Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

Villingen nieder ringen und den Ball zum Schwärmen bringen! Schwenningen ganz klar bezwingen und St. Pauli-Lieder singen!

So sind sie!

Also wieder was gelernt. Eben noch in tiefer Ratlosigkeit angesichts der Pokalauslosung versunken, wer , wo, was oder gar warum Villingen sein könnte – ein Blick ins Forum, und schon überwältigt mich Wissen:

“Hier mal ein paar Daten über uns:

Der FC 08 Villingen ist in der Doppelstadt Villingen-Schwenningen beheimatet, und hier im Umkreis der erfolgreichste Verein.
Bereits vor 2 Jahren war der FC 08 im DFB Pokal vertreten, damasls ein knappes 1:3 gegen den SC Freiburg, und 2005 zwang man Hansa Rostock nach einem 2:2 sogar in die Verlängerung.
Im Südbadischen Pokal waren die grössten Konkurenten der SC Freiburg2 und der SC Pfullendorf aus der Regionaliga.
Die Stadt Villingen-Schwenningen ist das Oberzentrum im Schwarzwald mit ca. 83.000 Einwohnern, und ist daher vielleicht sogar ein paar Leuten auch hoch im Norden bekannt.
Zu unserer Fanszene, normalerweise sind bei üblichen Oberliga-Spielen ca. 30 aktive Mann im Block, zu besonderen Spielen wie eben DFB Pokal oder der Grund warum wir hier sind, das SBFV-Pokal Finale gegen den Offenburger FV sind es auch mal an die 200 aktiven Fans, der Rest sind wenn ich es mal so nennen darf, normale Fussballfans.
Es bestehen momentan 3 aktive Fanclubs, diese sind der Fan Club Black and White, die Szene VS (www.szene-vs.de) und die Ultra-Orientierten Fans, die Wilden-Jungs-Villingen ( www.wilde-jungs-villingen.de

Der Hauptinternetauftritt ist aber das offizielle Fanforum des FC 08 Villingen welches unter http://fanforumfc08.xtremeservers.at/index.php zu erreichen ist, würde mich freuen, wenn sich der ein oder andere von euch dort finden würde.”

Schwarzwald ist ja eigentlich was Hübsches, da hat der Kippenberger schließlich auch gewerkelt und immer laut den “Bodyguard”-Soundtrack mitgesungen. Die Chancen, dass wir uns da blamieren, stehen ja leider ziemlich gut. Näher dran als Weissrussland ist der Schwarzwald sogar auch. Hatte Heidegger da nicht auch seine Skihütte? Dann gibt’s da bestimmt viel Gestelle, Lichtungen des Seins voller Hirten desselben, und man spricht im Dasein (Bewußtsein gibt’s ja nicht bei Heidegger), dass man seiend darin wohnen könnte, weil die Sprache ja das Haus des Seins ist (ich wollte die Differenz zwischen Sein und Seiendem jetzt nicht aber nicht einebnen).

Kenne den ja eigentlich nur vom Vorbeifahren, den Schwarzwald, im Zug im Rheintal sitzend – das war aber schön, auf dem Weg zum Lago Maggiore morgens im Nachtzug aufzustehen, in den Bistro-Wagen zu schlurfen, um da eine zu rauchen, damals durfte man das noch , und hinterm Schwarzwald die Sonne aufgehen zu sehen. Das Bild werte ich jetzt mal als gutes Omen für den Pokal, erste Runde, da unser neu formiertes Traum-Mittelfeld den wilden Jungs hoffentlich Traumfussball vorführt, damit die nicht immer so tief in Decoltés gucken müssen, sondern auch mal auf dem Platz was geboten bekommen  …

31 Antworten auf Villingen nieder ringen und den Ball zum Schwärmen bringen! Schwenningen ganz klar bezwingen und St. Pauli-Lieder singen!

  1. ring2 Juni 29, 2009 um 9:52 am

    So wild sehen die gar nicht aus ;)
    Ist nur zu hoffen, dass gegen den fcsp nicht aus 30, 3.000 werden. Und alle mit diesen feinen Frisuren und Manieren.

  2. momorulez Juni 29, 2009 um 10:08 am

    Lustig ist, dass die Villinger jetzt jammern, dass wir ja nun nicht gerade ihr Traumlos seien, ganz so, als seien sie eines ;-)

  3. che2001 Juni 29, 2009 um 6:24 pm

    Übrigens spricht da niemand in Heideggerschen Seinsbegriffen, sondern eher so: “Sch gibt Badische un Unsymbadische. Mir schin schtolsch auf unscher Schtädtele.”

  4. Rayson Juni 29, 2009 um 10:29 pm

    Schäuble wohnt da nicht weit entfernt…

  5. momorulez Juni 30, 2009 um 8:15 am

    @Che:

    Achwas ;-) … war fest davon ausgegangen, dass die “wilden Jungs” da Chöre wie “Das Sein, Das Sein, gehört uns ganz allein” anstimmen würden.

    @Rayson:

    Oha … meinste, da muss man aufpassen?

  6. che2001 Juni 30, 2009 um 8:45 am

    “dazu gehört Geworfensein, jawohl, Geworfensein” sobald der Ball ins Spiel kommt.

  7. momorulez Juni 30, 2009 um 12:00 pm

    “Dasein, dem’s im Sein ums Sein selbst geht
    bis zum Tode in der Welt der Zeitlichkeit
    und Mitsein, daß nie zerbricht was uns verband
    das Sein west, weil jeder ja zuhanden ist
    ganz eigentlich, Existenzialien finden nicht nur heute statt
    ja Dasein, das heißt In-der-Welt-Sein heut!”

    …. zu singen nach der Melodie von “Rücksicht” von Hoffmann & Hoffmann bzw. Mary Rose:

  8. che2001 Juni 30, 2009 um 1:00 pm

    Und die St. Pauli-Fankurve brüllt laut “Adorno!”, was ich ungelogen mal als Schlachtruf bei drogigen Bremer Sielwall-Punks gehört habe…

  9. momorulez Juni 30, 2009 um 1:52 pm

    “Ihr seid nur Jargon der Eigentlichkeit, Jargon der Eigentlichkeit, Jargon der Eigentlichkeit!” wäre auch schön ;-) – im Rhythmus von “Ihr seid nur ein Karnevalsverein!”- Hakt zwar etwas, wäre aber schön!

    Wobei man sich als Hamburger ja eigentlich auf Cassiirer berufen müßte, der war doch Heideggers großer Gegenspieler in den 20er und frühen 30er Jahren, gab doch dieses berühmte Aufeinandertreffen in Davos … der hat nur gar keine griffigen Slogans geliefert. Obgleich die “Philosophie der symbolischen Formen” schon ein großer Wurf ist … “Wir sind die Kritiker und ihr seid Ontologen” ist ja auch nicht wirklich catchy :-D

  10. lars Juni 30, 2009 um 4:10 pm

    Naja, seit Benjamin wissen wir ja, dass heute die entscheidenden Tritte mit dem linken Fuß geführt werden.

    Aber vielleicht ließe sich mit Marxens 11. Feuerbachthese was machen: Die wollen doch nur interpretieren!

  11. che2001 Juni 30, 2009 um 4:50 pm

    Oder richtig schön skandierend “Panta rhei, panta rhei, panta rhei!”.

  12. momorulez Juni 30, 2009 um 8:00 pm

    Pantha Rei? Was heisst das?

    “Wir wollen verändern
    - ihr interpretieren
    darum werdet ihr
    hier und heut verlieren!”

    ist aber wirklich hübsch ;-)

  13. che2001 Juni 30, 2009 um 9:02 pm

    Alles fließt, ist griechisch, Heraklit.

    Deine letzte Parole ist aber super, das hätte uns früher auf den Antirassismus-Demos mal einfallen sollen.

  14. momorulez Juni 30, 2009 um 9:34 pm

    War das nicht Thales mit “Alles fließt”? Außerdem ist das dann ja das Stichwort für den Nörgler, von wegen “Philosophie für die bildungsfernen Schichten, können noch nicht mal altgriechisch” ;-)

  15. che2001 Juni 30, 2009 um 9:52 pm

    Nein, das ist Heraklit, und auf den lasse ich nichts kommen. Hat Dinge gesagt, die aus meiner Sicht so eine Schnittstelle zum Daoismus darstellen. Eine Naturphilosophie mit pantheistischen und rechtsphilosophischen Elementen, die vor allem den stetigen Wandel zum Inhalt hat und ganz Ähnliches wie Yin und Yang als Gegensatzpaare formulierte. Meines Wissens der früheste Philosoph, der die Erkenntnisfähigkeits ausnahmslos jedes Menschen postulierte.

  16. momorulez Juni 30, 2009 um 10:14 pm

    Hier aber noch die platonische Auslegung des Heraklit-Wortes “Man steigt niemals zwei Mal in den selben Fluss”:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Panta_rhei

    … das gäbe Dir dann Recht.

    Ich liebe diesen Satz ja, aber Wittgenstein entgegnete plump:

    “Der Mann, der sagte, man könne nicht zweimal in den gleichen Fluß steigen, sagte etwas Falsches; man k a n n zweimal in den gleichen Fluß steigen.” – Big Typescript S.412 #4

    Diskussion eröffnet ;-)

  17. che2001 Juli 1, 2009 um 12:17 pm

    Wenn mein Philosophie-Unterricht in der Schule nicht völlig für den Arsch war, ist “Alles fließt” von Heraklit und hat nichts mit dem Element Wasser zu tun, sondern mit permanenter Veränderung, wie auch der Kampf (und nicht, wie später aus ganz anderen Gründen hineininterpretiert der Krieg) Vater aller Dinge sei.

    Links:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Panta_rhei

    http://www.anderegg-web.ch/phil/herakleitos.htm

  18. momorulez Juli 1, 2009 um 2:37 pm

    Ja, den Pantha Rei-Link hatte ich ja auch schon gepostet, guck doch einfach mal hin ;-) – und selbst “Man steigt niemals zwei Mal in den selben Fluß” hat auch was damit zu tun, dass das Wasser darin nicht mehr das selbe ist. Deshalb ja Wittgensteins Einwand, weil “Flluß” + “Eigenname” eben lediglich der raumzeitlichen Identifzierbarkeit dient und nicht das Wasser darin meint … also, das Wasser wirst Du nicht ganz los, wenn’s fließt. Selbst dann nicht, wenn Blut fließt.

  19. che2001 Juli 1, 2009 um 4:57 pm

    @”Das leitet ihn dann zu der These, dass es sich beim Christentum im Grunde genommen um Vulgärstoizismus handele …” —–” Am Anfang war das Wort ” ist doch aber jüdisch, oder? Hinsichtlich der Ursprünge des Christentums vernahm ich ja schon einmal die Idee, es handle sich da um eine Verbindung aus einer hellenistischen Variante des Buddhismus (Graeco-Baktrien, Bamian), die auch ganz stark sich an der stoischen Philosophie orientiert hat und der jüdischen Ereckungsbewegung der Essener. War eine Rabbinerin, die den Gedanken formuliert hatte.

  20. noergler Juli 1, 2009 um 6:10 pm

    ” … das berühmte ‘Am Anfang war das Wort’ meine diesen Logos”.
    Steht im griechischen Text auch genau so da: En archeh ehn ho logos. (Grauenvoll, diese lautlichen Umschriftungen).

  21. momorulez Juli 1, 2009 um 7:33 pm

    @Che:

    Das ist ja so eine Frage, was da nun modifiziertes, griechischen Denken, was Jüdisches war, die mich zum einen zunehmend deshalb interessiert, weil die Gründe, warum nun welcher Text Eingang in die Bibel fand, wohl nur historisch interessierten Theologie-Studenten zugänglich sind – und auch hinsichtlich dessen, ob und inwiefern da diese Denkblöcke “Griechisch” und “Jüdisch” irgendetwas auch nur annähernd homogenes und historisch Reales bezeichnen, das ist dann immer die Anschlussfrage. Schon bei den Evangelien gibt es ja einige, die in den Kanon keinen Einang fanden, aber Paulus ist plötzlich trotzdem “Apostel” mit seinem Briefeschreiben, und ich vermute mal, das zieht sich auch durch das Alte Testament, dass z.B. manche Gesetzbücher ja immer nur dann zitiert werden, wenn’s gegen Schwule geht, also natürlic genau so wie immer schon fröhlich selktiert und Traditionen erfunden wurden – und da sind ja auch nicht alle heiligen, jüdischen Schriften drin, im Alten testament, oder?

    Gibt kurze Passagen in dem Buch von Paul Veyne über Focault, das gerade erschienen ist, wo das Frühchristentum beschrieben wird, und das ist ziemlich lustig, da kommt Paulus z.B. gar nicht gut weg ;-)

    @Nörgler:

    Danke!

  22. che2001 Juli 1, 2009 um 11:10 pm

    Waren denn Jesus und seine Jünger vielleicht eine Schwulen-Clique? “Griechisch” ist in dem Zusammenhang ohnehin höchst ambivalent – der Hellenismus war ja ein Mischungsprogramm, die Verbindung griechischens, persischens, ägyptischens und so weiter Denkens, und mit den Sadduzäern war dieses hellenistische Denken schon zu Jesu Zeiten mit dem Judentum amalgamiert. Die urchristliche Kritik richtete sich aber nicht gegen die Sadduzäer, sondern gegen die altjüdischen Pharisäer.

  23. che2001 Juli 2, 2009 um 1:56 pm

    Eine passende Stadionparole wäre auch noch: “Der Seinsgrund, der Seinsgrund, der kommt noch auf den Schweinehund!” und knallhart: “Ihr seid keine Seinsversteher – ihr seid nur Holzweggeher!”

  24. che2001 Juli 2, 2009 um 2:24 pm

    “Ihr könnt ontologisch nix kapiern,
    drum werdet ihr das Spiel verliern!”

  25. momorulez Juli 2, 2009 um 4:16 pm

    Die ersten beiden sind sehr schön ;-) – der letzte geht aber nicht, weil man ontologisch ja gar nix kapieren können kann …

  26. che2001 Juli 2, 2009 um 5:26 pm

    Deswegen hat der Heidegger ja auch nie ein Fußballspiel gewonnen.

  27. che2001 Juli 2, 2009 um 6:28 pm

    Geworfenheit, Geworfenheit, Euer Ball, der kommt nicht weit!

  28. momorulez Juli 2, 2009 um 7:20 pm

    Skifahren konnte der Heidegger aber! Und hat, glaube ich, auch über “Mannschaft” philosophiert ;-)

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