen. Bis zum nöchsten Mal, wenn er ihnen aufs Pferd helfen muss.

  10. che2001 September 29, 2009 um 2:51 pm

    “Nur 20 Peitschenhiebe, Ihr seid zu gütig, Herr!”;-)

  11. Zettel Oktober 31, 2009 um 5:20 pm

    Liebe Diskutanten,

    es freut mich ja immer, wenn über meine Artikel diskutiert wird; auch wenn es, wie hier, an einem so versteckten Ort geschieht, daß ich es erst jetzt eher zufällig entdeckt habe. ;-)

    So ganz sicher bin ich nicht, daß Sie alle den Artikel gelesen haben, der so gar nicht Ihren Beifall findet. Deshalb hier ein Abstract:

    “Gregor Gysi sah es als das ‘Herausragende’ an, daß ‘die Linke’ ein zweistelliges Ergebnis erzielt habe. Das hätte es ‘seit 1949 nie in der Bundesrepublik gegeben’.

    Mein Kommentar dazu: Mit ‘die Linke’ meint Gysi augenscheinlich nicht seine Partei, sondern die diversen kommunistischen Parteien und ihre Tarnorganisationen wie die DFU, die es in der Bundesrepublik gab. Es ist bemerkenswert, daß Gysi seine Partei in diese Tradition stellt.

    Allerdings steht seine Partei auch in der Tradition der SED, die fast dreistellige Ergebnisse zu erreichen pflegte. Oder bezieht sich Gysi nur auf das Gebiet der alten Bundesrepublik? Dann allerdings hat ‘die Linke’ in Gestalt von ‘Die Linke’ auch diesmal kein zweistelliges Ergebnis erreicht. Gysi dreht’s, wie es ihm gerade paßt.”

    Jetzt würde mich, lieber Momorulez, allerdings interessieren, was an diesem Gedankengang, der mir auch jetzt beim Wiederlesen schlüssig vorkommt, Sie veranlaßt haben mag, sich an die seinerzeitige Diffamierung von Willy Brandt erinnert zu fühlen.

    Das interessiert mich wirklich.

    Herzlich, Zettel

  12. che2001 Oktober 31, 2009 um 5:54 pm

    Dann frage ich doch mal den Autoren direkt: Wen meinten Sie mit AUD? Die tatsächlich so heißende Gruppierung oder die ADF?

  13. momorulez Oktober 31, 2009 um 8:02 pm

    Lieber Zettel,

    die Assoziationskette “Tarnname – Kommunisten”.

    Die Diffamierung Willy Brandts war ja eine doppelte: Zum eine Anspielung auf die “uneheliche Herkunft”, zum anderen, dass Willy Brandt sein “Tarnname” im Widerstand gegen das “3. Reich” war.

    Was ja bei der Wiedergeburt des “deutschen Wesens” (Zettel im Kontext seiner Auseinandersetzung mit Martin Luther) nach ’49 im Westen konstitutiv war, noch retrospektiv jene Kommunisten zu verhöhnen, die in KZs gesessen haben, unmittelbar nach dem Reichstagsbrand inhaftiert wurden usw. und Brandt auch vorzuwerfen, überhaupt im Exil gewesen zu sein. Was freilich im Falle der DDR gar nix rechtfertigt.

    Gysi habe ich übrigens so verstanden, dass erstmal eine Partei links von der SPD zweistellig wurde, was ja in der Tat bemerkenswert ist.

    Herzlichst,

    momorulez

    PS: Ich bekenne aber, dass eine Auseinandersetzung mit Ihren Ausführungen zu Luther oder dem französischen “Identitätsministerium” lohnender wäre.

  14. Zettel November 1, 2009 um 12:46 am

    Lieber Momorulez,

    für Ihre krausen Assoziationen kann ich nichts.

    Aus dem Text geht eindeutig hervor – Karsten hat darauf hingewiesen – , daß nicht von den sogenannten Kampfnamen (Tarnnamen hießen sie nicht, nebenbei) individueller Kommunisten die Rede ist. (“Brandt” war übrigens kein Kampfname, sondern zunächst der Name, unter dem Herbert Frahm publiziert hat, um nicht von der Gestapo aufgespürt zu werden).

    Ich habe nicht hiervon gesprochen, sondern von Tarnnamen, unter denen die KPD zu Wahlen angetreten ist. Daß beispielsweise die DFU eine Tarnorganisation der KPD war, ist unbestritten.

    Ich kann es, lieber Momorulez, nicht verhindern, daß Ihnen derart abwegige Assoziationen kommen. Nur lasten Sie das bitte nicht dem Autor an, den Sie falsch verstehen.

    Was Diskussionen mit Ihnen angeht: Meine Lust dazu ist sehr gedämpft.

    Der Artikel von Ihnen, auf den ich jetzt reagiert habe, zeigt ja, daß Ihre Bereitschaft oder Fähigkeit, den Diskussionspartner bei dem, was er meint, erst einmal richtig zu verstehen, eher gering entwickelt ist. Das war auch schon meine Erfahrung aus früheren Diskussionen.

    Herzlich, Zettel

  15. Zettel November 1, 2009 um 12:51 am

    Lieber che2001,

    ich meinte in der Tat die ADF. Ich glaube, der Lapsus ist mir irgendwann schon mal passiert. Ich werde das in dem Artikel korrigieren; mit Dank an Sie für den Hinweis.

    Herzlich, Zettel

  16. momorulez November 1, 2009 um 1:01 am

    “Der Artikel von Ihnen, auf den ich jetzt reagiert habe, zeigt ja, daß Ihre Bereitschaft oder Fähigkeit, den Diskussionspartner bei dem, was er meint, erst einmal richtig zu verstehen, eher gering entwickelt ist. Das war auch schon meine Erfahrung aus früheren Diskussionen.”

    Ja, aber dass ich unterentwickelt bin, das weiß ich doch. Verzeihen Sie mir doch in Größe meine Unterentwicklung. Das ist doch schon ein Gebot der Toleranz.

    Deswegen neide ich Ihnen doch so sehr doch Ihre Fähigkeit, konträre Standpunkte aus sich heraus zu deuten, zu verstehen und mit virtuosen Formen immanenter Kritik zu belegen, als handele es sich um einen Fluch.

    Auch, dass Ihre Herrschaft über das Krause der Anderen freilich ÜBER jeglicher Diskussion steht, habe ich lernen dürfen und bin jetzt, ja, jetzt endlich zur Unterwerfung bereit!

    Aber Danke, dass Sie für dergleichen Hinweise hier vorbei schauen! Wenn ich sie dann irgendwann richtig verstanden habe, dann wird auch mir die Erleuchtung zuteil werden! Ich werde es Ihnen mitteilen!

    “Ich kann es, lieber Momorulez, nicht verhindern, daß Ihnen derart abwegige Assoziationen kommen. Nur lasten Sie das bitte nicht dem Autor an, den Sie falsch verstehen.”

    Nie wieder! Aber wie sehne ich mich danach, DASS Sie es verhindern könnten!

    Es tut mir soooooo leid … und jetzt folge ich Ihnen zum deutschen Wesen und fordere ein Identitätsministerium!

    In Demut,herzlichst,

    momorulez

  17. Zettel November 1, 2009 um 2:42 am

    Nun fallen Sie doch nicht gleich von einem Extrem ins andere, lieber Momorulez.

    Denken Sie an den aufrechten Gang! :)

    Herzlich, Zettel

  18. momorulez November 1, 2009 um 9:20 am

    Seit wann favorisieren denn Personen wie Sie den aufrecbten Gang? Diese permanente Inszenierung von Antikommunismus, die Sie reproduzieren, hat uns einst – schändlicherweise unter Willy Brandt – die Berufsverbote beschert, zum Beispiel. Auch eine dem “deutschen Wesen” gemäße Tradition seit den Sozialistengesetzen.

  19. Zettel November 1, 2009 um 1:27 pm

    Personen wie mich, lieber Momorulez, gibt es nicht, außer mir. Ich vermute, daß es auch Personen wie Sie außer Ihnen nicht gibt. ;-)

    Die permanente Inszenierung des Kommunismus hat (geschätzt) 94 Millionen Menschen das Leben gekostet.

    Ich bin Antikommunist, so wie ich Antinazi bin. Aus exakt denselben Gründen.

    Herzlich, Zettel

  20. momorulez November 1, 2009 um 3:48 pm

    A: “Personen wie mich, lieber Momorulez, gibt es nicht, außer mir.”

    B: “Ich bin Antikommunist, so wie ich Antinazi bin.”

    Und wie passt das jetzt zusammen? Es gibt außer Ihnen keine Antikommunisten, und auch keine Antinazis? Was ein Privileg! Das vereinfacht aber Diskussionen ungemein: “Alle für die Nazis und die Kommunisten, nur ich nicht!” Wahnsinn!

    “Aus exakt denselben Gründen.”

    Dann können das aber so gute Gründe nicht sein, die Gründe, aus denen man jeweils dagegen ist, unterscheiden sich ja nachdem, worauf man sich bezieht. Wie man ja nicht nur an Ihrem Eintrag zum “Identitätsministerium” nachvollziehen konnte, haben Sie sich offenkundig mit dem Nationalsozialismus als historisch-spezifischem Gegenstand auch noch nicht allzu intensiv beschäftigt.

    Die 94 Millionen Toten, die durch jene, die in der BRD Berufsverbot erhielten, ums Leben kamen, die sind mir allerdings gar nicht geläufig.

    Ist aber die gleiche Antwort wie jene nach den Gründen: Je nachdem, wo und unter welche Umständen Kommunisten jeweils rum spuken und auch, ob’s denn überhaupt welche sind und warum man diesen Begriff da sinnvoll verwenden kann, das ist ja eine empirische Frage, und dass diese Ihre Stärke nicht ist, das belegen Sie ja häufig in ihren Einträgen. Deshalb bin ich da sogar nachsichtig. Ist ja Sonntag.

    Immerhin sind wir uns in der Verurteilung der Geschehnisse z.B. unter Stalin oder Mao einig. Ist ja auch schon mal was.

    Insofern noch ein schönes Wochenende und gute Besserung,

    Herzlichst,

    momorulez

  21. netbitch November 1, 2009 um 4:54 pm

    Welchen Stellenwert haben eigentlich Feministinnen, Ökos, Schwule und Lesben in der kommunistischen Weltverschwörung? Wenn schon die heutige Partei Die Linke und deren Personal umstandslos mit den Verbrechen Stalins und Mao zusammengerechnet werden wüsste ich gerne, wo mein Platz im satanischen Plan zur Erringung der Weltherrschaft ist.

  22. Nörgler November 1, 2009 um 5:26 pm

    Deinen Platz hast Du doch schon kenntlich gemacht in Deinem auf ewig legendären, auch so wunderschön bebilderten Eintrag zum Umerziehungslager.

  23. momorulez November 1, 2009 um 5:43 pm

    @Netbitch:

    Das ungefähr meinte ich ja mit Empirie-Mangel des Professor Zettel: Solche Fragen ignoriert er weg im Sinne eines falschen Allgemeinen, begrifflich vorsintflutlich. Man kann ja noch so hübsch Statistik und Laborversuch betreiben, wenn die zugrunde liegenden Begriffe nicht reflektiert werden, ist das Gegenaufklärung.

    Bei ihm hat Dein Platz keine Relevanz, ebenso wenig feministische Fragestellungen. Wird alles wegnivelliert. Um auf der eigenen Nivellierungsleistung gründend dann überheblich zu belächeln.

    Dabei fängt fängt man mit “Nivellierung” und “Normalisierung” ja normalerweise an bei der Analyse von historisch spezifischen Totalitarismen und glaubt nicht etwa, etwas über diese auszusagen, wenn man “Kommunist” sagt.

    Frage mich zudem immer, warum jene, die Sarrazin so überzeugend finden, nicht als allerstes die Frage nach den Beamtenpensionen ganz oben auf die Tagesordnung setzen. Sind das nicht allein 30-40% aller öffentlichen Haushalte?

    @Nörgler:

    Frage mich ja eh die ganze Zeit, wieso nicht lieber dieses Umerziehungslager statt Hart IV eingeführt wurde … vor allem dieser zwinkernde Schwarze (?) – war’s Abdul? War’s Ibrahim? – damals hat Deine Fantasien doch bestimmt auch beflügelt, oder?

  24. netbitch November 1, 2009 um 5:50 pm

    Ich habs nochmal auf Platz 1 gestellt, zum Nachschauen.

  25. che2001 November 1, 2009 um 6:06 pm

    @”Frage mich zudem immer, warum jene, die Sarrazin so überzeugend finden, nicht als allerstes die Frage nach den Beamtenpensionen ganz oben auf die Tagesordnung setzen. Sind das nicht allein 30-40% aller öffentlichen Haushalte?” —- Weil der Beamte zu dem gehört, was für diese Leute als “Mitte der Gesellschaft” definiert wird, Du, ich, wir hier, die Kopftuchmädchen und Schnauzbartjungens hingegen nicht. Weiß, wohlhabend, durchschnittlich im Sinne einer angenommenen statistischen Norm von unauffälligem Verhalten, das zählt. Die Minderheiten und Randgruppen, deren Behandlung durch Staat und Mehrheitsgesellschaft aus unserer Sicht Gradmesser für das Maß an Humanität und Liberalität einer Gesellschaft ist erscheinen denen als die “ausfransenden Ränder” der Gesellschaft, als die eher Entbehrlichen Gruppen und Menschen.

  26. Nörgler November 1, 2009 um 6:41 pm

    Ja, köstlich! Wenigstens 2x im Jahr muß ich das sehen, sonst werde ich trübsinnig. Hasan ist deutlich attraktiver als der Nörgler, unbestreitbar.

  27. Zettel November 1, 2009 um 6:42 pm

    A: „Personen wie mich, lieber Momorulez, gibt es nicht, außer mir.“

    B: „Ich bin Antikommunist, so wie ich Antinazi bin.“

    Und wie passt das jetzt zusammen? Es gibt außer Ihnen keine Antikommunisten, und auch keine Antinazis?

    Ein bißchen mehr Logik, wenn ich bitten darf; oder vielmehr Mathematik, Sexta oder Quinta vermutlich:

    “Zettel” ist ein Element der Menge “Antikommunisten”. Daraus folgt keineswegs, daß es in dieser Menge noch ein weiteres Element oder mehrere weitere Elemente gibt, die alle Eigenschaften von “Zettel” haben. Einige dieser anderen Elemente könnten zum Beispiel die Eigenschaft haben, weiblichen Geschlechts zu sein, keinen Bart zu tragen oder noch ihre volles Haupthaar zu besitzen.

    Wenn Sie sich in Aussagenlogik auskennen, hilft Ihnen vielleicht die Unterscheidung zwischen Existenzoperator und Alloperator, das zu verstehen. :-)

    Herzlich, Zettel

  28. momorulez November 1, 2009 um 7:22 pm

    “„Zettel“ ist ein Element der Menge „Antikommunisten“. Daraus folgt keineswegs, daß es in dieser Menge noch ein weiteres Element oder mehrere weitere Elemente gibt, die alle Eigenschaften von „Zettel“ haben.”

    Nein, natürlich nicht.

    Daraus folgt aber ebenso wenig, dass das “Element” “Zettel” nun über irgendwelche exklusiven Eigenschaften, Verhaltensweisen oder Einstellungen verfügen würde, die singulär wären.

    Das widerspräche auch der Logik singulärer und genereller Termini, da braucht man – “ich hab den Längsten!” – auch weder Existenzoperatoren noch Alloperatoren.

    “Zettel” macht Sie (raumzeitlich) identifizierbar, und mit was oder als was Sie sich identifizieren oder ich Sie identifiziere, dazu braucht man dann schon generelle Termini, die in den wenigstens Fällen Einzigartikeit beanspruchen können und gerade deshalb Verständigung ermöglichen, und da haben wir lediglich unterschiedliche Zugangsmöglichkeiten zu Verifikationsweisen im Bezug auf “Zettel”, um dazu richtige oder falsche Aussagen treffen zu können.

    Über die Netz-”Persona” “Zettel” können wir aber uns aber schon recht weitgehend auf Augenhöhe unterhalten, wie über die “momorulez” ja auch.

    Identitätsrelationen hinsichtlich der raumzeitlichen Identifzierbarkeit zwischen “Zettel” und anderen Personen sind in der Tat äußerst unwahrscheinlich, hinsichtlich von Eigenschaften, beobachtbaren Verhaltensweisen (z.B. schreiben) etc. lassen aber sehr wohl generalisierbare Aussagen zu, z.B. “Wer permanent mit “Antikommunismus” hantiert und die Assimilation von Immigranten fordert, will Andere am aufrechten Gang hindern”, und “Zettel” ist ein solcher “wer”.

    Was freilich eine ontologisierende Redewise ist, da haben Sie recht, das überlasse ich Ihnen. Insofern wäre richtiger “Zettel vertritt solche Positionen”.

    Herzlichst,

    momorulez

  29. T. Albert November 2, 2009 um 1:53 am

    JA, ein Riesenglück, dass die Hitlerianer und Stalinisten die Welt vorm Kommunismus beschützten.

  30. Zettel November 2, 2009 um 5:37 am

    Und wie passt das jetzt zusammen? Es gibt außer Ihnen keine Antikommunisten, und auch keine Antinazis? Was ein Privileg! Das vereinfacht aber Diskussionen ungemein: „Alle für die Nazis und die Kommunisten, nur ich nicht!“ Wahnsinn!

    Haben Sie’s nicht verstanden, oder wollen Sie es nicht verstehen, lieber Momorulez? Aber gut, ich bin ja geduldig und sage es jetzt mal nicht extensional, sondern intensional:

    Wenn A (Zettel) das Merkmal x (Antikommunist) hat und B, C, … N ebenfalls das Merkmal x haben, dann folgt daraus nicht, daß A mit B, C, … N irgendwelche andere Merkmale a, b, c … teilt.

    A kann folglich sowohl das Merkmal x mit beliebig vielen anderen teilen als auch singulär sein.

    Mir scheint, lieber Momorulez, daß Sie nicht nur diesen logischen Sachverhalt nicht verstehen, sondern daß dieses Nichtverstehen auch Ihren Diskussionsstil prägt.

    Sie erkennen richtig, daß A das Merkmal x hat und schreiben ihm daraufhin alle möglichen Merkmale zu, von denen Sie wissen oder vermuten, daß andere sie haben, die mit A das Merkmal x teilen.

    So haben Sie mich irgendwann, wenn ich mich recht erinnere, einmal als Angehörigen der “Neuen Rechten” identifiziert, was nun wirklich Kappes war. So schreiben Sie mir jetzt irgendwelche Meinungen zu den Sozialistengesetzen, zu Willy Brandt und was allem zu.

    Sie haben keine Ahnung, ob ich diese Meinungen habe. Aber da Sie ja wissen, daß ich das Merkmal x habe, können Sie mir munter alle möglichen anderen Merkmale a, b, c … attribuieren.

    Sie wollen nicht wissen, was ich tatsächlich meine und behauptet habe, sondern Sie machen sich in Ihrem Kopf einen Zettel zurecht, den es nicht gibt.

    Das ist, lieber Momorulez, der Grund, warum ich keine Lust mehr habe, mit Ihnen zu diskutieren.

    Höchstens mal so eine kleine Meta-Diskussion wie jetzt.

    Die ich hiermit, was mich betrifft, abschließe. Niicht ohne Ihnen die Vermehrung gewonnener Einsichten zu wünschen. :)

    Herzlich, Zettel

  31. momorulez November 2, 2009 um 9:17 am

    “Wenn A (Zettel) das Merkmal x (Antikommunist) hat und B, C, … N ebenfalls das Merkmal x haben, dann folgt daraus nicht, daß A mit B, C, … N irgendwelche andere Merkmale a, b, c … teilt.”

    Ja, und?

    Ansonsten habe ich die These aufgestellt, dass Antikommunismus Berufsverbote hervorgebracht hat (und das 3. Reich neben anderen Faktoren übrigens auch, by the way) , nicht, dass Sie dafür wären; sehr wohl jedoch, dass Sie sachunangemessen und völlig unspezifisch Antikommunismus inszenieren..

    Sie tragen aber mit Ihren Positionen – die sich in der Tat durchgängig der Klasse der Aussagen der “Neuen Rechten” zuordnen lassen, und natürlich sind solche Positionen weder “Merkmale” noch Eigenschaften von Personen, das war mein Fehler in obiger “Unterhaltung”, das nicht geschieden zu haben; dass Sie es reproduzieren, zeugt von Ihrer Naivität, so als “Wesensmetaphysiker” – zu einem gesellschaftlichen Klima bei, dass Hetze gegen jene, die Berufsverbote erhielten, erst ermöglichten. Die “verlorene Ehere der Katharina Blum” kennen Sie ja vermutlich noch.

    Dass Sie Diskussionen durchgängig ausweichen und auf irgendwelche in sich inkonsistenten Logik-Comedys ausweichen, belegt das für mich noch einmal: Die “Neue Rechte” setzt ja systematisch auf Dialogverweigerung und Sich-Nicht-Einlassen und will eben herrschen, Andere definieren und verfügbar machen, und wer nicht instrumentalisierbar ist, soll gehen; und sonst nix.

    Kann man hier ganz gut nachvollziehen: Der Kaiser suggeriert Kleider, wo er einmal mehr sich unfähig zeigt, auf auch nur ein einziges Argument einzugehen. Das ist ja bei Diskussionen mit Ihnen Gleichgesinnten beiden B.L.O.G.s erschütternderweise nicht anders: Zettel schaut vorbei, tut vornehm, sondert ein Klischee ab und ist wieder weg.

    Vermehrung gewonnener Erkenntnisse ist im Dialog mit Ihnen ist schlechterdings unmöglich. Bei all den aufgeblähten, professoral getarnten Klischees, die bei Ihnen zu lesen sind – mal ab von dem Text zu Wahrnehmungspsychologie – ist ja nix, was mir nicht bekannt wäre, zu finden, und was ich nicht ggf. selbst schreiben könnte, wenn ich die Zeit dazu hätte.

    Insofern bin ich auch nicht soooo traurig, wenn Sie hier nicht auftauchen; dass Sie zu jenen gehören, die man verbal bekämpfen muss, das zu belegen, wird aber in diesem Blog auch weiterhin vollzogen werden.

    Danke aber für die in der Regel sehr gut Übersetzungen.

    Herzlichst,

    momorulez

  32. Zettel November 2, 2009 um 12:26 pm

    Lieber Momorulez,

    Sie veranlassen mich jetzt doch noch zu einem Postskriptum: Sie wollen mich “verbal bekämpfen”. Ich würde, wenn ich eine Diskussion für sinnvoll hielte, Sie hingegen zu überzeugen versuchen.

    Da haben wir den ganzen Unterschied zwischen Ihrem und meinem Denken. Ihr letzter Beitrag zeigt das noch einmal sehr deutlich.

    Wer im Andersdenkenden nicht den Diskussionspartner sieht, sondern den Gegner, wenn nicht den Feind, der ist damit zu einer rationalen Diskussion nicht in der Lage.

    Herzlich, Zettel

  33. T. Albert November 2, 2009 um 12:36 pm

    “Ich würde, wenn ich eine Diskussion für sinnvoll hielte, Sie hingegen zu überzeugen versuchen.”

    Von Uberzeugungsversuchen ist wenig zu lesen. (Mich haben Sie mal rausgeworfen, weil ich die Verfassung gegen eine Meinungsbesitzerin bei Ihnen verteidigt habe.)

  34. momorulez November 2, 2009 um 12:52 pm

    Ja, wer inständig soziale Praxis, institutionelle Ordnungen, gesellschaftliche Auseinandersetzungen, erkenntnisleitende Interessen, gesellschaftliche Hegemonien, Machtfragen, ja, sogar die Differenzen zwischen moralischen, ästhetischen, “Wahrheits-” usw. Fragen jeweils hinsichtlich ihrer praktischen wie auch theoretischen Dimension ignoriert, indem er zu einer reflexiven Selbstanwendung dieser Dimensionen auf das eigene Geschriebene nicht willens oder nicht fähig ist, der betreibt halt Ideologie und nicht etwa “Überzeugungsarbeit”.

    Und der wird auch an Wahrheitsfragen chronisch scheitern, verehrter Herr Zettel.

    Es ist zudem einigermaßen albern, bei Ihrem ressentimentsgesättigten Kampfblog, bei dem Sie im Falle aller Anderen ja nun keinesfalls z.B. um die Behauptung von Hegemonien verlegen sind, hier den Kämpfer für Wahre, Gute und Schöne im Sinne des Überzeugenwollens zu geben. Für den Fall, dass Sie das wirklich glauben sollten, wäre das schlicht Selbsbetrug.

    Solche billigen Konter sind übirgens sogar unter Ihrem Niveau.

    Herzlichst,

    momorulez

  35. momorulez November 2, 2009 um 12:53 pm

    @T. Albert:

    Wer Widerworte hat und sich nicht überzeugen lässt, wird halt raus geworfen – war doch schon immer so.

  36. David November 2, 2009 um 2:31 pm

    Gut, ‘Alloperator’ und ‘Existenzoperator’ gehören nicht zu Aussagenlogik, aber was war denn ansonsten an diesen Logik-Comedies inkonsistent?

  37. momorulez November 2, 2009 um 3:35 pm

    Dass die Logik der Verwendungsweise singulärer und genereller Termini nicht berücksichtigt wurde. Also die Basics. Und stattdessen ein nicht weiter explizierbarer Indvidualitätsanspruch erhoben wurde.

    Auch, weil “antikommunistisch” da als “Merkmal” im Sinne einer persönlichen Eigenschaft wie rot, groß, schlank, dumm, schlau verwendet wird, was ja hanebüchen ist.

    Das ist deshalb wichtig, weil sich da ja die ganze restliche Debatte, die man so oft hat, aufhängt.

    Da werden dann “links”, “liberal”, “Neue Rechte”, auch ich bin da oft nicht gegen gefeit, wie Charaktereigenschaften gelesen, ohne wenigstens “Haltungen” oder “Einstellungen zu”, also das, was man als Tugend begreifen kann, zu thematisieren.

    Das könnte man ja versuchen, das mal zueinander in Beziehung zu setzen. Machen aber allenfalls Liberale im Dialog untereinandern, sich gewissermaßen “Weltoffenheit”, “Toleranz” usw. zu- und allen anderen abzusprechen. Was ja dann ein Widerspruch in sich sein kann.

    Und weil das sonst nicht passiert, sind immer alle beleidigt. Weil Kritik an Positionen immer als Kritik an Personen aufgefasst wird.

    Das will aber in Köpfe wie jene Zettels nicht hinein (den ich oben sehr wohl persönlich kritisieren wollte).

    Deswegen gibt es ja bei ihm auf einmal auch wieder das “deutsche Wesen”. Sowas passiert, wenn man ganz antik “Substanz mit Eigenschaften” und nicht “Satz und Sachverhalt” zugrunde legt, um dann anschließend eben in gut kantischer Tradition weiter zu differenzieren.

    Dabei ist diese gute, kantische Tradition doch zum Beispiel das, was einen Habermas zu einem wirklich Großen macht, dass er das ernst genommen in seiner “Theorie der Geltungsansprüche” und Praxis als konstitutiv für Wahrheit z.B. begreift.

    “Antikommunismus” ist keine Haltung in oben genannten Sinne, sondern eine historisch klar situierbare politische Position.

    Ebenso “Positionen der Neuen Rechten”, da kann man ja angeben, was man damit meint, und vielleicht trifft es dann auch gar nicht zu. Soweit fragen Leute wie Zettel (und Boche undundund) schon gar nicht mehr und versticken sich stattdessen in “Alloperatoren” und “Existenzoperatoren”.

    Empfehle allen die Lektüre der logisch-semantischen Propädeutik von Ernst Tugendhat und Ursula Wolf, das ist hinischtlich solcher Basiscs viel wert.

  38. che2001 November 2, 2009 um 4:19 pm

    Das sind aber astreine Ontologen und Topologen. “Der Linke” ist dort jemand, der bestimmte Charaktereigenschaften, Denk- und Empfindungsweisen hat, nicht jemand mit einer bestimmen Meinung. Erinnert mich an meine Kindheit, als uns Kommunisten tatsächlich als eine Art von bösen Menschen ausgemalt wurden. So weit würde ich nicht gehen, Rayson, Zettel & Co das zu unterstellen, sehr wohl aber eine Zuordnung von Persönlichkeitsmerkmalen/Mentalitäten zu einer politischen Haltung. Das passiert da sogar ständig. “Als Liberaler sieht man das soundso”, “Linke brauchen die soziale Wärme des Kollektivs”, “Wer in Klassenbegriffen denkt, sehnt sich nach der Autorität”, solche Denkfiguren konstituieren die Debatte dort wesentlich. Und solange so gedacht wird, werden solche Leute (Stefanolix und David ganz ausdrücklich ausgenommem) gar nicht wahrnehmen können, wie Du oder ich oder T.Albert bestimmte Dinge überhaupt meinen könnten.

  39. momorulez November 2, 2009 um 4:30 pm

    Wobei freilich die Rede von “Liberallalas” oder die Verweise auf die Happy Few usw. soooo anders nun auch nicht sind, geschweige denn diese ganzen “Gier” etc.-Debatten. Aber genau davon sollte man ja weg, und ich glaube, genau das ist nicht gewollt, und warum, das kann ja dem entnehmen,was Foucault über “Individualisierung” schrub.

  40. David November 2, 2009 um 4:47 pm

    Zettel scheint die Bedeutung von “Personen wie Zettel” als die Menge aller Personen zu deuten, die über alle Eigenschaften von Zettel verfügen. Angenommen die Identität Ununterscheidbarer ergibt sich dann, daß Zettel das einzige Element dieser Gruppe sein muß (da er ja zumindest als einziger die Eigenschaft hat, Zettel zu sein). Sinnvoll kann man das natürlich nur dann vertreten, wenn man gleichzeitig die komplette Konstruktion “Person wie X” für als unnütz ablehnt. Wenn man damit nur noch die Menge bezeichnen kann, die genau die von X bezeichnete Person enthält, dann ist sie nicht viel wert.

    Was verstehst Du im konkreten Fall unter einer Person wie Zettel?

    Es gibt außer Ihnen keine Antikommunisten, und auch keine Antinazis? Was ein Privileg! Das vereinfacht aber Diskussionen ungemein: „Alle für die Nazis und die Kommunisten, nur ich nicht!“

    Hier augenscheinlich “Person, die Antikommunist und Antinazi ist”. Ist das gemeint?

  41. David November 2, 2009 um 4:49 pm

    Bah. “für als” –> “als”

  42. David November 2, 2009 um 4:50 pm

    Und “Du” richtet sich an MR.

  43. genova68 November 2, 2009 um 4:59 pm

    Den Stil dieses Zettel (den ich bis dato nicht kannte) finde ich unangenehm: süffisant und scheißfreundlich. Und für diesen Logikstreit braucht man doch nicht einmal einen Logikgrundkurs. Warum sollte es Personen WIE jemand nicht geben? Das ist doch eine rein semantische Geschichte.

    Mahlzeit.

  44. Zettel November 2, 2009 um 5:02 pm

    @ T. Albert:

    Nach meiner Erinnerung war in “Zettels kleinem Zimmer” nie ein T. Albert registriert.

    Selbstverständlich wird dort niemandem die Mitgliedschaft entzogen, weil er “die Verfassung verteidigt”. In den wenigen Fällen – weniger als einem halben Dutzend in dreieinhalb Jahren -, in denen ich eine Mitgliedschaft beendet habe, war der Grund ein massiver Verstoß gegen die Forumsregeln oder die Ankündigung mir gegenüber, sich nicht an diese zu halten.

    Das zur Richtigstellung, damit es zu keiner Mythenbildung kommt.

  45. momorulez November 2, 2009 um 5:03 pm

    “Zettel scheint die Bedeutung von „Personen wie Zettel“ als die Menge aller Personen zu deuten, die über alle Eigenschaften von Zettel verfügen.”

    Ja, das ist dann aber entweder intendiert mißverstanden oder Unsinn. Was freilich an meiner in diesem Fall auch außerordentlich unpräzisen Formulierung liegt, wie ich ja bereits eingeräumt habe. Was ich ja gerade ausgiebig zu revidieren versuche.

    Was ich meine, ist: “Personen, die Positionen vertreten wie jene, die Zettlel als Autor in seinem Blog vertritt”. Wozu auch ein pauschaler und unspezifischer Antikommunismus gehört. Antinazismus wäre mir in dessen Blog noch gar nicht aufgefallen.

    “Wenn man damit nur noch die Menge bezeichnen kann, die genau die von X bezeichnete Person enthält, dann ist sie nicht viel wert.”

    Ja, eben, deshalb ja der Verweis auf die Funktion raumzeitlicher Identifizierung im Falle singulärer Termini. Was aber ja ergänzend auf Theorien der Eigennamen verweist (wieso kann man zu Thomas und Thomas “Thomas” sagen und meint doch zwei verschiedene Personen? Ja, man lese z.B. Frege über den Morgenstern und den Abendstern, das Problem gewissermaßen umgekehrt) . Und auf deiktische Ausdrucke wie “hier”, “jetzt” und “da”.

    Ich möchte betonen, dass es sich hier um alles andere als triviale Fragen handelt. Darüber haben sich auch ein Kant, ein Hegel und ein Adorno ordentlich den Kopf zermartert.

    Nachtrag: Und freilich schon ein Aristoteles!

  46. momorulez November 2, 2009 um 5:06 pm

    @Genova:

    “Warum sollte es Personen WIE jemand nicht geben? Das ist doch eine rein semantische Geschichte.”

    Ja, sach ich ja. “Das Heidelberger Schloß ist rot”.

    @Zettel:

    Keine Sorge, die Mythenbildung überlassen wir ganz Ihnen.

  47. David November 2, 2009 um 5:09 pm

    “Person wie X” ist etwas unspezifisch, deshalb ist Zettels Interpretation “ich und niemand außer mir” als Grenzfall möglich.

  48. David November 2, 2009 um 5:10 pm

    Letzter Post an Genova68

  49. momorulez November 2, 2009 um 5:10 pm

    Ja, das habe ich ja schon eingeräumt.

  50. momorulez November 2, 2009 um 5:11 pm

    Letzter Post an David ;-)

  51. Zettel November 2, 2009 um 5:19 pm

    Lieber David,

    Gut, ‘Alloperator’ und ‘Existenzoperator’ gehören nicht zu Aussagenlogik

    Selbstverständlich gehören ‘Existenzoperator’ und ‘Alloperator’ (auch Existenz- und Allquantor genannt) zur Aussagenlogik; genauer zu ihrer modernen Form, der Prädikatenlogik.

    Aus Ihren anderen Beiträgen entnehme ich, daß Sie von Logik etwas verstehen. Ich vermute deshalb als Hintergrund Ihrer Kritik, daß ihnen nur die Begriffe Existenz- und Allquantor geläufig sind und Sie Operatoren eher in der Mathematik verorten.

    In der Tat hat sich wohl heute ‘Quantoren’ durchgesetzt. Als ich mich mit Aussagenlogik befaßt habe, was etliche Jahrzehnte her ist, waren die geläufigen Bezeichnungen aber Existenzoperator (dargestellt als gespiegeltes E) und Alloperator (dargestellt als gespiegeltes A).

    Herzlich, Zettel

  52. genova68 November 2, 2009 um 5:26 pm

    Meine Güte. Auf der Blogroll dieses komischen Zettel steht sogar “PI-news.net”.

    Ein interessanter Zeitgenosse bist du, Zettel: Hier einen auf geschliffen intellektuell machen mit deinem Logikgelaber und gleichzeitig sich mit rechtsradikalen Volksverhetzern verbrüdern. Die übrigens verfassungsfeindlich sind, weil du das oben angesprochen hast.

    Ist das das, was man “Extremismus der Mitte” nennt?

    Danke und tschüss.

  53. David November 2, 2009 um 5:48 pm

    Lieber Zettel,

    begrifflich trenne ich zwischen einerseits Aussagen- oder Junktorenlogik, die sich ausschließlich mit unanalysierten atomaren Aussagen und wahrheitsfunktionalen Konstanten beschäftigt, mit denen diese Atome verknüpft werden können und andererseits eben Prädikaten- oder Quantorenlogik. Das ist mir bisher auch noch nicht anders begegnet. Allerdings liegt mir wenig daran, hier die Wortwahl zu fetischisieren, also merke ich mir, daß Sie mit “Aussagenlogik” bewußt den Oberbegriff meinen. Inwiefern man die Prädikatenlogik korrekt als moderne Form der Aussagenlogik bezeichnen kann, wäre eingehender Erörterungen wert.

    Was die Bezeichnung “Quantor” betrifft, so ist mir die für die Logik tatsächlich geläufiger.

    Herzlich, David

  54. che2001 November 2, 2009 um 6:04 pm

    @”Wobei freilich die Rede von „Liberallalas“ oder die Verweise auf die Happy Few usw. soooo anders nun auch nicht sind, geschweige denn diese ganzen „Gier“ etc.-Debatten. Aber genau davon sollte man ja weg,” —– Das ist von der Grundstruktur her zwar richtig, aber das, wie ich dort erlebt habe dozierend erklärt wird, wie “der Linke” und “der Liberale” als Typus sei geht noch einen Schritt weiter, oder ist eine noch viel purifiziertere Haltung. Das erinnert mich aber z.B. an meine Schulzeit, als JU-MitschülerInnen Linken bestritten, ein empfindsames Gefühlsleben zu haben. Damals wurde wirklich Entmenschlichung des politischen Gegners betrieben (die war noch ein Jahrzehnt vorher so stark ausgeprägt, dass, als der angeschossene Rudi Dutschke “Mama! Papa!” schrie ein Passant kommentierte “Schau an! Wenns ans Sterben geht schreien sogar solche Leute nach den Eltern.”). So etwas gibt es zum Glück heute in dieser Ausprägung nicht mehr, aber die Erinnerungen daran schwappen bei mir jedesmal wieder hoch, wenn ich diese völlig vom konkreten Gegenüber abstrahierenden Typisierungs-Sprechblasen lese, von Leuten, die sich selber zugleich als Vertreter eines radikalen Individualismus bezeichnen.

  55. T. Albert November 2, 2009 um 6:44 pm

    @Zettel
    Mythenbildung – merci bien, Herr Professor.!

    Natürlich muss ich mich gegen irgendwelchen Vorwurf der Lüge nicht verteidigen, das ist logisch.

    Mir ist auch egal, ob Sie sich an einen registrierten T. Albert erinnern.
    Nach meiner Erinnerung ging die Sache vor zwei, drei oder mehr Jahren so: Registrieren musste ich mich da bei Ihnen noch nicht, sondern konnte direkt einer Dame, die sich, glaube ich, Renata nannte und ihrerseits einen lustigen Blog mit Blumen hatte, antworten, die in meinen Augen merkwürdige Dinge über irgendwelche Leute und den Verfassungschutz, der sie nicht vor jenen schützte, dafür jene vor ihr, der Antikommunistin, absonderte, und zwar auf sprachliche Art, die mich nach kurzer sogenannter Diskussion dazu brachte zu sagen, dass ich meinerseits schön froh über die Existenz des Verfassungsschutzes sei, wenn jemand so “antikommunistisch” daherredet. Dazu gehört was, wenn ich mich so hinreissen lasse, eine Institution, deren Aufhebung ich eigentlich für einen Schritt zu weiterer Vermenschlichung halte, zu preisen.
    Sie, Herr Zettel, hielten meine Worte, die anderes nicht besagten, für Damenbeleidigung und baten mich, mich zu entfernen. Ich habe Sie sogar angemailt, weil ich das natürlich nicht diskreditierend in Ihrem Blog weiterdiskutieren wollte. Sie wiesen mich dabei, wenn ich mich recht erinnere, darauf hin, dass Sie mich löschen würden, würde ich weiterhin mit der Dame, die ich als in Deutschland eingeschriebener Sozialdemokrat für eine ausgemachte Verfassungsfeindin hielt, als einer Verfassungsfeindin diskutieren. Sie haben mir nämlich zurückgemailt auf meine Frage: Meinen Sie das ernst?

    Soweit meine Erinnerung in anderthalb Sätzen, mehr lohnt sich für den ehrabschneiderischen Blödsinn nicht. Selbstredend habe ich auch nie mehr Ihren Blog angerührt.

    Arno Schmidt tut mir nur immer so leid, der war ja ein Mann von klarstem Verstand.

  56. David November 2, 2009 um 7:12 pm

    @T.Albert: Christian von Wolff nicht? ;)

  57. T. Albert November 2, 2009 um 7:12 pm

    Gott, und dann ist das alles so unerotisch, dass mans kaum aushält.
    Wer würde denn mit einer “Antikommunistin” was wollen? Man würde sich ja schämen.

  58. T. Albert November 2, 2009 um 7:17 pm

    @DAvid

    Leibniz-Wolff?

  59. T. Albert November 2, 2009 um 7:30 pm

    Das müsstich jetzt beim Kant-Kant nachsehen. Muss das heute abend noch sein? Ich kenne mich da ja nicht so aus, also ich würde etwas brauchen.

  60. T. Albert November 2, 2009 um 7:40 pm

    Dass der Herr Professor Wolff kein Blogger war, war vielleicht nicht unvernünftich.

  61. Zettel November 2, 2009 um 7:55 pm

    @ T. Albert

    Bei solchen Vorwürfen bin ich pingelig; denn ich mag es gar nicht, wenn jemand falsche und ehrenrührige Behauptungen in die Welt setzt, nach dem Prinzip aliquid semper haeret.

    Sie haben behauptet:

    Mich haben Sie mal rausgeworfen, weil ich die Verfassung gegen eine Meinungsbesitzerin bei Ihnen verteidigt habe.

    “Rauswerfen” hätte ich Sie nur aus dem Forum “Zettels kleines Zimmer” können. Dort waren Sie – ich habe das inzwischen geprüft – aber nie Mitglied.

    Als es in ZR noch die Kommentarfunktion gab, konnte ich schon deshalb niemanden “rauswerfen”, weil dort jeder schreiben konnte.

    Jetzt ändern Sie auf einmal Ihren Vorwurf und behaupten:

    Sie, Herr Zettel, hielten meine Worte, die anderes nicht besagten, für Damenbeleidigung und baten mich, mich zu entfernen.

    Wie hätte ich das anstellen sollen? Beim Kommentieren in einem Blog kann man sich nicht “entfernen”. Man schreibt etwas oder man schreibt nichts. Ich konnte Ihnen gar nicht verwehren, zu kommentieren, wann immer Sie wollten.

    Sie wiesen mich dabei, wenn ich mich recht erinnere, darauf hin, dass Sie mich löschen würden, würde ich weiterhin mit der Dame, die ich als in Deutschland eingeschriebener Sozialdemokrat für eine ausgemachte Verfassungsfeindin hielt, als einer Verfassungsfeindin diskutieren.

    Sie beziehen sich dabei auf eine angeblich Mail von mir. Haben Sie sie gespeichert, oder setzten Sie jetzt einfach diese Behauptung unnachprüfbar in die Welt?

    “…als einer Verfassungsfeindin diskutieren” ist exquisit formuliert. Selbstverständlich konnten Sie mit jedem diskutieren, auch wenn Sie ihn für einen Verfassungsfeind hielten. Und selbstverständlich ist es nicht erlaubt, einen anderen Kommentator, den man ja gar nicht kennt als “Verfassungsfeind” zu beleidigen. Sie würden sich auch verbitten, wenn jemand das Ihnen gegenüber täte.

    Ich habe bei den Kommentaren in ZR wie auch jetzt im kleinen Zimmer immer darauf geachtet, daß man manierlich miteinander umgeht. Falls Sie das einmal nicht getan haben sollten, ist es denkbar, daß ich Sie darauf hingewiesen habe. Aber mit Sicherheit nicht, weil Sie die “Verfassung verteidigt” hätten, wie Sie es behauptet haben. Das ist absurd.

    Mich erinnert Ihr Verfahren an den Radio-Eriwan- Witz, den Gorgasal hier erzählt:

    Erst behaupten Sie, ich hätte Sie “rausgeschmissen”.

    Nun konnte ich aber aus ZR niemanden rausschmeißen, weil immer jeder reinkonnte. Also “bat” ich Sie jetzt angeblich, “sich zu entfernen”; wie immer man das als Blogger gegenüber einem Kommentator anstellt.

    Und schließlich habe ich Sie angeblich “darauf hingewiesen”, daß ich Sie “löschen würde”.

    Drei Versionen, die Sie auftischen.

    Aber lesen Sie selbst nach.

    Ich habe jetzt sämtliche Artikel in ZR herausgesucht, zu denen Sie sich an der Kommentierung beteiligt haben. Sie können also das suchen, woran Sie sich zu erinnern vermeinen. Ich habe nichts gefunden, was zu Ihrer Darstellung paßt:

    http://zettelsraum.blogspot.com/2007/02/die-ziele-der-raf-nach-wie-vor-fr.html

    http://zettelsraum.blogspot.com/2007/02/randbemerkung-putin-2007-hitler-1936.html

    http://zettelsraum.blogspot.com/2007/02/vance-packard-und-die-ko-tomaten.html

    http://zettelsraum.blogspot.com/2007/01/ber-die-haftbedingungen-in-guantnamo.html

  62. momorulez November 2, 2009 um 11:15 pm

    2:0 gegen Rostock! Yeah! Was will man mehr ;-)

  63. Zettel November 2, 2009 um 11:17 pm

    Nachtrag @ T. Albert:

    Ich habe jetzt die Mail gefunden, von der Sie behaupten, ich hätte Sie “rausgeworfen”, weil Sie “die Verfassung … verteidigt” hätten (Version 1); ich hätte Sie “gebeten”, sich “zu entfernen” (Version 2); ich hätte Sie darauf “hingewiesen”, daß ich Sie “löschen würde” (Version 3). Hier ist der volle Text meiner Mail, ich habe lediglich die Mailadressen durch XXX ersetzt:

    From: Zettel XXX

    Reply-To: XXX

    To: <TAlbert@XXXXXX

    Subject: Re:

    Date: Thu 01 Mar 2007 01:02 AM

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    Lieber T.Albert,

    ich habe lange genug in Foren geschrieben, in denen man persönlich
    wurde. Es hatte seinen Reiz, zugegeben. Ich habe mich in jüngeren Jahren
    auch gern in Kneipen herumgetrieben, in denen man sich gefetzt hat. ;-)

    Aber in "Zettels Raum" will ich diesen Stil nun mal nicht. Es ist ein
    anderes Konzept.

    Ich würde mich freuen, wenn Sie das respektieren und weiter kommentieren
    würden.

    Mich deshalb freuen, weil ich – vielleicht naiv – immer noch überzeugt
    bin, daß es einen rationalen Diskurs auch zwischen Diskutanten geben
    kann, die sehr unterschiedliche politische Positionen haben.

    Sie haben den Respekt für Regina vermissen lassen. Das liegt so
    offensichtlich auf der Hand, daß Sie mir den Einzelnachweis bitte
    ersparen.

    Also – ich denke, meine Meinung ist klar, und wie ich mich in Zukunft
    verhalten werde, ist klar.

    Ich freue mich auf Ihre Beiträge zur Sache.

    Herzlich, Zettel

    Eine weitere Mail von mir an Sie gibt es nicht.

    Ich vermute, daß ich zuvor einen Beitrag von Ihnen wegen beleidigenden Inhalts nicht freigeschaltet hatte. Das läßt sich jetzt aber aus den Informationen, die mir zugänglich sind, nicht mehr rekonstruieren.

    Soviel zum Wahrheitsgehalt Ihrer Vorwürfe.

  64. Zettel November 2, 2009 um 11:49 pm

    Liebe(r) genova68,

    Meine Güte. Auf der Blogroll dieses komischen Zettel steht sogar „PI-news.net“.

    … und sogar “Metalust und Subdiskurse”; und zwar schon seit den Anfängen von ZR; also noch das alte, bevor es neu zum Leben erweckt wurde. Komisch, nicht?

    Beide stehen dort, weil ich sie, als ich sie dorthin gesetzt habe, lesenswert fand.

    Beide stehen nicht dort, weil ich mich etwa mit den Inhalten oder der politischen Haltung der Autoren identifizieren würde. Bei “Metalust und Subdiskurse” werden Sie mir das sicher glauben; also sollten Sie es mir auch bei PI glauben.

    Als Liberalkonservativer bin ich von der politischen Haltung beider Blogs etwa gleich weit entfernt.

    Allerdings werde ich demnächst einmal meine ganze Blogroll durchforsten, was ich seit der Gründung von ZR vor fast dreieinhalb Jahren leider nie getan habe.

    Gut möglich, daß ich dann beide streichen werde; oder nur den einen oder den anderen. Mal sehen. ;-)

    Herzlich, Zettel

  65. momorulez November 2, 2009 um 11:52 pm

    “Ich vermute, daß ich zuvor einen Beitrag von Ihnen wegen beleidigenden Inhalts nicht freigeschaltet hatte”

    Na, angesichts solcher “Vermutungen” hat sich die Sache freilich erledigt!

    Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand “Beleidigung” entscheidet …

    Deniz Naki, Fussballgott!

  66. T. Albert November 3, 2009 um 12:03 am

    Zettel,

    besten Dank. Man kann gut sehen, was ich meine, wenn man diese Raf-Ziele-Kommentare liest, nicht wahr. Möglich, dass ich das mit dem Verfassungsschutz auch in einer E-Mail an Sie geschrieben habe. Leider habe ich die nicht mehr.
    Sie müssten jetzt mal die Stelle raussuchen, wo ich “persönlich” geworden sein soll.
    Vielleicht meinen Sie diese:

    Regina said…
    T. Albert bringt hier ein paar Verbrechen von Rechtsradikalen.

    Ja, die bestreitet ja auch keiner. Über diese und andere Verbrechen von dieser Seite ist dauernd gesprochen worden und wird auch noch dauernd gesprochen. Auf einen mehrfach totgeprügelten Hund wird immer noch eingeprügelt. Das ist ja auch ganz einfach und bewirkt etwas, was damit gewünscht und beabsichtigt ist: Jede demokratische Politik von rechts wird dadurch diffamiert und verhetzt, und die eigene linke Politik stellt sich als das strahlend Schöne und Gute dar.

    Aber wenn man die andere Seite – die Verbrechen der Linksradikalen -anspricht, dann dauert es nicht lange und es folgt der Vorwurf, daß man die Verbrechen der Nazis oder ihrer Gesinnungsgenossen verharmlose. Der Beitrag von T. Albert ist wieder einmal ein schönes oder vielmehr unschönes Beispiel dafür.

    Auch das ist die ausgeklügelte Methode der Kommunisten.

    Ich kann diese Leute noch viel weniger ausstehen als früher. Man kann ihnen nicht entschieden genug entgegentreten, aber genau das tut man eben nicht. Das gibt allen Anlaß, sich allergrößte Sorgen zu machen. Nur um es noch einmal zu klären: Man sollte den Linksextremisten genauso entgegentreten wie den Rechtsextremisten.

    Aber – wie ich schon sagte:

    Genau das tut man nicht. Es ist an vielen Stellen festzustellen, wie im Gegenteil die Linksextremisten gefördert werden – von den Medien und auch von unserem sich demokratisch nennenden Staat.

    09:03
    T. Albert said…
    @regina

    “Aber wenn man die andere Seite – die Verbrechen der Linksradikalen -anspricht, dann dauert es nicht lange und es folgt der Vorwurf, daß man die Verbrechen der Nazis oder ihrer Gesinnungsgenossen verharmlose. Der Beitrag von T. Albert ist wieder einmal ein schönes oder vielmehr unschönes Beispiel dafür.

    Auch das ist die ausgeklügelte Methode der Kommunisten. ”

    Richtig, Frau regina!

    —So, und nun verzeihen Sie bitte, wenn ich für diesen Unfug nicht weiter zur Verfügung stehe.

    Bei Momorulez entschuldige ich mich, dass sein Blog dafür missbraucht wurde, leider auch von mir.

  67. T. Albert November 3, 2009 um 12:07 am

    Mann, ja, und wieder:
    Wenn ich das lese, dann bin ich doch froh, dass es den Verfassungsschutz gibt im demokratischen Staat.

  68. che2001 November 3, 2009 um 12:20 am

    “Verglichen mit Barbie und Eichmann und Mengele sind diese RAF-Terroristen doch noch die reinsten Weihnachtsmänner” sagte der Vorsitzende des Zentralrats der Juden Heinz Galinski.

  69. T. Albert November 3, 2009 um 12:42 am

    Eben. Man muss das mal alles lesen, nicht nur von Regina und von mir, auch von anderen, die sich dort ausliessen zur RAF und den armen KZ-Mördern und SS-Schergen, denen keine Gelegenheit gegeben worden sei, “sich zu erklären, sich zu rechtfertigen” (Zettel), im Gegensatz zur RAf.

    Die Pointe an dem Regina-Zettel-Stückchen ist ja, dass ich vorher mit solchen Typen gekommen war:

    - “T. Albert said…
    1922 wurde Rathenau von Rechtsradikalen, um nicht zu sagen, Nazis, ermordet
    1922 veranstaltete Mussolini seinen Marsch auf Rom, den die deutschen zukünftigen KZ-Mörder und SS-Schergen so schön fanden, dass sie sowas auch mal probieren wollten, 1923: das war der Hitler-Ludendorff-Putsch mit der bekannten venachlässigbaren Bestrafung durch die in den Augen der potentiellen Mörder und Schergen “roten Reichsregierung”.
    - usw., bis 1945 hatten die in den Medien Gelegenheit, sich zu erklären, sich zu rechtfertigen.

    Den harten Kern der Bande haben die Deutschen überhaupt nicht bestraft für ihre “falschen Morde”.

    Ihre Frage ist und bleibt merkwürdig und beunruhigend. Sie ist nämlich nicht neu und ich kenne sie von den vielen erwachsenen Rechtfertigern und Erklärern und Verharmlosern meiner Schulzeit in den sechziger und siebziger Jahren.”

    Irgendwo war ich persönlich.

  70. Zettel November 3, 2009 um 3:48 am

    @ T. Albert:

    - Ich kann natürlich nicht die Stelle heraussuchen, deretwegen ich Ihren Beitrag vermutlich nicht freigeschaltet hatte, denn ich hatte ihn ja eben nicht freigeschaltet. Er existiert also nicht mehr. Der Kommentar von Ihnen, den Sie zitieren, wurde ja freigeschaltet. Es ist somit offensichtlich überhaupt nicht derjenige, um den es geht. Sie werfen Nebelkerzen.

    - Alles, was Sie behauptet haben, ist nachweislich meiner Mail schlicht falsch. Ich habe Sie nicht “rausgeworfen”, ich habe Ihnen keine “Löschung angedroht”, ich habe Sie nicht “gebeten”, “sich zu entfernen”. Ich habe Sie im Gegenteil gebeten, weiter in ZR zu kommentieren und habe Ihnen geschrieben, daß ich mich auf weitere Beiträge von Ihnen freue. Eine andere Mail von mir an Sie existiert nicht.

    - Nicht wahr, mancher andere wäre bei dieser Sachlage auf den Gedanken gekommen, sich für die falschen Vorwürfe zu entschuldigen. :D

  71. che2001 November 3, 2009 um 9:28 am

    Es ist vor allem entscheidend, in welchem Zusammenhang Galinski das sagte. Er bezog es nämlich auf die Tatsache, dass in jedem Bahnhof und auf jedem Postamt die Fahndungsfotos von RAF- und 2.Juni-Verdächtigen ausgehängt waren, von mutmaßlich noch lebenden untergetauchten NS-Tätern hingegen nicht, obwohl die jeder Einzelne ein Vielfaches, meist Zigfaches der Opfer des Linksterrorismus auf dem Kerbholz hatten. So viel zur Rechts-Links-Schieflage.

  72. momorulez November 3, 2009 um 9:31 am

    @T. Albert:

    Kein Grund zur Entschuldigung. Das sind doch gewissermaßen prototypische Dialoge, bei dem eine Pseudo-Abgrenzung gegen rechts einzig dazu dient, links einen vor die Nuss zu geben, um das eigene rechten Denken zu legitimeren. Was ja in etwa den Gehalt der meisten Einträge bei Zettel auch ganz gut zusammen fasst. Dass es mittlerweile tatsächlich Leute gibt, die glauben, das habe was mit “liberal” zu tun, das ist einfach ein Zeugnis des Erfolges der Agitation der Neuen Rechten.

    So was kann man ja nicht oft genug dokumentieren, und dieses ganze Logik-Gebrabbel – habe ich eigentlich schon geschrieben, dass ich diese Wahrheitswert-Kreuztabellen für das Überflüssigste halte, was die Philosophie hervor gebracht hat? Wittgenstein hatte doch gute Gründe, dem “Tractatus” die “Philosophischen Untersuchungen” hinterher zu schicken – und das ewige Ausweichen auf Stilfragen verfolgt ja den gleichen Zweck: Ablenkung.

  73. genova68 November 3, 2009 um 9:53 am

    Momoroulez (9.31), mal wieder schön auf den Punkt gebracht.

    Zettel, was hat Metalust mit PI zu tun? Du meinst also, wenn Du einen linken Blog in die Blogroll setzt, darfst du dafür einen rechtsradikalen Blog reintun, sozusagen als Ausgleich? Geh nochmal drüber, Cheflogiker.

    Sich mit dem braunen Mob solidarisieren und “liberalkonservativ” sein, klar. Dieses Prädikat ist eines der meistmissbrauchten der jüngsten Zeit.

    Dass Du in Deinem Forum Teilnehmer rauswirfst, die anderen Verfassungsfeindlichkeit vorwerfen, sagt da schon viel aus.

    Das ist doch alles recht billig. Interessanter fände ich die Frage, warum Du Dich so verhälst. Ich kenne einige solcher Leute, die Wert auf ihren festen Platz in der “bürgerlichen Gesellschaft” legen (was du ja mit deinem Schwurbelstil hier klarmachen willst) und gleichzeitig ihren Hass auf “die da unten” kaum verbergen können, was sich bei Dir halt in Form von PI ausdrückt. Extremismus der Mitte, wie gesagt. Dazu könnte man jetzt viel schreiben, ist mir aber zu anstrengend.

  74. Karsten November 3, 2009 um 10:04 am

    Ihr seid ja hier immer noch zugange, kicher. Da hat mir Dein Blog aber meinen Posteingang mordsmäßig vollgemüllt, MR… ;)

    Das mit Galinski und den Fahndungsfotos, was che da erzählt, ist wirklich bedenkenswert. Gut, mit der kleinen Einschränkung, dass die Leute auf den Fotos zu Beginn jedenfalls noch aktiv dabei waren, Anschläge zu verüben und das Land zu “verändern”, während die NS-Verbrecher eigentlich nur verschwinden wollten. Dass das später bei den RAF-Leuten ähnlich war, geschenkt. Aber in der Tat ist schon seltsam, wie wenig Energie die Bundesrepublik offenbar in die Suche nach den überlebenden Naziverbrechern gesteckt hat.

    genova: Da willst Du Zettel aber missverstehen, oder? Er sagt doch nicht, dass M&S die Verlinkung von PI in irgendeiner Weise rechtfertigt. Er sieht nur beide Blogs als sehr weit von seiner Position entfernt und will mit dem Beispiel M&S zeigen, dass eine Verlinkung nicht unbedingt Übereinstimmung signalisiert, sondern nur Interesse. Aber diese Diskussion hatten wir auch erst ungefähr 3.736.363mal, insofern… *seufz*

    Wobei ich PI auch nicht verlinken (oder auch nur lesen) würde. Wenn da was wirklich Interessantes (also vermutlich: Besonders widerliches) erscheint, suchen den Müll schon andere raus.

  75. T. Albert November 3, 2009 um 10:16 am

    Sagen Sie mal, Zettel,

    Sie verstehen aber schon, was da passiert ist in diesem lustigen Regina-Text, der mich anspricht? Niemand in dem ganzen gesamten kommentar-Strang hat widersprochen, auch Sie nicht, der Sie so viel Wert auf Stil-Fragen zu legen scheinen.

    Nebelkerzen? Der Witz ist ja auch noch, Sie Logik-Fan, dass offensichtlich in dem, was Sie hier dankenswerterweise verlinkt haben, eine meinerseits mir zugeschriebene “Beschimpfung” jemandes als Verfassungsfeindin nirgends auftaucht. Für was, bitte, sollte ich mich entschuldigen lassen sollen?
    Ich hoffe, dass ich die Benennung auch getan habe und mich nicht bezüglich meiner selbst enttäuscht sähe, würde sich die entsprechende Mail oder ein Blog-Kommentar noch finden. Wenn nicht, sähe ich mich veranlasst, mich bei mir selbst zu entschuldigen.

    Stilfragen der und ihre Behandlung führen allerdings Sie in ihrem Kommentar zu ZEIT-Kommentaren wieder gekonnt vor, das muss man sagen. Man könnte, wenn man wollte, einiges davon lernen, würde aber wahrscheinlich nicht glücklich.

    @momorulez
    Kein Grund zur Entschuldigung.

  76. momorulez November 3, 2009 um 10:23 am

    @Karsten:

    Die Verlinkung auf PI ist ja dann ein Problem, wenn man a.) denen auch noch Aufmerksamkeit verschafft und b.) sich in abgeschwächter Form ganz ähnliche Inhalte finden. Und das Problem hebt sich ja nicht auf, nur weil man das schon oft diskutiert hat.

  77. Karsten November 3, 2009 um 10:34 am

    Bei den ganz ähnlichen Inhalten würde Zettel Dir vermutlich widersprechen, ich würde das auch so nicht sagen. Aber ich würde an Zettels Stelle PI auch nicht verlinken, in dem Sinne, in dem sich gemäßigte Konservative in der Geschichte unseres Landes immer schön von Reaktionären und Rechtsradikalen abgegrenzt haben. Nur: Es ist wohl müßig, diese Diskussion zu führen, denn zu dem Thema ist schon alles gesagt worden, und bald auch schon von jedem.

  78. T. Albert November 3, 2009 um 10:43 am

    Richtig, das ist der Extremismus der Mitte, wo sich alle sammeln wollen. Darum ist die Mitte der Ort, der zwangsläufig rechts von mir sein muss. Sie sind alle in der Mitte, nur die Kameradschaften nennen sich “rechts”, dafür andere “Rotfaschisten”. (Das konnte Schumacher nicht voraussehen.) Deswegen gilt Willy Brandt nach wie vor, wie Bahr kürzlich in einer TV-Sendung sagte: dass es um eine Mehrheit links der Mitte geht.

  79. genova68 November 3, 2009 um 11:04 am

    Karsten,

    natürlich bringt Zettel zum Ausdruck, dass er die Verlinkung von PI durch die Verlinkung von Metalust rechtfertigt, sonst würde er den Vergleich nicht bringen. Und natürlich schimmert da eine Sympathie durch, sowohl für PI als auch für Metalust. Die Frage ist eben, ob man bei einer Seite wie PI einfach so undifferenziert von “lesenswert” sprechen kann. Wenn ich die “Deutsche Stimme” verlinke und sie als lesenswert bezeichne, muss ich mich auch nicht wundern. Und wohlgemerkt: Die “Deutsche Stimme” (Parteizeitung der NPD) ist harmlos im Vergleich zu PI.

    Das ist ja genau dieses pseudoliberale Geplapper: Den braunen Mob gesellschaftsfähig machen und dann behaupten, dass man doch nur liberal sei. Aber nicht untypisch: Die FPÖ ist mittlerweile auch rechtsradikal unterwandert, Möllemann und Stahl haben es seinerzeit mit der FPD versucht, und kürzlich las ich eine interessante Studie, nachdem die FDP in NRW mit auffällig viel Nazis durchsetzt war.

    Alles nur Zufall, gell?

    Ich denke, man sollte sich, bei allen politischen Differenzen, darüber einig sein, dass bestimmte zivilisatorische Mindeststandards nicht unterschritten werden sollten.

  80. momorulez November 3, 2009 um 11:23 am

    @Karsten:

    Er widerspricht da ja auch, aber lediglich im Sinne beleidigter Zurückweisung und Empörung. Ansonsten zeichnet sich Zettel dadurch aus, und das ist typisch für rechte Rhetorik und “Machtmenschen”, einfach nur Immergleiches zu wiederholen, Argumente des Gegenübers jedoch gar nicht zur Kenntnis zu nehmen.

    “Nur: Es ist wohl müßig, diese Diskussion zu führen, denn zu dem Thema ist schon alles gesagt worden, und bald auch schon von jedem.”

    Nein, ist es nicht. Genau darauf spekulieren die doch: Dass man sich an rechte Sprüche und rechtes Denken gewöhnt, und dass das funktioniert, hat die Sarrazin-Debatte doch deutlichst gezeigt.

    Und dann kommt Herr Zettel um die Ecke und empört sich darüber, dass die Sprüche von Sarrazin, denen PI zujubelt, in Deutschland überhaupt als rechts gelten würden. Und Hitler war ja eh Linker (war jetz nicht Zettel, letzteres, aber die 68er waren bei ihm ja auch nicht viel anders als die SA). Das sind schon ziemlich perfide Strategien.

    Das ist auch nicht “gemäßigt konservativ”. “Gemäßigt konservativ” gibt es allenfalls als Skeptizismus, wie er bei Rayson manchmal durschschlägt, aber sonst ist das immer eine hochaggressive Ideologie, wenn sie nicht selbstbezüglich bleibt. Guck Dir Ulbricht und Honecker doch an: Das waren konservative Kleinbürger mit ihrem überdimensionierten Gartenzaun.

    PS: Ich weiß, dass Sarrazin in der SPD ist, das ist ja das Schlimme …

  81. T. Albert November 3, 2009 um 11:27 am

    @Zettel
    @Karsten

    “Jede demokratische Politik von rechts wird dadurch diffamiert und verhetzt, und die eigene linke Politik stellt sich als das strahlend Schöne und Gute dar.”
    Regina, dort oben im von Zettel verlinkten

    Der Satz ist ja aus diversen Gründen interessant; öhnliche fallen mir immer wieder auf, gerne auch bei liberalen Bloggern und Freunden.

    Mich interessiert aber jetzt mehr die Frage, was das überhaupt sein könnte, jede demokratische Politik von rechts. Ich kann mir nämlich immer weniger vorstellen, was das sein soll. Wie wäre diese Politik denn demokratisch, was gäbe es da für Inhalte?
    Das strahlend Schöne und Gute soll es wahrscheinlich nicht sein, wenn ich das richtig verstehe.

  82. T. Albert November 3, 2009 um 12:12 pm

    (und weil ich gerade so in Laune bin: das ist alles symptomatisch, ja, wie Momo sagt. Man kann nachgerade zusehen, wie Weimar von seinen selbsternannten deutschen Eliten kaputtgemacht wurde. Nur das Militär spielt jetzt nicht die damalige unselige Rolle. Aber sonst fungieren alle wie gehabt, wenn die von ihnen geschaffene soziale und wirtschaftliche Situation für sie bedrohlich wird. Die Intellektuellen an den Hochschulen beginnen ihre Szenarien vorzubereiten. Sloterdjick wird nicht immer undeutlich klingen, Sarrazin tönt schon klarer und Henkel auch. Dann haben sie ihre clownesken Beisshündchen, die sich für Grosse halten und Börne-Preise für ihre Dienste verliehen bekommen, wo sie dann als Publikum erscheinen, die “Eliten”, um zu Broders Unverständnis des Rechtsstaates zu klatschen.
    Nur Luxemburg und Liebknecht fehlen zum totschlagen, aber die braunen Jugendbanden tragen schon wieder Farbe und schlagen andere tot.
    Alles, weil wir von Kommunisten umzingelt und infiltriert sind und der Staat eine Kleptokratie, die die Reichen ausbeutet, was jetzt schon jahrelang erzählt wird in WELT, Weltwoche, SPIEGEL, FAZ, Tagesspiegel,NZZ, Junge Freiheit, Cicero.
    Über Juden reden die Eliten noch nicht so, nachdem das mit der FDP nicht so geklappt hat, aber ihre Jugendbanden schon, im Internet nennt man sie “den Zentralrat”, dessen Minderheitsmeinung uns Mehrheit dominiert. Und überall Kommunisten, Sozialisten, Sozialdemokraten, Unterschichten, Kopftuchmädchen, Alimentierte von Professor Bohrers Geld. Seit 1871.)

  83. che2001 November 3, 2009 um 12:48 pm

    Es ist schon symptomatisch, dass Don unter “Stützen der Gesellschaft” bloggt und ein nicht unerheblicher Teil der Leserschaft die Ironie nicht versteht, sondern das wortwörtlich nimmt. John Heartfield war wahrscheinlich irgend ein Programmierer bei IBM.

  84. David November 3, 2009 um 2:10 pm

    “habe ich eigentlich schon geschrieben, dass ich diese Wahrheitswert-Kreuztabellen für das Überflüssigste halte, was die Philosophie hervor gebracht hat?”

    Und wiie paßt das mit der Empfehlung von Tugendhat/Wolf zusammen?
    Inzwischen Konstruktivist?

  85. momorulez November 3, 2009 um 3:30 pm

    @T. Albert:

    Ja. In jeder Hinsicht ja.

    @David:

    Die gehen ja in diesem wirklich unglaublich brauchbaren Reclam-Büchlein einfach nur die Grundbegriffe durch, im wesentlichen die Frage nach der Prädikation, aber eben auch Existenz, Wahrheit usw..

    Das ist ein eher, na, Habermas würde sagen “semantizistischer” Ansatz und diesem formallogischen Kram sozusagen vorgängig. Auch, weil es zu den zentralen Themen mal eben so durch die Philosophiegeschichte spaziert von Aristoteles bis zu neueren, sprachanalytischen Ansätzen.

    Würde das auch nicht als konstruktivistisch behaupten, die Verifikation im ganz alltäglichen, also nicht wissenschaftstheoretischen Sinne, spielt ja indirekt sogar bei Tarski eine Rolle.

    Weil man ja irgendwie feststellen können muss, wie, wann und warum gilt, dass der Satz “Der Schnee ist weiß” genau dann wahr ist, wenn der Schnee weiß ist.

    Das zur “Konvention W” – gibt übrigens eine tolle Aufsatzsammlung mit Texten von Rorty und Davidson zur “Wozu Wahrheit?”-Frage. Eine Auseinandersetzung, die sich über Jahrzehnte erstreckte, da lese ich manchmal quer und freue mich dann.

    Fand diese Leute wie Tugendhat, Ryle etc. immer außerordentlich brauchbar, wenn man loslegen wollte zu einem Sujet.

    Obgleich Derridas Kommentare zu “Fido” und Fido in der Sokrates-Postkarte auch ganz lustig sein müssen. Muss ich unbedingt mal lesen.

  86. che2001 November 3, 2009 um 3:46 pm

    Erkennen Sie die Melodie?

    Götz Aly zu den Vordenkern der Euthanasie in den 20ern:

    “Das Buch des Juristen Binding und des Psychiaters Hoche über `die Vernichtung lebensunwerten Lebens`erschien nicht nur als rationalisierter Hassausbruch gegen Unterschichten, formuliert von existentiell bedrohten bürgerlichen Professoren, sondern auch als nachträgliche Rechtfertigung. für das Verhungernlassen der Anstaltsinsassen im Krieg. Hatte der Hunger gleichermaßen alle Insassen der Irrenhäuser im Ersten Weltkrieg getroffen, so sollten 20 Jahre später die unnützeren unter den `nutzlosen Essern`durch ihren Tod Lebensmittel und Pflegepersonal für die durch Therapie vielleicht noch ökonomisch nutzbar zu Machenden sicherstellen”.

    Kostendebatte im Gesundheitswesen, Sarrazin und der immer noch fruchtbare Schoss…

  87. David November 3, 2009 um 4:04 pm

    Das ist ein eher, na, Habermas würde sagen „semantizistischer“ Ansatz und diesem formallogischen Kram sozusagen vorgängig. Auch, weil es zu den zentralen Themen mal eben so durch die Philosophiegeschichte spaziert von Aristoteles bis zu neueren, sprachanalytischen Ansätzen.

    Bei deren Gang durch die Philosophiegeschichte bleibt aber immer als letzter und von den Autoren sich zu eigen gemachter Vorschlag eine Variante des formallogischen Standpunktes übrig. Was die Tarski-Semantik im übrigen auch darstellt. Das, was man für die Aussagenlogik mittels der Wahrheitstafeln ausdrückt, enthält die als Teilsystem:

    (1) Der Satz “A und B” ist genau dann wahr, wenn “A” wahr ist und “B” wahr ist

    Drückt ja nichts anderes aus, als die Wahrheitstafel für “und”.

  88. momorulez November 3, 2009 um 4:10 pm

    Passt gerade:

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article5061827/Elterngeld-Fortpflanzungspraemie-fuer-Unterschicht.html

    Da fehlen mir die Worte … was ist das eigentlich für eine krude Professorenkaste aktuell?

  89. David November 3, 2009 um 4:16 pm

    Das frage ich mich allerdings auch.

  90. T. Albert November 3, 2009 um 4:32 pm

    Wahnsinn. Ab wann gehört die Frau denn zu gebärwürdigen “Karrierefrauen”?

    Haben die alle Latten am Zaun?

    Ja, erkennen wir die Melodie.

  91. momorulez November 3, 2009 um 4:43 pm

    @David (4:10):

    Ja, aber da braucht man doch nicht diesen ganzen Schnickschnack und kann das auch gleich so schreiben wie Du hier gerade … zudem bei Tarski das ja zwei sprachliche Ebenen sind, wenn ich mich recht entsinne, unter Vorbehalt also. “Der Satz “Der Schnee ist weiß” ist genau dann war, wenn der Schnee weiß ist” ist ja ein metapsrachlicher Satz, sozusagen. Wo man doch immer irgendwie bei der “Übereinstimmungstheorie” landet, die aber keiner wirklich vertreten will.

    Und sind diese fomallogischen Nummern denn in diesem Sinne als metasprachlich zu begreifen? Das sind ja eher transzendentale Strukturen der Möglichkeit von verständlicher Rede, die explizit gemacht werden, oder?

    Mann, das ist auch echt ‘ne Weile her bei mir … hatte damals eine schreckliche Vorlesung bei Herrn Wohlrapp dazu, und das hat mir’s vielleicht auch nur verleidet.

  92. Nörgler November 3, 2009 um 5:43 pm

    “A und B” ist kein Satz.

  93. David November 3, 2009 um 5:48 pm

    @Nörgler:

    Stimmt, es handelt sich um ein sich um ein Schema. Korrekter wäre also

    (1′) Wenn “A” und “B” Sätze sind, dann ist der Satz „A und B“ genau dann wahr, wenn „A“ wahr ist und „B“ wahr ist

    Oder meinst Du etwas anderes?

  94. David November 3, 2009 um 5:49 pm

    Ein Sichumein zuviel.

  95. che2001 November 3, 2009 um 6:03 pm

    Als ich anlässlich der Sarrazin-Debatte bei Hartmut meinte, daran sei überhaupt nichts Neues, das sei ganz original der ursprüngliche Sozialdarwinismus in seinem ursprünglichen Kontext ahnte ich noch nicht, wer da alles gerade kontextulalisiert. Wirklich Wahnsinn.

  96. Nörgler November 3, 2009 um 6:50 pm

    Es soll wohl heißen: Wenn „A“ und „B“ Sätze sind, dann ist der Satz „A und B sind wahr“, genau dann wahr, wenn „A“ wahr ist und „B“ wahr ist.

  97. David November 3, 2009 um 7:08 pm

    Nein; es geht ja gerade um die Frage, wann ein Satz der aus zwei mit “und” verknüpften Teilsätzen besteht, wahr ist. “A und B” hat diese Eigenschaft, unter der Voraussetzung das “A” und “B” Sätze sind, dann und nur dann wenn sie beide wahr sind.

    “Merkel regiert und Nörgler nörgelt” ist genau dann wahr, wenn “Merkel regiert” wahr ist und “Nörgler nörgelt” wahr ist.

    Außerdem – wenn ich in “A und B sind wahr” für A und B Sätze einsetze, dann komme ich auf etwas wie “Merkel regiert und Nörgler nörgelt sind wahr”; das ist dann auch wieder kein Satz.

  98. momorulez November 3, 2009 um 8:13 pm

    @Che:

    Ja, bei diesem WELT-Artikel dachte ich tatsächlich auch “Nee, das geht nicht. Das kann da nicht stehen”. Unterschichten entstehen per Vermehrung, weil man sie nährt, und verbreiten sich dann epidemisch. Das ist hammerhart. Und grotesk. Und scheißgefährlich.

  99. Katzenblogger November 3, 2009 um 8:17 pm

    Transferbabys. Das hat der wirklich geschrieben. So einer hat auch noch einen Lehrstuhl für Sozialpädagogik. Das ist irre.

  100. David November 3, 2009 um 8:18 pm

    @momorulez: Ich hoffe, daß ich Dir morgen werde antworten können. Heute abend wird es wahrscheinlich nichts mehr. ;)

  101. Nörgler November 3, 2009 um 10:11 pm

    Dass ein aus 2 Teilsätzen bestehender Satz wahr ist aus Gründen, welche denen für die Wahrheit eines einteiligen Satzes verteufelt ähnlich sehen, muß in der Tat verblüffen ;-)

    „’Merkel regiert und Nörgler nörgelt sind wahr’; das ist dann auch wieder kein Satz“, aber „Der Satz ‘Merkel regiert und Nörgler nörgelt’ ist wahr“ ist durchaus einer.

  102. che2001 November 3, 2009 um 10:36 pm

    “Innerhalb der oberen Schichten sind es bekanntlich wiederum gerade die Familien der Kopfarbeiter, bei denen ein verhältnismäßig besonders großer Teil der Töchter unverheiratet bleibt, weil hier ziemlich oft die zu einer standesgemäßen Ehe erforderliche größere Mitgift fehlt; und die übrigen Töchter , die zum Heiraten kommen, sind im Allgemeinen um so mehr auf leinhaltung ihrer amilien bedacht, je mehr sie von dem modernen individualistischen Kulturideal erfüllt sind, und das sind leider im allgemeinen wieder die geistig höher stehenden. Die Gefahr, die der Rasse von dieser Seite droht, wird verstärkt durch jene Richtung der modernen Frauen-Bewegung, welche viele begabte und feinfühlige Damen mit dem Selbstständigkeitsideal und dem Ehrgeiz erfllt, auf Kosten ihres Mutterschaftsberufs nach möglichst ungehinderter Ausbildung iher geistigen Persönlichkeit zu streben. Aich finden eine gezielte Zuchtwahl zur Erhöhung der Wehrkraft sowie ein Ausschluss von Geisteskranken und Gewohnheitsverbrechern von der Vermehrung nicht statt. Dier Sozialeugenik oder Rassehygiene hat daher zwei Hauptaufgaben, nämlich erstens Verhinderung von Keimvergiftungen und zweitens Begünstigung oder Erschwerung der Fortpflanzung von Personen nach Maßgabe ihrer Erbwerte”

    Wilhelm Schallmayer, Vererbung und Auslese als Faktoren zu Tüchtigkeit und Entartung der Völker, 1907

    “ich halte 10% Sterilsierungen in jeder Generation für durchaus nicht zuviel. Es würde zweifellos im Interesse unseres überbevölkerten Vaterlandes liegen, wenn das untüchtige Drittel der Bevölkerung keine Nachkommen haben würde. Ich sehe auch körperliche Schwächlichkeit und Kränklichkeit als ausreichenden Grund für eine Sterilisation an… sogar ausgesprochene Hässlichkeit scheint mit eine genügende Indikation zu sein.”

    Fritz Lenz, Menschliche Erblichkeitslehre und Rassenhygiene, 1932

    “Dasein undErscheinung der Juden kompromittiert die bestehende Allgemeinheit durch mangelne Anpassung. Das unabänderliche Festhalten an ihrer eigenen Ordnung des Lebens brachte sie zur herrschenden in ein unsicheres Verhältnis….
    Die aufgeklärte Selbstbeherrschung, mit der die angepassten Juden die peinlichen Erinnerungsmerkmale der Beherrschung durch andere, gleichsam die zweite Beschneidung, an sich überwanden, hat sie vorbehaltlos zum neuzeitlichen Bürgertum geführt, das schon unaufhaltsam zum Rückfall in die bare Unterdrückung, zu seiner Reorganisation als hundertrprozentige Rasse vorwärts schritt. Rasse ist nicht, wie die Völkischen es wollen, das naturhaft Besondere. Vielmehr ist sie die Reduktion aufsNaturhafte, auf bloße Gewalt, die verstockte Partikularität, die im Bestehenden gerade das Allgemeine ist. Die Harmonie der Gesellschaft, zu der die liberalen Juden sich bekannten, mussten sie zuletzt als die der Volksgemeinschaft an sich erfahren.” Dialektik der Aufklärung, Elemente des Antisemitismus

    “Ich vermelde zufrieden 15.000 abschließend bearbeitete Zigeunerfälle”

    Robert Ritter, 14. 03.1942

  103. Nörgler November 3, 2009 um 11:01 pm

    Knackige Zitate, die zeigen, mit welchem Besen aktuell gekehrt wird.

    “Sogar ausgesprochene Hässlichkeit scheint mir eine genügende Indikation [für Sterilisation] zu sein.“ Hat jemand ein Bild vom Sozialpägagogik-Professor? Für künftige kleine Sloterdijks jedenfalls sehe ich da schon mal schwarz.

  104. David November 3, 2009 um 11:36 pm

    Der Linksklave ist hier noch auf Bewährung, weshalb ich ihn vertreten darf:

    Hier

  105. David November 3, 2009 um 11:40 pm

    Ein Linksklave, der vergessen hat, wie man verlinkt, sollte sich natürlich gleich freiwillig zu Zwangssterilisation melden. Hier nochmal in gut:

    Hier

  106. David November 3, 2009 um 11:40 pm

    Und tippen kann ich auch nicht mehr. Gute Nacht!

  107. che2001 November 3, 2009 um 11:41 pm

    Wo? Da linkt nichts.

  108. T. Albert November 3, 2009 um 11:59 pm

    @ Für künftige kleine Sloterdijks jedenfalls sehe ich da schon mal schwarz.

    Was Schönheit ist, bestimme ich.

  109. T. Albert November 4, 2009 um 12:02 am

    - Das ist “Der Àsthetische Imperativ”.(Sloterdick)

    Und tippen kann ich auch nicht mehr. Gute Nacht!

  110. Linksklave November 5, 2009 um 2:17 pm

    @Nörgler:

    Dass ein aus 2 Teilsätzen bestehender Satz wahr ist aus Gründen, welche denen für die Wahrheit eines einteiligen Satzes verteufelt ähnlich sehen, muß in der Tat verblüffen ;-)

    Ja nee – Ich behaupte ja auch nicht, hier irgendwelche großen Geheimnisse zu enthüllen. Die Formulierung soll nur das explizieren, was für die Bedeutung des Wortes “und” hinsichtlich der Wahrheit der Sätze, in denen es auftaucht, entscheidend ist (oder zu sein scheint). Selbst das geschieht ja nur vereinfacht – wo z.B. die zeitliche Reihenfolge von Ereignissen der Äußerungsreihenfolge der sie beschreibendenden Sätze entsprechen muß – “Ich gehe zu M&SR und schreibe einen Kommentar” vs. “Ich schreibe einen Kommentar und gehe zu M&SR” – bleibt dabei noch völlig unberücksichtigt.

    „’Merkel regiert und Nörgler nörgelt sind wahr’; das ist dann auch wieder kein Satz“, aber „Der Satz ‘Merkel regiert und Nörgler nörgelt’ ist wahr“ ist durchaus einer.

    Ersetzt man in „A und B sind wahr“ den ersten Platzhalter durch “Merkel regiert”, den zweiten durch “Nörgler nörgelt”, dann ergibt sich aber “Merkel regiert und Nörgler nörgelt sind wahr”. Die Sätze in Anführungszeichen sind als Namen für das, was eingesetzt werden soll zu verstehen, die Anführungszeichen werden also nicht mit eingesetzt.

    @MR die Antwort auf Dich hat sich ziemlich ausgeweitet und erschien mir an dieser Stelle letztlich unpassend. Ich habe sie darum anstatt an dieser Stelle hier gepostet.

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