Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Monatsarchive: Juli 2009

Wie die Serviette sein

Die machen auch vor gar nix halt, die Abschöpfer: „“Jazz ist ein wunderbares Modell für Management“, sagt August-Wilhelm Scheer, „weil eine Jazzgruppe mit einem Minimum an Regeln ein Höchstmaß an Kreativität erreicht.““ Kann man für solche Statements nicht auch ‘nen Straftatbestand einführen? Irgendwas analog zur Volksverhetzung, nur nicht ganz so schlimm? Ja, auch mir fällt [...]

Wie produzieren herrschende Verhältnisse Bilder?

„Das Einzige, was mich immer interessiert hat, ist, eine Begrifflichkeit von den herrschenden Verhältnissen zu haben, von den Bildern, die sie produzieren. Oder als Maler herauszufinden, wie wirkungsmächtig Bilder sind und in welchem Rahmen sie funktionieren, ideologieübergreifend. Man sagt ja, dass der Maler dümmer ist als andere Künstler, weil er mit einem Medium arbeitet, das [...]

Imagination versus Dokumentation – geht das?

Die Artikel von Bersarin und jener von  Harmut beschäftigten mich ja nun inhaltlich gewissermaßen lange schon, bevor sie geschrieben wurden; Kuriosum, dass Hartmut ausgerechnet Mühsams „Revoluzzer“ auspackt, und das deshalb, weil die Fragestellung mir eben damals, als ich mir den entdeckte (mochte immer das Gedicht vom Pilger, der sein Ziel nicht kennt, am liebsten), auch [...]

Textur, Struktur

„Ich bin der Auffassung, daß »Musik«, die sich diskursiv innerhalb spezifischer sozialer, kultureller und historischer Umstände konstituiert, als signifizierende Praxis einzigartige und besondere Qualitäten besitzt, die – zumindest partiell – auch solche signifizierenden Praktiken prägt, in die sie, als »nichtlinguistischer« Klang, eingebunden ist. Diese Einzigartigkeit und Besonderheit beruht nicht auf einer einzelnen ihrer Qualitäten, sondern [...]

Das Noch-Nicht-Seiende des Undarstellbaren oder einfach nur Brainstorming und Produktinnovation?

„Das Postmoderne wäre dasjenige, das im Modernen in der Darstellung selbst auf ein Nicht-Darstellbares anspielt; das sich dem Trost der guten Formen verweigert, dem Konsensus eines Geschmacks, der ermöglicht, die Sehnsucht nach dem Unmöglichen gemeinsam zu empfinden und zu teilen; das sich auf die Suche nach neuen Darstellungen begibt, jedoch nicht, um deren Genuß zu [...]

Marcuse und die „Repressive Toleranz“

„(…) freie und gleiche Diskussion kann die ihr zugeschriebene Funktion nur erfüllen, wenn sie rational ist – Ausdruck und Entfaltung unabhängigen Denkens, frei, von geistigem Drill, Manipulation, äußerer Autorität. Der Begriff des Pluralismus und des Ausgleichs der Mächte kann dieses Erfordernis nicht ersetzen. Man könnte theoretisch einen Staat konstruieren, in dem eine Vielheit verschiedener Zwänge, [...]

Halbsätze, zu vervollständigen

„Wurde antisemitische Gesinnung laut, so fühlte sie sich als bürgerlich und aufsässig zugleich. Das völkische Schimpfen war noch die Verzerrung ziviler Freiheit. In der Bierbankpolitik der Antisemiten kam die Lüge des deutschen Liberalismus zum Vorschein, von dem sie zehrte und dem sie schließlich das Ende bereitete. Wenn sie auch gegen Juden ihre eigene Mittelmäßigkeit als [...]

Für eine Methodeninnovation in den Wirtschaftswissenschaften!

„(…) Sie, die Prostituierten, können uns sicherlich eine Menge Dinge beibringen. Auch über ihre Klienten! Phantastisch! In diese Richtung, dahin müßte die Forschung in den „Humanwissenschaften“ sich orientieren. Man müßte Gruppen von Protituierten finanzieren, damit sie über diese Fragen arbeiten können. Und du weißt, ich sage das überhaupt nicht zum Spaß. Ich bin davon überzeugt, [...]

Wer Glühbirnen verbietet, der will den totalen Staat!

Passt gerade zu meiner Stimmung – tolle Playlist! Denn ist nicht Roland Barthes zuzustimmen: „Das wichtige Material der modernen Kunst, der Alltagskunst, ist es heutzutage nicht das Licht?“ Mit Element of Crime den typisch hamburgischen Sonneneinfall auf verblühte Rosen (nichts ist melancholischer schön als diese) und sich reckende Margariten hier auf dem Balkon zu betrachten, [...]

„On a Sunday“ an gestern denken

Sie riefen „Scheiß St. Pauli, Scheiß St. Pauli!“ – das ganze Millerntor applaudierte, die Südtribüne stimmte ein. Na ja, wer „O-He, O-He, O-He, Hertha BSC“ singt, hat sich da schon den richtigen Verein ausgesucht. Ganz schön filigrane Truppe, wenn die nicht aufpassen, die Herthaner, werden sie in der nächsten Saison einfach überrannt. Was unseren Jungs [...]

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