Stand ungefähr so in der aktuellen Spex, die These in der Überschrift. Wäre sie wahr, dann wären die meisten Blogs, auch die, die sich “literarisch” geben, Popkultur – ist aber wohl eher eine Vermarktungsfrage, die These in der Überschrift, und nicht eine Aussage über die Qualität, soll heißen: Eigenschaft von X.
Für mich ist Popkultur ja eher dann gut, und sie ist sehr gut abgehangen, diese Meinung, wenn ein und dasselbe Werk immer wieder neu auch neue Bedürfnisse befriedigt, man immer Neues in ihm zu entdecken vermag. Das gibt’s. Wenn noch beim hundersten Hören eines Albums etwas auffällt, was die Welt im anderen Lichte erscheinen läßt.
Oder aber wenn sie campy-trashig kurz mal Spaß macht. Ist ja auch nix gegen einzuwenden.
Blog-Einträge sind in den meisten Fällen wohl eher letzteres. Hab’s zumindest meinerseits versucht, die Flüchtigkeit auch einzufangen, Tippfehler und Füllwörter stehen zu lassen, um das Prinzip ”mal eben loswerden” noch zu betonen. In der Hoffnung, dass es gerade die Spontanität ist, die dieser Nebenbeschäftigung Sinn gibt.
Wichtig war’s mir, so lange ich unter dem Joch des Angestelltendaseins ächzte, die Emotion, die Antrieb war, auch zu zeigen – gerade in politischen Diskussionen, und gerade weil die Sujets, in die ich mich einmischte, sich eben diesem Druck (und ähnlichem Druck) sehr oft verdankten. Was mir als Argument erscheint, nicht als sachfremd – zeitweise war’s wichtig für meinen Gefühlshaushalt, das Bloggen mir als Ventil zu erhalten. Hat sich alles ein wenig verändert, seit keine dumpfen Chefs mehr mir das Leben schwer machen.
Dimensionen des Bloggens, die im folgenden SpOn-Interview anders sortiert ihren Ausdruck finden:
“Einen Roman zu schreiben, bedeutet, sich Dinge zu notieren und wegzulegen. Irgendwann wachsen sie zu etwas heran, was Literatur wird, was sich ins große Ganze fügt. Wenn man sich aber diese kleinen Geschichten selbst wegnimmt und sie sofort publiziert, weil da dieser Drang ist, die Leser zu füttern – dann sind die Leser irgendwann satt. Das ist wie mit einer Schauspielerin, die in jeder blöden Talkshow rumsitzt, in jeder kleinen Serie mitspielt, bis die Leute sagen: “Ach, diese Lara Maria Schießmichtot schon wieder”.”
Kann ich einerseits verstehen, und doch auch gar nicht – habe das Loswerden und die Debatten hier und andernorts eher als inspirierend für medialen Output im wahren Leben, durchaus mit Werk-Charakter, erlebt. Da fand sich vieles wieder. Das Bloggen verstand ich so eher als Testing-Field für Argumente, und am wichtigsten erschien mir oft die Gegenpositionen – weil ich hier ganz gnadenlos subjektiv drauflosbrettern kann, in den Werken im wahren Leben geht das nicht, weil zumindest ein “einerseits – andererseits” vollzogen werden muß, und das muß man sich dann halt erst mal anhören. Na, meistens gilt dieser Differenzierungen suggerierende Blick. Gibt da allerdings auch ‘ne Emotionalität, die Anspruch auf objektive Gültigkeit erhebt in manchen Produktionen, aber das ist ein weites Feld …
Nun empfand ich im Zuge des Bloggens die so gute, alte und wichtige Trennung zwischen Literatur und “Sachtexten” zunehmend unerheblicher, weil gerade in diesem virtuellen Raum sowieso alles Literatur ist, weil jeder als Blogger eine Figur ist, die etwas will und dabei auf antagonistische Kräfte stößt, und Zack, ist sie da, die Standard-Dramartugie. Auch weil das Spannende am Bloggen der Dialog sein kann, nicht muß, der folgt (kann auch das Nervtötende sein) - und am stärksten tritt die genuin literarische Struktur wohl in jenen Texten, die als sachliche Erörterung sich geben, hervor, weil sie dem Chaos des Erlebens eine reine Wunscherfüllung entgegen setzen, somit Fiktion.
Nun ist Literatur nur dann gut, wenn sie Selbstausdruck- und Darstellung auch transzendiert, und vielleicht liegt ja da die Pointe, die die verlinkte Frau Autorin meint. Und bemerkenswert ist, dass eine Frau sie formuliert, nicht umsonst sind Status-Fragen meist Männersache, und deshalb gibt es gerade in der politischen Blogosphäre so viel sauschlechte Literatur. Weil sich da halt vor allem Männer tummeln.
Und in der Tat: Dieses Gefühl, sich nur zu reproduzieren und dann zum hundersten Mal die altbekannte Position zu formulieren und auch noch selbst gewählte Rolle zu spielen, ganz wie die Talkshowgäste – das trifft schon, das Bild, das sie wählt. Nur kann man gerade dann, wenn es um Politik geht, auch nicht ständig neue Positionen suchen, nur um sich nicht mit sich selbst zu langweilen – weil die, die man vertreten hat, ja nicht von heute auf morgen falsch werden. Das ist fatal als Mechanismus, weil’s mitten hinein ragt in’s politische Geschäft.
Nun isses mir erstmals passiert, dass mir ein Thema über den Weg lief, das so komplex, so verstörend und so vielschichtig ist, dass ich hier glatt verstummt bin. Ist völlig egal, welches das ist, saß aber alltäglich da und dachte: “Komm, nun schreib mal drüber”, ging nicht, weil das Sujet jeden einfachen Zugang verbietet und erst mal Denken sprengt.
Aber vielleicht isses das, was den Grundwiderspruch des Bloggens offenbart: Dass ja ständig – in der politischen Blogosphäre – die gaaaaaanz großen Themen diskutiert werden, aber aufgrund der Struktur der Medialität des Bloggens selbst – Tagebuch – diese Form des Textes völlig unangebracht ist, sie zu thematisieren, weil eben gerade Vielschichtigkeit, Verdichtung und Unauflöslichkeit die Qualität eines Textes ausmachen dann, wenn er die Erfahrung des Sujets formuliert. Was ja als These so gar nicht neu ist, aber mir vielleicht selbst begreiflich macht, warum ich hier immer öfter verstumme.
Vielleicht gründet trotzdem darin die ganze Interblog-Empörerei, weil alles auf moralische Grundsatzfragen verkürzt wird, am stärksten von jenen, die Moralisieren geißeln mit zumeist hohem moralischen Anspruch – und wenn das so ist, ist Bloggen wohl die optimale Methode, sich selbst die Welt vom Leibe zu halten. Am schlimmsten bei jenen, die der “Popliteratur” der 90er folgen und fortwährend gestelzt “Alltagsbeobachtungen” formulieren, um möglichst keine Alltagserfahrungen machen zu müssen.
Weil man nicht kompostieren kann, wenn man gleich raushaut. Was die verlinkte Frau Autorin ja auch genau so sieht. Ich glaube, ich stimme ihr zu.
Auch ich als Leserin war ‘irgendwann satt’, sehr schnell sogar – aber im Unterschied zu EB Leipzig Tagebuch langweilen mich Themenblogs nicht mit einem freigestellten, extrapolierten fremden Ich und seinem extraordinär aufbereiteten fremden Alltag. Wenn ich Blogs lese, will ich mehr wissen, mehr erfahren, etwas (zum Leben dazu) lernen. Aus meiner Perspektive gesehen, wie gesagt. An Deiner als Blogger wird mit jeder Zeile, die Du hier niederlegst, nachvollziehbar, dass offenbar ein bestimmter Erkenntnistandspegel erreicht ist, der nicht länger debattiert, sondern meinungsmässig unabhängig, also separat festgehalten werden will.
Ich seh’ das übrigens, um EBs Diagnose zu erweitern), durchaus selbstkritisch so: Wo ein Autor via Blog (also unter Wert) originäre, singuläre Sachen heraushaut und Leser ihre Duftmarken draufsetzen – da wächst kein Gras mehr (-; …
“An Deiner als Blogger wird mit jeder Zeile, die Du hier niederlegst, nachvollziehbar, dass offenbar ein bestimmter Erkenntnistandspegel erreicht ist, der nicht länger debattiert, sondern meinungsmässig unabhängig, also separat festgehalten werden will.”
Das verstehe ich nicht, was Du damit meinst, ganz ehrlich nicht
…
Vieles von dem, was du schreibst, ist, so scheint es mir, untrennbar mit deiner Persönlichkeit, deinem Werdegang und deiner aktuellen Gemütslage verbunden, und das viel enger und tiefer, als es auf anderen Blogs der Fall ist. Vielleicht habe ich deswegen oft Probleme, deine Gedankengänge nachzuvollziehen. Was sie andererseits ja auch zu originellen werden lässt
Aber einen mich auch beschäftigenden Gedanken meine ich aufgegriffen zu haben, nämlich den, dass das Bloggen nicht immer eine angemessene Form der Auseinandersetzung mit einem Thema ist. Ich glaube, da gibt es keine zwei Meinungen. Es wäre auch schlimm, wenn diejenigen, die sich um die “gaaanz” (habe ich ein “a” vergessen?) großen Themen kümmern, dies nur in Blogform täten.
Aber (warum beginne ich meine Absätze nur immer mit “aber”?) vielleicht gehören zur Gesamtbetrachtung noch zwei Dinge dazu: Geduld und Bescheidenheit.
Geduld, weil natürlich im Alltagsgeschäft des Bloggens, das oft zu sehr eingefahrenen Mustern gleicht, keine individuelle Veränderung von Standpunkten sichtbar wird. Aber warum sollte sie das auch? Zwischen all dem Müll finden sich eben ab und zu doch mal Perlen, deren Bild man nicht los wird, und die dann irgendwann (wie komme ich aus der Metapher wieder raus?) Anlass geben, an anderer Stelle nach weiteren zu suchen, sich genauer damit zu beschäftigen und letztlich zusammen mit den eigenen unreifen, noch nicht ausgesprochenen oder nur oberflächlich im Brustton der Überzeugung vorgetragenen Gedanken zu einer neuen Sicht auf die Dinge werden. Das Feedback ist da kein unmittelbares, und das kann dann schon mal frustrieren.
Bescheidenheit, weil der Versuch, große Probleme zu behandeln und große Lösungen zu finden, meines Erachtens den Kern des Scheiterns in sich trägt, erst recht, wenn man dies öffentlich macht. Die wirklich nachhaltigen Schritte sind klein. Ich mag das Bild von Dávila, die “Randbemerkungen zu einem impliziten Text” – das ist es, was Bloggen für mich ausmacht. Der implizite Text ist noch ungeschrieben, er ist bei keinem bekannten Autoren zu finden (no use for name dropping), und er ist veränderbar.
Wer würde denn ernsthaft dauerhaft bloggen, nur um die alten Gedanken stets aufs Neue zu reproduzieren? Deswegen enden viele Blogs mit hohem Anspruch sehr früh. Sie bleiben nicht neugierig, und sie verlieren die Lust daran, die eigene Klinge in der Auseinandersetzung mit der Welt zu schärfen.
Dieses Plädoyer soll aber nicht enden, ohne die Grenzen des Bloggens anzuerkennen. Es ist eine Form der Kommunikation mit unbekannter, potenziell großer Reichweite, die auch immer wieder zu Überraschungen führen kann. Aber sie ist kein trotz Kommentarfunktion kein echter Dialog, sondern ein Raum, mehrere Monologe nebeneinander existieren zu lassen.
Nein? Dann könnte es auch so sein, dass ich was Falsches herausgelesen und zu Unrecht plakativ herausgestellt habe, nämlich: dass Du aufhören willst zu bloggen, weil die (ideologischen) Kämpfe ausgetragen sind und Du Dein eigener Chef und älter geworden bist – um es platt zu formulieren; aber auch subtilere Motive meine ich registriert zu haben
…
@Rayson:
“Vieles von dem, was du schreibst, ist, so scheint es mir, untrennbar mit deiner Persönlichkeit, deinem Werdegang und deiner aktuellen Gemütslage verbunden, und das viel enger und tiefer, als es auf anderen Blogs der Fall ist.”
Ja, klar. Das ist mir auch wichtig. Weil ich – und bitte versteh das nicht falsch, also nicht als Vorwurf, persönlicher Angriff oder dergleichen, aber als Kritik schon – mir gerade in den Auseindersetzungen mit Liberalen oft auffiel, wie extrem unpersönlich-abstrakt-prinzipienorientiert vieles von dem ist, was auch ich bis dato gedacht habe und wie richtig z.B. die feministische Kritik daran ist, aber auch manches bei Adorno. Aber so wie bei manchen Selbstdarstellungroutiniers aus dem eigenen Lager geht’s ja auch nicht. Und da hänge ich aktuell irgendwo anders rum, sozusagen
… oder versuche es zumindest.
Das ist für mich eigentlich sowas wie die Quintessenz der Jahre des Bloggens und tatsächlich auch eine Bewegung, die sich da bei mir vollzogen hat. Bin als Kantianer gestartet, bin ich ja oft immer noch, und stellte zunehemend fest, was fehlt, wenn man einer ist – im wahren Leben schon sehr viel früher, aber nunmehr in der Art des Schreibens und den politischen Implikationen dessen.
Glaube eigentlich auch nicht, dass ich irgendwie stehen blieb, wenn ich auch manchem ja in die falsche Richtung lief
… von daher glaube ich schon, dass, wenn man Standpunkt als Perspektive begreift, sich da was verändert hat. Kann mich aber auch irren.
“Bescheidenheit, weil der Versuch, große Probleme zu behandeln und große Lösungen zu finden, meines Erachtens den Kern des Scheiterns in sich trägt, erst recht, wenn man dies öffentlich macht.”
Ja. Hildegard Knef hat so besungen “Das Glück ist eine Frage der Bescheidenheit”
– ich ertappe mich aber auch zunehemend dabei, wenn ich mal wieder bei Global-Positionen lande, mir selbst “Momo, Demut!” zuzurufen. Was für Weltlagenexperten allerorten, haarsträubend!
“Der implizite Text ist noch ungeschrieben, er ist bei keinem bekannten Autoren zu finden (no use for name dropping), und er ist veränderbar.”
Hoffentlich …
“Wer würde denn ernsthaft dauerhaft bloggen, nur um die alten Gedanken stets aufs Neue zu reproduzieren?”
Mir kam’s in letzter Zeit schon oft so vor, wenn ich las, dass viele das so machen, ich nehme mich da an keinem Punkt aus. Aber vielleicht treffe ich ja auch bald mal wieder auf Überraschungen … wie Deinen Kommenatr hier gerade
…
@Lina:
Nee, ganz so isses auch nicht. Anlaß war dieses Thema, das sich bloggend nicht behandeln läßt, obwohl es auch ‘ne politische Seite hat, was mich extrem erstaunte. Und dann las ich das Interview mit der Romanautorin und fühlte mich gleichzeitig bestätigt und irgendwie auch so gar nicht … ich Grunde genommen suche im Begriff die Erfahrung hinter dem Begriff, und wahrscheinlich geht das nur, wenn man ihn so virtuos in Bewegung hält wie ein Adorno. Ich glaube, das ist eigentlich mein Thema gerade, wie man das macht – und das eben jeneseits der philosophischen oder politischen Reflexion. Wie man schreibend erfahren kann, ohne in Sozialkitisch, Prinzipienreiterei oder eben Globaldeutungen zu verfallen. Jemandem wie mir, der immer sehr moralisch ist, fällt das echt schwer … und ich glaube nicht nur mir.
Ist Bloggen die “optimale Methode, sich selbst die Welt vom Leibe zu halten”? Hängt *sehr* davon ab, was man bloggt. Wenn Frau Buschheuer sich “das Leben vom Leibe” hielt – und deshalb den “ganz großen” Roman nicht schreiben kann – dann ist das allein ihr Problem.
Ich werde mich auch davor hüten, irgend etwas in Dein Blog und Deine Art zu bloggen hineinzuphilososophieren oder -psychologisieren.
Nebenbei: ich lese das Blog Else Buschhuers schon lange nicht mehr. Ich finde es schlicht langweilig.
@ Rayson: Danke, jetzt weis ich auch, wieso “literarische Tagebücher” in Blogform so schnell langweilig werden.
“Ist Bloggen die “optimale Methode, sich selbst die Welt vom Leibe zu halten”?”
Kann, aber nicht muss. Das gilt für das Romaneschreiben aber genau so, siehe Thomas Mann zum Beispiel.
“Ich werde mich auch davor hüten, irgend etwas in Dein Blog und Deine Art zu bloggen hineinzuphilososophieren oder -psychologisieren.”
Das hat ja bisher im Grunde genommen auch erst einer gemacht, und der hat klar projiziert
…
“Deswegen enden viele Blogs mit hohem Anspruch sehr früh. Sie … verlieren die Lust daran, …” – und die Lust an sich selbst.
Das mit dem Weglegen von Fragmenten und Erlebnissen, das die Else da meint, muss ja nicht lange dauern, nur eben länger, als das sofort. Das erlebe ich als Konsequenz aus dem twittern, bspw., dass ich mir mehr für mein Blog aufheben kann.
@ momorulez
>>> Wie man schreibend erfahren kann, ohne in Sozialkitisch, Prinzipienreiterei oder eben Globaldeutungen zu verfallen.
Ja, das ist die ‘Kunst’ und der Reiz, der vom geschriebenen + veröffentlichten Wort ausgeht. Es ganz erfassen + begreifen oder es eben wegzuwerfen, wenn es nicht zur Vermittlung taugt. Bei Dir habe ich immer den Eindruck (wenn ich das sagen darf?), dass Du den gesuchten ‘Begriff’ (wortwörtlich:) um-schreibst, d. h. ihn in weiten Bögen umkreist in der schönen Gewissheit, auch ohne konkretes Benennen auf den Punkt zu kommen; so jedenfalls, über diese im besten Sinn langatmigen Suchbewegungen, vermitteln sich mir Deine Texte. (Ja, das war ein Kompliment.)
Eigentlich transportiert jede geschriebene Zeile eines ‘impliziten Textes” (gute Formel btw.) Pathos; wo es andockt und wohin es auch ungewollt umschlagen kann, das ist das Problem, finde ich …
… und außerdem erscheint mit der Diskurs überfällig. Eben und vor allem, weil die Gedanken da auch viel Bohei um eine profane Wirklichkeit in der “deutschen” Literaturszene sind: “Große Verlage wollen keine Texte, die schon im Netz stehen.” – nur das macht die kleinen Geschichten weggelegt wertvoller.
… hihi – das gefällt mir persönlich ja am besten: “Ach, diese Kommentarschmarotzer, die überall auf anderer Leute Domains rumblöken, am liebsten anonym, denen biete ich kein Forum. In meinem Tagebuch schreibe ich, was ich zu sagen habe. My homepage is my castle – und dort gibt es nur eine Bestimmerin: Mich.”
… ich bin ja ein großer Anhänger des Trackbacks – und auch des Kommentars – aber nicht im spreeblickschen Sinne.
… “Ich hab inzwischen mehr Romananfänge als Socken, einen großen Karton voller Notizen und Sätze, daneben einen noch größeren Schredder.” – vielleicht funktioniert es ja, wenn man das Blog tatsächlich als Zettelkasten wieder erfindet – was es ja mal war
Ich gehe jetzt nach Hause und denke darüber nach, die Kommentarfunktion abzuschalten, oder alle Kommentare zu löschen, die keinen eigenen Gedanken zu meinem Zettelkasten hinzufügen.
@Lina:
Danke für das Kompliment, das hat mich gerade wirklich gefreut! Ich übe ja eher rum seit geraumer zeit, und dann ist mir ja gelegentlich vielleicht sogar was gelungen
…
Und wollen wir denn eine Welt ohne Pathos? Ich zumindest nicht
… ja, 3 Planeten im Löwen, jaja …
@Ring2:
Das mit dem Twittern bleibt mir ja ein Rästel, gebe ich zu … und der Satz mit den Großverlagen, der hat mich auch so verblüfft, weil sie im Grunde gneommen schreibt, dass Marktmechanismen sie eines Besseren belehrt hätten, und das kann ja gar nicht wahr sein
…
Und “Zettelkasten”, also diese Luhmannsche Nummer, ja, zeitweise war’s das sogar für mich.Aber dann kam der gleichnamige Blogger, und das Prinzip wurde mir irgendwie verleidet
…
Ja an den Zettel und seinen Kasten musste ich auch denken – aber der Kerdl formatiert mir nicht meine Sprache
der nicht.
“Das mit dem Twittern bleibt mir ja ein Rästel” … und muss es auch bleiben, wenn man es nicht macht – ist aber beim bloggen nicht anders. Nicht wirklich.
Mario Sixtus hat twittern mal “bloggen auf Speed” genannt, und da ist was dran. Es übernimmt dieses Adhocke (sagt man das so?), das mal schnell von sich geben – eben dieser kleinen Ereignisse, Lebendigkeiten und Ärgernisse. Vor allem das Letztere hat die postiven Effekte, dass das Betroffenheitsbloggen und Motzen sich nicht mehr sofort in den Blog sich bahnt – insofern ein konsequenter Schritt der Else Buscheuer – auch wenn sie sich selbst widerlegt damit. Denn nun könnte ihr Blog zu dem Ort literarischer Veredelung werden, den sie eben dort nicht vermutete.
3 Paneten im Löwen? Wow! Ich nur zwei …aber mit pathetisch-empathischen ‘Verstärkern’ gegenüber
…
Ich glaube zudem, dass sich der Herr Professor Zettel dreisterweise auf irgendwas bei Arno Schmid beruft, und von solchen Mißverständnissen sollte man sich ja nicht beeinflussen lassen – abgesehen davon ist Speed was ganz ähnliches wie Ritalin, also das, was man den ADHS-Kindern gibt. Und dann hat Twittern bei der Frau Buscheuer ganz ähnlich paradox gewirkt, soweit es das Bloggen betrifft … nein, ich bin noch nüchtern
…
@Lina:
Na, bei mir sind 2 davon in Haus Zwölf und einer im Quadrat zu Neptun, ist also auch alles nicht ganz die reine Form
…