Metalust & Subdiskurse Reloaded

"Nur was sie nicht erst zu verstehen brauchen, gilt ihnen als verständlich"

“Der Skandal darin ist die Kriminalisierung einer „anderen“, nicht normativen Lebensweise”

Lamentiert der Hamburger Senat von “Bund!” und “Europa!”, so können Wähler, Nicht-Wähler und Nicht-Wählen-Dürfende sicher sein: Er will sich aus der Verantwortung stehlen.

Das war schon in der Flüchtlingsfrage so. Innensenator Neumann als Politikwissenschaftler parliert zwar gerne abstrakt über die Gewaltenteilung; dass es mutmaßlich eher ihm liegt, sich Eigeninteressen der Polizei zu unterwerfen, ließ sich an diversen Indizien bereits ablesen. Was die Gewaltenteilung ad absudum führte, regierte die Polizei als Partei.

Im Falle der Bespitzelung des FSK übt sich die Scholz-Regierung nun wieder im Arschkartenspiel, wie “Jetzt!” berichtet: Sie will der Bundesanwaltschaft alles in die Schuhe schieben und behauptet, ab einem gewissen Zeitpunkt über keine Unterlagen zu verfügen.

Das ist aus meiner Perspektive der Plot einer Gaunerkomödie, und der Sprecher des Bundesanwaltes kommentiert es folgendermaßen:

„Die polizeiliche Umsetzung des Einsatzes im Einzelnen und die dafür erforderlichen polizeitaktischen Überlegungen erfolgen durch die von der ermittlungsführenden Staatsanwaltschaft beauftragte Polizeidienststelle.”

Beim Knackpunkt, nämlich eines für den juristischen Laien zumindest so wirkenden Eingriffes in die Pressefreiheit, weicht der Senat aus. Artikel 5 des Grundgesetzes besagt ausschnittsweise:

“Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.”

Ohne Jurist zu sein, fällt es ja nicht schwer, das im Geiste mal durchzuspielen: Eine verdeckte Ermittlerin spricht Tagesschau-Kommentare zum NSUKomplex. Oder referiert zu umstrittenen Polizeieinsätzen bei Demonstrationen auf NDR 2.

Ein ganzer Sender erfährt die Aushebelung individueller Rechte auf Privatsphäre.

Rechtsgüter wie die Unverletztlichkeit der Wohnung mögen in Jahren währenden Propagandaschlachten denen, die wohnen, entwöhnt worden sein: Sie gelten aber weiterhin. Eine verdeckte Ermittlerin attackiert den Quellenschutz, indem sie selbst diese anzapft. Dem Vorstellungsvermögen aller Lesenden, was alleine das Säen von Misstrauen durch diesen Fall anrichtet, sind ja da keine Grenzen gesetzt.

Zudem immer wieder die Frage auftaucht: Warum wurde gerade die queerfeministische Szene ausspioniert? Und das auch noch zu Zeiten, da der NSU mutmaßlich vom Verfassungsschutz  wie auch immer unterstützt sein Mordwesen trieb und Fälle in Hamburg unaufgeklärt blieben?

Nun mag von der Katholischen Kirche bis zum immer breiter werdenden, rechten Rand von Pirincci bis Martenstein das vermeintliche “Zersetzungswerk” der Gender-TheoretikerInnen symbolische und wohl auch tatsächliche Gewalt befeuern, aber was hatte da die Polizei zu suchen?

Da steigen Bilder unseliger, Hamburger Polizeipraktiken von einst vor dem geistigen Auge auf:

Die Summe dieser Akten könnte als Liste bezeichnet werden“, so damals Henning Voscherau (SPD, Vorsitzender des Innenausschusses der Hamburger Bürgerschaft).”

Es geht um “Rosa Listen”, also das Anlegen von Datenbanken über queere Szenen. Auch da verfügt die Hamburger SPD über eine reichhaltige Tradition: Innensenator Schmidt ließ unter anderem das “Tanzverbot zwischen Männern” in der Hamburger Neustadt durchsetzen – also das, was heute ggf. der Mob oder der Hessische Rundfunk in Hetero-Kneipen ganz von selber immer mal wieder besorgt. Auf dem Polizeipräsidium wehte zwar zum CSD die Regenbogenflagge: Doch was für eine Wirklichkeit verbirgt sich dahinter?

“Das FSK” – de facto ja ein freier und vielfältiger Haufen Menschen, die eigenständig Programme gestalten, von der Queer AG (“Jenseits der Geschlechtergrenzen”) der Uni Hamburg über Doktorantenkollegs der HfbK bis hin zu mir ;) – kommentiert folgendermaßen:

“Mit diesem Polizeiangriff werden alle Grundsätze der Pressefreiheit – erneut in Hamburg – zur Disposition gestellt: Polizei moderiert ihre eigenen Sendungen, sie spioniert Lebensverhältnisse und Arbeitsweisen der Redaktionen aus; sie kontrolliert die Recherche und sie bespitzelt die Quellen. Der Quellenschutz war ausgehebelt. In letzter Instanz kann diese Polizeiaktion verstanden werden als besondere Form des Einsatzes polizeilicher-staatlicher Gewalt zur Unterdrückung politischer Meinungsäußerung.”

Eben weil hier nun per administrativ-hoheitlichem Handeln die politische Meinungsäußerung unter Kriminalitätsverdacht gestellt wurde. Das wirkt für mutmaßliche Produzenten von Sendungen abschreckend wie auch die vom Verfassungsgericht als rechtswidrig eingestufte Durchsuchung des Sender zu Beginn der Nuller-Jahre.

Das ist also Senatspolitik, Menschen Bedrohungsszenarien auszusetzen, damit kritisch Stimmen verstummen?

Verdeckte Ermittler abends neben sich einer in der Kneipe sitzen zu haben ist ja keine angenehme Vorstellung, weil keiner weiß, was die einem anzudichten bereit sind … dass in Hamburg Polizisten behaupten können, um eigene Handlungen zu rechtfertigen, was sie wollen, die Gerichte winken es schon durch, ist ja auch vielerorts geteilte Annahme. Ist die dem Senat letztlich recht?

Das passt auch zu dem fortgesetzten, vielleicht nicht intendierten, jedoch faktischen weiteren Einschüchterungsversuch des Senates, die Aufklärung des Falles würde den Staat als solchen gefährden.

Heißt das im Umkehrschluss, nur potenziell rechtwidriges Verhalten könne ihn stützen?

Zusammenfassend und abschließend ist dem Text auf der FSK-Seite schlicht zuzustimmen angesichts des bisherigen Unwillens – so scheint es mir – des Senates, rechtsstaatliche Grundsätze ernst zu nehmen und Licht in die Angelegenheit zu bringen:

Der Skandal darin ist die Kriminalisierung einer „anderen“, nicht normativen Lebensweise.

Jargon der Eigentlichkeit: Mottofahrt nach Leipzig

Ich wollte meine Klappe halten. Echt jetzt. Geht nicht, nachdem folgendermaßen zur “Mottofahrt zu Red Bull Leipzig” aufgerufen wird:

“Bringt etwas mit, was eure Geschichte mit Sankt Pauli widerspiegelt, was euch immer begleitet oder mit dem ihr ein geschichtsträchtiges Spiel mit unserem Verein erlebt habt. Ganz egal, ob ihr es anhattet als wir den DFB-Pokal unsicher gemacht haben, bei eurer ersten Auswärtsfahrt oder es einem Spieler abluchsen konntet.

Lasst uns allen zeigen, was wir schon erlebt haben und wie viele Erlebnisse uns mit unserem Verein verbinden. Wir müssen dazu nicht mit dem Wort Tradition um uns schmeissen, ein Blick in den Kleiderschrank genügt, um zu erfahren, was wir mit diesem Verein schon alles durchlebt haben.

Das liest sich harmloser, als es ist. Demnächst also irgendwo in Niedersachsen: Der örtliche Schützenverein holt seine Uniformen aus dem Jahre 1990 heraus, um dem neuen anatolischen Restaurant in der Fachwerkhaus-Fussgängerzone einen Besuch abzustatten und ihm seine Erlebnisse entgegen zu schmettern? Diese Heimatschutz-Attitude gibt es auch in der Gentrifizierungskritk, sie ist allerdings strukturell hochproblematisch. Wie sich auch in der letzen Ausgabe der BASCH zeigte:

“Den Medien ließ sich entnehmen, dass dass mehrere Testspielansetzungen gegen RB massiv kritisiert worden und RB als perverseste Form der Kommerzialisierung des Fußballs massiv angefeindet wird.”

Anachronist, Red Bull Leipzig verrecke, in: BASCH #57, S.

Im Gegensatz zu anderen “Dorffanszenen” (USP) Mehr von diesem Beitrag lesen

Willkür dem Staate – an Recht zu halten haben sich nur die Anderen?

Wo mich die “Rote Hilfe” schon bemustert, veröffentliche ich mal deren Presseerklärung:

 

Presseerklärung:
Verdeckte Ermittlerin in Hamburg enttarnt – Keine rechtsfreien Räume bei
Polizei und Verfassungsschutz!

In den vergangenen Wochen wurde bekannt, dass im Zeitraum von 2000 bis
2006 eine Verdeckte Ermittlerin des Landeskriminalamts in verschiedenen
Gruppen der Hamburger linken Szene eingesetzt worden ist. Dazu Kim
König, Sprecherin der Roten Hilfe Ortsgruppe Hamburg:

“Dass Polizei und Verfassungsschutz nicht zimperlich sind, was
Ermittlungsmethoden im linken Spektrum angeht, ist leider nichts Neues.
Regelmäßig erreichen uns Berichte von Menschen, denen von Hamburger
Behördenvertretern aufgelauert wurde, um sie als V-Leute anzuwerben,
teilweise auch unter Drohungen. Der vorliegende Fall setzt der
skandalösen Praxis der Hamburger Behörden noch eins drauf: Es ist eine
Ironie der Geschichte, dass diejenigen, die allzu oft über “rechtsfreie
Räume” in der Roten Flora und ihrem Umfeld fabulieren, über Jahre und
mehrere Innensenatoren hinweg offenbar im rechtsfreien Raum agieren
konnten. Die Hamburger Behörden pfeifen aber offenbar nicht nur auf das
Recht: Dass die Verdeckte Ermittlerin bei ihren Spitzeleien auch noch
mehrere Liebesbeziehungen führte, stellt eine unverantwortbare
Grenzüberschreitung dar. Bei einer wie auch immer gearteten wirksamen
rechtlichen Kontrolle wäre ein solcher Einsatz undenkbar gewesen.””

 

Hervorragend berichtet Radio Dreyecksland über den Fall. Definitiv hörenswert ist das Interview mit Christiane Schneider, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken in der Hamburger Bürgerschaft. Sie weist darauf hin, dass es nicht mehr möglich sei, noch in dieser Legislaturperiode einen Untersuchungsausschuss einzurichten und potenzielle, zukünftige Mehrheitsverhältnisse das gänzlich unmöglich machen könnten. Und dass, so ihre Annahme, der SPD-Senat und die CDU-Opposition sozusagen als in der Operationsweise Einheitspartei sich darauf zurück ziehen würden, dass sie das Alltags-Geschäft des LKA nicht zu kommentieren hätten. Wie praktisch. Auch so kann freilich “Gewaltenteilung” ausgelegt werden: Kontrollbefugnisse sind aufgrund strikter Trennung von rechtsstaatlichen Prinzipien einerseits,  dem Agieren von Exekutive und Legislative andererseits nicht auszuüben.

Was zugleich heißt, dass ihnen rechtsstaatliche Grundsätze schlicht egal zu sein scheinen und all die “Law & Order”-Parolen in ihren Augen zwar für jeden kleinen Marihuana-Dealer Geltung haben sollten, aber anscheinend nicht für sie selbst oder die Polizei. Willkür für uns, Recht den Anderen, sozusagen … und da auch nicht im Sinne des grundrechtsbasierten Schutzes vor dem Staate, sondern lediglich gegen die Bevölkerung gerichtet ausgelegt.

Vielleicht sind ja reichweitenstärkere Online-Publikationen als diese hier dazu in der Lage, sich des Falles mal anzunehmen. Solche, die sich des vor allem seit des “War on Terror” verstärkt in den Focus gerückten Themas “Freiheit versus Sicherheit” folgendermaßen annehmen:

“Die Ambivalenz von Freiheit, so brüchig sie auch ist, kippte ohne den Staat in ihre vollständige Negation. Mit dem Staat bleibt zumindest die Hoffnung, ohne den Staat wäre auch sie verwirkt.”

Nein, ich teile das dort skizzierte Szenario so nicht ;) – schon, weil “Wirtschaft” nix Anarchisches ist und liberale Grundbegriffe nicht ausreichen, um das Thema zu erfassen.

Nichtsdestotrotz wäre es schön, wenn Verbreitung fände, dass es in Hamburg mutmaßlich einen beispiellosen Eingriff in die Rundfunkfreiheit gegeben hat. Dass die vermutlich als verdeckte Ermittlern Agierende eben auch im FSK ausgerechnet queerfeministische Zusammenhänge auszuspionieren schien, z.B. Quellenschutz nur höhnisches Gelächter wohl entgegen setzte und, so wird berichtet, ein verdecktes LKA-Programm in dem einzigen wirklich unabhängigen Rundfunk der Stadt sendete, dass sind keine Petitessen.

Recht ist nicht ohne Prinzipien zu haben; hier wurden sie, wenn alles zutrifft, schlicht mit Polizeistiefeln getreten.

 

EDITH: Wenn ich die Antwort auf eine kleine Anfrage bzgl. des hier geschilderten Falles richtig verstehe, scheint der Einsatz nicht bestritten zu werden. Knackpunkt im hier zu diskutierenden Kontext ist:

“Grundsätzlich ist die Tätigkeit eines verdeckten Ermittlers im Rahmen seiner Legende auch bei einem Radiosender nicht ausgeschlossen.”

Was dann wohl so zu verstehen ist, dass die verfassungsrechtlich garantierte Rundfunkfreiheit den Agierenden schnurz war?

“Wir sind keine kickende Werbeunterbrechung!”

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Mit Glückwünschen und Danksagungen einsteigen – ach, das überlasse ich mal Wirtschaftsinformatikern und anderen Freunden der dehumanisierten Formeln und Algorithmen. Mühe mich eher um Synthese, die seltsame Melancholie und auch Ratlosigkeit, die diese Jahreshauptversammlung des FC St. Pauli bei einigen auslöste, will ja sortiert sein.

Zentral wehte und windete, ja wand sich die Frage, was den Aufsichtsrat bewogen hat, das Präsidium um Stefan Orth nicht zur Wiederwahl zu stellen, Mehr von diesem Beitrag lesen

Der Terror tief sitzender Elternängste

“Angeregt durch das Studium bei Eberhard Jüngel und Wolfhart Pannenberg, gilt ihr besonderes Interesse der Systematischen Theologie.”

Was erforscht mensch denn wohl im Zusammenhang der “systematischen Theologie”?

Ich meine die Frage völlig unverächtlich. Ein Buch hier auf meinem Regal wendet Heideggers Frage nach dem “Sein des Seienden” systematisch auf verschiedene Religionen an. Das ist alles andere als uninteressant. Antworten sind denkbar wie “in allem materiellen Sein steckt das Göttliche”, “das Göttliche ist jenseitig, wir dürfen es erst erfahren, wenn wir all die Prüfungen des Irdischen bestanden haben”, “Gottes Wille ist unergründlich und rätselhaft, lasset uns beten!”, “Gottes Wort steht in den heiligen Schriften, wir müssen es nur verstehen und befolgen”. Und so weiter – die Formel vom “Sein des Seienden” stammt aus dem Taoismus; vielleicht ist das Sein ja wirklich das Kommende, das wir freudvoll in Empfang nehmen können, wenn wir wollen – indem wir handeln durch nicht-handeln.

Nun sind Gottesanbeter bestimmter Konfessionen traditionell übergriffig. Sie folgen häufig nicht Mehr von diesem Beitrag lesen

“Die große Schar der weißen Heten, die sich für nichts zu blöd sind …”

Formulierte so jüngst ein beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk Beschäftigter hier in der Kommentarsektion. Nun würde ich lügen, behauptete ich, dass ich mit diesen Institutionen nichts zu tun hätte.

Problem derer ist ja, dass ihnen schlicht die Zuschauer weg sterben. Zwar gab der NDR-Intendant jüngst die Parole aus, dass das Internet sowieso völlig überschätzt würde, Video-on-Demand ebenso und gerade Leuchttürme wie der “Tatort” weiterhin gesellschaftliche Institutionen seien. Umgekehrt wird natürlich in den Sendern wüst diskutiert, was denn nun crossmedial sei und wie man das mal richtig angehen könne.

Jeder, der sich mit Mechanismen des Generierens von Aufmerksamkeit

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Momo on the radio: Tales of St. Pauli – Neues aus dem Metalustversum, FSK, Mo, 10.11., 14-16 h

Ich bekenne ja: Seitdem der mutmaßliche Skandal bekannt wurde – Skandal, weil, wenn die Expertise von Ver.di stimmt, es sich um einen atemberaubend krassen Verfassungsbruch handelt – produziere ich nun noch viel lieber für das FSK ;)

Im Gegensatz wohl zum Innensenator, der zwar gerne mal über den Rechtsstaat doziert, aber da, wo der in seinen Grundsätzen mutmaßlich hart angegriffen wurde, lediglich anmerkt, er würde sich zu Internetveröffentlichungen nicht äußern, halte ich ja sehr viel von unabhängigen, demokratischen Öffentlichkeiten.

Die Sendung morgen ist maßgeblich vom Job eines der designierten Mitglieder des Präsidiums des FC St. Pauli inspiriert! Joachim Pawlik hat uns Mechanismen seiner Personalberatung für mittelständische Unternehmen skizziert, ich spinne das weiter; falls ich unsinnige Verknüpfungen vornehme, kann er da selbstverständlich auch nichts für. Ich hatte aber  auch angekündigt, dass ich darüber schreiben würde. So ist es aus Metalustversum-Perspektive in die Gestaltung der Sendung eingeflossen. Hört einfach rein. Umrankt ist das Ganze mit Erwägungen zum Trickster aus queerer Sicht wie auch mit Spielberichten aus besseren Tagen, als das Elend uns St. Paulianer noch nicht vollumfänglich ergriffen hatte – und wie immer mit viel Musik. FSK-Seite aufrufen und rechts oben den Stream starten! Wer auch immer das möchte.

Hier die Playlist:

 

Donna Summer – On the radio
Elaine Stritch – I’m still here
Julia McKenzie – Losing my mind
Grace Jones – She’s lost control
Lana del Ray – Money Power Glory
Phantom/Ghost – This work is inside out
SOHN – The Wheel
Nicolette – No Government
Kele – Like we used to
Y’akoto – Talk to me
Tocotronic – Neues vom Trickster
Macin Wasilewski, Michael Miskiewicz, Slawomir Kurkiewicz, Tomasz Stanko – Kattorna (Danke, @Fanne, für diesen Tipp!!!)
Contemporary Noise – Even Cats dream about flying (Danke, @Fanne, auch für diesen Tipp!!!)
Bang Bang – The Prisoner
Man Parrish & Klaus Nomi – Total Eclipse Remake
Phosphorescent – Wolves
Albert Ayler – Oh! Love of Life
Und hier die Literaturliste:
- Rosenkranz, Bernhard/Lorenz, Gottfried – Hamburg auf anderen Wegen, Hamburg 2005
- Han, Byung-Chul, Psychopolitik – Neoliberalismus und die neuen Machttechniken, Berlin 2014
- Marty_Huber, Queering Gay Pride, Wien 2013
- Tugendhat, Ernst, Selbstbewusstsein und Selbstbestimmung, Frankfurt/M. 1997 (8. Auflage)
Und dieser wundervolle Link sei nicht vergessen!

 

Und täglich grubt das Murmeltier … FC St. Pauli – Heidenheim 0:3

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Das Schlimmste war dieses Gefühl der Teilnahmslosigkeit. Schrecklich ist ja nicht nur, fühlt mensch sich schlecht. Sondern eben auch, verliert mensch den emotionalen Bezug zu dem, was doch zuvor noch heiß und innig geliebt wurde.

So, dass wir uns irgendwann zuraunten “Die haben das Millerntor tot gespielt.”

Zuvor hatte ich ja eher gedacht, dass es an den Motivatorenunfähigkeiten von Roland Vrabec liegen könne, die sich eher Unerfahrenheit und Ehrgeiz verdankten. Was er dann bei der nächsten Station fix gelernt haben würde.

Nun unter Meggle die gleiche Verunsicherung, das gleiche Getöffel, das selbe taktische Unvermögen. Zeitweise hatte ich das Gefühl, in einem kuriosen Flashback gelandet zu sein, einer Art Zeitschleife, und würde das Karlsruhe-Spiel noch einmal sehen. Mir ist das im Liebesleben ja durchaus auch passiert, immer wieder die gleichen Fehler :D -

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“Schwerer kann man gegen verfassungsrechtliche Grundsätze nicht verstoßen.”

Ich habe beim FSK zwar eine Sendung, im Tagesgeschäft stecke ich jedoch nicht drin und in den Debatten in den Redaktionen auch nicht. Das soll nun freilich keinerlei Distanzierung beinhalten, ganz im Gegenteil: Ein so freies Arbeiten habe ich neben dem Bloggen in meiner Medienarbeiterlaufbahn noch nicht erlebt.

Mittlerweile werden ja LGBTIQ-Herabwürdigungen, Hass und Vorurteile bezogen auf Muslime, Misogynie, verdeckter Rassismus und sonstwas für Varianten der meines Erachtens gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit massenmedial und auflagenstark als “Pluralität” unter dem Banner der “Meinungsfreiheit” abgefeiert – um so erstaunlicher, dass das mutmaßliche Einschleusen von verdeckten Ermittlern in ein tatsächlich und ausnahmsweise freies Radio in mir bekannten Umfeldern, ja, liebe Fanszene des FC St. Pauli, so gut wie gar nicht problematisiert wird. Und darüber hinaus den ganzen “Meinungsfreiheit”-Apologeten, die nur ungestört Andere nieder machen wollen, auch komplett am Arsch vorbei geht. Gerade die müssten doch nun lautstark protestieren.

Sehr, sehr deutliche Worte findet hingegen ein Vertreter von Ver.di gegenüber Radio Dreyeckland. Ich empfehle dringlichst, da mal hinein zu lauschen.

Der Hamburger Senat hat ja immer eine riesige Schnauze, wenn es um das Proklamieren von “Rechtsstaatlichkeit” geht – und hierzu will er schweigen? Wenn die Einschätzung des Ver.di-Vertreters richtig ist, dann ist das auf der Ebene des Prinzipiellen ein Umgang mit Verfassungsgrundsätzen, der derart deftig ist, dass es einem den Atem raubt.

Es scheint zudem so zu sein, dass in queerfeministische Zusammenhänge hinein agiert wurde – mit vollem Körpereinsatz. Das hat zwar gerade in Hamburg auch eine empörende Tradition, die in meiner Sendung am Montag unter anderem Thema sein wird – es war der ehemalige Präsident des FC St. Pauli, der einst in einer so genannten “Klappe” den einseitig durchsichtigen Spiegel, hinter dem Polizisten ausdrücklich nach Änderung des Paragraph 175 herum schnüffelten, medienwirksam eingeschlagen hat. Das macht die Sache aber um so schlimmer, weil es mutmaßlich eben auch eine Perspektive entlarvt, die die Exekutive im Bezug auf nicht-genormte Lebensentwürfe einnimmt. Die aktive Teilnahme einer verdeckten Ermittlern daran wird ja vermutlich keine Affirmation implizieren.

Mich erstaunt, dass der Protest bisher so leise bleibt.

Edith: Siehe auch das offizielle Statement von ver.di

Neues Präsidium, neuer Aufsichtsrat des FC St.Pauli: Chancen und Probleme

Ein erweitertes Verständnis medialer Öffentlichkeit

Geht gut los – uns als Social-Media-Aktiven wie auch Fanzine-Machern signalisierte das designierte Präsidium prompt: Wir begreifen euch im selben Sinne als relevante, mediale Öffentlichkeit wie BILD, Mopo und Abendblatt. Christoph Pieper hat das über Jahre hervorragend als stets ansprechbar und mit riesengroßen Ohren in die Dickichte von Internet und St. Paulianer-Veröffentlichungen hinein lauschend vorbereitet. Nun lud neben dem Übersteiger, der BASCH, taz und der Süddeutschen wie auch dem Lichterkarussell die zukünftige Führungsspitze auch StPauli.nu und mich zur Vorab-Befragung, um mögliche Multiplikatoren einzubeziehen, in den Clubraum der Domschänke.

Die sehr offene, diskursiv sich nicht auf das Plakative, das Sich-Verkaufen oder die totalisierte Präsentationsphrase beschränkende, erweiterte Presserunde war derart informativ, dass es gar nicht leicht fällt, die Aussagen zu filtern. Carsten Harms vom Abendblatt hat dieses – das war nach dem Interview mit dem scheidenden Präsidium gar nicht zu erwarten :Dhervorragend getan. Ich war Zeuge, es wurde so gesagt! Von daher spare ich mir das Referieren von Details und richte mein Augenmerk auf das, was ich aus Perspektive des Metalustversums sowohl prima als auch als hochproblematisch beurteile.

 

“Den Verein erstklassig spielen”

So sagte es Oke wörtlich. Ich habe das so verstanden,

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